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MattF 31.03.2023 16:15

Zitat:

Zitat von waden (Beitrag 1703974)
Es geht im übertragenen Sinn ums Verkaufen. Jede Teildisziplin der Wissenschaft kann dazu neigen, ihren Aspekt als Universalschlüssel für alles zu sehen - und alles andere als untergeordnet

Gerade Drosten hat immer betont, dass er Virologe ist und die wissenschaftlichen Zusammenhänge erklären kann oder versucht das darzustellen was die Wissenschaft weiß und durchaus auch was sie nicht weiß.

Drosten hat immer von sich gewiesen politische Entscheidungen zu treffen und er hat sich auch nicht in gesellschaftliche Debatten eingelassen.

Er hat im Falle einer Viruspandemie als Wissenschaftler gehandelt und keineswegs irgenwas als Universalschlüssel für alles gesehen. Was soll denn "alles" überhaupt sein?

waden 31.03.2023 16:24

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1703976)
Das bestreite ich, aber es spielt auch keine Rolle. Die politischen Entscheidungen, welche Du kritisierst, wurden nicht von Wissenschaftlern getroffen.

Dem zweiten Teil des ersten Satzes stimme ich zu. Und der Punkt ist mir auch nicht so wichtig. Reden wir nicht über die Wissenschaftler bzw Drosten,, sondern einen Politker, zB Lauterbach als Poitiker, der auf die Wissenschaft hört. Er sprach von einer “nebenwirkungsfreien Impfung“. Er trommelte für Schulschliessungen, denn „Schulen sind Cluster, treiben Pandemie, Studienlage klar“. Heute räumt er ein, dass es selten “schwere Impfschäden“ gibt. Die Schulschliessungen bezeichnet er als “Riesenfehler“. Wurde man nicht seinerzeit heftig kritisiert, wenn man seinerzeit (wiissenschaftlich belegt, aber eben zu der Zeit nicht von der Mehrheit) seine heutige Meinung gegen ihn vertrat?

Un der Spiegel sekundierte in der impfdiskussion nachweisfrei, aber passend zu aufgehetzten Stimmung, dass „nachweislich viele Tote auf das Konto von Pflegekräften gehen, die sich aus Bockigkeit nicht impfen lassen“.

LidlRacer 31.03.2023 16:25

Zitat:

Zitat von waden (Beitrag 1703952)
Der Spiegel übt sich in bemerkenswerter Selbstkritik
https://www.spiegel.de/politik/deuts...9-21fbe49c533a

Alexander Neubacher kritisiert den Überbietungswettbewerb in der Pandemie, immer strengere Massnahmen zu fordern. Er kritisiert sogar Drosten, den der "Spiegel" wie einen Heiligen verehrte. Neubachers Fazit: «Und wir Medien, auch wir beim ‹Spiegel›, die wir uns gern als vierte Gewalt betrachten? Ich fürchte, der Diktator in uns war ziemlich stark.»

Alexander Neubacher ist nicht "Der Spiegel".
Er schreibt dort eine Kolumne - wie auch Sascha Lobo.
Es würde mich wundern, wenn ersterer repräsentativer für den Spiegel stünde als letzterer.

waden 31.03.2023 16:27

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1703977)
Gerade Drosten hat immer betont, dass er Virologe ist und die wissenschaftlichen Zusammenhänge erklären kann oder versucht das darzustellen was die Wissenschaft weiß und durchaus auch was sie nicht weiß.

Drosten hat immer von sich gewiesen politische Entscheidungen zu treffen und er hat sich auch nicht in gesellschaftliche Debatten eingelassen.

Er hat im Falle einer Viruspandemie als Wissenschaftler gehandelt und keineswegs irgenwas als Universalschlüssel für alles gesehen. Was soll denn "alles" überhaupt sein?

Offensichtlich habe ich mich ungeschickt ausgedrückt. Ich möchte Drosten keineswegs in dieses Licht rücken. Er ist ein hervorragender Wissenschaftler. Dafür, dass zu einseitig auf ihn gehört wurde, kann er nichts. Dass er nicht gleichzeitig eine konträre Meinung vertritt, ist normal, und die politische Aufgabe der Abwägung ist nicht seine.

Er hat als Virologe eben eine bestimmte Sicht auf die Dinge, und das ist gut so. Andere Virologen haben eine andere Sicht, und Jugendpsychologen und andere gesellschaftlich relevante Wissenschaftler betrachten die Welt aus einem anderen Blickwinkel.

Mir geht es überhaupt nciht darum, Drosten in ein schlechtes Licht zu rücken.

waden 31.03.2023 16:28

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1703979)
Alexander Neubacher ist nicht "Der Spiegel".
Er schreibt dort eine Kolumne - wie auch Sascha Lobo.
Es würde mich wundern, wenn ersterer repräsentativer für den Spiegel stünde als letzterer.

Wer ist denn der Spiegel?

Antracis 31.03.2023 16:40

Zitat:

Zitat von Genussläufer (Beitrag 1703961)
Drosten sehe ich hier nicht als Problem, sondern als Symptom.

Symptomatisch fand ich Ihn vor allem in der Hinsicht von Verantwortung und gar Schuld, die u.a. auf Ihn projiziert wurde. Das begann ja bei persönlichen Angriffen und ging ja bis zu konkreten Morddrohungen. Meine Sichtweise darauf ist letztlich die eines gesellschaftlichen Systems, dass einer Naturkatastrophe gegenüber gestellt wurde. So etwas akzeptiert man als Mensch in der Regel nicht einfach , sondern es muss doch - für das eigene persönliche Schicksal - letztlich irgendjemand anders verantwortlich sein, als nur eine RNA-Polymerase.

Die Schicksale hier sind nun relativ breit gestreut und sowohl auf Seiten der Pandemiebekämpfung als auch unter den Corona-Opfern zu sehen. Ob nun Corona-Tote oder Folgeschäden oder auf der anderen Seite durch den Lockdown oder mildere Maßnahmen vernichtete Existenzen bis hin zu Langzeitschäden durch die sozialen und edukativen Einschränkungen. Das zog sich aber in der Gesellschaft auch in mildere Bereiche hin. Ob es dann die gestrichene gemeinsame Mittagspause war oder auch das geschlossene Schwimmbad. First World Problems natürlich, aber Schuld war wieder nicht irgendein Enzym oder Virus, sondern halt, je nach Ausrichtung, vereinfacht entweder Drosten, der die Maßnahmen wissenschaftlich untermauerte oder der Querdenker, ohne den wir schon längst mit allen Maßnahmen die Pandemie überstanden hätten. Dazu dann der Kontrollverlust, dass nur die wenigsten Menschen (und ich zähle mich da trotz medizinischer Bildung dazu) die Sachverhalte in Gänze wirklich beurteilen konnten und die auch immer wieder erwähnte Tatsache, dass exponentielles Wachstum prinzipiell wenig vorstellbar ist und man sich als Mensch mit Prävention und Einschätzung von Risiken immer etwas schwer tut.

Das jetzt nicht als Generalvollmacht für die politischen Entscheidungen. Viele hätte man sicher besser treffen können und müssen und vielleicht waren auch nicht wenige suboptimal und einige auch falsch. Aber die Tatsache, dass das Thema immer so dichotom und emotional diskutiert wurde und wird, liegt aus meiner Sicht im Kern in der menschlichen Natur und dem Bedürfnis von Kontrolle, die wir aber in der Situation nur sehr begrenzt hatten. Ist aber nur meine Sicht der Dinge und vielleicht auch etwas beruflich eingetönt. Hilft sicher auch keinem wirklich weiter. :Blumen:

MattF 31.03.2023 16:46

Zitat:

Zitat von waden (Beitrag 1703978)
Er sprach von einer “nebenwirkungsfreien Impfung“. .....
Heute räumt er ein, dass es selten “schwere Impfschäden“ gibt.

Wo hat er das gesagt?

Kann ich mir nicht vorstellen, dass Lauterbach behauptet hat es gäbe bei der Coronaimpfung 0 Nebenwirkungen.

Und in meinen Augen räumt er jetzt nichts ein, weil es jedem klar war das es natürlich Impfschäden gibt. Niemand, der bei vernünftigem Verstand ist, käme auf die Idee etwas anderes zu behaupten. Jedes Medikament/Impfung hat Nebenwirkungen.

Um was es in meinen Wahrnehmung immer ging war, dass die Wirkung der Impfung immer weit positiver war als die Schäden.

Genussläufer 31.03.2023 17:02

Zitat:

Zitat von Antracis (Beitrag 1703983)
Dazu dann der Kontrollverlust, dass nur die wenigsten Menschen (und ich zähle mich da trotz medizinischer Bildung dazu) die Sachverhalte in Gänze wirklich beurteilen konnten und die auch immer wieder erwähnte Tatsache, dass exponentielles Wachstum prinzipiell wenig vorstellbar ist und man sich als Mensch mit Prävention und Einschätzung von Risiken immer etwas schwer tut.

So richtig angenehm ist die Situation auch nicht. Das Thema exponentielles Wachstum hat Albert Einstein schön kategorisiert. Er bezeichnete die Zinseszinseffekt als achtes Weltwunder :)

Zitat:

Ist aber nur meine Sicht der Dinge und vielleicht auch etwas beruflich eingetönt. Hilft sicher auch keinem wirklich weiter. :Blumen:
Das ist sicher mindestens im gleichen Maße eine menschliche Tönung. Die berufliche verstärkt es vielleicht noch. Ok, ich ziehe das vielleicht zurück :Cheese:


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