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-   -   Lionel Sanders - Lionel wer? (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=29734)

spanky2.0 11.04.2021 11:46

Zitat:

Zitat von tridinski (Beitrag 1595490)
Wird das hier die Live Übertragung?
https://m.facebook.com/events/galves...4133617528688/

Da ich selbst kein facebook account habe, bin ich bei NBC auch noch fündig geworden:

https://sapulidi.ml/ironman.php?live...BLLWTKMewXyVbs

Anscheinend kann man sich dort auch kostenlos anmelden/einloggen?

Start ist jedenfalls 13:45 Uhr unserer Zeit.

schnodo 12.04.2021 14:43

Der 2021 IRONMAN TEXAS 70.3 ist vorbei
 
So, das Rennen ist vorbei, Lionel Sanders hat es gewonnen. Leider gab es anders als bei den letzten Challenge-Rennen, die eine tolle Übertragung geliefert haben, von Ironman gar nichts außer einem Live-Tracker und einer Zielkamera.

Hier hat, wie ich vermute, der Fahrer des Begleitfahrrades aufgezeichnet, wie Lionel Sanders sich beim Laufen an Sam Long heranarbeitet und diesen dann hinter sich lässt: Lionel Sanders vs Sam Long Galveston 2021¹
PS: Das Video ist Stand 2021-04-14, 9:28 Uhr nicht mehr verfügbar. Ich vermute, dass Ironman, wenn man schon nicht selbst überträgt, dann doch zumindest verhindern möchte, dass das andere tun...

Wie ein Kommentar zum Video richtig sagt: Besser als alles, was Ironman zu bieten hatte. ;)

Und hier der Moment als Lionel durch den Zielbogen läuft:


Bildinhalt: Lionel Sanders gewinnt den 2021 Ironman 70.3 Texas

Mein Optimismus hinsichtlich seiner Schwimmleistung bleibt bestehen. Er ist mit 1:37 min Rückstand auf schnellsten Schwimmer, Ben Kanute, aus dem Wasser gekommen, ohne dass seine Leistungsfähigkeit auf dem Rad oder beim Laufen gelitten hat. Er gestaltet seine Rennen nicht mehr impulsiv, sondern kontrolliert. Bis Kona hat er noch einige Monate Zeit. Wenn er es schafft, seine Schwimmleistung weiter konstant zu verbessern, kann es mit meinem Tipp von 2:45 min Rückstand nach dem Schwimmen in Kona noch gut klappen. :)

_____________
¹PS: Da ich mich anhand des Trackers nicht daran erinnern kann, dass Sam Long jemals in Führung war, vermute ich, dass man uns veralbern will und das ein anderes Rennen war. ;)
PPS: Ich nehme alles zurück, das Video ist authentisch. Sam Long lag nach dem Radfahren vorne. Ein Rennbericht eines amerikanischen "Fachmagazins" hatte mitgeholfen, mich in die Irre zu lenken.

ritzelfitzel 12.04.2021 15:43

Verstehe ich das richtig, dass man einen kostenpflichtigen Stream kaufen konnte und der dann aus einer einzigen Zielkamera bestand? :Gruebeln:

schnodo 12.04.2021 15:47

Zitat:

Zitat von ritzelfitzel (Beitrag 1595837)
Verstehe ich das richtig, dass man einen kostenpflichtigen Stream kaufen konnte und der dann aus einer einzigen Zielkamera bestand? :Gruebeln:

Nein, die Zielkamera war auf Facebook umsonst. Den kostenpflichtigen Stream gab es nicht wirklich, genauso wie die vielen angeblichen Live-Streams auf YouTube oder sonstwo. Das waren alles Phishing-Versuche, um Kreditkartendaten abzuziehen.

Trimichi 12.04.2021 16:05

Sanders kommt auf dem Photo von der Finish-Line auch nicht so bullig rüber, vllt hat er tatsächlich auch etwas abgenommen, wäre natürlich super. Zumindest wirkts so im Vergleich zu den bewegten Livebildern aus Miami.

Wenn LS JF wirklich gefährden will muss sich LS ähnlich disziplinieren wie JF? Scheint LS zu machen, zumindest erweckt das Bild den Eindruck, dass Sanders nicht nur an der "Schwimm-Technik-Schraube" gedreht hat.

Sanders hat tatsächlich schon wieder gewonnen. Und wie. (...)

MÄNNER
NAME NATION/VEREIN GESAMTZEIT SPLITZEITEN
1 Lionel Sanders CAN 3:42:20 26:36/2:01:44/1:11:11
2 Ben Kanute USA 3:43:21 24:59/2:03:47/1:12:06
3 Sam Long USA 3:43:26 28:26/1:59:58/1:12:32
4 Matt Hanson USA 3:43:36 25:52/2:06:03/1:09:16
5 Andreas Dreitz GER 3:45:35 26:46/2:01:41/1:14:20
6 Marcus Herbst GER 3:46:27 26:42/2:01:48/1:15:15
7 Bart Aernouts BEL 3:47:06 27:59/2:03:17/1:12:50
8 Frederik Henes GER 3:47:27 25:47/2:06:02/1:12:39
9 Justin Metzler USA 3:49:43 25:16/2:06:47/1:15:00
10 Michael Weiss AUT 3:50:57 28:26/2:02:54/1:16:50

schnodo 12.04.2021 17:14

Ironman 70.3 Texas: Race Week - Episode 4
 
Das Rennen ist zwar durch, deswegen ist die Rennvorbereitung nicht mehr wirklich relevant, aber wir wollen der Vollständigkeit halber doch mal bewerten, was einige Leute von sich gegeben haben: Ironman 70.3 Texas: Race Week - Episode 4

8:30 Uhr. Ironman Village. Jackie Hering macht sich fertig für eine Radausfahrt. Sie ist ein wenig müde, die Nase läuft, aber sonst ist alles okay.


Bildinhalt: Jackie Hering macht sich fertig fürs Radfahren

Sie hält Skye Moench für eine Sieganwärterin. Und Sarah Crowley, wenn die sich zusammenreißt. Rückblickend kann man sagen, sie hätte Geld auf Skye setzen sollen, die hat das Rennen nämlich gewonnen.

Ihre eigenen Chancen kann Jackie nicht recht einschätzen, es kommt darauf an, ob sie beim Radfahren abgehängt wird. Sie ist Siebte geworden. Ich weiß nicht, wie zufrieden sie damit ist; ich meine, das ist kein schlechtes Ergebnis.


Bildinhalt: Sarah Crowley beim Flughafen

Später wird Sarah Crowley beim Laufen besucht. Ich finde, sie sieht Mirinda Carfrae (auch hier nochmal, nicht zur Strafe, nur zur Übung: Carfrae – nicht "kehr-fri" wie die Slipeinlage, sondern "kaar-frä" gesprochen) ähnlich, hat auch eine ähnlich Stimme. Sie scherzt mit Talbot der sie vom Auto aus filmt, dass sie gerade aus ihrem Privatjet ausgestiegen ist und direkt den Lauf angehängt hat. Sarah scheint das Rennen gar nicht beendet zu haben.

Als nächste wird Lauren Brandon heimgesucht. Sie ist auf dem Rad unterwegs. Matt Hanson kurbelt locker vor sich hin. Er ist bestens gelaunt.

10.30 Uhr. Casa del Mar, das Hotel von Ben Kanute. Er bearbeitet seine Muskulatur mit etwas, das aussieht wie meine Akku-Bohrmaschine. ;)
Ben ist gut vorbereitet, hat getan, was zu tun war und fühlt sich gut. Ben aktiviert nur ein wenig, prüft den Radkurs, und lässt es locker angehen.

Ben Kanute wurde Zweiter in einem Sprint-Finish, nachdem er wenige hundert Meter vor dem Ziel an Sam Long vorbeigezogen ist. Sam ist nicht unglücklich, nachdem er eine Nacht darüber geschlafen hat. Er glaubt weiter daran, dass er sich im Schwimmen verbessern kann. Er ist glücklich darüber zu sehen, wie er sich generell verbessert hat und es ist schön, endlich mal wieder Rennen zu bestreiten.

Ben Kanute hatte folgende Männer als Sieganwärter genannt: Lionel Sanders (Sieger), Joe Skipper (disqualifiziert wegen zu knappem Überholen und nicht angetretener 5 min Zeitstrafe), Sam Appleton (DNF? DNS?), Andrew Starykowicz (DNS?), Magnus Elbæk Ditlev (DNS?), Sam Long (Dritter), Andreas Dreitz (Fünfter), Justin Metzler (Neunter; der ist 400 m zu T2 zurückgerannt, weil er seine Startnummer vergessen hatte.), Matt Hanson (Vierter). Ben Kanute sollte es mal mit einer Dreierwette beim Pferderennen probieren.

13:00 Uhr. Lionels Hotel. Erin schneidet ihm seine Kampffrisur zurecht. Wird man seinen Schnauzer sehen? Kommt drauf an, was die Chefin bestimmt. Viele Leute wundern sich, dass Lionel immer auf der Couch liegt. Schläft er auf der Couch? Das ist davon abhängig, ob er ein braver Junge war. Erin kommentiert um die Ecke: Das bedeutet, er schläft immer auf der Couch!


Bildinhalt: Die Chefin kümmert sich um die Frisur

14:00 Uhr. Radkurs. Lionel macht sich bereit, den Helm schon auf dem Kopf. Erin witzelt darüber, wie das Rennen von der Sanders-Truppe gehyped wird, obwohl es keinerlei Übertragung gibt. Talbot erinnert sich, das Lionel das gestern schon angemerkt hatte. Lionel, warum machst Du so ein Theater um das Rennen, wenn es keine Übertragung gibt? Er trägt seinen Teil bei. Irgendjemand muss den Anfang machen. Er hofft darauf, dass auch durch seine Videos irgendwann die kritische Masse überschritten ist, um eine Übertragung interessant zu machen.

Lionel "schüttelt auf dem Rad seine Beine aus", was alle so machen. Die lockere Runde war okay, alles in Ordnung. Er wechselt nun in den Kampfmodus. Talbot soll endlich die scheiß Kamera ausschalten.

15:12 Uhr. Ironman Village. Sam Long kommt aus dem Dixi-Klo, ganz in pink, Radhelm auf dem Kopf. Er entschuldigt sich für seine Angeberei in den letzten Tagen. Er ist seine Konkurrenten viel zu hart angegangen. Er ist nun keine "Big Unit" mehr, kein großes Aggregat, sondern "The Softest Unit in Triathlon", das weichste Gerät im Triathlon. Zwei Sekunden später überlegt er es sich anders, er entschuldigt sich doch nicht. Es ist ihm völlig egal, ob Lionel Sanders auf dem Papier der bessere Athlet ist. Er ist hier, um der Außenseiter zu sein, und er wird sich den Favoriten kaufen.


Bildinhalt: Sam Long war erfolgreich

Lionel joggt eine Runde. Er liebt den Kurs, so viele schöne Erinnerungen.

17:30 Uhr. Lionels Hotel. Er putzt sein Rad vor dem Einchecken. Noch einmal schlafen. Wenn es einen Kurs gibt, auf dem er gut sein wird, dann ist es dieser. Ist er bereit für Sam Long? Er glaubt, es ist das erste Halbdistanzrennen überhaupt, in dem er gegen Sam Long antritt. Sie werden vermutlich die meiste Zeit in etwa gleichauf liegen. Es wird darauf ankommen, wer den Sieg mehr will. Lionel lässt keinen Zweifel daran, dass er das sein wird.


Bildinhalt: Die Hinterlassenschaften von "Big Unit" müssen beseitigt werden

17:55 Uhr. Bike Check-in. Lionel liefert sein Rad ab. Die meisten Räder sind schon geparkt. Es ist nicht viel los. Den Helm nimmt er wieder mit, weil auch alle anderen Räder ohne Helm und Schuhe dastehen. Er wundert sich. Ich mich auch.

Beim Abendessen, Fleischklöße in Tomatensoße mit Nudeln, dazu Salat, bedankt er sich bei allen fürs Zuschauen.

Und ich bedanke mich aus der Ferne bei ihm und Talbot; kurzweiliges Format, das sie da aufgesetzt haben. Wenn der Veranstalter selbst nur halb so viel Energie und Leidenschaft zeigte, hätte es vielleicht auch für ein paar bewegte Bilder vom Rennen gereicht. Ein Armutszeugnis.

quick-nick 12.04.2021 19:33

Wie immer schön zusammengefasst Schnodo!

Habe gerade zufällig noch eine Amateur Coverage vom Rennen (ca. 9min) gefunden, die Lionel beim Laufen begleitet (ua der Moment als Lionel Sam überholt). Man sieht auch Andi Dreitz, Ben Kanute und Joe Skipper:

https://www.youtube.com/watch?v=IH0ZuCsnCEw

schnodo 12.04.2021 19:37

Zitat:

Zitat von quick-nick (Beitrag 1595875)
Wie immer schön zusammengefasst Schnodo!

Danke! :Blumen:

Den Mitschnitt vom Fahrrad aus hatte ich weiter oben schon verlinkt. :)

quick-nick 12.04.2021 20:34

Oh den hatte ich übersehen! :)

captain hook 13.04.2021 15:16

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1595858)
Und ich bedanke mich aus der Ferne bei ihm und Talbot; kurzweiliges Format, das sie da aufgesetzt haben. Wenn der Veranstalter selbst nur halb so viel Energie und Leidenschaft zeigte, hätte es vielleicht auch für ein paar bewegte Bilder vom Rennen gereicht. Ein Armutszeugnis.

Deine Aufarbeitung ist aber auch nicht von schlechten Eltern. :Blumen:

schnodo 13.04.2021 16:42

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1596031)
Deine Aufarbeitung ist aber auch nicht von schlechten Eltern. :Blumen:

Danke! Ich versuche, das Beste daraus zu machen. :)

Lionel Sanders hat auf Instagram seine WHOOP-Daten eingestellt.


Bildinhalt: Lionel Sanders WHOOP-Daten

Ich kann nichts zu seiner Herzfrequenzvariabilität sagen und auch nichts dazu, wie zutreffend die Bewertung seines Erholungszustandes ist. Was mir aber auffällt, ist, dass er erfolgreich seine Schlafgewohnheiten im Vorfeld des Rennens angepasst hat, um die zwei Stunden Zeitunterschied zu kompensieren. Obwohl er ein notorischer Spätaufsteher ist und daheim so gut wie nie vor Mitternacht zu Bett geht, hat er vor dem Rennen fast fünf Stunden geschlafen. Diese Form der Disziplin habe ich in den letzten Jahren bei ihm nicht gesehen.

schnodo 14.04.2021 02:46

Thoughts on Texas 70.3 || Triathlon Has Changed
 
Das Rennen ist vorbei, Lionel Sanders erzählt davon: Thoughts on Texas 70.3 || Triathlon Has Changed

Talbot leitet ein, dass es ein toller Sieg war, um das Rennjahr zu beginnen. Wie hat es sich für ihn angefühlt? Lionel mag das Rennen, er mag den Kurs. Galveston war sein zweites Profirennen überhaupt. Nachdem er in 2013 sein erstes Rennen, 70.3 Muskoka, gewonnen hatte, dachte er, er würde der Beste der Welt werden. So kam er im April 2014 nach Galveston und hatte zwei Reifendefekte. Das hat ihn Demut gelehrt; er hat generell unglaublich viel gelernt.

Sein Vater kam, um ihn in Galveston zu treffen. Sie hatten viel Spaß. Und es war sein erstes Mal, dass er zu einem Profirennen gereist ist. Er hat viele schöne Erinnerungen und es war gut, wieder hierher zukommen. Es ist interessant, nach so langer Zeit zu einem Rennen zurückzukehren. Er war 2014, 2015 und 2016 hier. Rückblickend ist es erstaunlich, wie sehr sich der Sport weiterentwickelt hat. Das hat sich im Rennen gezeigt. Er hat eine deutlich bessere, ausgeglichenere Leistung abgeliefert als seinerzeit und dennoch war es ein sehr, sehr knappes Rennen.

Er ist sehr zufrieden mit seinem Schwimmen. Es war schwierig für ihn, weil es kein Einschwimmen gab. Deswegen ist er noch um einiges früher aufgestanden, um im Hotelpool ein paar hundert Züge zu machen.


Bildinhalt: Lionel holt sich Wassergefühl im Hotelpool

Es wurde ohne Neoprenanzug geschwommen, was er gehasst hat. Nicht wegen des Auftriebs, sondern weil das Wasser mit 73 °F (22,7 °C) für seinen Geschmack verdammt kalt war. In solchem Wasser würde er nicht freiwillig ohne Neo schwimmen, aber so sind die Regeln. Er ist lange gejoggt, um warm zu bleiben, weil es ziemlich windig war. Er hatte komplett vergessen, dass im Salzwasser geschwommen würde. Das hat ihm gefallen, weil er wusste, dass ihm der Auftrieb helfen würde; aber es war etwas wellig.

Er kam beim Start gut los, war nur kurz eingekeilt, und hat sich an ein paar Füße gehängt und ist diesen ca. 700 m hinterhergeschwommen. Er wusste, dass er in einer Gruppe war. Dann hat er nicht aufgepasst und es ist eine Lücke entstanden, etwa 10 m als er es bemerkte. Ein besserer Schwimmer hätte diese schließen können, aber für ihn war das keine Option. Deswegen ist er alleine weitergeschwommen, hat sich auf seine Technik konzentriert. Es war das beste Schwimmen seiner Karriere, nur anderthalb Minuten hinter Ben Kanute, einem Topschwimmer.

Er war sehr froh zu sehen, dass er noch gut im Rennen lag. Matt Hansons Rad war weg, somit war einer der Hauptkonkurrenten schon unterwegs. Er hat hart gearbeitet bis zum Wendepunkt bei ca. 28 Meilen, bis Andreas Dreitz und Joe Skipper nach vorne gefahren kamen. Sie haben dann einen "Windschattenzug" gebildet und so halbwegs zusammengearbeitet, wobei Andreas Dreitz in der zweiten Hälfte die meiste Arbeit geleistet hat. Nach 35 Meilen hatten sie Ben Kanute eingesammelt, der dann auf den "draft train" aufgesprungen ist.


Bildinhalt: Die Radstrecke

Dann wurde es etwas albern, weil man sich nur gegenseitig anschaute und keiner führen wollte. Andreas Dreitz hatte keinen Bock mehr. Lionel fuhr noch einmal ca. sieben Minuten vorne und er dachte sich, das funktioniert, wenn es jeder macht, aber niemand wollte mehr übernehmen. Andreas Dreitz musste dann doch nochmal ran und dann wurde es wieder doof. Schließlich sind sie dann Oberlenker gefahren, weil niemand mehr geführt hat, bevor Lionel wieder einige Minuten in Führung ging. Durch das Rumgeeiere haben sie einige andere wieder ins Rennen zurückfinden lassen. Wären sie härter gefahren, wäre das schwieriger gewesen. Er wusste, dass Sam Long definitv schnell von hinten heranfahren würde. Irgendwann, bei ca. 53 Meilen (85 km) kam Sam Long vorbeigezogen und hat dann die Sechs-Mann-Truppe angeführt in einem Tempo, das man von Anfang an hätte erwarten können. Es war also ein mäßig hartes Radfahren.

Hanson lag drei Minuten zurück und nun würde es darum gehen, wer seine Laufform aufrecht erhalten konnte. Lionel hatte unterwegs auf dem Rad eine Flasche verloren und musste deswegen etwas mit seiner Verpflegung aufpassen. D.h. zumindest in der ersten Hälfte kontrolliert laufen und bei den Verpflegungsstationen gut aufnehmen, weil er Angst hatte, hochzugehen. Sam Long hatte ein viel besseren Wechsel, aber nach einer Meile hatte er ihn eingeholt.


Bildinhalt: Sam Long ist fällig

Sie liefen dann noch etwa eine Meile gemeinsam bevor Lionel eine Lücke öffnen konnte. Ben Kanute fiel etwas zurück, aber Lionel sah, dass "der Jäger" Matt Hanson näher kam. Keine Chance den Fuß vom Gas zu nehmen. Sie passten das Tempo jeweils an die anderen an, auch weil es ein sehr technischer Kurs war, mit vielen Kurven und Kehren. In der zweiten Runde hat er an Tempo zugelegt, was Hanson etwas auf Abstand hielt. In der dritten Runde fühlte er, nicht ganz unerwartet, wie er schwächer wurde. Er war etwas besorgt, dass sie ihn einholen würden, aber er konnte sich zusammenreißen und als erster die Ziellinie überqueren. Es war ein guter Kampf. Vor einigen Jahren wäre er nicht in der Lage gewesen, in einem so hochgradig taktischen Rennen gut abzuschneiden, aus mangelnder Erfahrung. Es war wie Schach. Wer würde am geschicktesten seine Energie auf die drei Disziplinen aufteilen können? Es war kein all-out Rennen von Anfang bis Ende wie in den alten Tagen. Es war cool, hat Spaß gemacht. Und in 20 Tagen tun sie es wieder und er freut sich drauf.


Bildinhalt: Lionel gibt Auskunft

Das war ein typischer Drücker-Radkurs. Warum hat er nicht draufgehalten wie sonst? Das funktioniert nicht bei einer lächerlichen Windschattenzone von 10 m. Das ist keine Distanz für Profis, es müssten mindestens 20 m sein, wenn man nicht will, dass das geschieht, was im Rennen geschehen ist. Er findet, er hat seinen Teil getan, er ist über eine Stunde im Wind gefahren. Er wird aber nicht die ganze Arbeit machen, wenn der Fahrer 10 m hinter ihm davon profitiert und alle dahinter noch mehr. Die Regeln sind veraltet. Wenn die Verantwortlichen nicht wollen, dass die Leute tatsächlich Oberlenker fahren, dann müssen sie die Windschattenzone verlängern. Es gibt keinen Grund das nicht zu ändern.


Bildinhalt: Eile mit Weile

Der Sport ist viel schneller geworden als er es war als die Regeln gemacht wurden. Es wäre für ihn dämlich gewesen, vorne zu fahren. Man kann Dreitz und Skipper und Long nicht davonfahren. Man kommt in einer 10 m Draft-Zone nicht weg, das ist sinnlos. Sam Long hat das versucht, es geht nicht.

Er erinnt sich an die 70.3-Weltmeisterschaften 2016. Da waren 12 Mann in einer Gruppe. Kienle und jemand anders gingen an die Spitze und das komplette Rennen wurde schneller. Kienle kann Gas geben, aber wenn gute Radfahrer in der Gruppe sind, überbrücken die das. Bis das hinten angekommen ist, merken die Fahrer an Position 10 bis 12 überhaupt nicht, dass vorne jemand eine Attacke versucht hat. Man kommt nicht weg mit 10 m Abstand und starken Radfahrern. Jeder in der Gruppe weiß das.

Leider musste Dreitz in den sauren Apfel beißen und führen, weil er vermutlich wusste, dass er beim Laufen nicht wegkommt. Welches andere Mittel hat er? Es ist schade. Mit 20 m Abstand würden gute Fahrer wie Andreas Dreitz für ihre Angriffslust belohnt werden. Das Spiel muss man so spielen, wie die Regeln es hergeben, wenn diese nicht so geändert werden, wie er es seit 2016 propagiert.


Bildinhalt: Zwölfergruppe bei der 70.3 Weltmeisterschaft 2016

Sein Rennen war viel besser als 2015 und 2016, als er auch gewonnen hat. Er kann sich nicht erinnern, wie groß der Abstand war, aber mit der heutigen Leistung hätte er drei oder vier Minuten Vorsprung gehabt. Und jetzt ist es eine Minute und vielleicht vier Minuten zum achten Platz. Der Sport ist gewachsen. Sein Vorsprung war seinerzeit viel größer, obwohl er schlechter geschwommen ist, mit doppelt so viel Rückstand in T1.

Die Tage der Überbiker sind vorbei. Er fragt sich, ob es die Überbiker denn jemals gab. Er glaubt eher, dass das Feld insgesamt nicht so hart auf dem Rad trainiert hat und jemand wie Kienle, der nach dem Radfahren noch laufen konnte, dadurch einen Vorteil hatte. Mittlerweile haben alle auf dem Rad an sich gearbeitet und eine höhere Ebene erreicht. Warum sollte es also Überbiker geben? Sie haben alle einen vergleichbaren Körperbau, ähnliche V̇O₂ max usw. Die Tage sind vorbei. Jan Frodeno ist der Goldstandard und er hat in Miami mit zweieinhalb Minuten Vorsprung gewonnen, Kona mit acht Minuten. Acht Minuten sind eine lange Zeit, aber in der Art von Rennen wie heute, ohne den dominanten Athleten am Start, gibt es keine riesigen Abstände. Wird es nie wieder geben.

Ist er glücklich mit dem heutigen Ergebnis? Lionel sieht Möglichkeiten, sich für St. George zu verbessern. Er glaubt, dass seine Rennausführung in Miami besser war, was ihn etwas enttäuscht. Aber abgesehen davon ist jedes Rennen eine Lernerfahrung. Er konnte seine taktischen Fähigkeiten testen. Er konnte gut laufen. Er ist im Rahmen seiner Möglichkeiten hervorragend geschwommen. Das motiviert ihn, daranzubleiben, weiterzumachen. Er weiß, dass es nicht mehr lange dauern wird bis er die Gruppe von Matt Hanson wird halten können.

Er dankt Talbot für den tollen Job, den er gemacht hat und bittet seine YouTube-Zuschauer um Feedback, wie ihnen das Format gefallen hat.

Ich fand's nicht schlecht, auch wenn ich mit der Nachbereitung alle Hände voll zu tun hatte.

uk1 14.04.2021 06:35

Danke Schnodo, :Blumen:

Das ist echt interessant.

Hafu 14.04.2021 06:57

Reife Rennanalyse von Sanders (und sehr schöne Zusammenfassung von dir, Schnodo:Blumen: )

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1596133)
...
Das war ein typischer Drücker-Radkurs. Warum hat er nicht draufgehalten wie sonst? Das funktioniert nicht bei einer lächerlichen Windschattenzone von 10 m. Das ist keine Distanz für Profis, es müssten mindestens 20 m sein, wenn man nicht will, dass das geschieht, was im Rennen geschehen ist. Er findet, er hat seinen Teil getan, er ist über eine Stunde im Wind gefahren....

Et ceterum censeo Cartaginem esse delendam!

Es gibt eigentlich keinen namhaften Profi, der in den letzten Jahren noch irgendein Argument für das Beibehalten der 10m-Regel findet. Die meisten Triathlon-Profirennen werden langweilig in den ersten beiden Disziplinen durch das Drafting, es gibt meist Regelverstöße ohne Ende.
Irgendwann wird Ironman vielleicht doch noch anfangen auf die Profis zu hören. Und wenn nicht, werden sie den Bereich Profisport über kurz oder lang verlieren (auch wegen der miserablen Medienpräsentation, die sie Profis bei den meisten Rennen bieten sowie wg. miserabler Preisgeldpolitik) und zum reinen Eventveranstalter für Breitensport sich zurückentwickeln.

Klugschnacker 14.04.2021 08:44

Danke, schnodo, echt klasse! :Blumen:

Steppison 14.04.2021 09:01

Wirklich klasse Berichte Schnodo. Seit Wochen verzichte ich auf die Videos, weil mir deine kompakten Berichte mehr als ausreichen. :Blumen:

Spannend bleibt es trotzdem mit LS.

mumuku 14.04.2021 09:02

Danke Schnodo!

schnodo 14.04.2021 10:12

Vielen Dank für die Blumen! :Blumen:

Ich möchte natürlich nicht dadurch, dass ich hier schreibe, Lionel Zuschauer wegnehmen; ich habe die Hoffnung, dass der eine oder andere trotzdem reinschaut, oder gerade deswegen auf die Videos aufmerksam wird.

Ich meine, dass Lionel dem Sport gut tut, weil er auch außerhalb der Gruppe der üblichen Verdächtigen – die z.B. hier mitlesen und schreiben und vielleicht heimlich Statistiken zu den Verdauungsbeschwerden der Ironman-Sieger führen ;) – sichtbar wird. So hat ein User auf Slowtwitch erwähnt, dass ein UFC-Kommentator gelegentlich über Lionel spricht. Wenn Ironman es nicht hinbekommt, genügend mediale Präsenz zu erzeugen, dann müssen es die Sportler eben selbst tun. Und ich finde, das macht Lionel unter seinen Kollegen am besten. Man muss nicht mit allem einverstanden sein, was er so treibt, aber es wirkt im Rahmen dessen, was man bei einer solchen Präsentation erwarten kann, offen, authentisch und sympathisch. Er ist jemand, der hart an sich arbeitet und ein guter Botschafter des Sports ist.

Zurück zum Kernthema: In diesem Post auf Slowtwitch bemerkt jemand, dass wenn Lionel so weit ist, sein ganzes Potenzial nutzen zu können, das gesamte Feld derart gut geworden sein wird, dass er vielleicht schlechter abschneidet als in der Vergangenheit. Der Argumentation kann ich mich nicht verschließen. Ich wünsche es ihm nicht, aber die Gefahr besteht.

Einer der Freiwilligen in Galveston hat noch einige Fotos und Videos hochgestellt. Wer weiß, wie lange die verfügbar sein werden:
Sam Long völlig am Ende im Ziel (Foto)
Lionel Sanders und der freiwillige Helfer im Ziel (Foto)
Sam Long, Lionel Sanders und Andreas Dreitz in T1 (Video; Lionel lässt sein Rad fallen.)
Sam Long läuft ins Ziel ein (Video)

PS: Ich habe leider keine Daten dazu, aber es mehren sich Stimmen, dass Lionel Sanders dünner aussieht. Vielleicht hat er doch auf Trimichi gehört und abgespeckt. :)

su.pa 14.04.2021 20:34

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1596064)
Danke! Ich versuche, das Beste daraus zu machen. :)

Lionel Sanders hat auf Instagram seine WHOOP-Daten eingestellt.


Bildinhalt: Lionel Sanders WHOOP-Daten

Ich kann nichts zu seiner Herzfrequenzvariabilität sagen und auch nichts dazu, wie zutreffend die Bewertung seines Erholungszustandes ist.

Da musst Du den Verlauf beobachten. Je höher, desto erholter. Das deckt sich dann auch mit dem angezeigten Erholungsstatus.

Thomas W. 14.04.2021 22:36

:„i will show you on raceday, what no limits look like“

https://youtu.be/Cf4y8Tx8kqQ

schnodo 15.04.2021 00:23

Zitat:

Zitat von su.pa (Beitrag 1596340)
Da musst Du den Verlauf beobachten. Je höher, desto erholter. Das deckt sich dann auch mit dem angezeigten Erholungsstatus.

Danke! Sehe ich das richtig, dass die Herzfrequenzvariabilität der einzige Parameter ist, den sie zur Bewertung des Erholungsstatus heranziehen? Ist das zulässig oder machen sie es sich zu einfach? Ich habe mir bislang noch nie Gedanken dazu gemacht und auch nichts nachgelesen...

Zitat:

Zitat von Thomas W. (Beitrag 1596360)
:„i will show you on raceday, what no limits look like“

https://youtu.be/Cf4y8Tx8kqQ

Es gruselt mich etwas, wenn Lionel das sagt. Er ist ja kein Typ der Marke "all talk, no action" wenn es ums Quälen geht. :Cheese:

Schöner Trailer! Und auch gut, Sebi mal wieder in Aktion zu sehen. Wird bestimmt ein toller Film.

limaged 15.04.2021 08:03

Danke Schnodo! WELTKLASSE deine Übersetzungen. ich breche Teilweise Sanders YT Videos ab wenn er zu viel redet und les mir lieber deinen Bericht ...

Necon 15.04.2021 08:14

Die HRV ist ein sehr guter Parameter um Stress und Belastung zu analysieren.
Verwendet man nicht nur im Bereich Sport sondern auch bei der Analyse von allgemeinen Stress bis hin zu Burn-out.
Die HRV benötigt aber eine solide Datenbasis, also ein Wert alleine sagt genau gar nichts aus sondern man muss sich eine Baseline schaffen und dann alle folgenden Werte darauf referenzieren.

Diverse Sportuhrenhersteller machen genau dasselbe nur geben sie es nicht zwingend als HRV aus sondern als "Stress", Erholungsstatus oder sonst etwas.

Wenn man eine Stressanalyse macht wird eigentlich auch nur die HRV gemessen, aber man kann zum Beispiel über Atemmuster Einfluss auf den Wert nehmen. Die Art und Weise wie und ob die HRV dann reagiert, gibt Aufschluss darüber wie gut man in der Lage ist kurzfristig Stress abzubauen.
Wenn man die HRV Baseline hat und diese regelmäßig auswertet kündigen sich auch Krankheiten frühzeitig an und in der Kombination mit Ruhepuls kann es ein sehr gutes Tool sein.

Klugschnacker 15.04.2021 09:11

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1596363)
Es gruselt mich etwas, wenn Lionel das sagt. Er ist ja kein Typ der Marke "all talk, no action" wenn es ums Quälen geht. :Cheese:

Schöner Trailer! Und auch gut, Sebi mal wieder in Aktion zu sehen. Wird bestimmt ein toller Film.

Mir geht diese amerikanische Überhöhung des Triathlontrainings ins Übermenschliche mittlerweile auf den Sack. Auch die allerallerallerhärtesten Triathlonprofis trainieren fast ihr gesamtes Training im GA1-Bereich, meistens in schönen Gegenden, oder, falls sich ein Wölkchen am Himmel zeigt, kommod auf der Rolle und dem Laufband.

Den Rest des Tages liegen sie auf dem Sofa und checken jede Viertelstunde das Geschehen auf Instagram. Sanders hat sich sogar einen eigenen Pool gebaut, weil er zu faul war, für das Schwimmtraining aus dem Haus zu gehen, wie das für jedes Schulkind, das im Schwimmsport etwas reißen will, normaler Alltag ist.

Viele meiner Athleten trainieren an die 20 Stunden pro Woche nach Feierabend, plus 40 Stunden Arbeit. Ein Triathlonprofi trainiert 30 Stunden pro Woche plus fast gar nichts. Das ist sicher sehr anstrengend, daran gibt es keinerlei Zweifel. Es wirkt auf mich aber allmählich etwas albern, wenn man das in die Nähe übermenschlicher Anstrengung rückt.

Bereits vor 100 Jahren, als die Tour de France wirklich knallhart war, haben die Jungs aus dem Bergbau sie als vergleichsweise leichte Form des Geldverdienens wahrgenommen, sofern man etwas Talent mitbrachte. Die heutigen Sportmillionäre haben nie richtig gearbeitet, daher fällt ihnen vielleicht nicht auf, dass sie ein absolut privilegiertes Leben führen.

Necon 15.04.2021 09:18

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1596390)
Mir geht diese amerikanische Überhöhung des Triathlontrainings ins Übermenschliche mittlerweile auf den Sack. Auch die allerallerallerhärtesten Triathlonprofis trainieren fast ihr gesamtes Training im GA1-Bereich, meistens in schönen Gegenden, oder, falls sich ein Wölkchen am Himmel zeigt, kommod auf der Rolle und dem Laufband.

Den Rest des Tages liegen sie auf dem Sofa und checken jede Viertelstunde das Geschehen auf Instagram. Sanders hat sich sogar einen eigenen Pool gebaut, weil er zu faul war, für das Schwimmtraining aus dem Haus zu gehen, wie das für jedes Schulkind, das im Schwimmsport etwas reißen will, normaler Alltag ist.

Viele meiner Athleten trainieren an die 20 Stunden pro Woche nach Feierabend, plus 40 Stunden Arbeit. Ein Triathlonprofi trainiert 30 Stunden pro Woche plus fast gar nichts. Das ist sicher sehr anstrengend, daran gibt es keinerlei Zweifel. Es wirkt auf mich aber allmählich etwas albern, wenn man das in die Nähe übermenschlicher Anstrengung rückt.

Bereits vor 100 Jahren, als die Tour de France wirklich knallhart war, haben die Jungs aus dem Bergbau sie als vergleichsweise leichte Form des Geldverdienens wahrgenommen, sofern man etwas Talent mitbrachte. Die heutigen Sportmillionäre haben nie richtig gearbeitet, daher fällt ihnen vielleicht nicht auf, dass sie ein absolut privilegiertes Leben führen.

Absolute Zustimmung!

derki82 15.04.2021 09:27

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1596390)
Mir geht diese amerikanische Überhöhung des Triathlontrainings ins Übermenschliche mittlerweile auf den Sack. Auch die allerallerallerhärtesten Triathlonprofis trainieren fast ihr gesamtes Training im GA1-Bereich, meistens in schönen Gegenden, oder, falls sich ein Wölkchen am Himmel zeigt, kommod auf der Rolle und dem Laufband.

Den Rest des Tages liegen sie auf dem Sofa und checken jede Viertelstunde das Geschehen auf Instagram. Sanders hat sich sogar einen eigenen Pool gebaut, weil er zu faul war, für das Schwimmtraining aus dem Haus zu gehen, wie das für jedes Schulkind, das im Schwimmsport etwas reißen will, normaler Alltag ist.

Viele meiner Athleten trainieren an die 20 Stunden pro Woche nach Feierabend, plus 40 Stunden Arbeit. Ein Triathlonprofi trainiert 30 Stunden pro Woche plus fast gar nichts. Das ist sicher sehr anstrengend, daran gibt es keinerlei Zweifel. Es wirkt auf mich aber allmählich etwas albern, wenn man das in die Nähe übermenschlicher Anstrengung rückt.

Bereits vor 100 Jahren, als die Tour de France wirklich knallhart war, haben die Jungs aus dem Bergbau sie als vergleichsweise leichte Form des Geldverdienens wahrgenommen, sofern man etwas Talent mitbrachte. Die heutigen Sportmillionäre haben nie richtig gearbeitet, daher fällt ihnen vielleicht nicht auf, dass sie ein absolut privilegiertes Leben führen.


Danke !!!

schnodo 15.04.2021 10:29

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1596390)
Mir geht diese amerikanische Überhöhung des Triathlontrainings ins Übermenschliche mittlerweile auf den Sack.

Deine Zusammenfassung des Lebens eines Triathleten ist sicher zutreffend, aber findest Du nicht, dass Du damit das falsche Feld beackerst? Der Spruch hatte das Rennen im Auge.

Falls das nur der Anlass zur generellen Kritik an der Darstellung des Triathlon ist: Der Trailer trägt natürlich etwas dick auf, aber er ist ein Sport-Werbefilmchen. Was willst Du erwarten? Wollte ich einen Trailer zu meiner fiktiven Dokumentation über Emil Zatopek machen, würde ich sicherlich nicht damit führen, dass er oft am Wochenende beim Militär Wache geschoben hat oder beim Studium an der Militärakademie stets bemüht war. :)

Hast Du Dir mal einen Bundesliga-Trailer angesehen? Ein Leben ohne Fußball ist das Beschissenste überhaupt!


Bildinhalt: Bundesliga-Trailer

Formel 1? Da kannst Du einpacken: Die Physik ist widerlegt. Die lautesten Motoren des Universums und gottgleiche Fahrer in Überlichtgeschwindigkeit. :)

Schneller als Überlichtgeschwindigkeit ist nur die Tour de France, und unglaublich hart natürlich, das kann man gar nicht beschreiben.


Bildinhalt: Tour de France 2018 Trailer

Oder "Welcome to the Grind"? Wenn Sisyphos sein Leben nicht auf dem Ponyhof verbracht hätte, wäre sein Erfolg größer gewesen; bei Michael Phelps würde der Brocken nicht wieder runterrollen. ;)

Wenn ich es mir recht überlege, dann ist der PTO-Trailer im Vergleich fast übertrieben realistisch und langweilig. Realitätsnähe ist aus meiner Sicht kein vernünftiger Maßstab für Sportwerbung. :Blumen:

Thomas W. 15.04.2021 10:57

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1596390)

Viele meiner Athleten trainieren an die 20 Stunden pro Woche nach Feierabend, plus 40 Stunden Arbeit.

Wo ist der Link zur 90 minütigen Doku .

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich dieses alltägliche hustlen auch sehenswerter finde.
Ich mag Dokus von Spitzensportlern auch gerade im Moment in dem sie am menschlichsten dargestellt werden. In genau dem Bereich an dem sie die Entscheidungen treffen, die sie erfolgreich machen.

Genau diese Momente gibt es wahrscheinlich noch häufiger bei Athleten , die Ihr Training einer 40h Arbeitswoche anfügen.

Leider gibt es dafür keine Dokumentation ( die Sportart wäre mir hier sogar egal )

Am nächsten kommt aktuell in der offenen und ehrlichen Aufarbeitung der Normalität von Profis und deren alltäglicher Gedanken der sehr sensibel nachfragende Aloha Kalle Podcast , dicht gefolgt von der Ausstrahlung von Alltäglichkeit aber unvergleichlichen Zielstrebigkeit des Strava Accounts von Paul - Schmidt - Hellinger, der nach ner 24h Schicht im Charite noch laufend nach Hause commuted im sub 4er Schnitt ( immer )

Der Ordnung halber:

Lionel Sanders. :)

tridinski 15.04.2021 11:19

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1596390)
Mir geht diese amerikanische Überhöhung des Triathlontrainings ins Übermenschliche mittlerweile auf den Sack.

typisch amerikanisch halt und auch bei vielem anderen zu sehen, und nicht erst seit gestern

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1596390)
Die heutigen Sportmillionäre haben nie richtig gearbeitet, daher fällt ihnen vielleicht nicht auf, dass sie ein absolut privilegiertes Leben führen.

es gibt im Triathlon aber auch die, die ne Profilizenz haben und nebenher in drei Jobs arbeiten, ich kenn eine die als Profi auf Hawaii war und nebenher ihren Job als Webadmin von dort remote weitergemacht hat (in den anderen Jobs hatte sie aber frei :o )

Wenn du im Triathlon dich oder sogar eine Familie ernähren willst/musst und von den Sponsoren aber neben Material nichts weiter (lies: keine Kohle) bekommst und dann verletzt bist oder keine Resultate zustande bringst warum auch immer ... jetzt nicht eben ein Zuckerschlecken, da mach ich lieber den Tri nur nebenher als Hobby.

1.Liga-Fussballprofi mit x Jahren Vertragslaufzeit ist da natürlich auf Rosen gebettet im Vergleich

Lionel spielt halt das Spiel mit und erzählt uns das, was wir bzw. "sein Markt" hören will. Ein bisschen Hero-Talk ist da doch eher hilfreich für ihn und seine Sponsoren. Und dass seine Drogen-Vergangenheit viel härter war als der Alltag als Tri-Pro, dessen wird er sich auch bewusst sein.

Helios 15.04.2021 12:06

Zitat:

Zitat von tridinski (Beitrag 1596430)
.....
Wenn du im Triathlon dich oder sogar eine Familie ernähren willst/musst und von den Sponsoren aber neben Material nichts weiter (lies: keine Kohle) bekommst und dann verletzt bist oder keine Resultate zustande bringst warum auch immer ... jetzt nicht eben ein Zuckerschlecken, da mach ich lieber den Tri nur nebenher als Hobby.
............

Arne wird Dir sicher ein Haufen Namen nennen können, die das Profitum aus diesem Grund wieder sein lassen mussten - andere kommen zu einem kleinen Vermögen (aber nur, wenn sie mit einem Großen kamen).

Mich würde mal interessieren was der Aufenthalt im Aqua-bear-Pool inkl. Coach und täglicher Bespaßung größenordnungsmäßig ausmacht.

Bei Brandon/Effortless Swimming schlägt ein Camp (im Hotel in Thailand mit 50m Pool) in der all-incl Variante mit knapp 3000$ pro Woche zu Buche - nehm ich mal fürs Planschen 800 Ocken/Woche, dann wird mir bei Lionels Dauerkarte in Papa-Bear's Schwimmclub leicht schwindelig und wird niemals von Preisgeld gedeckt.

Neidisch bin ich auf die 5000kcal und entsprechend auf 1400kcal/h - davon träum ich nicht mal - das ist gelogen, hätt ich eher vom Stapel gelassen. Passt scho.

limaged 15.04.2021 12:09

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1596390)
Mir geht diese amerikanische Überhöhung des Triathlontrainings ins Übermenschliche mittlerweile auf den Sack. Auch die allerallerallerhärtesten Triathlonprofis trainieren fast ihr gesamtes Training im GA1-Bereich, meistens in schönen Gegenden, oder, falls sich ein Wölkchen am Himmel zeigt, kommod auf der Rolle und dem Laufband.

Den Rest des Tages liegen sie auf dem Sofa und checken jede Viertelstunde das Geschehen auf Instagram. Sanders hat sich sogar einen eigenen Pool gebaut, weil er zu faul war, für das Schwimmtraining aus dem Haus zu gehen, wie das für jedes Schulkind, das im Schwimmsport etwas reißen will, normaler Alltag ist.

Viele meiner Athleten trainieren an die 20 Stunden pro Woche nach Feierabend, plus 40 Stunden Arbeit. Ein Triathlonprofi trainiert 30 Stunden pro Woche plus fast gar nichts. Das ist sicher sehr anstrengend, daran gibt es keinerlei Zweifel. Es wirkt auf mich aber allmählich etwas albern, wenn man das in die Nähe übermenschlicher Anstrengung rückt.

Bereits vor 100 Jahren, als die Tour de France wirklich knallhart war, haben die Jungs aus dem Bergbau sie als vergleichsweise leichte Form des Geldverdienens wahrgenommen, sofern man etwas Talent mitbrachte. Die heutigen Sportmillionäre haben nie richtig gearbeitet, daher fällt ihnen vielleicht nicht auf, dass sie ein absolut privilegiertes Leben führen.

AMEN !

aber absolut richtig und cool zusammengefasst. danke. ist halt viel show

schnodo 15.04.2021 12:56

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1596443)
Bei Brandon/Effortless Swimming schlägt ein Camp (im Hotel in Thailand mit 50m Pool) in der all-incl Variante mit knapp 3000$ pro Woche zu Buche

Ich weiß nicht, wann der Termin ist, aber das Hotel kostet z.B. im Mai 800 Dollar pro Woche. Dementsprechend nimmt Brenton Ford für das Training (13 Einheiten in der Gruppe) mindestens 2000 pro Nase. Aus meiner Sicht ein absoluter Mondpreis. Ich glaube, man kann eine qualitativ vergleichbare Leistung für viel, viel weniger einkaufen.

Dass er solche Beträge aufrufen kann, hat er sich natürlich im Vorfeld durch seine YouTube-Präsenz erarbeitet. Wenn jemand bereit ist, das zu bezahlen, ist das auch völlig in Ordnung.

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1596443)
Mich würde mal interessieren was der Aufenthalt im Aqua-bear-Pool inkl. Coach und täglicher Bespaßung größenordnungsmäßig ausmacht.
... nehm ich mal fürs Planschen 800 Ocken/Woche, dann wird mir bei Lionels Dauerkarte in Papa-Bear's Schwimmclub leicht schwindelig und wird niemals von Preisgeld gedeckt.

Die Angebote sind so nicht vergleichbar. Bei Effortless Swimming gibt es eine Woche Rundumbetreuung – zum Wucherpreis, aber immerhin. Das bietet Justin Slade seinen Schwimmern/Triathleten nicht. Es handelt sich um fünf oder sechs angeleitete Gruppenschwimmen à 60 Minuten pro Woche. Das ist dem Masters-Schwimmen sehr ähnlich (Daumenpeilung: 80 Dollar pro Monat) und dementsprechend werden die Preise sein. Ich würde allerhöchstens 400 Dollar pro Monat schätzen, inklusive Profi-Aufschlag, einiger Individualisierung und zwei oder drei Einzelstunden. Ich tippe realistisch eher auf 250 bis 300 mit allem.

Thomas W. 15.04.2021 13:14

es gibt ein Toni Palzer BR Portrait.
In diesem kommt er unfassbar sympatisch rüber , auch sein Vater.

Da sagt er, passend zum Thema gerade, Minute 6:35 etwa, dass er es falsch fände Profis als Vorbild zu haben.
Die machen den Sport ja als Beruf.

Andere Menschen, die den Sport aus Leidenschaft betreiben tragen für die Menschheit deutlich mehr bei .

Das Video habe ich auf Youtube gefunden.

Coole Einstellung .
Was ist die Steigerung von unaufgeregter Bodenständigkeit.

Aber auch hier wird die Komponente Sponsoren und damit verbundene Pflicht zur Anwesenheit in den sozialen Medien.

Trimichi 15.04.2021 14:37

Ich finde es falsch Paradiesvögel zum Vorbild zu haben. Ist auch nicht gut für den Nachwuchs. :Huhu:

Paradiesvogeldasein und zugleich Leistung im Job & Familie mit Kind(ern)? Das geht nicht.

Geht doch, wie uns die Marketingmaschine einreden möchte. Mein Haus, mein Auto, meine toller Urlaub, meine Frau, meine Kinder, mein Status als Papa btw. mein unantastbarer Status als Mama reicht nicht mehr. Der egomanische 0815-Ich-Ellenbogengesellschaft - Mainstreammitstrampler muss auch mit einem IRONMAN - Titel glänzen und noch mithalten zu können in der Ich-Gesellschaft. :Blumen:

Sanders war wie Niedrig drogenabhängig, ein Junkie. Daher mag ich Sanders. Weil er keine Sonderbehandlung bekommt, sondern mit Leistung glänzt. Ob Sanders drogen krank war oder nicht interessiert niemanden bei Wettkämpfen.

schnodo 16.04.2021 13:07

Der Gran Canaria Thread hat mich gerade an das Thema "Rennen auslassen" erinnert. Ich möchte das noch einmal aufgreifen.

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1587409)
Ich würde mal virtuell in die Suppe spucken und behaupten, dass wenn er wirklich die Absicht hätte sich substanziell im Schwimmen zu verbessern, er bereit sein müsste, dafür auch mal auf einen Wettkampf wie in Miami zu verzichten.

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1587415)
Die Aussichten auf ein für Sanders zufriedenstellendes Rennen - vor allem beim Schwimmen - sehe ich daher als nicht so hoch an.
...
Ob er den Wettkampf aus Sponsorensicht benötigt, weiß ich nicht. Seine mediale Präsenz ist ja auch ohne Wettkämpfe schon groß genug.

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1587427)
Ich weiß es nicht. Ich habe den Eindruck, dass in einer Zeit, in der kaum Rennen stattfinden, auch Rennen, die sonst eher unter dem Radar fliegen, ganz anders wahrgenommen werden.

Und es geht ja auch nicht darum, wie wichtig das Rennen in der globalen Sicht ist, sondern wie wichtig es Lionel Sanders und seinem Umfeld erscheint. Ich stimme mit vielen hier überein, dass Lionel gerne mal unproduktiven Unfug treibt. Hier aber nicht. Den Start in Miami würde ich spontan unter "Sachzwang" einsortieren. Vielleicht erzählt er demnächst noch etwas darüber.

Und ich sehe auch nicht, dass er damit alles in die Tonne tritt, was er sich in den letzten Wochen beim Schwimmen erarbeitet hat. Er absolviert schließlich keinen Ultraman. Es heißt ja immer, man soll andere Reize setzen. Das macht er. :Lachen2:

Unabhängig davon, wie es mit ihm weitergeht, sehe ich meine Einschätzung für den Moment bestätigt. Lionel Sanders hat sein Schwimmen verbessert, ohne dass seine Form auf dem Rad oder beim Laufen erkennbar gelitten hat. Er hat in den letzten Rennen hervorragend abgeschnitten und er war im Gespann mit Talbot Cox derjenige, der mit seiner "hochsterilisierten" Rivalität gegenüber Jan Frodeno dem Rennen in Florida im Vorfeld die Würze gegeben hat. Ohne ihn hätte auch das Rennen in Texas keine nennenswerte mediale Sichtbarkeit gehabt.

Seine Berichte tragen dazu bei, dass Sportinteressierte, die diese Veranstaltungen sonst nicht wahrgenommen hätten, sich damit auseinanderzusetzen und, wie ich z.B. auf Slowtwitch gelesen haben, gespannt den Liveticker verfolgen. Ich selbst kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt den Liveticker eines Rennens mit nullkommanull Übertragung von der Strecke verfolgt habe, ohne dass jemand dabei war, den ich persönlich kannte. Über Sanders wurde in den letzten Monaten gefühlt (da bin ich natürlich etwas betriebsblind, weil ich seine Videos vertexte) mehr berichtet als über jeden anderen, selbst Jan Frodeno.

Um mein Realitätsempfinden abzugleichen, würde mich interessieren, ob Eure Einschätzung gleich geblieben ist. Meint Ihr auch heute noch, er hätte nicht antreten sollen um sich eine Auszeit fürs Schwimmen zu nehmen? Meint Ihr, dass seine Präsenz in diesen kargen Monaten nutzlos war für die Marke "Lionel Sanders"?

Falls ja, warum? :Blumen:

longtrousers 17.04.2021 11:02

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1596783)

Um mein Realitätsempfinden abzugleichen, würde mich interessieren, ob Eure Einschätzung gleich geblieben ist. Meint Ihr auch heute noch, er hätte nicht antreten sollen um sich eine Auszeit fürs Schwimmen zu nehmen? Meint Ihr, dass seine Präsenz in diesen kargen Monaten nutzlos war für die Marke "Lionel Sanders"?

Falls ja, warum? :Blumen:

Ich würde sagen (obwohl ich mich vorher zu einer Auszeit nicht geäußert habe), dass es gut war, dass er angetreten ist.
Und deshalb, weil er es gemacht hat und er das selber am Besten beurteilen kann.
Wenn einer, der einerseits nicht von Schwimmen kommt und läuft wie Quasimodo, aber andererseits in Miami kurz hinter dem besten Triathlet aller Zeiten finished und in Texas in einem starken Feld gewinnt, prinzipiell nicht viel falsch machen kann.
Wer bin ich dann, ihm Ratschläge zu erteilen? Ich denke wir (die 80 Millionen Bundestrainer) können eher etwas von ihm lernen als andersherum.

Matthias75 19.04.2021 14:07

Ich schulde dir noch ein paar Antworten :Huhu: :

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1596783)
Unabhängig davon, wie es mit ihm weitergeht, sehe ich meine Einschätzung für den Moment bestätigt. Lionel Sanders hat sein Schwimmen verbessert, ohne dass seine Form auf dem Rad oder beim Laufen erkennbar gelitten hat.

Ja, es scheint ,also hätte er sein Schwimmen verbessert oder zumindest stabilisiert. Wobei, eine Frage: War Texas nicht im Salzwasser und mit Neo? Zumindest sehe ich auf den Bildern vom Schwimmen viel schwarz. Ich würde gerne nochmal in ein, zwei Rennen in einem richtig starken Teilnehmerfeld sehen.

Zumindest wirkt er für den Moment auch etwas zufriedener und gereifter. Er wirft nicht gleich alles wieder über die Haufen. Dazu hat er bei der aktuellen Bilanz aber auch keinen Grund.

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1596783)
Er hat in den letzten Rennen hervorragend abgeschnitten und er war im Gespann mit Talbot Cox derjenige, der mit seiner "hochsterilisierten" Rivalität gegenüber Jan Frodeno dem Rennen in Florida im Vorfeld die Würze gegeben hat. Ohne ihn hätte auch das Rennen in Texas keine nennenswerte mediale Sichtbarkeit gehabt.

Seine Berichte tragen dazu bei, dass Sportinteressierte, die diese Veranstaltungen sonst nicht wahrgenommen hätten, sich damit auseinanderzusetzen und, wie ich z.B. auf Slowtwitch gelesen haben, gespannt den Liveticker verfolgen. Ich selbst kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt den Liveticker eines Rennens mit nullkommanull Übertragung von der Strecke verfolgt habe, ohne dass jemand dabei war, den ich persönlich kannte. Über Sanders wurde in den letzten Monaten gefühlt (da bin ich natürlich etwas betriebsblind, weil ich seine Videos vertexte) mehr berichtet als über jeden anderen, selbst Jan Frodeno.

Vor dem Wochenende hätte ich dir noch widersprochen. Dann ist mir heute aufgefallen, dass der Ironman 70.3 Florida dieses Wochenende ziemlich sang- und klanglos an mir vorbei gegangen ist....

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1596783)
Um mein Realitätsempfinden abzugleichen, würde mich interessieren, ob Eure Einschätzung gleich geblieben ist. Meint Ihr auch heute noch, er hätte nicht antreten sollen um sich eine Auszeit fürs Schwimmen zu nehmen? Meint Ihr, dass seine Präsenz in diesen kargen Monaten nutzlos war für die Marke "Lionel Sanders"?

Falls ja, warum? :Blumen:

Puh, schwierige Fragen:

1. Meine Ansicht war, dass er das Schwimmen schon letztes Jahr hätte angehen sollen. Aktuell scheint es aber gut zu klappen mit dem Training. Wie schon gesagt, würde ich gerne nochmal ein, zwei Rennen gegen starke Konkurrenz sehen und dann vielleicht auch mal ein längeres Rennen.

2. Für die Marke ""Sanders" war die Medienpräsenz, sowohl in den sozialen Netzwerken wie auch auf den Wettkämpfen sicher nicht schädlich. Andererseits ist die Frage, wie lange er das so durchziehen kann. Hier meine ich einerseits die hohe Videofrequenz und auch die Inhalte der Videos. Ich fand schon die letzten Videos vor Texas etwas inhaltsleer. Seine Trainingserkenntnisse wird er auch bald alle gesammelt und verkündet haben (außer er findet für 2022 noch einen "neuen" Ansatz).

Also ja, es war unterhaltsam, aber so langsam habe zumindest ich mich etwas sattgesehen. Was aber nicht heißt, dass ich nicht weiter zuschauen werden und vor allem, dass ich nicht auf deine Zusammenfassung warten werde.:Huhu: :Huhu:

M.

schnodo 19.04.2021 14:30

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1597408)
Ich schulde dir noch ein paar Antworten :Huhu:

Danke für Deine Antwort! Danke auch an longtrousers für Deine Einschätzung! :Blumen:

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1597408)
War Texas nicht im Salzwasser und mit Neo? Zumindest sehe ich auf den Bildern vom Schwimmen viel schwarz. Ich würde gerne nochmal in ein, zwei Rennen in einem richtig starken Teilnehmerfeld sehen.

Das mit den Neos waren die Agegrouper. Die Profis sind ohne geschwommen.

Man muss natürlich abwarten, wie es weitergeht; ich glaube, dass man im Schwimmen auf dem Niveau nicht mal eben so einen guten Tag (oder sogar zwei) haben kann und dann eine Klasse schneller schwimmt als gewohnt. Das muss irgendwo herkommen. Einen ganz schlechten Tag zu haben, ist hingegen für niemanden ein Problem, egal in welcher Liga er spielt. :)

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1597408)
Vor dem Wochenende hätte ich dir noch widersprochen. Dann ist mir heute aufgefallen, dass der Ironman 70.3 Florida dieses Wochenende ziemlich sang- und klanglos an mir vorbei gegangen ist...

Hoppla! An mir auch.

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1597408)
Ich fand schon die letzten Videos vor Texas etwas inhaltsleer. Seine Trainingserkenntnisse wird er auch bald alle gesammelt und verkündet haben (außer er findet für 2022 noch einen "neuen" Ansatz).

Also ja, es war unterhaltsam, aber so langsam habe zumindest ich mich etwas sattgesehen. Was aber nicht heißt, dass ich nicht weiter zuschauen werden und vor allem, dass ich nicht auf deine Zusammenfassung warten werde.:Huhu: :Huhu:

Ich mag die Videos ganz gerne, weil sie sich nicht nur auf Lionel Sanders konzentrieren, sondern auch die anderen Sportler etwas in den Vordergrund rücken. Viele kannte ich höchstens dem Namen nach und ich finde, dass so das Bild der Veranstaltung abgerundet wird.

Die Orte ändern sich, die Konkurrenten sind andere, es herrschen unterschiedliche Bedingungen. Ich sehe nicht, dass das zwingend langweilig werden muss. Das ist ein wenig wie eine Soap Opera, die laufen teilweise ewig und die Leute kriegen nicht genug davon. Denk z.B. mal an die Lindenstraße.

Was ist besser für den Sport: Funkstille à la Florida oder ein wenig zu viel Hype à la Sanders? Ich bin zweifellos für das Zweite, denn wenn es mich nervt kann ich es einfach ignorieren. Wo nichts ist, kann ich aber nicht einmal das. :Lachen2:

tridinski 19.04.2021 15:27

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1597412)

Was ist besser für den Sport: Funkstille à la Florida oder ein wenig zu viel Hype à la Sanders? Ich bin zweifellos für das Zweite, denn wenn es mich nervt kann ich es einfach ignorieren. Wo nichts ist, kann ich aber nicht einmal das. :Lachen2:

Ist es valide daraus den Schluss zu ziehen dass die Aufmerksamkeit für den 70.3. Texas zu großen Teilen von Lionel verursacht wurde?

Nächstes WE: St.George und GranCan - Großkampftag! Auch noch schön zeitversetzt so dass man sich beides reinziehen kann :cool: (falls es doll stürmt und regnet bei uns, weil selbst draußen sporteln geht immer noch vor)

Offtopic: Schnodo, deine Klickzahlen laufen ja wie weiland das Spendenkonto von Major Tom - wo das noch hinführen soll :Cheese: Der Ritterschlag seitens der Queen wird dir zwar noch verwehrt bleiben, aber hier im Forum liegst du weit vorne :Blumen:
(100x mehr Klicks fürs englische Video ggü Deutsch hätte ich jetzt nicht unbedingt vermutet, immerhin gibts ja schonmal ca 100Mio Muttersprachler Deutsch)

schnodo 19.04.2021 16:33

Zitat:

Zitat von tridinski (Beitrag 1597418)
Ist es valide daraus den Schluss zu ziehen dass die Aufmerksamkeit für den 70.3. Texas zu großen Teilen von Lionel verursacht wurde?

Keine Ahnung, ob der Schluss zulässig ist, aber so habe ich es empfunden. Wenn man z.B. die Reichweite der Rückschau anschaut, ist die Annahme zumindest nicht abwegig.

Klickzahlen "race recap" Videos zum Ironman 70.3 Texas 2021, grob gerundet:
  • Andre Lopes & Rachel Olson – 2 600
  • Justin Metzler – 10 000
  • Ben Kanute – 11 000
  • Matt Hanson – 18 000
  • Sam Long – 28 000
  • Lionel Sanders – 97 000

_______off-topic_______
Zitat:

Zitat von tridinski (Beitrag 1597418)
(100x mehr Klicks fürs englische Video ggü Deutsch hätte ich jetzt nicht unbedingt vermutet, immerhin gibts ja schonmal ca 100Mio Muttersprachler Deutsch)

Es freut mich sehr, dass das Video so gut angenommen und als hilfreich empfunden wird. Auch wenn ich mir damit Mühe gegeben habe, so viel Zulauf habe ich dann doch nicht erwartet.

Ich hatte von Anfang an vermutet, dass die englische Fassung mehr Potenzial hat, deswegen habe ich mich erst nach einigem Genörgel u.a. hier im Forum dazu bewegen lassen, deutschen Ton und Texte nachzuliefern. ;)
Dass der Unterschied so groß sein würde, habe ich allerdings auch nicht gedacht. Ich hätte vielleicht auf Faktor 10 getippt.


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