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Schwarzfahrer 30.10.2020 16:59

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1561788)
Doch, erstens Bewusstsein schaffen für die Situation, man hält automatisch etwas Abstand und verzichtet leichter auf Umarmung/Küsschen,.

Ich fürchte das Gegenteil: es dürfte das Gefühl überwiegen, daß man ja geschützt ist, und nicht mehr so auf Abstand achten muß. Und fürs Küsschen nehmen viele eh die Maske ab, weil sie stört (habe ich aus Frankreich gehört)...

Schlafschaf 30.10.2020 17:03

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1561761)
kann ich verstehen und grundsätzlich bin ich auch kein Fan von Bespitzelung und Denunziantentum.

Wahrscheinlich ist außer ein paar Bekloppten niemand Fan davon. Davor zurück schrecken jemanden auf sein Fehlverhalten hinzuweisen würde ich trotzdem nicht.

Ich kritisiere nicht gerne andere Menschen, ich mische mich nicht gerne ungefragt ein, aber für ein paar Sachen muss man sich dann halt auch mal stark machen. Fairplay beim Sport zum Beispiel. Wenn ich jemanden betrügen sehe kann ich nicht still sein.

Bei sowas wie gebrochenen Corona-Maßnahmen wäre ich auch nicht still und würde es ansprechen.
Die Experten und die Regierung haben nach bestem Wissen und Gewissen entschieden was für uns alle das Beste ist. Da können wir jetzt hier hitzig drüber diskutieren wie wir die Regeln finden. Aber das bereit keinen davon, sich an die Regeln zu halten. Es ist ja offensichtlich, dass die Regeln nur was bringen wenn alle sich dran halten. Ich finde es nicht in Ordnung wenn ich und meine Familie Opfer bringen um die Zahlen runter zu bringen und andere Menschen in unserem Umfeld unterwandern diese Bemühungen in dem sie drauf scheißen. Das ist nicht fair mir und allen anderen gegenüber die sich dran halten! Ich denke, das sollte man schon klar sagen dürfen!

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1561763)
Eine Frage dazu: es hieß ja jetzt öfter, daß die Kinder sich warm anziehen sollen, weil ja ständig/häufig gelüftet werden soll in der Schule.

Meine Tochter (3. Klasse) hat gestern eine Decke mit in die Schule genommen. Normal friert die echt nie, aber die Lehrerin nimmt das Lüften wohl richtig ernst und jetzt haben alle Kinder Decken dabei. Find ich eigentlich ganz goldig.

Trimichi 30.10.2020 17:08

Wenn man will, dass die Maßnahmen noch mehr bringen muss man a) noch blinder agieren und b) noch mehr am Menschen vorbei regieren. So erreicht man noch schneller, dass die Menschen bald keinen Bock mehr haben. Zwar steht dann der Kollaps eher bevor. Aber: er, der Kollaps, geht auch schneller wieder vorbei. Das ist ja der Trick. Das ist wie mit dem Radfahrer, der zu einer Gefahrenstelle kommt. Wie jeder weis gilt hier der Tipp die Gefahrenstelle möglichst schnell zu passieren. ;)

Ernsthaft, jeder weis doch das komplexe Problemlagen nur behördenübergreifend und interdisziplinär in den Griff zu bekommen sind. Die Entscheider sind weder überfachlich qualifiziert, noch haben sie die entsprechende (methodische) Ausbildung solche Katastrophenlagen zu koordinieren. Weder Politiker noch Virologen. Sind wir uns zumindest in diesem Punkt einig?

Womöglich wird das medizinische System sehr bald zusammenbrechen, weil die Menschen, die in Krankenhäusern arbeiten, auch nur Menschen sind und bald nicht mehr können? Lt Virologen und Politikern können die alle arbeiten bis zum Umfallen 247/365? Hinzu kommt das allgemeine Depri-Niveau, dass mit einem "Augen zu und durch" a la Söder nicht verbessert wird.

Just my two pennies.

Schwarzfahrer 30.10.2020 17:33

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1561793)
Bei sowas wie gebrochenen Corona-Maßnahmen wäre ich auch nicht still und würde es ansprechen....
Ich finde es nicht in Ordnung wenn ich und meine Familie Opfer bringen um die Zahlen runter zu bringen und andere Menschen in unserem Umfeld unterwandern diese Bemühungen in dem sie drauf scheißen. Das ist nicht fair mir und allen anderen gegenüber die sich dran halten!

Ansprechen ja, aber der Polizei melden nein. Ist eigentlich das Gleiche, wie meine Bemühungen, durch regelgerechtes Radfahren zur Verkehrssicherheit beizutragen, was durch sehr viele Rowdy-Radler häufig konterkariert wird - ich spreche die betreffenden an, aber würde nie auf die Idee kommen, sie anzuzeigen. Es wird immer Menschen geben, die sich nicht an Regeln halten, aber ihr Verhalten ist nicht speziell mir gegenüber unfair, persönlich nehme ich sowas sicher nicht. Selbst mit gutem Beispiel vorangehen - das ist das Einzige, was man als Einzelner beitragen sollte.

Hafu 30.10.2020 17:57

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1561788)
Doch, erstens Bewusstsein schaffen für die Situation, man hält automatisch etwas Abstand und verzichtet leichter auf Umarmung/Küsschen, zweitens ist bei Maskenpflicht auch Rauchverbot, weil rauchen mit Maske ja nicht geht.

Du hast natürlich recht und deshalb habe ich auch nichts gegen Maskenpflicht in Deutschland auf belebten Plätzen oder für Zuschauer bei Sportveranstaltungen. Selbst wenn es nichts bringt. Es tut keinem weh und erinnert jeden, dass wir in einer besonderen Situation sind.

Ich wollte aber im obigen Beitrag am Beispiel Spanien (in Deutschland ist es nicht viel anders) nochmal deutlich machen, dass sehr viel, was man glaubt gegen Corona zu unternehmen, am Kern des Problems vorbeigeht, keine wissenschaftliche Basis hat bezogen auf SARS-CoV2 und mehr Aktionismus ist, als echter Beitrag zur Infektionseindämmung.

Ich bin mir mittlerweile nicht sicher, ob ich nicht auch selbst den Beitrag, den die Politik bei der Pandemie in der Lage ist zu liefern, im Frühjahr überschätzt habe.
Die Zahlen vom Frühjahr haben dafür gesprochen, dass unsere Politik vieles besser gemacht hat, als manche Nachbarländer, aber möglicherweise hat Deutschland auch nur einfach mehr Glück gehabt als Frankreich, Italien und Spanien und unsere Zahlen waren besser, weil die Bilder aus den Nachbarländer uns genügend Angst gemacht haben, damit wir (also die Bevölkerung) freiwillig (eine Zeit lang) vorbildlich social distancing betrieben haben (unabhängig von irgendwelchen LockDowns oder sonstigen politischen Vorgaben).

Dafür würde auch der infektverlauf in Tschechien sprechen: die Infekt-Zahlen dort waren im Frühjahr nochmal wesentlich besser als bei uns und sind jetzt dramatisch schlechter als bei uns, ohne dass dort die Bevölkerung oder die politische Führung ausgetauscht worden wäre.

Auch in Tschechien hatte sich (wie bei uns) die politische Führung im Sommer feiern lassen, dass sie die erste Welle so perfekt gemeistert hatten (als erstes Land in Europa hatte Tschechien flächendeckend auf selbst genähten Mund-Nasenschutz gesetzt) und jetzt ist das Land das mit den höchsten infektzahlen pro 100 000 in ganz Europa.

aequitas 30.10.2020 18:09

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1561785)
Er ist auch Professor für Epidemiologie.
Was qualifiziert dich, ihn abzuqualifizieren?

Er spricht aber als Politiker und nicht als Wissenschaftler. Twitter ist darüber hinaus kein wissenschaftliches Publikationsmedium.

Mich qualifiziert hinsichtlich Covid-19 nichts. Ich bin Sozialwissenschaftler (MA) und arbeite in der freien Wirtschaft. Durch meinen Hintergrund kenne ich allerdings die wissenschaftliche Werkzeugkiste und habe die einen oder anderen Methoden-/Statistik-/KI-Skills. Damit hat mir Lauterbach einiges voraus - seine genaue Vita kenne ich allerdings nicht. Dennoch suggeriert sein Tweet einen unmittelbaren Zusammenhang von Covid-19 und Gehirnschäden. Diese Schäden können allerdings auch durch andere Virus-Infektionen verursacht werden. Der aktuell alleinige Fokus auf Covid-19 suggeriert etwas anderes. Deshalb plädiere ich dafür die Infektion und Erkrankung auch nicht zu verharmlosen, aber genauso wenig zu überdramatisieren. Mir ist durchaus die Gefährlichkeit und Virulenz bekannt, aber ich wünsche mir einen "normalen"/realistischen Umgang der auf einer angemessenen Risikoeinschätzung beruht. Derzeit kann man teilweise das Gefühl (!) haben, dass Covid-19 die derzeit gefährlichste Virusinfektion sei. Das ist in einer so einfachen Formulierung allerdings schlicht falsch.

trithos 30.10.2020 18:14

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1561793)
... Ich finde es nicht in Ordnung wenn ich und meine Familie Opfer bringen um die Zahlen runter zu bringen und andere Menschen in unserem Umfeld unterwandern diese Bemühungen in dem sie drauf scheißen. Das ist nicht fair mir und allen anderen gegenüber die sich dran halten! Ich denke, das sollte man schon klar sagen dürfen! ...

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1561797)
Ansprechen ja, aber der Polizei melden nein. … Es wird immer Menschen geben, die sich nicht an Regeln halten, aber ihr Verhalten ist nicht speziell mir gegenüber unfair, persönlich nehme ich sowas sicher nicht. Selbst mit gutem Beispiel vorangehen - das ist das Einzige, was man als Einzelner beitragen sollte.

Ich bin Schlafschafs Meinung, obwohl ich Dich, Schwarzfahrer, für Deine Einstellung ein bisschen bewundere. Aber ich gestehe, ich nehme es schon persönlich, wenn ich persönlich die Konsequenzen verantwortungslosen Verhaltens anderer tragen muss, obwohl ich und meine Familie sich an die Vorschriften halten. Das ist nämlich auch für mich und meine Familie gelegentlich unangenehm und bedeutet Einschränkungen.

Einige (wie viele auch immer, aber aus meiner Sicht jedenfalls zu viele) Corona-Maßnahmen-Geisterfahrer nehmen die gesamte Gesellschaft in Geiselhaft, das empfinde ich schon als persönlich unfair allen gegenüber, die keine Geisterfahrer sind.

dr_big 30.10.2020 18:18

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1561798)

Ich bin mir mittlerweile nicht sicher, ob ich nicht auch selbst den Beitrag, den die Politik bei der Pandemie in der Lage ist zu liefern, im Frühjahr überschätzt habe.
Die Zahlen vom Frühjahr haben dafür gesprochen, dass unsere Politik vieles besser gemacht hat, als manche Nachbarländer, aber möglicherweise hat Deutschland auch nur einfach mehr Glück gehabt als Frankreich, Italien und Spanien und unsere Zahlen waren besser, weil die Bilder aus den Nachbarländer uns genügend Angst gemacht haben, damit wir (also die Bevölkerung) freiwillig (eine Zeit lang) vorbildlich social distancing betrieben haben (unabhängig von irgendwelchen LockDowns oder sonstigen politischen Vorgaben).

Ich glaube nach wie vor, dass die Kultur einen wesentlichen Beitrag hat. In Italien, Frankreich, Spanien ist es ganz normal, jede Woche die gesamte Familie inkl. Ur-Oma zu treffen. In Deutschland sind die Familienkontakte viel geringer. Dadurch sind in der ersten Welle in Deutschland weniger ältere Menschen infiziert worden und somit weniger Todesfälle entstanden.

Nach dem Sommerurlaub ist es in D oft üblich, dass man last minute zurückkehrt und am nächsten Tag wieder arbeiten geht. Die Familie trifft man dann irgendwann wenn gerade Zeit ist. Spanier treffen sich nach dem Urlaub gleich mit der ganzen Familie (wenn sie nicht ohnehin zusammen am Urlaubsort waren) und erzählen sich wie toll der Urlaub war. Dadurch sind die Infektionsraten in Spanien (und andern Ländern) nach der Urlaubszeit viel schneller gestiegen als in D, wo man auf der Arbeit erstmal nach Infektionsschutzkonzepten halbwegs geschützt ist.

Der Vorteil unserer Politiker ist einfach, dass wir aufgrund o.g. Eigenheiten immer etwas später dran sind als die Nachbarländer. Dass unsere Politik die bessere ist würde ich aber nicht sagen. Also im Endeffekt doch wieder soetwas wie Glück.


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