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Hafu 27.05.2020 13:05

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1534797)
...
Die Zahl der Infizierten ist heute/März auch vergleichbar.

Insofern haben wir das gleiche Bedrohungs-Szenario.

Es sei denn, man lag damals mit Einschätzungen zur Suszeptibilität und/oder Gefährlichkeit der Erkrankung etwas daneben.

Wir haben vergleichbare Zahlen, aber wir haben - zum Glück- aktuell nicht ansatzweise das gleiche Bedrohungspotenzial wie Anfang März 2020.

Und das hat absolut nichts mit etwaigen damaligen Fehleinschätzungen der Krankheit zu tun, sondern sehr viel mit der weitaus detaillierteren Kenntnis der Übertragungswege der Krankheit (im Februar und März war aufgrund von übernommenen Vorerfahrungen mit Influenza die Schmierinfektion krass überschätzt und die Aerosolinfektion ebenso krass unterschätzt worden), mit der flächendeckenden Verfügbarkeit von geeigneter Schutzausrüstungen mit der um den Faktor 100 höheren täglichen Testkapazität für PCR-Verdachtstestungen, den weitaus besser funktionierenden Kontaktverfolgungen durch die Gesundheitsämter, den eingeschliffenen Meldewegen, den mittlerweile vorliegenden Behandlungsleitlinien zur bedarfsgerechten Versorgung von Covid-19-Patienten, den bereits verfügbaren antiviralen Medikamenten (Remdesivir wird bereits eingsetzt und in wenigen Tagen offziell zugelassen, mehrere vergleichbare Präparate weerden in den nächsten Monaten folgen), den brandneuen Erkenntnissen über die sogenannte Dispersion bei SARS-CoV (=schiefe Verteilung der Infektionshäufigkeit), der Kombination aus Hintergrundimmunität und echter erworbener Immunität in der Gruppe potenzieller Superspreader und dem allgemeinen Sommerklima-Effekt, der alleine dafür sorgt, dass wir uns aktuell und in den kommenden Wochen weitaus häufiger in Umgebungen aufhalten, in denen das Sars-CoV-2-Infektrisiko im Vergleich zu mäßig belüfteten innenräumen minimal ist.

Die Liste könnte man noch ein gutes Stück fortführen (anderes Sozialverhalten der Bevölkerung: wer begrüßt sich aktuell noch mit Küsschen und Umarmung; eingestellter Personenflugreiseverkehr, der maßgeblich zur weltweiten Ausbreitung der Pandemie beigetragen hat; wachsende und in vielen Bereichen des Berufslebens nachhaltige Verbreitung von Homeoffice, der wiederum auch den ÖPNV leerer macht und dort das Übertragungsrisiko senkt), aber irgendwann muss in so einem Post dann auch mal Schluss sein (sonst liest's ja keiner mehr).

Manche dieser Faktoren hätten isoliert betrachtet nur geringen Einfluss auf eine Pandemie, aber in ihrer Gesamtheit potenzieren sich all diese "marginal gains", wie uns Triathleten ja aus dem Training oder auch aus Aerotests bekannt sein müsste, zu einem aktuell gravierend niedrigerem Risiko- zumindest für die kommenden drei bis vier Monate.

Flow 27.05.2020 13:13

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1534812)
Wir haben vergleichbare Zahlen, aber wir haben - zum Glück- aktuell nicht ansatzweise das gleiche Bedrohungspotenzial wie Anfang März 2020.

Gut, das ist auch ein bißchen Definitionssache ... ;)

Das meiste, was du in der Folge schreibst, würde ich als (verbesserten) Umgang, bzw Möglichkeiten dazu, mit der (vergleichbaren) Bedrohung bezeichnen.

Hintergrundimmuniät betrifft den von mir angeführten Punkt der Suszeptibilität, und somit die Einschätzung der Grundannahmen. Ebenso wie ich die Übertragungswege diesen unter "Gefährlichkeit der Erkrankung" zuordnen würde. (PS: insofern sind dies die Punkte, die das Bedrohungs-Szenario tatsächlich verändern, wie usprünglich bereits benannt)

Hafu 27.05.2020 13:25

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1534815)
...Hintergrundimmuniät betrifft den von mir angeführten Punkt der Suszeptibilität, und somit die Einschätzung der Grundannahmen. Ebenso wie ich die Übertragungswege diesen unter "Gefährlichkeit der Erkrankung" zuordnen würde.

Die hintergrundimmunität gab es- wenn sie sich bestätigen sollte (bislang gibt es nur viele Indizien aber keine klare Quantifizierung im wissenschaftlichen Sinn) durchaus auch schon im März, aber man kann bei der Entscheidung über Eindämmungsmaßnahmen nicht mit einem Faktor rechnen und in Modellen abbilden, wenn man ihn nicht kennt und nicht quantifizieren kann.

Die detaillierte Kenntnis der Übertragungswege (und auch die Kenntnisse wann genau eine Person infektiös ist; im konkreten Fall ein Tag vor Symptombeginn bis vier Tage nach Auftreten erster Symptome ) spielt eine gravierende Rolle bei der Infekteindämmung und man kann mit diesen neu gewonnenen Erkenntnissen mit weitaus geringeren Einschränkungen von Betroffenen neue Infektherde austreten als im März als man mit mindestens zwei, teilweise bis zu 6 Wochen Quarantäne Infizierte und Kontaktpersonen isolierte.

Flow 27.05.2020 13:38

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1534817)
Die hintergrundimmunität gab es- wenn sie sich bestätigen sollte (bislang gibt es nur viele Indizien aber keine klare Quantifizierung im wissenschaftlichen Sinn) durchaus auch schon im März, aber man kann bei der Entscheidung über Eindämmungsmaßnahmen nicht mit einem Faktor rechnen und in Modellen abbilden, wenn man ihn nicht kennt und nicht quantifizieren kann.

Es gab sie "dann wohl" schon im März, allerdings nicht im Bedrohungs-Szenario des März'.

Bzw. wurde sie in den Modellen eben einfach mit dem Faktor 0 quantifiziert.
(entsprechend 100% Suszeptibilität)
Zitat:

Die detaillierte Kenntnis der Übertragungswege (und auch die Kenntnisse wann genau eine Person infektiös ist; im konkreten Fall ein Tag vor Symptombeginn bis vier Tage nach Auftreten erster Symptome ) spielt eine gravierende Rolle bei der Infekteindämmung und man kann mit diesen neu gewonnenen Erkenntnissen mit weitaus geringeren Einschränkungen von Betroffenen neue Infektherde austreten als im März als man mit mindestens zwei, teilweise bis zu 6 Wochen Quarantäne Infizierte und Kontaktpersonen isolierte.
Ja, prima.
Wie gehabt, sehe ich das als "Einschätzung der Gefährlichkeit der Erkrankung (im weitesten Sinn)" und Möglichkeiten des Umgangs mit der Bedrohung.

Um die Diskussionspunkte zu ordnen, möchte ich unterscheiden zwischen :
- tatsächliches Potential des Worst Case
- realistische Einschätzung desselben
- Umgang damit entsprechend der Kenntnislage
Diesbezüglich dann insbesondere auch im Vergleich März/heute.


Grüße ... :Huhu:

Triasven 27.05.2020 13:42

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1534812)
Und das hat absolut nichts mit etwaigen damaligen Fehleinschätzungen der Krankheit zu tun, sondern sehr viel mit der weitaus detaillierteren Kenntnis der Übertragungswege der Krankheit (im Februar und März war aufgrund von übernommenen Vorerfahrungen mit Influenza die Schmierinfektion krass überschätzt und die Aerosolinfektion ebenso krass unterschätzt worden)]

Oha, das wäre aber fatal, wenn man sich krass über bzw unterschätzt hat, bei den Übertragungswegen der Corona Viren im Unterschied zu Influenza Viren.

Denn so ziemliche alle Publikationem (auch die beim RKI) beschreiben die gleichen Übertragungswege der Influenza wie die bei Corona.
Drinnen-draussen, Tröpfchen Übertragung durch Niesen und Husten, Aerosole in der Luft usw. und auch Übertragung durch Händeschütteln.

Da kann ich überhaupt keine Unterschiede erkennen. Es wundert mich in der Tat, dass du diese (typischen) Übertragungswege hier als Neue Erkenntnis darstellst.

Der einzig wirklich gravierende Unterschied ist aus meiner Sicht die Inkubationszeit und (ggf.) die Agressivität. Wobei die Aggressivität auch auf die fehlende Immunität zurückzuführen sein könnte.

Aber auch diese Erkenntnisse hat man schon seit längerem.

Körbel 27.05.2020 14:10

Zitat:

Zitat von anlot (Beitrag 1534714)
Kann auch beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum manche immer völlig unrealistische Schreckenszenarien konstruieren?! Demnach dürfte niemand mehr das Haus verlassen, da überall ganz füchterliche Risiken lauern.

Sag ich doch: Angstmache.

Zwei Worte stören mich:

"mögliche" und "könnte"!

Frei nach dem Motto:
"Wenn der Hund bei der Jagd nicht scheisst, kann er den Hasen auch fangen."

Wieder so eine Angstmacherei.

Nobodyknows 27.05.2020 14:24

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1534828)
Zwei Worte stören mich:
"mögliche" und "könnte"!
Zitat:

Zitat von Zitat
Zweite Welle berechnet
27.05.2020 | News, von: Fabio Bergamin
Mit einem neuen mathematischen Modell berechnen ETH-​Forschende eine mögliche zweite Pandemiewelle in der Schweiz. Eine solche dürfte weit langsamer ansteigen als die erste, sie könnte allerdings mehr Todesopfer fordern.

Wieder so eine Angstmacherei.

Da die zweite Welle noch nicht stattfand sind die Worte "mögliche" und "könnte" doch korrekt angewendet. Welche Wortkreationen fände Herr Körbel denn angemessen?

Gruß
N. :Huhu:

runningmaus 27.05.2020 14:49

Ach ja, und heute auf Facebook gelesen: Das UKE Hamburg sucht nach Freiwilligen für eine Corona-Impfung. Also nicht jetzt sofort, aber sie suchen halt schon Freiwillige.

https://www.ndr.de/nachrichten/hambu...Acdrt_JNrJjm5k


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