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widi_24 06.10.2021 11:03

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1627398)
Wenn Du diese angeblich verschwiegene angebliche Wahrheit mal bitte konkret präsentieren könntest ...

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 1627399)
Hast du mal einen Link dazu? Also jetzt nicht unbedingt zu den konkreten Daten, aber einen Link wo das so wie von die geschrieben behauptet wird? Davon habe ich ehrlich gesagt noch nie gehört.....

Aus einem früheren Postings, inkl. aller Links:
Gemäss den aktuellen Zahlen, welches unser Bundesamt für Gesundheit veröffentlicht, wäge ich persönlich zwischen folgenden Eintrittswahrscheinlichkeiten ab (Zeitraum März-September 2021):

Ungeimpft in Altersgruppe 20-29, schwerer Covid-Verlauf (= Hospitalisierung und/oder Todesfall): 0.044%

Geimpft in Altersgruppe 18-29 (anderer Range, da unser BAG Impfnebenwirkungen und Covid-Zahlen nicht in den gleichen Spannen veröffentlich), schwerwiegende* Impfnebenwirkung: 0.045%

*schwerwiegend gemäss Definition BAG: Schwerwiegende Nebenwirkungen sind solche, die tödlich oder lebensbedrohend sind, eine Hospitalisation oder deren Verlängerung erfordern, zu bleibender oder schwerwiegender Behinderung oder Invalidität führen oder sich in einer angeborenen Fehlbildung/einem Geburtsfehler äussern. Und zudem solche, die als medizinisch wichtig beurteilt werden, weil sie Patientinnen und Patienten akut gefährden oder eine Behandlung erfordern, um einen schwerwiegenden Ausgang zu verhindern. (Quelle covid19.admin.ch)

---

Ich habe zuletzt wieder einmal die aktuellsten Daten (per 22.09.2021) gezogen und das Bild ist nahezu konstant geblieben. Beide Wahrscheinlichkeiten sind leicht angestiegen: schwerwiegende UIE auf aktuell 0.049% und schwere Covid-Verläufe auf 0.051%.

Edit: Falls jemand eine genauere Herleitung wünscht, kann ich gerne meine Excel zur Verfügung stellen oder bei Gelegenheit mal hier notieren.

LidlRacer 06.10.2021 11:13

Zitat:

Zitat von widi_24 (Beitrag 1627406)
... schwerwiegende* Impfnebenwirkung: 0.045% ...

Sehe ich das richtig, dass Du hier die Zahlen der "Verdachtsfälle" genommen hast?

Das ist höchst unseriös.

"Bei den Meldungen handelt es sich um Verdachtsfälle von unerwünschten Impferscheinungen. Eine UIE kann einen zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung haben. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Impfung diese ausgelöst hat."
https://www.covid19.admin.ch/de/vacc...ms=18%20-%2044

LidlRacer 06.10.2021 11:20

Dies sagt das BAG wirklich zu Nebenwirkungen:

"Das Risiko ernsthafter Komplikationen bei einer Erkrankung am Coronavirus ist um ein Vielfaches höher als die Wahrscheinlichkeit schwerer Nebenwirkungen aufgrund der Covid-19-Impfung. Anders gesagt: Das Coronavirus ist die Gefahr, nicht die Impfung."

https://bag-coronavirus.ch/impfung/n...rkungen-fragen

dr_big 06.10.2021 11:23

Die Hospitalisierungsrate liegt in der Schweiz bei ca. 1,2% (10.000 Hospitalisierungen bei 850.000 Infizierten).

LidlRacer 06.10.2021 11:34

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1627412)
Die Hospitalisierungsrate liegt in der Schweiz bei ca. 1,2% (10.000 Hospitalisierungen bei 850.000 Infizierten).

Da verwechselst Du was:
Es gibt schon über 11000 Tote.
https://www.worldometers.info/corona...ry/switzerland

dr_big 06.10.2021 11:42

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1627417)
Da verwechselst Du was:
Es gibt schon über 11000 Tote.
https://www.worldometers.info/corona...ry/switzerland

Stimmt, das waren die Zahlen von der Schweizer Seite im Zeitraum 27.1.-4.10.21.
Mir ist es jetzt zu mühsam, den ganzen Zahlensalat zu analysieren.

merz 06.10.2021 11:43

Schweizer Dashobard hier (das Argument oben hebt aber auf der Situation für eine bestimmte junge Altersgruppe ab)

https://www.covid19.admin.ch/en/overview

m.

dr_big 06.10.2021 11:55

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1627421)
Schweizer Dashobard hier (das Argument oben hebt aber auf der Situation für eine bestimmte junge Altersgruppe ab)

https://www.covid19.admin.ch/en/overview

m.

Da war ich schon, ich finde aber keine kumulierte Zahl von Infizierten nach Altersklasse. Wieviele 20-29jährigen waren bisher infiziert?

merz 06.10.2021 11:57

149.000 - nach der sekundären Quelle hier:

https://de.statista.com/statistik/da...-altersklasse/

m.

Update: "Wochenbericht zur epidemologischen Lage", verlinkt unten, hat 150.000

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home...rnational.html

dr_big 06.10.2021 12:01

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1627425)
149.000 - nach der sekundären Quelle hier:

https://de.statista.com/statistik/da...-altersklasse/

m.

Dann liegt die Hospitalisierungsquote bei 20-29J in der Schweiz bei 0,22% (336 Fälle). Die Zahl von Widi mit 0,04% kann da nicht stimmen.

labosch 06.10.2021 12:29

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1627420)
Mir ist es jetzt zu mühsam, den ganzen Zahlensalat zu analysieren.

Wär cool wenn es jemand gäbe, der sich durch die ganzen Daten wühlt und dann eine Handlungsempfehlung ausspricht!

Pippi 06.10.2021 12:29

Paul Ehrlich Institut überlastet bei Statistik der Impfnebenwirkungen

https://amp.zdf.de/nachrichten/panor...mpression=true

captain hook 06.10.2021 12:34

Zitat:

Zitat von labosch (Beitrag 1627431)
Wär cool wenn es jemand gäbe, der sich durch die ganzen Daten wühlt und dann eine Handlungsempfehlung ausspricht!

Erstaunlicherweise gibt es hier im Forum so 1-2 Personen die das tatsächlich in diesem Zusammenhang professionell tun und dazu schon Dinge geschrieben haben. Ihre Posts wurden in aller Regel mehr oder weniger ignoriert. Übrigens von beiden Seiten der Diskutanten.

Stefan 06.10.2021 12:41

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1627433)
.... Ihre Posts wurden in aller Regel mehr oder weniger ignoriert. Übrigens von beiden Seiten der Diskutanten.

Nur weil man etwas nicht kommentiert, ignoriert man es noch lange nicht. Ich wüsste z.B. nicht, was ich zu Heins Beiträgen schreiben/kommentieren/korrigieren sollte. Einzig bedanken könnte ich mich natürlich dafür.

widi_24 06.10.2021 12:42

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1627409)
Sehe ich das richtig, dass Du hier die Zahlen der "Verdachtsfälle" genommen hast?

Das ist höchst unseriös.

Für die Einordnung des Risikos ist das die Datengrundlage, die mir das BAG zur Verfügung stellt. Ausserdem - und ja, das ist meine persönliche Interpretation - wenn schon schwerwiegende Verdachtsfälle kommuniziert werden, dann nicht nur, weil eine minimale Chance eines Zusammenhangs bestehen könnte. Da muss schon ein wirklicher Verdacht vorhanden sein. Ausserdem vergleiche ich ja auch mit den Covid-Zahlen, wobei ich dort nicht weiss, ob jemand aufgrund Covid oder "nur" mit Covid hospitalisiert wurde.

Big Data im Jahr 2021 lässt grüssen. Eine klare Datengrundlage dem Bürger zur eigenen Risiko-/Nutzenbeurteilung zu geben, müsste bei den Budgets unserer Regierung das kleinste Problem sein... :Huhu:

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1627410)
Dies sagt das BAG wirklich zu Nebenwirkungen:

"Das Risiko ernsthafter Komplikationen bei einer Erkrankung am Coronavirus ist um ein Vielfaches höher als die Wahrscheinlichkeit schwerer Nebenwirkungen aufgrund der Covid-19-Impfung. Anders gesagt: Das Coronavirus ist die Gefahr, nicht die Impfung."

https://bag-coronavirus.ch/impfung/n...rkungen-fragen

Ja, das mag für bestimmte Altersgruppen oder über die Gesamtheit gelten. Das diskutiere ich auch nicht an. Aber wenn es um Gesundheit geht, sollte jeder seine eigene Entscheidung treffen dürfen. Pauschalisierung bringt da nix.

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1627423)
Da war ich schon, ich finde aber keine kumulierte Zahl von Infizierten nach Altersklasse. Wieviele 20-29jährigen waren bisher infiziert?

Siehe oben zu Big Data. Ich habe in meiner Liste die wöchentlichen Fälle kumuliert und entsprechend ausgewiesen.

Die 0.044% Hospitalisierungsrisiko errechnen sich wie folgt:
Bevölkerung 20-29: 1'038'134 Menschen
davon ungeimpft bis 12.09.2021: 564'433 Menschen (54%)
Hospitalisationen 20-29: 249 Menschen (22.03.-12.09.2021)
--> 249 / 564'433 = 0.044%

Ein wenig vereinfacht ist die Kalkulation, gebe ich zu, weil man einen statischen Anteil geimpft/ungeimpft annehmen muss, da ich dies nicht zeitlich aufgeschlüsselt gefunden hatte.

Edit: Vielleicht dringt das in meinen Beiträgen nicht ganz durch, aber ich finde die Impfung für bestimmte Gruppen sinnvoll, wenn auch dort jeder selbst entscheiden sollte, weil es mathematisch eine eindeutige Aussage bzgl. Risiko/Nutzen gibt. Wie man aber negieren kann, dass es für bestimmte Gruppen unter Umständen nicht eindeutig sein kann, verstehe ich nicht.

dr_big 06.10.2021 12:45

Zitat:

Zitat von widi_24 (Beitrag 1627436)
Die 0.044% Hospitalisierungsrisiko errechnen sich wie folgt:
Bevölkerung 20-29: 1'038'134 Menschen
davon ungeimpft bis 12.09.2021: 564'433 Menschen (54%)
Hospitalisationen 20-29: 249 Menschen (22.03.-12.09.2021)
--> 249 / 564'433 = 0.044%

Ein wenig vereinfacht ist die Kalkulation, gebe ich zu, weil man einen statischen Anteil geimpft/ungeimpft annehmen muss, da ich dies nicht zeitlich aufgeschlüsselt gefunden hatte.

Das ist nicht nur vereinfacht, sondern komplett falsch. Das Hospitalisierungsrisiko bezieht sich immer auf die Anzahl der Infizierten, nicht auf die Gesamtbevölkerung.

widi_24 06.10.2021 12:52

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1627437)
Das ist nicht nur vereinfacht, sondern komplett falsch. Das Hospitalisierungsrisiko bezieht sich immer auf die Anzahl der Infizierten, nicht auf die Gesamtbevölkerung.

Dann gehst du davon aus, dass sich jeder infiziert, was du machen kannst.

Ich berücksichtige bei meiner persönlichen Risiko/Nutzen-Abwägung das Infektions- und daraus folgend das Hospitalisierungsrisiko.

deralexxx 06.10.2021 12:59

Zitat:

Zitat von Pippi (Beitrag 1627432)
Paul Ehrlich Institut überlastet bei Statistik der Impfnebenwirkungen

https://amp.zdf.de/nachrichten/panor...mpression=true

Der Artikel ist von Juni. KA ob das noch aktuell ist.

dr_big 06.10.2021 13:03

Zitat:

Zitat von widi_24 (Beitrag 1627440)
Dann gehst du davon aus, dass sich jeder infiziert, was du machen kannst.

Ich berücksichtige bei meiner persönlichen Risiko/Nutzen-Abwägung das Infektions- und daraus folgend das Hospitalisierungsrisiko.

Wenn du Zahlen mit unterschiedlicher Basis ins Verhältnis setzt, dann kommt da Unsinn heraus. Die Gesamtbevölkerung ist statisch, die Anzahl der Hospitalisierungen ist dynamisch wachsend. Das Verhältnis ergibt was? :Nee:

widi_24 06.10.2021 13:10

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1627444)
Wenn du Zahlen mit unterschiedlicher Basis ins Verhältnis setzt, dann kommt da Unsinn heraus. Die Gesamtbevölkerung ist statisch, die Anzahl der Hospitalisierungen ist dynamisch wachsend. Das Verhältnis ergibt was? :Nee:

Ich muss ja aufgrund fehlender Datentransparenz davon ausgehen. Meine Auswertung ist eine Momentaufnahme. Die Vereinfachung bedeutet nichts anderes als, dass am 22.03.2021 sozusagen alle entweder geimpft waren bzw. nicht. Und ab diesem Zeitpunkt setze ich alle ausgewiesenen Hospitalisationen und UIE mit der jeweiligen Grundgesamtheit in ein Verhältnis.

Tendenziell würde das ja aber nochmals deutlicher für das Nicht-Impfen der AG 20-29 sprechen, weil über den Zeitverlauf gesehen die Grundgesamtheit Nicht-Geimpfter über einen längeren Zeitraum grösser war als diejenige der Geimpften und somit das Risiko von Hospitalisationen unter Berücksichtigung der wachsenden/schrumpfenden Anteile noch geringer wäre. Oder hab ich hier einen Denkfehler?

Schlimm genug, dass man in dieser Thematik solche Diskussionen führen muss/kann und keine vernünftigen Daten präsentiert werden.

Schwarzfahrer 06.10.2021 13:12

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1627444)
Wenn du Zahlen mit unterschiedlicher Basis ins Verhältnis setzt, dann kommt da Unsinn heraus. Die Gesamtbevölkerung ist statisch, die Anzahl der Hospitalisierungen ist dynamisch wachsend. Das Verhältnis ergibt was? :Nee:

Es kommt darauf an, welche Aussage Dich interessiert.

Die Zahl der Hospitalisierten im Bezug auf die Zahl der Infizierten ist das Risiko von schwereren Verläufen, wenn es zur Infektion kommt, ist also eine Kennzahl der Krankheit.

Die Zahl der Hospitalisierungen durch die potentiell betroffene Bevölkerungsgruppe ergibt ein Kriterium für das individuelle Risiko, in einem gewissen Zeitraum einen schweren Verlauf zu haben. Das ist eine personenbezogene Risikokennzahl, in der zwar die erste mit drinsteckt, aber dazu auch noch die Infektionswahrscheinlichkeit über einen gewissen Zeitraum beinhaltet ist. Für die individuelle Risikobewertung ist die zweite Zahl sinnvoll. Für eine Abschätzung der Auslastung von Krankenhäusern kann die erstere Zahl hilfreich sein (zusammen mit der Inzidenz). Es sind eben zwei unterschiedliche Aspekte.

captain hook 06.10.2021 13:17

Zitat:

Zitat von deralexxx (Beitrag 1627442)
Der Artikel ist von Juni. KA ob das noch aktuell ist.

Hierzu aus dem aktuellen Sicherheitsbericht (veröffentlicht auf der Seite des PEI)
https://www.pei.de/SharedDocs/Downlo...cationFile&v=6

8. SafeVac-2.0-Erhebung
An der Befragung mittels SafeVac 2.0-App zur Überwachung der Sicherheit von
COVID-19-Impfstoffen haben sich bis zum 31.08.2021 insgesamt
704.832 Personen mit mindestens einer Impfdosis in der App registriert. Dies
entspricht 1,3 Prozent der geimpften Personen bei bisher insgesamt
54.297.654 Erstimpfungen (Stand 31.08.2021). In 2.499 Meldungen (0,35%)
wurden schwerwiegende Reaktionen berichtet.
Die am häufigsten berichteten Beschwerden waren vorübergehende Schmerzen
an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen,
Unwohlsein, Schwindel, Schwellung an der Injektionsstelle, Schüttelfrost, Fieber
und Gelenkschmerzen.
Eine spezifische Auswertung der berichteten Informationen zu
Herzmuskelentzündungen (, die von den teilnehmenden Personen in der SafeVacBefragung bis zum 31.08.2021 angegeben wurden, erbrachte insgesamt 13
Fallmeldungen bei zwei Frauen (28 und 29 Jahre alt) und 11 Männern (im Alter
von 18 bis 67 Jahren). Bei sechs der 11 Meldungen waren die männlichen
Teilnehmer zwischen 18 und 29 Jahren. Unter Berücksichtigung der
teilnehmenden Männer in der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre (insgesamt
52.479 Teilnehmer), die mit einem mRNA-COVID-19-Impfstoff geimpft wurden,
ergibt sich eine Melderate von 11 Verdachtsfällen pro 100.000 teilnehmenden
Männern in dieser Altersgruppe. Bezogen auf insgesamt 67.899 teilnehmende
Frauen in der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahre, die mit einem mRNA-COVID-19-
Impfstoff geimpft wurden, entspricht dies einer Melderate von ca. drei
Verdachtsfällen pro 100.000 teilnehmenden Frauen in der SafeVac-Studie.

dr_big 06.10.2021 13:18

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1627446)

Die Zahl der Hospitalisierungen durch die potentiell betroffene Bevölkerungsgruppe ergibt ein Kriterium für das individuelle Risiko, in einem gewissen Zeitraum einen schweren Verlauf zu haben.

Auch das ist wieder falsch, da das Risiko sich zu infizieren nicht konstant ist sondern über den zeitlichen Verlauf stark schwankend.

captain hook 06.10.2021 13:24

Zitat:

Zitat von widi_24 (Beitrag 1627445)
Ich muss ja aufgrund fehlender Datentransparenz davon ausgehen. Meine Auswertung ist eine Momentaufnahme. Die Vereinfachung bedeutet nichts anderes als, dass am 22.03.2021 sozusagen alle entweder geimpft waren bzw. nicht. Und ab diesem Zeitpunkt setze ich alle ausgewiesenen Hospitalisationen und UIE mit der jeweiligen Grundgesamtheit in ein Verhältnis.

Tendenziell würde das ja aber nochmals deutlicher für das Nicht-Impfen der AG 20-29 sprechen, weil über den Zeitverlauf gesehen die Grundgesamtheit Nicht-Geimpfter über einen längeren Zeitraum grösser war als diejenige der Geimpften und somit das Risiko von Hospitalisationen unter Berücksichtigung der wachsenden/schrumpfenden Anteile noch geringer wäre. Oder hab ich hier einen Denkfehler?

Schlimm genug, dass man in dieser Thematik solche Diskussionen führen muss/kann und keine vernünftigen Daten präsentiert werden.

Für Dich selbst kann ich diese Betrachtung verstehen. Wenn Du allerdings erkrankst und unbemerkt und unbewusst jemanden ansteckst (immerhin ist man am ansteckensten wenn man selbst noch gar nicht weiß, dass man es hat), der ggfls. nicht geimpft werden kann, aber vielleicht nicht in der Gruppe ist, in der Du bist, sondern ein erhöhtes Risiko hast, ist das für den dann ggfls. ganz schön ungünstig.

widi_24 06.10.2021 13:36

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1627449)
Für Dich selbst kann ich diese Betrachtung verstehen. Wenn Du allerdings erkrankst und unbemerkt und unbewusst jemanden ansteckst (immerhin ist man am ansteckensten wenn man selbst noch gar nicht weiß, dass man es hat), der ggfls. nicht geimpft werden kann, aber vielleicht nicht in der Gruppe ist, in der Du bist, sondern ein erhöhtes Risiko hast, ist das für den dann ggfls. ganz schön ungünstig.

Danke Captain, schön zu lesen, dass es auch Menschen gibt, die auch Gedankengänge anderer verstehen können. Geht mir ja genau gleich, da ich mich nicht in einem der "Extrem"-Lager sehe, sondern versuche rational an das Thema ranzugehen.

Die Einschätzung betreffend Gesellschaftsnutzen, wenn wir ihn so nennen möchten, teile ich. Hier wäre es für mich wichtig zu verstehen, wie viele Menschen sich denn nicht impfen lassen können? Das Argument wird immer wieder angeführt, aber ich kann mich nicht erinnern, je Zahlen dazu gelesen zu haben: sind das hunderte Menschen oder tausende? Wenn ich mir ansehe, wie wenig Vektor-Impfstoff unser Bundesrat zuletzt bestellt hat (wir hatten bisher keinen zur Verfügung), dann kann der Anteil in der Bevölkerung nicht allzu hoch sein. Aber falls jemand Daten hat, gerne auch näherungsweise aus DE, dann gerne.

Aktuell sehe ich den besten gesamtgesellschaftlichen Schutz, wenn sich Risikogruppen impfen lassen, um schwere Verläufe weitgehend zu verhindern. Damit meine ich nicht nur die vorerkrankte Ü80-Fraktion, sondern alle diejenigen, bei denen das errechnete Risikoprofil (schwerer Verlauf vs. UIE-Wahrscheinlichkeit) einen deutlichen Ausschlag pro Impfung gibt.

Zusätzlich würde ich befürworten, dass man auch auf Antikörper testen lassen kann, um unerkannte Genesene zu identifizieren. Diese Zahl zu kennen, müsste meiner Meinung nach, für das Ableiten angepasster Massnahmen essentiell sein.

Schwarzfahrer 06.10.2021 14:01

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1627448)
Zitat:

Schwarzfahrer
Die Zahl der Hospitalisierungen durch die potentiell betroffene Bevölkerungsgruppe ergibt ein Kriterium für das individuelle Risiko, in einem gewissen Zeitraum einen schweren Verlauf zu haben.
Auch das ist wieder falsch, da das Risiko sich zu infizieren nicht konstant ist sondern über den zeitlichen Verlauf stark schwankend.

Was ist daran falsch? Ich schreibe doch, daß das so errechnete Risiko nur für den jeweils betrachteten Zeitraum, natürlich als Mittelwert, gilt. Es wird natürlich vom allgemeinen Geschehen (Prävalenz) in dieser betrachteten Zeitspanne abhängen.

Man kann es sogar weiter verfeinern, wenn es vom Statistischen aufs Individuelle gehen soll: z.B. ist mein Risiko nachts allein Bett und tagelang im Home-Office marginal, in der Disco vielfach höher. Wenn ich gewisse Sachen meide oder frequentiere, verschiebe ich nochmal mein persönliches Risiko. Das hat dann aber statistisch keine Relevanz mehr.

dr_big 06.10.2021 14:04

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1627456)
Was ist daran falsch?

Deine Risikobetrachtung ist immer in die Zukunft gerichtet. Da die Entwicklung aber hochdynamisch ist, kannst du aus Mittelwerten der Vergangenheit kein Riskio für die Zukunft ableiten. Das ist wie bei Aktienkursen, auch da sagt die Entwicklung in der Vergangenheit nichts über die Entwicklung in der Zukunft.

captain hook 06.10.2021 14:05

Zitat:

Zitat von widi_24 (Beitrag 1627453)

Die Einschätzung betreffend Gesellschaftsnutzen, wenn wir ihn so nennen möchten, teile ich. Hier wäre es für mich wichtig zu verstehen, wie viele Menschen sich denn nicht impfen lassen können? Das Argument wird immer wieder angeführt, aber ich kann mich nicht erinnern, je Zahlen dazu gelesen zu haben: sind das hunderte Menschen oder tausende? Wenn ich mir ansehe, wie wenig Vektor-Impfstoff unser Bundesrat zuletzt bestellt hat (wir hatten bisher keinen zur Verfügung), dann kann der Anteil in der Bevölkerung nicht allzu hoch sein. Aber falls jemand Daten hat, gerne auch näherungsweise aus DE, dann gerne..

In erster Linie:

Alle Kinder unter 12 aktuell. Und teilweise Schwangere.

https://www.br.de/nachrichten/deutsc...werden,SjqeQ2c

Gleichzeitig gehen Kinder in den Präsenzunterricht ohne Entzerrungsmaßnahmen. in Berlin dafür die komplette Zeit mit Maske ab bestimmten Klassenstufen.

dr_big 06.10.2021 14:10

Zitat:

Zitat von widi_24 (Beitrag 1627453)
Wenn ich mir ansehe, wie wenig Vektor-Impfstoff unser Bundesrat zuletzt bestellt hat (wir hatten bisher keinen zur Verfügung), dann kann der Anteil in der Bevölkerung nicht allzu hoch sein. Aber falls jemand Daten hat, gerne auch näherungsweise aus DE, dann gerne.

Was hat das mit Vektor-Impfstoff zu tun?

widi_24 06.10.2021 14:41

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1627458)
In erster Linie:

Alle Kinder unter 12 aktuell. Und teilweise Schwangere.

https://www.br.de/nachrichten/deutsc...werden,SjqeQ2c

Gleichzeitig gehen Kinder in den Präsenzunterricht ohne Entzerrungsmaßnahmen. in Berlin dafür die komplette Zeit mit Maske ab bestimmten Klassenstufen.

Danke, schau mir den Bericht nach der Arbeit an. Inwiefern aber bspw. Kinder unter 12 unter gesellschaftlichem Aspekt relevant sind (Überträger ja, schwere Erkrankungen nein) müsste man aber auch berücksichtigen.

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1627460)
Was hat das mit Vektor-Impfstoff zu tun?

Wurde in Kommunikation des Bundes als Hauptargument angeführt, dass der Vektor-Impfstoff primär für diejenigen Gruppen beschafft worden sei, die sich bisher nicht mit den anderen Impfstoffen impfen lassen konnten. Mit verschiedenen Impfstoffen kenne ich mich aber nicht aus, als dass ich das Argument bewerten könnte.

dasgehtschneller 06.10.2021 14:52

Vielleicht eine kleine Hintergrundinfo für die Deutschen die hier doch noch in der Mehrzahl sind:
Bei uns in der Schweiz gab es bisher nur MRNA Impfstoffe da Astra Zeneca nie ein Zulassung erhalten hat, und wir mit Johnson und Johnson keinen Vertrag hatten. Neu wurde jetzt J&J in kleiner Menge beschafft für Leute die ein Problem mit MRNA haben.


Die Gruppen die da gemeint sind, wären einerseits Allergiker welche auf Inhaltsstoffe der MRNA Impfungen allergisch reagieren könnten und andererseits Leute die Angst vor MRNA Impfstoffen haben, weil da irgendwas im Namen ist das nach DNA und Gentechnik tönt.

Für erstere ist es sicher eine gute Sache, letztere werden zum grossen Teil wohl einfach eine andere Ausrede finden.

Ebenfalls ein könnte es vielleicht für Spritzenphobiker eine Erleichterung sein weil es nur eine Spritze braucht.

Für die breite Öffentlichkeit ist der Impfstoff von Johnson und Johnson jetzt nicht so der Hit da er einerseits eine schlechtere Wirksamkeit hat, andererseits mehr seltene aber schwere Nebenwirkungen wie Thrombosen.



Ich habe neulich einen guten Spruch gehört:
Wer glaubt dass MRNA Impfstoffe seine Gene verändern, sollte das als Chance sehen :Lachanfall:

keko# 06.10.2021 15:10

Zitat:

Zitat von dasgehtschneller (Beitrag 1627480)
....

Ich habe neulich einen guten Spruch gehört:
Wer Angst hat dass MRNA Impfstoffe seine Gene verändern, sollte das als Chance sehen :Lachanfall:

Ich als Laie sehe das mit den Ängsten so: Es gibt grob 4 verschiedene Typen:

Typ A: Angst vor der Impfung selbst, vor möglichen Spätfolgen
Typ B: Angst for den wirtschaftlichen Folgen (Existenzängste)
Typ C: Angst vor Corona direkt (dass man ernsthaft erkrankt)
Typ D: Angst vor digitalen Folgen (Registrierung, Tracking usw).

Ich gehöre zum Typ D. Wenn ich mit einer Person vom Typ A rede, reden wir wahrscheinlich aneinander vorbei. Ebenso wenn Typ B mit C redet.

Ich finde: man sollte die Ängste anderer Typen ernst nehmen.

:Blumen:

Schwarzfahrer 06.10.2021 16:16

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1627457)
Deine Risikobetrachtung ist immer in die Zukunft gerichtet. Da die Entwicklung aber hochdynamisch ist, kannst du aus Mittelwerten der Vergangenheit kein Riskio für die Zukunft ableiten. Das ist wie bei Aktienkursen, auch da sagt die Entwicklung in der Vergangenheit nichts über die Entwicklung in der Zukunft.

Je nach betrachtetem Zeitraum. Eine Woche läßt sich auch nicht weiter als eine Woche zuverlässig extrapolieren/schätzen ohne relevante Unsicherheit. Eine Betrachtung über ein Jahr (und ggf. über mehrere Länder) gibt eine Spanne, die in den nächsten 6 - 12 Monaten unwahrscheinlich überschritten wird - da habe ich dann eine plausible Obergrenze für eine solche Zeitspanne (das war natürlich Anfang 2020 nicht so möglich, nach über einem Jahr mit Corona ist es aber schon recht gut einzuschätzen). Länger brauche ich nichts zu betrachten.

Schwarzfahrer 06.10.2021 16:23

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1627483)
Ich als Laie sehe das mit den Ängsten so: Es gibt grob 4 verschiedene Typen:

Typ A: Angst vor der Impfung selbst, vor möglichen Spätfolgen
Typ B: Angst for den wirtschaftlichen Folgen (Existenzängste)
Typ C: Angst vor Corona direkt (dass man ernsthaft erkrankt)
Typ D: Angst vor digitalen Folgen (Registrierung, Tracking usw).

Ich füge noch Typ E dazu:
Typ E: Angst vor gesellschaftlichen Folgen (verschiedene Klassen, Ausgrenzung, Mitmensch als Gefahrenquelle sehen)

Typ D und Typ E hängen natürlich eng zusammen, wenn eines wahr wird, tritt das andere mit hoher Wahrscheinlichkeit ein. Trotzdem schreckt mich das, was unter E steht mehr, als die technischen Aspekte von Typ D.
Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1627483)
Ich finde: man sollte die Ängste anderer Typen ernst nehmen.

:Blumen:

Da stimme ich voll und ganz zu. Womit wir wieder bei der individuellen Risikobewertung ankommen (umgangsprachlich ist ja Risiko das, wovor wir Angst haben...).

Klugschnacker 06.10.2021 16:45

Corona breitet sich aus – aber nicht mehr auf triathlon-szene. Dieser Thread wird daher geschlossen. Wir diskutieren alle Corona-Aspekte bitte im Corona-Thread.

Falls sich irgendwann neue Argumente speziell zur Impfung ergeben sollten, die einen eigenen Thread erfordern, wird dieser Thread wieder geöffnet.

Viele Grüße, :Blumen:
Arne


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