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Acula 25.09.2019 11:54

Saisonrückblick
 
Vielen Dank für den vorgeschlagenen Trainingsplan. Ich denke den werde ich im Oktober so mal testen. Er ist etwas anders als ich ihn mir überlegt hätte, aber ich denke das ist gut um einfach etwas aus dem eigenen Abläufen rauszukommen. Ich freue mich drauf und denke, dass er mir helfen wird.

Kommen wir nun zur weiteren Reflexion des Trainingsjahres. Eine Warnung vor ab: Es wird chaotisch :Cheese:
Wenn ich erstmal über mein Jahr nachdenke, bin ich eigentlich zufrieden. Es haben einige Dinge gut geklappt und andere Dinge nicht so. Was nicht so geklappt hat, wie ich es mir erwünscht habe, war die Trainingsintensität. Beim Radfahren hat das sogar ganz gut geklappt, aber beim Laufen nur unregelmäßig und mit zu wenig Arbeit im WK-Tempo-Bereich. Ich hatte aber in allen drei Sportarten das Problem einen guten Umfang aufzubauen.

Was jedoch sehr schön ist, ist die Entwicklung der Trainingsgruppe. Unsere Abteilung ist noch sehr jung (3 Jahre nun) und in der Zeit, in der ich jetzt im Verein bin, sind doch einige Athleten dazugekommen. Ich habe viele schöne Radtouren gehabt, die ich so alleine nie gefahren wäre. Auch einige "verrückte" Dinge wie 40 km mit dem Rad zu einem 10 km Lauf fahren und dann 40 km all-out mit dem Rad zurückfahren hätte ich alleine nie gemacht. Dadurch habe ich eingie schöne Erfahrungen gesammelt, Dinge über mich gelernt und vor allem viele Freunde gefunden. Wofür ich meinen Vereinskollegen echt dankbar bin, ist die Freude die mir der Verein am Triathlon gebracht hat. Einige hier werden es Wissen, aber ich habe von 2014-2015 ein Jahr lang Triathlon gemacht (kein Background in den Sportarten) und habe unter anderem auch wegen mangelndem Spaß aufgehört. Sicherlich ist der Spaß nicht nur von der Gruppe abhängig, aber es gibt Phasen da hilft sie mir einfach ungemein.

Mit meinen Wettkampfverläufen bin ich leider nicht zufrieden. Ich habe einige Laufwettkämpfe verpasst und das aus diversen Gründen. Ein mal war ich spontan im Urlaub, Krankheit, Beerdigung, Seminarwochenende, .... you name it. Unterm Strich waren meine Wettkämpfe also:
6 km Lauf 24. Mai in 22:49 Minuten. Nach ~ 200 Lauf km war das ein vielversprächender Auftakt.
SD in Darmstadt am 9.6. in 1:15 h. Ein katastrophales schwimmen, ein kaputter Einteiler, überpaced am Bike und eingebrochen beim Laufen. Ein Tag zum vergessen
10 km Lauf 10.6. in 39:55 nach 40 km Radanreise und auch hier überpaced im Mittelteil.
5.7. 11 km in 47 Minuten nachdem ich nach ca. 6 km eine Überlastung/Zerrung hatte.
4.8. SD am Silbersee. Wunderschöne Veranstaltung und ein gutes Rennen für mich. Auf einer schwierigen Radstrecke (300 hm auf 23 km) gab es nur einen 32er Schnitt, dafür beim Laufen trotz 65 hm eine 3:56er Pace ohne all out zu laufen. Schwimmen wieder nur semi
11.8. SD als Teamstaffel. Einfach ein cooles Event
18.8. OD in Rodgau. Ein guter Wettkampf mit 2:22 h am Ende. Auf dem Rad hatte ich Magenkrämpfe und Probleme in den Hamstrings. Am Ende hat es über 41 km für einen 35,5er Schnitt gereicht und das bei lächerlichen 189 W auf einer komplett flachen Strecke mit nur 2 Wendepunktkurven. Hier war der Lauf in 42:20 Minuten leider enttäuschend und das Schwimmen eigentlich auch. 26 Minuten über 1400 m sind okay und ich hatte zu Beginn enorme Probleme mit der Atmung. Dies verdeutlich, dass ich auf der ersten ~ 600 m nur 30 s schneller war als auf den letzten ~ 800 m.
Was fällt mir also unterm Strich auf? Ich habe im Sommer gute Fortschritte auf dem Rad gemacht. Ich habe wenig Fortschritte beim Laufen gemacht. Meine Pace bei lockeren Läufen wurde zwar schneller, aber oben raus hat das nichts verändert. Beim Schwimmen bin ich auf kurze Distanzen nicht schneller geworden seit April, jedoch verkrafte ich Umfang (3 km Einheiten) und harte Serien (bspw. 20*100 in 400 m Pace) deutlich besser oder überhaupt erst seit Juli/August. Auch das schwimmen mit Paddles geht deutlich besser, so dass ich hier auch von Fortschritten sprechen würde. Außerdem klappt das schwimmen im WK deutlich besser, was sicherlich auch auf mehr Selbstbewusstsein im See zurückzuführen ist.
Ich habe aber das Gefühl, dass mir noch so ein richtig guter Wettkampf fehlt. Bei meinem ersten Lauf hat zB alles gestimmt.Aber vielleicht hat man dieses Gefühl auch einfach in so einem Sport, wo nun mal nicht jede Sportart immer gleich gut klappen kann. Spaß hatte ich aber bei allen Wettkämpfen, außer der SD in Darmstadt. Da war ich das ganze Rennen über gestresst und hatte keine Ruhe/keinen Spaß.

Was ist mir Trainingstechnisch aufgefallen? Hier würde ich vor allem konstanz ansprechen, welche nächste Saison besser werden muss. Ansonsten dürfte der Umfang der wichtigste Punkt werden. Danach würde ich Kraft/Stabilität und Tempo beim Laufen sowie Schwimmen ansprechen. Auch die spezifische Kraft sollte ich im Winter ansprechen, so dass ich mich im Frühjahr auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren kann. Auch das Gewicht sollte ich noch etwas reduzieren (können).

Jetzt steht weiterhin erstmal das genesen an und es wird stetig besser. Mittlerweile kann ich auch Dinge wie Wasserkästen und co wieder problemlos tragen und hochheben. Auch sitzen klappt langsam wieder einigermaßen. Nur vom laufen bin ich noch ein Stück weit entfernt.
Ich bin aber optimistich. Es gibt einige Dinge die ich besser machen kann (Trainingsinhalte im Winter, ein zu viel in manchen Wochen, nicht jede Radtour in der Gruppe mitfahren wenn es zu hart wird). Leider kam Gestern eine kleine Hiobsbotschaft.
Unser Schwimmbad wird bis mindestens Jahresende geschlossen. Da es die letzten 3 Wochen bereits zu war, bedeutet dies 4 Monate ohne das Bad. Wir haben hier noch ein kleines, wo ich zum Glück über den Verein 2 mal die Woche hin kann. Allerdings erst ab Mitte Oktober und die Einheiten sind nicht wirklich nach meinem Geschmack. Die eine Einheit ist total kurz (nur so 1600 m), wenig Kraul, wenig Tempo und in meinen bescheidenen Augen einfach wenig hilfreich. Die andere ist mit knapp 75 Minuten und zumindest ~ 2,5 km etwas anspruchsvoller. Mein Plan war eigentlich im Winter wirklich viel zu schwimmen, da ich meinen Laufumfang ja nur langsam aufbauen kann. Das fällt nun wohl raus und die beiden Vereinstrainingstermine sind auch nicht die, die ich normal wargenommen hätte. Meine Trainingsgruppen sind aber in dem Schwimmbad, welches jetzt zu macht. Ob das Bad ab Jahresanfang wirklich auf hat, wird man dann sehen. Ich bin da zumindest leicht skeptisch. Ich werde mal schauen, wo es hier in der nähe noch Bäder gibt und ob man da realisierbar hinkommt.

Necon 25.09.2019 12:03

Zitat:

Zitat von DocTom (Beitrag 1477973)
lass das mal umgekehrt betrachten. Bist Du beim Laufen mal in ein "Loch" getreten?
Mein Osteopath hat von Verschiebungen im Iliosakralgelenk durch sogenanntes einseitiges "durchtreten" erzählt.

https://www.bandscheibe.de/news/ilio...k-isg-blockade

:Blumen:

Meine Physio meinte mal diese berühmte Blockade des ISG ist zu 95% eine falsche Diagnose. Sie hatte das in ihrem Leben (also beruflich) erst einmal und das war eine hoch schwangere Frau kurz vor der Geburt, bei der einfach schon alles so weich war. Das Hauptmerkmal für eine Blockade des ISG dürfte sein, dass man nicht mehr einbeinig stehen kann.

Was in diesem Bereich bei weitem öfter Probleme macht sind die Multifidii, also die kleine Muskulatur die an mehreren Wirbel ansetzt und stark verzweigt ist. Das kann man super mit Dry needling behandeln, such dir einen Physio der das macht und lass ihn/sie mal diesen Bereich untersuchen.

Zum Thema Krafttraining hat Lifty eh schon vieles geschrieben und alle wichtigen Übungen aufgezählt.
Vielleicht noch ein kleiner Input. Es gibt kein spezifische Krafttraining für den Triathlon (generell nicht für irgendwelche Sportarten). Man sollte sich überlegen was die eigenen Ziele und Schwachstellen sind und dann daraus ableiten was man braucht.
Also der Gedankengang sollte nicht lauten ich Schwimme darum sollte ich den Schwimmzug mit Gewichten in Einzelteilen trainieren, sondern er sollte lauten, fürs Schwimmen brauche ich, stabile Gelenke im Bereich Ellbogen und Schultern wie kann ich diese stabilisieren? => Turkish get up
Zum Radfahren brauche ich Stabilität, Kraft und eine gewisse Mobilität im Bereich Hüfte, Knie und Corebereich => Hinge und Squatbewegungen

Im Grunde hat Lifty das auch schon geschrieben.

In einem Bereich würde ich ihn widersprechen und das sind die Coreübungen.
Sit-ups Crunches und alles in dieser Richtung sind Gift für die Bandscheiben
Wenn zusätzliches Coretraining nötig ist dann lieber Planks und ähnliches

Fokus auf die Grundübungen und dann ist das Krafttraining mit Aufwärmen, Mobility, Training, Cool down in 60 min durch (4-6 Kraftübungen mehr als ausreichend).

Acula 25.09.2019 13:19

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1480050)
Das Hauptmerkmal für eine Blockade des ISG dürfte sein, dass man nicht mehr einbeinig stehen kann.

Das hat mein Arzt auch überprüft.

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1480050)
Vielleicht noch ein kleiner Input. Es gibt kein spezifische Krafttraining für den Triathlon (generell nicht für irgendwelche Sportarten).

Mit spezifischem Krafttraining meinte ich auch eher schwimmen mit Paddles, Seilzugtraining, oder Bergläufe und -sprints beim Laufen. Klar ist das nicht 100 % Krafttraining, aber es geht in die Richtung und ist zumindest vom Bewegungsablauf spezifisch.

Necon 25.09.2019 13:32

Naja nach der Definition von Krafttraining ist es eher zu 0% Krafttraining! :Cheese:
Aber macht als Triathlet natürlich Sinn das zu trainieren, man sollte es aber nicht mit Krafttraining verwechseln und auch nicht glauben daraus den gleichen Nutzen ziehen zu können wie aus dem Krafttraining

Acula 25.09.2019 13:58

Ja Defintionen sind so ne Sache. Und ich glaube häufig eher im Weg als eine Hilfe. Aber wenn ich den Reiz für austauschbar halten würde, würde ich ja nicht beides in mein Training einbauen;)

Acula 26.09.2019 07:35

Hier meine Jahresstatistik. Die nächsten Tage kommt ja ohnehin nichts dazu.



Für mich war es überraschend, dass ich im Juli soviel gemacht habe. Kam mir eigentlich gar nicht so vor.

Necon 26.09.2019 07:57

Juli war echt stark! :Blumen:

Acula 26.09.2019 09:47

Was man auch erkennt, ist das der August mir mit 3 Triathlons und dem Beginn der Radstudie den Zahn gezogen hat. Das war einfach zu viel für mich, eventuell würde es mit besserer Vorbereitung gehen, aber in diesem Jahr in dieser Situation war es einfach zu viel.


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