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svmechow 16.06.2022 22:13

Freiwasser Wasserqualität Qualitätsschwimmen
 
Gerade aufn Ticker bekommen: in Berliner Badeseen gibt es erneut Zerkarienalarm!
Was sehne ich mich nach der algentrüben Alster angesichts der saugwurmverseuchten Berliner Badestätten.
Aber Spass beiseite. Heute erging die Warnung, dass in den „nachfolgend aufgelisteten Badeseen“ mit erhöhtem Zerkarienbefall zu rechnen sei. Nachstehend waren einfach sämtliche mir geläufige Seen in Berlin genannt. Kein Entkommen also.

Wer die Biester noch nicht kennt, here we go.
Zerkarien stellen ein spezifisches Larvenstadium der Saugwürmer dar, die sich insbesondere in Ufernähe frei im Wasser herumtreiben auf der Suche nach dem geeigneten Wirtsorganismus.
Eigentlich gelten Menschen als Fehlwirt, sind die Würmer doch an sich auf Enten und andere Wasservögel spezialisiert. Der Entwicklungszyklus dieser Wirbellosen ist sicher aus der Perspektive passionierter Nematodenforscher faszinierend, aus der Sicht einer schlechten Schwimmerin indessen - räudig.
Also. Die Zerkarie bohrt sich in die Haut der Ente, entwickelt sich dort zum Wurm und paart sich in dem armen Vogel, der dann mit seiner Ausscheidung die Wurmeier ins Wasser abgibt - ebenso gibt manche Ente dadurch den Löffel ab. Die alsbald aus diesen ausgekackten Eiern schlüpfenden Larven suchen sich dann erstmal eine Schnecke als Zwischenwirt, um darin zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Nach zwei bis drei Monaten Gedeih in der Schnecke schwärmen dann die Zerkarien aus, um sich wieder in eine Ente zu bohren und sich dort zum geschlechtsreifen Wurm zu entwickeln.

Wenn gerade keine Ente zur Verfügung steht, bohrt sich die Zerkarie schon auch mal in einen Menschen. Das geht für uns in aller Regel nicht tödlich aus, juckt aber wohl wie Sau; also mich juckt es schon, wenn ich nur daran denke.
Also immer schön die Schwimmsachen ausziehen danach und bloß nicht Lufttrocknen lassen. Am besten kräftig abrubbeln, heisst es. Oder einfach nicht schwimmen gehen und schon gar nicht in Ufernähe.

In der nächsten Folge dieser Serie werde ich über die Bilharziose referieren. Wenn man die kennengelernt hat, sehnt man sich regelrecht nach den heimischen Zerkarien.

TiJoe 16.06.2022 22:36

Ich lese deine Beiträge ja wirklich gerne, aber manchmal will man bestimmte Dinge eigentlich lieber nicht wissen...🙄

triconer 17.06.2022 06:35

Ich finde Parasitendokus sehr gruselig und faszinierend zugleich. Die Themenvorstellung wird zwar nicht deine alleinige Intention sein, aber ich freue mich auf den nächsten Beitrag von Dir zu Bilharziose :Blumen:

robaat 17.06.2022 07:37

Danke für den Hinweis. Das erspart mir die Überlegung ob ich nicht vielleicht auch Mal ins Freiwasser gehen müsste.

Starhawk 17.06.2022 08:02

Die Biester sind ja meist nur im Früh- und Spätsommer da, also dazwischen gehts und auch nicht jeder reagiert darauf.

Vieleicht muss man aber auch einfach nur schneller schwimmen, so dass die Biester einen nicht mehr für eine Ente halten :Cheese:

Einige die bei uns im Naturfreibad schwimmen glauben der Ausschlag käme von den Wasserflöhen, ich lasse sie dann meistens in dem Glauben O:-)

Zum Glück gibt es bei mir in der Nähe einen See der keine Zerkarien hat, ist zwar kein Badesee und Schwimmen wird nur geduldet.

Estampie 17.06.2022 08:37

bäh, ist ja eklig!
Das liest sich wirklich wie die Bilharziose des kleinen Mannes.
Ich habe gestern eine ausgesprochene Freiwasserwoche eingeleitet und hatte vor alle Seen der Region mal zu schwimmen. Und überall sind Enten.....

Gruß,
Thomas, esst mehr Enten, und Schnecken

Hafu 17.06.2022 08:59

Zitat:

Zitat von svmechow (Beitrag 1666158)
...
In der nächsten Folge dieser Serie werde ich über die Bilharziose referieren. Wenn man die kennengelernt hat, sehnt man sich regelrecht nach den heimischen Zerkarien.

Fieses Thema, aber dafür erfrischend launig geschrieben:Blumen:

Nebenbei auch noch ein Plädoyer für (langärmligen) Neo-Gebrauch in derartigen Seen.

(Hab' gleich mal das Google-Orakel mit den Suchbegriffen "zerkarien bayerische Seen" gefüttert und glücklicherweise nur Treffer von 2021 und älter bekommen. Dem geplanten Freiwasserschwimmen heute abend im Wössner See steht somit erstmal nichts entgegen)

Feanor 17.06.2022 09:33

Ich könnte noch eine Fallstudie zur Lava Migrans beisteuern, die mich mal in Malaysia erwischt hat. Auch nette Gesellen, zum Glück bei uns nicht vorkommend.


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