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Antracis 21.03.2020 19:18

Zitat:

Zitat von abc1971 (Beitrag 1518843)
Bin ich eigentlich alleine damit, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass solche Veranstaltungen wie Challenge Roth überhaupt jemals stattfinden können, so lange es weder Impfung noch Medikamente gibt?

Nein, ich sehe das auch so. Eigentlich ist nur die Impfung ein Gamechanger, und selbst mit im Krisenfall erleichterten Zulassungsverfahren wird der wohl nicht vor Herbst zur Verfügung stehen. Dann kommt noch Zeit für Produktion, flächendeckende Impfung und Wirklatenz dazu. Insofern würde ich sowas wie Roth oder auch Berlinmarathon optimistisch erst nächstes Jahr wieder erwarten. Das sind ja Hochrisikosituationen, mehrere 1000 Menschen, die ggf noch immunsupprimiert durch den WK engen Kontakt haben und sich dann International ausbreiten.

JeLü 21.03.2020 19:18

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1518861)
In diesem Thread wunderten sich angesichts der ersten Zahlen und Verlaufsinfos aus Wuhan damals einige, insbesondere Hafu, weshalb in DE der Karneval und Fussballspiele noch weiterlaufen. Und genauso berechtigt finde ich die Frage heute aktuell, welche Verbote der individuellen Bewegungsfreiheit wegen der Pandemie gerechtfertigt sind.

Meine Schwester z.B. lebt in Zürich und hat von Frühling-Herbst einen Zweitwohnsitz im Tessiner Bavona-Tal in der einsamen Bergwildnis (20min steil den Berg hoch unter Felsen im Wald). Soll sie da mit ihrem Mann nicht mehr hinfahren dürfen? Absurd! Und so gibt es viele andere Gründe, wo man niemanden infiziert oder sich ansteckt, wenn man die eigene Wohnung / Haus verlässt.

Darum ging es Jprn nicht, sondern um die Tendenz von deutschen Journalisten, statt auf Grundlage von Fakten und der Kenntnis plausibler Theorien konsistent kritisch zu fragen, plötzlich um 180% die Richtung der Fragen zu ändern. Wohl weil man denkt, als Journalist müsse man irgendwie neutral sein und Kritik bedeute In-Zweifel-ziehen beliebiger Aussagen. Gilt in anderen Ländern als schlechte journalistische Praxis, wird in Deutschland aber vielerorts betrieben.

Flow 21.03.2020 19:19

Zitat:

Zitat von JeLü (Beitrag 1518854)
Von daher auch für unsere Diskusiion im Forum relevant.
Quarantäne/Ausgangsbeschränkungszeit wird hier contra Körbel mit eher mehreren Monaten als wahrscheinliche Periode angegeben.
Einen zweiten Peak im Juni sieht Pueyo nicht. Die sieht auch die Imperial College Studie für deutlich später, aber da scheint es mir bei Flow eher spekulativ zu sein.

Von einem tatsächlichen Peak im Juni will ich nicht gesprochen haben ... ;)

Meine einfache Überlegung (für Deutschland) :

Aktuell ist ein hohe Aufmerksamkeit und auch eine gewisse Angst breit in der Bevölkerung angekommen. Zusätzlich sind rigorose Maßnahmen in Kraft getreten.
Beides wird sich seit dieser Woche senkend auf die Zahl der Neuinfektionen auswirken.

In den nächsten ein, zwei Wochen werden wir aber noch das Sterben der aktuell Infizierten sehen müssen, deren Zahl bisher eben exponentiell angestiegen ist.

Wenn die Zahl der Neuinfektionen ab jetzt stabil ist oder hoffentlich sogar drastisch sinkt, werden wir den ersten Peak Anfang April hinter uns haben.

Mit einer Beruhigung der Lage besteht leider auch die Gefahr einer geringeren Risikowahrnehmung der Bevölkerung, einem Nachlassen der individuellen Schutzmaßnahmen und somit zu einem erneuten Aufflammen, das prinzipiell natürlich noch nahezu das identische Potential hätte, wie das erste der vergangenen Wochen.

Das ist allerdings aktuell schwer abzuschätzen, und hängt, wie gehabt, stark von der subjektiven Risikobewertung und den individuellen Schutzmaßnahmen ab.

Hafu 21.03.2020 19:24

Zitat:

Zitat von Jörn (Beitrag 1518849)
Sind das nicht Spekulationen, die hier mit völliger Gewissheit als Fakten dargestellt werden?

...

Merkel ist seit 15 Jahren in Deutschland Bundeskanzlerin, damit Chefin der Exekutive und hat 15 Jahre allergrößten Einfluss auch auf die Legislative. Und ich habe geschrieben, dass sie unser Gesundheitswesen "beeinflusst". Ich habe nicht geschrieben ob positiv oder negativ und habe auch nicht geschrieben wie viel sie es beeinflusst hat.

Und selbst so eine äußerst vage Aussage hältst du für spekulativ?

Du glaubst also, dass sie in 15 Jahren Regierungszeit nichts in unseremn Geundheitswesen in Deutschland "beeinflusst" hat? Das würde ich für eine gewagte Hypothese halten.

Söder ist seit genau zwei Jahren in Bayern Ministerpräsident. Sein Einflussbereich ist sehr streng auf Bayern begrenzt. Ich habe behauptet, dass er höchstwahrscheinlich das Gesundheitswesen in ganz Deutschland weniger beeinflusst hat als Frau Merkel. Zwei Jahre Einflussmöglichkeiten als bayerischer Ministerpräsident gegenüber 15 Jahre Einflussmöglichkeiten als Bundeskanzlerin.
Es steht dir selbstverständlich frei auch diese Aussage als spekulativ einzustufen, aber in meinen Augen ist sie plausibel.

Noch ist es ja weit verfrüht für eine echte Analyse zum Umgang Deutschlands mit der Pandemie. Wenn Deutschland in den nächsten Wochen dekompensieren sollte, dann trägt die aktuelle Regierung ebenso dafür politische Verantwortung wie für den positiveren (und für mich wahrscheinlicheren*) Fall, dass unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft mit reparablen Schäden aus der Geschichte herauskommt.

(*Das was in den Klammern steht ist zugegebenermaßen spekulativ)

qbz 21.03.2020 19:27

Zitat:

Zitat von JeLü (Beitrag 1518866)
Darum ging es Jprn nicht, sondern um die Tendenz von deutschen Journalisten, statt auf Grundlage von Fakten und der Kenntnis plausibler Theorien konsistent kritisch zu fragen, plötzlich um 180% die Richtung der Fragen zu ändern. Wohl weil man denkt, als Journalist müsse man irgendwie neutral sein und Kritik bedeute In-Zweifel-ziehen beliebiger Aussagen. Gilt in anderen Ländern als schlechte journalistische Praxis, wird in Deutschland aber vielerorts betrieben.

Ich haben den Text wörtllich natürlich verstanden, aber auf dem Kontext der hier laufenden Diskussion als indirekte, implizite Kritik an denjenigen interpretiert, welche hier Kritik am isolierten Vorpreschen von Söder äusserten. Falls ich mich irre, nehme ich meinen Kommentar gerne zurück und sage: Sorry!

Jörn 21.03.2020 19:30

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1518861)
Zweitwohnsitz im Tessiner Bavona-Tal in der einsamen Bergwildnis (20min steil den Berg hoch unter Felsen im Wald). Soll sie da mit ihrem Mann nicht mehr hinfahren dürfen?

Sind das nicht Falschmeldungen? Die eigene Wohnung darf man vermutlich aufsuchen, oder nicht? Ich finde aber, dass man in der ersten Zeit, wo natürlich alles sehr hektisch zugeht, nicht auf jede kleinste Ausnahme gesondert eingehen kann. Dafür braucht man mehr Zeit — und die bräuchte jeder Politiker und jede Behörde, egal mit welchem Parteibuch.

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1518861)
Oder weshalb soll ich in ländlicher Region lebend alle Kontakte zu anderen aufgeben

Falschmeldung? Es hat meines Wissens niemand gefordert, alle Kontakte aufzugeben.

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1518861)
Dass die Berliner CDU, Söder folgend, nun noch nach der Bundeswehr ruft, um Ausgehbeschränkungen zu kontrollieren, finde ich schon sehr kritikwürdig.

Ist das nicht Feldgeschrei einiger weniger Provinzpolitiker, welches man getrost ignorieren kann? Die Bundeswehr darf keine polizeilichen Maßnahmen übernehmen, und Frau AKK hat dies auch sofort klargestellt. Ein Blick ins Gesetzbuch hilft.

----

Mein Punkt ist, dass man Fakten zur Corona-Pandemie trennen sollte von Partei-Reklame, und dass man nicht versuchen sollte, beispielsweise die Maßnahmen der CDU-Politiker in einem schlechten Licht darzustellen, nur weil man die CDU nicht mag. Ich mag die CDU/CSU nicht sonderlich, aber ich haben keinen Grund, Herrn Söder oder Frau Merkel in dieser Situation etwas Schlechtes zu unterstellen. Falls Herr Söder irgendwann Kanzler werden sollte, wandere ich natürlich in die Schweiz aus, aber jetzt geht es um die Corona-Krise.

In dieser Hinsicht kommt bei mir die achtzigste Wiederholung, was man an Karneval hätte tun sollen, spätestens nach dem fünfzigsten Mal falsch an.

Antracis 21.03.2020 19:37

@HaFu: Danke für Deine Einschätzung bzgl der Mortalität. Ich sehe das ähnlich, wirklich beruhigt werde ich aber wohl erst in 2 Wochen sein, wenn die Zahlen sich so moderat entwickeln wie erhofft.

Meine größte aktuelle Sorge ist, dass es an Schutzmasken und anderen Verbrauchsartikeln mangelt, weil das kann dann auch bei nur moderat ausgelasteten Intensivkapazitäten ein Problem werden. Aber nachdem man das seit 2 Wochen antizipiert hat, sollte man es kurzfristig eigentlich lösen können.

Lebemann 21.03.2020 19:49

Zitat:

Zitat von JeLü (Beitrag 1518854)
Ist tatsächlich sehr interessant. Für die Allgemeinheit wäre es vielleicht hilfreicher gewesen, wenn du noch etwas zu den dort vertretenen Thesen und Argumenten
geschrieben hättest.

Ich hab es bewusst nicht kommentiert, bin aber sehr froh, dass du es gemacht hast. :Blumen: Vieles davon erscheint mir logisch. Hier tummelt sich allerdings deutlich mehr (ernsthaft) Expertise rum, als ich sie jemals haben werde.


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