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keko# 21.10.2020 11:18

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1559517)
...

Eine andere Frage ist natürlich, wie lange die aktuell gestiegene Awareness dann anhalten wird. Ob es für den ganzen Winter reichen wird. Da würde ich mir noch kein Urteil erlauben.

Der Aufruf "Jetzt zählt´s!" verpufft wahrscheinlich beim 3. oder 4. Mal.
Eine langfristige Strategie, die über Monate oder Jahre zu halten ist, wäre schon nicht schlecht.

deralexxx 21.10.2020 11:22

Zitat:

Zitat von Seyan (Beitrag 1559498)
In normalen Zeiten hat man aber trotz Elternzeit noch Kontakte nach aussen gehabt, zur restlichen Familie usw.
Das alles ging im Frühjahr nicht und wird auf absehbare Zeit nicht mehr gehen. Kinder brauchen auch andere Kontakte ausserhalb der Kernfamilie.

Wenns nach den Verordnungen geht, darf z.B. meine große Schwester niemals Besuch empfangen, weil ihre Familie schon fünf Personen sind (Eltern + drei Kinder), damit ist die Zahl von fünf erreicht. Wie soll da Besuch kommen? Kinder rauswerfen geht ja (grundsätzlich) auch nicht wegen Aufsichtspflicht.

Naja, Familien sind die Arschgesichter von Corona.

Ich will dir nicht widersprechen, dass Familien es schwer haben (jeder hat es schwer in einer Pandemie, die einen mehr die anderen etwas weniger, oder anders). Dein Beitrag liest sich aber so, als ob Familien seit Frühjahr keinen Kontakt mit irgendjemandem haben können.

Kontakte ausserhalb der Kernfamilie waren / sind bis auf die paar Wochen immer möglich, wenn auch angepasst. Draußen spazieren gehen, im Garten, auf dem Spielplatz spielen war und ist möglich. Natürlich ist das nicht das gleiche, aber trotzdem deutlich weniger "schlimm".

(Edit nach Hinweis: Spielplätze waren eine Zeit geschlossen, hatte ich nicht mehr auf dem Schirm)

Frau Müller 21.10.2020 11:24

Die Virologin Prof. Rübsamen-Schaeff hat gestern die Fokussierung auf die Entwicklung eines Impfstoffes als Haupt-Strategie kritisiert. Vielmehr sei es ihrer Meinung nach sinnvoll, die Forschung zu medikamentöser Behandlung der Corona-Infizierten zu forcieren. Sie verglich dabei das Corona-Virus mit HIV und Hepatitis C. Beide Krankheiten würden mit "chemischen Molekülen" statt Antikörpern behandelt werden und seien enorm effektiv. Dieselbe Herangehensweise schlägt die Virologin auch für den Umgang mit Covid-19 vor. Fand ich für mich einen bisher wenig, öffentlich diskutierten Ansatz.

deralexxx 21.10.2020 11:24

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1559520)
Wird das denn einfach zur Seite gewischt? Deutschland fährt derzeit das größte wirtschaftliche Hilfsprogramm seiner Geschichte, um Härten zu vermeiden.

Deinen Punkt halte ich für durchaus berechtigt. Mir scheint es im Interesse der Restaurantbesitzer zu sein, dass wir frühzeitig mit erträglichen Maßnahmen gegensteuern, sobald die Infektionszahlen sich einer kritischen Zone nähern. So lässt sich nach meinem Verständnis ein Lockdown am ehesten vermeiden.

Was ich mich gestern gefragt habe, wenn es die Rufe nach Hilfe für die gebeutelten Unternehmen / Personen gibt (total zurecht!), bringt denn jemand ins Spiel vllt die "Gewinner" / "Profiteur" entsprechend zu beteiligen? Das soll nicht heißen, dass ich das befürworte etc, es würde mich einfach interessieren und konnte dazu recht wenig finden, also nicht gleich eindreschen :Blumen:

Hafu 21.10.2020 11:36

Zitat:

Zitat von Frau Müller (Beitrag 1559526)
Die Virologin Prof. Rübsamen-Schaeff hat gestern die Fokussierung auf die Entwicklung eines Impfstoffes als Haupt-Strategie kritisiert. Vielmehr sei es ihrer Meinung nach sinnvoll, die Forschung zu medikamentöser Behandlung der Corona-Infizierten zu forcieren. ...

Habe in die Sendung auch hineingesehen.
Es mag ja sein, dass es in der Politik und Teilen der Bevölkerung große Hoffnung auf einen impfstoff gibt und (diese Hoffnungen sind, wenn man die laufenden Studien beobachtet ja auch durchaus berechtigt), aber die Wissenschaft in nahezu allen Ländern ist ja frei und weltweit wird parallel durchaus an Medikamenten gegen SARS-CoV-2 geforscht.

Es ist ja nicht so, dass Experten für die Entwicklung von Impfstoffen gleichzeitig auch Experten für Medikamentenforschung sind, sondern da arbeiten ganz unterschiedliche Teams und das wirtschaftliche Potenzial von antiviralen SARS-CoV-2-Medikamenten ist so hoch, dass es gar keiner Anreize aus der Politik bedarf, dass Pharmafirmen weltweit diesen Bereich beforschen.

Frau Müller 21.10.2020 11:44

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1559530)
Habe in die Sendung auch hineingesehen.
Es mag ja sein, dass es in der Politik und Teilen der Bevölkerung große Hoffnung auf einen impfstoff gibt und (diese Hoffnungen sind, wenn man die laufenden Studien beobachtet ja auch durchaus berechtigt), aber die Wissenschaft in nahezu allen Ländern ist ja frei und weltweit wird parallel durchaus an Medikamenten gegen SARS-CoV-2 geforscht.

Es ist ja nicht so, dass Experten für die Entwicklung von Impfstoffen gleichzeitig auch Experten für Medikamentenforschung sind, sondern da arbeiten ganz unterschiedliche Teams und das wirtschaftliche Potenzial von antiviralen SARS-CoV-2-Medikamenten ist so hoch, dass es gar keiner Anreize aus der Politik bedarf, dass Pharmafirmen weltweit diesen Bereich beforschen.

Ich habe sie auch so verstanden, dass es in erster Linie Kritik an der Kommunikation und der Mitnahme der Bevölkerung war. Meines Erachtens hoffen weite Teile der Bevölkerung auf die Verfügbarkeit und Wirksamkeit eines Impfstoffes. Weniger auf effiziente Behandlungsmethoden.

Darüber hinaus sah sie auch die Entwicklung der Impfstoffe skeptisch. Sie beschrieb, dass von den fünf am weitesten erforschten Impfstoffen zwei nun abgetreten seien, weil komplizierte Nebenwirkungen aufgetreten seien. Zudem sei festgestellt worden, dass gerade ältere Menschen die Antikörper zu schnell wieder abbauten und somit nach kurzer Zeit schon keinen Impfschutz mehr besäßen hätten.

Klugschnacker 21.10.2020 11:51

Zitat:

Zitat von deralexxx (Beitrag 1559528)
Was ich mich gestern gefragt habe, wenn es die Rufe nach Hilfe für die gebeutelten Unternehmen / Personen gibt (total zurecht!), bringt denn jemand ins Spiel vllt die "Gewinner" / "Profiteur" entsprechend zu beteiligen?

Nicht dass ich wüsste. Außer, dass gut gehende Geschäfte über die abzuführenden Steuern die Hilfsprogramme des Staates stützen.

Dem könnte man jedoch entgegen halten, dass die großen Gewinner der Pandemie Unternehmen sind, die anscheinend in Deutschland ohnehin keine oder nur geringe Steuern zahlen. Ich hörte von Thomas Middelhoff, dass alleine Amazon während der Pandemie 100.000 (!) neue Mitarbeiter weltweit eingestellt habe. Weitere Gewinner sind Dienste wie Zoom, Skype, WhatsApp. Umsätze vieler Fitnessstudios sind jetzt zumindest teilweise bei Zwift. Und so weiter.

LidlRacer 21.10.2020 11:55

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1559530)
Habe in die Sendung auch hineingesehen.
Es mag ja sein, dass es in der Politik und Teilen der Bevölkerung große Hoffnung auf einen impfstoff gibt und (diese Hoffnungen sind, wenn man die laufenden Studien beobachtet ja auch durchaus berechtigt), aber die Wissenschaft in nahezu allen Ländern ist ja frei und weltweit wird parallel durchaus an Medikamenten gegen SARS-CoV-2 geforscht.

Es ist ja nicht so, dass Experten für die Entwicklung von Impfstoffen gleichzeitig auch Experten für Medikamentenforschung sind, sondern da arbeiten ganz unterschiedliche Teams und das wirtschaftliche Potenzial von antiviralen SARS-CoV-2-Medikamenten ist so hoch, dass es gar keiner Anreize aus der Politik bedarf, dass Pharmafirmen weltweit diesen Bereich beforschen.

Frau Prof. Rübsamen-Schaeff arbeitet für mehrere Pharmaunternehmen und sie schien da im Interesse eines oder mehrerer davon zu sprechen.

Das schließt nicht aus, dass es wirklich sinnvoll sein könnte, mit staatlichen Zuschüssen / Beteiligungen die Medikamentenentwicklung ähnlich zu beschleunigen wie es bei Impfstoffen passiert.
Insbesondere in dem mir unwahrscheinlich erscheinenden Fall, dass keiner der Impfstoffe durchschlagenden Erfolg haben wird, wäre eine verbesserte medikamentöse Behandlung natürlich extrem wichtig.


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