triathlon-szene.de |  Europas aktivstes Triathlon  Forum

triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum (https://www.triathlon-szene.de/forum/index.php)
-   Politik, Religion & Gesellschaft (https://www.triathlon-szene.de/forum/forumdisplay.php?f=30)
-   -   Corona Virus (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=47641)

trithos 29.03.2021 13:27

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1593296)
... Ich sage nur, dass unsere Massnahmen keinen steuernden Einfluss auf die Wellen haben....

Und ich sage nur, dass es zahlreiche Beispiele gibt, die das Gegenteil beweisen.

In Vorarlberg hat zum Beispiel die Lockerung der Maßnahmen vor zwei Wochen dazu geführt, dass die Zahl der Infektionen jetzt sprunghaft ansteigt. Maßnahmen haben also sehr wohl steuernden Einfluss. Und in Vorarlberg kannst Du Dir sogar gut anschauen, welche Maßnahmen das waren, die vor zwei Wochen gelockert worden sind und wohin das jetzt führt.

moorii 29.03.2021 13:31

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1593240)

An jede debattierte Lockerung des Lockdowns gehört ein Preisschild: soundsoviel Tote, soundsoviel Schwerkranke zusätzlich. Dann haben wir eine faire Debatte.

Ein Preisschild gehört aber auch an jedes Bereich der nicht dem Lockdown unterliegt. Warum kann ich ganz normal Lebensmittel kaufen. Hier könnte man ja ebenfalls über Ausweitung der Öffnungszeiten, buchen von Terminen etc. zu einer Kontaktreduzierung beitragen.

Wenn ich diese Punkt mal mit einbeziehe, bringt es das m.E. aber sehr gut auf den Punkt: Jede Maßnahme muss ein Preis-/Nutzenbewertung haben. Hier tappen wir aber leider total im dunkeln, trotz einem Jahr Pandemie.
Die Modellversuche die jetzt in ausgewählten Bezirken gemacht werden, können hier zukünftig sicherlich helfen. Kommt nur leider viel zu spät.

Adept 29.03.2021 13:33

Zitat:

Zitat von trithos (Beitrag 1593298)
Und ich sage nur, dass es zahlreiche Beispiele gibt, die das Gegenteil beweisen.

In Vorarlberg hat zum Beispiel die Lockerung der Maßnahmen vor zwei Wochen dazu geführt, dass die Zahl der Infektionen jetzt sprunghaft ansteigt. Maßnahmen haben also sehr wohl steuernden Einfluss. Und in Vorarlberg kannst Du Dir sogar gut anschauen, welche Maßnahmen das waren, die vor zwei Wochen gelockert worden sind und wohin das jetzt führt.

Nein, das kann man nicht sagen. Weil es viele Beispiele gibt, bei denen die Massnahmen keine erwartete Aenderung gebracht haben. Und bisher konnte man keine isoliert betrachtete Massnahme auf ihre Wirkung analysieren, was eine Voraussetzung dafür wäre. Die andere wäre eine Korrelationen mit anderen Ländern aufzuzeigen, auch das funktionierte nicht.

Daher ist die Wirkung der Massnahmen NICHT BELEGT.

sabine-g 29.03.2021 13:36

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1593301)
....

Ich verstehe dich bzw. deine Ansichten nicht wirklich. ( die von Schwarzfahrer und den anderen ebensowenig )

Kannst du mal kurz und knapp erklären wofür du bist bzw. wogegen?

keko# 29.03.2021 13:40

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1593296)
...
Und ich sage nicht, dass wir keine weiteren Wellen haben werden, ähnlich wie bei Grippe zum Beispiel. Ich sage nur, dass unsere Massnahmen keinen steuernden Einfluss auf die Wellen haben. AHA-Regeln mal als grundsätzliche und einfach umsetzbare Vorsichtsmassnahme ausgenommen.

Diskussionen um Lockdowns ja/nein/wie halte ich für auslaufend. Bundesminister Spahn und RKI-Chef Wieler sprachen letzte Woche in der Bundespressekonferenz davon, dass die Ingenieure der Pharmafirmen in relativ kurzer Zeit Impfstoffe anpassen können und von möglicherweise 2 Impfungen pro Jahr und weltweit.
Auch kann man so kostengünstiger auf Mutanten reagieren anstatt ganze Wirschaftszweige runterzufahren. Letzteres bringt zu viel Unruhe in der Bevölkerung. Gerade eben werden die Stückzahlen der Firmen hochgefahren und damit hat sich auch das Thema der Lockdowns mehr oder weniger erledigt. Schlimmstenfalls bleibt uns das als lokaler Notanker in den nächsten Jahren erhalten.
(letzter Absatz nur meine Meinung ;-)

trithos 29.03.2021 13:42

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1593301)
Nein, das kann man nicht sagen. Weil es viele Beispiele gibt, bei denen die Massnahmen keine erwartete Aenderung gebracht haben. Und bisher konnte man keine isoliert betrachtete Massnahme auf ihre Wirkung analysieren, was eine Voraussetzung dafür wäre. Die andere wäre eine Korrelationen mit anderen Ländern aufzuzeigen, auch das funktionierte nicht.

Daher ist die Wirkung der Massnahmen NICHT BELEGT.

Genau, und weil das so ist gehen wir mal sicherheitshalber lieber davon aus, dass kleine Grüne Männchen die Statistik manipulieren, als dass eine Maßnahme irgendwas bewirkt...:Maso:

Adept 29.03.2021 13:46

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1593302)
Ich verstehe dich bzw. deine Ansichten nicht wirklich. ( die von Schwarzfahrer und den anderen ebensowenig )

Kannst du mal kurz und knapp erklären wofür du bist bzw. wogegen?

Das habe ich weiter oben schon paar mal erklärt.

qbz 29.03.2021 13:48

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1593301)
... Und bisher konnte man keine isoliert betrachtete Massnahme auf ihre Wirkung analysieren, was eine Voraussetzung dafür wäre. ....

Man braucht doch aufgrund der heutigen statistischen Methoden kein physikalisch mechanistisches Experiment aufzubauen (Ursache --> Wirkung), um mit einem bestimmten Genauigkeitsgrad aufgrund von empirischen, hier schon verlinkten Studien anzugeben, welche Massnahmen was bewirken können und das in Modellen abzubilden.

Mit ähnlichen methodischen Meta-Argumenten versuchte übrigens auch die Tabakindustrie lange Zeit alle Studien über die Schädlichkeit des Rauchens zu relativieren oder die Klimaleugner die Erderwärmung, weil man die Ursache "Rauchen" und die Wirkung "Krebs" nicht als Variable von anderen möglichen Krebs verursachenden Stoffen trennen oder isolieren könne.

captain hook 29.03.2021 14:03

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1593296)
Die "üblichen Experten" vertreten durchaus unterschiedliche Meinungen. Es wird halt nur dem Experten geglaubt, der ins eigene Weltbild passt.

Und ich sage nicht, dass wir keine weiteren Wellen haben werden, ähnlich wie bei Grippe zum Beispiel. Ich sage nur, dass unsere Massnahmen keinen steuernden Einfluss auf die Wellen haben. AHA-Regeln mal als grundsätzliche und einfach umsetzbare Vorsichtsmassnahme ausgenommen.

Hast Du mal nen Link zu einer Expertenaussage die die aktuellen Zahlen als easy und so ähnlich wie ne Grippe einschätzt mit geringem Potenzial ernsthafte Schäden in der Bevölkerung anzurichten?

Helios 29.03.2021 14:29

bei uns wird die 100er-Grenze gezogen, vom landratsamt
================================================== ===
Ab Samstag, 27. März, gelten im Landkreis Nürnberger Land folgende Regelungen:

Private Zusammenkünfte:erlaubt; ein Hausstand darf sich ausschließlich mit einer weiteren Person treffen, dabei zählen dazugehörige Kinder unter 14 Jahren nicht.
Ausgangssperre:Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr gilt eine nächtliche Ausgangssperre . Der Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung ist nur in begründeten Ausnahmefällen gestattet.
Einzelhandel: Geschäfte des täglichen Bedarfs wie der Lebensmitteleinzelhandel bleiben weiterhin geöffnet. Dies gilt auch für Buchhandlungen, Blumenläden, Baumärkte und weitere Geschäfte der Grundversorgung. Das Einkaufen mit Termin (Click & Meet) in den übrigen Einzelhandelsgeschäften ist nicht mehr möglich, vorbestellte Ware kann aber weiterhin abgeholt werden (Click & Collect).
Museen, Galerien, Zoos: geschlossen .
Sport: Es ist nur kontaktfreier Sport unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen erlaubt, also mit einer weiteren Person über 14 Jahren aus einem fremden Haushalt. Die Spiel- und Bolzplätze sowie die Skateanlagen bleiben geöffnet. Dort gelten die allgemeinen Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen.
Außengastronomie:geschlossen.
Theater, Konzerte, Opern, Kinos:geschlossen.
Freizeitveranstaltungen:verboten.
================================================== =
find ich o.k. - sie machen das, was sie vorher angekünigt hatten - die "Modellversuche" in den Nachrichten aufgelistet sind erhebliche Unruhestifter.

Baghi 29.03.2021 14:44

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1593245)
Mittelfristig gar keine!

Denn die Zahlen würden sich nach Lockdown und Grenzöffnungen wieder auf den normalen Stand einpendeln. Und diese derzeitigen Zahlen sind auch kein Grund zur Sorge:

Wir haben mittlerweile eine Untersterblichkeit bei den ü65 jährigen. Bei den u65 gab es NIE eine Uebersterblichkeit, zumindest in der Schweiz.

Auf Intensivstationen haben wir freie Kapazitäten und es sieht bisher nicht danach aus, als ob sich da was ändert. Jedenfalls in Deutschland in der Schweiz.

Einen temporären Lockdown erachte ich als völlig sinnfrei!

Aus dem von dir verlinkten Bericht aus der Schweiz:
"In der zweiten Welle der SARS-CoV-2-Epidemie war vom 19.10.2020 (Woche 43) bis 31.1.2021 (Woche 4) eine weitere Periode mit Übersterblichkeit zu beobachten. In diesen Wochen starben in der Altersgruppe 65 Jahre und älter etwa 8380 Personen mehr als erwartet (47%) und in der Altersgruppe unter 65 Jahren rund 240 Personen (10%) mehr als erwartet."

"NIE" liest sich für mich irgendwie anders.

Bockwuchst 29.03.2021 14:48

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1593296)
Die "üblichen Experten" vertreten durchaus unterschiedliche Meinungen.

Das ist gelogen. Jedenfalls wenn man Bakhdi nicht als Experten betrachtet.

Schwarzfahrer 29.03.2021 15:14

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1593307)
Man braucht doch aufgrund der heutigen statistischen Methoden kein physikalisch mechanistisches Experiment aufzubauen (Ursache --> Wirkung), um mit einem bestimmten Genauigkeitsgrad aufgrund von empirischen, hier schon verlinkten Studien anzugeben, welche Massnahmen was bewirken können und das in Modellen abzubilden.

Es wurden hier schon mehrfach Studien verlinkt, die sich mit statistischen Methoden viele Länder, deren Maßnahmen und die Entwicklung der Pandemie vorgenommen haben. Die Ergebnisse zeigen nach meinem Verständnis meistens für fast alle Maßnahmen sehr große Streuungen übe Regionen und Länder. Offenbar spielen zu viele Faktoren rein, um in der Realität allgemeingültige kausale Zusammenhänge abzuleiten. Das heißt nicht, das alle Maßnahmen nutzlos sind, viele sind höchst plausibel und logisch - zumindest soweit, daß sie (bei perfekter Ausführung) die Virusübertragung verringern. Aber ihr jeweiliger reeller Beitrag zum Gesamtgeschehen wird durch die Unsicherheiten (u.a. auch in der inhärenten Unvollkommenheit und Unterschiedlichkeit von Menschen) fast immer über- oder unterschätzt - diese Unsicherheit der eigentlichen Wirkgröße zeigen die Modellrechnungen allerdings (in ihrer medialen Übermittlung) sehr selten, wodurch eine trügerische Sicherheit erzeugt wird, daß diese oder jene hervorgehobene Maßnahme entscheidend ist.
Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1593307)
Mit ähnlichen methodischen Meta-Argumenten versuchte übrigens auch die Tabakindustrie lange Zeit alle Studien über die Schädlichkeit des Rauchens zu relativieren oder die Klimaleugner die Erderwärmung, weil man die Ursache "Rauchen" und die Wirkung "Krebs" nicht als Variable von anderen möglichen Krebs verursachenden Stoffen trennen oder isolieren könne.

Es mag für Dich Meta-Argument sein, aber alle Zusammenhänge, die nicht zwingend, sondern nur mit einer gewissen statistischen Wahrscheinlichkeit zutreffen, sind für den Einzelfall angreifbar, so daß sie tatsächlich keine zwingenden linearen kausalen Zusammenhänge sondern nur Teil-Wahrscheinlichkeiten abbilden. Sonst wäre der nicht unwesentliche Anteil von hochbetagten unter den starken Rauchern schwer erklärbar.

LidlRacer 29.03.2021 16:18

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1593259)
Und wie quantifizierst du die Schäden eines Lockdown durch soziale Isolation, physische und psychische Schäden?

Und du hältst möglichst hohe Zahlen von schwer Erkrankten und Toten für förderlich für die psychische Gesundheit?

qbz 29.03.2021 16:25

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1593321)
.......
Es mag für Dich Meta-Argument sein, aber alle Zusammenhänge, die nicht zwingend, sondern nur mit einer gewissen statistischen Wahrscheinlichkeit zutreffen, sind für den Einzelfall angreifbar, so daß sie tatsächlich keine zwingenden linearen kausalen Zusammenhänge sondern nur Teil-Wahrscheinlichkeiten abbilden. Sonst wäre der nicht unwesentliche Anteil von hochbetagten unter den starken Rauchern schwer erklärbar.

Es ging um den empirischen Nachweis von Infektionsschutzmassnahmen. So wie man beim Rauchen mithilfe der Methodik der statistischen Empirie nachweisen kann, dass in England sich die Lebenserwartung von Rauchern > 10 Zigaretten pro Tag im Durchschnitt um ca. 9 Jahre verringert, lässt sich eben nachweisen, dass bestimmte Infektionsschutzmassnahmen sich auf die Inzidenz und den R-Wert mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit verringernd auswirken. Ich finde es komplett unverständlich, geradezu absurd, wie man als Maßstab für medizinische, virologische oder epidemiologische Sachverhalte immer wieder die Genauigkeit mechanischer Fallgesetze fordern kann und alle wissenschaftlichen Erkenntnisse ablehnt, die empirisch-statistisch gefunden werden und nicht den exakten Naturwissenschaften angehören.

Stefan 29.03.2021 16:51

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1593321)
Es mag für Dich Meta-Argument sein, aber alle Zusammenhänge, die nicht zwingend, sondern nur mit einer gewissen statistischen Wahrscheinlichkeit zutreffen, sind für den Einzelfall angreifbar, so daß sie tatsächlich keine zwingenden linearen kausalen Zusammenhänge sondern nur Teil-Wahrscheinlichkeiten abbilden. Sonst wäre der nicht unwesentliche Anteil von hochbetagten unter den starken Rauchern schwer erklärbar.

Hast Du irgendwelche Zweifel daran, dass starke Raucher eine niedrigere Lebenserwartung haben oder was willst Du uns mit dem Text sagen?

-------------------

FAZ: Die stark steigende Zahl von Covid-19-Patienten in Frankreich bringt die Krankenhäuser der Hauptstadtregion an ihre Belastungsgrenze. Macron wurde von seinen Beratern vor diesem Szenario gewarnt – vergeblich.

keko# 29.03.2021 16:57

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1593314)
...
find ich o.k. - sie machen das, was sie vorher angekünigt hatten - die "Modellversuche" in den Nachrichten aufgelistet sind erhebliche Unruhestifter.

Nix für ungut, aber wenn du es "ok" findest, dann wird es kaum helfen. Will man Corona mit Lockdowns in die Knie zwingen, dann wird es jedem von uns weh tun müssen. Ist wie beim Sport: wenn dein Training immer "ok" ist, wirst du keinen Blumentopf gewinnen. Es wird dir weh tun müssen.
:Blumen:

Helios 29.03.2021 17:12

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1593328)
Nix für ungut, aber wenn du es "ok" findest, dann wird es kaum helfen. Will man Corona mit Lockdowns in die Knie zwingen, dann wird es jedem von uns weh tun müssen. Ist wie beim Sport: wenn dein Training immer "ok" ist, wirst du keinen Blumentopf gewinnen. Es wird dir weh tun müssen.
:Blumen:

*schmunzel* - da liegst verkehrt
Wenn sich das Umfeld, wie Nachbarschaft, auch dran halten würde/gehalten hätte, dann wäre die Inzi jetzt nicht bei 150 herum - 6 Leute im RH ist keine Seltenheit, halt gelebte Patch-Work-F.

Mir fällt jetzt nix ein, wann und wo ich jemand überhaupts hätte anstecken können.

In Zukunft werde ich aber wieder Leute treffen müssen, weil kontaktlos keine Verträge geschlossen werden können, es wird zwar zeitmäßig minimiert werden - komplett ohne Termin wird es nicht gehen - fremde Menschen werden dabei mein Büro im Haus nicht mehr betreten.

Ostern mit den erwachsenen Kindern wird es auch nicht geben, da sie uns schon vor längerer Zeit erklärt haben, dass man sie nur noch im Partner-Paket haben kann, meine Frau wird ihre Eltern besuchen, das wars.

Schwarzfahrer 29.03.2021 17:17

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1593325)
Ich finde es komplett unverständlich, geradezu absurd, wie man als Maßstab für medizinische, virologische oder epidemiologische Sachverhalte immer wieder die Genauigkeit mechanischer Fallgesetze fordern kann und alle wissenschaftlichen Erkenntnisse ablehnt, die empirisch-statistisch gefunden werden und nicht den exakten Naturwissenschaften angehören.

Das ist dann ein Mißverständnis. Ich will gerade darauf hinaus, daß man von diesen Schverhalten nicht die Genauigkeit mechanischer Fallgesetzt fordern kann - aber dann kann man auch konsequenterweise nicht die harte Kausal-Argumentation für die Maßnahmen ansetzen, wie bei "mechanischen Fallgesetzen".
Wenn einer vom Eifelturm herunterspringt oder fällt (ohne Fallschirm), ist er garantiert tot. Durch entsprechende Sperren, die verhindern, daß einer übers Geländer steigt, kann man zu 99 % die Todesrate senken (1 % wird trotzdem drüberkommen oder zu doof sein). Bei epidemiologischen Maßnahmen sind solche quantitativen Zusammenhänge mit einer sehr großen Fehlerbreite versehen, und daher ist jede Vorhersage: Wir machen dies und dies zu, dann sinkt die Zahl der Infektionen um diese Größenordnung, oder wir lockern dies und dies, und das führt zur Katastrophe einfach unseriös, und nur bedingt geeignet, die Verhältnismäßigkeit der teilweise schweren Grundrechtseingriffe plausibel zu rechtfertigen. In praktisch allen Fällen sind es nur "kann sein"-Zusammenhänge, die in der Quantität zwischen gravierend und unmerklich schwanken, und nicht mit der Sicherheit vorhersagbar sind, die die vielen prominenten und privaten Propheten in Medien oder im Forum suggerieren. Je selbstsicherer so ein Prophet, desto unglaubwürdiger ist er für mich.

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1593327)
Hast Du irgendwelche Zweifel daran, dass starke Raucher eine niedrigere Lebenserwartung haben oder was willst Du uns mit dem Text sagen?

Ja, sie können mit relevanter Wahrscheinlichkeit eine niedrigere Lebenserwartung haben, aber nicht alle, also nicht 100 %. Darum sehe ich auch keine Basis für ein generelles Rauchverbot, es muß eine individuelle Entscheidung bleiben können- solange man nicht andere vollräuchert, die das stört.

Kälteidiot 29.03.2021 17:30

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1593330)
...
Ja, sie können mit relevanter Wahrscheinlichkeit eine niedrigere Lebenserwartung haben, aber nicht alle, also nicht 100 %. Darum sehe ich auch keine Basis für ein generelles Rauchverbot, es muß eine individuelle Entscheidung bleiben können- solange man nicht andere vollräuchert, die das stört.

ich finde das mit dem Rauchen ist ein gutes Beispiel für die Eigenverantwortung. Ich behaupte alle Raucher*Innen wissen, dass es schädlich ist, und trotzdem rauchen sie.

:)

Pascal 29.03.2021 17:42

Hier ein Preprint zur Wirksamkeit diverser Maßnahmen:

https://www.medrxiv.org/content/10.1....25.21254330v1

Karl Lauterbach schlussfolgert, Ausgangsbeschränkungen wirken effektiver als Schulschließungen. Er hat, wenn ich es richtig erinnere auch schon gesagt, die dritte Welle wurde nirgends ohne Ausgangsbeschränkungen gebrochen (Portugal, UK etc.).

Bockwuchst 29.03.2021 18:09

https://twitter.com/Karl_Lauterbach/...279098883?s=19

Weil hier Mal wieder die Wirksamkeit von Maßnahmen bezweifelt wird. Sie Uni Oxford hat das sehr detailliert untersucht. Hab Grad keine Zeit das genauer zu lesen

Lebemann 29.03.2021 19:52

Allerdings sieht er den Effekt stärker als die Schulschließung. Dieser ist in der Studie nicht mit der brit. Mutation untersucht.

Allgemein frag ich mich, warum Ausgangssperre > Schulschließung ist. Ich versteh es nicht ganz. Allein die Kontrolle der Ausgangssperre halte ich für unmöglich.

Trimichi 29.03.2021 20:09

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1593325)
Es ging um den empirischen Nachweis von Infektionsschutzmassnahmen. So wie man beim Rauchen mithilfe der Methodik der statistischen Empirie nachweisen kann, dass in England sich die Lebenserwartung von Rauchern > 10 Zigaretten pro Tag im Durchschnitt um ca. 9 Jahre verringert, lässt sich eben nachweisen, dass bestimmte Infektionsschutzmassnahmen sich auf die Inzidenz und den R-Wert mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit verringernd auswirken. Ich finde es komplett unverständlich, geradezu absurd, wie man als Maßstab für medizinische, virologische oder epidemiologische Sachverhalte immer wieder die Genauigkeit mechanischer Fallgesetze fordern kann und alle wissenschaftlichen Erkenntnisse ablehnt, die empirisch-statistisch gefunden werden und nicht den exakten Naturwissenschaften angehören.

Jesus sprach: "Seht die Vögel! Sie sähen nicht. Sie ernten nicht. Und dennoch ernährt sie der himmlische Vater. " ;)

Du hast nicht etwa den Goldstandard der akademischen Psychologie und somit der empirischen Sozialforschung als Blödsinn verklären wollen? :Nee: :-((

Schlecht geschlafen, miesen Tag gehabt? :Blumen:

merz 29.03.2021 20:10

Wie das geht mit der Ausgangssperre oder Ausgangsbeschränkung (ob da ein wirklicher Unterschied in der Diskussion gemacht wird, ist mir nicht so ganz klar) können ja diejenige hier berichten, die in Gebieten, etwa in Bayern, wohnen, wo diese schon jetzt gilt.

Das kann man einfach durchsetzen und hat den Effekt.

m.

Trimichi 29.03.2021 20:18

Zitat:

Zitat von Kälteidiot (Beitrag 1593332)
ich finde das mit dem Rauchen ist ein gutes Beispiel für die Eigenverantwortung. Ich behaupte alle Raucher*Innen wissen, dass es schädlich ist, und trotzdem rauchen sie.

:)

:Blumen:

Ja, das stimmt. Auch Biertrinken ist gefährlich, man weis heute, dass Alkoholkonsum kausal zu Leberzirrhose führt, und alle wissen es. Man sollte Biergärten zusperren. Ebenso sollte man die öl- oder gasbefeuerte Zentralheizungsnutzung in Wohnhäusern untersagen. Vor allem im Winter. Denn Heizen ist klimaschädlich und alle wissen es. Ja, und im Sommer haben Grippe und Erkältung Hochkonjunktur. Das war schon immer so. Und bald wissen es alle.

:)

Adept 29.03.2021 20:34

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1593309)
Hast Du mal nen Link zu einer Expertenaussage die die aktuellen Zahlen als easy und so ähnlich wie ne Grippe einschätzt mit geringem Potenzial ernsthafte Schäden in der Bevölkerung anzurichten?

Drosten zB. sieht Corona sich in den nächsten 2-3 Jahren in Richtung Erkältung entwickeln. Wurde hier von den Drosten-Verfechtern zitiert.

Aber wie gesagt, jeder akzeptiert nur den Experten, der ins eigene Weltbild passt.

Adept 29.03.2021 20:35

Zitat:

Zitat von Baghi (Beitrag 1593317)
Aus dem von dir verlinkten Bericht aus der Schweiz:
"In der zweiten Welle der SARS-CoV-2-Epidemie war vom 19.10.2020 (Woche 43) bis 31.1.2021 (Woche 4) eine weitere Periode mit Übersterblichkeit zu beobachten. In diesen Wochen starben in der Altersgruppe 65 Jahre und älter etwa 8380 Personen mehr als erwartet (47%) und in der Altersgruppe unter 65 Jahren rund 240 Personen (10%) mehr als erwartet."

"NIE" liest sich für mich irgendwie anders.

Laut Abbildung verläuft die Sterblichkeit innerhalb des Konfidenzintervalls. Siehe: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home...sursachen.html

Man kann sich natürlich jetzt über einen Ausreisser streiten...

LidlRacer 29.03.2021 21:23

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1593349)
Drosten zB. sieht Corona sich in den nächsten 2-3 Jahren in Richtung Erkältung entwickeln. Wurde hier von den Drosten-Verfechtern zitiert.

Aber wie gesagt, jeder akzeptiert nur den Experten, der ins eigene Weltbild passt.

Was hat die Situation in 2 bis 3 Jahren mit der heutigen zu tun?

M.E. nichts.

LidlRacer 29.03.2021 21:28

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1593350)
Laut Abbildung verläuft die Sterblichkeit innerhalb des Konfidenzintervalls. Siehe: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home...sursachen.html

Man kann sich natürlich jetzt über einen Ausreisser streiten...

Laut Abbildung haben wir in Phasen, in denen wir die Kontrolle über das Virus verlieren, eine sehr deutliche Übersterblichkeit.
Also müssen wir jetzt schnellstmöglich die Kontrolle zurückerlangen.

Deine sehr freie Interpretation einfacher Tatsachen ist nicht mehr weit von den Verquerdenkern entfernt.

Bockwuchst 29.03.2021 22:11

https://www.swr.de/swraktuell/baden-...druck-100.html

"Tübinger Modell" gescheitert. Surprise 🤡

LidlRacer 29.03.2021 22:14

Zwar stößt Merkel in Deutschland auf die Ignoranz etlicher Länderchefs, aber immerhin unternimmt sie international etwas:

LEHREN AUS COVID-19:
Ein großer Vertrag zur Bekämpfung von Pandemien

Covid-19 wird nicht die letzte Pandemie bleiben. Deswegen fordern mehr als zwanzig Staats- und Regierungschefs in einem gemeinsamen Aufruf, jetzt die Grundlage für eine bessere Vorbeugung und Bekämpfung von Seuchen zu schaffen.

Adept 29.03.2021 22:31

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1593356)
Laut Abbildung haben wir in Phasen, in denen wir die Kontrolle über das Virus verlieren, eine sehr deutliche Übersterblichkeit.
Also müssen wir jetzt schnellstmöglich die Kontrolle zurückerlangen.

Deine sehr freie Interpretation einfacher Tatsachen ist nicht mehr weit von den Verquerdenkern entfernt.

Ist es so schwierig für dich, andere Meinung auszuhalten, ohne beleidigend zu werden?

Beim oberen Punkt zeigst du, dass du meine Ausführungen nicht verstanden hast. Aber bei deinen Reaktionen habe ich auch keine Lust dir das zu erläutern.

LidlRacer 29.03.2021 22:51

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1593361)
Ist es so schwierig für dich, andere Meinung auszuhalten, ohne beleidigend zu werden?

Es geht nicht um Meinungen.
Es geht um groben Unsinn.

Adept 29.03.2021 23:26

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1593362)
Es geht nicht um Meinungen.
Es geht um groben Unsinn.

Ist alles gut! :Blumen:

Bockwuchst 30.03.2021 06:29

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1593361)
Ist es so schwierig für dich, andere Meinung auszuhalten, ohne beleidigend zu werden?

Beim oberen Punkt zeigst du, dass du meine Ausführungen nicht verstanden hast. Aber bei deinen Reaktionen habe ich auch keine Lust dir das zu erläutern.

Wenn du behaupest du kannst die Ausschläge nicht sehen laberst du einfach Müll.

Bockwuchst 30.03.2021 06:36

Bei uns im Landkreis sind wir jetzt den dritten Tag über 100, damit müsste die Notbremse greifen. Ich gehe davon aus dass es der Landrat heute im Lauf des Tages bekannt gibt.

Adept 30.03.2021 07:43

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1593364)
Wenn du behaupest du kannst die Ausschläge nicht sehen laberst du einfach Müll.

Noch so einer, der hier sein charakterliches Bild offenbart. :)

Schwarzfahrer 30.03.2021 08:12

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1593358)
https://www.swr.de/swraktuell/baden-...druck-100.html

"Tübinger Modell" gescheitert. Surprise 🤡

Da ist wohl Dein Wunsch der Vater des Gedankens, denn aus dem Artikel finde ich keine Hinweise auf ein Scheitern.

Palmer bekommt Morddrohungen - ist das ein Grund, aufzugeben, oder der richtige Weg, das Projekt zum Scheitern zu bringen? Hoffentlich nicht. Aber leider setzt sich diese Methode der politischen Auseinandersetzung wohl auf allen Seiten zunehmend durch. Interessant, daß es so klingt, als ob die Morddrohungen seit Merkels Anne-Will Gespräch am Sonntag gehäuft auftreten - war das etwa ein Fall von Hetze? Würde man sicher thematisieren, wenn es nach einem Gauland-interview passieren täte.

Ansonsten: Die Inzidenzen gehen wie erwartet hoch, schließlich wird intensiver denn je getestet, also sinkt die Dunkelziffer. Die Inzidenz liegt aber immer noch in der Größenordnung der Umgebung, und weit unter Bundesdurchschnitt (ist nur eben wegen der unterschiedlichen Testbasis nicht vergleichbar). Für verbliebene Problembereiche wie die nächtlichen Parties (wo das Testregime nicht greift) überlegt er sich schon Ausgangssperren. Und würden die Nachbarlandkreise ähnlich vorgehen, gäbe es auch kein "Testtourismus", wogegen er ja auch schon Mittel angekündigt hat. Für mich läuft das Modellprojekt im Rahmen der Erwartungen. Also wird überwacht, überlegt und adaptiert. Wenn Du darin jetzt ein scheitern siehst, fallen Deine Worte wohl auf Dich zurück:
Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1593364)
...laberst du einfach Müll.


iaux 30.03.2021 08:16

Ifo Institut

Die in der Gesamtzahl höhere Sterblichkeit während des bisherigen Verlaufs der Corona-Pandemie (KW11-KW48) ist zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auf den erwähnten Struktureffekt der Alterung zurückzuführen, denn der prozentuale Bevölkerungsanteil der Altersgruppe von 80 Jahren und mehr (die die höchste Sterblichkeit aufweist) ist zwischen 2016 und 2020 von 5,9% auf 7,0% gestiegen. Bei gleichen altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten wie im Durchschnitt der Jahre 2016-2019 wären in den KW11-KW48 bei der in 2020 bestehenden Altersstruktur der Bevölkerung zusammengenommen 840 Todesfälle je 100 000 Einwohner zu erwarten gewesen; tatsächlich waren es 821 Fälle je 100 000 Einwohner.

Rechnet man diesen Altersstruktureffekt heraus, so ist in der Summe also keine Übersterblichkeit festzustellen. Dies liegt vor allem daran, dass in den Sommermonaten eine „Untersterblichkeit“ bestand. Mehr Todesfälle als es aufgrund der veränderten Altersstruktur zu erwarten gewesen wäre gab es jedoch in der ersten Coronawelle (Maximum in KW15: 1,6 zusätzliche Todesfälle je 100 000 Einwohner) sowie in der KW33 (Hitzewelle: 2,6 zusätzliche Todesfälle). In der zweiten Welle ist ebenfalls eine erhöhte strukturbereinigte Sterblichkeit (1,4 zusätzliche Todesfälle je 100 000 Einwohner in KW48) festzustellen. Rund die Hälfte der aktuell vom Statistischen Bundesamt ausgewiesenen Zahl an zusätzlichen Todesfällen (2,9 Fälle je 100 000 Einwohner) ist also auf den Alterseffekt zurückzuführen; der „Corona-Effekt“ dürfte dementsprechend bei 1,5 Todesfällen je 100 000 Einwohnern liegen.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 00:37 Uhr.

Powered by vBulletin Version 3.6.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2024, Jelsoft Enterprises Ltd.