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BananeToWin 17.08.2020 11:31

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1547607)
Bei (Verschwörungs-)Nazis vielleicht, aber nicht bei richtigen Menschen !
Bei denen bist du mit dem Titel eigentlich so gut wie für immer unten durch ... :Huhu:

Sollte dem so sein, dann sagt das mehr über die "richtigen Menschen" aus als über die Covidioten.

Estebban 17.08.2020 12:18

Auch eine spannende „Diskussionskultur“. Man plärrt irgendwas ins Internet und noch bevor irgendjemand was erwidern kann, erregt man sich darüber, dass jede Kritik ja an der eigenen Position ja vollkommen überzogen ist und beleidigend. Chapeau!

Erinnert schwer an die Cancel Culture Debatte um Lisa Eckhardt, die wegen ihrer antisemitischen Ergüsse so dermaßen weggecancelt wurde, dass sie jetzt seitenfüllende Interviews in jeder Tageszeitung gibt..

Und ja, natürlich können Grundrechte eingeschränkt werden durch Gesetze, in dem Fall das Infektionsschutzgesetz. Wenn’s dir nicht passt, gibts in Karlsruhe ein paar Richter, die sich das Thema gerne anschauen.

Bleierpel 17.08.2020 12:36

Zitat:

Zitat von Mikala (Beitrag 1547591)
Was ist daran nicht zu verstehen ?
Ein neuer Test kann in einer Woche positiv sein.
Bei Kontakt mit Infizierten dürfen wir schon seit März nicht in die Firma kommen und müssen in Quarantäne. Das ist doch nichts Neues.

Unsere Firma hat angeordnet, dass alle Urlaubsrückkehrer aus Risiko-Gebieten 14 Tage das Firmengelände nicht betreten dürfen, auch wenn am Flughafen ein Test negativ ausfiel.
Das betrifft z.B. die Spanienurlauber.

Für mich ist damit endgültig klar, in diesem Jahr geht es nicht ins Ausland.

Dann ist es, wie meist, offensichtlich eine Frage der Kommunikation. Ich war bislang immer davon ausgegangen, daß man nach einem negativen Test sich, wenn auch mit Schutzmaßnahmen, wieder unter die Leute begeben darf.


Was deine Firma macht ist übrigens sehr verantwortungsvoll! Chapeau!!


Zitat:

Zitat von dasgehtschneller (Beitrag 1547597)
Das Problem mit den Tests ist dass sie meist erst nach einer Woche ein positives Resultat zeigen. Man kann sich also nicht darauf verlassen was übrigens auch für die Tests an Flughäfen usw. gilt.


Was bedeutet die Einschränkung 'meist'? Manchmal ja, manchmal nein? Kommt auf den Testhersteller an? Oder die Luftfeuchtigkeit? Oder den Tester? Oder... oder ... oder...


Die Konzepte / Regelungen / Bestimmungen, die wir haben, sind dach, abseits der Firmenebenen, von 'Oben', also der bzw den (Landes-)Regierung(en) vorgegeben. Das es ein Sommerferienende gibt, war offensichtlich vollkommen unerwartet und zu plötzlich (siehe Bayern (Stift und Papier),siehe Flughäfen (zu wenig Kapa, um 23 Uhr ist Schicht, geh doch morgen zu Arzt...).

Hätte man sicherlich anders regeln können, ja müssen.

Ok, man kommt fast immer schlauer vom Rathaus, als man hin gegangen ist. Aber bei so einem Szenario, welches zudem schon 2012 detailiert beschrieben wurde, stellt sich doch die Frage: warum hat man nicht...


So genug gelästert / geheult. Weiter geht's... Home Office ;)

Triasven 17.08.2020 12:42

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1547612)
Auch eine spannende „Diskussionskultur“. Man plärrt irgendwas ins Internet und noch bevor irgendjemand was erwidern kann, erregt man sich darüber, dass jede Kritik ja an der eigenen Position ja vollkommen überzogen ist und beleidigend. Chapeau!
.


Ich finde auch, dass Mikala und FinP für diesen speziellen Fall nicht einfach losplärren sollten:
„Grundrechtseinschränkungen Wären halt so und durch das Infektionsschutzgesetz gedeckelt.“

Ich finde, sie sollten schon die gesetzliche Grundlage benennen, die eine Quarantäne trotz aktuellem negativem Test begründet.
Auch u.a. unter dem Aspekt der Gleichbehandlung.

In dem Köpenicker Gymnasium z. B. hatte sich ein Lehrer infiziert, die Schule wurde letzten Donnerstag geschlossen, bis zum Freitag wurden alle Lehrer und die betroffenen Schüler getestet. Am Freitag lagen die Ergebnisse vor (alle negativ) und die Schule wurde umgehend wieder geöffnet.

Da gab es keine Pufferfrist von einer Woche und auch keinen 2. Nachtest

MattF 17.08.2020 12:51

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1547617)
Da gab es keine Pufferfrist von einer Woche und auch keinen 2. Nachtest


Das ist halt eine Frage von Wahrscheinlichkeiten, wie sicher will man sein, dass sich sonst niemand bei dem Lehrer angesteckt hat.
Will man 100% Wahrscheinlichkeit, dass keiner, dann müsste man die Schule 14 Tage in Quarantäne lassen und nachtesten.

So ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand angesteckt hat gegeben, die zuständigen Stellen meinen aber wohl trotzdem sehr gering.

Das ist die berühmt Abwägung.

Zumindest 1 mal testen ist immer noch sicherer als gar nicht testen.

Cogi Tatum 17.08.2020 12:51

Zitat:

Zitat von BananeToWin (Beitrag 1547599)
Ich verzichte gerne auf mein im Grundrecht garantiertes Recht auf Bewegungsfreiheit. Schön, dass das eine mir unbekannte Person im Gesundheitsamt einfach mal so entscheiden darf, ob ich trotz negativem Test die nächsten 2 Wochen meine Termine nicht mehr wahrnehmen kann.

Lassen wir uns von der Angst vor diesem Virus wirklich unser komplettes Wertesystem nehmen?

Wenn man sich jetzt einmal um nüchterne Sachlichkeit bemüht:
Der Entscheider (Bleierpel schrieb vom Ordnungsamt, Banane ToWin vom Gesundheitsamt) wird ja in der Praxis seine Entscheidung in Schriftform bekanntgeben und mit Rechtsgrundlage, Rechtsbehelfsbelehrung und einem "Im Auftrag" und mit einem Namen darunter überreichen.

Folglich ist er kein Unbekannter. Und einen Vorgesetzen hat er auch (den kann man ja auch mal fragen wenn er erreichbar ist).
Ich sehe da grundsätzlich noch keine Gefährdung unseres Wertesystem.

qbz 17.08.2020 12:58

Zitat:

Zitat von BananeToWin (Beitrag 1547606)
Und wir wollen, dass das Grundrecht diese Schranken hat? Ich sage dazu ganz klar nein! Wenn strafrechtlich gegen mich ein Verdacht vorliegt und ich meiner Freiheit beraubt werde, dann gibt es ganz strenge Regelungen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie der Freiheitsentzug abzulaufen hat.

Bei der Quarantäne für Kontaktpersonen, noch dazu unter Umständen mit negativem Test, ist das alles völlig schwammig, basierend auf Verordnungen oder auch nicht. Das ist nicht meine Vorstellung von Rechtsstaat. Ich erachte es als dringenst notwendig, dass wir darüber endlich diskutieren und das Ergebnis demokratisch in Gesetze gießen.

Ich will keine halbgaren Verordnungen ohne Zustimmung von Parlamenten, die noch halbgarer von "Quereinsteigern" (von denen ich einer sein könnte, hätte ich mich als nicht-klinisch tätiger Arzt beim Gesundheitsamt als Unterstützung gemeldet) umgesetzt werden. Deutscher Bürokratismus und Behördenwillkür gibt´s schon genug und es reicht, wenn man sich damit bei der Autozulassung rumärgert. Dass das ganze aber auch noch auf meine persönlichen Freiheitsrechte ausgeweitet wird, dagegen muss ich meine Stimme erheben.

Alle Rechtsverordnungen zur Quarantäne der Bundesländer basieren auf dem Infektionsschutzgesetz, das 2000 vom Bundestag verabschiedetet wurde und sind sehr kurz befristet (bis Oktober 2020) Und es gab in allen Bundesländern Leute, die z.B. gegen die Quarantäne Anordnung nach Reisen in bestimmte Länder vor den Verwaltungsgerichten geklagt hatten. Sie taten das teilweise auch schon vor der Abreise, prophylaktisch. Als eines von vielen Beispielen hier eine Entscheidung aus Berlin, noch aus dem Juni 2020:
quarantaene-nicht-generell-einreise-drittstaat-gericht-berlin.

Was man villeicht auch bedenken sollte: Ohne die Arbeit der Gesundheitsämter, auf die Du gerade schimpfst, wäre die Pandemie in DE niemals so gut eingegrenzt worden. Dass sie Hilfskräfte einstellen und anlernen mussten, kann man ihnen kaum zum Vorwurf machen, weil sie personell einfach unterbesetzt und überlastet sind. Z.B. mussten sie in Berlin in diesem Jahr wegen Covid-19 auf die Eingangsschuluntersuchung aller Kinder verzichten. Das war sonst eine Gelegenheit, wo wenigstens einmal alle Kinder einem Arzt vorgestellt wurden, der evtl. dann spezielle Förderungen anregen konnte.

Zwei junge Studentinnen von Bekannten, welche im europäischen Ausland studieren, hielten z.B. schon zu Beginn der Pandemie bei ihrer vorzeitigen Rückkehr nach DE freiwillig für 2 Wochen eine Quarantäne ein, was ich sehr verantwortungsvoll fand. Wenn Du umgekehrt im andern Kommentar von Terminen sprichst, die Du nach einer Reiserückkehr auf keinen Fall "sausen lassen willst", handelt es sich doch sicher um Kontakte mit Menschen. Letztlich verbreitet sich aber Covid-19 halt genau darüber. Ob Reiserückkehrer im Ausland Kontakt zu Menschen hatten, die evtl. an Covid-19 erkranken, wissen die hiesigen Gesundheitsämter nie, während sie in DE die konkreten Infektionsketten versuchen, zu unterbrechen. Aus diesem Grund muss dann eben im ersten Fall eine pauschale Regelung erfolgen, will man das Einbringen des Virus verhindern, denke ich.

keko# 17.08.2020 13:36

Zitat:

Zitat von BananeToWin (Beitrag 1547599)
...

Lassen wir uns von der Angst vor diesem Virus wirklich unser komplettes Wertesystem nehmen?

Obwohl ich mich an die Vorgaben halte, finde ich manches schon bemerkenswert. So sagte Minister Spahn heute früh in einem Interview, dass man aufgrund der aktuellen Entwicklungen darüber nachdenken sollte, wie man zukünftig mit Feierlichkeiten und privaten Festen umgeht (so sinngemäß). Auch muss man scheinbar gerade tagesaktuell überprüfen, ob die Fahrt ins Ausland möglich ist oder mit welchen Restriktionen sie verbunden ist. Dieses nachvollziehbare "wir fahren auf Sicht" hat in meinen Augen auch etwas Willkürliches.


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