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aequitas 06.12.2020 14:07

Zitat:

Zitat von Lucy89 (Beitrag 1571332)
Ich zeig nicht mit dem Finger auf Kölner. Aber so weit ich weiß sind große Menschenansammlungen verboten (es hatte auch niemand eine Maske an). Ich kriege hier in der Kleinstadt halt nix davon mit, hier läuft sogar das Ordnungsamt rum und kontrolliert. Was ich gestern gesehen habe kann so nicht regelkonform sein.
Es war nicht meine Absicht jemanden an den Pranger zu stellen. Was will man schon machen in einer Großstadt, da ist ja immer alles überfüllt. Ich wollte lediglich ausdrücken, dass es mich überrascht hat- ich hab es mir einfach nicht so vorgestellt. Offenbar leben wir hier ein bisschen in einer Blase.

Das wäre ja was, wenn Söder heute das Spaziergehen im Park verbieten würde, da das zu Menschenansammlungen führt.

Ja, offenbar leben wir in unterschiedlichen Blasen, da sich das Leben in einer Großstadt fundamental von dem auf einem Dorf unterscheidet. In einer Großstadt leben nunmal sehr viele Menschen auf sehr wenig Raum und diese Menschen nutzen dann den noch begrenzereren Grünraum zur Erholung, da sonstige Freizeitangebote verboten sind (Hat der Schwarzfahrer ganz gut beschrieben). Bisher haben sich die Großstädte allerdings eher positiv entwickelt im Gegensatz zum ländlicheren Raum in Passau oder den ostdeutschen Regionen ...

Lucy89 06.12.2020 14:09

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1571331)
Klar, das kann nur als (möglichst einmalige) Notbremse eingesetzt werden, es ändert aber nichts auf lange Sicht.

Ich fürchte, das ist eine Nebenwirkung der Tatsache, daß praktisch alles, was als Freizeitbeschäftigung dienen kann, verboten wurde. Die Menschen gehen dann dahin, wohin es noch erlaubt ist; und da keiner ins Fitnesscenter, ins Kino, zum Bowling etc. gehen kann, und auch möglichst nicht im kleinen Wohnzimmer bei Freunden sitzen soll geht man halt raus, und füllt die Parks, Geschäfte, Fußgängerzonen. Leider findet nur eine Minderheit Spaß am einsamen Triathleten-Sport in der Natur als Freizeitbeschäftigung, weit weg von anderen Menschen.

Was ist daran makaber: es war schon immer so, daß überwiegend alte Menschen sterben (ca. 90 % der Toten wurde Ü65, ca. 75 % der Toten wurde Ü75).

Wie steht es denn darum? Ich sehe auch Defizite - aber möglicherweise andere als Du?

Wieso siehst Du es so negativ? Schon immer wurde gefragt, wenn einer vom Tod eines Angehörigen erzählt hat, wie alt der denn wurde. Ist für mich eine ganz normale Reaktion, wie auch eine gewisse "Trost", wenn derjenige nicht zu früh verstorben ist, sondern in einem Alter, in dem man sich mit dem Tod abfinden kann, weil man auf ein halbwegs erfülltes Leben zurückblickt (s. oben verlinkte Statistik). Für die meisten Menschen ist der Tod über 80 tatsächlich nicht annähernd so schlimm, wie unter 60.

Ja natürlich ist der Tod für Menschen Ü80 meistens wahrscheinlich weniger schlimm als für diejenigen U60. Dann bin ich vielleicht empfindlich, ich empfinde es einfach als unsensibel das Alter so hervorzuheben. Mir ist es im Zusammenhang mit Corona einfach besonders oft aufgefallen, dass das Alter als Rechtfertigung für den Tod dient. Für mich ist das wertend und das finde ich einfach nicht richtig.
Wenn in einem Seniorenheim plötzlich 10 Menschen versterben dann tut mir das weh, auch wenn die alle Ü80 waren und ich kann dann auch nicht sowas sagen wie "die haben ihr Leben gelebt"- dafür sind es einfach zu viele.

Vielleicht ist sich ja sogar ein großer Teil der (jüngeren) Bevölkerung dieser Problematik und der notwendigen Rücksichtnahme bewusst - möglicherweise werden mir zu viel die negativen Beispiele gezeigt anstatt die positiven. Social Media ist da beispielsweise sicher eine sehr schlechte Quelle.

Lucy89 06.12.2020 14:16

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1571334)
Das wäre ja was, wenn Söder heute das Spaziergehen im Park verbieten würde, da das zu Menschenansammlungen führt.

Ja, offenbar leben wir in unterschiedlichen Blasen, da sich das Leben in einer Großstadt fundamental von dem auf einem Dorf unterscheidet. In einer Großstadt leben nunmal sehr viele Menschen auf sehr wenig Raum und diese Menschen nutzen dann den noch begrenzereren Grünraum zur Erholung, da sonstige Freizeitangebote verboten sind (Hat der Schwarzfahrer ganz gut beschrieben). Bisher haben sich die Großstädte allerdings eher positiv entwickelt im Gegensatz zum ländlicheren Raum in Passau oder den ostdeutschen Regionen ...

Sieht gerade ein bisschen danach aus (Söder...), aber ja nur zwischen 21 und 5 Uhr, also Spazieren bei Tageslicht geht nach wie vor.

Ich hab nicht von spazieren geredet. Das sind ja üblicherweise Aktivitäten die man nicht in großen Gruppen ausübt. Sondern von Ansammlungen. Wofür macht man dann Regeln wenns keinen interessiert? Wenn 25 Personen im Park zusammenstehen dann soll das okay sein, nur weil die in der Großstadt leben? Nö. Dann brauchen wir auch keine 2-Haushalte-Regel. Bzw. dann müsste die angepasst werden an Großstädte wo man ja offenbar gar keine Möglichkeit hat, sich regelkonform zu verhalten wenn man das Haus verlässt.

Schön, dass sich die Zahlen dort trotzdem positiv entwickeln. Immerhin etwas.

aequitas 06.12.2020 14:38

Zitat:

Zitat von Lucy89 (Beitrag 1571337)
Sieht gerade ein bisschen danach aus (Söder...), aber ja nur zwischen 21 und 5 Uhr, also Spazieren bei Tageslicht geht nach wie vor.

Bayern nun wohl wieder mit allgemeiner Ausgangsbeschränkung. D.h. das Haus darf nur noch mit triftigem Grund verlassen werden (Arbeit, Einkauf, Arzt und hoffentlich/wahrscheinlich auch Sport/Spaziergänge).

:Maso:

qbz 06.12.2020 15:55

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1571313)
-------
Deshalb wiederhole ich mal wieder meine Meinung: das Ziel sollte von abstrakten, indirekten Themen wie "Virus besiegen", oder "Fallzahlen runter" auf pragmatischere Themen mit großer direkter Auswirkung auf die Zahl von schweren Fällen und Toten umgerichtet werden wie "Infektionen von Risikopersonen minimieren", "Patientenversorgung sicherstellen", "Vielfachinfektionen verhindern".

Entschuldige, ist das wirklich so schwer zu verstehen, nach fast einem Jahr Corona-Pandemie?

Es besteht ein relativ einfacher Zusammhang zwischen der Anzahl der Infizierten, der Patientienversorgung und der Sterberate in unseren westlichen Ländern bei einer bestimmten Altersstruktur. Wer das beharrlich nicht zur Kenntnis nehmen will, was nahmhafte Virologen und Epidemiologen gebetsmühlenartig wiederholen und Statistiken aus allen Ländern bestätigen, muss einfach mit vollen bis geschlossenen Krankenhäusern und steigenden Sterberaten rechnen und gibt dann noch implizit dem überforderten, überlasteten Personal, das keine zusätzlichen Stellen, aber mit Corona sehr viel mehr Arbeit hat, die Schuld, weil die Altenheim- und Pflegeheime nicht 100 % safe sind. Ausserdem herrscht, wie flachy ja auch beschrieb, neben den Heimen auch Personalnot in den Spitälern wegen Corona, weil sich natürlich unter den Beschäftigten (von Reinigung über Pflegekräfte, den Verwaltungen) auch Infektionen einstellen. Ausserdem belastet Corona die kleineren Spitäler finanziell, die deswegen schon Alarm geschlagen haben und manche führt es in die Insolvenz, kommen keine staatlichen Hilfen. Infolge der jetzigen Corona-Belegung und der Personalnot müssen ausserdem zahlreiche andere OP´s und andere Behandlungen zurückgestellt werden oder wegen geschlossenen Notaufnahmen weitere Einlieferungswege gefahren werden, was am Ende auch zu Toten führt.

Wir brauchen stabil niedrige Infektionszahlen, daran führt kein Weg vorbei und darauf sollte die gesamte Gesellschaft ihre volle Energie ausrichten, erst recht, wo die noch gefährliche Zeitspanne wegen der kommenden Impfungen (Risikogruppen und Beschäftigte in Heimen, Spitäler) nur noch auf ein paar Monate begrenzt ist. Alles andere erscheint mir als theoretische, abstrakte Luftnummer. Ohne den jetzigen Lockdown light wäre in meinen Augen einfach der jetzige Anstieg weitergegangen, wenn auch nicht alle Einschränkungen für sich betrachtet nicht als gleich wirkungsvoll eingeschätzt sein mögen, aber wer weiss das von uns Laien schon genauer. Insofern erscheint mir die heutige Entscheidung von Söder nur konsequent, er hat sie sicher auch in Absprache mit Fachleuten getroffen. Von Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern erwartet das aktuell wegen der dort niedrigen Infektionszahlen niemand, für Brandenburg und Berlin würde ich das auch begrüssen. Die beiden erstgenannten Bundesländern zeigen auf, dass man auch mit geringen Infektionen bis jetzt über den Winter kommen kann.

Ps: Ich habe gestern mit einer Verwaltungsleiterin eines kleinerenn Spitals der Caritas gesprochen, 30 Corona-Patienten, 7 Verstorbene deswegen bis jetzt. Vor 10 Tagen brachten Azubis (asymptomatisch infiziert) das Virus in den Spital, trotz 2x mal Tests für alle in der Woche. Folge: Krankenstand wegen Quarantäne usf. . Befürchtung: mögliche Insolvenz, sofern keine zusätzlichen Hilfen. Ausserdem: Mehrarbeit wegen Corona auch in der Verwaltung, Überstungen usf.

Ps.
Ich bin da voll auf Lucy89´s Seite und kann ihr Erstaunen über das Verhalten der Menschen und der Ordungsämter gut verstehen.

aequitas 06.12.2020 16:12

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571359)
Entschuldige, ist das wirklich so schwer zu verstehen?

Es besteht ein relativ einfacher, direkter Zusammhang zwischen der Anzahl der Infizierten, der Patientienversorgung und der Sterberate in unseren westlichen Ländern. Wer das nicht zur Kenntnis nehmen will, was nahmhafte Virologen und Epidemiologen gebetsmühlenartig wiederholen, muss einfach mit vollen bis geschlossenen Krankenhäusern und steigenden Sterberaten rechnen[.]

[...]

Ohne den jetzigen Lockdown light wäre in meinen Augen einfach der jetzige Anstieg weitergegangen, wenn auch nicht alle Einschränkungen für sich betrachtet nicht als gleich wirkungsvoll eingeschätzt sein mögen, aber wer weiss das von uns Laien schon genauer.

Der Zusammenhang der Infektions- und Todeszahlen ist eine Binsenweisheit und daraus folgt noch lange keine zwangsläufig notwendige Strategie.

Es gibt ebenso viele namhafte Virologen und Epidemiologen, die differenziertere Strategien fordern. Das alles zu wiederholen ist mühselig, da es hier schon oft genug gepostet wurde.

Und der letzte Punkt ist einfach faktisch falsch. Schon lange vor dem Lockdown haben freiwillige Verhaltensänderungen gewirkt und die Wirkung der Maßnahmen ab dem 02.11 können wahrscheinlich als eher marginal eingestuft werden.

Schwarzfahrer 06.12.2020 16:39

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571359)
Entschuldige, ist das wirklich so schwer zu verstehen, nach fast einem Jahr Corona-Pandemie?

Entschuldige, ist es so schwer einzusehen, daß die alleinige Fokussierung auf die Fallzahlsenkung zwar theoretisch ausreichen sollte, aber praktisch seit Monaten und in dem meisten Ländern eine zu geringe Wirkung zeigt auf die einzig wichtigen, wirklich harten Endpunkte (Anzahl schwer Erkrankter und Toter)? Fallzahlsenkung ist ein Beitrag, aber m.M.n. zu unspezifisch für die "Harten Endpunkte", um als Hauptfaktor allein behandelt zu werden.
Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571359)
Es besteht ein relativ einfacher, direkter Zusammhang zwischen der Anzahl der Infizierten, der Patientienversorgung und der Sterberate in unseren westlichen Ländern.

Dieser Zusammenhang ist vorhanden, aber er ist weder einfach noch direkt, sondern er kann stark beeinflusst werden.
Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571359)
Wer das nicht zur Kenntnis nehmen will, was nahmhafte Virologen und Epidemiologen gebetsmühlenartig wiederholen und Statistiken aus allen Ländern bestätigen, muss einfach mit vollen bis geschlossenen Krankenhäusern und steigenden Sterberaten rechnen und gibt dann noch implizit dem überforderten, überlasteten Personal, das keine zusätzlichen Stellen, aber mit Corona sehr viel mehr Arbeit hat, die Schuld, weil die Altenheim- und Pflegeheime nicht 100 % safe sind.

Nein, nichts ist 100 % safe; aber man kann die Altersheime um vielfaches sicherer machen, als andere Bereiche, wenn man die Energien darauf konzentriert, statt nur "gebetsmühlenhaft" die gleichen "alternativlosen" Vorstellungen zu Wiederholen, um kein Irrtum zugeben zu müssen. Die Statsitiken bestätigen diese Alternativlosigkeit nur begrenzt; sich Alternativen zu versperren verhindert zwar den Gegenbeweis, widerlegt diesen aber nicht.
Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571359)
... Personalnot in den Spitälern wegen Corona, ... Ausserdem belastet Corona die kleineren Spitäler finanziell, ... manche führt es in die Insolvenz, kommen keine staatlichen Hilfen. ...müssen ausserdem zahlreiche andere OP´s und andere Behandlungen zurückgestellt werden oder wegen geschlossenen Notaufnahmen weitere Einlieferungswege gefahren werden, was am Ende auch zu Toten führt.

Alles richtig, ist aber m.M.n. mitverursacht dadurch, daß neben der offenbar mäßig wirksamen Konzentration auf die Gießkannen-Methoden zur Verringerung der Positiv-Test-zahlen zu wenig zum wirklichen Schutz der Gefährdeten getan wurde (da immer als "nicht machbar", "wegsperren geht nicht" etc. abgetan). Diesen Zustand müsste man nicht haben. Aber mit der Gießkanne wird es schwer sein, da rauszukommen bevor die Epidemie von alleine abklingt (was noch viele Wochen dauern könnte).
Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571359)
Wir brauchen stabil niedrige Infektionszahlen, daran führt kein Weg vorbei und darauf sollte die gesamte Gesellschaft ihre volle Energie ausrichten, erst recht, wo die hoch gefährliche Zeitspanne wegen der kommenden Impfungen (Risikogruppen und Beschäftigte in Heimen, Spitäler) nur noch auf ein paar Monate begrenzt ist.

Das sehe ich anders. Die gesamte Gesellschaft muß sich auf den gezielten Schutz der am meisten Gefährdeten konzentrieren, sowie auf den möglichst maximalen Erhalt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, um nicht die mittelfristige wirtschaftliche Basis des Gesundheitssystems (Steuern und Beiträge von arbeitenden Menschen) zu gefährden. Die Hoffnung auf eine Begrenzung auf ein paar Monate in ehren; die Krankheit wird weiterhin da sein, im Winter mehr als im Sommer, und es ist noch lange unklar, wie gut die Impfungen tatsächlich helfen werden. Sich allein darauf zu verlassen ist so, wie letzten Sommer, als man sich darauf verließ, daß es schon gut gehen wird.
Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571359)
Alles andere erscheint mir als theoretische, abstrakte Luftnummer.

Für mich ist eher dieses Festhalten am alleinigen Ansatz der Fallzahlsenkung die viel zu theoretische Luftnummer.

Gelbbremser 06.12.2020 16:55

Glühweinspaziergang
 
https://www.rnz.de/nachrichten/heide...id,591115.html

Soviel zu Spaziergängen

aequitas 06.12.2020 17:20

Matthias Quent vom IDZ Jena auf Twitter einen Thread zum Zusammenhang von Corona-Inzidenz und AfD-Wahlergebnissen bei der Bundestagswahl 2017 erstellt. Natürlich kann daraus keine Kausalität gefolgert werden, aber als erster Ansatzpunkt für weitere Forschungsergebnisse sehr spannend, da die Analyse durchaus etwas tiefer taucht und Regressionsmodelle rechnet:

In den vergangenen Tagen gab es in den Medien und in der Politik Thesen darüber, dass Regionen besonders stark von #Corona belastet sind, in denen die #AfD besonders stark ist. Was ist da dran? Wir haben nachgerechnet.

qbz 06.12.2020 17:25

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1571378)
Der Zusammenhang der Infektions- und Todeszahlen ist eine Binsenweisheit und daraus folgt noch lange keine zwangsläufig notwendige Strategie.

Es gibt ebenso viele namhafte Virologen und Epidemiologen, die differenziertere Strategien fordern. Das alles zu wiederholen ist mühselig, da es hier schon oft genug gepostet wurde.

Und der letzte Punkt ist einfach faktisch falsch. Schon lange vor dem Lockdown haben freiwillige Verhaltensänderungen gewirkt und die Wirkung der Maßnahmen ab dem 02.11 können wahrscheinlich als eher marginal eingestuft werden.

Leider fordert Schwarzfahrer, diese Binsenwahrheit zu übergehen und meint, man könnte mit (beliebig?) hohen Infektionszahlen leben, ohne dass dadurch die Hospitalisationsrate oder Sterberate beeinflusst würde, weswegen ich mir erlaube, auf einfache Wahrheiten aufmerksam zu machen, auch wenn sie nicht allen in ihre Meinung passt.

Nein, Du liegst da falsch. Die gesetzlichen Kontaktbegrenzungen wurden erwartet, kamen ca. 2 Wochen zu spät, und die Menschen haben vorher schon angefangen, ihre Kontakte zu begrenzen oder sich besser zu schützen, was dann nur gesetzlich noch festgeschrieben wurde. So verhielt es sich in DE schon bei der ersten Welle ähnlich. Da wollten die Lockdown-Kritiker anschliessend wegen der Grafiken auch "weismachen", er wäre überflüssig gewesen, weil die Menschen schon vorher entsprechend reagiert hatten.

Du machst Dir aber selbst die Mühe, mache mich nicht dafür verantwortlich, niemand zwingt Dich zu einem Kommentar und ich hatte auf Schwarzfahrers Post geantwortet. Und diejenigen Epidemiologen, welche niedrige Infektionszahlen verlangen, fordern doch genauso einen Schutz der Risikogruppen. Ihnen wegen der Forderung nach Senkung der Infektionszahlen eine undifferenzierte Strategie vorzuwerfen, geht an deren Konzepte meilenweit vorbei.

Schwarzfahrer 06.12.2020 17:32

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1571427)
Matthias Quent vom IDZ Jena auf Twitter einen Thread zum Zusammenhang von Corona-Inzidenz und AfD-Wahlergebnissen bei der Bundestagswahl 2017 erstellt. Natürlich kann daraus keine Kausalität gefolgert werden, aber als erster Ansatzpunkt für weitere Forschungsergebnisse sehr spannend, da die Analyse durchaus etwas tiefer taucht und Regressionsmodelle rechnet:

Ich denke, eine solche Korrelation gewinnt an Aussagekraft in Richtung Kausalität, wenn sie erkennbar stärker ist als die Korrelation zu jeder anderen Partei-Anhängerschaft in der jeweiligen Region. D.h. eine seriöse Untersuchung hierzu müsste alle Parteien-Korrelationen untersuchen. Immerhin hat die soziologische Untersuchung, die ich zuletzt verlinkt habe, ergeben, daß die meisten Querdenker bisher grün oder links gewählt haben (21 und 17 %), AfD kommt erst an dritter Stelle (14 %) - auch wenn in Zukunft 30 % AfD wählen wollen.

qbz 06.12.2020 17:32

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1571395)
.....
Die Hoffnung auf eine Begrenzung auf ein paar Monate in ehren; die Krankheit wird weiterhin da sein, im Winter mehr als im Sommer, und es ist noch lange unklar, wie gut die Impfungen tatsächlich helfen werden. Sich allein darauf zu verlassen ist so, wie letzten Sommer, als man sich darauf verließ, daß es schon gut gehen wird.
.....

Nein, die Impfungen mit dem Sommer zu vergleichen, da würde Dir kein Virologe und kein Immunologe beipflichten. Prof. Guzman vom Helmholtz-Institut schreibt dazu allgemein:

Zitat:

Die Impfung ist die effizienteste Strategie zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten. Die Kunst des Impfstoffforschers besteht darin, Substanzen zu finden, die verhindern, dass wir an Krankheiten wie Influenza oder viraler Hepatitis erkranken.
https://www.helmholtz-hzi.de/de/fors...rlos-a-guzman/

aequitas 06.12.2020 17:44

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571432)
Leider fordert Schwarzfahrer dazu, diese Binsenwahrheit zu übergehen und meint, man könnte mit (beliebig?) hohen Infektionszahlen leben, ohne dass dadurch die Hospitalisationsrate oder Sterberate beeinflusst würde.

Nein, Du liegst da falsch. Die gesetzlichen Kontaktbegrenzungen wurden erwartet, kamen ca. 2 Wochen zu spät, und die Menschen haben vorher schon angefangen, ihre Kontakte zu begrenzen oder sich besser zu schützen, was dann nur gesetzlich noch festgeschrieben wurde. So verhielt es sich in DE schon bei der ersten Welle ähnlich. Da wollten die Lockdown-Kritiker anschliessend wegen der Grafiken auch "weismachen", er wäre überflüssig gewesen, weil die Menschen schon vorher entsprechend reagiert hatten.

Nein, Schwarzfahrer sieht es nur differenzierter als du. Es gibt eben keinen einfachen monokausalen Zusammenhang, sondern weitere Kennzahlen haben einen Einfluss auf diesen Zusammenhang.

Wo liege ich denn dann falsch? Eine offensichtlich freiwillige Kontakteinschränkung hat eingereicht, ohne dass Sanktionen etc. notwendig waren. Ich glaube, dass in diese Richtung viel mehr möglich ist, wenn die Menschen tatsächlich ernster genommen werden und getroffene Maßnahmen nachvollziehbar sein. Deshalb glaube ich, dass der Weg den Söder einschlägt definitiv der Falsche ist. Jetzt wieder dieses "Ausgehverbot" zu implementieren ist nichts als der feuchte autoritäre Wunsch des Königs Söders.

aequitas 06.12.2020 17:47

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1571435)
Ich denke, eine solche Korrelation gewinnt an Aussagekraft in Richtung Kausalität, wenn sie erkennbar stärker ist als die Korrelation zu jeder anderen Partei-Anhängerschaft in der jeweiligen Region. D.h. eine seriöse Untersuchung hierzu müsste alle Parteien-Korrelationen untersuchen. Immerhin hat die soziologische Untersuchung, die ich zuletzt verlinkt habe, ergeben, daß die meisten Querdenker bisher grün oder links gewählt haben (21 und 17 %), AfD kommt erst an dritter Stelle (14 %) - auch wenn in Zukunft 30 % AfD wählen wollen.

Das kann gut sein und da kann ich mir ebenso gut vorstellen, dass man in entsprechenden Gebieten im Allgäu oder auf der Schwäbischen Alb ähnliche Zusammenhänge feststellen kann. Für die Gebiete mit besonders starker Korrelation in der Analyse von Quent et al. gibt es sicherlich weitere Erklärungsvariablen, die untersucht werden müssen. Dazu steht ja bereits etwas in dem Thread. Und wie so oft bei soziologischen Fragestellungen gilt, dass es nie einen monokausalen Erklärungszusammenhang gibt, sondern es spielen eine Vielzahl an Faktoren mit rein, die fein säuberlich statistisch ausgewertet werden müssen.

tandem65 06.12.2020 17:49

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1571442)
Nein, Schwarzfahrer sieht es nur differenzierter als du. Es gibt eben keinen einfachen monokausalen Zusammenhang

Von einem Monokausalen Zusammenhang schreibt auch niemand.

Stefan 06.12.2020 17:50

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1571442)
....Jetzt wieder dieses "Ausgehverbot" zu implementieren ist nichts als der feuchte autoritäre Wunsch des Königs Söders....

Und wenn man dann im vorhin verlinkten FAZ-Artikel den Satz Vom 23. bis zum 26. Dezember sind demnach auch Treffen über die zwei Hausstände hinaus mit bis zu maximal zehn Personen – aus bis zu zehn Hausständen – gestattet. liest, dann kann muss man den Kopf schütteln. 10 Personen aus 10 Hausständen hört sich nach geeigneter Veranstaltung an, wenn man Corona maximal verbreiten will.

Im auch im Thread verlinkten RNZ-Artikel liest man von einer Party, wegen welcher die Jugendlichen jetzt mit Bussgeld zu rechnen haben und wegen der gegen den Hotelbetreiber ermittelt wird. Hätten sie nur an Weihnachten gefeiert. Party von Jugendlichen aufgelöst: Nach der Beschwerde einer Nachbarin wegen Lärms habe die Polizei in einem Hotelzimmer in der Weststadt sieben Jugendliche im Alter von 16 bis 21 Jahren aufgefunden, teilte ein Sprecher der Polizei am Samstag mit. Die Jugendlichen kamen demnach aus sechs verschiedenen Haushalten und hatten sich in der Nacht zu Samstag in dem Hotel eingemietet, um zu feiern. Mindestens drei weitere Teilnehmer der Party sind den Angaben nach noch vor Eintreffen der Polizisten aus einem Fenster geklettert und geflüchtet.

aequitas 06.12.2020 17:50

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1571448)
Von einem Monokausalen Zusammenhang schreibt auch niemand.

qbz schreibt von einem "einfachen, relativ direkten Zusammenhang". Das ist einfach falsch, da viel zu vereinfachend. Und genau diese einseitige Fokussierung steht uns im Überweinden der Pandemie eher im Weg, als dass sie uns weiterhilft, wie Schwarzfahrer richtigerweise erläutert hat.

qbz 06.12.2020 18:05

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1571442)
Nein, Schwarzfahrer sieht es nur differenzierter als du. Es gibt eben keinen einfachen monokausalen Zusammenhang, sondern weitere Kennzahlen haben einen Einfluss auf diesen Zusammenhang.

Wo liege ich denn dann falsch? Eine offensichtlich freiwillige Kontakteinschränkung hat eingereicht, ohne dass Sanktionen etc. notwendig waren. Ich glaube, dass in diese Richtung viel mehr möglich ist, wenn die Menschen tatsächlich ernster genommen werden und getroffene Maßnahmen nachvollziehbar sein. Deshalb glaube ich, dass der Weg den Söder einschlägt definitiv der Falsche ist. Jetzt wieder dieses "Ausgehverbot" zu implementieren ist nichts als der feuchte autoritäre Wunsch des Königs Söders.

Wie undifferenziert ist das denn, wenn man wörtlich fordert: "das Ziel muss von .... "Fallzahl runter" umgerichtet werden auf ....", also von nur einem Ziel ausgeht oder den von ihm Kritisierten unterstellt, sie hätten nur ein Ziel. Alle Virologen, Epidemiologen stellen fest: Hohe Infektionszahl --> höhere Sterbezahl in DE. (Natürlich spielen das Gesundheitssystem und die speziellen Präventionsmassnahmen sowie die Jahreszeit eine Rolle neben der Altersstruktur.) Und formulieren mit den Hygienemassnahmen multiple Ziele! Implizit verlangt Schwarzfahrer, die Gesellschaft möge sich mit den jetzigen oder noch höheren Infektionszahlen abfinden, was die Mehrzahl der Fachleute ablehnt.

Die Ankündigung der geplanten Kontaktbegrenzungen hat den Menschen signalisiert: "Die Lage ist ernst". Ein Verzicht hätte signalisiert: "Alles okay mit den Infektionszahlen".

Ausserdem war das Ordungsamt vollkommen überfordert gegen die zahlreichen Verstösse in den Städten vorzugehen und die Polizei musste jedes Wochenende Parties in den Parks auflösen etc. Beim Lockdown billigten die Gerichte die Massnahmen generell, vorher stellten sie oft "Ungleichbehandlung" fest und hoben spezifische Massnahmen deswegen wieder auf.

Was die Sterbezahlen betrifft, haben wir selbst als Laien in diesem Forum vor dem Lockdown aufgrund des exponentiellen Anstiegs der Infektionszahlen prognostiziert, dass die damalige relativ niedrige Sterblichkeit und die Hospitalisierungsrate sich in einigen Wochen ändern wird, die Raten ansteigen und leider traf diese Prognose exakt ein, was aber wirklich kein spezielles Fachwissen erforderte.

Stefan 06.12.2020 18:09

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571460)
Die Ankündigung der kommenden Kontaktbegrenzungen hat den Menschen signalisiert: "Die Lage ist ernst". Ein Verzicht hätte signalisiert: "Alles okay, mit den Infekiontszahlen".

10 Personen aus 10 Haushalten in Bayern über Weihnachten mit Söders Begründung, dass Bayern ein christlich geprägtes Familienland sei ist IMHO kein "Die Lage ist ernst"-Signal.

tandem65 06.12.2020 18:41

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1571451)
qbz schreibt von einem "einfachen, relativ direkten Zusammenhang". Das ist einfach falsch, da viel zu vereinfachend.

Es ist falsch das schlicht als falsch zu bezeichnen.
Da vereinfachst Du zu sehr.
Ein relativ direkter Zusammenhang ist eben keine Monokausale Erklärung.
Es ist ebenso Falsch und vereinfachend wie qbz korrekt schreibt, den Politikern & Virologen zu unterstellen sie hätten lediglich das eine Ziel die Fallzahlen runter zu bekommen.

aequitas 06.12.2020 18:50

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1571483)
Es ist ebenso Falsch und vereinfachend wie qbz korrekt schreibt, den Politikern & Virologen zu unterstellen sie hätten lediglich das eine Ziel die Fallzahlen runter zu bekommen.

Nein, das ist das einzige Ziel. Wurde übrigens genauso oft von namhaften Virologen und Epidemiologen kritisiert.

tandem65 06.12.2020 19:00

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1571490)
Nein, das ist das einzige Ziel. Wurde übrigens genauso oft von namhaften Virologen und Epidemiologen kritisiert.

Es ist richtig daß das von vielen kritsiert wird/wurde daß das dem so wäre.
Dadurch wird die Aussage noch nicht richtiger.

Schwarzfahrer 06.12.2020 19:22

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571460)
Wie undifferenziert ist das denn, wenn man wörtlich fordert: "das Ziel muss von .... "Fallzahl runter" umgerichtet werden auf ....", also von nur einem Ziel ausgeht oder den von ihm Kritisierten unterstellt, sie hätten nur ein Ziel. Alle Virologen, Epidemiologen stellen fest: Hohe Infektionszahl --> höhere Sterbezahl in DE.

Der letzte Satz stimmt, ist aber noch keine Zielformulierung - es ist einfach ein festgestellter Zusammenhang. Ich kann aber in der öffentlich präsentierten Strategie oder ihre Begründungen nichts erkennen, was nicht die Senkung der Positiv-Test-Zahlen als zentrales Ziel und Bedingung für jegliche Änderung formulieren würde. Also ist es für mich höchst undifferenziert. Ich empfehle andere Ziele (übrigens mehr als eines, und meine Liste könnte ich noch ergänzen), was nicht heißt, daß gewisse Maßnahmen zur Infektionsverhinderung nicht auch notwendig sind (aber eben nur die wirklich großen Effekte lohnen sich, z.B. die von hein zitierten 40 % angehen). Wenn dir das undifferenzierter ist, als die aktuelle Linie, tut es mir Leid, ich habe es schon zu oft erklärt, um ganz von vorne anzufangen.
Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571460)
Und formulieren mit den Hygienemassnahmen multiple Ziele!

Sorry, hier spricht der Methodiker: Hygienemaßnahmen sind keine Ziele, sie sind Maßnahmen, die zum erreichen eines bestimmten Zieles eingesetzt werden.
Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571460)
Implizit verlangt Schwarzfahrer, die Gesellschaft möge sich mit den jetzigen oder noch höheren Infektionszahlen abfinden, was die Mehrzahl der Fachleute ablehnt.

Nicht ganz präzise. Ich verlange nicht, daß man sich komplett abfindet - aber ich bin sicher, daß mit anderer Zielsetzung auch relativ hohe Infektionszahlen ihren Schrecken verlieren, akzeptabel werden und nicht mehr zum Mittelpunkt der täglichen Angst-Nachrichten werden, wenn sie durch gezieltere Schutzmaßnahmen für die Risikopersonen im Endeffekt zu weniger Schwerkranken und Tote führen, also wenn bessere harte Endpunkte vorliegen.
Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571460)
Ausserdem war das Ordungsamt vollkommen überfordert gegen die zahlreichen Verstösse in den Städten vorzugehen und die Polizei musste jedes Wochenende Parties in den Parks auflösen etc. Beim Lockdown billigten die Gerichte die Massnahmen generell, vorher stellten sie oft "Ungleichbehandlung" fest und hoben spezifische Massnahmen deswegen wieder auf.

Die Durchsetzung und Überprüfung von vielen Lockdown-Maßnahmen, gerade was den Privatbereich mit höchstem Übertragungsrisiko angeht, ist weiterhin nur begrenzt möglich. Daher sind die Erwartungen an den Erfolg möglicherweise höher, als was rauskommen kann. U.a. auch deshalb halte ich es für ineffektiv, zentral auf diese eine Schiene der flächendeckenden Infektionsverhinderung zu setzen.

qbz 06.12.2020 19:34

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1571516)
.....
Sorry, hier spricht der Methodiker: Hygienemaßnahmen sind keine Ziele, sie sind Maßnahmen, die zum erreichen eines bestimmten Zieles eingesetzt werden.
.....

Sorry, Erbsenzählerei. Hinter den Hygienemassnahmen stehen natürlich Ziele, wie Du es auch so verstanden hast und wie ich es gemeint habe. D.h. das Argument, dass tatsächlich "multiple Ziele" von den Fachleuten und der Politik verfolgt werden, kann Dein Einwand ja nicht enkräften. Z.B. das Ziel des speziellen Schutzes der Risikogruppen führt zu den in den Heimen und Spitäler angewendeten Hygienemassnahmen. Du stelltst beharrlich auch im letzten Post in der Kritik gegenüber: Politik: Nur 1 Ziel und Infektionsreduktion versus Deine Ansicht. Das finde ich eine verzerrte Darstellung der Realität, angesichts der vielfältigen Massnahmen in den Altenheimen, Spitäler etc.

qbz 06.12.2020 19:41

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1571516)
......
Nicht ganz präzise. Ich verlange nicht, daß man sich komplett abfindet - aber ich bin sicher, daß mit anderer Zielsetzung auch relativ hohe Infektionszahlen ihren Schrecken verlieren, akzeptabel werden und nicht mehr zum Mittelpunkt der täglichen Angst-Nachrichten werden, wenn sie durch gezieltere Schutzmaßnahmen für die Risikopersonen im Endeffekt zu weniger Schwerkranken und Tote führen, also wenn bessere harte Endpunkte vorliegen.
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Das ist ein Wunschtraum, der nirgendwo, ich wiederhole: nirgendwo auf der Welt bisher gelungen ist. Deswegen empfiehlt diesen Weg auch kaum jemand unter den Fachleuten, zum Glück.

ThomasG 06.12.2020 19:47

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1571300)
Dann noch von Unfairness Dir gegenüber zu schreiben, naja.
Wenn Du wirklich niemanden schaden möchtest, wie Du immer wieder gerne schreibst, dann wäre ein erster großer Schritt hier keine Links zu den Urhebern Deiner Zweifel zu posten und am wichtigsten, eben keine dieser Links selbst mehr anzuschauen.:Huhu:

Zum Teil kann ich Deiner Argumentation durchaus was abgewinnen, aber zum Teil auch nicht.
Ich habe mal auf ein Video von Clemens Arvay verlinkt, der sich sehr mit der Impfstoffproblematik in Bezug auf das neue Coronavirus beschäftigt hat.
Der Mann ist weder Virologe noch Immunologe oder hat eine andere ähnliche Qualifikation, aber er hat immerhin im Rahmen seiner Ausbildung Wissen im Bereich Biologie vermittelt bekommen.
Er betonte mehrfach, dass er keineswegs ein grundsätzlicher Impfgegner oder -skeptiker ist und ist bemüht sich so zu verhalten, dass man ihn nicht einfach so mit dem Schlagwort "Verschwörungstheoretiker" brandmarken sollte meiner Meinung nach.

Mir war das so zwar nicht bewusst, wie Wissenschaftler untereinander konkurieren und sich sozusagen gegenseitig begutachten.
Dankbar bin ich durchaus dafür, dass man mir hier das öfter näher gebracht hat.
Mehrfach wäre hier nicht nötig gewesen meiner bescheidenen Ansicht nach.
Ich habe das durchaus schnell aufgenommen.
Abhängigkeiten gibt es aber meiner Meinung nach trotzdem und es kann auch so etwas wie Cliquenbildung u.ä. auftreten denke ich.
Mir kann keiner erzählen, dass es gar keinen Einfluß auf ihn als Wissenschaftler hat, wenn er meint zu erkennen der und der oder die und die können ihm beispielsweise dazu verhelfen in der "Hierarchie" unter den Wissenschaftlern aufzusteigen.

merz 06.12.2020 19:52

Kurz und deutlich: dieser Arvey ist ein interessierter Laie, er versteht mehr von YT als von Viren und Impfstoffentwicklung - Zeitverschwendung.

M.

tandem65 06.12.2020 19:58

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1571529)
Zum Teil kann ich Deiner Argumentation durchaus was abgewinnen, aber zum Teil auch nicht.
Ich habe mal auf ein Video von Clemens Arvay verlinkt, der sich sehr mit der Impfstoffproblematik in Bezug auf das neue Coronavirus beschäftigt hat.
Der Mann ist weder Virologe noch Immunologe oder hat eine andere ähnliche Qualifikation, aber er hat immerhin im Rahmen seiner Ausbildung Wissen im Bereich Biologie vermittelt bekommen.

Worauf willst Du damit hinaus?
Daß Du auch schon mal ein Video verlinkt hast was kein Bullshit war?
Womit ich jetzt keine Aussage über das von Dir angesprochen Video mache.

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1571529)
Dankbar bin ich dafür, dass man mir hier das mehrfach näher gebracht hat, dass sich Wissenschaftler sozusagen gegenseitig begutachten.
Mehrfach wäre hier nicht nötig gewesen meiner bescheidenen Ansicht nach.
Ich habe das durchaus schnell aufgenommen.

Das mag schon sein, aber dann auch ebenso schnell wieder vergessen.
Daher ist es ja offensichtlich ständig/mehrfach nötig Dir das zu vermitteln.
By the way, bescheiden ist die Ansicht nicht daß Du das nicht mehrfach benötigt hättest.

Helios 06.12.2020 19:59

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1571516)
..............
- aber ich bin sicher, daß mit anderer Zielsetzung auch relativ hohe Infektionszahlen ihren Schrecken verlieren, akzeptabel werden und nicht mehr zum Mittelpunkt der täglichen Angst-Nachrichten werden, wenn sie durch gezieltere Schutzmaßnahmen für die Risikopersonen im Endeffekt zu weniger Schwerkranken und Tote führen, also wenn bessere harte Endpunkte vorliegen.
...................

Das ist ein theoretischer Ansatz eines Kopfmenschen - die Zeit für Experimente ist bereits abgelaufen.

Bei uns im Landkreis steht nur noch 1 Bett zur Verfügung - ich erwarte, dass man die 80igjährigen gar nicht mehr einliefert, sondern zuhause sterben lassen wird.

Ich verweise auf das Divi-Register https://www.intensivregister.de/#/ak...artenansichten - dort kann man auf die Landkreisfelder klicken und sich über seinen Landkreis/Wohnort informieren.

ThomasG 06.12.2020 20:06

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1571535)
Worauf willst Du damit hinaus?
Daß Du auch schon mal ein Video verlinkt hast was kein Bullshit war?
Womit ich jetzt keine Aussage über das von Dir angesprochen Video mache.

Ich kann verstehen, dass man sich aufregt mit Videos von Leuten konfrontiert zu werden, von denen man annimmt, sie könnten Menschen dazu verleiten sich unsozial und unveratwortlich zu verhalten und sich nicht darum zu kümmern, dass sie andere nicht mit dem neuen Coronavirus anstecken können.
Mehrfach habe ich betont, dass ich mich so verhalte, als hätte ich keinerlei Zweifel.
C. Arvay ist kein Mensch, der andere dazu verleiten will, sich unverantwortlich zu verhalten in dem Sinne, wie ich es in meinem ersten Satz formulierte, jedenfalls ist das mein Eindruck.

aequitas 06.12.2020 20:10

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1571542)
...

Muss dieses Forum eigentlich als deine persönliche Therapeuten-Stunde dienen? Du führst hier teilweise ellenlange Dialoge/Monologe, die mittlerweile überhaupt nichts mehr mit dem Thema zu tun haben. Wirklich viel Inhalt ist da sonst auch nicht dabei, da du Beiträge entweder nicht fertig liest oder siehst und zu müde bist, dich zu beteiligen ...

tandem65 06.12.2020 20:18

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1571542)
Ich kann verstehen, dass man sich aufregt mit Videos von Leuten konfrontiert zu werden, von denen man annimmt, sie könnten Menschen dazu verleiten sich unsozial und unveratwortlich zu verhalten und sich nicht darum zu kümmern, dass sie andere nicht mit dem neuen Coronavirus anstecken können.
Mehrfach habe ich betont, dass ich mich so verhalte, als hätte ich keinerlei Zweifel.
C. Arvay ist kein Mensch, der andere dazu verleiten will, sich unverantwortlich in dem Sinne, wie ich es in meinem ersten Satz formulierte, jedenfalls ist das mein Eindruck.

Ich stelle fest, Du bleibst dabei zu behaupten daß da unter den vielen Bullshit Videos die Du gepostet hast eines ist, das lediglich Hundekacke ist, doch bitte zu würdigen ist.
Desweiteren bleibst Du dabei Leuten die auf Youtube in sympathischer weise Kacke erzählen mehr zu vertrauen als den sich gegenseitig kontrollierenden Wissenschaftlern.
Darüberhinaus stelle ich erstaunt fest daß Du plötzlich keinerlei Zweifel hast an Deinen Erkenntnisen.
Ich stelle fest daß Deine Lernkurve mal wieder steil ist.:(

ThomasG 06.12.2020 20:21

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1571552)
Darüberhinaus stelle ich erstaunt fest daß Du plötzlich keinerlei Zweifel hast an Deinen Erkenntnisen.

Ich schrieb sinngemäß, dass ich mich so verhalte, als hätte ich keinerlei Zweifel.

tandem65 06.12.2020 20:33

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1571553)
Ich schrieb sinngemäß, dass ich mich so verhalte, als hätte ich keinerlei Zweifel.

Ja, das ist total super, überzeugt aufzutreten ohne Grundlage.:Nee: :Maso:

ThomasG 06.12.2020 20:37

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1571558)
Ja, das ist total super, überzeugt aufzutreten ohne Grundlage.:Nee: :Maso:

Ich gehe hier weg.
Das was hier abgeht, empfinde ich als Mobbing.

Schwarzfahrer 06.12.2020 20:39

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1571536)
Das ist ein theoretischer Ansatz eines Kopfmenschen - die Zeit für Experimente ist bereits abgelaufen.

Kopf einsetzen ist also für Dich nicht das Richtige - sorry, für emotionale Entscheidungen bin ich nicht zuständig. Es wurde allerdings sehr viel Zeit vertrödelt mit einem einzige Ansatz, dessen Effektivität zumindest diskutabel ist. Aber es gibt m.W. keinen Stichtag, ab dem keine neuen Ideen mehr zugelassen oder umsetzbar sind.
Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1571536)
Bei uns im Landkreis steht nur noch 1 Bett zur Verfügung - ich erwarte, dass man die 80igjährigen gar nicht mehr einliefert, sondern zuhause sterben lassen wird.

Ich verweise auf das Divi-Register https://www.intensivregister.de/#/ak...artenansichten - dort kann man auf die Landkreisfelder klicken und sich über seinen Landkreis/Wohnort informieren.

Kenne ich. Deutschland ist groß genug, um noch einige Zeit lang die in anderen Krankenhäusern verfügbaren Kapazitäten mit zu nutzen. Es sieht ja nicht überall gleich übel aus. Und in dieser Zeit wäre sehr wohl die Möglichkeit da, die Strategie zu ändern, und neue Ideen und Aspekte aufzunehmen. Am können liegt es nicht. Übrigens: in manchen Fällen ist u.U. das Risiko, die Krankheit zu Hause durchzumachen nicht höher als im Krankenhaus - wenn man das zusätzliche Infektionsrisiko im Krankenhaus betrachtet (daran starb der bisher einzige Corona-Kranke Senior in meinem weiteren Bekanntenkreis).
Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1571526)
Das ist ein Wunschtraum, der nirgendwo, ich wiederhole: nirgendwo auf der Welt bisher gelungen ist. Deswegen empfiehlt diesen Weg auch kaum jemand unter den Fachleuten, zum Glück.

Das ist das stärkste Argument, kenne ich aus langjähriger Erfahrung: Das haben wir noch nie so gemacht, das haben wir schon immer anders gemacht. Ansonsten: wie definierst Du gelungen? Meine Definition wäre: gelungen ist, wenn ein Zustand gefunden wird, in dem die Gesellschaft möglichst viel Normalität beibehält und die Anzahl der Kranken noch vom Gesundheitssystem behandelbar bleibt, und die Anzahl der Toten in der Größenordnung von sonstigen saisonalen Übersterblichkeiten bleibt - und wenn die Gesellschaft die dafür nötigen Maßnahmen akzeptiert und ohne Zwang unterstützt.

tandem65 06.12.2020 20:40

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1571562)
Ich gehe hier weg.
Das was hier abgeht, empfinde ich als Mobbing.

Sollen wir Dir auf die Schultern klopfen für Deine klasse Links?

pepusalt 06.12.2020 20:43

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1571562)
Ich gehe hier weg.
Das was hier abgeht, empfinde ich als Mobbing.

Auf die Idee, dass Du Dir selber die Eselsohren aufgezogen hast, kommst Du nicht?

Schwarzfahrer 06.12.2020 20:49

Ich bin nicht allein mit meiner Meinung, daß der Schutz der wirklich gefährdeten offensichtlich vernachlässigt wird:
Zitat:

„Die Sterblichkeit ist ein Qualitätsindikator für die Gesamtpolitik“, so formuliert es mit Engelsgeduld der Virologe Alexander Kekulé immer und immer wieder.
Zitat:

im zentralen Fokus der Landespolitik stehen die Heime nicht, auch nicht in Bayern, obwohl dort jetzt mehr getan werden soll und die Heime als besonderer Hotspot bezeichnet werden. Ausgangssperren für alle stehen auf der Tagesordnung. „Es geht um das Thema Kindergarten und Schule“, sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, „es geht darum, möglicherweise Geschäfte zu schließen.“
Zitat:

Dazu passt ein furchtbarer, fast zynischer Begriff, den ein bekannter Epidemiologe in die Welt gesetzt hat. Er beschreibt eine Politik, die nur steigende Infektionszahlen anerkennt, aber die Alten nicht schützt und die Sterbenden und die Toten nicht sieht. Von „kalter Herdenimmunität“ ist die Rede. Denn wer tot ist, steckt niemanden mehr an.

LidlRacer 06.12.2020 20:53

Anstrengende Diskussion hier, aus der ich mich heute mal rausgehalten habe.
Gebe aber zu Protokoll, dass ich - nicht ganz überraschend - gbz und tandem zustimme.

Die neuen Maßnahmen in Bayern erscheinen mir sinnvoll, und ich hoffe, dass sie zügig von möglichst vielen Bundesländern übernommen werden.


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