triathlon-szene.de |  Europas aktivstes Triathlon  Forum

triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum (https://www.triathlon-szene.de/forum/index.php)
-   Politik, Religion & Gesellschaft (https://www.triathlon-szene.de/forum/forumdisplay.php?f=30)
-   -   Corona Virus (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=47641)

NBer 12.11.2021 09:55

Zitat:

Zitat von Siebenschwein (Beitrag 1632997)
...Aber im Ernst: ich glaube, dass die Mehrheit der Ungeimpften immer noch nur eine diffuse Angst vor der Impfung haben.....

Das glaube ich nicht mehr. Ich glaube mittlerweile ist es ein psychologisches Problem. Wer seit einem Jahr Impfgegner ist, wird jetzt keine andere Meinung mehr annehmen, weil er dann ins einem Umfeld ja als "Umfaller" angesehen werden würde, als "Systemling". Eben all das, was er den Geimpften ein Jahr lang vorgeworfen hat.
Lieber das Leben, als das Ansehen verlieren. Ungeimpfte jetzt noch zu einer Impfung zu bewegen geht nur über Anreiz (zb Teilhabe am gesellschaftlichen Leben), oder Zwang.

Hafu 12.11.2021 09:59

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1632953)
Entschuldige, wenn ich da nochmal nachhake. Da habe ich den Drosten im Zeit-Interview anders verstanden - natürlich preist er die Impfung an (finde ich gut), aber ist im Gesamtblick doch ein wenig pessimistischer, oder?

Du hast recht und ich hab' das ja im Nachsatz auch eingeschränkt:

Der Satz "wir können uns rausimpfen" ist eher theoretisch gemeint im Hinblick auf die Beispiele von anderen Ländern mit deutlich besseren Impfquoten und deutlich niedrigerer Inzidenz und v.a. weniger Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern.

Praktisch erwartet das Drosten nicht (was aber auch nicht heißt, dass man nicht trotzdem Anstrengungen unternehmen sollte, um die Impflücke zu verkleinern) und die jüngste FORSA-Umfrage, belegt ja auch, dass eine großer Anteil der Nicht-Geimpften nicht mehr für Überzeugungsarbeit oder Aufklärung zugänglich ist und die Ablehnung der Impfung als Akt zivilen Ungehorsams interpretiert, mit dem man glaubt dem als übergriffigen Staat eins auswischen zu können.

Dass man in Wirklichkeit sich selbst damit gefährdet wird stabil verdrängt.

Die oben genannte Forsa-Umfrage, in der zum ersten mal in großem Umfang und repräsentativ Impfgegner befragt und analysiert wurden und dabei v.a. eine frappierend große Schnittmenge mit der AFD und anderen Parteien des rechtsextremen Spektrums gefungen wurde, war übrigens auch Thema des gestrigen Morning-Briefings von Gabor Steingart, das deshalb durchaus hörenswert war.

"Ich neige dazu, dass wir eine Impfpflicht brauchen"

Siebenschwein 12.11.2021 10:08

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 1633000)
Das glaube ich nicht mehr. Ich glaube mittlerweile ist es ein psychologisches Problem. Wer seit einem Jahr Impfgegner ist, wird jetzt keine andere Meinung mehr annehmen, weil er dann ins einem Umfeld ja als "Umfaller" angesehen werden würde, als "Systemling". Eben all das, was er den Geimpften ein Jahr lang vorgeworfen hat.
Lieber das Leben, als das Ansehen verlieren. Ungeimpfte jetzt noch zu einer Impfung zu bewegen geht nur über Anreiz (zb Teilhabe am gesellschaftlichen Leben), oder Zwang.

Tja, sicher auch eine Interpretation... eventuell sollte man drüber nachdenken, diesen Leuten eben einen gesichtswahrenden Ausweg zu zeigen.
Der Totimpfstoff ohne die kreuzgefährliche DNA-Veränderung wäre eine Variante gewesen. Hat aber irgendwie nicht geklappt.
Wenn man auf die Impfquote in Portugal schaut und weiss, warum die Leute sich dort impfen lassen, könnte man sich fast eine noch virulentere und tödlichere Virusvariante wünschen. Aber das wäre schon extrem zynisch.

TriVet 12.11.2021 10:08

Zitat:

Zitat von Siebenschwein (Beitrag 1632997)
Aber im Ernst: ich glaube, dass die Mehrheit der Ungeimpften immer noch nur eine diffuse Angst vor der Impfung haben. In dem Moment, in dem man anfängt, Druck auszuüben, wie beispielsweise durch eine Impfpflicht, wird ein geringer Teil sich impfen lassen. Der grosse Rest wird aber deutlich bockiger werden und ist dann ein-für-allemal für vernünftige Argumentation verloren. Viele werden dann eben auch in diese Blase abgleiten und auch wenn sie vorher nichts mit AfDern und Verschwörungstheorien zu tun hatten, dort damit bombardiert.
Von daher - so schön ich es fände, wenn man den "einfachen" Weg der Impfpflicht gehen wollte: es wird so nicht funktionieren.
"Freiheit heisst Einsicht in die Notwendigkeit." - aber eben nicht Zwang.


Stimme Dir komplett zu.

HaFu hatte mal ziemlich zu Beginn geschrieben, dass wir nicht genug Tote hätten und die Leute keine Fälle im direkten Umfeld erleben, das wird sich ja nun wohl ändern.
Und Angst ist ja dann vielleicht (hoffentlich?) doch eine starke Triebfeder, sich impfen zu lassen.

Hafu 12.11.2021 10:10

Zitat:

Zitat von Siebenschwein (Beitrag 1632997)
...

Aber im Ernst: ich glaube, dass die Mehrheit der Ungeimpften immer noch nur eine diffuse Angst vor der Impfung haben. ..

In unserer Klinik sind mir drei Pflegekräfte bekannt, die ich auch in diese Gruppe einstufen würde, die eine diffuse Angst vor den "neuen und noch zu wenig erforschten RNA-Impfstoffem" haben, die aber wohl bei einer Impfpflicht sich dann doch zähneknirschend impfen lassen würden.

Gemäß der oben verlinkten FORSA-Umfrage sind derartige Impfzögerer aber mittlerweile in der Minderheit. Für diese Minderheit der Impfzögerer macht eine Impfpflicht dann auch einen Sinn, da sie ihnen die allzu lange hinausgeschobene Entscheidung, was sie tun sollen einfach abnimmt.

Die große Mehrheit lässt sich ohnehin nicht mehr überzeugen und würde sich auch einer Impfpflicht verweigern. Letztlich muss man diese Menschen mit Impfpflicht (und strengen Kontrollen des Impfstatus) weitgehend vom gesellschaftlichen Leben aussperren um Infektionsketten zu unterbrechen.

El Stupido 12.11.2021 10:17

Seit Monaten der Pandemie sieht man immer wieder mal Bilder von schwerst erkrankten, die per Flugzeug verlegt werden.
In der Vergangenheit war das aus Italien, Portugal, Frankreich, Osteuropa nach Deutschland.
Ob das künftig in umgekehrter Richtung passieren wird und Deutschland wegen voller ICUs Patient*innen ausfliegen lässt nachdem andere Länder Hilfe anbieten?

Tobi F. 12.11.2021 10:28

Schon etwas länger hatte ich mich gefragt, ob Impfunwillige, durch Aktionen wie "Impfbus vor der Tür", Schnitzel für eine Spritze o.ä. motiviert werden konnten.
Bisher hatte ich immer gedacht, dass Menschen, die sich damit auseinander setzen schon wissen, wie sie die Gruppe der Impfunwilligen erreichen können.
Aber inzwischen bin ich mir da nicht mehr sicher.

Mein Gefühl inzwischen ist, dass man viel zu lange "appelliert" hat und gehofft hatte, wenn man am Ende mit der Spritze vor der Tür steht, dass die restlichen 1/3 noch mit machen.
Und das ist vielleicht ein wenig die Zeit, die uns verloren gegangen ist.

Es ist jetzt die Frage, was wird der Gesellschaft eher weh tun ?
Impfpflicht -> Aufstand der Querdenker
Keine Impfflicht -> Zusammenbruch des Gesundheits-System.

Wie üblich, von mir überspitzt formuliert ;-)

LidlRacer 12.11.2021 10:32

Jetzt Pressekonferenz von Wieler und Spahn auf Phoenix.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 19:21 Uhr.

Powered by vBulletin Version 3.6.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2024, Jelsoft Enterprises Ltd.