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zahnkranz 19.05.2021 14:35

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1602618)
Meine Beobachtung: man fährt im Rückenwind nicht rein, was im Gegenwind verloren geht. An der Aufklärung wie groß der Einfluss ist, wird gearbeitet. Vielleicht hat ja von euch auch schonmal jemand Versuche dazu übernommen oder sich dem Thema rechnerisch genähert. Wäre für Input dankbar.

Das kann man mathematisch beweisen. Stell Dir einfach vor, dass auf Deiner Wendepunktstrecke auf dem Hinweg der Gegenwind so stark bläst, dass Du nur noch halb so schnell fährst, also 23 statt 46km/h. Nach der Wende könnte Dich der Rückenwind auf Lichtgewschwindigkeit beschleunigen, du würdest die Zeit die Du bei konstanten 46km/h benötigen würdest, nicht mehr erreichen, einfach weil diese beim Ankommen am Wendepunkt abgelaufen wäre.
Je nachdem wie stark dich der Gegenwind auf dem Hinweg abbremst, muss auf dem Rückweg die Geschwindikeit überproportional ansteigen. Und genau das passiert nicht. Wie hoch die Geschwindigkeit auf dem Rückweg sein müsste (sofern man nicht so stark abgebremst wird wie oben beschrieben), kann man ja berechnen.

freerunning 19.05.2021 16:25

Zitat:

Zitat von zahnkranz (Beitrag 1602687)
Das kann man mathematisch beweisen. Stell Dir einfach vor, dass auf Deiner Wendepunktstrecke auf dem Hinweg der Gegenwind so stark bläst, dass Du nur noch halb so schnell fährst, also 23 statt 46km/h. Nach der Wende könnte Dich der Rückenwind auf Lichtgewschwindigkeit beschleunigen, du würdest die Zeit die Du bei konstanten 46km/h benötigen würdest, nicht mehr erreichen, einfach weil diese beim Ankommen am Wendepunkt abgelaufen wäre.
Je nachdem wie stark dich der Gegenwind auf dem Hinweg abbremst, muss auf dem Rückweg die Geschwindikeit überproportional ansteigen. Und genau das passiert nicht. Wie hoch die Geschwindigkeit auf dem Rückweg sein müsste (sofern man nicht so stark abgebremst wird wie oben beschrieben), kann man ja berechnen.

Mit Berechnung kann ich auch nicht dienen, aber mit einem Praxisbeispiel.
Ich bin eine 20 km out and back Runde gefahren. Nach 20km hatte ich 29:30min auf der Uhr, nach dem Wenden hatte ich Gegenwind und hatte dann für die 40km 1:02:xx gebraucht. Also etwa 3min langsamer auf 30min oder 10%.

zahnkranz 19.05.2021 19:55

Ich habe mir früher ein Excel-Sheet gebaut, da konnte man mit den Zahlen etwas spielen und grafisch anzeigen lassen. Im Grunde ein sehr schlichtes Sheet das mir angezeigt hat, um wieviel schneller ich auf dem Rückweg sein muss, wenn ich auf dem Hinweg eine bestimmte Zeit verloren habe und eine gewisse Zielzeit habe. Das habe ich dann auch genutzt um meine Geschwindigkeiten für Abfahrten auszurechnen, wenn ein Berg im Weg stand.

zahnkranz 19.05.2021 20:38

Hier mal ein Zahlenbeispiel:

Angenommen 40km Wendepunktstrecke, also 20km je Richtung. Anvisierte Zielzeit: 56min, was einem Schnitt von 42,86km/h entspricht. Wären bei Windstille 28min je Richtung.

Wenn mich der Wind auf dem Hinweg um eine Minute bremst, also meinen Schnitt um 1,48km/h drückt, müsste ich auf dem Rückweg fast 1,59km/h schneller fahren, also 44,44km/h um auf die Gesamtstrecke die 42,86km/h zu erreichen.

Bremst mich der Wind gar um 2min, drückt den Schnitt somit um ca. 2,86km/h auf 40km/h, dann muss ich auf dem Rückweg fast 3,3km/h schneller fahren (also 46,15km/h) um einen 42,86km/h-Schnitt zu erreichen.

Ich selbst bin von solchen Zeiten weit weit entfernt. Kann immer wieder nur staunen welche Geschwindigkeiten hier publiziert werden.

Thomas W. 19.05.2021 20:51

Ich hab das jetzt dreimal nachgerechnet auch mit einfacheren Beispielen und es stimmt natürlich - allein kapieren tue ich es nicht …

Ich hätte geschworen , wenn ich ein km/ h verliere muss ich wieder ein km/ h draufpacken .
Das schwöre ich auch immernoch aber es kommt nicht raus :)

dr_big 19.05.2021 21:00

Ist doch ganz einfach, auf der langsameren Strecke bist du zeitlich länger unterwegs, auf der schnelleren Strecke bleibt dir somit weniger Zeit, um das wieder auszugleichen, ergo musst du überproportional schneller fahren.
Am Berg wird es noch deutlicher: fährst du 20km flach mit 30km/h brauchst du 40 Minuten. Geht es 10km bergauf und 10km bergab dann fährst du bergauf mit 20km/h bereits 30 Minuten, bergab musst du dann in den verbleibenden 10 Minuten die 10km fahren, macht 60km/h. In Summe hast du dann wieder deinen 30er Schnitt.

Klugschnacker 20.05.2021 08:28

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1602618)
Meine Beobachtung: man fährt im Rückenwind nicht rein, was im Gegenwind verloren geht. An der Aufklärung wie groß der Einfluss ist, wird gearbeitet. Vielleicht hat ja von euch auch schonmal jemand Versuche dazu übernommen oder sich dem Thema rechnerisch genähert. Wäre für Input dankbar.

Das wurde bereits mathematisch modelliert und in der Praxis erprobt. Es gibt dazu eine so genannte Standardstrecke: Das ist eine gedachte Strecke mit
Hinweg flach in moderatem Rückenwind
über einen Hügel mit moderatem Rückenwind
Rückweg wieder über den Hügel mit moderatem Gegenwind
flach nach Hause mit moderatem Gegenwind
An diesem Modell werden verschiedene Taktiken berechnet, mit interessanten Ergebnissen. Ich habe eine Sendung dazu gemacht und dargestellt, wie man das in kurzen Zeitfahren realistisch nutzen kann. Die Sendung ist hier:

https://tv.triathlon-szene.de/Detail...o?JumpID=35225

Thomas W. 20.05.2021 10:23

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1602787)

An diesem Modell werden verschiedene Taktiken berechnet, mit interessanten Ergebnissen. Ich habe eine Sendung dazu gemacht und dargestellt, wie man das in kurzen Zeitfahren realistisch nutzen kann. Die Sendung ist hier:

Wow - Danke !

Noch eine Frage, für welchen Zeitraum ist der besprochene Trainingsplan :Cheese:


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