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LidlRacer 11.10.2020 23:37

Ich weiß nicht mal, wie er starb

Wie ein Pflegeheim zur Corona-Falle wurde +++ Als das Virus erkannt wurde, war es zu spät: Innerhalb weniger Tage infizierten sich 112 Bewohner eines Pflegeheims in Wolfsburg mit Corona, 47 von ihnen starben. Auch viele Pflegekräfte erkrankten an Covid-19.

Morgen (Montag) 23:35 Uhr im Ersten oder ab sofort online:
https://www.ardmediathek.de/ard/vide...jNkYjZjMzAyNQ/

qbz 11.10.2020 23:45

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1557459)
.......
Selbstverständlich sind es gerade keine guten Zahlen und die sich andeutende Entwicklung ist äußerst negativ. Trotzdem sind Vergleich mit März/April Unsinn. Es ändert auch nichts an vielen anderen Argumenten. Es gibt sinnvolle Maßnahmen (Großveranstaltungen nicht erlaubt, Maske, Abstandsgebote) und weniger sinnvolle (Reisebeschränkungen, verbot von Versammlungen an der frischen Luft sowie Sperrstunden). Ein wenig mehr Pragmatismus, Eigenverantwortung und weniger Panik würde uns allen ganz gut stehen.

Was sind aktuell sinnvolle Massnahmen? Aus meiner Sicht alle diejenigen, welche wirksam sind, um den aktuellen fortlaufenden Anstieg der Infektionen in den Gro8städten zu stoppen und zu verringern. Berlin-Neukölln überschreitet z.B. mit 149/100 000 mittlerweile um das 3fache den kritischen Wert von 50/100000, Mitte um das 2fache. Und der Anstieg wird eventuell weitergehen, wo die Verbreitung schon so weit fortgeschritten ist. Und andere Gegenden im Umland folgen mit entsprechender Verzögerung nach.

Woher weisst Du jetzt, wie stark oder gering wirksam die einzelnen Massnahmen sind wie Sperrstunde, Begrenzung der Teilnehmer von Feiern, Reisewarnungen oder -einschränkungen oder -verbote usf. Kennst Du Studien dazu? Wer z.B. aus Berlin oder Hamburg in die CH reist, muss dort ab heute für 10 Tage in Quarantäne. Ähnliches beschloss jetzt Mecklenburg-Vorpommern. Damit schaden beide den touristischen Einnahmen, aber offenbar nehmen sie das inkauf, um eine stärkere Ausbreitung der Pandemie zu begrenzen.

In diesen Studien ist die Wirkung einiger Massnahmen untersucht worden:

Die zentrale Hauptfrage scheint mir im Moment zu sein: Wie lässt sich der jetzige Anstieg stoppen und die Infektionszahl wieder verringern? Was meinst Du dazu?

Wie sollen Menschen nach Deiner Ansicht ganz freiwillig und eigenverantwortlich auf das verzichten, was bisher zu ihrer Lebenskultur gehörte wie Party´s am Wochenende, grosse Hochzeiten, Gruppenaktivitäten, Reisen, viele Kontake. Z.B. räumte in den Sommermonaten in Berlin die Polizei jedes Wochenende nachts Parks, weil den Feiernden die Abstandsregel egal ist. (und vielleicht hätte ich in dem Alter auch so gedacht und gehandelt.)

ThomasG 12.10.2020 04:38

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1557370)
Bei mir ist es 30 Jahre her, da mussten die Profs alles aufschreiben und zwischendrin die Tafel wischen ;-) Das ist auch nicht so ideal. Gut finde ich, wenn wichtige Dinge entwickelt werden und der Prof das langsam vor einem aufbaut. Hat er/sie seine VL dann noch als PDF mit Aufgaben und Lösungen, fände ich das ideal.
Du machst das sicher richtig ;-)
(ist jetzt aber völlig offtopic...)

Ich bin mal im Rahmen eines Praktikums an einer Schule in den Genuss gekommen einen sehr erfahrenen Lehrer regelmäßig in Aktion zu erleben, der nicht nur Schülerinnen und Schüler was beigebracht hat, sondern auch zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern.
Er hatte gegenüber seinen Kolleginnen und Kollegen an der Schule (eine Berufsschule) einen meiner Meinung nach großen und entscheidenden Vorteil:
In den Klassen, um die er sich kümmerte, waren mit Abstand die motiviertesten und vom Verhalten her die angenehmsten Schüler der ganzen Schule - nämlich Leute, die die Fachhochschulreife erreichen wollten.
Täglich hatte er schätzungsweise im Schnitt vielleicht so eine Doppelstunde.
In seiner restlichen Arbeitszeit konnte er sich den zukünftigen Lehrern widmen ( er leitete ein Studienseminar für zukünftige Berufsschullehrer) und seinen Unterricht an der Berufsschule vorbereiten.
Er zeichnete das, was er in den Stunden machte, nicht "gewöhnlich" auf, sondern in Form von Tafelbildern.
Es gab Blätter mit einer linken Tafel (ausgeklappt bzw. eingeklappt, also Vorder- und Rückseite mit dem, was im Unterricht zu schreiben bzw. zu zeichnen war von ihm), eins mit einer rechten Tafel (ebenfalls ein- und ausgeklappt und exaktem jeweiligem Tafelbild) und welche mit dem Tafelbild der mittleren großen Tafel.
Außerdem waren da Nummerierungen so, dass jeder, der sich das ansah, genau wusste mit welcher Tafel man beginnt (mit der Nummer 1 versehen) und wie es dann exakt weitergeht.
So war gewährleistet, dass der Lehrer sich während des Untrerrichts ganz ungewöhnlich seinen Schülern zuwenden konnte von der Aufmerksamkeit her, immer einen Kontrollmöglichkeit vorhanden war, dass sich keine Fehler aufgrund von Ablenkungen z.B. einscheichen konnten (er kontrollierte das routinemäßig immer wieder und es gnpgte ihm dazu wenige Blicke und sehr wenig Zeit) und er musste nie warten bis auch der letzte, etwas übernommen hatte, was er zuvor an die Tafel geschrieben hatte.
Der Mann hat didaktisch einen beeindruckenden Unterricht abgezogen - jedenfalls im Vergleich zu den Kollegen, die wie gesagt deutlich ungünstigere Arbeitsvoraussetzungen hatten und sich mit deutlich schwierigeren Schülern auseinadersetzen mussten.
Das System hat mich tief beeindruckt, obwohl es ja eigentlich eine recht simple Angelegenheit ist im Grunde genommen.
Wichtig ist außerdem darauf zu achten, welches Tafelbild wann "verschwinden" bzw. ausgewischt werden darf.
Da gibt es ein verblüffend einfaches Prinzip:
Immer genau das, was am längsten existiert.
So ist eigentlich normalerweise wie gesagt so gut wie immer gewährleistet, dass jeder Schüler es vollständig übernehmen kann, selbst wenn er dafür wesentlich länger braucht als seine Mitschüler im Durchschnitt.

Dieses System ahme ich oft nach bzw. ich bemühe mich zumindest darum während meiner Nachhilfestunden.
Auch im Rahmen der Onlinenachhilfe habe ich mich zumindest darum bemüht.
Es ist aber in der Regel so, dass ich mich auf die entsprechenden Stunden im Gegensatz zu dem Lehrer, bei dem ich hospitierte und der mich dabei so beeindruckte, nicht vorbereite bzw. vorbereiten kann.
Trotzdem nützt es mir und meinen Nachhilfeschülerinnen und -schülern glaube ich auch schon ganz schön.

Da wir uns ja leider, wie es ausschaut, voraussichtlich noch einen ganze Weile damit auseinandersetzen müssen, wie das Leben im Rahmen "unter Corona" ganz gut ablaufen könnte, ist es auch nicht (völlig) offtopic.

Viel Spaß und Erfolg beim Lehren und Lernen allerseits auch in den nächsten Monaten und einen guten Wochenstart wünsche ich Euch!

Thomas

Cogi Tatum 12.10.2020 06:59

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1557458)
Ja - und ob Du es glaubst oder nicht, mir ist das auch peinlich, obwohl ich ehrlich nicht glaube, dass ich es darauf anlege oder es fördern will.

Gute Nacht!

Guten Morgen!

Wenn Du es nicht fördern willst, warum tust Du es dann?
Oder ist (man kennt es vom Fußball) die Hand Gottes im Spiel?


ThomasG 12.10.2020 07:09

Zitat:

Zitat von Cogi Tatum (Beitrag 1557470)
Guten Morgen!

Wenn Du es nicht fördern willst, warum tust Du es dann?
Oder ist (man kennt es vom Fußball) die Hand Gottes im Spiel?


Ich werde mich sehr bemühen, dass das zumindest in dem Maße nicht mehr so schnell bzw. gehäuft vorkommt.
Der Beitrag war eine Reaktion auf einen anderen mit einer oder mehreren Fragen an mich, deshalb kam dann das Wort sehr häufig.
Mein Pulver in Bezug auf die Frage, was könnte alles hinter der Corona-Krise stecken, habe ich glaube ich ziemlich verschossen.
Auch hier werde ich mich sehr anstrengen in der Richtung mich sehr zurückzuhalten.
Falls es nicht geht oder sich in mir der Eindruck breit macht, dann ziehe ich mich wohl besser ganz zurück und schreibe nichts mehr.

Trimichi 12.10.2020 07:27

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1557463)
Ich weiß nicht mal, wie er starb

Wie ein Pflegeheim zur Corona-Falle wurde +++ Als das Virus erkannt wurde, war es zu spät: Innerhalb weniger Tage infizierten sich 112 Bewohner eines Pflegeheims in Wolfsburg mit Corona, 47 von ihnen starben. Auch viele Pflegekräfte erkrankten an Covid-19.

Morgen (Montag) 23:35 Uhr im Ersten oder ab sofort online:
https://www.ardmediathek.de/ard/vide...jNkYjZjMzAyNQ/

Na-ja, Donald Trump hat das Virus überlebt und ist nun immun. :Huhu: Diese Staatsemedien gehen nicht nur mir langsam aber sicher auf die Senkel. Muss man ja nicht gucken, das stimmt. Und Kim Jong Un hat auch kein Corona und wird es auch nie kriegen. So wie in der Schweiz, wo der Diktator zur Schule ging, es Kantone gibt, wo kein Corona existiert. Habe ich mich heuer selbst davon persönlich überzeugt.

Aber: weiter so! ;)

P.S.: ob diese dicken Dinger fliegen? Möglich wärs vllt.

Schwarzfahrer 12.10.2020 08:23

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1557421)
... Aber noch bedenklicher finde ich die aktuelle Entwicklung der Pandemie, auch wenn uns Schwarzfahrer schreiben wird, dass die Zahlen unbedenklich sind.

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1557442)
Habe mich auch schon gefragt, warum er so schweigsam geworden ist.
Vielleicht hat er inzwischen auch eingesehen, dass eine beinahe Verdopplung der Fallzahlen innerhalb einer Woche auf ein absolut ernstes Problem hinweist, dass man beim allerbesten Willen nicht mehr schönreden oder mit Verweis auf Eigenverantwortung ignorieren kann.

Nee, wahrscheinlich nicht.
Aber man darf ja vielleicht noch hoffen ...

Es könnte mich fast freuen, daß ihr mich hier vermisst, wenn ich nicht den Eindruck hätte, daß in Ermangelung eines besseren Feindbildes jetzt verstärkt auf den armen Thomas eingedroschen wird :Blumen: .

Ich schreibe hier allerdings nur, wenn ich einen konkreten Anlaß sehe - und die Zeit dafür übrig habe. Meine bereits breit beschriebenen Meinungen zu wiederholen ist nicht Anlass genug, und es gibt neben dem virtuell-digitalen auch ein analoges Leben, das mich ausreichend beschäftigt und eine deutlich höhere Priorität hat :Cheese: (z.B. gestern eine schöne 90-km-Radtour in der Rheinebene :Huhu: ) . Und es gibt ja andere Stimmen der ausgewogenen Vernunft hier im Forum, die oft schon geschrieben haben, bevor ich dazu kam - da muß ich nicht meinen Senf dazugeben.

Zum Thema (falls Euch meine Meinung interessiert): die aktuelle Erhöhung der Zahlen ist nicht unbedingt eine Überraschung zum Herbst hin (wurde ja oft genug vorhergesagt). Der langsame Anstieg der Hospitalisierungen zeigt, daß auch wirklich Erkrankte dabei sind. Die daraus gezogene mediale Hysterie halte ich aber weitherin für übertrieben, wenn ich sie mit dem Infektionsgeschehen im Frühling vergleiche: jetzt testen wir bis zu dreimal mehr, als im März-April, d.h. wir finden auch entsprechend mehr tatsächlich Positive. Aber mit bis zu 3 - 4 Wochen Nachlauf sind die Hospitalsierungs- und Todeszahlen um ca. Faktor 10 geringer, als im Frühling, und zwar durchweg in den meisten Westeuropäischen Ländern. Das ist also eindeutlig ein deutlich geringer gefährliches Szenario, als damals, was viel mehr Zeit für Besonnenheit lassen sollte, zumal man ja auch schon mehr zu wissen glaubt. Vor allem Länder, die im Frühling sehr gut davonkamen (z.B. Ungarn), haben jetzt Grund, sich die Sorgen zu machen, die im Frühling im Westen bergründet waren. Es geht mir weder um Ignoriren oder Schönreden, sondern um den Tatsachen angemessene Reaktionen, statt sich an hypothetischen "könnte auch sein" Szenarien in Panik zu steigern.

Mich hat die Irrationalität und Inkonsequenz vieler Maßnahmen schon die ganze Zeit irritiert. Die aktuelle kopflose politische Hyperaktivität mit zunehmender Entfernung von jeglicher Rationalität erschreckt mich aber langsam. Wenn man tatsächlich sicher ist, daß die Fallzahlen vor allem durch die Partyszene und im Privaten (bes. Großfeiern) steigen, sollten Maßnahmen gezielt diese Bereiche treffen. Stattdessen gibt es Behrbergungsverbote (Schnittmenge Herbsferienurlauber mit Partyszene und Hochzeitsfeiern?), Sperrstunden (egal was vorher oder nachher passiert), Maskenpflicht in Fußgängerzonen (sogar bei den maskenlosen Großdemos des Sommers gab es nirgendwo auffällige Infektionshäufungen). Daß es auch anders geht, zeigt Österreich, die z.B. durch gezielte Maßnahmen das exzessive Apres-Ski eindämmen (max. Kopfzahl in Lokalen, Sitzen, Aufenthaltsdauer), ohne daß dadurch der Skibetrieb für die 90 % aller anderen leiden muß - außer daß z.B. pauschale Reisewarnungen für Tirol den Tourismus killen, obwohl nur die von Skifahrern kaum besuchten Großstädge Innsbruck und Landeck wirklich nennenswerte Fallzahlen haben. Deutschland (und auch z.B. Frankreich) tun sich mit plakativem und (bzgl. Corona) wirkungsarmen Maßnahmen hervor, die einen großen Schaden anrichten - aber den Verdacht erhärten, daß mache da oben Gefallen an autoritärem Regieren finden.

Und größte Bedenken habe ich bezüglich "Zusammenhalt", oder überhaupt psychische Verfassung der systematisch verängstigten, ja in Panik getriebenen Menschen, wenn ich zunehmend Meldungen dieser Art sehe: "anonymer Hinweisgeber meldet Urlauber-Familie in einsamer Ferienwohnung der Polizei (war auf Welt, jetzt finde ich es nicht mehr), oder Frau nimmt Maske ab und niest Mann ins Gesicht - wobei bei letzterem mich mal nicht die abgrundtiefe Dummheit so sehr erschreckt, sondern die dominante Anzahl der zustimmenden Kommentare auf einer Seite wie Welt.de.

qbz 12.10.2020 09:10

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1557475)
.....
Zum Thema (falls Euch meine Meinung interessiert): die aktuelle Erhöhung der Zahlen ist nicht unbedingt eine Überraschung zum Herbst hin (wurde ja oft genug vorhergesagt).
......

Nur ganz kurz zwei Gedanken zu Deinen Ausführungen.

Bei den Zahlen der Intensivbettenbelegung sowie der Sterblichkeit muss man wohl neben dem Nachlauf, den Du als ein Faktor erwähnst, auch berücksichtigen, dass eben die jüngeren Altersgruppen deutlich stärker unter den positiv Getesteten vertreten sind, wodurch die im Vergleich zum Früjahr aktuell geringere Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate erkärt wird. Es besteht aber die Befürchtung, dass bei der Altersstruktur in DE auch wieder die Seniorengruppe längerfistig stärker infiziert werden könnte. Prof. Drosten meint, es gäbe keine Anzeichen, dass sich an der generellen Sterblichkeitsrate des Virus von ca. 1 % etwas geändert habe, liesse man das Virus sich ungehemmt ausbreiten.

Dass z.B. in Ischgl die Infiziertenzahl niedriger als in Innsbruck liegt, lässt sich leicht erklären. Schon im Juni hat man festgestellt, dass von den Einwohnern Ischgl´s 42 % Antikörper gegen Sars Cov 2 haben.


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