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mamoarmin 23.11.2021 07:47

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1634929)
Mir nicht. Die Anzahl der betroffenen Personen ist viel zu gross. Das gibt eher Massenproteste und Aufstände.

Ganz ehrlich, dann isses halt so..gerade die deutschen haben immer ne grosse Fresse, aber wenn es ans handeln geht sind se alle zu bequem. Ich sehe das entspannt. Und auf die Straße gehen ist ein Grundrecht, wenn sich jeder an die Coronaregeln hält, soll das doch Geschehen, so what?

Der Staat hat kläglich versagt, er muss langsam "wieder" lernen ordnungspolitisch durchzugreifen und mit den Konsequenzen leben, auch wenn dann unter Umständen Wähler flöten gehen, dann muss die nachfolgende Partei in die gleiche Kerbe schlagen.
Hätte man das so vor den Wahlen gemacht und gleich eine Impfpflicht ausgerufen, hätten wir den ganzen Ärger nicht. Aber man hat ja Angst vor der AFD oder vor Machverlust.
Der Virus ist emotionslos, ebenso wie der Klimawandel.
Der Bürger muss sich grundsätzlich an schmerzhafte Eingriffe in seine Komfortzone gewöhnen, es sei denn "nach mir die Sintflut" ist die Einstellung.

Nochmals, eigentlich müssten Massenproteste und Aufstände wegen der Impfquote getriggert werden, aber selbst da sind wir alle zu bequem. Oder hört Ihr irgendwelche Aufschreie von den Angehörigen der verstorbenen?

Es gibt natürlich viele, da im Grunde konform gehen mit der Klientel die grossteils nicht impft...Man kann sich da relativ gute Erhebungen anschauen, WEN es trifft...
Diesen Leuten ist nicht mehr zu helfen, Ärzte müssen selbst am Intensivkrankenbett über Sauerstoffzugabe diskutieren? Eine Aussage: Die Charaktereigentschaften der eingelieferten unterscheidet sich stark von den eingelieferten der vorigen Welle..

Klugschnacker 23.11.2021 08:05

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1634896)
Winfried Kretschmann und Markus Söder gemeinsam:
Die Impfpflicht schützt die Freiheit


"[...]Eine Pflicht, die – in der Spur Immanuel Kants – kein Ausdruck des Zwangs ist, sondern einer Freiheit, die tut, was ich tun soll;[...]"

Ich fände es schwierig, dem nicht zuzustimmen.

PS:
Nur die Stelle
"... einer Freiheit, die tut, was ich tun soll" verstehe ich nicht.
Ist da ein Tipp(?)-Fehler drin?

Was man tun soll, ist nach Immanuel Kant ungefähr so zu verstehen: Man soll sich vorstellen, dass das eigene Tun zum Gesetz für alle anderen erhoben würde. Hier geht es praktisch um das Gemeinwohl. Die Handlungsfreiheit des Einzelnen ist vom Gemeinwohl mitbestimmt. Dies sei nicht als äußerer Zwang zu verstehen, sondern als innerer Antrieb, die eigene Handlungsfreiheit auf gute Weise zu nutzen.

El Stupido 23.11.2021 08:16

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1634959)
Was man tun soll, ist nach Immanuel Kant ungefähr so zu verstehen: Man soll sich vorstellen, dass das eigene Tun zum Gesetz für alle anderen erhoben würde. Hier geht es praktisch um das Gemeinwohl. Die Handlungsfreiheit des Einzelnen ist vom Gemeinwohl mitbestimmt. Dies sei nicht als äußerer Zwang zu verstehen, sondern als innerer Antrieb, die eigene Handlungsfreiheit auf gute Weise zu nutzen.

Und das in einem Land in dem man das Reisverschlußverfahren oder die Bildung einer Rettungsgasse nicht versteht? Wo sich jede*r selbst die/der Nächste ist?
Geh mal zum Discounter wenn der irgendwas tolles im Angebot hat. Du erwischt das letzte Teil, andere gehen leer aus. Dann darfst du den Rest des Einkaufes deinen Einkaufswagen nicht aus dem Blick verlieren sonst bekommst du das Teil aus dem Wagen geholt.

Hardcore Querdenker*innen glauben an Impfmücken und Impfungen bei Demos durch Kanaldeckel. Mit solchen Leuten ist nicht mehr zu reden. Und auch wenn das eine Minderheit sein sollte: es gibt genügend naive und leicht zu beeinflussende Menschen. Das sind dann liebe, nette Leute, alles andere als Querdenker*innen, aber eben von deren Geschwurbel verunsichert.

Man hat es ja früh im Pandemiegeschehen gesehen: Nachdem anfangs gesagt wurde, dass Masken nutzlos seien war dies recht schnell überholt. Natürlich wurde betont, dass dies mehr zum Fremdschutz sei als zum Eigenschutz. Was dies für die Konsequenz des Maskentragens bedeutet sehen wir jeden Tag unterhalb der Nasen unserer Mitbürger*innen.

Schwarzfahrer 23.11.2021 08:17

Zitat:

Zitat von longo (Beitrag 1634935)
Einfach so aus Interesse.
Kann man doch mal fragen.

Meine zweite Impfung liegt schon rund ein halbes Jahr zurück und in der nächsten Woche wird kurz aufgefrischt.
Ohne viele Worte zu verlieren. Einfach so.

Auch wenn ich es merkwürdig finde, sich für den Impfstatus oder sonstige persönliche Gesundheitsdaten anderer Menschen zu interessieren, bzw. auch wenn mich dies bzgl. anderer Personen nicht die Bohne interessiert (ich frage auch keinen, ob er AIDS hat, oder wann er die letzte Fahrtauglichkeitsprüfung abgelegt hat), kann ich Dir versichern, daß ich (zumindest nach dem aktuellen, vorläufigen Stand) keine zweite Impfung brauche. Janssen liefert mir für meine Risikoeinschätzung völlig ausreichende Risikoreduktion, und der Zweck der Impfung ist für mich primär die Möglichkeit zu behalten, diesen Winter meinen behinderten Sohn in Sachen begleiten zu können, die er alleine nicht machen kann. Auch habe ich mit dieser Wahl dazu beigetragen, die fürs Boostern notwendigen Impfstoffe für die aufzusparen, die es wirklich benötigen.

Ich kann natürlich nicht ausschließen, daß, falls die Politik irgendwann durch entsprechenden Druck es schafft, daß alle geimpft sind, und das Virus weiterhin rumgeht, nicht die nächsten Sündenböcke definiert werden, z.B. diejenigen mit dem "falschen Impfstoff" oder die, die "zu spät geboostert haben" - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, solange man nur davon ablenken kann, daß ein Großteil der Maßnahmen nicht annähernd die versprochene zw. erhoffte Wirkung erreicht hat.
Zitat:

Zitat von longo (Beitrag 1634935)
Ach ja, ein kleiner Tipp noch:
Mach´s nicht wie der ANFANG, sonst ist der Job am ENDE ganz schnell weg..

Ich nehme an, Dir ist schon bewußt, daß dieser "Tipp" eine unverschämte Unterstellung ist?

Klugschnacker 23.11.2021 08:35

Wir sind heute bundesweit bei einer Inzidenz von 400 angekommen, bei ungebremst stabilem Wachstum von 30%. Früher haben wir bei einer Inzidenz ab 50 Lockdowns und Kontaktbeschränkungen verhängt und wollten sie auf 35 drücken. Dazu einige Gedanken:

1. Zum Glück haben wir die Impfstoffe!

2. Lockdowns und Kontaktbeschränkungen haben einen starken bremsenden Effekt auf die Infektionszahlen. Wer das früher immer wieder in Abrede gestellt hat, mag sich die aktuelle Entwicklung ansehen.

3. Wir müssen – als kurzfristig wirksame Maßnahme – zurück in einen Lockdown und parallel die Immunisierung steigern durch Erstimpfungen/Boostern. Ersteres bringt uns aus der vierten, Letzteres schützt uns vor der fünften Welle.

4. Ich kann akzeptieren, wenn jemand diffuse Ängste vor einer Impfung hat. Diese Ängste werden von einer kleinen, aber sehr aktiven Minderheit bewusst geschürt. Wir sollten hier zwischen Opfern und Tätern differenzieren. Die Fakenews-Superspreader halte ich für ein ernstes Problem unserer Demokratie. Wir müssen einen Weg finden, uns dagegen zu wehren.

Schwarzfahrer 23.11.2021 08:40

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1634959)
Was man tun soll, ist nach Immanuel Kant ungefähr so zu verstehen: Man soll sich vorstellen, dass das eigene Tun zum Gesetz für alle anderen erhoben würde. Hier geht es praktisch um das Gemeinwohl. Die Handlungsfreiheit des Einzelnen ist vom Gemeinwohl mitbestimmt. Dies sei nicht als äußerer Zwang zu verstehen, sondern als innerer Antrieb, die eigene Handlungsfreiheit auf gute Weise zu nutzen.

Klingt an sich vernünftig. Die praktische Umsetzung dieser Idee (also das Verständnis, was "auf gute Weise zu nutzen" bedeutet) hängt allerdings entscheidend vom persönlichen Menschenbild ab. Wer vom verantwortungsvoll eigenverantwortlichen Bürger ausgeht, der würde das als Maßstab setzen, und darauf setzen, daß sich jeder nach bestem Informationstand entscheidet. Wer meint, den Menschen nimmt eine Vorschrift die Bürde der eigenen Entscheidung ab, setzt ganz andere Maßstäbe, und damit auf eine kompromisslose Impfpflicht. Beide Positionen, jeweils konsequent/alternativlos angewendet, werden einen Teil der Gesellschaft überfordern und u.U. zum Widerstand anstacheln, aber auf jeden Fall nie alle überzeugen. Es gibt sicher auch eine Schnittmenge, die mit beiden Ansätzen leben kann. Die Kunst der Realpolitik wäre, einen Kompromiss zu suchen, der von allen akzeptiert werden kann, oder eben unterschiedliche Parallelansätze zu verfolgen (also die Unterschiedlichkeit der Menschen zu akzeptieren), auch wenn es bedeutet, daß die Lösung dann eben nur 80 % wirksam ist (wäre immer noch besser, als nur 70 %, weil ein Teil sich verweigert; Zahlenbeispiele willkürlich).

sabine-g 23.11.2021 08:48

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1634962)

4. Ich kann akzeptieren, wenn jemand diffuse Ängste vor einer Impfung hat. Diese Ängste werden von einer kleinen, aber sehr aktiven Minderheit bewusst geschürt. Wir sollten hier zwischen Opfern und Tätern differenzieren. Die Fakenews-Superspreader halte ich für ein ernstes Problem unserer Demokratie. Wir müssen einen Weg finden, uns dagegen zu wehren.

Ich kann es nicht akzeptieren.
Die Daten bzw. Informationslage ist allgegenwärtig und von guter Qualität.
Wer sich da bei irgendwelchen zweifelhaften Quellen und "Typen" bedient will es genauso haben.
Siehe Pippi und Schwarzfahrer als Beispiele aus diesem Forum.

Klugschnacker 23.11.2021 08:51

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1634961)
Ich kann natürlich nicht ausschließen, daß, falls die Politik irgendwann durch entsprechenden Druck es schafft, daß alle geimpft sind, und das Virus weiterhin rumgeht, nicht die nächsten Sündenböcke definiert werden, z.B. diejenigen mit dem "falschen Impfstoff" oder die, die "zu spät geboostert haben" - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, solange man nur davon ablenken kann, daß ein Großteil der Maßnahmen nicht annähernd die versprochene zw. erhoffte Wirkung erreicht hat.

"die nächsten Sündenböcke": Warum diese Selbststilisierung als Opfer? Die Impfverweigerer sind aus meiner Sicht keine Opfer, sondern die Mitverursacher der aktuellen Probleme.

Wir sitzen doch alle im selben Boot und erwarten von jedem, der dazu in der Lage ist, dass er ein bisschen mitrudert. Es können sich doch nicht jene, die mit den Händen in den Hosentaschen im Boot sitzen, zum Opfer der ganzen Ruderei erklären. Und dann, wenn mal die Richtung korrigiert werden muss, ständig rufen: "Da seht Ihr es, die Richtung war falsch! Aber mich blöd anmeckern!!". Das nervt.

longo 23.11.2021 08:57

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer
...daß ich (zumindest nach dem aktuellen, vorläufigen Stand) keine zweite Impfung brauche. Janssen liefert mir für meine Risikoeinschätzung völlig ausreichende Risikoreduktion...?

Ohne Worte:
Wie verhält es sich mit der Wirksamkeit und Impfdurchbrüchen beim Janssen Impfstoff (COVID-19 Vaccine Janssen)?
In den Zulassungsstudien zeigte sich bei COVID-19 Vaccine Janssen eine Wirksamkeit zur Verhinderung von COVID-19 von etwa 65 % nach einer Impfung (was bei diesem Impfstoff eine vollständige Grundimmunisierung bedeutete). Die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, war mit COVID-19 Vaccine Janssen um etwa 65 % geringer als bei nicht geimpften Personen. Die Wirksamkeit in Bezug auf die Verhinderung einer schweren COVID-19-Erkrankung, die eine Behandlung im Krankenhaus notwendig macht, war etwa 100 %. Aktuelle Studien deuten jedoch darauf hin, dass für den Janssen-Impfstoff - im Unterschied zu den anderen zugelassenen Impfstoffen - eine vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante besteht. Eine schwere, durch die Delta-Variante verursachte Erkrankung, die eine Behandlung im Krankenhaus erfordert, kann eine einzelne Dosis dieses Impfstoffs nur zu ca. 70 % verhindern. Bei anderen Impfstoffen gegen COVID-19 zeigt sich diese Reduktion der Wirksamkeit gegen die Delta-Variante im Vergleich zu den bisher zirkulierenden Varianten nicht in diesem Maße.

Problematisch ist auch, dass im Verhältnis zu den verwendeten Impfstoffdosen in Deutschland die meisten COVID-19-Impfdurchbruchserkrankungen bei Personen beobachtet werden, die mit der COVID-19 Vaccine Janssen geimpft wurden.

Aufgrund des ungenügenden Impfschutzes sieht es die STIKO als notwendig an, die Grundimmunisierung mit der COVID-19 Vaccine Janssen mit einem mRNA-Impfstoff als weitere Dosis zu optimieren. Sie empfiehlt daher für Personen, die bisher eine Impfstoffdosis der COVID-19 Vaccine Janssen erhalten haben, eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis ab 4 Wochen nach der Janssen-Impfung.

Stand: 18.10.2021

El Stupido 23.11.2021 08:58

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1634962)
Wir sind heute bundesweit bei einer Inzidenz von 400 angekommen, bei ungebremst stabilem Wachstum von 30%. Früher haben wir bei einer Inzidenz ab 50 Lockdowns und Kontaktbeschränkungen verhängt und wollten sie auf 35 drücken. Dazu einige Gedanken:

1. Zum Glück haben wir die Impfstoffe!

2. Lockdowns und Kontaktbeschränkungen haben einen starken bremsenden Effekt auf die Infektionszahlen. Wer das früher immer wieder in Abrede gestellt hat, mag sich die aktuelle Entwicklung ansehen.

3. Wir müssen – als kurzfristig wirksame Maßnahme – zurück in einen Lockdown und parallel die Immunisierung steigern durch Erstimpfungen/Boostern. Ersteres bringt uns aus der vierten, Letzteres schützt uns vor der fünften Welle.

4. Ich kann akzeptieren, wenn jemand diffuse Ängste vor einer Impfung hat. Diese Ängste werden von einer kleinen, aber sehr aktiven Minderheit bewusst geschürt. Wir sollten hier zwischen Opfern und Tätern differenzieren. Die Fakenews-Superspreader halte ich für ein ernstes Problem unserer Demokratie. Wir müssen einen Weg finden, uns dagegen zu wehren.

:Blumen:
Schön zusammengefasst.

Tobi F. 23.11.2021 08:59

Arne, eine schöne Zusammenfassung.
Und da Bildnis mit dem Ruderboot gefällt mir auch sehr gut.

:Blumen:

Stefan 23.11.2021 08:59

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1634930)
Stattdessen sollen wir zigtausend unnötige Corona-Tote akzeptieren?

LidlRacer, ich bin ein Befürworter der Impfung und als ich mir gestern den Podcast der Anne Will-Sendung vom Sonntag anhörte, fragte ich mich, in welcher Parallelwelt gutbezahlte Personen mit Regierungsverantwortung wohl leben. Die haben teilweise auch jetzt noch nicht begriffen, wie ernst die Lage ist.

Aber Du hattest geschrieben, dass dies ein praktikabler Ansatz ist:
Zitat:

Die Leute bekommen einen Impftermin, zu dem sie erscheinen müssen oder von dem sie sich mit ihrem Zertifikat befreien können. Wer keins von beidem tut, hat eine OWi am Hals und muss zB 1500 Euro blechen. Und das steht dann auch so in der Belehrung zu der Einladung zum Impftermin.

Wobei das noch billig wäre. In Österreich, einem der ersten Länder die eine Impfpflicht eingeführt hat, sind 3600 Euro (!!) im Gespräch für Impfverweigerer.
Wer soll denn sowas umsezten, wenn Gesundheitsbehörden, Polizei, Gerichte, Ärzte.... jetzt schon am Limit sind?

Klugschnacker 23.11.2021 09:04

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1634964)
Klingt an sich vernünftig. Die praktische Umsetzung dieser Idee (also das Verständnis, was "auf gute Weise zu nutzen" bedeutet) hängt allerdings entscheidend vom persönlichen Menschenbild ab. Wer vom verantwortungsvoll eigenverantwortlichen Bürger ausgeht, der würde das als Maßstab setzen, und darauf setzen, daß sich jeder nach bestem Informationstand entscheidet. Wer meint, den Menschen nimmt eine Vorschrift die Bürde der eigenen Entscheidung ab, setzt ganz andere Maßstäbe, und damit auf eine kompromisslose Impfpflicht. Beide Positionen, jeweils konsequent/alternativlos angewendet, werden einen Teil der Gesellschaft überfordern und u.U. zum Widerstand anstacheln, aber auf jeden Fall nie alle überzeugen. Es gibt sicher auch eine Schnittmenge, die mit beiden Ansätzen leben kann. Die Kunst der Realpolitik wäre, einen Kompromiss zu suchen, der von allen akzeptiert werden kann, oder eben unterschiedliche Parallelansätze zu verfolgen (also die Unterschiedlichkeit der Menschen zu akzeptieren), auch wenn es bedeutet, daß die Lösung dann eben nur 80 % wirksam ist (wäre immer noch besser, als nur 70 %, weil ein Teil sich verweigert; Zahlenbeispiele willkürlich).

Das sehe ich in großen Teilen ähnlich. Deshalb habe ich mich bisher eher gegen eine ausdrückliche Impfpflicht ausgesprochen als dafür. Mir scheint aber immer deutlicher zu werden, dass wir nicht darum herumkommen, die Impfquote zu steigern, notfalls über eine Impfpflicht. Ob uns das gefällt oder nicht.

Von der Infektion bis zum Versterben von 0.8% der Infizierten dauert es im Durchschnitt 18 Tage. Diese traurige Welle kommt noch. Ich denke, dass wir deshalb in ein bis zwei Wochen die Frage nach einer Impfpflicht als Gesellschaft nochmal neu bewerten. Wir haben dann auf der einen Seite die Befindlichkeiten einer Minderheit und auf der anderen tausende Tote. Diese Situation wird uns über Monate begleiten und die Debatte mitbestimmen.

Wollen wir eine fünfte Welle riskieren? Diese Debatte haben wir an Weihnachten auf den Friedhöfen.

mamoarmin 23.11.2021 09:07

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1634974)
LidlRacer, ich bin ein Befürworter der Impfung und als ich mir gestern den Podcast der Anne Will-Sendung vom Sonntag anhörte, fragte ich mich, in welcher Parallelwelt gutbezahlte Personen mit Regierungsverantwortung wohl leben. Die haben teilweise auch jetzt noch nicht begriffen, wie ernst die Lage ist.

Aber Du hattest geschrieben, dass dies ein praktikabler Ansatz ist:


Wer soll denn sowas umsezten, wenn Gesundheitsbehörden, Polizei, Gerichte, Ärzte.... jetzt schon am Limit sind?

Das sollte kein Problem sein, der Datenschutz steht da nicht mehr im Wege.

Viel muss ja nicht gemacht werden, wir Reden hier ja nicht von Impfzwang, der entsprechende Maßnahmen nach sich zieht, sonder von einer Impfpflicht.

Genauso wie in den Gesundheitsämtern Mitarbeitern aus anderen Sachbereichen einspringen müssen, um Nachzuverfolgen, kann dass auch beim Ticketschreiben geschehen, wenngleich ich der Meinung bin, dass hier mit wenig Aufwand digital nachgebessert wird.
Die Krankenkassen könnten zum Beispiel ins boot geholt werden?

longo 23.11.2021 09:21

Ich finde es vielmehr merkwürdig, daß Du hier in diesem Forum auf 1000 Seiten in 1000 Beiträgen ständig und permanent diffuse und zu 90 % dubiose Nebelkerzen gegen die Impfung zündest, und dann irgendwo ganz klein versteckt in einem Beitrag nur kurz nebenbei mal eben bemerkst, daß Du Du Dir inzwischen auch selbst eine Impfung abgeholt hast.
Sich Impfen lassen, und danach aber weiterhin ständig fragwürdige Argumente gegen die Impfung zu liefern halte ich für ziemlich schizophren und unglaubwürdig.

Den zweiten Teil Deiner Aussage kann ich Dir aber bestätigen. Du solltest Dich auch etwas mehr für andere Menschen interessieren.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1634961)
Auch wenn ich es merkwürdig finde, sich für den Impfstatus oder sonstige persönliche Gesundheitsdaten anderer Menschen zu interessieren, bzw. auch wenn mich dies bzgl. anderer Personen nicht die Bohne interessiert


merz 23.11.2021 09:26

Wenn man sich die aktuelle Zahlen so ansieht und etwas rechnet:

Was in dieser technischen Behördensprache die "Überlastung des Gesundheitssystems" heißt und was unbedingt verhindert werden sollte, bahnt sich jetzt gerade an, also das wird jetzt passieren.

Oder sehe ich etwas falsch?

m.

Tobi F. 23.11.2021 09:34

Das ist das, was ich nicht verstehe.
Da gibt es eine Verdoppelung der Zahlen alle 12 Tage.
Und jeder weiß, mit welcher Rate das im Krankenhaus oder im Tod endet.

Aber irgendwie scheinen alle gelähmt zu sein.
Diskutieren, ob jetzt 2G oder 2G+ in der Bar gelten, oder mit welchem Bändchen man zum Weihnachtsmarkt gehen darf.

Wie das Reh, welches im Wald in den Scheinwerfer blickt.

FLOW RIDER 23.11.2021 09:37

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1634962)

2. Lockdowns und Kontaktbeschränkungen haben einen starken bremsenden Effekt auf die Infektionszahlen. Wer das früher immer wieder in Abrede gestellt hat, mag sich die aktuelle Entwicklung ansehen.

Das neue Infektionsschutzgesetz von letzter Woche verbietet ja leider zum Beispiel den Einzelhandel oder die Gastronomie komplett zu schließen. Ausgangssperren dürfen auch nicht mehr verhängt werden. Wie soll dann dein Lockdown aussehen?

Die maximale Waffe aktuell ist leider „nur“ 2G+

TriVet 23.11.2021 09:47

Satire zur Causa Kimmich (und Anfang) auf welt.de:

Was für eine schöne Geste!
Fans wollen zusammenlegen, damit Spieler wie Joshua Kimmich oder Trainer wie Markus Anfang, die gerade schwere Gehaltseinbußen hinnehmen mussten, unbesorgt Weihnachten feiern können.
Eine ungeahnte Welle der Solidarität schwappt durch Deutschland!
Immer mehr Fußballfans kratzen ihre letzten Cents zusammen, damit Spieler wie Joshua Kimmich vom FC Bayern München nicht zu einem Weihnachtsfest in schrecklicher Armut verdonnert werden.

merz 23.11.2021 09:50

Apropos 2G+, ich fand das so hilfreich wie alarmierend:

https://twitter.com/c_drosten/status...75726933032965

Kurzfassung des ge-retweeteten tweets:

20 Personen feiern eine Party unter 2G+-Regeln (am Ende stelle sich heraus: alle Vollgeimpft, keiner mit nur Genesenen-Status, also eigentlich 1G+), alle mit DIY Antigen-Schnelltests negativ - geht schief, am Ende sind 10 der 20 positiv.... tja


m.

Hafu 23.11.2021 09:52

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1634974)
...
Wer soll denn sowas umsezten, wenn Gesundheitsbehörden, Polizei, Gerichte, Ärzte.... jetzt schon am Limit sind?

Da braucht man nichts groß umsetzen.

Die meisten Deutschen sind Regelbefolger. Man bleibt hierzulande auch an roten Ampeln nachts stehen, wenn kein Polizeiwagen in Sicht ist und die meisten halten sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen, selbst wenn keine Radarfalle zu erwarten ist.

Bei einer Impfpflicht lassen sich alle Zögerer und Zauderer impfen, die einfach nur diffuse Vorbehalte gegen die Impfung haben oder bisher zu faul waren sich irgendwo in eine Schlange zu stellen oder einen individuellen Impftermin auszumachen.

Alleine eine Erhöhung der Impfquote von derzeit 70% auf 80% oder 85% würde einen riesengroßen Unterschied in Bezug auf die Inzidenz machen, wie man in vielen anderen europäischen Ländern sieht, die eine Impfquote auf diesem Niveau realisiert haben.

Die verbliebenen 10% harten Impfverweigerer könnten sich dann im Laufe der nächsten Monate in Ruhe durchseuchen, ohne dass die Intensivstationen ans Limit kommen.

(Allerdings ist das, was ich oben skizziert habe, ein komplett hypothetisches Szenario, das nicht geeignet ist die aktuelle 4.Welle zu brechen oder schnell genug einzubremsen). Die Impfpflicht hätte man spätestens im Spätsommer beschließen müssen. Jetzt ist es bezogen auf diesen Winter dafür zu spät, aber man muss ja trotzdem auch mal in die Zukunft denken.
Wenn man die Impfpflicht jetzt einführt bei derzeit ohnehin überlasteten oder noch nicht wieder hochgefahrenen Impfzentren, dauert es viel zu lange, bis eine dadurch erreichte Erhöhung der Impfquote einen Effekt zeigen würde, da die Impfung ja auch nicht unmittelbar wirksam ist.)

Mitsuha 23.11.2021 10:01

Die Welt versucht sich in Satire bei dem Thema, nen größeren Fail gibt es wohl nicht.
Das beste wäre, wenn die einfach aufhören würden zu schreiben, niemand würde sie vermissen.

Hafu 23.11.2021 10:05

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1634986)
Apropos 2G+, ich fand das so hilfreich wie alarmierend:

...

ich fand den Thread hilfreich dahingehend, dass eine Boosterimpfung Sinn macht, denn bei allen positiv getesteten Teilnehmern der Geburtstagsparty war die Impfung bereits mind. ein halbes Jahr her.

Und auch dieser Absatz ist hilfreich:

Zitat:

...Das Gute daran: alle sind geimpft und die Verläufe mild. Auch das hohe Fieber sinkt schnell...
Dass 2G oder 2G+ (mit Schnelltests) keine geignete Maßnahme ist, um Infektketten bei der Deltavariante zu unterbrechen ist mittlerweile hinlänglich bekannt.

Was aber nachweislich funktioniert ist 2G+ mit PCR-Tests und zusätzlicher Maskennutzung und Raumluft-Filtern und Lüftungskonzept.


Ich mag das Bild des Schweizer-Käse-Konzeptes: wenn man genügend Edamer-Scheiben (von denen jede einzelne viele Löcher hat) übereinanderlegt, hat man bei genügend gestapelten Scheiben irgendwann eine feste Barriere ohne durchgehende Löcher.

longo 23.11.2021 10:09

Zitat von Schwarzfahrer
"...daß ich (zumindest nach dem aktuellen, vorläufigen Stand) keine zweite Impfung brauche. Janssen liefert mir für meine Risikoeinschätzung völlig ausreichende Risikoreduktion...?"

widerlegt durch die aktuelle RKI Empfehlung


Ergänzend dazu noch diese Info:

Die beiden sogenannten Vektorimpfstoffe Vaxzevria von AstraZeneca und Janssen von Johnson & Johnson werden in Deutschland gar nicht mehr verimpft. Deshalb soll die gesamte Lieferung der 26,6 Millionen Dosen Johnson & Johnson, die im vierten Quartal hierzulande erwartet wird, an Drittstaaten gespendet werden. Auch die 14 Millionen Dosen AstraZeneca, die Deutschland für das vierte Quartal bestellt hat, sollen komplett an Drittländer weitergereicht werden.

Stefan 23.11.2021 10:12

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1634992)
Ich mag das Bild des Schweizer-Käse-Konzeptes: wenn man genügend Edamer-Scheiben (von denen jede einzelne viele Löcher hat) übereinanderlegt, hat man bei genügend gestapelten Scheiben irgendwann eine feste Barriere ohne durchgehende Löcher.

OT: Der Edammer stammt aus Nordholland ;-) In der Schweiz verwendet man für diese Erklärung den Emmentaler.

Trimichi 23.11.2021 10:15

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1634976)

Wollen wir eine fünfte Welle riskieren? Diese Debatte haben wir an Weihnachten auf den Friedhöfen.

Davon abgesehen, dass an deine posts heute vormittag nichts anzufügen ist, vermute ich, dass wir die fünfte Welle nicht verhindern können. Warum? Wir sehen ja, was "Delta" anrichtet? Inzidenzwerte schon seit Wochen dreistellig und kein Lockdown? TOTAL GAGA! Falls man letztes Jahr als Bezugsgröße verwendet, das ist klar.

Lass' "Mu" [1] nächstes Jahr wüten. Nur als Möglichkeit. Daher d'accord, zu allem was du sonst heute morgen im Faden eingetippt hattest. Oder als Whatsapp-Icon: TOP (Pfeil nach oben über den drei Buchstaben kann ich nicht eingeben).

[1] Info aus Tokio vom 8.11. zur "Südamerika-Variante" hier im Netz: https://www.aerzteblatt.de/nachricht...pfdurchbrueche

thunderlips 23.11.2021 10:15

Zitat:

Zitat von Mitsuha (Beitrag 1634990)
Die Welt versucht sich in Satire bei dem Thema, nen größeren Fail gibt es wohl nicht.
Das beste wäre, wenn die einfach aufhören würden zu schreiben, niemand würde sie vermissen.

:Lachanfall:

+1

lyra82 23.11.2021 10:30

Zitat:

Zitat von longo (Beitrag 1634994)
Die beiden sogenannten Vektorimpfstoffe Vaxzevria von AstraZeneca und Janssen von Johnson & Johnson werden in Deutschland gar nicht mehr verimpft.

Grund?

Hafu 23.11.2021 10:36

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1634996)
OT: Der Edammer stammt aus Nordholland ;-) In der Schweiz verwendet man für diese Erklärung den Emmentaler.

:Maso:
Stimmt, der hat ja auch die deutlich größeren Löcher, die besser für das Bild passen. :Blumen:

DocTom 23.11.2021 10:40

Johnson und Johnson wird noch verimpft.(NDR Hamburg Journal)

Ralf Reski in einem super Interview in der Zeit
. Und wieder weg...

Mitsuha 23.11.2021 10:40

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1634992)
Was aber nachweislich funktioniert ist 2G+ mit PCR-Tests und zusätzlicher Maskennutzung und Raumluft-Filtern und Lüftungskonzept.


Ich mag das Bild des Schweizer-Käse-Konzeptes: wenn man genügend Edamer-Scheiben (von denen jede einzelne viele Löcher hat) übereinanderlegt, hat man bei genügend gestapelten Scheiben irgendwann eine feste Barriere ohne durchgehende Löcher.

Wichtig ist aber, dass die Käsescheiben alle von unterschiedlichen Leibern stammen. Es bringt nichts, einen Käse mit nem Loch in Scheiben zu schneiden und die Scheiben dann wieder übereinanderzulegen, weil das Loch dann überall an derselben Stelle sind.

Und das Problem haben wir mit den Leerdenkern (passt imho gut zum Leerdammer :Cheese: ): die sind wie Löcher, die alle an derselben Stelle sind. Da können wir noch soviele Maßnahmen machen, die machen uns alles wieder kaputt.

FLOW RIDER 23.11.2021 10:52

Warum gibt es im Wald kein Corona?

Weil alle Bäume Zwei-ge haben. :Lachanfall:

Plasma 23.11.2021 11:03

Leute, die denken, dass die Impfung ihre DNA verändert, sollten das als Chance betrachten.

:)

Mitsuha 23.11.2021 11:10

Zitat:

Zitat von Plasma (Beitrag 1635014)
Leute, die denken, dass die Impfung ihre DNA verändert, sollten das als Chance betrachten.

:)

Irgendwo im Netz habe ich letztens gelesen, dass wir in ein paar Monaten wohl einen höheren Durchschnitts-IQ in Deutschland haben werden... fand ich schon recht böse ;)

Btw. weil ja immer alle gegen die Impfung meckern und meinen, der Impfschutz lässt schnell nach (wenn er denn überhaupt da war). Leute mit Impfung werden aufgrund des Grundgedanken "Impfung = mir kann nix mehr passieren" automatisch unvorsichtiger. Unter dem Aspekt sind die Inzidenzen unter den Geimpften immer noch recht niedrig (bzw. nur so hoch, weil die Ungeimpften es den Geimpfen extrem schwer machen), sprich die Impfung wirkt eigentlich noch viel besser als erwartet.

Würden alle brav daheim bleiben, hätten wir natürlich bessere Inzidenzen, aber die würden dann auch eher dem Verhalten zugeschrieben als der Impfung. Naja, irgendein Korn finden die Impfgegner immer, auf dem sie rumpicken können.

TRIPI 23.11.2021 11:40

Zitat:

Zitat von FLOW RIDER (Beitrag 1635012)
Warum gibt es im Wald kein Corona?

Weil alle Bäume Zwei-ge haben. :Lachanfall:

Wie einfach hunderte Foristen das lesen, das Gesicht verziehen und die Finger an die Nasenwurzel drücken :Lachanfall:

Hafu 23.11.2021 11:41

Zitat:

Zitat von Mitsuha (Beitrag 1635015)
Irgendwo im Netz habe ich letztens gelesen, dass wir in ein paar Monaten wohl einen höheren Durchschnitts-IQ in Deutschland haben werden... fand ich schon recht böse ;)
...

Ist aber nahe an der Realität. Letzte Woche habe ich einen Text gelesen, derzufolge Republikaner in den USA bereits eine messbar höhere Mortalität für Covid19 haben im Vergleich zu Demokraten, die dort eine deutlich höhere Impfrate (und deshalb niedrigere Mortalität) haben.


America’s Republicans Are Killing Their Voters


Gleiches dürfte in Deutschland auch für AFD-Wähler gelten, denn es ist ja kein Zufall, dass die Gebiete mit den meisten Ungeimpften auch die Gebiete sind, in denen die AFD die höchste Stimmenzahl bei der BTW21 erzielt hat. In Bayern kann man diesbezüglich auch die Freien Wähler partiell dem AFD-Lager zurechnen, da Aiwanger mit seiner kategorischen Impfverweigerung (erst nach der Wahl hat er sich dann heimlich impfen lassen) sehr bewusst Wählerstimmen in diesem Lager abgefischt hat.

Schwarzfahrer 23.11.2021 13:56

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1634968)
"die nächsten Sündenböcke": Warum diese Selbststilisierung als Opfer? Die Impfverweigerer sind aus meiner Sicht keine Opfer, sondern die Mitverursacher der aktuellen Probleme.

Es ist keine "Selbststilisierung" (ich bin kein Opfer, weil ich mich nicht dazu machen lasse), sondern eine Beobachtung: seit über anderthalb Jahren zielt die politische Kommunikation auf die Benennung und Stigmatisierung vermeintlich Hautpschuldiger an der Ausbreitung des Virus; daß es aktuell die Ungeimpften sind, ist egal; davor gab es schon im regelmäßigen Wechsel die Skifahrer, die Rodler, die Jugendlichen im Park, die Urlaubsrückkehrer, die AfD-Anhänger, u.a.m. Und das Problem ist nicht die Tatsache, daß Bereiche oder Verhalten mit Risiko benannt werden (es gibt übrigens immer viel mehr als nur eine Hauptursache), das ist an sich sinnvoll. Das Problem ist, daß diese Nennung gleich mit moralischer Verurteilung einhergeht, wodurch die jeweils Betroffenen symbolisch zu Feinden der Gesellschaft erklärt und ausgestoßen werden sollen.

Es ist nun mal ein bewährtes Muster, durch Sündenböcke die aus der Angst geborene Aggression der Menschen gezielt auf etwas, Hauptsache weg von etwas anderem zu lenken. In meinen Augen unredlich und auf Dauer kontraproduktiv.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1634968)
Wir sitzen doch alle im selben Boot und erwarten von jedem, der dazu in der Lage ist, dass er ein bisschen mitrudert.

Ein bisschen rudern viele mit, es wird aber nur der 100%-ige Einsatz akzeptiert.
Ich finde es interessant undwidersprüchlich, daß unsere Gesellschaft ja angeblich so tolerant ist, um z.B. jedem Zuwanderer aus extrem fremden Kulturkreisen sein Anderssein gönnt und Anpassungsdruck ablehnt, egal wie schwer es das Zusammenleben belastet (ich denke da an frühere Diskussionen zum Thema Integration hier), aber gleichzeitig die Wahrnehmung der individuellen Entscheidungsfreiheit bei Mitgliedern der eigenen Kultur so schwer akzeptieren kann.

Schwarzfahrer 23.11.2021 14:00

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1634976)
Das sehe ich in großen Teilen ähnlich. Deshalb habe ich mich bisher eher gegen eine ausdrückliche Impfpflicht ausgesprochen als dafür. Mir scheint aber immer deutlicher zu werden, dass wir nicht darum herumkommen, die Impfquote zu steigern, notfalls über eine Impfpflicht. Ob uns das gefällt oder nicht.

Es ist möglich, daß Du Recht hast, auch wenn ich nicht so sicher wäre, daß die Impfpflicht grundlegendes ändern wird daran, daß weiterhin ein nennenswerter Anteil von vor allem alten Menschen an oder mit dem Corona-Virus versterben wird. Mein Problem ist weiterhin weniger die Impfpflicht an sich (mag schwer durchzusetzen sein, muß ich auch nicht richtig finden, auch wenn es ehrlicher ist, als alle Versuche, durch Zwang die Impfquote zu erhöhen), sondern die Moralisierung des Themas, das Erklären aller Ungeimpfter zu Feinden der Gesellschaft. Dagegen werde ich weiterhin überall eintreten.

Schwarzfahrer 23.11.2021 14:05

Zitat:

Zitat von longo (Beitrag 1634978)
Ich finde es vielmehr merkwürdig, daß Du hier in diesem Forum auf 1000 Seiten in 1000 Beiträgen ständig und permanent diffuse und zu 90 % dubiose Nebelkerzen gegen die Impfung zündest, und dann irgendwo ganz klein versteckt in einem Beitrag nur kurz nebenbei mal eben bemerkst, daß Du Du Dir inzwischen auch selbst eine Impfung abgeholt hast.
Sich Impfen lassen, und danach aber weiterhin ständig fragwürdige Argumente gegen die Impfung zu liefern halte ich für ziemlich schizophren und unglaubwürdig.

Ad 1: falls Du in Deiner Emotionalität mal schaffst, Inhalte zu differenzieren, findest Du in meinen Beiträgen ggf. Zweifel, ob die Impfung für jeden gleich wichtig ist, auch Anregungen, sich das Thema differenziert anzuschauen, aber sicher keine generellen Aussagen gegen eine Impfung, die für viele sehr nützlich und sinnvoll ist.
Ad 2: Ich sehe keinen Anlaß, mit meiner Impfung hausieren zu gehen, da es m.M.n. eine Privatangelegenheit ist, weder gut noch schlecht. Und meine Meinung über die gesellschaftlichen Vorgänge ist unabhängig von meinem Impfstatus (das habe ich bereits vor einem halben Jahr auch so angekündigt.

longo 23.11.2021 14:17

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1635036)
Ad 1: falls Du in Deiner Emotionalität mal schaffst, Inhalte zu differenzieren, findest Du in meinen Beiträgen ggf. Zweifel, ob die Impfung für jeden gleich wichtig ist, auch Anregungen, sich das Thema differenziert anzuschauen, aber sicher keine generellen Aussagen gegen eine Impfung, die für viele sehr nützlich und sinnvoll ist.
Ad 2: Ich sehe keinen Anlaß, mit meiner Impfung hausieren zu gehen, da es m.M.n. eine Privatangelegenheit ist, weder gut noch schlecht. Und meine Meinung über die gesellschaftlichen Vorgänge ist unabhängig von meinem Impfstatus (das habe ich bereits vor einem halben Jahr auch so angekündigt.

Ich wünsche viel Erfolg für die bald anstehende Zweitimpfung.
Zur Auswahl stehen, wie bereits allgemein bekannt, die zwei hervorragenden mrna Impfstoffe von Biontech/Pizer und Moderna.


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