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uruman 12.10.2017 12:49

ich finde dass die beste Bild-Aufnahme von dir dein Profil-Bild ist :cool:

Ich habe keine Ahnung ( nix Trainer ,nicht ExSchwimmer, nix schnell , nix fleißig ) aber alles was macaio schreibt , hörst sich sehr professionell und gekonnt aus , Jetzt hast du ein Trainer !!! :Cheese:

Mirko 12.10.2017 14:14

Zitat:

Zitat von uruman (Beitrag 1334452)
alles was macaio schreibt , hörst sich sehr professionell und gekonnt aus , Jetzt hast du ein trainer

Es gibt sogar Leute, die bezahlen macoio dafür. Vielleicht hätt ich auch besser einen Blog angefangen. Das scheint die billigere Variante zu sein :Huhu:

schnodo 12.10.2017 14:52

Zuerst, macoio, danke für die ausführliche Antwort! :Blumen:

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334423)
und du könntest bei der vorerst nochmal 1, 2 Monate in die Wasserlage investieren, der würde ich nur eine 2- geben

Eine 2- ist ziemlich nett benotet. :Lachen2:

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334423)
Wie weit kommst du mit vom Beckenrand abstoßen und ausgleiten bis zum Stillstand?

Was gilt denn da? Hände oder Füße? Ich habe es heute mal getestet. Ich lande mit den Händen zwischen 12 und 15 Meter. Die meisten Versuche - halbwegs locker ausgeführt - bringen mich auf 13 m. 12 m werden es wenn ich schlampig und hastig bin, 15 m mit viel Anstrengung beim Abstoßen, maximaler Anspannung und unangenehm lange Luft anhalten.

Ich glaube, ich weiß durch die TI-Grundausbildung prinzipiell, wie ich eine gute Wasserlage herbeiführe. Ich kann mich problemlos streamline aufs Wasser legen, so dass von den Händen bis zu den Füßen alles an der Luft ist. Mein Problem ist, dass sich das nicht sehr gut aufs Schwimmen überträgt, was vermutlich auch einiges mit mäßiger Körperspannung zu tun hat.

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334423)
Hauptserien regelmäßig mit Pullbuoy schwimmen, und zwar kein kleiner sondern mindestens ein Arena Pullkick, besser noch der Malmsten aus Hartplastik oder Selbstbau mit 2 1.5l-PET-Flaschen, Zwischenstück und Panzertape. Dabei darauf achten sich vom Pullbuoy nicht ins Hohlkreuz drücken zu lassen. Viele werden behaupten das ist schlecht für die Wasserlage viel Pullbuoy zu schwimmen, ich behaupte das Gegenteil, man gewöhnt sich daran wie der Körper liegen sollte und versucht das dann hinterher ohne Pullbuoy auch zu reproduzieren.

Ich habe einen Pull Buoy von Beco, der für mein Empfinden ein ziemlicher Trümmer ist und die Kiste gut an die Oberfläche bringt. Ich nutze den auch sehr oft, nachdem ich mich vom Total-Immersion-Mantra, man solle keine Krücken benutzen, verabschiedet habe. Ich sehe es wie Du, dass mir der Pull Buoy dabei hilft, die richtige Position zu erspüren und mich daran zu gewöhnen.

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334423)
eventuell wäre ein Versuch lohnenswert die Drehung mehr auf den Oberkörper zu beschränken, dafür mit Pullbuoy senkrecht schwimmen so das du am Pullbuoy einen Wasserwiderstand spürst sobald die Beine mitrotieren und halt versuchen aus der Hüfte nur den Oberkörper zu drehen.

Das habe ich jetzt nicht ganz verstanden. Was meinst Du mit "Pullbuoy senkrecht"? Dass ich gar nicht um die Längsache der Beine rotieren soll? Mir ist nicht ganz klar, wie ich am Pullbuoy einen Wasserwiderstand spüren soll.

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334423)
Auch Pullbuoyschwimmen mit Fußgelenksband ist gut für die Wasserlage, da lernt man stabil zu bleiben ohne Beinschlag nutzen zu können, infolgedessen man weniger davon braucht um sich flach im Wasser auszubalancieren.

Bei der Übung ist mein Problem, dass ich keine Vorstellung davon habe, wie ich der unerwünschten Bewegung entgegenwirken kann. Meistens verwinde ich mich nur noch mehr und es bringt gar nix. Vielleicht hast Du einen Tipp, wie ich mich da herantasten kann.

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334423)
Lange Rede kurzer Sinn, ich denke du könntest ohne Techniktraining (bzw. Anteil unter 20% senken oder ins Einschwimmen verbannen) wenn du 2-3 Monate hauptsächlich im CSS-Bereich und noch schneller bis hin zu USRPT ballerst, die CSS auf Werte um die 1:45 verbessern, dann wäre Technik und Fitness ausgewogen und du könntest mit einem kombinierten Ansatz fortsetzen.

Du hast richtig vermutet, dass ich einen Großteil meiner Zeit mit Fokus auf die Technik verbringe. Das möchte ich allerdings auch zumindest in den nächsten Monaten so beizubehalten.

Lass es mich erläutern: Ich hatte vor einigen Jahren in der linken Schulter ein Impingement-Syndrom, mit dem ich ein Vierteljahr zu tun hatte. Die linke Schulter und meine Nackenwirbelsäule machen mir immer mal wieder zu schaffen, wenn ich versuche, über lange Distanzen schnell oder mit viel Druck zu schwimmen. Ich führe das darauf zurück, dass ich dann keine Kontrolle mehr über meine Zugmechanik mehr habe (ich fühle förmlich wie die Technik zerbröselt) und genau in der Art und Weise ziehe, die mir seinerzeit die Probleme mit der Schulter eingebracht hat.

Deswegen habe ich mich entschlossen - zumal keine Wettkämpfe anstehen, wo es mir auf Zeiten ankäme - zuerst meine Technik soweit in Ordnung zu bringen, dass ich mir dann auch mit mehr Krafteinsatz nicht schade. Ich versuche zwar immer mal wieder schnell zu schwimmen aber dann nur so kurze Distanzen, dass ich das Gefühl habe, die Sache ist halbwegs unter Kontrolle. Dass sie das trotzdem nicht ist, habe ich ja eben wieder gesehen. ;)

Und obwohl ich es nicht auf Tempo angelegt habe, bin ich insgesamt etwas schneller geworden. Das ist natürlich nicht vergleichbar mit dem, was sich vielleicht hätte erreichen lassen aber da lasse ich mir einfach Zeit. Es ist ja nur ein Hobby.

Zitat:

Zitat von uruman (Beitrag 1334452)
ich finde dass die beste Bild-Aufnahme von dir dein Profil-Bild ist

Da stimme ich Dir zu. Ich mag dieses Bild auch sehr, deswegen verwende ich es schon seit Jahren. Selbst "echte" Schwimmer können sich dafür begeistern.

Der Nachteil: Alle sagen "ich dachte, Du wärest schneller". ;)

Zitat:

Zitat von uruman (Beitrag 1334452)
Ich habe keine Ahnung ( nix Trainer ,nicht ExSchwimmer, nix schnell , nix fleißig ) aber alles was macaio schreibt , hörst sich sehr professionell und gekonnt aus , Jetzt hast du ein Trainer !!!

Ja, er weiß offensichtlich, wovon er schreibt. Ich werde ihm allerdings nicht mehr seiner Zeit stehlen als er netterweise freiwillig schon einbringt. :)

Zitat:

Zitat von Mirko (Beitrag 1334472)
Es gibt sogar Leute, die bezahlen macoio dafür. Vielleicht hätt ich auch besser einen Blog angefangen. Das scheint die billigere Variante zu sein

Da kommt mir ja der Richtige und beschwert sich! Wer sich mit einer 1:30er Pace einschwimmt, hat sein Geld sicher nicht falsch angelegt. :Huhu:

schnodo 12.10.2017 15:05

Damit nun niemand denkt, ich hätte überhaupt keine Fortschritte gemacht: So sah das vor etlichen Jahren nach meinem ersten Schwimmkurs aus. :Lachen2:


Bildinhalt: Nach dem Total Immersion Kraulkurs

Und nein, das war kein Drill, sondern "whole stroke". :Cheese:

stevo 12.10.2017 15:53

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1334477)
Ich lande mit den Händen zwischen 12 und 15 Meter.

Echt stark, bei den Olympischen Spielen 1904 hättest du mit dieser Weite im Kopfweitsprung einen guten 5. Platz errrungen.

Von der passiven Wasserlage her bringst du schon mal optimale Vorraussetzungen mit.

Ich wäre froh, wenn ich wenigstens halb so weit kommen würde. Mir gelingt es leider nicht, völlig passiv auf dem Wasser liegen zu bleiben in "toter Mann" Pose. Meine Beine sinken ohne kleinere Ausgleichsbewegungen leider immer sofort zu Boden, egal wie ich meinen Körper anspanne.

uruman 12.10.2017 16:29

Zitat:

Zitat von Mirko (Beitrag 1334472)
Es gibt sogar Leute, die bezahlen macoio dafür. Vielleicht hätt ich auch besser einen Blog angefangen. Das scheint die billigere Variante zu sein :Huhu:

Ich finde ein Schwimmtrainer eine für die besten Investitionen die man machen kann :cool: , 90% was ich schwimmen kann ,muss ich verschieden Vereinstrainer und erfahrenen Vereins Kollegen bedanken :Huhu:

Der Weg von Schnodo sich in der Materie alleine zu arbeiten finde ich sehr schwierig & schwer , aber vielleicht mit dem Feedback von Forum klappt es :Blumen:

trithos 12.10.2017 16:45

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334423)
zur Technik: zum Tempo:

... Darum würde ich das Niveau deiner Schwimmtechnik eine ganze Ecke höher einschätzen als das Niveau deiner Schwimmfitness. ...

Hi Schnodo, entschuldige bitte, wenn ich mich mit einer Nachfrage an macoio in Deinen Blog mische, aber es betrifft genau den Punkt, der hier genannt worden ist. Und vielleicht ist das ja für Dich auch nicht uninteressant:

Hallo macoio, die Frage Technik vs. Fitness finde ich sehr spannend. Gibt es so eine Art Test, mit dem man herausfinden kann, ob man eher an der Technik oder an der Fitness arbeiten sollte. Ganz vereinfacht ein erfundenes Beispiel, wie ich mir so einen Test vorstelle:

Variable 1, die Schwimmleistung: Bsp: ich kann 5 x 100 m mit 2 min Abgangszeit in 1:40 schwimmen

Variable 2, die Fitness: Bsp: ich kann 27 Liegestütze machen

Variable 3, die Beweglichkeit: Bsp: ich kann mich so mit dem Rücken zur Wand stellen, dass Fersen, Hintern und Schulterblätter an der Wand anliegen. Zwischen den nach oben gestreckten Armen und der Wand sind dann aber noch 3 Zentimeter Platz.

Fragen:
Müsste ich mit diese körperlichen Voraussetzungen eigentlich schneller schwimmen können? Wenn ja -> dann müsste ich wohl verstärkt auf die Technik achten.

Oder sind meine körperlichen Voraussetzungen so schlecht, dass ich dafür überraschend schnell schwimme? Wenn ja -> dann müsste ich wohl zunächst an meiner Fitness arbeiten.

Das ist jetzt wie gesagt nur ein Beispiel, um zu verdeutlichen, was ich meine. Gibt es so eine Art Test, mit dem man die Frage klären kann, ob die Fitness oder die Technik der limitierende Faktor beim Schwimmen ist?

Trillerpfeife 12.10.2017 17:11

Zwischenfrage:

Zitat:

CSS-Bereich und noch schneller bis hin zu USRPT ballerst,

Was ist das nochmal gleich?

robaat 12.10.2017 18:08

Zitat:

Zitat von Trillerpfeife (Beitrag 1334499)
Zwischenfrage:
Was ist das nochmal gleich?

CSS critical swim speed: Tempo, dass du durchschwimmen kannst.

USRPT Ultra short race pace training: Sehr oft aber nicht so lange das Zieltempo mit Kleinen Pausen. Beispielsweise 10x100 auf 2' mit Schwimmzeit 1:40 um dann die 1:40 auf die 1000 durchzuschwimmen.

stevo 12.10.2017 18:14

Zitat:

Zitat von Trillerpfeife (Beitrag 1334499)
Zwischenfrage:
Was ist das nochmal gleich?

Leicht verständlich auf deutsch erklärt mit Trainingstipps: CSS und USRPT

Trillerpfeife 12.10.2017 18:22

Zitat:

Zitat von stevo (Beitrag 1334509)
Leicht verständlich auf deutsch erklärt mit Trainingstipps: CSS und USRPT

Danke :)

schnodo 12.10.2017 22:47

Zitat:

Zitat von stevo (Beitrag 1334485)
Echt stark, bei den Olympischen Spielen 1904 hättest du mit dieser Weite im Kopfweitsprung einen guten 5. Platz errrungen.

Was es alles gibt/gab! Mit etwas Übung hätte ich vielleicht auch noch den 4. anpeilen können. Allerdings hätte mir die Vorstellung im Jauchebach der Landwirtschaftsausstellung anzutreten vermutlich nicht sehr gefallen. :Cheese:

Zitat:

Zitat von stevo (Beitrag 1334485)
Ich wäre froh, wenn ich wenigstens halb so weit kommen würde. Mir gelingt es leider nicht, völlig passiv auf dem Wasser liegen zu bleiben in "toter Mann" Pose. Meine Beine sinken ohne kleinere Ausgleichsbewegungen leider immer sofort zu Boden, egal wie ich meinen Körper anspanne.

Ich glaube, Du kommst weiter als Du denkst - selbst wenn Du es nicht schaffst, in der Endphase den Körper waagerecht zu halten.

Das Liegen im Wasser ohne Bewegung ist eine Frage der Übung. Ich habe das immer probiert wenn ich im Entspannungsbecken war bis ich es irgendwann konnte. Das ging nicht von heute auf morgen.

Zitat:

Zitat von uruman (Beitrag 1334494)
Der Weg von Schnodo sich in der Materie alleine zu arbeiten finde ich sehr schwierig & schwer , aber vielleicht mit dem Feedback von Forum klappt es :Blumen:

Ich mag die Freiheit, die ich dadurch habe. Ich habe keine Deadline, ich bin an kein festes Schema gebunden und kann links und rechts ausprobieren, was ich für interessant halte. Wenn etwas nicht funktioniert, mache ich etwas anderes. Oft stelle ich fest, dass manche Ratschläge, die ich in der Vergangenheit bekommen habe, sehr wohl berechtigt waren, ich aber in der Erforschung der Bewegung noch nicht weit genug war, um sie verstehen und umsetzen zu können. Jahre später fällt dann manchmal der Groschen und das ist irgendwie auch befriedigend.

Die Beschäftigung mit der Schwimmerei macht mir so großen Spaß, dass ich mich ewig damit aufhalten kann, ohne dass mir langweilig wird. Es ist fast wie bei einem guten Buch, wo man langsamer liest, um das Ende möglichst lange herauszögern zu können. :)

Zitat:

Zitat von trithos (Beitrag 1334497)
Hi Schnodo, entschuldige bitte, wenn ich mich mit einer Nachfrage an macoio in Deinen Blog mische, aber es betrifft genau den Punkt, der hier genannt worden ist. Und vielleicht ist das ja für Dich auch nicht uninteressant...

Kein Problem. Ich bin gespannt, ob es bei der Abwägung Fitness vs. Technik eine einfache Formel geben kann.

macoio 13.10.2017 00:09

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1334477)
Zuerst, macoio, danke für die ausführliche Antwort! :Blumen:



Eine 2- ist ziemlich nett benotet. :Lachen2:



Was gilt denn da? Hände oder Füße? Ich habe es heute mal getestet. Ich lande mit den Händen zwischen 12 und 15 Meter. Die meisten Versuche - halbwegs locker ausgeführt - bringen mich auf 13 m. 12 m werden es wenn ich schlampig und hastig bin, 15 m mit viel Anstrengung beim Abstoßen, maximaler Anspannung und unangenehm lange Luft anhalten.

Ich glaube, ich weiß durch die TI-Grundausbildung prinzipiell, wie ich eine gute Wasserlage herbeiführe. Ich kann mich problemlos streamline aufs Wasser legen, so dass von den Händen bis zu den Füßen alles an der Luft ist. Mein Problem ist, dass sich das nicht sehr gut aufs Schwimmen überträgt, was vermutlich auch einiges mit mäßiger Körperspannung zu tun hat.



Ich habe einen Pull Buoy von Beco, der für mein Empfinden ein ziemlicher Trümmer ist und die Kiste gut an die Oberfläche bringt. Ich nutze den auch sehr oft, nachdem ich mich vom Total-Immersion-Mantra, man solle keine Krücken benutzen, verabschiedet habe. Ich sehe es wie Du, dass mir der Pull Buoy dabei hilft, die richtige Position zu erspüren und mich daran zu gewöhnen.



Das habe ich jetzt nicht ganz verstanden. Was meinst Du mit "Pullbuoy senkrecht"? Dass ich gar nicht um die Längsache der Beine rotieren soll? Mir ist nicht ganz klar, wie ich am Pullbuoy einen Wasserwiderstand spüren soll.



Bei der Übung ist mein Problem, dass ich keine Vorstellung davon habe, wie ich der unerwünschten Bewegung entgegenwirken kann. Meistens verwinde ich mich nur noch mehr und es bringt gar nix. Vielleicht hast Du einen Tipp, wie ich mich da herantasten kann.



Du hast richtig vermutet, dass ich einen Großteil meiner Zeit mit Fokus auf die Technik verbringe. Das möchte ich allerdings auch zumindest in den nächsten Monaten so beizubehalten.

Lass es mir erläutern: Ich hatte vor einigen Jahren in der linken Schulter ein Impingement-Syndrom, mit dem ich ein Vierteljahr zu tun hatte. Die linke Schulter und meine Nackenwirbelsäule machen mir immer mal wieder zu schaffen, wenn ich versuche, über lange Distanzen schnell oder mit viel Druck zu schwimmen. Ich führe das darauf zurück, dass ich dann keine Kontrolle mehr über meine Zugmechanik mehr habe (ich fühle förmlich wie die Technik zerbröselt) und genau in der Art und Weise ziehe, die mir seinerzeit die Probleme mit der Schulter eingebracht hat.

Deswegen habe ich mich entschlossen - zumal keine Wettkämpfe anstehen, wo es mir auf Zeiten ankäme - zuerst meine Technik soweit in Ordnung zu bringen, dass ich mir dann auch mit mehr Krafteinsatz nicht schade. Ich versuche zwar immer mal wieder schnell zu schwimmen aber dann nur so kurze Distanzen, dass ich das Gefühl habe, die Sache ist halbwegs unter Kontrolle. Dass sie das trotzdem nicht ist, habe ich ja eben wieder gesehen. ;)

Und obwohl ich es nicht auf Tempo angelegt habe, bin ich insgesamt etwas schneller geworden. Das ist natürlich nicht vergleichbar mit dem, was sich vielleicht hätte erreichen lassen aber da lasse ich mir einfach Zeit. Es ist ja nur ein Hobby.



Da stimme ich Dir zu. Ich mag dieses Bild auch sehr, deswegen verwende ich es schon seit Jahren. Selbst "echte" Schwimmer können sich dafür begeistern.

Der Nachteil: Alle sagen "ich dachte, Du wärest schneller". ;)



Ja, er weiß offensichtlich, wovon er schreibt. Ich werde ihm allerdings nicht mehr seiner Zeit stehlen als er netterweise freiwillig schon einbringt. :)



Da kommt mir ja der Richtige und beschwert sich! Wer sich mit einer 1:30er Pace einschwimmt, hat sein Geld sicher nicht falsch angelegt. :Huhu:

zum Abstoßtest: Es gelten die Hände. Dieses Potenzial scheinst du mit deinen erreichten Weiten schon gut ausgereizt zu haben, es fehlt also "nur" die Umsetzung beim richtigen Schwimmen. Die anderen Übungstips zu der Thematik bleiben erhalten.

zur Rotation: Die Rotation sollte ja grundsätzlich nur um die Körperlängsachse erfolgen, dabei kann man theoretisch 3 Dinge rotieren: Kopf, Oberkörper, Unterkörper. Nur Kopfdrehung reicht zum Atmen nicht, außerdem müssen auch die Arme aus dem Wasser (auch wenn manche das mit gestreckter Arm-Überwasserphase statt hohem Ellbogen minimieren). Den Unterkörper wiederum muss man nicht bzw. nicht so weit mitdrehen wie den Oberkörper, d.h. die Fußspitzen zeigen weiterhin Richtung Fußboden (stimmt natürlich nicht ganz aber von der Tendenz her). Für viele die eine komplette Drehung aller Teile über die Längsachse nicht stabil hinbekommen sorgt das für eine stabilere Wasserlage. Meine Erklärung mit dem Pullbuoy war nicht ganz zielführend, wenn man einen länglichen Pullbuoy hat oder ein Schwimmbrett, dann kann man es zu Übungszwecken nicht in Längsausrichtung sondern senkrecht zur Schwimmrichtung in den Schritt stecken, so das wie bei einem Boot eine Finne in Richtung Boden des Schwimmbeckens entsteht. Dies bremst erstens die Rotationsbewegung des Unterkörpers etwas aus und außerdem spürt man sie durch die dabei übertragenen Drehmomente besser so das man merkt ob man die Rotation gerade erfolgreich vermeidet oder nicht. Bei mir funktioniert das nicht durch ein "lockerlassen" der beteiligten Muskelpartien sondern ich muss gefühlt aktiv gegendrehen um das zu erreichen.

zum Impingement-Syndrom: Schulterprobleme kommen meiner Meinung nach meist durch Fehler im Zug-Beginn zustande, du kannst noch deutlich tiefer eintauchen mit der Hand, in der Streckung muss Schulter höher sein als Ellbogen höher als Handgelenk höher als Fingerspitzen. Minimal oder alles waagerecht reicht prinzipiell, aber man verschenkt sich im Zug nix wenn man es sicherheitshalber sehr tief macht. Da die Gesundheit am wichtigsten ist und damit du dann endlich ins Tempotraining einsteigen kannst wäre das vielleicht entgegen meiner ursprünglichen Aussage als erster Schwerpunkt empfehlenswert.
Dabei könntest du auch die Rotation des Armes um seine Achse herum gleich mit korrigieren, um die Basis für eine zukünftige Ellbogenvorhalte zu schaffen. In Bild 6 sieht man du versuchst so etwas wie eine Ellbogenvorhalte die im Anschluss aber in einem dropped elbow verendet. Das liegt daran dass der Ellbogen schon von Beginn an falsch gedreht ist. Wenn man sich das Ellbogengelenk als Scharniergelenk vorstellt das sich beim Zusammenfalten ja in Richtung der Scharnierinnenseite bewegt, muss man die Schlussfolgerung ziehen das für eine Ellbogenvorhalte die Innenseite des Ellbogens in Richtung Schwimmbadbeckenboden zeigen muss. Dafür ist eine Innenrotation des gesamten Armes im Schultergelenk notwendig, auch diese erfordert je nach Beweglichkeit ein tieferes Eintauchen.

Auf jeden Fall ist es interessant deinen Schwimmweg zu beobachten da du von der Selbstreflexion und der Umsetzungsfähigkeit diverser Anregungen her eigentlich ein gewisses Schwimm-Talent hast. Wenn die verletzungsrelevanten Baustellen behoben sind solltest du jedenfalls mal kräftig an der Formschraube drehen inwiefern da noch was zu holen ist. Spricht ja nichts dagegen das dann mit 25er Serien zu beginnen.

macoio 13.10.2017 00:36

Zitat:

Zitat von trithos (Beitrag 1334497)
Hi Schnodo, entschuldige bitte, wenn ich mich mit einer Nachfrage an macoio in Deinen Blog mische, aber es betrifft genau den Punkt, der hier genannt worden ist. Und vielleicht ist das ja für Dich auch nicht uninteressant:

Hallo macoio, die Frage Technik vs. Fitness finde ich sehr spannend. Gibt es so eine Art Test, mit dem man herausfinden kann, ob man eher an der Technik oder an der Fitness arbeiten sollte. Ganz vereinfacht ein erfundenes Beispiel, wie ich mir so einen Test vorstelle:

Variable 1, die Schwimmleistung: Bsp: ich kann 5 x 100 m mit 2 min Abgangszeit in 1:40 schwimmen

Variable 2, die Fitness: Bsp: ich kann 27 Liegestütze machen

Variable 3, die Beweglichkeit: Bsp: ich kann mich so mit dem Rücken zur Wand stellen, dass Fersen, Hintern und Schulterblätter an der Wand anliegen. Zwischen den nach oben gestreckten Armen und der Wand sind dann aber noch 3 Zentimeter Platz.

Fragen:
Müsste ich mit diese körperlichen Voraussetzungen eigentlich schneller schwimmen können? Wenn ja -> dann müsste ich wohl verstärkt auf die Technik achten.

Oder sind meine körperlichen Voraussetzungen so schlecht, dass ich dafür überraschend schnell schwimme? Wenn ja -> dann müsste ich wohl zunächst an meiner Fitness arbeiten.

Das ist jetzt wie gesagt nur ein Beispiel, um zu verdeutlichen, was ich meine. Gibt es so eine Art Test, mit dem man die Frage klären kann, ob die Fitness oder die Technik der limitierende Faktor beim Schwimmen ist?

eine einfache Formel gibts natürlich nicht aber als Anhaltswert:
Wenn du in folgende Tabelle von keko schaust: http://karkessler.no-ip.org/sifiman/...terdistanz.pdf und Zeiten von dir selbst über verschiedene Streckenlängen von kurz bis einschließlich deiner WK-Distanz vergleichst, sollten alle deine Zeiten in der gleichen Spalte sein, schon eine Spalte daneben ist eine signifikante Abweichung. Wenn deine Zeiten über die lange Strecke schlecht sind: Mehr Intervalle in den Mix und Technik reduzieren, um erstmal das vorhandene Potenzial an Grundtempo auszuschöpfen. Wenn die Zeiten über die kurze Strecke schlecht sind: vermehrt an der Technik arbeiten.
Dazu kommt für einen Trainer die subjektive Einschätzung, wenn man viele Leute aus dem Bekanntenkreis deren CSS man ungefähr kennt vorm geistigen schwimmend visualisieren kann hat man eine Vorstellung davon wie ein Schwimmer mit Tempo XY vom Gesamteindruck her aussehen müsste.
Die Grundkraft ist sicher auch ein Parameter, ich denke ohne bei normalem BMI 10 Klimmzüge zu können muss die Technik für eine CSS von unter 1:30 min/100m dann schon ausgesprochen gut sein.
Die von dir angesprochene Beweglichkeit ist für mich kein Leistungsparameter, sondern lediglich etwas woran man die individuelle Technik anpassen muss um eine Bewegung am Rande des range of motion (rom) zu vermeiden, da man sich dort erstens schneller verletzt und außerdem keine Kraft hat.
Lionel Sanders erscheint mir übrigens ein Beispiel zu sein der mit seinem Fitnesstraining das Potenzial das seine Technik biete schon sehr gut /zu gut ausgeschöpft hat, d.h. er wird wohl kaum noch schneller werden ohne an der Technik zu arbeiten.

ScottZhang 13.10.2017 09:18

Also ich finde Schnodos Wasserlage super. An seiner stelle würde ich am Armzug arbeiten. Diesen verdammten "dropped elbow" weg bekommen.

Und das geht eigentlich ganz einfach, vorausgesetzt die Beweglichkeit ist vorhanden (und darum ist das doch ein Leistungsfaktor). Alles was Schnodo dazu tun muss ist die Schulter nach vorne zu bringen, und das Ellenbogenegelenk so eindrehen das es mehr zum Boden zeigt, bevor er den Armzug beginnt. Das hat Schnodo alles selbst schon in unzähligen Beiträgen beschrieben. Ich erinnere mich auch an viele anschauliche Videos die er selbst gepostet hat.
https://www.youtube.com/watch?v=GZGy...youtu.be&t=55s

Der etwas weite Beinschlag (ist aber wirklich nicht schlimm) kommt meiner Meinung nach auch nicht durch die Rotation, sondern durch den falschen Armzug. Die Rotation ist super. Er muss nur den "catch" richtig machen, also den Armzug.

schnodo 13.10.2017 11:58

Danke für Eure Unterstützung, macoio und ScottZhang! :Blumen:

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334564)
Dies bremst erstens die Rotationsbewegung des Unterkörpers etwas aus und außerdem spürt man sie durch die dabei übertragenen Drehmomente besser so das man merkt ob man die Rotation gerade erfolgreich vermeidet oder nicht. Bei mir funktioniert das nicht durch ein "lockerlassen" der beteiligten Muskelpartien sondern ich muss gefühlt aktiv gegendrehen um das zu erreichen.

Ich werde mir mal ein Kickboard zwischen die Beine klemmen und schauen, was passiert. Vielleicht habe ich ja eine Erleuchtung. :Lachen2:

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334564)
Das liegt daran dass der Ellbogen schon von Beginn an falsch gedreht ist. Wenn man sich das Ellbogengelenk als Scharniergelenk vorstellt das sich beim Zusammenfalten ja in Richtung der Scharnierinnenseite bewegt, muss man die Schlussfolgerung ziehen das für eine Ellbogenvorhalte die Innenseite des Ellbogens in Richtung Schwimmbadbeckenboden zeigen muss. Dafür ist eine Innenrotation des gesamten Armes im Schultergelenk notwendig, auch diese erfordert je nach Beweglichkeit ein tieferes Eintauchen.

Prinzipiell habe ich das mit der Innenrotation verstanden, habe es aber in der Vergangenheit schlecht umgesetzt. Schlecht heißt, dass ich Rotation aus einer ungünstigen Lage versucht habe, die Schmerzen verursacht hat.

Ich habe zuletzt für mich festgestellt, dass das Vorschieben des Schulterblattes das Schultergelenk sehr entlastet, bin aber immer noch dran, den Bewegungsablauf zu erlernen. Auch die Herbeiführung einer tieferen Handposition ist eine Sache, die momentan noch permanente Konzentration erfordert. Zuletzt habe ich den EVF Drill mit Pull Buoy probiert und fand, dass ich mir das Bewegungsmuster und die Armposition damit schön kontrollierbar - im wahrsten Sinne des Wortes - vor Augen führen konnte.

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334564)
Auf jeden Fall ist es interessant deinen Schwimmweg zu beobachten da du von der Selbstreflexion und der Umsetzungsfähigkeit diverser Anregungen her eigentlich ein gewisses Schwimm-Talent hast.

Am Schwimmtalent zweifle ich zwar stark aber danke für die nette Einschätzung! :)

Zitat:

Zitat von ScottZhang (Beitrag 1334595)
Also ich finde Schnodos Wasserlage super.

Auch Dir vielen Dank für das schmeichelhafte Urteil! :)

Ich habe allerdings selbst das Gefühl, dass mein Hintern, speziell wenn ich nicht darauf achte, sehr tief hängt.

Zitat:

Zitat von ScottZhang (Beitrag 1334595)
Das hat Schnodo alles selbst schon in unzähligen Beiträgen beschrieben. Ich erinnere mich auch an viele anschauliche Videos die er selbst gepostet hat.
https://www.youtube.com/watch?v=GZGy...youtu.be&t=55s

Das ist genau die Bewegung, die ich (noch) nicht richtig umsetzen kann, weil mein Schulterblatt nicht mithilft. Ich glaube aber, dass ich weiß, wie ich dahin gelange. Es ist aber ein fast komplettes Neuerlernen der Bewegung für mich.

Zitat:

Zitat von ScottZhang (Beitrag 1334595)
Die Rotation ist super. Er muss nur den "catch" richtig machen, also den Armzug.

Vielleicht behebt der richtige "Catch" tatsächlich meine Probleme automatisch. Ich will es nicht ausschließen. Dass ich aber das Gefühl habe, dass mit meiner Rumpfbewegung etwas nicht stimmt, hatte ich hier schon mal:

Zitat:

Ich habe leider festgestellt, dass meine Baustelle auf der linken Seite doch noch größer ist als gedacht: Als Experiment bin ich einarmig geschwommen, passiver Arm angelegt, mit pull buoy zwischen den Fußknöcheln.

Das war auch der rechten Seite unauffällig aber links die totale Katastrophe. Das Timing hat überhaupt nicht hingehauen und ich musste meinen Körper bei jedem Zug unter gewaltigem Krafteinsatz wieder ausrichten, gefühlt so als ob ich in der Hüfte komplett abknicke oder sie sonstwie merkwürdig verdrehe.

Ich vermute, es hängt alles irgendwie zusammen. Ich bleibe dran.

Trillerpfeife 13.10.2017 12:21

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1334632)
...

Das ist genau die Bewegung, die ich (noch) nicht richtig umsetzen kann, weil mein Schulterblatt nicht mithilft. Ich glaube aber, dass ich weiß, wie ich dahin gelange. Es ist aber ein fast komplettes Neuerlernen der Bewegung für mich.
...]


musste ich auch gleich probieren. Ist fast unmöglich für mich den Arm zu drehen und die Hand ruig zu halten. :confused:

macoio 13.10.2017 12:31

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1334632)

Prinzipiell habe ich das mit der Innenrotation verstanden, habe es aber in der Vergangenheit schlecht umgesetzt. Schlecht heißt, dass ich Rotation aus einer ungünstigen Lage versucht habe, die Schmerzen verursacht hat.

Ich habe zuletzt für mich festgestellt, dass das Vorschieben des Schulterblattes das Schultergelenk sehr entlastet, bin aber immer noch dran, den Bewegungsablauf zu erlernen. Auch die Herbeiführung einer tieferen Handposition ist eine Sache, die momentan noch permanente Konzentration erfordert. Zuletzt habe ich den EVF Drill mit Pull Buoy probiert und fand, dass ich mir das Bewegungsmuster und die Armposition damit schön kontrollierbar - im wahrsten Sinne des Wortes - vor Augen führen konnte.

Ich finde in dem Beispielvideo wird das irgendwie ganz schön eierig gemacht, der schiebt mit der Hand ja teilweise das Wasser zur Seite und auch im Hauptzug eiert er mit so einem Pseudo-S-Zug rum. Tatsächlich kann auch die Einleitung der widerstandsarmen Rückwärtsbewegung das Zugmuster der Übung versauen, ich bevorzuge es die Rückführung aus der Ellbogenvorhalte wieder nach vorn bei dieser Übung auf dem gleichen Zugweg durchzuführen, das bremst natürlich brutal aber durch den Wasserwiderstand hat man da sogar noch ein besseres Wassergefühl als bei dem ersten Teil der Übung. Da muss man natürlich abwechselnd einen Übungszug mit Rückführung und einen Komplettzug machen um überhaupt vorwärts zu kommen (+Pullbuoy). Aber wie gesagt alles deutlich tiefer als in den Beispielvideos sonst zerlegts dir die Schulter.

schnodo 13.10.2017 12:34

Zitat:

Zitat von Trillerpfeife (Beitrag 1334647)
musste ich auch gleich probieren. Ist fast unmöglich für mich den Arm zu drehen und die Hand ruig zu halten. :confused:

Das kriegst Du hin; man muss es nur ein paarmal versuchen, weil es eine sehr ungewohnte Bewegung ist. Ich finde diese Form der Rotation in Schwimmhaltung noch viel schwieriger umzusetzen. Auf dem Boden stehend wäre das mit der Hand nicht vorne, sondern in Richtung Decke gestreckt. Das geht nur, wenn ich bewusst das Schulterblatt in Richtung der Hand schiebe.

Und nochmal viel schwieriger ist es, die Geschichte zur Gewohnheit zu machen. :Cheese:

schnodo 13.10.2017 12:44

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334649)
Ich finde in dem Beispielvideo wird das irgendwie ganz schön eierig gemacht, der schiebt mit der Hand ja teilweise das Wasser zur Seite und auch im Hauptzug eiert er mit so einem Pseudo-S-Zug rum.

Mir hat die Umsetzung auch nicht toll gefallen aber ich habe kein besseres Beispiel gefunden. Das initiale Wischen nach außen lasse ich weg. Stattdessen versuche ich durch Anheben des Ellenbogens die Fingerspitzen - nach unten zeigend ohne das Handgelenk abzuklappen - entlang einer geraden Linie parallel zur Körperachse nach hinten zu führen.

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334649)
ich bevorzuge es die Rückführung aus der Ellbogenvorhalte wieder nach vorn bei dieser Übung auf dem gleichen Zugweg durchzuführen, das bremst natürlich brutal aber durch den Wasserwiderstand hat man da sogar noch ein besseres Wassergefühl als bei dem ersten Teil der Übung. Da muss man natürlich abwechselnd einen Übungszug mit Rückführung und einen Komplettzug machen um überhaupt vorwärts zu kommen (+Pullbuoy).

Das probiere ich mal.

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334649)
Aber wie gesagt alles deutlich tiefer als in den Beispielvideos sonst zerlegts dir die Schulter.

Ja. Leider fehlt mir momentan auch noch die Vorstellung, auf welche Höhe ich genau möchte. Viel tiefer als notwendig will ich natürlich auch nicht eintauchen.

macoio 13.10.2017 13:05

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1334654)


Ja. Leider fehlt mir momentan auch noch die Vorstellung, auf welche Höhe ich genau möchte. Viel tiefer als notwendig will ich natürlich auch nicht eintauchen.

Gefühlt musst du da du zur gegenteiligen Variante neigst wohl "viel zu tief" um im Endeffekt richtig zu landen. Dieses Video von Phelps könnte dir die Sorge vor "zu tief" nehmen, besonders der linke Arm sticht doch relativ weit unten ein (1:21 min im Video)
https://www.youtube.com/watch?v=h2pVhaHmolo
Man sieht auch das eine "Andeutung" der Ellbogenvorhalte reicht (ja ich weiß Phelps war eher Sprinter, aber bei Langstrecklern sieht das oft ähnlich aus), man muss es also nicht so krass machen wie Rebecca Adlington https://www.youtube.com/watch?v=VvinmJg0ykQ

schnodo 13.10.2017 13:34

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334664)
Gefühlt musst du da du zur gegenteiligen Variante neigst wohl "viel zu tief" um im Endeffekt richtig zu landen. Dieses Video von Phelps könnte dir die Sorge vor "zu tief" nehmen, besonders der linke Arm sticht doch relativ weit unten ein (1:21 min im Video)

Okay, danke! Wenn es für Phelps gut ist, kann es für mich nicht schlecht sein. :Lachen2:

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334664)
man muss es also nicht so krass machen wie Rebecca Adlington https://www.youtube.com/watch?v=VvinmJg0ykQ

In der Tat, sehr extrem. Verglichen damit sieht es bei Ian Thorpe fast unterdrückt aus. :Cheese:

uruman 13.10.2017 17:39

ich fahre jetzt gleich zum Schwimmtraining und werde alle Tips sofort umsetzen ! bestimmt beeindrucke alle mit meine neue Schwimmleistung :Lachanfall:

trithos 13.10.2017 19:24

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334565)
eine einfache Formel gibts natürlich nicht aber als Anhaltswert:
Wenn du in folgende Tabelle von keko schaust: http://karkessler.no-ip.org/sifiman/...terdistanz.pdf und Zeiten von dir selbst über verschiedene Streckenlängen von kurz bis einschließlich deiner WK-Distanz vergleichst, sollten alle deine Zeiten in der gleichen Spalte sein, schon eine Spalte daneben ist eine signifikante Abweichung. Wenn deine Zeiten über die lange Strecke schlecht sind: Mehr Intervalle in den Mix und Technik reduzieren, um erstmal das vorhandene Potenzial an Grundtempo auszuschöpfen. Wenn die Zeiten über die kurze Strecke schlecht sind: vermehrt an der Technik arbeiten.
Dazu kommt für einen Trainer die subjektive Einschätzung, wenn man viele Leute aus dem Bekanntenkreis deren CSS man ungefähr kennt vorm geistigen schwimmend visualisieren kann hat man eine Vorstellung davon wie ein Schwimmer mit Tempo XY vom Gesamteindruck her aussehen müsste.
Die Grundkraft ist sicher auch ein Parameter, ich denke ohne bei normalem BMI 10 Klimmzüge zu können muss die Technik für eine CSS von unter 1:30 min/100m dann schon ausgesprochen gut sein.
Die von dir angesprochene Beweglichkeit ist für mich kein Leistungsparameter, sondern lediglich etwas woran man die individuelle Technik anpassen muss um eine Bewegung am Rande des range of motion (rom) zu vermeiden, da man sich dort erstens schneller verletzt und außerdem keine Kraft hat.
Lionel Sanders erscheint mir übrigens ein Beispiel zu sein der mit seinem Fitnesstraining das Potenzial das seine Technik biete schon sehr gut /zu gut ausgeschöpft hat, d.h. er wird wohl kaum noch schneller werden ohne an der Technik zu arbeiten.

Vielen Dank für diese Antwort, hilft mir schon viel weiter. Ich hab z.B. schon seit vielen Jahren keinen Klimmzug mehr gemacht - das sollte ich vielleicht als erstes ändern. :dresche

Und die Idee mit dem Vergleich der verschiedenen Streckenlängen finde ich auch gut. Werde ich mal probieren.

schnodo 14.10.2017 06:40

Zitat:

Zitat von uruman (Beitrag 1334731)
ich fahre jetzt gleich zum Schwimmtraining und werde alle Tips sofort umsetzen ! bestimmt beeindrucke alle mit meine neue Schwimmleistung

Und? Haben Dich Deine Vereinskollegen auf Händen aus der Schwimmhalle getragen? :Cheese:

Zitat:

Zitat von macoio (Beitrag 1334649)
Tatsächlich kann auch die Einleitung der widerstandsarmen Rückwärtsbewegung das Zugmuster der Übung versauen, ich bevorzuge es die Rückführung aus der Ellbogenvorhalte wieder nach vorn bei dieser Übung auf dem gleichen Zugweg durchzuführen, das bremst natürlich brutal aber durch den Wasserwiderstand hat man da sogar noch ein besseres Wassergefühl als bei dem ersten Teil der Übung. Da muss man natürlich abwechselnd einen Übungszug mit Rückführung und einen Komplettzug machen um überhaupt vorwärts zu kommen (+Pullbuoy).

Das habe ich gar nicht hinbekommen, da ging es kreuz und quer. Ich weiß überhaupt nicht, wann ich was machen soll. Vermutlich eine geistige Beschränkung. ;)

Ich habe gestern 5,5 km mit Sculling und EVF-Drills mit Pull Buoy zugebracht, dazu noch etwas 6/1/6 Drill, unterbrochen von ganzer Lage um das (hoffentlich) Gelernte zu transponieren. Dazu habe ich etwas Rücken und Schmetterling für die Abwechslung eingestreut. Immerhin spüre ich mittlerweile ziemlich oft, wenn ich mein Handgelenk abklappe oder die Finger krümme und kann gegensteuern. Das habe ich vorher gar nicht gemerkt und dachte alles ist kerzengerade.

In kurzen lichten Momenten passt auch das Zugtiming und ich bilde mir ein, dass ich die Technik halten kann und richtig gut vorankomme. Dadurch bin ich dann so euphorisiert, dass ich nicht widerstehen kann Gas zu geben, an den anderen Schwimmern vorbeirausche und nach 50 m pumpe wie ein Maikäfer. Die müssen denken, dass ich einen an der Waffel habe... :cool:

Den hohen Ellenbogen beim Schwimmen herbeizuführen braucht noch höchste Konzentration. Ich teste immer noch etwas aus, wieviel Schulter-Innenrotation ich wirklich benötige. Die Innenseite des Ellenbogens beim Schwimmen komplett in Richtung Beckenboden zeigen zu lassen ist bei meiner Anatomie leider nicht realistisch.

Nebenbei, ohne dass es vom Eigentlichen ablenken soll: Meine Performance beim Rückenschwimmen ist leider stark tagesformabhängig. Ohne dass ich es beeinflussen kann passt an manchen Tagen das Timing: Recovery und Zug gehen halbwegs geschmeidig ineinander über, die Rotation passt gefühlt. An anderen Tagen bremse ich mich mit falscher Synchronisation komplett aus. :confused:
Naja, Rom, Erbauung, nicht an einem Tag usw.

Ich werde zur Unterstützung meiner Übungen im Wasser auch vermehrt dryland was machen, z.B. während ich darauf warte, dass der Kaffee durchläuft:

Early Vertical Forearm (EVF) proper usage for triathletes ist eine entschärfte Variante des Swim Speed Secrets Tubing Drill, wie man ihn bei Sheila Taormina sieht. "Triathletes" steht für "Menschen ohne Flexibilität". :Lachen2:

Der allseits bekannte Glenn Mills von GoSwim:
DRYLAND - EVF Isometric Exercise

Zu guter Letzt: Tom Topolski ist vermutlich erfolgreich in dem, was er tut. Ich würde - hätte ich denn eines - mein Kind trotzdem nicht zu ihm schicken wollen; das nicht nur weil er mir leicht exzentrisch zu sein scheint:


Bildinhalt: Tom Topolski "Butterfly Dryland Drill"

FMMT 14.10.2017 07:46

Ist ja sehr spannend hier mitzulesen, tolle Anregungen:Blumen: :Blumen:
Da bekommt man direkt Lust nochmals von den mittlerweile eigentlich utopischen, einmal ohne Hilfsmittel geschafften SUB 18 zu träumen(bei mir wohlgemerkt 1000m:Lachen2: )
@Schnodo, viel Erfolg, Du packst es:bussi:

schnodo 14.10.2017 08:29

Zitat:

Zitat von FMMT (Beitrag 1334863)
Ist ja sehr spannend hier mitzulesen, tolle Anregungen:Blumen:

Wie heißt es so schön: Niemand ist nutzlos. Er kann immer noch als abschreckendes Beispiel dienen. :Lachen2:

Zitat:

Zitat von FMMT (Beitrag 1334863)
Da bekommt man direkt Lust nochmals von den mittlerweile eigentlich utopischen, einmal ohne Hilfsmittel geschafften SUB 18 zu träumen(bei mir wohlgemerkt 1000m:Lachen2: )

So wie ich Dich kenne kriegst Du das zwischen Berufsstress, Familienleben, ein paar Ultramarathons und tagelangen Radausfahrten auch noch eingeschoben. :)

Zitat:

Zitat von FMMT (Beitrag 1334863)
@Schnodo, viel Erfolg, Du packst es:bussi:

Vielen Dank! Das Schöne ist ja, dass der Aufenthalt im Wasser schon Lohn genug ist.
Alles andere ist Bonus.

uruman 14.10.2017 12:11

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1334859)
Und? Haben Dich Deine Vereinskollegen auf Händen aus der Schwimmhalle getragen? :Cheese:

:Lachanfall: :Lachanfall:

Wie sieht aus mit Gymnastik , ein wenig Körper Ertüchtigung :dresche , ich meine nicht besonders für schwimmen ,sondern ganz normale Klamotten wie Liegestützen , Kniebeugen, Bauchübungs usw ( von mir auch die super trendig Planke ) . Natürlich wegen ein wenig Gymnastik wird keine ein super Schwimmer aber Kräftigung und Mobilität helfen ungemein um besser zu schwimmen
Wiederum Seilzug Training finde ich nicht so effektiv um eine bessere Schwimmstil zu haben

schnodo 14.10.2017 14:15

Zitat:

Zitat von uruman (Beitrag 1334891)
Wie sieht aus mit Gymnastik ... Liegestützen , Kniebeugen, Bauchübungs ... Planke

Da sprichst Du einen wunden Punkt an. In dem Bereich mache ich definitiv zu wenig. Da fällt es mir aber auch enorm schwer, mich zu motivieren, weil das ganze Zeug mir so viel Spaß macht wie Zähne ziehen. :o

Trillerpfeife 14.10.2017 14:30

Hab heute diese Schulterdrehung probiert. Ich werde es nicht weiter vertiefen. Ich glaube auch nicht, dass hier der geheime Schlüssel zu mehr Geschwindigkeit liegt.
Bei mir ist es eher der sozusagen nicht bis zum Ende hun beschleunigende Armzug.
Also ich ziehe zwar fast bis hinten durch, aber im letzten Viertel oder sogar Drittel wird mein Arm nicht mehr schneller.

Und auch meine durchaus schnellen Mitschimmerinnen drehen den Arm nicht so. Ich achte aber noch mal genau drauf.

schnodo 14.10.2017 15:04

Zitat:

Zitat von Trillerpfeife (Beitrag 1334913)
Hab heute diese Schulterdrehung probiert. Ich werde es nicht weiter vertiefen. Ich glaube auch nicht, dass hier der geheime Schlüssel zu mehr Geschwindigkeit liegt.

Vielleicht machst Du es auch so schon "richtig genug". Das Problem bei mir ist ja, dass ich etwas grundsätzlich falsch mache und nun Umlernen muss, was schwieriger ist und radikalere Maßnahmen erfordert als wenn man es gleich richtig lernt.

Zitat:

Zitat von Trillerpfeife (Beitrag 1334913)
Und auch meine durchaus schnellen Mitschimmerinnen drehen den Arm nicht so. Ich achte aber noch mal genau drauf.

Der entscheidende Punkt ist vermutlich nicht, dass man eine auffällige Innenrotation hat, sondern dass zu jedem Zeitpunkt unter Wasser die Schulter höher ist als der Ellbogen und dieser stets höher als die Hand. Achte da mal drauf. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das bei Deinen Mitschwimmerinnen der Fall ist. :)

Trillerpfeife 14.10.2017 15:55

Ja das ist der Fall. Aber die Ellenbogen Innenseite kriege ich nie zum Beckenboden. (Schwimmbeckenboden)

Nachtrag. In deiner letzten Sequenz sieht der Armzug aber in Ordnung aus. Auch daher meine Abmerkung zum "Durchziehen"

macoio 14.10.2017 22:22

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1334859)



Das habe ich gar nicht hinbekommen, da ging es kreuz und quer. Ich weiß überhaupt nicht, wann ich was machen soll. Vermutlich eine geistige Beschränkung. ;)

Ich habe irgendwann mal ein Video davon gemacht, muss ich mal suchen ob ich das noch finde.



Zitat:

Zitat von Trillerpfeife (Beitrag 1334913)
Hab heute diese Schulterdrehung probiert. Ich werde es nicht weiter vertiefen. Ich glaube auch nicht, dass hier der geheime Schlüssel zu mehr Geschwindigkeit liegt.
Bei mir ist es eher der sozusagen nicht bis zum Ende hun beschleunigende Armzug.
Also ich ziehe zwar fast bis hinten durch, aber im letzten Viertel oder sogar Drittel wird mein Arm nicht mehr schneller.

Und auch meine durchaus schnellen Mitschimmerinnen drehen den Arm nicht so. Ich achte aber noch mal genau drauf.

Ja, man kann die Drehung auch erst während man in die Ellbogenvorhalte geht einleiten. Du wirst aber auch viele finden die sehr schnell schwimmen und gar keine Ellbogenvorhalte machen oder diese nur andeuten.
Der Unterschied zwischen schnellen und langsamen Schwimmern liegt oftmals nämlich nicht in der Effizienz des Vortriebs, also daran wieviel Weglänge man pro Armzug zurücklegt, sondern an der Vermeidung bremsender oder energieraubender Fehler (alles was den cdA-Wert verschlechtert also die Stirnfläche vergrößert, und Kraftaufwand der in eine Vortriebsunwirksame Richtung geht, also wenn man das Wasser nicht nach hinten sondern nach unten oder zur Seite schiebt). Alles was nur den Vortrieb verschlechtert kann man schließlich durch eine höhere Bewegungsgeschwindigkeit, also Zugfrequenz ausgleichen. Darum sind mangelnde Streckung vorne, fehlende Ellbogenvorhalte, oder auch das zu zeitige herausziehen der Hand hinten eigentlich gar nicht so schlimm. Gutes Beispiel dafür ist Harry Wiltshire von dems gute Unterwasseraufnahmen gibt bei denen man sieht dass der Vortrieb katastrophal ist, aber er verschwendet halt trotzdem keine Energie und gleicht die mangelnde Zuglänge mit einer 100er Frequenz aus.

schnodo 15.10.2017 10:34

Zitat:

Zitat von uruman (Beitrag 1334891)
normale Klamotten wie Liegestützen , Kniebeugen, Bauchübungs usw

Zitat:

Zitat von trithos (Beitrag 1334752)
Ich hab z.B. schon seit vielen Jahren keinen Klimmzug mehr gemacht - das sollte ich vielleicht als erstes ändern. :dresche

Ihr habt Recht; ich sehe ein, dass es so nicht weitergehen kann. Zum Glück hat mich meine Frau belagert, ihr ein Campusboard zu installieren. Wenn ich es schaffe, jedesmal wenn ich die Treppe runtergehe, einen Klimmzug zu machen, bin ich in ein paar Monaten eine Maschine und schwimme so schön wie Lionel Sanders. :Cheese:


Bildinhalt: Campus board für mehr Kraft

schnodo 19.10.2017 20:16

Ich will den Mund nicht zu voll nehmen aber ich glaube, heute hatte ich einen schwimmtechnischen Durchbruch, nachdem ich vorgestern eine Erleuchtung hatte. :)

Worum geht es? Vielleicht erinnert ihr euch noch an folgende Beobachtungen, die ich gemacht habe:

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1312463)
Ich merke aber, dass ich links wahnsinnige Probleme habe, den Kopf zügig wieder in eine neutrale Position zu bringen. Es ist fast wie eine Blockade. Wenn ich mich dazu zwinge, kommt es mir vor, als würde ich bei der Kopfbewegung den Körper mit herumreißen; es geht sehr unruhig zu. Da muss ich noch viel üben.

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1316147)
Ich habe leider festgestellt, dass meine Baustelle auf der linken Seite doch noch größer ist als gedacht: Als Experiment bin ich einarmig geschwommen, passiver Arm angelegt, mit pull buoy zwischen den Fußknöcheln.

Das war auch der rechten Seite unauffällig aber links die totale Katastrophe. Das Timing hat überhaupt nicht hingehauen und ich musste meinen Körper bei jedem Zug unter gewaltigem Krafteinsatz wieder ausrichten, gefühlt so als ob ich in der Hüfte komplett abknicke oder sie sonstwie merkwürdig verdrehe. Vermutlich tue ich das auch aber das muss sich mal jemand von außen anschauen. Ich habe keine Ahnung, was ich da treibe.

Ich habe herausgefunden, wo das Problem liegt. :liebe053:

Ich kam darauf als ich in Vorbereitung für meinen ersten Lauf nach langer Zeit einige Übungen zur Körperwahrnehmung gemacht habe - Zusammenspiel von Schulter und Hüfte, gegenläufige Rotation etc. Dabei kam mir der Gedanke, dass es beim Schwimmen eigentlich ähnlich sein müsste wie beim Gehen oder Laufen. Ich habe mir dann einige Videos guter Schwimmer angeschaut und gesehen, dass ein Beinschlag, der mit der Zugphase und auf der Seite des ziehenden Armes erfolgt, die Plattform bildet, um die Bewegung kraftvoll auszuführen. Wenn also der linke Arm anfängt zu ziehen, erfolgt links ein Beinschlag, der den Körper stabilisiert.

Dann bin ich ins Wasser und habe es probiert. Entsetzt musste ich feststellen, dass es mir unmöglich war, den Kick an dieser Stelle zu setzen. Wer sich diesen Vergleich zwischen mir und Mr. Smooth aus meiner Bildsequenz anschaut, erkennt warum:


Bildinhalt: schnodo vs. Mr. Smooth

Mein linkes Bein ist in dem Moment schon unten! Natürlich geht da nix.

Nach einigen Kilometern Rumprobieren und Kontrastübungen ist es mir gelungen, ein Gefühl für die gegenläufige Rotation zu entwickeln und den Beinschlag zum richtigen Zeitpunkt auzuführen. (Ich habe meinen uneinsichtigen Körper mit einem Trick überlistet: Anstatt das linke Bein kicken zu lassen, habe ich das rechte Bein aus dem Wasser gehoben. Danach klappte es irgendwann.)

Das Schwimmen ging plötzlich viel zügiger. Um sicherzugehen, dass ich mir nichts einbilde, habe ich nach sehr flott geschwommenen 50 m (mit Pull Buoy, nicht mal ansatzweise all out) auf die Uhr geschaut: Mit 42.x bin ich die 50 m schneller geschwommen als jemals zuvor. Und da ist noch einiges an Luft nach oben, weil ich mich auf der zweiten Bahn mit der Koordination wieder etwas verhaspelt habe.

Für heute bin ich hochzufrieden und zuversichtlich, dass alleine diese Erkenntnis meine Schwimmerei deutlich verbessern wird. Jetzt muss ich das nur noch sauber und reproduzierbar hinbekommen und dazu noch den Ellenbogen oben halten. :Cheese:

Su Bee 19.10.2017 20:43

Ich hab es (= den Moment) zwar nicht komplett verstanden (ich hoffe es ist nur zu spät am Abend), aber:
Herzlichen Glückwunsch - es klingt richtig gut!

schnodo 19.10.2017 21:00

Zitat:

Zitat von Su Bee (Beitrag 1337126)
Ich hab es (= den Moment) zwar nicht komplett verstanden (ich hoffe es ist nur zu spät am Abend)

Ich fürchte ,das hat eher mit meinem mangelnden literarischen Talent als mit der Uhrzeit zu tun. ;)

Zitat:

Zitat von Su Bee (Beitrag 1337126)
Herzlichen Glückwunsch - es klingt richtig gut!

Danke schön! :Blumen:

Ja, ich habe mich richtig gefreut. Vermutlich ist es morgen wieder katastrophal und ich will das Schwimmen ganz aufgeben. :Cheese:

Apropos katastrophal: Heute dachte ich schon, ich muss dringend mit meinen kalten Duschen aufhören, weil mein Temperaturgefühl komplett hinüber ist. Zum Glück konnte mich der Bademeister beruhigen - gestern gab es einen Defekt in der Beckenheizung und heute hatte das Wasser im Cabriobecken des Fächerbades fast 30 °C. :Lachen2:

Trillerpfeife 19.10.2017 21:00

Hey sauber! Freue mich für deinen Durchbruch. :)

30 Grad grins

Su Bee 19.10.2017 21:06

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1337130)

Ja, ich habe mich richtig gefreut. Vermutlich ist es morgen wieder katastrophal und ich will das Schwimmen ganz aufgeben. :Cheese:

Nein, ich glaube da besteht keine Gefahr.
Das hast du versaut.
Du bist komplett auf Schwimm-Droge... :Cheese:

schnodo 19.10.2017 21:20

Zitat:

Zitat von Trillerpfeife (Beitrag 1337131)
Hey sauber! Freue mich für deinen Durchbruch. :)

Vielen Dank! :Blumen:

Zitat:

Zitat von Trillerpfeife (Beitrag 1337131)
30 Grad grins

Echt übel wenn man es nicht gewohnt ist. :dresche

Zitat:

Zitat von Su Bee (Beitrag 1337134)
Du bist komplett auf Schwimm-Droge... :Cheese:

Zum Glück taucht die noch nicht auf der WADA-Liste auf und man muss auch das Auto nicht stehen lassen wenn man sich etwas zuviel genehmigt hat. :Cheese:

PS: Ich will doch noch ein Versuch wagen, zu veranschaulichen, was in "dem Moment" passieren soll. In dem Bild von Mr. Smooth und mir sieht man den Augenblick, wo der reinen Lehre nach der linke Beinschlag anfangen soll. D.h. wenn man es richtig macht, ist der linke Fuß oben, damit in Richtung Beckenboden gekickt werden kann.

Allerdings ist das nur bei Mr. Smooth so. Bei mir hängt das Bein zu diesem Zeitpunkt schon dort, wo es erst einen halben Armzug später hin soll. Dadurch ist der ganze Ablauf verhunzt und ich blockiere damit eine flüssige Bewegung.


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