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Helmut S 15.01.2022 10:07

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1641794)
Erstens sprechen die Experten bereits von einer endemischen Situation wie Grippe, wenn die Omikronwelle erstmal durch ist,

Ich erlaube mir an dieser Stelle die Spartaner zu zitieren: „Wenn.“

:Blumen:

Hafu 15.01.2022 10:46

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1641790)
Ich war letztes Jahr noch für eine Impfpflicht, die hätte man aber auch noch 2021 einführen müssen. Mittlerweile bin ich dagegen. Vor April wird das nichts mehr, dann ist Omikron schon längst durch und die Inzidenzen werden zum Sommer hin wieder sehr niedrig sein. Genau dann würde man aber Anfangen Die Nichtgeimpften an mehr oder weniger nachdrücklich an die Impfpflicht zu erinnern, also ein halbes Jahr zu spät und so wie sich die Experten äußern, zu einer Zeit wo Corona bereits endemisch wird. Das versteht doch keiner mehr und trägt garantiert nur zu weiterer Polarisierung bei ohne großen Nutzen.

Ich bin zwar nicht gegen die Impfpflicht, aber ich rechne nicht mehr damit, dass sie kommen wird, weil der passende Zeitpunkt für einen ausgearbeiteten Gesetzentwurf und eine parlamentarische Debatte von Scholz schon verpassst worden ist und insbesondere die Details der praktischen Umsetzung für endlose Diskussionen und juristische Streitereien (und damit endlose Verzögerungen) sorgen werden.

Die neue Regierung hat es ja nichtmal geschafft, die arbeitsrechtlichen Durchführungsbestimmungen für die einrichtungsbezogene Impfpflicht, die jetzt schon Gesetz ist, so in den entscheidenden Details zu klären, dass die Arbeitgeber im Gesundheitswesen wissen, was sie ungeimpften Mitarbeitern zum Stichdatum 15.3.2022 erklären sollen.
Hier gibt es einen interessanten Text zur Situation hier bei uns im Landkreis

Im Klinikbereich sind es auch aktuell immer noch rund 15%-20% der Mitarbeiter, die ungeimpft sind, im Bereich der Arzthelferinnen bei den niedergelassenen Praxen liegt der Anteil der Ungeimpften sogar bei 25% und bei den ambulanten Pflegediensten ist es ähnlich.

qbz 15.01.2022 10:53

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1641804)
......
Im Klinikbereich sind es auch aktuell immer noch rund 15%-20% der Mitarbeiter, die ungeimpft sind, im Bereich der Arzthelferinnen bei den niedergelassenen Praxen liegt der Anteil der Ungeimpften sogar bei 25% und bei den ambulanten Pflegediensten ist es ähnlich.

Ich kann das nicht verstehen, wie man im Medizinbereich arbeiten kann, ohne in dem Fall die Leitlinien und Empfehlungen (der Stiko und vom RKI) anzuwenden.

Hafu 15.01.2022 11:12

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1641806)
Ich kann das nicht verstehen, wie man im Medizinbereich arbeiten kann, ohne in dem Fall die Leitlinien und Empfehlungen (der Stiko und vom RKI) anzuwenden.

Ich kann es auch nicht verstehen. Und auch wenn die Bildzeitung heute drei ungeimpfte Ärzte als Aufmacher für einen Impfpflichtartikel hat, finden sich die meisten Ungeimpften statistisch betrachtet im geringer qualifizierten Bereich.
Bei uns gibt es keinen ungeimpften Arzt, wenige ungeimpfte Pflegekräfte aber relativ viele Ungeimpfte im Reinigungspersonal, der Küche und im Service-Bereich.
Wenn man für diese Gruppe aber am 15.3. Beschäftigungsverbote aussprechen würde, dann würde trotzdem -gerade in einer Phase mit erhöhter Krankmeldungsquote wegen Omicron- der Klinikbetrieb zusammenbrechen.

MFAs, bei denen es wohl auch viele Ungeimpfte gibt, sind auch schlechter ausgebildet und schlechter bezahlt als examinierte Pflegekräfte. Die Impfbereitschaft sinkt definitiv mit dem Bildungsgrad. Wer nach zwei Jahren Pandemie sich immer noch nicht impfen hat lassen, liest definitiv keine Leitlinien und auch keine Veröffentlichungen des RKI, sondern hat es sich in einer eigenen Informationsblase eingerichtet, in der die eigene Meinung regelmäßig bestätigt wird.

Moessnec 15.01.2022 11:20

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1641809)
…, liest definitiv keine Leitlinien und auch keine Veröffentlichungen des RKI, sondern hat es sich in einer eigenen Informationsblase eingerichtet, in der die eigene Meinung regelmäßig bestätigt wird.

Dem stimme ich zu. Und daran sieht man auch wieder, wie wichtig es ist, dass Einrichtungen wie Schulen, Vereine u.ä solange wie möglich offen bleiben, damit es zu einer Vermischung der Gesellschaft kommt, die mehr für Ausgleich und Information sorgen kann, als jede Zeitung.

JENS-KLEVE 15.01.2022 12:39

Zitat:

Zitat von Moessnec (Beitrag 1641811)
Dem stimme ich zu. Und daran sieht man auch wieder, wie wichtig es ist, dass Einrichtungen wie Schulen, Vereine u.ä solange wie möglich offen bleiben, damit es zu einer Vermischung der Gesellschaft kommt, die mehr für Ausgleich und Information sorgen kann, als jede Zeitung.

Dem kann ich zustimmen. In meiner 8. Klasse hatte ein Junge ernsthaft formuliert, dass er sich erstmal nicht impfen lasse, weil er auf tiktok gesehen hatte, dass man dann ein Außerirdischer werden könne. Wir haben das dann in Ruhe thematisiert, ein bisschen Gelächter war dabei wegen der Außerirdischen aber über Wirkung und Nebenwirkungen haben wir schon ernsthaft geredet und hinterher merkte er selbst wie dämlich solche Videos sind. Wichtig ist mir dabei nochmal zu betonen, dass nicht der Junge, sondern das Video dämlich ist. Wäre er aber im Distanzunterricht und würde sich alle Kommentare durchlesen, dadurch auf weitere ähnliche Videos gelangen, könnte er schnell falsch abbiegen und das Erlebte anders abspeichern. Mittlerweile ist er übrigens geimpft. Nicht, weil ich ihn unter Druck gesetzt habe, sondern weil er selbst vom Nutzen überzeugt ist. Eltern spielen in diesem Kontext höchstens eine juristische Rolle, ich arbeite an einer Hauptschule im sozialen Brennpunkt.

Übrigens ist der PCR Test von dem anderen Kind positiv. Mal gucken, welche Auflagen nun folgen.

keko# 15.01.2022 12:40

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1641806)
Ich kann das nicht verstehen, wie man im Medizinbereich arbeiten kann, ohne in dem Fall die Leitlinien und Empfehlungen (der Stiko und vom RKI) anzuwenden.

Wäre nicht also gerade deswegen eine Impfpflicht angebracht?

Ich gehe nach wie vor fest davon aus, dass sie kommen wird. Möglicherweise als Stufenplan, wie von den Grünen vorgeschlagen. Also zunächst für bestimmte Berufsgruppen oder Altersgruppen. Aber sie wird kommen, da Corona mit Omikron ja auch nicht verschwinden wird. Im Herbst kann eine neue Varianten auftauchen und dann stünde man wieder vor dem gleichen Problem. Für Omikron kommt die Diskussion natürlich zu spät.

Schwarzfahrer 15.01.2022 12:46

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1641806)
Ich kann das nicht verstehen, wie man im Medizinbereich arbeiten kann, ohne in dem Fall die Leitlinien und Empfehlungen (der Stiko und vom RKI) anzuwenden.

Wenn man mal selbst im Prozess einer Leitlinien-Erschaffung beteiligt war (wie ich bei der neuesten Neuroborreliose-Leitlinie), ist das nicht so unverständlich. Leitlinien spiegeln nicht immer Naturgesetze, sondern "Expertenmeinungen", deren Evidenzgrad oft weniger wichtig ist, als die Hierarchie der Beteiligten; da können gerne auch unbelegte Thesen zur Leitlinie werden. Ich vermute daß gerade im medizinischen Bereich diese Schwächen der Leitlinien mehr Menschen bekannt sind als sonst, und das bei vielen zu einer (nicht unbedingt begründbaren) generellen Skepsis bzgl. Leitlinien führt.
Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1641809)
...finden sich die meisten Ungeimpften statistisch betrachtet im geringer qualifizierten Bereich.

Diese Aussage kann ich weder bestätigen noch widerlegen. Ich gehe auch davon aus, daß es sicher viele Ungeimpfte im geringer qualifizierten Bereich gibt, aber auch einen relevanten Anteil gerade bei medizinisch bewanderten Menschen, auch Ärzten. Die zwei Gruppen dürften allerdings aus sehr unterschiedlichen Gründen ungeimpft sein.
QUOTE=Hafu;1641809]Bei uns gibt es keinen ungeimpften Arzt,...[/quote]Nach dem, was ich vom Medizinbetrieb mitbekommen habe (beide Eltern Ärzte), dürfte die hierarchische Struktur von deutschen Kliniken für abweichende Meinungen nicht förderlich sein, daher wird es ungeimpfte Ärzte häufiger im selbständigen, niedergelassenen Bereich finden. Die Erfahrung mit Borrreliose-Behandlung zeigt auch, daß Ärzte, die bereit sind, auch jenseits von Leitlinien sich um chronisch Kranke ("Long-Borreliose") Patienten zu kümmern, praktisch nie in Kliniken zu finden sind.


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