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pepusalt 27.05.2021 16:50

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1604083)
Ihr habt ja ein tolles Menschenbild. Klingt nach "der Mensch ist von Natur aus Böse" - und tut alles, um Mitmenschen mit dem Virus anzustecken, und hat wohl sogar noch Freude dran. Ich habe allerdings sowas in der Richtung bisher noch nie von Corona-Maßnahmen-Kritikern gehört (die verschweigen wohl diese geheimen Wünsche wohlweislich, oder?), dafür schon öfter entsprechende Wünsche für "Corona-Leugner" von der anderen Seite. In eurem Weltbild kommt sowas wie Irrtum, Fehler (auch durch gute Absicht), Kompromiss wohl kaum vor. Liegt eine solche Sicht in der Natur des Einzelnen, oder entsteht sowas erst während der Pandemie durch die übersteigerte Angst?

Ich werbe für ein anderes Menschenbild und versuche mich weitestgehenst danach zu richten, auch wenn ich an der Realität damit manchmal verzweifele.

Von den Corona-Maßnahmenkritikern und (ich unterscheide proaktiv mal etwas) über die Coronaverharmlosern bis hin zu harten Covidioten: Ja, leider, die Erfahrung zeigt, dass sich sehr schnell um nahezu alles was geht, trickreich auslegungsreich und zum teil böswillig herumgedrückt wird.
Im Sinne von egoistischen Ellenbogendenken "meinen gewohnten Urlaub lasse ich mir nicht nehmen) und im Falle der Covidioten zum Teil auch ganz aggressives '"Ist doch sogar gut wenn ich positiv bin und Dich und andere auch anstecke".
Wie gesagt, das ist nicht mein Menschenbild, aber meine graduelle exponentielle Erfahrung von Maßnahmenkritikern bis hin zu Hardcore Covidioten. und das ist leider kein Geschwurbel.

captain hook 27.05.2021 16:50

Zitat:

Zitat von JENS-KLEVE (Beitrag 1604111)
Denkt ihr, dafür wird dann der Scheiterhaufen bereitgehalten? Keine Panik. Die Kinder bekommen vorher gesagt, dass ein positives Ergebnis noch nichts zu sagen hat, sondern nur einen PCR Test beim Arzt zur Folge hat. außerdem gibt es dann feste Abläufe mit Sozialarbeiter usw.

Da ist alles organisiert. Lehrer sind ja meistens auch Pädagogen.

Ich denke gar nichts. Ich habe spekuliert, was in den Menschen vorgehen könnte. Ich hatte mal ausgeführt, dass bei uns zuhause nachgefragt hatte, wie unangenehm das in der Schule wäre und was die anderen Kinder dazu so sagen... ich erntete einen Blick wie "blöde Frage, wo soll da das Problem sein, alles easy".

LidlRacer 27.05.2021 16:51

Zitat:

Zitat von Steff1702 (Beitrag 1604112)
Saisonalität, wie letztes Jahr.

Ebenso wie bei dem kommenden Anstieg nächsten September (4. Welle, dann kannst du wieder Panik verbreiten) und dem Abfall April/Mai 22

Mir ist nicht präsent, dass die recht plötzliche Wende mit einer Wetterwende einher gegangen wäre.

Wenn wir eine 4. Welle bekommen (und davon gehe ich aus), kommt sie schon im Sommer aufgrund der indischen Variante und der kaum noch aufzuhaltenden Lockeritis.

keko# 27.05.2021 16:53

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1604116)
...
Wenn wir eine 4. Welle bekommen (und davon gehe ich aus), kommt sie schon im Sommer aufgrund der indischen Variante und der kaum noch aufzuhaltenden Lockeritis.

Wird wohl grob so ablaufen wie 2020, vermute ich.

pepusalt 27.05.2021 16:56

Zitat:

Zitat von Steff1702 (Beitrag 1604112)
Saisonalität, wie letztes Jahr.

Ebenso wie bei dem kommenden Anstieg nächsten September (4. Welle, dann kannst du wieder Panik verbreiten) und dem Abfall April/Mai 22

Dann hätte es keine Delle zwischen 2. und 3. Welle gegeben

Zitat:

Zitat von Steff1702 (Beitrag 1604112)
Unter der Voraussetzung natürlich, dass wie jetzt weitergetestet wird. Wenn geimpfte in Zukunft nicht mehr getestet werden, wird die 4. Welle natürlich kleiner

So ein hanebüchener Unsinn.
Als ob getestete Geimpfte eine Welle höhertreiben...

crazy 27.05.2021 20:18

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1604024)
Interessant - aber bitte nicht überbewerten. Es geht um eine Nachbeobachtung einer statistisch überschaubaren Gruppe über ca. 60 Tage. Hier von "lebenslang" zu sprechen ist höchst spekulativ und irreführend; nur ein Drittel wird mit Symptom persistance bis 60 Tagen notiert; danach gibt es keine Daten. Auch ist die Zahl für Dyspnea relativiert, da in der (kleinen) Kontrollgruppe es keinen gab, und damit die Vergleichsbasis dünn ist. Eine Vergleichsaufstellung zur Nachbeobachtung bei anderen Infektionskrankheiten wäre interessant, macht aber erst mal wohl keiner, Forschungsgelder dürften aktuell stark auf Covid fokussiert sein. Und die Angabe der Risikozahlen auf drei Stellen nach dem Komma ist bei der groben Genauigkeit höchst irreführend und unseriös - sollte man als Wissenschaftler nicht machen.

Da ich seit Monaten die vollständige Studienlage zu Long Covid beobachte: Nein, mit den 60 Tagen ist es nicht getan.
Im Post darüber hatte ich die Lopez-Leon Studie verlinkt, hier der Abstract

Zitat:

Zitat von deepl.com hat übersetzt
Zusammenfassung
Hintergrund. COVID-19, verursacht durch SARS-CoV-2, kann Folgeerscheinungen mit sich bringen, die Wochen bis Monate nach der anfänglichen Genesung anhalten. Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse ist es, Studien zu identifizieren, die die Langzeitfolgen von COVID-19 untersuchen und die Prävalenz der einzelnen Symptome, Zeichen oder Laborparameter von Patienten in einem Stadium nach COVID-19 zu schätzen.

Methoden. In dieser systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse wurden LitCOVID (PubMed und Medline) und Embase von zwei unabhängigen Forschern durchsucht. Studien, die vor dem 1. Januar 2021 und mit mindestens 100 Patienten veröffentlicht wurden, wurden eingeschlossen. Für Effekte, die in zwei oder mehr Studien berichtet wurden Studien berichtet wurden, wurden Meta-Analysen mit einem Random-Effects-Modell mit der MetaXL-Software durchgeführt, um die gepoolte Prävalenz mit 95% CI zu schätzen. Die Heterogenität wurde mit Hilfe der I2 Statistik bewertet.

Die PRISMA-Richtlinien wurden befolgt.

Ergebnisse. Insgesamt wurden 18.251 Publikationen identifiziert, von denen 15 die Einschlusskriterien erfüllten. Die Prävalenz von 55 Langzeiteffekten wurde geschätzt, 21 Meta-Analysen wurden durchgeführt, und 47.910 Patienten wurden eingeschlossen. Die Nachbeobachtungszeit reichte von 15 bis 110 Tage nach der Virusinfektion. Das Alter der Studienteilnehmer bewegte sich zwischen 17 und 87 Jahren. Es wurde geschätzt, dass 80% (95% CI 65-92) der Patienten, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren, ein oder mehrere Symptome entwickelten. Die fünf häufigsten Symptome waren Müdigkeit (58 %), Kopfschmerzen (44 %), Aufmerksamkeitsstörung (27 %), Haarausfall (25 %) und Dyspnoe (24 %). Um ein besseres Verständnis zu erlangen, besteht ein Bedarf an Studien, die nach Geschlecht, Alter, früheren Komorbiditäten, Schweregrad von COVID-19 (einschließlich asymptomatisch) und der Dauer jedes Symptoms.

Interpretation. Aus klinischer Sicht sind multidisziplinäre Teams entscheidend für die Entwicklung von Präventivmaßnahmen, Rehabilitationstechniken und klinische Managementstrategien mit einer ganzheitlichen Patientenperspektive zu entwickeln, die auf die Betreuung nach COVID-19 ausgerichtet sind.

Galvan-Tejada ist Teil dieser (Meta-)Studie, zur Unterstreichung meiner Argumente hatte ich es nur gesondert aufgeführt.

Generell kritisierst Du sehr gerne (und durchaus mitunter solide) Dir nicht passende Beiträge, fundierte Lösungsvorschläge sind aber recht wenige darunter, zumindest in meiner Wahrnehmung.

Schwarzfahrer 27.05.2021 20:38

Zitat:

Zitat von crazy (Beitrag 1604143)
Da ich seit Monaten die vollständige Studienlage zu Long Covid beobachte: Nein, mit den 60 Tagen ist es nicht getan.

Ich war wohl unpräzise: die erst zitierte Studie gab kein Anhaltspunkt über 60 Tage hinaus - das heißt nicht, daß danach nichts ist, aber darüber wissen wir wenig, also der Schluß "lebenslang" ist daraus nicht abzuleiten, das war alles.
Zitat:

Zitat von crazy (Beitrag 1604143)
Generell kritisierst Du sehr gerne (und durchaus mitunter solide) Dir nicht passende Beiträge, fundierte Lösungsvorschläge sind aber recht wenige darunter, zumindest in meiner Wahrnehmung.

Es ist meist nicht als Kritik, sondern als Präzisierung gemeint, weil m.M.n. eine präzisere Betrachtung meist auch die Schlußfolgerungen relativiert (besonders die allzu pauschalen). Plakative Vereinfachungen kritisiere ich auch gerne. Wo ich Ideen zum "anders machen" habe, habe ich schon öfter (auch auf Anfrage) beschrieben. Nur habe ich selten so einfache Weltrettungs-Ideen, die auf ein Bierdeckel oder in einen Satz passen - vieles von meinen Gedanken sprengt den Rahmen eines Forums.
Konkret bei diesem Thema weiß ich nicht, welche Lösung Du erwarten würdest? Langzeitfolgen von Infektionskrankheiten sehe ich als ein großes Problem, das viele Jahre von der Medizin vernachlässigt wurde, und dem ich mich in der Patientenberatung speziell zur Borreliose seit Jahren widme. Wenn Long-Covid das Bewußtsein dafür allgemein schärfen würde, und Behandlungsmethoden über Symptomlinderung hinaus erforscht werden, könnte das vielen Menschen das Leben erleichtern. Sich nur auf das verhindern der Krankheit zu fokussieren unterliegt m.M.n. zu sehr der Kontrollillusion.

deralexxx 27.05.2021 21:30

Zitat:

Zitat von crazy (Beitrag 1604143)

Generell kritisierst Du sehr gerne (und durchaus mitunter solide) Dir nicht passende Beiträge, fundierte Lösungsvorschläge sind aber recht wenige darunter, zumindest in meiner Wahrnehmung.

Da habe ich eine andere Wahrnehmung, Schwarzfahrer erörtert durchaus seine Vorschläge, auch sehr detailliert wenn danach gefragt wird. Die Vorschläge sind meist deutlich vom eingeschlagenen Weg der Politik, ich pers. finde aber in seinen Vorschlägen, immer wieder Aspekte bei denen ich denke “hm stimmt…”. Ich komme dann zwar trotzdem zu einem anderen Schluss, aber das ist eine andere Geschichte.


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