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Nepumuk 06.04.2021 10:39

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1594467)
Ein Grundrecht auf Urlaub abzusprechen aber schließt Verbote mit ein.

Das stimmt eben nicht. Es gibt kein Grundrecht auf Urlaub, daher kann da auch nichts verboten werden.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1594467)
Das Wort habe ich auch nicht benutzt; auf Parallelen zu bekannten Diktaturen hinzuweisen, als möglichen Endpunkt solcher Überlegungen zu Grundrechtseinschränkungen finde ich aber nicht unpassend.

Und solche Schritte müssen wohl überlegt sein, um nicht eine Grenze zu überschreiten.

Auch wenn du es noch so oft wiederholst, bleibt es eben doch unrichtig. Es geht beim Klimaschutz nicht um Grundrechtseinschränkungen, da es das von dir postuliere Grundrecht nicht gibt.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1594467)
Der große Unterschied ist, daß Schadstoffe, die begrenzt wurden, immer spezifisch für bestimmte einzelne Industrieprozesse waren, und somit die Beschränkung auf einzelne Bereiche begrenzt blieb, jeweils mit ausreichenden Alternativlösungen.

Das stimmt so auch nicht. Durch die Verbote von Schadstoffemissionen wurden die Alternativen überhaupt es entwickelt und immer weiter verbessert. Z.B. fahren heutige Verbrenner trotz aufwendiger Abgasreinigung deutlich besser als kat-lose Fahrzeuge aus den 70er und 80er Jahren. Ohne politische Vorgaben, wäre der Katalysatoren und Abgasreinigung trotzdem nicht flächendenkend eingesetzt worden.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1594467)
CO2-Produktion ist inherent für so gut wie alle menschlichen Tätigkeiten, und somit wird durch die Erklärung von CO2 zum Schadstoff menschliches Handeln, ja menschliches Leben und streben nach Wohlstand zur Sünde stigmatisiert.

Du könntest es dir im Verständnis etwas leichter machen, indem du zwischen natürlichen und technischen CO2-Emissionen unterscheidest. Natürliche CO2-Emission sind unvermeidlich und tatsächlich inhärent. Technische CO2-Emission, z.B. aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe, sind dagegen problematisch, da sie in großer Menge das Klima zu unseren Ungunsten verändern. Daher müssen wir zum Schutz unserer Lebensgrundlage die technischen CO2-Emissionen deutlich herunterfahren - am besten auf Null.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1594467)
Ansonsten sehe ich, was Du als Bürgerpflicht beschreibst, bisher höchstens als moralischen Orientierungspunkt, wenn man entsprechende Prioritäten akzeptiert.

Da sind wir halt wieder beim Egoismus. Mir doch egal, wenn das Klima kaputt geht.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1594467)
Ich bin gespannt, ob jemals die Nutzung von batteriebetriebenen Elektroautos per Gesetz zur Bürgerpflicht erklärt wird, oder ob sich doch eine technologieoffene Entwicklung ergibt, die verschiedene Lösungen für ressourcenschonendes Reisen ergibt und entsprechende Wahlfreiheit ermöglicht.

Natürlich hast du die Wahl. Du kannst auch mit der Bahn fahren.
Im motorisierten Individualverkehr ist aber das BEV derzeit die einzige verfügbare klimaschonende Technologie. Womöglich kannst du dir 2050 auch ein Wasserstoff-Auto kaufen oder deinen Diesel-Oldtimer mit Synfuels betanken, wenn wir die dafür benötigten riesigen Ökostrom-Kapazitäten aufgebaut haben und der Flugverkehr noch was übrig lässt.
Aber bis dahin ist das BEV eben die einzige realistische Option zur CO2-Reduktion im Autoverkehr.

Matthias75 06.04.2021 11:10

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1594467)
Passend dazu der nächste Artikel im Spiegel (um zum Threadinhalt zurückzukehren):

Das Thema Geschwindigkeit vs. Reichweite hatten wir hier doch schon öfter. Wenn der Autor der Meinung ist, mit 190 „entspannt dahingleiten“ zu müssen, darf er sich über eine stark reduzierte Reichseite nicht wundern. Bei gemäßigterer Fahrweise wäre die reine Fahrzeit etwas länger gewesen, dafür hätte er sich vielleicht einen Ladestop erspart.

Hatten wir ja auch öfter diskutiert: E-Mobilität erfordert imdrnken, auch bei der Fahrweise. Aber dann müsste man sich ja fragen, wieso man einen Porsche fährt, denn “welcher Porschefahrer gibt sich schon mit 120 Sachen zufrieden?“ Komisch, dass das Argument immer in Zusammenhang mit Sportwagen kommt. Als Kombi-/Minivan-Fahrer überlege ich auch nicht ständig, wo ich einen Kühlschrank oder fünf Mitfahrer herbekomme.

M.

pepusalt 06.04.2021 11:48

Den Spiegel Porsche Zagreb Artikel wollte ich auch schon verlinken.

Ja, wieder ein Beispiel wie man es nicht macht.
Die traumatische Ladeleistung von 270kW wird faktisch nie erreicht, und somit sind die 22,5 Minuten von 5 auf 80% Wolkenmalerei. Muss mal nachrechnen, die kritisierte Lade-Fahrleistung dürfte nicht wirklich höher sein als mein Citigo eiV.

Irgendwie auch klar, dass man mit sportlichem Porsche Fahrstil auf Fernfahrten halt genau so scheitert. Das kann man am WE machen auf dem Weg im 200km Umkreis, aber sicher nicht nach Zagreb und dann scheitern, weil man sich nicht mit 120 (vor der Grenze) zufrieden gibt. Der Verbrauch geht halt hoch³ mit der Geschwindigkeit hoch.

Ich muss da auch mal eine Lanze für die Tesla-Fahrer brechen.
Ich hab lange die Teslas als unsinniger protziger Weg der Elektromobilität eingeschätzt. Und Elon Musk mag ich ja auch überhaupt nicht.

Die Teslas und die FahrerInnen die ich kennengelernt habe, sind aber angenehm nett und umgänglich gewesen. Mir ist noch nie ein rasender Tesla aufgefallen, im Gegenteil, meist rücksichtsvoll. Und mit 130 unterwegs und auch einem eiV zuwinkend und daumnen hochhaltend.
Ich sehe mittlerweile das sportliche flache Design anders und zwar als technisches 'Muß' für weite Reichweiten.
Tesla war auch von Anfang an dabei die Ladeinfrastrukrur für ihre Teslas umzusetzen.
Den Weg, mit dem da Porsche und Benz mit ihren neuen Luxusschlitten Tesla entgegensetzen wollen ist fraglich. Und sich dann nicht um flächendeckende Lademöglichkeiten zu kümmern, da kommt man dann mit dem Porsche nur mit Tricks und Mühe nach Zagreb.

E-Mobilität geht anders.

Schwarzfahrer 06.04.2021 11:49

Zitat:

Zitat von Nepumuk (Beitrag 1594485)
Das stimmt eben nicht. Es gibt kein Grundrecht auf Urlaub, daher kann da auch nichts verboten werden.

Hä? Worauf ich kein Recht habe, kann mir auch nicht verboten werden? Wenn ich aber ein Grundrecht hätte, dann könnte es verboten werden? Die Logik verstehe ich nicht.
Zitat:

Zitat von Nepumuk (Beitrag 1594485)
Es geht beim Klimaschutz nicht um Grundrechtseinschränkungen

Echt jetzt? Dafür habe ich schon einige Stimmen vernommen, die meinten, wenn wegen Corona die Grundrechte eingeschränkt werden konnten, solle das doch auch für den Klimaschutz möglich sein...
Zitat:

Zitat von Nepumuk (Beitrag 1594485)
Das stimmt so auch nicht. Durch die Verbote von Schadstoffemissionen wurden die Alternativen überhaupt es entwickelt und immer weiter verbessert. Z.B. fahren heutige Verbrenner trotz aufwendiger Abgasreinigung deutlich besser als kat-lose Fahrzeuge aus den 70er und 80er Jahren. Ohne politische Vorgaben, wäre der Katalysatoren und Abgasreinigung trotzdem nicht flächendenkend eingesetzt worden.

Man hat aber die Kats erst vorgeschrieben, als die Technologie verfügbar und ausgereift war, und sie hat keine der Grundfunktionen des Autos nennenswert beeinträchtigt. Die Energiewende wurde gestartet und vorangetrieben ohne die notwendige Technik (vor allem grundlastfähige Speicher) überhaupt in Aussicht zu haben.
Zitat:

Zitat von Nepumuk (Beitrag 1594485)
Du könntest es dir im Verständnis etwas leichter machen, indem du zwischen natürlichen und technischen CO2-Emissionen unterscheidest.

Natürlich ist für den Menschen nur das Ausatmen. Seit der Erfindung des Feuers produziert der Mensch technisch CO2. Holz Verheizen ist auch nur auf dem Papier Klimaneutral, denn die abgeholzten Wälder (Istrien, England, ...) haben sehr wohl tiefgreifende Änderungen von Klima, Umwelt, Lebensbedingungen bewirkt. Jeder Eingriff in die Natur hat Folgen, und Klima ist nicht das einzige Gut, das wir berücksichtigen müssen. Null CO2 Emission ist ohne Rückkehr auf den Baum unrealistisch.
Zitat:

Zitat von Nepumuk (Beitrag 1594485)
Im motorisierten Individualverkehr ist aber das BEV derzeit die einzige verfügbare klimaschonende Technologie.

Mag sein (vorausgesetzt es wird entsprechend betankt). Aber diese Technologie ist nun mal nicht für alle Anwendungen, für die die Verbrenner geeignet sind, gleichwertig funktional, also ist es kein vollwertiger Ersatz, sondern eine gute Option für bestimmte Nutzerprofile. Für andere kann man es schönreden, aber es hat eben seine Grenzen. Richtig (d.h. für die passende Anwendung) eingesetzt leistet es einen Beitrag zur CO2-Reduktion. Flächendeckend zur alternativlosen Pflicht gemacht führt es zu einer Verschlechterung der verfügbaren Funktionalität für viele Nutzer.

TriVet 06.04.2021 12:07

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1594467)
Passend dazu der nächste Artikel im Spiegel (um zum Threadinhalt zurückzukehren)

Interessehalber mal im weiter oben verlinkten abrp eingegeben:
ergibt 550km distanz, 5h15min reine fahrzeit und 42min laden (1x7min von 81% auf 87% und 1x 34min von 11% auf 76%).
scheint mir realistisch. auch wenn ich die 81 auf 87 nicht verstehe.
mit meinem alten citroen hätte vermutlich unter 5h in einem rutsch geschafft.
macht also eine gute stunde mehr. das ist/waere es mir wert

der artikel des laut selbsaussage bekennende e-auto-skeptiker bietet einerseits sicher berechtigte kritikpunkte (zB das abrechnungswirrwarr mit den diversen lade-apps/-karten und dem wohl sehr variablen wartungszustand der ladesäulen -geht gar nicht/geht nicht schell etc.), aber auch einige ansätze ihn zu widerlegen, zB soll in ganz münchen Kein Schnellader verfügbar sein?!?
Und dass der luftwiderstand samt dem resultierenden verbrauch exponentiell steigt, ist nicht unbedingt neu. wenn ich meinen citroen mit 190km/h fliegen lasse, nimmt sich der verbrenner auch sehr viel deutlich mehr von dem guten stöffchen. :cool:

pepusalt 06.04.2021 12:12

Ich hab mal die München-Zagreb Fahrt mit meinem eiV nachgerechnet.

https://abetterrouteplanner.com/?pla...c-84c90f9246df

583km (gleiche Route)
4 Ladestops 35kW
Fahrzeiten 6h4'
Ladezeiten 2h24'
Gesamt 8h28'
Aufgrund meiner Zürichfernfahrt halte ich das für technisch realistisch. Und ich glaube auch dass meine Ladekarten im Ausland gut gehen (ENBW/ADAC und charge&fuel kommt noch) und 35kW CCS-Typ2 ist überall der Schnelladestandard.

Zurück zum Porschefahrer des Spiegel-Berichts, der hat nörgelnd 'fast 9h für weniger als 600km' gebraucht. Nunja, er hat auch viele Fehler gemacht, ich hätte stattdessen sicher das Alpenpanorama bewundert. Bei anscheinend gleicher Fahrzeit
Hase-Igel Problem...

pepusalt 06.04.2021 12:27

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1594504)
.... Flächendeckend zur alternativlosen Pflicht gemacht führt es zu einer Verschlechterung der verfügbaren Funktionalität für viele Nutzer.

Super, genau das ist doch das Lenkungsziel. :)

Urlaub Reisen Transporte privat oder geschäftlich kannst Du anders und intelligenter machen, traue ich gerade Dir zu. Darfst halt nicht pienzen.

TriVet 06.04.2021 12:52

Fast identischer Bericht auf Focus.de.

https://amp.focus.de/auto/reisemobil...vRdJWhMGI7ejrU

Hm, Kollegen zusammen unterwegs? Einer beim andren abgeschrieben?


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