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Flow 18.05.2021 20:25

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1602561)
Idee: wir richten uns nur noch nach "der Wissenschschaft" und "den Daten". Dann brauchen wir auch keine Politiker mehr - nicht mal eine Demokratie, denn wir wissen dann ja was richtig und wahr ist. Wir müssen nur alle die Regeln befolgen und die schöne neue Welt ist fertig! :Cheese:

Ich sehe noch nicht die Rolle des Menschen in deiner schönen neuen Welt ... ;)
Prinzipiell scheint er mir da gar nicht notwendig, sondern umgekehrt eher zu stören ... :Lachen2:

Klugschnacker 18.05.2021 20:31

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1602540)
Prima.
Dann könntest du an dieser Stelle ja etwas zurückrudern ... ;)

Du hattest das Thema "Unterstellung der Meinungsmache" genannt und darin eine "Delegitimierung der Presse" gesehen. EDIT : Ferner darin einen Wegbereiter zum "Nichtanerkennen von Fakten" gesehen.
Ich sehe in der "Überprüfung auf Meinungsmache" der einzelnen (!) Medien quasi eine ständige und notwendige Qualitätskontrolle (Qualität im vom weißen Hirsch weiter oben skizzierten Sinn).
Aktuell hier angeführte Beispiele für einzelne Medien wären die Welt, Volksverpetzer ...
Bestätigte Qualität schafft Vertrauen.

Der suggerierte "schwerwiegende Vorwurf" gegen quasi "die Presse als Ganzes" inklusive initiiertem Beweisverfahren scheint mir dann eher ein Wegbereiter in eine Schwarz-Weiß-Debatte ums Rechthaben ... ;)

Als prinzipielles (!) Gift hatte ich Suggestivdarstellung sowie Meinungs-Fakten-Vermengung angeführt.
Mangelnde Qualität füttert Zweifel.


Ja, klar. Ein interessantes philosophisches Thema, das deutlich tiefer geht, als du es hier sizzierst. Es könnte bei Interesse und Gelegenheit theoretisch im Kopf-Thread (weiter) diskutiert werden, falls dieser nicht exklusiv für "anti-theistische / antichristliche Inquisition und Kirchensturz" reserviert ist.
Gut. Und um dies nicht bloße Glaubensfrage oder Echokammerdesign sein zu lassen, scheint mir Vielfalt sowie obengenannte Qualitätsprüfung sinnvoll.

Sorry Flow, da steige ich nicht durch. Lässt sich irgendwie klarer ausdrücken, was Du meinst? Vielleicht wäre ja tatsächlich ein konkretes Beispiel hilfreich, das Deine Ansichten verdeutlicht.

Klugschnacker 18.05.2021 20:39

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1602538)
Ein konkretes Beispiel zur Änderung der journalistischen Aufarbeitung zwischen ca. 2007 und heute hätte ich (abgesehen von der inzwischen häufig auftauchenden "Haltungs"-Forderung, allem voran vom Journalistenverband):

Vor 1- 2 Jahren gab es entrüstete Artikel im Spiegel über eine AfD-Anfrage zur Häufigkeit von Inzest-Bedingten Behinderungen in türkisch-stämmigen Familien: man regte sich nur über die rassistische Unterstellung auf, und versenkte das Thema schnell.

Ca. 2007 habe ich noch im gleichen Spiegel (Print-Version) einen sachlichen, informativen Artikel über das Problem (daß in türkischen Familien häufig unter relativ engen Verwandten geheiratet wird, daß in Sonderschulen türkischstämmige Kinder mit geistigen Behinderung überproportional vertreten sind) und Ansätze zur Verringerung gelesen.

Jeder mag für sich beurteilen, was uns gesellschaftlich weiter bringt, der frühere oder der neuere Umgang mit dem Thema.

Ich finde, Du vergleicht Äpfel mit Birnen.

• Ein Artikel, der sich mit der AfD-Anfrage zu einem rassistisch sensiblem Thema befasst • Ein Artikel, der sich mit dem Thema selbst befasst

Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Ich bezweifle, dass man anhand dieses krummen Beispiels über journalistische Sorgfalt diskutieren kann.

Um Deine letzte Frage zu beantworten: Von der AfD möchte ich definitiv nichts über möglichen Inzest in türkischstämmigen Familien wissen. Geht’s noch? Als nächstes spricht dann Höcke über die Fruchtbarkeit der Menschen aus dem Senegal – ganz sachlich. Weil uns das weiterbringt.

LidlRacer 18.05.2021 20:54

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1602559)
Was im Artikel zu lesen ist, weckt zumindest berechtigte Zweifel am Wert der Studie. Gerade mal knapp 700 Probanden wurden beobachtet über 5 Wochen. Keine Konkrete Zahl von Ansteckungen, aber bei den aktuellen Inzidenzen wären es höchstens 1 - 2 - was statistisch wohl eher keine Aussage hat. Passt aber mal wieder zum Image der staatlichen Kommunikation zu Corona: Aussagen raushauen ohne eine plausible Datengrundlage, nur mit einem wissenschaftlichen "Schürzchen" behängt (Charité klingt doch immer gut). Fördert die Glaubwürdigkeit ungemein :Nee: .

Schön, dass Du zur mangelhaften Aussagekraft schon selbst schreibst, was ich gerade hätte schreiben wollen.
Obwohl Achgut (zufällig heute! ;) ) schreibt, dass die Ergebnisse "weitreichende Konsequenzen haben" müssen.
Was natürlich Quatsch ist.
"Staatlichen Kommunikation" dazu habe ich übrigens nicht in nennenswertem Umfang gefunden.

Mehr Infos übrigens hier:
https://www.besserweiter.de/pendler-...r-charite.html

Es waren aber doch erheblich mehr Infektionen: 26, wenn's ich's beim Überfliegen richtig gesehen habe.

Flow 18.05.2021 20:57

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602566)
Sorry Flow, da steige ich nicht durch. Lässt sich irgendwie klarer ausdrücken, was Du meinst? Vielleicht wäre ja tatsächlich ein konkretes Beispiel hilfreich, das Deine Ansichten verdeutlicht.

An welcher Stelle hapert es denn mit dem Verständnis ?

Weißer Hirsch hatte gewisse Ansprüche an Qualitätsjournalismus gestellt.
Ich befürworte das Stellen sowie die Evaluierung der Einhaltung dieser Ansprüche, quasi zur Qualitätssicherung. Und sei es im Endeffekt nur die Qualität der eigenen Auswahl.

Dabei beziehe ich mich auf einzelne Medien, die zu unterscheiden und individuell zu beurteilen sind.
Nicht auf "die Presse als Ganzes".

Ich nannte Aspekte, auf die es hierbei zu achten gilt.
Konkrete Bewertungen oder gar Vorwürfe, wie von dir unterstellt, habe ich nicht vorgenommen.

Um überhaupt eine Basis zu finden, könntest du eventuell nochmal deine Ausgangslage klären :
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602534)
Wir können lediglich zwischen verschieden vertrauenswürdigen Quellen unterscheiden.

Wie und anhand welcher Kriterien machen wir das ?

Fakten, Meinungen scheinen ja schonmal auszufallen :
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602534)
Alles, was Du vielleicht für ein Faktum hältst, ist eine Meinung, außer es handelt sich um Messdaten. Die Differenzierung zwischen Meinung und Fakten, auf die Du so viel Wert zu legen scheinst, ist uns in den meisten Fällen nicht möglich. Ob die Presse mit einer Aussage eine Meinung oder ein Faktum wiedergibt, kannst Du nicht wissen. Ich auch nicht.


Schwarzfahrer 18.05.2021 21:06

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602568)
Ich finde, Du vergleicht Äpfel mit Birnen.

• Ein Artikel, der sich mit der AfD-Anfrage zu einem rassistisch sensiblem Thema befasst • Ein Artikel, der sich mit dem Thema selbst befasst

Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Ich bezweifle, dass man anhand dieses krummen Beispiels über journalistische Sorgfalt diskutieren kann.

Es sind beides das gleiche Obst: es geht darum, eine Diskussion über ein vorhandenes Problem anzuregen. 2007 gab es dazu ein Artikel, in dem verschiedene Aspekte deutlich angesprochen und beleuchtet wurden. 2018 oder 19 gab es ein Artikel, in dem nur betont wurde, daß das Ansprechen des Problems Rassismus sei und sich deshalb verbietet.

Das Problem ist nicht weniger gravierend, weil es die AfD anspricht. Wenn wir gesellschaftliche Diskussionen immer ablehnen, nur weil (auch) die falschen mitdiskutieren, sprechen wir bald über gar nichts mehr.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602568)
Von der AfD möchte ich definitiv nichts über möglichen Inzest in türkischstämmigen Familien wissen.

Die AfD hat darüber nichts erzählt, sie wollte von der Regierung wissen, was der Kenntnisstand zu dem Thema ist (kein möglicher Inzest, sondern praktizierte kulturelle Tradition). Da sie keine Antwort erhielt, konnte sie schwer etwas darüber sagen. Die Frage ist nicht, ob Du von der AfD etwas hören willst, die Frage ist immer, ob Du Dich überhaupt über ein Thema informieren willst, oder ob Themen ignoriert werden, bloß weil die AfD sie anspricht.

Schwarzfahrer 18.05.2021 21:17

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1602569)
Schön, dass Du zur mangelhaften Aussagekraft schon selbst schreibst, was ich gerade hätte schreiben wollen.
Obwohl Achgut (zufällig heute! ;) ) schreibt, dass die Ergebnisse "weitreichende Konsequenzen haben" müssen.

Ich schrieb ja auch: falls es so stimmen täte, müßte es entsprechende Konsequenzen geben.
Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1602569)
"Staatlichen Kommunikation" dazu habe ich übrigens nicht in nennenswertem Umfang gefunden.

Nach dem ersten Artikel geht immerhin eine Verkehrsministerin mit der schönen Aussage hausieren, und es lief doch im Auftrag der Verkehrsministerkonferenz.
Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1602569)
Mehr Infos übrigens hier:
https://www.besserweiter.de/pendler-...r-charite.html

Es waren aber doch erheblich mehr Infektionen: 26, wenn's ich's beim Überfliegen richtig gesehen habe.

Umso dümmer so zu titeln. Die haben wohl das Prinzip mancher Angstmacher-Meldung auf die Positive Nachrichtenseite übertragen...

Klugschnacker 18.05.2021 21:42

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1602573)
Die Frage ist nicht, ob Du von der AfD etwas hören willst, die Frage ist immer, ob Du Dich überhaupt über ein Thema informieren willst, oder ob Themen ignoriert werden, bloß weil die AfD sie anspricht.

Ach komm! Die AfD denkt wohl, bloss weil die Kreide frisst, erkennen wir sie nicht am Fell.

Wenn sie sich ach-so-sachlich über den möglichen Inzest bei türkischstämmigen Familien erkundigt, hat sie doch ihr eigentliches Ziel längst erreicht. Auch wenn sie keine Antwort bekommt. Ebenso gut könnte sie scheinheilig nach dem Intelligenzquotienten jüdischer Kinder fragen. Es geht hier um nichts als die Diskriminierung von Menschen.

LidlRacer 18.05.2021 22:07

Der Spiegel hat sich etwas Zeit gelassen, nun aber auch einen immer noch lesenswerten Artikel zum #SchrappeGate / #WeltGate geschrieben:

#Divigate in der Coronapandemie
Die Manipulation, die keine war
In einem Thesenpapier wirft eine Autorengruppe Deutschlands Intensivmedizinern vor, mit falschen Zahlen Politik gemacht zu haben. Tausende Intensivbetten seien aus einer Statistik verschwunden. Was ist an dem Vorwurf dran?


Wer lieber Videos kuckt, wird auch bedient:
Querdenker fallen auf Rechenfehler rein: #DiviGate | WALULIS DAILY

Mo77 18.05.2021 22:21

Bereits 2011 ein Artikel jn der taz: https://taz.de/Behinderungen-von-Inz...dern/!5111122/
In der zeit https://www.zeit.de/gesellschaft/zei....google.com%2F

Hier wird nicht so darüber diskutiert in der überschrift das wort Mythos
https://m.tagesspiegel.de/wissen/hoh...oogl e.com%2F

In dr Türkei kommt man zu andrem Ergebniss.
Einer Studie der Hacettepe-Universität in Ankara zufolge ist die verbreitete Inzucht ein wichtiger Grund für die extrem hohe Kindersterblichkeit der Türkei.
https://www.derstandard.at/story/108...-familienkreis

LidlRacer 18.05.2021 23:30

Unschön:

Das Kuscheln mit der Querdenkerszene mittels dieses Fakenews-Artikels briingt der Welt viele zahlende Abonnenten:
:Kotz:

#WeltGate: Welt schafft mit umstrittener Berichterstattung einen Rekord bei Abo-Abschlüssen

Klugschnacker 19.05.2021 07:52

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1602535)
Schrappe stellt auf jeden Fall z.T. die gleichen Fragen wie ich, und ich verstehe daraus, daß darauf aus den öffentlich verfügbaren Informationen und Daten keine plausible Antwort abzuleiten ist.

Wenn Schrappe ein Experte ist, muss er sich nicht auf öffentlich verfügbare Daten beschränken. Ein Experte holt sich solche Zahlen nicht nur aus der Zeitung.

Erschüttern seine Irrtümer nicht seine Glaubwürdigkeit? Es handelt sich ja nicht um intelligente Irrtümer, sondern schlicht um Informationslücken und Schlamperei. Journalisten haben nur einen Nachmittag benötigt, um sie richtigzustellen.

Schwarzfahrer 19.05.2021 07:57

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602580)
Ach komm! Die AfD denkt wohl, bloss weil die Kreide frisst, erkennen wir sie nicht am Fell.

Wenn sie sich ach-so-sachlich über den möglichen Inzest bei türkischstämmigen Familien erkundigt, hat sie doch ihr eigentliches Ziel längst erreicht. Auch wenn sie keine Antwort bekommt. Ebenso gut könnte sie scheinheilig nach dem Intelligenzquotienten jüdischer Kinder fragen. Es geht hier um nichts als die Diskriminierung von Menschen.

Du widerlegst hier nicht die Tatsache, daß die informative Berichterstattung zunehmend einer Art betreuter Meinungsbildung Platz macht, sondern belegst nur, daß Du dies richtig findest.

Daß es die Unterschiede gibt, und es auch anders geht, zeigen die Links von Mo77 (danke):
Zitat:

Zitat von Mo77 (Beitrag 1602583)
Bereits 2011 ein Artikel jn der taz: https://taz.de/Behinderungen-von-Inz...dern/!5111122/
In der zeit https://www.zeit.de/gesellschaft/zei....google.com%2F

Hier wird nicht so darüber diskutiert in der überschrift das wort Mythos
https://m.tagesspiegel.de/wissen/hoh...oogl e.com%2F

In dr Türkei kommt man zu andrem Ergebniss.
Einer Studie der Hacettepe-Universität in Ankara zufolge ist die verbreitete Inzucht ein wichtiger Grund für die extrem hohe Kindersterblichkeit der Türkei.
https://www.derstandard.at/story/108...-familienkreis

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1602586)
Unschön:

Das Kuscheln mit der Querdenkerszene mittels dieses Fakenews-Artikels briingt der Welt viele zahlende Abonnenten:
:Kotz:

#WeltGate: Welt schafft mit umstrittener Berichterstattung einen Rekord bei Abo-Abschlüssen

Vielleicht ist es einfach nur Marktwirtschaft (oder Abstimmung mit den Füßen): viele Abonnenten wenden sich dahin, wo sie vielseitige Information finden, statt betreute Meinungsbildung. Und die Welt gehört m.M.n. noch zu den Seiten, wo man zum gleichen Thema eher mal auch unterschiedliche Ansichten zum gleichen Thema nebeneinander präsentiert bekommt (z.B. aktuell auch wieder Wie berechtigt sind Zweifel am Schrappe-Papier? als Gegenstück zum vorherigen Bericht).

Aber wer selbst auf aggressive Propaganda und sicher geglaubte Wahrheiten setzt, kann es sich vielleicht schwer vorstellen, daß der Gegner eben wegen dem Verzicht auf Propaganda und Einseitigkeit Anhänger findet, die gerne ihre Meinung selbst bilden.

Klugschnacker 19.05.2021 08:19

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1602592)
Aber wer selbst auf aggressive Propaganda und sicher geglaubte Wahrheiten setzt, kann es sich vielleicht schwer vorstellen, daß der Gegner eben wegen dem Verzicht auf Propaganda und Einseitigkeit Anhänger findet, die gerne ihre Meinung selbst bilden.

Ein typisches Querdenker-Selbstbild. Die anderen sind durch Propaganda manipuliert, man selbst bildet sich auf der Basis von Fakten eine eigene Meinung.

Das ist aus meiner Sicht eine teils amüsante, teils bedenkliche Form der Selbstüberschätzung (damit meine ich Dich nicht persönlich). Als Laie ist man de facto außerstande, sich selbst eine unabhängige Meinung zu bilden. Wenn das so einfach wäre, bräuchten wir keine hochausgebildeten Spezialisten und Experten. Sondern wir könnten einen Haufen Messdaten veröffentlichen, und die Bürger reimen sich dann alles selbst zusammen.

Sowohl die Befürworter als auch die Kritiker einer Maßnahme berufen sich auf Meinungen, Einschätzungen und Vordenker. Der Unterschied besteht darin, dass die einen diese Beeinflussung erkennen und die anderen nicht. Ich bin beispielsweise von Experten wie Drosten und Lauterbach beeinflusst und erkenne das ohne Umschweife an. Die Gegenseite hält die eigenen Urteile für das freie Ergebnis scharfen Nachdenkens.

Estebban 19.05.2021 08:28

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1602592)



Vielleicht ist es einfach nur Marktwirtschaft (oder Abstimmung mit den Füßen): viele Abonnenten wenden sich dahin, wo sie vielseitige Information finden, statt betreute Meinungsbildung. Und die Welt gehört m.M.n. noch zu den Seiten, wo man zum gleichen Thema eher mal auch unterschiedliche Ansichten zum gleichen Thema nebeneinander präsentiert bekommt (z.B. aktuell auch wieder Wie berechtigt sind Zweifel am Schrappe-Papier? als Gegenstück zum vorherigen Bericht).

Aber wer selbst auf aggressive Propaganda und sicher geglaubte Wahrheiten setzt, kann es sich vielleicht schwer vorstellen, daß der Gegner eben wegen dem Verzicht auf Propaganda und Einseitigkeit Anhänger findet, die gerne ihre Meinung selbst bilden.

Es hat wenige Stunden gedauert, bis das Schrappe Papier zerpflückt wurde. Das wäre elementare Aufgabe des Journalisten der WELT gewesen, so etwas zu prüfen bevor man damit wilde Stimmung macht („alles halb so wild, die Politik türkt die Zahlen“ etc).
Der „gegenartikel“ kam auf Grund des massiven Drucks zustande, dass sich selbst die Welt irgendwann mal äußern musste.

Wenn es die hochgelobten „unterschiedlichen Meinungen“ gewesen wären, hätte es mindestens diesen Artikel gleichzeitig geben müssen.
Die Welt steht sicherlich für Meinungs- und Pressevielfalt. Aber sie bildet eben einen Teil des Spektrums ab und nicht ausgewogene Meinungen.
Sie schreibt für Menschen, die grundsätzliches, massives Misstrauen gegenüber dem Staat haben und hat in den letzten Jahren im Zuge der massiv zurückgegangen Auflage sich immer weiter auf einige Zielgruppen eingeschossen und die radikal bespielt:

Coronamassnahmenkritiker bis leugner, siehe Schrappe Papier
„Eure Armut kotzt mich an“-Liberale, die am liebsten jeden Sozialstaat ausgehöhlt sähen, siehe ben Brechtken
Grenzrechte bis pseudo-Bürgerliche, siehe Reiner Meyer bzw Don Alphonso

Was die Taz für linke Klientel ist, ist mittlerweile bzw immer stärker die Welt (bzw. Wenn man sich noch ein wenig intellektueller fühlen möchte die NZZ).

Das ist gut so für Meinungsvielfalt und wichtig für eine Demokratie - es umzudeuten als „die einzigen die noch ausgewogen berichten“ ist ausgemachter blödsinn.

Ich empfinde sehr viele Artikel der Taz als „die einzig ausgewogenen“ bin mir aber der Tatsache bewusst, dass es eben nicht so ist, sondern einen Teil des Meinungsspektrums ausmacht. Das ist elementarer Teil von Medienkompetenz

captain hook 19.05.2021 10:16

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602591)
Wenn Schrappe ein Experte ist, muss er sich nicht auf öffentlich verfügbare Daten beschränken. Ein Experte holt sich solche Zahlen nicht nur aus der Zeitung.

Erschüttern seine Irrtümer nicht seine Glaubwürdigkeit? Es handelt sich ja nicht um intelligente Irrtümer, sondern schlicht um Informationslücken und Schlamperei. Journalisten haben nur einen Nachmittag benötigt, um sie richtigzustellen.

Sind wir wieder bei dem Thema mit den Daten. Wie ist Schrappe an seinen gekommen und von wo und was für welche waren das da? Von wem hat er einen Auftrag, welche Befugnisse hat er bestimmte nichtöffentliche Daten anzufragen und so weiter.


Weiterhin könnte man fragen, woher die Journalisten die Daten zur Überprüfung hatten und ob diese der einzig wahre August waren. Vielleicht hat man auch diese mit "gewünschten" Informationen "gefüttert"?

Es dürfte schlicht ein Irrglaube sein, dass in so einer Konstellation alle beteiligte Stellen losgelöst von sonstigen Interessen und Einflüssen einfach mal so solche Daten für jeden zur Verfügung stellen. Welche Interessen da zB betroffen sein könnten, kann man bei Hein weiter oben nachlesen.

Mo77 19.05.2021 10:24

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1602598)
Es hat wenige Stunden gedauert, bis das Schrappe Papier zerpflückt wurde. Das wäre elementare Aufgabe des Journalisten der WELT gewesen, so etwas zu prüfen bevor man damit wilde Stimmung macht („alles halb so wild, die Politik türkt die Zahlen“ etc).
Der „gegenartikel“ kam auf Grund des massiven Drucks zustande, dass sich selbst die Welt irgendwann mal äußern musste.

Wenn es die hochgelobten „unterschiedlichen Meinungen“ gewesen wären, hätte es mindestens diesen Artikel gleichzeitig geben müssen.
Die Welt steht sicherlich für Meinungs- und Pressevielfalt. Aber sie bildet eben einen Teil des Spektrums ab und nicht ausgewogene Meinungen.
Sie schreibt für Menschen, die grundsätzliches, massives Misstrauen gegenüber dem Staat haben und hat in den letzten Jahren im Zuge der massiv zurückgegangen Auflage sich immer weiter auf einige Zielgruppen eingeschossen und die radikal bespielt:

Coronamassnahmenkritiker bis leugner, siehe Schrappe Papier
„Eure Armut kotzt mich an“-Liberale, die am liebsten jeden Sozialstaat ausgehöhlt sähen, siehe ben Brechtken
Grenzrechte bis pseudo-Bürgerliche, siehe Reiner Meyer bzw Don Alphonso

Was die Taz für linke Klientel ist, ist mittlerweile bzw immer stärker die Welt (bzw. Wenn man sich noch ein wenig intellektueller fühlen möchte die NZZ).

Das ist gut so für Meinungsvielfalt und wichtig für eine Demokratie - es umzudeuten als „die einzigen die noch ausgewogen berichten“ ist ausgemachter blödsinn.

Ich empfinde sehr viele Artikel der Taz als „die einzig ausgewogenen“ bin mir aber der Tatsache bewusst, dass es eben nicht so ist, sondern einen Teil des Meinungsspektrums ausmacht. Das ist elementarer Teil von Medienkompetenz

Würden alle Thesen widerlegt oder sind nur einzelne Belege "zerpflückt"??

LidlRacer 19.05.2021 10:26

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1602613)
Sind wir wieder bei dem Thema mit den Daten. Wie ist Schrappe an seinen gekommen und von wo und was für welche waren das da? Von wem hat er einen Auftrag, welche Befugnisse hat er bestimmte nichtöffentliche Daten anzufragen und so weiter.


Weiterhin könnte man fragen, woher die Journalisten die Daten zur Überprüfung hatten und ob diese der einzig wahre August waren. Vielleicht hat man auch diese mit "gewünschten" Informationen "gefüttert"?

Es dürfte schlicht ein Irrglaube sein, dass in so einer Konstellation alle beteiligte Stellen losgelöst von sonstigen Interessen und Einflüssen einfach mal so solche Daten für jeden zur Verfügung stellen. Welche Interessen da zB betroffen sein könnten, kann man bei Hein weiter oben nachlesen.

Das klingt ziemlich schwurbelig.
Die Daten sind öffentlich verfügbar.
Um sie korrekt zu interpretieren, musste man jedoch eine gewisse Sorgfalt walten lassen und ebenfalls öffentlich verfügbare Erläuterungen beachten.
Wenn dann noch Unklarheiten blieben, hätte man jemanden fragen können, der sich damit auskennt.

All dies haben die Möchtegernexperten um Schrappe in ihrer Selbstüberschätzung ignoriert.

Ich denke, es ist kein Zufall, dass ihre zahlreichen Thesenpapiere von der Politik weitgehend ignoriert wurden.

Nebenbei frage ich mich, wie die Gruppe "arbeitet".
Basteln die alle zusammen wochenlang an so einem Papier, oder lassen die einfach mal den Schrappe machen, und setzen dann mit oder gar ohne kurzes Drüberschauen ihren Otto drunter?

captain hook 19.05.2021 10:46

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1602616)
Das klingt ziemlich schwurbelig.
Die Daten sind öffentlich verfügbar.
Um sie korrekt zu interpretieren, musste man jedoch eine gewisse Sorgfalt walten lassen und ebenfalls öffentlich verfügbare Erläuterungen beachten.
Wenn dann noch Unklarheiten blieben, hätte man jemanden fragen können, der sich damit auskennt.

All dies haben die Möchtegernexperten um Schrappe in ihrer Selbstüberschätzung ignoriert.

Ich denke, es ist kein Zufall, dass ihre zahlreichen Thesenpapiere von der Politik weitgehend ignoriert wurden.

Nebenbei frage ich mich, wie die Gruppe "arbeitet".
Basteln die alle zusammen wochenlang an so einem Papier, oder lassen die einfach mal den Schrappe machen, und setzen dann mit oder gar ohne kurzes Drüberschauen ihren Otto drunter?


Du glaubst, dass die echten Daten aller Krankenhäuser in ihren Einzelheiten ungefiltert und unbearbeitet für jeden zugänglich irgendwo rumliegen? Da hat also jeder direkten Zugriff auf jeden Krankenhausserver? Ich will nicht sagen, dass das unmöglich ist, es würde mich aber sehr wundern wenn hier so verfahren werden würde.

Ich sagen nicht, dass Schrappe recht hat oder die Journalisten. Ich wollte lediglich auf die Schwierigkeiten bei solchen Studien hinweisen.

Ich würde annehmen, dass eine Multimomentaufnahme vor Ort zu zuverlässigeren Ergebnissen führt als eine reine statistische Erhebung.

Die (Augenzeugen-)Berichte von den Stationen sind ja erschreckend. Da kann jeder rechnen, dass es nicht so ist, wenn man dann hingeht und es trotzdem so ist.

Estebban 19.05.2021 10:49

Zitat:

Zitat von Mo77 (Beitrag 1602615)
Würden alle Thesen widerlegt oder sind nur einzelne Belege "zerpflückt"??

Absolute Grundlagen der Vorwürfe aus dem Papier sind haltlos.

- es wird von verschwundenen Betten gesprochen. -> es wurde aber breit kommuniziert, dass im März umgestellt wurde auf nur noch erwachsenen Betten / addiert man die Kinderintensivbetten, die eigens Reported werden, bleibt alles gleich.

- es wird mit ein Prozentsatz an Menschen herbeifantasiert, der aus KH in Intensivstationen kommt. Die Berechnungsgrundlage ist falsch und vollkommen haltlos. Dadurch wird er Vorwurf haltlos

- dann wird die Mär von den reduzierten Intensivbetten weitererzählt ohne darauf einzugehen, dass es am Personalmangel scheitert - man kann sich ja mal als zu beatmender Patient in ein vorhandenes Bett legen, führt man sich dann den Schlauch selber ein?

- Es werden irreführende Zahlen verwendet - 43000 neue Pflegekräfte.... dass davon 2/3 auf Altenpflege entfallen wird dann mal kurz vergessen.


Usw usw, das sind bei weitem nicht alle Ungereimtheiten.
Das ganze Papier ist ein Witz.

captain hook 19.05.2021 10:55

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1602621)
Usw usw, das sind bei weitem nicht alle Ungereimtheiten.
Das ganze Papier ist ein Witz.

Weshalb da ja selbst von den erstellen schon an einigen Stellen ordentlich zurückgerudert wird. Das wird schon nen Grund haben. :Cheese: Bei der Masse an "Annahmen" die da getätigt wurden ist eigentlich offensichtlich, dass es ein ziemlich theoretisches Konstrukt ist was da gebaut wurde.

Weiß irgendjemand mit welcher Intuition und unter welchem Auftrag das Papier erstellt wurde?

Vielleicht würde das Aufschlüsse über die Art der getroffenen Annahmen geben?

Schwarzfahrer 19.05.2021 11:04

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602594)
Ein typisches Querdenker-Selbstbild. Die anderen sind durch Propaganda manipuliert, man selbst bildet sich auf der Basis von Fakten eine eigene Meinung. Das ist aus meiner Sicht eine teils amüsante, teils bedenkliche Form der Selbstüberschätzung

Du meinst also, eine eigene Meinung zu bilden überfordert den Menschen generell, deshalb braucht man "Vordenker", die einem sagen, welche Meinung richtig ist? Klingt für mich arg paternalistisch.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602594)
Als Laie ist man de facto außerstande, sich selbst eine unabhängige Meinung zu bilden. Wenn das so einfach wäre, bräuchten wir keine hochausgebildeten Spezialisten und Experten. Sondern wir könnten einen Haufen Messdaten veröffentlichen, und die Bürger reimen sich dann alles selbst zusammen.

Das sehe ich anders. Wenn es so wäre, wären auch Politiker außerstande, sich eine Meinung zu bilden - dann wären auch ihre Entscheidungen entbehrlich, weil man gleich die Fachleute machen lassen könnte. In jedem Bereich sind Fachleute wichtig für die Detailarbeit - aber über die Ergebnisse, und auch über die Qualität der Arbeit kann jeder seine eigene Meinung bilden, der sich etwas Mühe gibt. Es gibt hier ja auch jede Menge Meinung zu Elektroautos, Batterien und Wasserstoff, obwohl die wenigsten Ingenieure sind, die die Technik wirklich verstehen.
Wer auch immer das zuerst geschrieben hat, viel wahres ist dran:
Zitat:

Ich bin kein huhn, kann aber sagen, wenn eines faul ist
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602594)
Sowohl die Befürworter als auch die Kritiker einer Maßnahme berufen sich auf Meinungen, Einschätzungen und Vordenker. Der Unterschied besteht darin, dass die einen diese Beeinflussung erkennen und die anderen nicht. Ich bin beispielsweise von Experten wie Drosten und Lauterbach beeinflusst und erkenne das ohne Umschweife an. Die Gegenseite hält die eigenen Urteile für das freie Ergebnis scharfen Nachdenkens.

Das ist Deine Meinung darüber, was in anderen Köpfen (außerhalb Deiner Reichweite) vorgeht. Man kann es auch so sehen: einige sind sich der überlegenen Autorität von Drosten o. Lauterbach sicher, so daß sie andere Meinungen gar nicht anhören. Andere hören sich verschiedene Meinungen an, und ziehen unterschiedliche Schlüsse: ein Teil glaubt Drosten, andere lassen sich von anderen Argumenten überzeugen, oder zumindest zu kritischen Fragen anregen. Eine Meinung ist nie das "freie Ergebnis scharfen Nachdenkens", sondern das Ergebnis von Informationen aus verschiedenen Quellen, also immer eine Beeinflussung von außen. Die unterschiede entstehen aber durch die persönliche Bewertung - bei dem einen überwiegt die Bewertung der Quelle, beim anderen überwiegt die Bewertung des Inhalts. Diese Bewertung erfolgt auf Grund des Informationshintergrunds und der persönlichen Erfahrungs- und Glaubenswelt. Darum kann es nie eine einheitliche Meinung von allen geben, und schon gar keine "einzig richtige".

LidlRacer 19.05.2021 11:07

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1602619)
Du glaubst, dass die echten Daten aller Krankenhäuser in ihren Einzelheiten ungefiltert und unbearbeitet für jeden zugänglich irgendwo rumliegen? Da hat also jeder direkten Zugriff auf jeden Krankenhausserver? Ich will nicht sagen, dass das unmöglich ist, es würde mich aber sehr wundern wenn hier so verfahren werden würde.

Ich sagen nicht, dass Schrappe recht hat oder die Journalisten. Ich wollte lediglich auf die Schwierigkeiten bei solchen Studien hinweisen.

Offensichtlich hast Du Dich mit dem Thema nicht befasst und vermutest jetzt wild irgendwas herum.
Es geht im Wesentlichen um die öffentlichen DIVI-Daten.
Und von einer "Studie" kann man bei diesem Witz-Papier nicht sprechen.

Matthias75 19.05.2021 11:15

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1597793)
Das Verwaltungsgericht Weimar hat einen Eilantrag abgelehnt, mit dem die Maskenpflicht gekippt werden sollte. Der Eilantrag wurde wohl zusätzlich zu oben genannten Verfahren gestellt.

Zudem stellte das Verwaltungsgericht fest, dass dem Richter, der per einstweiliger Verfügung die Maskenpflicht aussetzen und gleichzeitig Präsenzunterricht anordnen wollte, als Familienrichter die Befugnis fehlt, um entsprechende Anordnungen gegen Behörden zu erlassen.

Offensichtlich hatte man sich von Seiten der Querdenkerszene gezielt diesen Richter ausgesucht, da dessen Einstellung zur Maskenpflicht bekannt ist. Wäre interessant, ob das irgendwelche Konsequenzen für ihn hat.

M.

Und das zuständige Thüringer Oberlandesgericht hat den Beschluss des Familienrichters jetzt aufgehoben. Beschwerde beim Bundesgerichtshof ist möglich. Kann also sein, dass es in die nächste Runde geht.

M.

Schwarzfahrer 19.05.2021 11:15

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1602598)
Es hat wenige Stunden gedauert, bis das Schrappe Papier zerpflückt wurde.

Na ja, für den einen ist es zerpflücken, für den anderen waren es Teil-antworten auf die von Schrappe aufgeworfenen Fragen (darum stellt er die Fragen, damit Antworten öffentlich werden), und Detailkorrekturen seiner Aussagen, ohne die Kernaussagen widerlegen zu können.
Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1602598)
Die Welt steht sicherlich für Meinungs- und Pressevielfalt. Aber sie bildet eben einen Teil des Spektrums ab und nicht ausgewogene Meinungen.

Natürlich hat jede Redaktion seine Schwerpunkte und Ausrichtung - das ist auch gut so, die Menschen sind ja auch unterschiedlich. Eine koplett ins gleiche Horn blasende Presselandschaft habe ich in meiner Jugend zu Genüge gehabt. Ich finde die Welt aber immer noch weniger einseitig, als viele anderen großen Blätter; in dieser Hinsicht fand ich noch vor 15 - 20 Jahren die meisten überregionalen Zeitungen ausreichend vielseitig - das hat sich deutlich geändert.
Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1602598)
Was die Taz für linke Klientel ist, ist mittlerweile bzw immer stärker die Welt (bzw. Wenn man sich noch ein wenig intellektueller fühlen möchte die NZZ).

Das ist gut so für Meinungsvielfalt und wichtig für eine Demokratie - es umzudeuten als „die einzigen die noch ausgewogen berichten“ ist ausgemachter blödsinn.

Habe ich das Wort ausgewogen benutzt? das meinte ich sicher nicht. Mir geht es einfach darum, daß ich in der Welt häufiger relativ gegensätzliche Meinungen finde, als in vielen anderen Plattformen, die zunehmend einseitig auf eine bestimmte enge Klientel zielen, und darum aus der Welt ein breiteres Bild zur eigenen Meinungsbildung bekomme, wobei ich natürlich dort auch häufiger eine Sicht auf die reale Welt darin finde, die zu meinen Wertvorstellungen passt.

Mo77 19.05.2021 11:18

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1602621)
Absolute Grundlagen der Vorwürfe aus dem Papier sind haltlos.

- es wird von verschwundenen Betten gesprochen. -> es wurde aber breit kommuniziert, dass im März umgestellt wurde auf nur noch erwachsenen Betten / addiert man die Kinderintensivbetten, die eigens Reported werden, bleibt alles gleich.



Usw usw, das sind bei weitem nicht alle Ungereimtheiten.
Das ganze Papier ist ein Witz.

Wenn in dieser Rechnung aber mit prozentualen Belegungen Monitoring betreibe und die prozentuale Belegung verwende um Maßnahmen zu begründen müsste ich den Bestand aber gleich lassen. Da kann ich nicht Kinderbetten abziehen.
Dann habe ich danach eine höhere prozentuale Belegung.

Ich weiß aber nicht ob das so passiert ist und wenn war es nicht der Hintergedanke der Anpassung.
Es würde auch unabhängig der gesamten Betzenbelegung sehr arg auf die Coronazahlen geschaut. Gleichzeitig könnten aber andere Belegungen reduziert werden so dass es zumindestens statistisch nicht in dem Maß an Zunahme gekommen ist wie das reine erwähnen der Coronafallzahlen suggeriert.
Natürlich wird das nicht ohne Hintergedanken gemacht. Jeder lebt in seiner eigenen Blase und unterliegt einer gewissen selektiven wahrehmung.

Ich finde es sehr gut, dass es nicht kollabiert ist. Glaube allerdings nicht, dass es so knapp gewesen ist wie manch ein Marktschreier vermuten hat lassen.
Bestimmt hat das warnende Element die Zahlen auch durch Verhaltensanpassung gesenkt.

Klugschnacker 19.05.2021 11:55

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1602625)
Du meinst also, eine eigene Meinung zu bilden überfordert den Menschen generell, deshalb braucht man "Vordenker", die einem sagen, welche Meinung richtig ist? Klingt für mich arg paternalistisch.

Ja, ungefähr so verhält es sich mit den meisten komplexen Sachzusammenhängen. Du lässt diese einfache Tatsache durch eine zugespitzte Formulierung etwas schräg klingen, aber im Kern ist es genau so. Die "Vordenker" sind allerdings Menschen, die sich auf ihrem Gebiet gut auskennen und unser Vertrauen verdienen.

Es steht aber trotzdem jedem frei, eine "eigene" Meinung zu vertreten. Niemand wird Lischen Müller daran hindern, ihre Ansichten zu Einsteins Feldgleichungen, zum Einfluss des Amazonas auf das Weltklima, Tempo 130 auf Autobahnen oder Corona-Viren zu äußern.

Wir sollten dann noch klären, was die Überzeugungskraft der Meinung von Lischen Müller von der Meinung Prof. Drostens unterscheidet, wenn es um Corona-Viren geht.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1602625)
Eine Meinung ist nie das "freie Ergebnis scharfen Nachdenkens", sondern das Ergebnis von Informationen aus verschiedenen Quellen, also immer eine Beeinflussung von außen. Die Unterschiede entstehen aber durch die persönliche Bewertung - bei dem einen überwiegt die Bewertung der Quelle, beim anderen überwiegt die Bewertung des Inhalts.

Du bist nicht in der Lage, den sachlichen Inhalt von komplexen wissenschaftlichen Themen zu bewerten. Ebensowenig wie ich. Dazu fehlt uns die Kompetenz auf dem jeweiligen Gebiet. Das würdest Du sofort einsehen, wenn ich behauptete, ich könnte als Laie über Sachfragen aus Deinem Arbeitsgebiet urteilen.
:Blumen:

tandem65 19.05.2021 12:07

Hi Arne,

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602633)
Du bist nicht in der Lage, den sachlichen Inhalt von allen komplexen wissenschaftlichen Themen zu bewerten.

ich habe mal nur ein klein wenig präzisiert.:Blumen:

sabine-g 19.05.2021 12:16

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602633)
Du bist nicht in der Lage, den sachlichen Inhalt von komplexen wissenschaftlichen Themen zu bewerten.

Das ist aber genau das was hier seit längerem passiert.
Man glaubt es besser zu wissen als die von den Regierungsparteien konsultierten Experten - hier überwiegend den Virologen.
Wenn man es dann noch verpackt neigen andere ( leichtgläubige und beeinflussbare oder realitätsfremde ) dazu sich diesen Thesen anzuschließen und sie weiter zu verbreiten.
Schon haben wir die schönste Querdenkerszene geschaffen.

Estebban 19.05.2021 12:26

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1602623)
Weshalb da ja selbst von den erstellen schon an einigen Stellen ordentlich zurückgerudert wird. Das wird schon nen Grund haben. :Cheese: Bei der Masse an "Annahmen" die da getätigt wurden ist eigentlich offensichtlich, dass es ein ziemlich theoretisches Konstrukt ist was da gebaut wurde.

Weiß irgendjemand mit welcher Intuition und unter welchem Auftrag das Papier erstellt wurde?

Vielleicht würde das Aufschlüsse über die Art der getroffenen Annahmen geben?

Die Welt hat massenhaft neue „Plus-Abonnenten“ in den letzten Tagen gewonnen...

LidlRacer 19.05.2021 12:37

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1602629)
Na ja, für den einen ist es zerpflücken, für den anderen waren es Teil-antworten auf die von Schrappe aufgeworfenen Fragen (darum stellt er die Fragen, damit Antworten öffentlich werden), und Detailkorrekturen seiner Aussagen, ohne die Kernaussagen widerlegen zu können.

Warum sollte man sich weiter mit Thesen (es ist ein "Thesenpapier", kein "Fragenpapier" - im Text kommt kein einziges Fragezeichen vor!) von Leuten befassen, die gerade hinreichend bewiesen haben, dass sie keine Ahnung von dem Thema haben, über das sie sich Urteile anmaßen?

Selbst ihre teilweisen Korrekturen sind teilweise wieder falsch.

captain hook 19.05.2021 12:49

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1602640)
Die Welt hat massenhaft neue „Plus-Abonnenten“ in den letzten Tagen gewonnen...

Hat die Welt das in Auftrag gegeben?

LidlRacer 19.05.2021 13:07

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1602644)
Hat die Welt das in Auftrag gegeben?

Nein, die schreiben ständig Thesenpapiere ohne Auftrag.

Estebban 19.05.2021 13:10

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1602644)
Hat die Welt das in Auftrag gegeben?

Veröffentlicht wurde das Papier auf einem Welt-Server.
Zeitgleich mit fertigen Artikeln, Interviews und einem Kommentar.

Es gab wohl zumindest eine „Zusammenarbeit“.

Ob die Welt es in Auftrag gab? Vermutlich nein. Profitiert Sie von den Vorwürfen? Ja

captain hook 19.05.2021 13:12

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1602643)
Warum sollte man sich weiter mit Thesen (es ist ein "Thesenpapier", kein "Fragenpapier" - im Text kommt kein einziges Fragezeichen vor!) von Leuten befassen, die gerade hinreichend bewiesen haben, dass sie keine Ahnung von dem Thema haben, über das sie sich Urteile anmaßen?

Selbst ihre teilweisen Korrekturen sind teilweise wieder falsch.

Möchtest du Herrn Schrappe persönliche Unkenntnis in dieser Angelegenheit unterstellen? Ich will ihn nicht verteidigen. Aber angesichts seiner beruflichen Laufbahn ist es nicht besonders abwegig, dass er sich mit solchen Dingen beschäftigt.

Spannender als sich mit dieser Frage zu beschäftigen wäre, wie er auf das Ergebnis gekommen ist. Und warum er auf dieses Ergebnis gekommen ist.

Schwarzfahrer 19.05.2021 13:15

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602633)
Ja, ungefähr so verhält es sich mit den meisten komplexen Sachzusammenhängen. Du lässt diese einfache Tatsache durch eine zugespitzte Formulierung etwas schräg klingen, aber im Kern ist es genau so. Die "Vordenker" sind allerdings Menschen, die sich auf ihrem Gebiet gut auskennen und unser Vertrauen verdienen.

Ja, so kann man die Welt sehen. Das führt für mich aber in logischer Konsequenz auch zurück zu etwas, wie die Demokratie der alten Griechen war: Wahlrecht nur für eine ausgewählte Elite, diesmal nicht über Stand und Vermögen sondern über Expertentum definiert - die anderen können doch eh nicht beurteilen, worüber abgestimmt wird.
Meine Vision ist das nicht.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602633)
Du bist nicht in der Lage, den sachlichen Inhalt von komplexen wissenschaftlichen Themen zu bewerten. Ebensowenig wie ich. Dazu fehlt uns die Kompetenz auf dem jeweiligen Gebiet. Das würdest Du sofort einsehen, wenn ich behauptete, ich könnte als Laie über Sachfragen aus Deinem Arbeitsgebiet urteilen.
:Blumen:

Hier irrst Du Dich. Du kannst meine Kompetenz nicht beurteilen, über die eigene mag jeder selbst urteilen. Sachkompetenz im Detail und Urteilsfähigkeit (Meinungsbildung) in einer Sache sind aber zwei paar Stiefel. Ich weiß z.B., daß ich jedem mit durchschnittlicher Auffassungsgabe mein Arbeitsfeld, mein Projektstand soweit darlegen kann, daß er eine eigene Meinung über Sachfragen bilden kann, soweit er interessiert ist. Das ist sogar mein täglich Brot, da ich meine Sachergebnisse so aufbereiten muß, daß Manager mit geringem bis keinem Verständnis des technischen Gebiets Entscheidungen fällen (die ich natürlich über meine Ausarbeitung in gewissem Rahmen beeinflussen kann, aber ich kann nie alle ihre Bewertungskriterien vorhersehen, und ihre Meinung kann sich völlig von meiner unterscheiden, ohne daß meine Kompetenz angezweifelt wird).

LidlRacer 19.05.2021 13:18

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1602650)
Möchtest du Herrn Schrappe persönliche Unkenntnis in dieser Angelegenheit unterstellen? Ich will ihn nicht verteidigen. Aber angesichts seiner beruflichen Laufbahn ist es nicht besonders abwegig, dass er sich mit solchen Dingen beschäftigt.

Spannender als sich mit dieser Frage zu beschäftigen wäre, wie er auf das Ergebnis gekommen ist. Und warum er auf dieses Ergebnis gekommen ist.

Die Fehler sind derart haarsträubend, dass man Unkenntnis unterstellen muss.
Absichtlich kann man so einen Mist nicht schreiben.

Man muss nicht über Ergebnisse reden, wenn die Eingangsdaten grundlegend falsch sind.

Rubbish in - rubbish out.

Matthias75 19.05.2021 13:30

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1602650)
Möchtest du Herrn Schrappe persönliche Unkenntnis in dieser Angelegenheit unterstellen? Ich will ihn nicht verteidigen. Aber angesichts seiner beruflichen Laufbahn ist es nicht besonders abwegig, dass er sich mit solchen Dingen beschäftigt.

Spannender als sich mit dieser Frage zu beschäftigen wäre, wie er auf das Ergebnis gekommen ist. Und warum er auf dieses Ergebnis gekommen ist.

Ich würde zumindest vermuten, dass er bei der Datenbeschaffung und/oder der Datenauswertung nicht ganz unvoreingenommen war, also für ihn schon zumindest grob feststand, was er belegen oder widerlegen wollte. So wirkt zumindest die sehr unterschiedliche Gewichtung verschiedener Ungenauigkeiten.

M.

LidlRacer 19.05.2021 13:46

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1602655)
Ich würde zumindest vermuten, dass er bei der Datenbeschaffung und/oder der Datenauswertung nicht ganz unvoreingenommen war, also für ihn schon zumindest grob feststand, was er belegen oder widerlegen wollte. So wirkt zumindest die sehr unterschiedliche Gewichtung verschiedener Ungenauigkeiten.

M.

Ja, das kommt verschärfend hinzu.

Anscheinend weiß hier nicht jeder über die Schrappe-Gruppe Bescheid. Das sind die, die quasi von Anfang an in Schwarzfahrers Sinne gegen viele Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung sind und in erster Linie für Eigenverantwortung eintreten (etwas vereinfacht).
Mit anderen Worten:
Sie wollen mehr Kranke, mehr Leute auf Intensivstationen, mehr Tote.

captain hook 19.05.2021 14:17

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1602655)
Ich würde zumindest vermuten, dass er bei der Datenbeschaffung und/oder der Datenauswertung nicht ganz unvoreingenommen war, also für ihn schon zumindest grob feststand, was er belegen oder widerlegen wollte. So wirkt zumindest die sehr unterschiedliche Gewichtung verschiedener Ungenauigkeiten.

M.

Das ist ein deutlicher Unterschied dazu, dass er keine Ahnung davon hat. Im Gegenteil. Es ist wesentlich einfacher ein auf den ersten Blick ordentliches Papier vorzulegen dem man einen gewissen Touch verpassen will wenn man viel Ahnung hat, weil man dann die Stellschrauben besser bedienen kann.

Wenn man es zu offensichtlich macht, nimmt man es ihm dann halt am Ende trotzdem auseinander.


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