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Flow 27.10.2020 08:28

Zitat:

Zitat von Bleierpel (Beitrag 1560833)
Sehr empfehlenswertes Buch! Bin gespannt wie es weiter gehen wird mit Oran...

Wenn du damit durch bist, könntest du dir sein korrespondierendes philosophisches Essay zu Gemüte führen. "L'homme revolté" (Dt. "Der Mensch in der Revolte").
Das Element des "Kampfes für Solidarität/Gemeinschaft gegenüber einer wenig greifbaren, alle bedrohenden 'Pest' " wird darin quasi philosophisch voll entwickelt, inklusive eines wilden Überblicks über mindestens die halbe Menschheitsgeschichte unter diesem Aspekt.
Empfehlenswert ... ;)

Bleierpel 27.10.2020 08:34

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1560836)
..."Der Mensch in der Revolte"......
Empfehlenswert ... ;)

Danke, gebongt und auf der Shoppingliste.

Bockwuchst 27.10.2020 08:35

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
Kein ganz neues Thema, aber wie erklären wir uns die auffällige Zweiteilung Deutschlands, Der Nordosten ist immer noch viel weniger betroffen als der Rest. Vor allem hatten wir das genau so bei der ersten Welle ja auch schon. Niedrige Bevölkerungsdichte verfängt nicht so richtig. Die beiden Landkreise in Bayern, Berchtesgandener Land und Rottal-Inn, die momentan faktisch Lockdown haben, sind ausgerechnet ziemlich ländlich geprägt.

deralexxx 27.10.2020 08:39

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1560839)
Kein ganz neues Thema, aber wie erklären wir uns die auffällige Zweiteilung Deutschlands, Der Osten und Norden (zum größten Teil die neuen Bundesländer) ist immer noch viel weniger betroffen als der Rest. Hatten wir genau so bei der ersten Welle ja auch schon. Niedrige Bevölkerungsdichte verfängt nicht so richtig. Die beiden Landkreise in Bayern, Berchtesgandener Land und Rottal-Inn, die momentan faktisch Lockdown haben, sind ausgerechnet ziemlich ländlich geprägt.

Mehr Vernunft.

Wie immer gibt es wahrscheinlich nicht die eine Ursache oder Erklärung sondern viele die zusammen spielen.


Derweil in der Schweiz:

https://www.srf.ch/news/schweiz/coro...a-nicht-testen

Zitat:

Abklärungen hätten gezeigt, dass unter den Gästen der Hochzeitsfeier Absprachen getroffen worden seien. So sei vereinbart worden, dass sich die Gäste nicht testen lassen, um eine allfällige Quarantäne zu umgehen, so Balmer.

Mehrere Gäste hätten später an einem Oktoberfest in Schwellbrunn sowie an anderen Aktivitäten teilgenommen. Es sei davon auszugehen, dass dort weitere Personen angesteckt wurden. «Ich bin entsetzt, dass sich in dieser Phase der Pandemie eine Minderheit der Bevölkerung ein solches Fehlverhalten leistet», sagt Balmer.

Lucy89 27.10.2020 08:51

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1560790)

P.S. Lucy, sorry, ich tippte während Deines zweiten Posts, ich wollte nicht dazwischen krakelen - heavy stuff .... :(

:Blumen:

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1560793)
Was mir zu schaffen macht, ist die Tatsache dass wir erst Oktober haben und nicht absehbar ist ob dass jetzt den ganzen Winter bis Februar oder März so weiter geht. Müsste eigentlich wenn wir einen starken Einfluss des Wetters vermuten. Wie sollen wir das durchhalten und was macht das mit uns als Gesellschaft? Die Nerven liegen ja jetzt schon blank. Was machen wir, wenn der "Widerstand" noch Zulauf bekommt und dann zb sich einem Lockdown im Januar oder Februar widersetzt? Der erste (softe) Lockdown hat doch nur funktioniert weil der gesellschaftliche Konsens noch halbwegs da war. Ein wirklich hartes Durchsetzen von staatlicher Seite kann man sich kaum vorstellen.

Das sind genau meine Gedanken. Ich weiß auch nicht wie das gehen soll. Andererseits, wenn die erste Welle von Toten (und das ist furchtbar!) kommt, dann werden auch diese Widerstandskämpfer wohl sehen, dass die Maßnahmen notwendig sind. Leider muss oft erst schlimmes passieren, bevor man es versteht. Das scheint mir kaum zu verhindern.

Matthias75 27.10.2020 08:52

Zitat:

Zitat von deralexxx (Beitrag 1560840)

Das sehe ich mal als Bestätigung meines Postings von gestern

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1560697)
Lass es mich nochmal so formulieren: Wenn ich die in den letzten Wochen zunehmende Unvernunft - oder vielleicht neutraler formuliert Lässigkeit - im Umgang mit den empfohlenen Massnahmen sehe (siehe das oben erwähnte Beispiel der Reiserückkehrer), brauche ich mir keine Gedanken über potentielle unbekannte Übertragungswege und deren Anteil an der Verbreitung zu machen.

Ich gehe davon aus, bzw. in einem konkreten Fall weiß ich es auch, dass auch bei uns die vorgeschriebenen Test und Massnahmen umgangen werden. Mit viel Glück - siehe der Link von Alexxx - kann man Wochen später ein Ereignis als Ausgangspunkt nachvollziehen. viel öfter wird man das nicht nachvollziehen können und wundert sich dann über die hohen Infektionszahlen.

M.

Helmut S 27.10.2020 08:59

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1560839)
Die beiden Landkreise in Bayern, Berchtesgandener Land und Rottal-Inn, die momentan faktisch Lockdown haben, sind ausgerechnet ziemlich ländlich geprägt.

Was Niederbayern betrifft könnte ein Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Situation bestehen. Es gibt ja nen Pulsschlag im Zwei- bis Dreischicht Takt aus allen Ecken und Enden des Regierungsbezirkes (und darüber hinaus) nach Dingolfing und Landshut zu BMW.

keko# 27.10.2020 09:11

Zitat:

Zitat von Bleierpel (Beitrag 1560833)
Ich lese gerade das (Taschenbuch-)Buch "Die Pest" von Albert Camus.
Er beschreibt auf den Seiten 89 ff sehr eindrücklich die Entwicklungen innerhalb der Bevölkerung:
- die Sperrung der Stadt Oran (quasi Lockdown)
- Nichtakzeptanz der Krankheit als existent
- die meisten waren empfindlich für das, was ihre Gewohnheiten stört oder ihren Interessen schadet

- die Behörden werden verantwortlich gemacht
- Meldungen über Todeszahlen werden in Frage gestellt (nicht alle starben schließlich an der Pest!) => Übersterblichkeit

- zunehmende Todesraten waren nicht stark genug, um die Bevölkerung zu beunruhigen; es handelt sich schließlich um einen zweifellos ärgerlichen, aber vorübergehenden Zustand
- man ist weiter in Cafes und den Terassen unterwegs, scherzt mehr als man klagt, man nimmt die offensichtlich vorübergehenden Unanehmlichkeiten halt hin...


Sehr empfehlenswertes Buch! Bin gespannt wie es weiter gehen wird mit Oran...

Das Buch steht bei mir im Regal, wie auch andere von ihm :)
Eine mir sehr nahestehende Person hat schon mehrere Lockdowns und Ausgangssperren über Monate hinweg erlebt. Auf den Hauptstraßen wurde dann auch oft scharf geschossen. Allerdings ging die Polizei nicht in gewöhnliche Wohnviertel hinein. Dort konnte man also im Kreise seiner Nachbarn und Freunde halbwegs sein gewohntes Leben leben.


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