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Mikala 15.10.2020 07:37

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1558179)
Hätte auch die Bevölkerung auf Drosten gehört, dann wären die Corona-Zahlen nicht so hoch.

Das sehe ich auch so.
Auch in meiner Familie gab es in diesem Jahr regelmäßig Diskussionen über die Kontaktverbote.
Meine Mutter wollte sich im Juni nicht an die Begrenzung halten, aber meine Tochter, die im OP arbeitet, hat ihr gesagt, sie kommt nicht, weil sie sich an die Auflagen halten muss.
Bei einer Begrenzung auf zwei Haushalte bedeutet das für mich, ich werde meine beiden Töchter nicht gleichzeitig treffen dürfen.
Wenn wir Krisengebiet bleiben, kann mein Große Weihnachten nicht kommen, weil sie sonst in Quarantäne muss (unbezahlt).

Das sind keine schönen Aussichten, aber wir werden uns an die Auflagen halten. Punkt.
Liegt vielleicht auch daran, dass meine Kleine im Krankenhaus arbeitet und wir genau wissen, dass wir Personalprobleme haben und wir nicht die Gesundheit dieser Menschen gefährden wollen.

Meine Corona App hat mir mitgeteilt, dass ich in den letzten zwei Wochen drei kurze Kontakte mit anschließend positiv getesteten hat.
Ich werde für mich persönlich alle Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Gegen Grippe und Pneumokokken bin ich schon geimpft und ich trage die Maske schon lange freiwillig an Plätzchen, wo zu viele Menschen unterwegs sind.

Bleibt alle Gesund
:Huhu:

Schlafschaf 15.10.2020 07:38

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1558101)
...und ein Impfstoff nur Science Fiction Geschwafeln ist, dann kann man sich die nächsten 7 Jahre locker 3 mal anstecken - also Herdenimmunität fällt auch aus. Derzeit sind die Einschläge hauptsächlich in den Heimen zu vernehmen, irgentwann wird das Virus in der eigenen Straße zum Ausdünnen beginnen.

Puhh, das hört sich aber schon arg dramatisch an. Aktuell sind die Zahlen die wir abwenden wollen 50 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner. Da muss man schon Pech haben überhaupt mal einen davon zu treffen wenn man sich ein wenig an die Regeln hält. und dann ist man noch lange nicht gestorben. Von einem Ausdünnen in den Straßen zu sprechen halte ich für Panikmache!

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1558102)
Jain. Es gibt sicherlich Optionen, die sich juristisch/moralisch "verbieten". Einen Lockdown wie in Spanien halte ich für undemokratisch

Für mich heißt Demokratie hauptsächlich, dass wir Leute wählen die dann den Laden für uns (in unserem Sinne) schmeißen. Natürlich wurde da keiner explizit gewählt um die Pandemie zu managen. So ist es halt für die Politiker etwas schwer zu sagen was die Menge nun eigentlich will. Ich als Wähler hätte gerne, dass die Politiker sich eingestehen keine Ahnung von einer Pandemie zu haben und Experten fragen was sie machen sollen. Wenn dann ein Lockdown bei raus kommt würde ich ehrlich gesagt genervt mit den Zähnen knirschen aber darauf vertrauen das die Maßnahme wohl nötig ist. In meinem Umfeld sehen das wohl die meisten so, daher sehe ich jetzt auch keine Diktatur. Demokratie bedeutet für die Politiker auch, sich bei der nächsten Wahl für ihre Handlungen die Quittung zu holen. Von mir gibt es für Angi mal wieder "Daumen hoch"!


Zitat:

Zitat von ironmansub10h (Beitrag 1558147)
Damals hatte man andere Ausgangslagen, weniger Testungen beimähmlichen Infektionszahlen. Nun mehr Testungen und gleiche Zahlen. Finde den Fehler!
Mir ist wurscht, treffe kaum mehr als 5 Leute gleichzeitig. Dennoch würde ich dafür sanktioniert, würde ich nicht bezahlen somdern es absitzen. Ich hoffe in D wird es langsam mehr ungehorsameree Bürger geben. Vielleicht wirds dann verhältnismässiger der wirrwarr.

Das halte ich für undemokratisch. Gegen was soll man denn da ungehorsam sein? Ungehorsam gegen Regeln wie wir uns selbst gemacht haben sind meiner Meinung nach völlig daneben. Über sowas kann man in einer Diktatur nachdenken, aber nicht so lange von uns gewählte Politiker in Absprache mit Experten Maßnahmen ausdenken die einem persönlich nicht gefallen.
Demokratie heißt für mich auch hinzunehmen, wenn meine Meinung überstimmt wurde.

Zitat:

Zitat von ironmansub10h (Beitrag 1558164)
Ich bin keiner der Querdenker, die jucken mich nicht. Aber Realist und schau mich um mich herum um. Sag mir einer, was die Verwirrung löst. Nix. Und ich stelle fest, dass es komischerweise keine Norofälle, kaum Grippe, kaum MrSA Fälle bei uns im Klinikum gibt. Seltsam oder ?

Ah cool, das hab ich gestern gegoogelt aber nix dazu gefunden. Ich hatte mich nämlich schon gefragt ob die Grippe usw nicht auch deutlich weniger werden müsste durch die ganzen Maßnahmen. Das ist doch die beste Bestätigung das es hilft. Aber dann frage ich mich ja wieso wir manche Maßnahmen nicht für alle Zeiten lassen, denn scheinbar retten die auch ohne Corona Leben!
Maske beim Einkaufen und Hände desinfizierten vorm Einkaufswagen anfassen würde ich notfalls auch dauerhaft überleben. Wir haben im Ort einen Lidl der genau neben einem Seniorenwohnheim ist, da ist der Altersschnitt echt hoch beim Einkaufen. Glaub dort wäre das dauerhaft echt keine schlechte Sache.

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1558174)


Geil, wie im 3. Reich!
Gängelung bis ins Private.
Was kommt als nächstes?

Witzig wie du dich im Umweltfaden als Weltverbesserer aufspielst und hier ist davon nix mehr zu sehen. Da sollst du dir ein bisschen Stoff vor den Mund klemmen beim Einkaufen, damit das Risiko für ALLE reduziert wird sich anzustecken und es kommen Vergleiche mit dem dritten Reich und Diktatur?

Deine Reaktion ist purer Egoismus! Wieso verwundert mich das jetzt nicht?

Matthias75 15.10.2020 08:36

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1558074)
Wobei kleine Kinder im Haushalt (die 'ne Kita oder Kindergarten besuchen) sicher die Ausnahme sind, wie man auch trotz selbst perfekt eingehaltenen Hygieneregeln immer noch Erkältungs-infekte bekommen kann, denn zu Hause in der Familie praktiziert man natürlich kein social distancing.:Blumen:

Klar, aktuell kommen noch alle anderen Hygienemassnahmen (Homeoffice seit März, Maske etc.) dazu. Allerdings habe ich auch sonst die Luxus eines Einzelbüros, fahre kaum S-Bahn und die größte Menschenmenge, in der ich mich bewege ist die Schlange in der Kantine :Huhu: .

Den Kindergarten sehe ich unter normalen Umständen (vor Corona) schon als Verbreitungsherd für Infektionskrankheiten, da viele Eltern ihre Kinder trotz Schnupfen, Husten oder Schlimmerem in den Kindergarten bringen ("Gestern Abend noch übergeben und Fieber, aber heute morgen geht's ihm schon besser"). Die Liste der Krankheiten, die am Eingang aufgeführt ist ("heute im Angebot") liest sich häufig wie das Inhaltsverzeichnis eines Buches über Kinderkrankheiten. Im Kindergarten wird dann naturgemäß wenig Abstand gehalten und beim Abholen bekommen die Eltern erstmal einen feuchten Schmatz auf die Backe.

Gut, aber das ist in Corona-Zeiten auch besser geworden. Das Personal im Kindergarten traut sich jetzt sicher eher mal, ein Kind wieder nach hause zu schicken und die Eltern achten vielleicht auch mehr darauf.

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1558095)
Statt dich an mir abzuarbeiten, könntest du auch etwas zur Diskussion beitragen.

Ich halte einen Lockdown für kein (!) demokratisches Mittel. In einer demokratischen Debatte sollten allerdings alle Argumente abgewogen werden und darauf aufbauend Maßnahmen beschlossen werden. Der Weg über das BverfG, das danach über die Non-Konformität entscheiden könnte, halte ich für illiberal. Natürlich können Gerichte nachträglich Entscheidungen kassieren, aber, wie bspw. im Fall Scheuer, sollte man es nicht darauf ankommen lassen, sondern eine solche Abwägung möglichst vorher vornehmen. Ich als Nicht-Jurist hätte jedoch meine Zweifel an einem neuerlichen allgemeinen und unspezifischen Lockdown.

Ich halte einen Lockdown weder für demokratisch noch undemokratisch. Es ist eine Massnahme. Die Frage ist, ob der Lockdown auf demokratischen oder undemokratischen Weg beschlossen wurde.

Wenn unsere demokratisch gewählte Regierung unter Abwägung aller Argumente einen Lockdown für erforderlich hält, ist das aus meiner Sicht eine demokratische Entscheidung. Gegen diese kann man, wenn sie einem nicht passt, für Gericht klagen. Ich sehe hier nirgends eine Einschränkung der Demokratie.

Gegebenenfalls liegt, wie schon öfter diskutiert, eine Einschränkung der Grundrechte vor. Ob diese angemessen ist, kann man dann auch vor Gericht klären lassen.

M.

FinP 15.10.2020 09:07

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1558192)
Ah cool, das hab ich gestern gegoogelt aber nix dazu gefunden. Ich hatte mich nämlich schon gefragt ob die Grippe usw nicht auch deutlich weniger werden müsste durch die ganzen Maßnahmen. Das ist doch die beste Bestätigung das es hilft. Aber dann frage ich mich ja wieso wir manche Maßnahmen nicht für alle Zeiten lassen, denn scheinbar retten die auch ohne Corona Leben!
Maske beim Einkaufen und Hände desinfizierten vorm Einkaufswagen anfassen würde ich notfalls auch dauerhaft überleben. Wir haben im Ort einen Lidl der genau neben einem Seniorenwohnheim ist, da ist der Altersschnitt echt hoch beim Einkaufen. Glaub dort wäre das dauerhaft echt keine schlechte Sache.

Habe hier auf das Landesgesundheitsamt verlinkt.

MattF 15.10.2020 09:28

Zitat:

Zitat von ironmansub10h (Beitrag 1558164)
Ich bin keiner der Querdenker, die jucken mich nicht. Aber Realist und schau mich um mich herum um. Sag mir einer, was die Verwirrung löst. Nix. Und ich stelle fest, dass es komischerweise keine Norofälle, kaum Grippe, kaum MrSA Fälle bei uns im Klinikum gibt. Seltsam oder ?

Die Massnahmen funktionieren, schaffen wir sie ab.


:Maso: :Maso:

Schwarzfahrer 15.10.2020 09:51

Zitat:

Zitat von Thorsten (Beitrag 1558156)
Ich sehe momentan keine Chance, dass die Kombination von aktuell bestehenden Maßnahmen/Einschränkungen und Befolgungsgrad noch was ausrichten/verhindern/begrenzen kann.

Diese Ansicht teile ich. Möglicherweise gehen die Ansichten aber darüber auseinander, was das größere Problem ist. Ich denke, da der Befolgungsgrad insgesamt relativ gut is (s. auch Umfragen zu den Zustimmungswerten zu den Maßnahmen), und nur eine Minderheit durch übertrieben sorgloses Verhalten die Cluster provoziert, ist das Hauptproblem die Art der Maßnahmen, konkret die mangelnde Fokussierung auf die wirklich großen Effekte. Das legt auch die durchgängig (über viele Länder beobachtbare) mäßige Korrelation von Maßnahmen und Infektionsentwicklung nahe.
Zitat:

Zitat von Thorsten (Beitrag 1558156)
Da sich der Befolgungsgrad in den letzten Wochen trotz absehbarer Anstiege wohl nicht großartig geändert hat, scheinen stärkere Einschränkungen in meinen Augen der Hebel zu sein, den man ansetzen muss.

Diese Logik teile ich nicht. Eine Verschärfung der im Wesentlichen gleichen, unspezifischen Maßnahmen wird den Befolgungsgrad höchstens minimal erhöhen können (wenn nich gar bei einigen senken), und die speziellen Cluster-Herde werden dadurch weiterhin nur minimal beeinflusst. Es erinnert mich an das sprichwörtliche "totes Pferd weiter reiten", auch wenn dieses Pferd zwar nicht tot, aber offenbar ziemlich lahm ist. Richtig wäre es, ein besseres Pferd zu suchen, statt zu versuchen, das lahme zu prügeln. Darunter verstehe ich weniger "Gießkannen"-Maßnahmen und mehr konkrete, gezielte. Aber offenbar fällt so ein Schritt den Verantwortlichen schwer, da es ein Eingeständnis wäre, daß man weniger Einfluß auf die Pandmie hat, als man die ganze Zeit vermittelt hat.

keko# 15.10.2020 09:52

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1558203)
Die Massnahmen funktionieren, schaffen wir sie ab.


:Maso: :Maso:

Gestern habe ich gelesen, dass das Geld, das in Corona gesteckt wird, an anderer Stelle bereits fehlt und die Sterblichkeit steigt. Ich glaube, es ging um Indien und Lungenkrankheiten. Ebenso Hunger und Armut in Afrika. Die Milliarden und Billionen, die Corona die EU kosten, werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Folgen haben. Ein weiterer Lockdown in diesem Winter, auf den wir aus meiner Sicht so gemächlich hinzusteuern, wird unsere Wirtschaft wohl gemächlich gegen die Wand fahren. Derweil hört man, dass sich China bereits erholt. Ich persönlich vermute, dass erst folgende Generationen eine Bilanz ziehen werden können. Entsprechend mache ich gerade auch keinem der Entscheider einen echten Vorwurf. Wenn nach über 6 Monaten die Zahlen wieder rasant steigen, zeigt das, dass die vielen Maßnahmen kein echtes Gegenmittel sind und es auch kein echtes gibt. Soweit ich mich erinnere, hat das unsere politische Führung i.F.v. Frau Merkel anfangs auch so kommuniziert.

Estebban 15.10.2020 10:01

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1558206)
Gestern habe ich gelesen, dass das Geld, das in Corona gesteckt wird, an anderer Stelle bereits fehlt und die Sterblichkeit steigt. Ich glaube, es ging um Indien und Lungenkrankheiten. Ebenso Hunger und Armut in Afrika. Die Milliarden und Billionen, die Corona die EU kosten, werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Folgen haben. Ein weiterer Lockdown in diesem Winter, auf den wir aus meiner Sicht so gemächlich hinzusteuern, wird unsere Wirtschaft wohl gemächlich gegen die Wand fahren. Derweil hört man, dass sich China bereits erholt. Ich persönlich vermute, dass erst folgende Generationen eine Bilanz ziehen werden können. Entsprechend mache ich gerade auch keinem der Entscheider einen echten Vorwurf. Wenn nach über 6 Monaten die Zahlen wieder rasant steigen, zeigt das, dass die vielen Maßnahmen kein echtes Gegenmittel sind und es auch kein echtes gibt. Soweit ich mich erinnere, hat das unsere politische Führung i.F.v. Frau Merkel anfangs auch so kommuniziert.

In Deutschland fehlt aktuell kein Cent. Die letzten Jahre „schwarze Null“ - Doktrin haben hier geholfen. Der Schuldenstand steigt aktuell natürlich und es wird wohl darauf hinauslaufen, dass es nicht nur auf Jahre sondern auf Jahrzehnte keine Zinsen mehr geben wird. Mit entsprechender Inflation kommt man aus dem Tal in D relativ entspannt raus (Financial repression) - die Zeche zahlt halt der Sparer mit Fokus auf zinspapiere statt auf Sachwerte.
Das ganze sieht natürlich anders aus in Ländern, die schon ein Maximum an Verschuldung erreicht haben.

Gerade das Beispiel China zeigt für mich wieder, dass das Gedankenspiel eines schnellen echten lockdowns nicht einfach so weggewischt werden sollte. Rein volkswirtschaftlich glaube ich, dass bspw 6 Wochen harte Ausgangssperre inkl. geschlossener Grenzen, mit dann wieder Neueröffnung, nachdem alle Cluster ausgemerzt wurden, die effizientere Variante ist im Vergleich zu 5-6 Monaten halbgas.
Das ist wie gesagt rein durch die VWL Brille gedacht - als Gegenpol zu „ein lockdown zerstört die Wirtschaft“.
Aber solange es dafür keine politische Mehrheit gibt, bleibt das ein Modell um welches sich Wissenschaftler Gedanken machen können...


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