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noam 06.09.2021 15:58

Zitat:

Zitat von Weißer Hirsch (Beitrag 1621941)
So wie von Dir beschrieben benötige wir Zuwanderung auf jeden Fall und in größerem Umfang. Leider wird aber eben Asyl (Hilfe auf Zeit) und Zuwanderung immer vermischt und die Grenzen verschwimmen. Dadurch das Asyl nicht wie Asyl gelebt wird, kann die Grenze zur Zuwanderung nicht klar gezogen werden. Wie von Dir geschrieben, nach australischen Vorbild wäre das sehr wünschenswert und für D ein absoluter Gewinn.

Vor allem würde es den Asylmissbrauch erheblich einfacher zu kontrollieren machen. Man würde "die richtigen" zu ausreisepflichtigen machen und gegebenenfalls abschieben.

Das würde die Akzeptanz von Zuwanderung und Zuwanderern gerade in der konservativen Blase erheblich erhöhen und Vorbehalte erheblich reduzieren.

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1621761)
Du verbreitest wiederholt die Unwahrheit, mit dem Vorwurf, Saskia Esken würde "Straftaten als Mittel des Protestes gutheißen", sich "staatsfeindlich verhalten" und bist bis jetzt den Beleg schuldig geblieben! Ich korrigiere das gegebenenfalls gerne (!), sobald Du Deinen obigen Vorwurf mit Zitaten von Saskia Esken belegst. Ich habe mir stattdessen die Mühe gemacht und die in den Medien berichtete Äusserung Esken´s zu dem Leipziger Polizeieinsatz recherchiert.

Gut du bezeichnest es als Unwahrheit ich empfinde, das öffentliche Sympathisieren auf Twitter mit der ANTIFA (welche eben genau zu Landfriedensbruch und anderen Straftraten aufruft) als genau das. Ich erwarte von einer Bundesvorsitzenden einer Partei, die sich als Volkspartei verstehen möchte und die Geschicke unseres Landes lenken und leiten möchte, hier ein wenig mehr Differenzierung. Genauso erwarte ich, dass man sich erst informiert und dann ein fundiertes klares Statement abgibt, aus dem man hinterher eben nicht mehr das so zurechtverstehen kann, wie der "Wählerwind" weht.

Es ist eben genau der "höhere" Anspruch an Äußerungen, Auftreten und Handeln einer Person in einer öffentlichen Funktion wie du es zum Beispiel von mir im Dienst in Uniform auch erwarten würdest. Wenn ich mich als wahrnehmbarer Polizeibeamter auf sozialen Medien so äußern würde, würde mit Sicherheit disziplinarisch gegen mich ermittelt. Hingegen darf ich als Privatperson ohne Bezug zu meinem Amt (natürlich in Grenzen) sagen was ich möchte. Die Trennung Privatperson vs. Bundesvorsitzende ist da sicherlich etwas komplizierter. und hätte die Folge, dass an ihrer Authentizität zurecht gezweifelt werden würde. Aber dafür bekommt sie ja nun auch etwas mehr Schmerzensgeld.

Du hast recht. Ich bringe keine Nachweise. Es ist mir einfach zu müßig Twitter zu durchforsten und von jeder Aussage dort direkt ob des nachträglichen Löschens Screenshots zu machen.

Dann streiche wegen mir den Begriff staatsfeindlich und ersetze ihn gegen in noams Augen mit einer Einstellung versehen, welche nicht mit dem Bekleiden eines hohen Amtes in diesem Land vereinbar ist.

El Stupido 06.09.2021 16:03

Dann sei nochmal die Frage erlaubt, was denn "die ANTIFA" ist.
Sich mit "Die ANTIFA" [sic!] zu soldiarisieren ist für mich alles andere als verwerflich.
Ich will hiermit aber auch keine Diskussion heraufbeschwören, das würde wieder zu nichts führen. Wollte es eben nur anmerken :Huhu:

noam 06.09.2021 16:13

Zitat:

Zitat von El Stupido (Beitrag 1621952)
Dann sei nochmal die Frage erlaubt, was denn "die ANTIFA" ist.
Sich mit "Die ANTIFA" [sic!] zu soldiarisieren ist für mich alles andere als verwerflich.
Ich will hiermit aber auch keine Diskussion heraufbeschwören, das würde wieder zu nichts führen. Wollte es eben nur anmerken :Huhu:

Ich habe meinen Beitrag gerade editiert und eine Passage hinzugefügt, die deinen Einwurf vielleicht ein wenig aufklärt.

Unter DIE ANTIFA wird in meiner Filterblase eben der schwarze Block, die Steinewerfer und Brandbeschleuniger. Das sieht bei dir sicher genau anders herum aus. Und da sollte eine Spitzenpolitikerin eben entweder die Schnauze halten oder differenzieren und nicht polemisieren bzw radikalisieren.

keko# 06.09.2021 16:51

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1621932)
Wo siehst Du denn die wachsende Zahl an Arbeitsplätzen, die für geringe Qualifikation geeignet sind? Ich sehe (seit ich für meinen behinderten Sohn nach integrativen Arbeitsmöglichkeiten suche) eher eine stetige Abnahme von solchen Arbeitsplätzen. Vor 30 Jahren hätte er eine große Auswahl an Helfertätigkeiten finden können, inzwischen sind wir froh, wenn er mal zwei Wochen irgendwo ein wenig "mitlaufen" kann, aber es gibt nach meinem Eindruck sehr wenig wirklich dauerhafte Arbeit für wirklich gering qualifizierte, und um die kämpfen immer mehr Menschen. Dieser Sektor ist durch die Migrationspolitik der letzten Jahre eindeutig überladen, .....

Automaten produzieren oftmals eine Reihe neuer Jobs. So kann es sein, dass ein Supermarkt zwar nachts menschenleer läuft, aber für dessen Überwachung mehr Menschen erforderlich sind, als darin eigentlich normal besetzt arbeiten würden.
Frei werdende Kapazitäten könnte man in der Schaffung neuer Jobs einbinden, z.B. in Erziehungsberufen, soziale Berufe, Pflege, Umweltschutz.
Eine globale Weltregierung könnte die unglaubliche Geldmenge, die sich angehäuft und kozentriert hat, in die Schaffung einer neuen Arbeitswelt einsetzen. Möglicherweise will ja die Kassierin, die mich im Supermarkt bedient, mir viel lieber ein Bild malen und es mir schenken, als meine Waren über das Band zu ziehen.

Ohne Umdenken droht ein düsteres Szenario. Denn wir sind gerade dabei, den Menschen zu hacken. Seine kognitiven Fähigkeiten (auch Gefühle, Stimmungen) als rein biochemische Prozesse zu erfassen und diese mit Automaten algorithmisch zu ersetzen. Ob das dem Menschen dient (denn es könnte auch eine komplette Sackgasse sein), liegt letztendlich nur an uns.

El Stupido 06.09.2021 17:06

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1621956)
Ich habe meinen Beitrag gerade editiert und eine Passage hinzugefügt, die deinen Einwurf vielleicht ein wenig aufklärt.

Unter DIE ANTIFA wird in meiner Filterblase eben der schwarze Block, die Steinewerfer und Brandbeschleuniger. Das sieht bei dir sicher genau anders herum aus. Und da sollte eine Spitzenpolitikerin eben entweder die Schnauze halten oder differenzieren und nicht polemisieren bzw radikalisieren.

Frau Eskens kann nichts dafür, wie deine Filterblase "die ANTIFA" definiert.
Und ich sehe da auch nichts genau anders herum. Eben wegen meines Wissens um "die ANTIFA" [sic!]
Sich zu Antifaschismus zu bekennens ist nichts verwerfliches, im Gegenteil.
Und wo sich Frau Eskens aber genau zum gewaltorientierten (die die mit Steinen und "Mollis" werfen) Teil soldidarisiert möge man mir bitte mal zeigen.

Mo77 06.09.2021 17:31

Das sagt der Verfassungsschutz über ANTIFA

Gefahr für die freiheitliche demokratische Grundordnung schreiben die sogar.....

Hafu 06.09.2021 17:43

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1621940)
Ich kann es nicht ändern.
Da muss Gesamtdeutschland dann halt durch.

Doch du kannst es ändern, selbst wenn du in Spanien wohnst.

Wenn du nicht wählst, geht ein Teil deiner Stimme bei der BTW21 an die AFD und ein noch größerer Anteil an die Union und die SPD, die sich aus Sorge um die Rentner der Bundesrepublik und die Höhe der Benzin- und Dieselpreise so gut wie keine Maßnahmen gegen den Klimawandel trauen.
Mit eine Stimmenthaltung behinderst du also, so sehr du dich vielleicht im privaten Bereich um eine Reduzierung des CO2-Abdruckes auch bemühst nachweislich den Kampf gegen den Klimawandel und machst dich zum Teil des Problems statt zum Teil der Lösung.

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1621940)
Also solltest gerade du und alle anderen Eltern und Grosseltern auf dieser Erde, ein sehr starkes Interesse aufbringen um den Klimawandel alsbald zu stoppen und den nachfolgenden Generationen eine gute, gesunde Erde zu hinterlassen.:Blumen:

Fang du schon mal damit an. Mit Briefwahl einer der Parteien, denen Klimaschutz ein echtes Anliegen ist!:Huhu:

qbz 06.09.2021 17:47

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1621956)
Ich habe meinen Beitrag gerade editiert und eine Passage hinzugefügt, die deinen Einwurf vielleicht ein wenig aufklärt.

Unter DIE ANTIFA wird in meiner Filterblase eben der schwarze Block, die Steinewerfer und Brandbeschleuniger. Das sieht bei dir sicher genau anders herum aus. Und da sollte eine Spitzenpolitikerin eben entweder die Schnauze halten oder differenzieren und nicht polemisieren bzw radikalisieren.

Saskia Esken bezog sich bei dem Tweet auf ein von Trump beabsichtigtes Verbot in den USA und erklärte auch, was sie unter Antifa versteht, ein Kurzwort für Antifaschismus:

„Ich akzeptiere weder das Reframing (Umdeutung) durch die Neue Rechte noch die Besetzung durch Gewalttaten ‚linker‘ Randgruppen, die wie jede Gewalttat verwerflich sind und strafrechtlich verfolgt gehören. Antifa ist und bleibt für mich, wie der Duden sagt ein Kurzwort für Antifaschismus.“ Dazu twitterte sie ein Bild aus dem Duden als Beweis, der als Kurzwort für Antifaschismus „Antifa“ nennt.

https://www.welt.de/politik/deutschl...ur-Antifa.html

Schwarzfahrer 06.09.2021 17:53

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1621967)
Automaten produzieren oftmals eine Reihe neuer Jobs. So kann es sein, dass ein Supermarkt zwar nachts menschenleer läuft, aber für dessen Überwachung mehr Menschen erforderlich sind, als darin eigentlich normal besetzt arbeiten würden.
Frei werdende Kapazitäten könnte man in der Schaffung neuer Jobs einbinden, z.B. in Erziehungsberufen, soziale Berufe, Pflege, Umweltschutz.

Das sind aber kaum die Jobs mit niedriger Qualifikationsanforderung, die in Deinem vorigen Post anklangen, und die ich für meinen Sohn gerne hätte, oder die die Massen unqualifizierter Migranten aufnehmen könnten.
Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1621967)
Eine globale Weltregierung könnte die unglaubliche Geldmenge, die sich angehäuft und kozentriert hat, in die Schaffung einer neuen Arbeitswelt einsetzen. Möglicherweise will ja die Kassierin, die mich im Supermarkt bedient, mir viel lieber ein Bild malen und es mir schenken, als meine Waren über das Band zu ziehen.

Eine Regierung sollte hauptsächlich die Randbedingungen schaffen, daß Jobs entstehen, die ihren eigenen Erhalt "erwirtschaften". Es sollte kein Ziel sein, möglichst viele Jobs direkt vom Staat zu finanzieren-auch wenn während der letzten anderthalb Jahre dieser Trend deutlich wurde. Übrigens sehe ich ein Bild malen und verschenken nicht unter dem Überbegriff Erwerbstätigkeit oder als Alternative zu einem Job.

keko# 06.09.2021 18:02

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1621940)
...
Aber deine Kinder, wenn ich mich richtig entsinne 3 an der Zahl und daraus evtl resultierenden Enkel, die ich dir wirklich von Herzen sehr wünsche.

Also solltest gerade du und alle anderen Eltern und Grosseltern auf dieser Erde, ein sehr starkes Interesse aufbringen um den Klimawandel alsbald zu stoppen und den nachfolgenden Generationen eine gute, gesunde Erde zu hinterlassen.:Blumen:

Das Interesse habe ich doch. Mein letztes Laster sind ein paar wenige Reisen und ein wenig Urlaub. Aktuell mit einem uralten 2.0L Diesel, vollgepackt bis zum letzten cm und mit 6L Verbrauch. Bis heute bringe ich meine Getränke in einer Thermoskanne ins Büro und mein Pausenbrot in Alufolie, die ich wiederverwende (die jungen Kollegen machen i.d.R. alles auf wegwerf)
Wenn ich die Tageszeitung lese und dort vom neue EQE und von erhofften gigantischen Absatzzahlen in China und ein paar Zeilen weiter unten, dass VW voll auf neue Abo-Modelle setzt, frage ich mich, wie das funktionieren soll.

Hafu 06.09.2021 18:27

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1621990)
Das Interesse habe ich doch. Mein letztes Laster sind ein paar wenige Reisen und ein wenig Urlaub. Aktuell mit einem uralten 2.0L Diesel, vollgepackt bis zum letzten cm und mit 6L Verbrauch. Bis heute bringe ich meine Getränke in einer Thermoskanne ins Büro und mein Pausenbrot in Alufolie, die ich wiederverwende (die jungen Kollegen machen i.d.R. alles auf wegwerf)
Wenn ich die Tageszeitung lese und dort vom neue EQE und von erhofften gigantischen Absatzzahlen in China und ein paar Zeilen weiter unten, dass VW voll auf neue Abo-Modelle setzt, frage ich mich, wie das funktionieren soll.

Wenn du dir in erster Linie über deinen eigenen CO2-Fußabdruck Gedanken machst und versuchst, das Klima zu schützen indem du dein privates Verhalten optimierst, so wie es auch der "Und was hast du heute schon für das Klima getan-Thread" suggeriert, bist du genauso der jahrelangen British-Petrol-Werbekampagne zum Co2-Footprint auf den Leim gegangen, wie Körbel und die vielen Millionen Dollar, die BP jahrelang in diese Kampagne verdeckt gesteckt hat, haben sich gelohnt.

Das Klima lässt sich nur retten, indem die Politik gezwungen wird (über unsere Mitbestimmungsmöglichkeiten) die Industrie zu Co2-Neutralität zu verpflichten und klare Rahmenbedingungen für alle sonstigen Nutzungen fossiler Energien zu setzen.

Die Änderung des eigenen privaten Verhaltens ist kein geeignetes Stellglied, um messbare Änderungen beim Co2-Ausstoß in skalierbaren Größenordnungen zu erreichen.

noam 06.09.2021 18:33

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1621984)
Saskia Esken bezog sich bei dem Tweet auf ein von Trump beabsichtigtes Verbot in den USA und erklärte auch, was sie unter Antifa versteht, ein Kurzwort für Antifaschismus:

„Ich akzeptiere weder das Reframing (Umdeutung) durch die Neue Rechte noch die Besetzung durch Gewalttaten ‚linker‘ Randgruppen, die wie jede Gewalttat verwerflich sind und strafrechtlich verfolgt gehören. Antifa ist und bleibt für mich, wie der Duden sagt ein Kurzwort für Antifaschismus.“ Dazu twitterte sie ein Bild aus dem Duden als Beweis, der als Kurzwort für Antifaschismus „Antifa“ nennt.

https://www.welt.de/politik/deutschl...ur-Antifa.html

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1621951)
Ich erwarte von einer Bundesvorsitzenden einer Partei, die sich als Volkspartei verstehen möchte und die Geschicke unseres Landes lenken und leiten möchte, hier ein wenig mehr Differenzierung. Genauso erwarte ich, dass man sich erst informiert und dann ein fundiertes klares Statement abgibt, aus dem man hinterher eben nicht mehr das so zurechtverstehen kann, wie der "Wählerwind" weht.


Wie Mo77 schon schrieb. Unter dem Begriff ANTIFA wird eben vom Großteil unserer Gesellschaft (u.a. dem Verfassungsschutz) der militante Teil der Personen verstanden, die sich im Kampf gegen Rechts engagieren. Und genau dieser militante Teil ist es auch der sich medial gerne als "die ANTIFA" inszeniert (wahrscheinlich um größer und mächtiger zu erscheinen als er eigentlich ist; aber das ist eine reine Vermutung meinerseits). Und wenn man dann als prominente Person meint über einen Nachrichtendienst mit genau diesen Menschen zu sympathisieren (es natürlich hinterher ganz anders gemeint hat, wer parallelen zum Polizisten auf die Müllhalde Artikel der TAZ findet, wundert sich vielleicht gar nicht mal) oder eben nicht in der Lage ist so klar zu formulieren, dass man sich eben mit den Menschen identifiziert, die sich auf dem Boden der FDGO gegen rechts engagieren und ein Zeitungsinterview und öffentlichen Druck hinterher benötigt, um sich auf Nachfrage von eben diesen gewaltbereiten Brandstiftern zu distanzieren, der ist für mich nicht wählbar.




Mich widert dieses Verhalten (welches leider mittlerweile sehr viele Politiker an den Tag legen) einfach an. Einfach mal eine klare Position einnehmen und diese auch vertreten. Und nicht einfach mal was raushauen, Echo abwarten und dann das rausgehauene dahindrehen, wo man den meisten Zuspruch erhält. Erinnert mich an den Teil des Rezo Videos über Laschet, wo er innerhalb von 12h seine Meinung über die Klimapolitikveränderungsnotwendigkeit in Anbetracht der Flutkatastrophe 3 mal ändert. Und dabei weiß ich nicht mal was ich bescheidener finde: Die vermeintliche Formulierungsschwäche oder das Wendehalsdasein

Körbel 06.09.2021 18:53

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1621983)
Doch du kannst es ändern, selbst wenn du in Spanien wohnst.

Mit eine Stimmenthaltung behinderst du also, so sehr du dich vielleicht im privaten Bereich um eine Reduzierung des CO2-Abdruckes auch bemühst nachweislich den Kampf gegen den Klimawandel und machst dich zum Teil des Problems statt zum Teil der Lösung.

Fang du schon mal damit an. Mit Briefwahl einer der Parteien, denen Klimaschutz ein echtes Anliegen ist!:Huhu:

Also du meinst ich soll grün wählen?

Ich kann mich mit dieser Partei nicht mehr identifizieren und ihre Spitzenkandidatin ist mir zuwider.

merz 06.09.2021 21:44

Gerade Wahlarena in der ARD, Townhall-Format mit leider nur einer Kandidatin, Baerbock, sie ist top in Form, sehr gut eingestellt, aber es wird einfach nicht spannend. Das liegt am Format, ein zweiter Kandidat würde dem ganze gut tun.

m.

keko# 06.09.2021 21:47

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1621996)
Wenn du dir in erster Linie über deinen eigenen CO2-Fußabdruck Gedanken machst und versuchst, das Klima zu schützen indem du dein privates Verhalten optimierst, so wie es auch der "Und was hast du heute schon für das Klima getan-Thread" suggeriert, bist du genauso der jahrelangen British-Petrol-Werbekampagne zum Co2-Footprint auf den Leim gegangen, wie Körbel und die vielen Millionen Dollar, die BP jahrelang in diese Kampagne verdeckt gesteckt hat, haben sich gelohnt.

Das Klima lässt sich nur retten, indem die Politik gezwungen wird (über unsere Mitbestimmungsmöglichkeiten) die Industrie zu Co2-Neutralität zu verpflichten und klare Rahmenbedingungen für alle sonstigen Nutzungen fossiler Energien zu setzen.

Die Änderung des eigenen privaten Verhaltens ist kein geeignetes Stellglied, um messbare Änderungen beim Co2-Ausstoß in skalierbaren Größenordnungen zu erreichen.

Das sehe ich genauso.

Gleichwohl kann man Zeichen setzen. Der Druck auf die Politik muss aber von "unten" kommen und "oben" letztendlich wirken.

Corona hat ja sehr eindrucksvoll gezeigt, was politisch möglich ist, wenn der Wille da ist.

keko# 06.09.2021 23:14

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1621986)
Das sind aber kaum die Jobs mit niedriger Qualifikationsanforderung, die in Deinem vorigen Post anklangen, und die ich für meinen Sohn gerne hätte, oder die die Massen unqualifizierter Migranten aufnehmen könnten.
Eine Regierung sollte hauptsächlich die Randbedingungen schaffen, daß Jobs entstehen, die ihren eigenen Erhalt "erwirtschaften". Es sollte kein Ziel sein, möglichst viele Jobs direkt vom Staat zu finanzieren-auch wenn während der letzten anderthalb Jahre dieser Trend deutlich wurde. Übrigens sehe ich ein Bild malen und verschenken nicht unter dem Überbegriff Erwerbstätigkeit oder als Alternative zu einem Job.

Die Frage ist, ob der Staat noch die Zügel in der Hand hat oder nur noch reagiert. Mein Eindruck ist es, dass er vermehrt von Entwicklungen getrieben wird, da Parlamente und Demokratien in einer anderen, langsameren Zeit entstanden sind. Ich sehe das beispielsweise an den Taliban und Twitter. Der Sprecher der Taliban kann mir nette Botschaften und Videos schicken, so lange Twitter das zulässt. Die Macht verlässt die Parlamente und geht in andere Hände (in dem Fall an die Techkonzerne bzw. an Algorithmen). Das zieht sich durch die vergangenen Jahrhunderte.

Schwarzfahrer 06.09.2021 23:34

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1622073)
Die Frage ist, ob der Staat noch die Zügel in der Hand hat oder nur noch reagiert.

Muß er denn die Zügel in der Hand halten? Für mich muß der Staat nur wenige Kernaufgaben selbst in der Hand haben: Rechtssicherheit für die Bürger (Gesetze), Schutz vor Kriminalität (Gewaltmonopol) und grundlegende Infrastruktur. Den Rest sollten die Menschen in diesem Rahmen selbst gestalten dürfen.
Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1622073)
...beispielsweise an den Taliban und Twitter. Der Sprecher der Taliban kann mir nette Botschaften und Videos schicken, so lange Twitter das zulässt. Die Macht verlässt die Parlamente und geht in andere Hände (in dem Fall an die Techkonzerne bzw. an Algorithmen).

Sehe ich nicht so. Die Taliban können Dir auch ihre Botschaften zukommen lassen, wenn Twitter sie sperrt - dann findet sich ein anderer Kanal, und AlJazeera übermittelt die Botschaften. Das sind nur Werkzeuge, keine staatlichen Mittel. Die Macht verläßt die Parlamente dort, wo sie nicht genügend gegen autoritäre Führungspersönlichkeiten und egozentrische Regierungen gegenhalten - was leider in immer mehr Ländern zu passieren scheint.

Hafu 07.09.2021 00:15

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1622000)
Also du meinst ich soll grün wählen?

Ich kann mich mit dieser Partei nicht mehr identifizieren und ihre Spitzenkandidatin ist mir zuwider.

Ich werde dir nicht vorschreiben, was du wählen sollst. In Deutschland wählt man mit der Zweitstimme Parteien und nicht Personen. Eine Partei besteht stets aus soviel Personen, da wird man nie eine Partei finden, in der nur Menschen aktiv sind, die man mag.

Fest steht aber, dass du mit Stimmenthaltung zu rund 10% die AFD wählst und mit rund 40% die Union mit Kandidat Laschet und die SPD mit Kandidat Scholz wählst, deren feste Absicht es ist, die Kohleverstromung in der Lausitz noch 17b Jahre weiter zu betreiben.

Da solltest du dich schon selbstkritisch hinterfragen, ob das eine sinnvolle Entscheidung ist.

Das radikalerer (wenn auch realitätsfernere) Klimaprogramm als die Grünen haben die Linken. Da du auf radikale Lösungen stehst, wäre das möglicherweise die bessere Partei, wenn dir das Thema Klimaschutz wichtig ist und deine diesbezüglichen Aussagen im Nachbarthread nicht nur gut klingende Lippenbekenntnisse sind.

Selbst eine Wahl der FDP ist aber besser als eine Stimmenthaltung und ein Plädoyer für ein "Weiter-so".

LidlRacer 07.09.2021 00:21

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1622077)
Selbst eine Wahl der FDP ist aber besser als eine Stimmenthaltung und ein Plädoyer für ein "Weiter-so".

Echt?
Es fällt mir schwer, irgendetwas Positives an der FDP zu entdecken - außer, dass sie weniger schlimm sind als die Afd. Aber letztere kommt ja eh nicht an die Macht.

Körbel 07.09.2021 01:15

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1622047)
Corona hat ja sehr eindrucksvoll gezeigt, was politisch möglich ist, wenn der Wille da ist.

:Lachanfall: :Lachanfall: :Lachanfall:
Herrlich.
Mir hat es gezeigt zu was der Staat alles fähig ist.
Hätte der GröFaz die Medien von heute so nutzen können, hätte er sich die vielen Feldzüge sparen können.

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1622077)
Fest steht aber, dass du mit Stimmenthaltung zu rund 10% die AFD wählst und mit rund 40% die Union mit Kandidat Laschet und die SPD mit Kandidat Scholz wählst, deren feste Absicht es ist, die Kohleverstromung in der Lausitz noch 17 Jahre weiter zu betreiben.

Ich werde dieses wohl akzeptieren müssen und ehrlich gesagt,
ist dies mir im Moment aber auch eher scheissegal.
Denn ich lebe ja nicht dort.

Ich denke jetzt einfach mal so, wie hirnlose Eltern, die ihre minderjährigen Kinder, gegen Covid mit einem nutzlosen Impfstoff impfen lassen.

Wenn ich sehe wie die Menschen in Deutschland im Moment ticken,
muss ich ganz ehrlich sagen:
"Sie haben es nicht besser verdient."

NBer 07.09.2021 01:27

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1622082)
...... Eltern, die ihre minderjährigen Kinder, gegen Covid mit einem nutzlosen Impfstoff impfen lassen.......

Hättest du da mal eine Quelle, die diese Aussage bestätigt, also vor allem die Nutzlosigkeit der Impfstoffe?

Körbel 07.09.2021 01:35

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 1622083)
Hättest du da mal eine Quelle, die diese Aussage bestätigt, also vor allem die Nutzlosigkeit der Impfstoffe?

Wenn ich sehe wie die Menschen in Deutschland im Moment ticken,
muss ich ganz ehrlich sagen:
"Sie haben es nicht besser verdient."

NBer 07.09.2021 01:36

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1622085)
Wenn ich sehe wie die Menschen in Deutschland im Moment ticken,
muss ich ganz ehrlich sagen:
"Sie haben es nicht besser verdient."

Das ist jetzt aber keine Antwort auf meine Frage.

Hafu 07.09.2021 07:41

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1622082)
...
Ich werde dieses wohl akzeptieren müssen und ehrlich gesagt,
ist dies mir im Moment aber auch eher scheissegal.
...

Dass ist die Einstellung der Mehrzahl der deutschen Rentner, die so alt sind, dass sie die realen Folgen des Klimawandels nicht ansatzweise erleben werden.
Du offenbarst also billige Mainstreamhaltung entsprechende der üblichen Haltung der Ü60er mit ihrer fatalen Ich-Bezogenheit. O.K.

Thomas W. 07.09.2021 08:41

Es ist ganz offensichtlich sinnvoller und auch lösungsorientierter Menschen mit Eintritt in das Rentenalter auch gleichzeitig von Wahlen auszuschließen . Sie schauen wenn eh nur noch auf sich oder wenn noch in eine andere Richtung, dann höchstens noch zurück .

Mit beiden angstvollen Blicken versuchen sie im Angesicht des langsamen Zerfließen voller Angst das zu bewahren , was Ihnen noch nicht durch die ledrigen Hände geglitten ist .
Seien die Argumentationsketten noch so löchrig und sinnentleert.

Erinnert mich an meinen 5 jährigen Sohn , wenn er sich meint zu verstecken oder mir seine noch von unendlicher Phantasie durchflutete Wahrnehmung seiner Realität schildert .

Es fällt mir auch zunehmend schwerer solche für mich unfassbar verschobenen Sichtweisen zu akzeptieren und sehe mich seit geraumer Zeit dazu gezwungen , mich ständig mit dem Thema Toleranz auseinanderzusetzen.

Ich hoffe , wie ich es gestern in einem allseits bekannten Podcast aufgeschnappt habe , dass der Unterschied zu direkter Kommunikation und Online Kommunikation der Filter ist , der den Menschen im Internet , ungefiltert, das schreiben lässt , was er denkt , während dieser Filter in der Realität das Gedachte noch einmal auf soziale Komponenten abklopft und mit Empathie überschreibt …

keko# 07.09.2021 09:31

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1622075)
...
Sehe ich nicht so. Die Taliban können Dir auch ihre Botschaften zukommen lassen, wenn Twitter sie sperrt - dann findet sich ein anderer Kanal, und AlJazeera übermittelt die Botschaften. Das sind nur Werkzeuge, keine staatlichen Mittel. Die Macht verläßt die Parlamente dort, wo sie nicht genügend gegen autoritäre Führungspersönlichkeiten und egozentrische Regierungen gegenhalten - was leider in immer mehr Ländern zu passieren scheint.

Bestes Beispiel ist doch die Sperrung von Trump bei Twitter. Wurde Mark Zuckerberg demokratisch gewählt? Ist er für dich oder mich überhaupt wählbar? Im Falle von Trump mag man das vielleicht berechtigterweise noch gut finden. Wenn aber ein Trump gesperrt wird, kann es jeden erwischen. Hier verschiebt sich ganz klar die Macht von den Parlamenten zu einem Techkonzern. Offensichtlicher geht es doch kaum noch.
Noch-Bundeskanzlerin Frau Merkel hat sich ja auch kritisch geäussert. Ich glaube, ich werde ihr tatsächlich eine Träne nachweinen ;-) Sie hatte einige Lichtblicke, so auch ihre Bemerkung schon vor ein paar Jahren, dass Daten die Rohstoffe der Zukunft sind. Auch dabei hat sie voll ins Schwarze getroffen.

qbz 07.09.2021 09:41

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1622088)
.....
Du offenbarst also billige Mainstreamhaltung entsprechende der üblichen Haltung der Ü60er mit ihrer fatalen Ich-Bezogenheit. O.K.

Zitat:

Zitat von Thomas W
Es ist ganz offensichtlich sinnvoller und auch lösungsorientierter Menschen mit Eintritt in das Rentenalter auch gleichzeitig von Wahlen auszuschließen . Sie schauen wenn eh nur noch auf sich oder wenn noch in eine andere Richtung, dann höchstens noch zurück . .....

Mit dem Näherrücken des Wahltages scheint auch das Diskussionsniveau unterirdische Werte zu erreichen. Ich bin mal gespannt, wie weit es noch sinken kann.

Fakt ist leider: Geht man nach den Umfragen, werden AFD, CDU, FDP, SPD zusammen ca. 70-75 % (!) der wahlberechtigten Stimmen erreichen, trotz ihrer klimapolitischen Positionen in den vergangenen Jahrzehnten, und zu den 75 % gehören die Wählerstimmen aus der ganzen Gesellschaft und aus allen Bundesländern, wobei die FDP deutlich mehr Stimmen aus den jüngeren Altergruppen erhält, bei der AFD sind die Stimmen annähernd gleich über die Altersgruppen verteilt (etwas mehr mittlere Altersgruppen), CDU deutlich mehr SeniorInnen, SPD leicht etwas mehr SeniorInnen.

Ernsthafte Frage: Liegt es vorwiegend an den klimapolitischen Positionen der Parteien als hauptsächliches Wahl-Entscheidungskriterium, wenn aus dem Kreis der SeniorInnen mehr Stimmen für die CDU, aber auch für die Linke wie in den östlichen Bundesländern kommen oder hat es eventuell eher andere Gründe? Wie z.B. mehr parteigebundenes Wahlverhalten (eher Stammwählerverhalten) bei den Senioren an die CDU (schon immer CDU).

qbz 07.09.2021 09:46

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1622100)
Bestes Beispiel ist doch die Sperrung von Trump bei Twitter. Wurde Mark Zuckerberg demokratisch gewählt? Ist er für dich oder mich überhaupt wählbar? Im Falle von Trump mag man das vielleicht berechtigterweise noch gut finden. Wenn aber ein Trump gesperrt wird, kann es jeden erwischen. Hier verschiebt sich ganz klar die Macht von den Parlamenten zu einem Techkonzern. Offensichtlicher geht es doch kaum noch.
Noch-Bundeskanzlerin Frau Merkel hat sich ja auch kritisch geäussert. Ich glaube, ich werde ihr tatsächlich eine Träne nachweinen ;-) Sie hatte einige Lichtblicke, so auch ihre Bemerkung schon vor ein paar Jahren, dass Daten die Rohstoffe der Zukunft sind. Auch dabei hat sie voll ins Schwarze getroffen.

Erinnerst Du Dich noch den NSA Geheimdienstskandal. https://de.wikipedia.org/wiki/Global...ageaff%C3%A4re und den Umgang von Merkel damit und mit Snowden? Heute ist er und Snowden leider schon in Vergessenheit geraten.

dr_big 07.09.2021 09:53

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1622103)
Ernsthafte Frage: Liegt es vorwiegend an den klimapolitischen Positionen der Parteien als hauptsächliches Wahl-Entscheidungskriterium, wenn SeniorInnen mehr als andere Wählergruppen vor allem die CDU und weniger stark SPD, aber auch die Linke wie in den östlichen Bundesländern wählen oder hat es eventuell eher andere Gründe?

Im Spiegel gab es einmal einen Artikel wo erklärt wurde, dass das ein ganz natürlicher Ablauf ist. Als junger Mensch ist man offen für Neues, man probiert Dinge aus, sucht Alternativen, neue Ansätze, usw. Wenn man älter wird, dann besinnt man sich mehr auf das was man erreicht hat und versucht seinen Status zu bewahren, das ist das typisch Konservative. Der Mensch wird mit dem Alter automatisch konservativer, daher auch die Situation bei den Wahlen.
Du kannst es auch anders betrachten: als Rentner kann man nichts mehr bewegen, man kann keinen neuen Beruf ergreifen, keine neuen Geschäftsideen entwickeln,... Man will einfach den Status Rente und Wohlstand absichern und wählt Parteien, die möglichst wenig Veränderung bringen.

pepusalt 07.09.2021 09:55

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1622103)
Mit dem Näherrücken des Wahltages scheint auch das Diskussionsniveau unterirdische Werte zu erreichen. Ich bin mal gespannt, wie weit es noch sinken kann.

Interessant, dass Du ausgerechnet Hafu und Thomas W. zitierst (und vermutlich meinst) und nicht andere explizite Beiträger. Hafu und Thomas W. benennen und beschreiben das grundlegende Verhalten dieser wirklich unterirdischen Beiträger, erfreulich genau und deutlich.
Die scharfe Frage von Thomas W. scheint mir nicht polemisch angesichts z.B. der Bevölkerungsgruppen, die keinerlei, auch kein indirektes, Stimmrecht haben.

Hafu 07.09.2021 09:55

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1622103)
...
Ernsthafte Frage: Liegt es vorwiegend an den klimapolitischen Positionen der Parteien als hauptsächliches Wahl-Entscheidungskriterium, wenn SeniorInnen mehr als andere Wählergruppen vor allem die CDU und weniger stark SPD, aber auch die Linke wie in den östlichen Bundesländern wählen oder hat es eventuell eher andere Gründe? ...

Klima ist das wichtigste Wahlthema bei unter 40-Jährigen, die aber innerhalb der Walberechtigten nur eine Minderheit darstellen.

Für die Mehrheit der Wahlberechtigten ist aber laut ZDF-Politbarometer "Soziale Gerechtigkeit" das wichtigste Thema. Klimaschutz ist für die Mehrheit nur ein Nebenthema so wie Rente, Innere Sicherheit und Migration.

Und gerade für Ältere verbindet man das Thema "soziale Gerechtigkeit" aus irgendeinem Grund vor allem mit Olaf Scholz, den man glaubt zu kennen, weil er in den letzten Jahren oft im Fernsehen war und dessen Rolle im Umgang mit der von ihm zu Lasten des Steuerzahlers protegierten Warburg-Bank und mit Wirecard für die Rentner und Vorruheständler dieser Republik zu komplex ist, so dass man diese Themenkreise und Skandale lieber ausblendet.

qbz 07.09.2021 10:00

Zitat:

Zitat von pepusalt (Beitrag 1622112)
Interessant, dass Du ausgerechnet Hafu und Thomas W. zitierst (und vermutlich meinst) und nicht andere explizite Beiträger. Hafu und Thomas W. benennen und beschreiben das grundlegende Verhalten dieser wirklich unterirdischen Beiträger, erfreulich genau und deutlich.
Die scharfe Frage von Thomas W. scheint mir nicht polemisch angesichts z.B. der Bevölkerungsgruppen, die keinerlei, auch kein indirektes, Stimmrecht haben.

Wenn Thomas W. die Forderung, Senioren von der Wahl auszuschliessen, ironisch gemeint hat, in Antwort auf Hafu´s pauschalem Vorwurf der "Ich-Bezogenheit" von Rentnern, nehme ich Thomas W. selbstverständlich von der Kritik aus. Sorry. Ich habe das dann falsch verstanden.

Schwarzfahrer 07.09.2021 10:41

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1622100)
Bestes Beispiel ist doch die Sperrung von Trump bei Twitter. Wurde Mark Zuckerberg demokratisch gewählt? Ist er für dich oder mich überhaupt wählbar? Im Falle von Trump mag man das vielleicht berechtigterweise noch gut finden. Wenn aber ein Trump gesperrt wird, kann es jeden erwischen. Hier verschiebt sich ganz klar die Macht von den Parlamenten zu einem Techkonzern. Offensichtlicher geht es doch kaum noch.

Das sehe ich auch etwas anders. Die Sperrung Trumps passt in den aktuellen Zeitgeist, nach dem bestimmte Ausprägungen von Diskriminierung unter der Flagge der Vertragsfreiheit als gerechtfertigt angesehen werden, weil es die moralisch ausgestoßenen trifft. Es ist das Gleiche wie der Ausschluß von AfD-Mitgliedern oder Wählern aus Sportvereinen, Ausschluß von Ungeimpften von Veranstaltungen, etc. Es wird dazu damit argumentiert, daß sie doch alle eine Alternative haben, oder eben ihre falsche Haltung/Meinung aufgeben sollen. Z.B. Trump hat ja auch tatsächlich genügend Möglichkeiten, seine Meinung zu verbreiten, wenn er will, andere haben es nicht so leicht. Wenn aber z.B. ein junges Startup eben keine Ü60-Mitarbeiter einstellen will, weil der nicht ins Team passt, darf das ja nicht ausgesprochen werden, das wäre ja Diskriminierung, und andere möchten ihr Mädel in den Knabenchor hineinklagen. Das alles hat nur insofern mit Machtverlust der Parlamente zu tun, als sie nicht mutig genug sind, für wirklich gleiche Rechte für alle und für das Recht auf Unterschiedlichkeit einzutreten. Und die Macht verschieb sich nicht speziell zu Tech-Konzernen, sondern zu einer lauten hypermoralisierenden Minderheit (die auch viele Tech-Konzerne beherrschen, das mag sein, aber vor allem einen großen Teil der Medien beherrscht, was entscheidender ist).

Hafu 07.09.2021 10:50

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1622116)
Wenn Thomas W. die Forderung, Senioren von der Wahl auszuschliessen, ironisch gemeint hat, in Antwort auf Hafu´s pauschalem Vorwurf der "Ich-Bezogenheit" von Rentnern, nehme ich Thomas W. selbstverständlich von der Kritik aus. Sorry. Ich habe das dann falsch verstanden.

Das Zitat der Ich-Bezogenheit der Mehrzahl deutscher Rentner bezog sich sehr konkret auf Körbels Aussage, dass ihm die Kohleverstromung in der Lausitz, die nach dem Willen von Union, SPD und AFD noch 17 Jahre lang weitergehen solle "scheißegal sei, weil er ja nicht dort lebt":

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1622082)
...
Ich werde dieses wohl akzeptieren müssen und ehrlich gesagt,
ist dies mir im Moment aber auch eher scheissegal.
Denn ich lebe ja nicht dort.
...

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1622088)
Dass ist die Einstellung der Mehrzahl der deutschen Rentner, die so alt sind, dass sie die realen Folgen des Klimawandels nicht ansatzweise erleben werden.
Du offenbarst also billige Mainstreamhaltung entsprechende der üblichen Haltung der Ü60er mit ihrer fatalen Ich-Bezogenheit. O.K.

Körbel ist mit dieser Haltung sicher nicht alleine. (Dass die Kohleverstromung in der Lausitz nicht ein Problem für die Lausitz ist, wie er schreibt, sondern exemplarisch ein Problem für den Planeten und damit jeden betrifft, unabhängig wo er wohnt, hat er nicht kapiert und auch damit hat er vieles gemeinsam mit der Mehrzahl deutscher Senioren)

Natürlich fordere ich nicht ernsthaft, Senioren das Wahlrecht zu entziehen (genauso wenig wie Thomas W), aber man muss zumindest die aktuelle Lage analysieren, um sie zu begreifen.

In der zunehmend vergreisenden Bundesrepublik Deutschland entscheiden überwiegend Menschen über die Zukunft dieses Landes und im Falle von Klimaschutz eben auch über die Zukunft dieses Planeten, die selbst kaum noch Zukunft haben.

Das ist der Status Quo und eine Lösung, wie man innerhalb einer demokratischen Grundordnung ein System findet, dass langfristiger die wichtigsten Probleme angeht und nicht nur mit Blick auf die nächste Wahlperiode von vier Jahren, kann ich auch nicht bieten. Diskutiert wird (auch im Wahlprogramm der Grünen) eine Herabsetzung des Mindestalters zum Wählen auf 16 Jahre und auch eine stellvertretend von den Eltern wahrgenommenes Wahlrecht bei Minderjährigen könnte helfen, diese eklatante Schieflage zu korrigieren.

Mo77 07.09.2021 11:13

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1622138)
Das Zitat der Ich-Bezogenheit der Mehrzahl deutscher Rentner bezog sich sehr konkret auf Körbels Aussage, dass ihm die Kohleverstromung in der Lausitz, die nach dem Willen von Union, SPD und AFD noch 17 Jahre lang weitergehen solle "scheißegal sei, weil er ja nicht dort lebt":





Körbel ist mit dieser Haltung sicher nicht alleine. (Dass die Kohleverstromung in der Lausitz nicht ein Problem für die Lausitz ist, wie er schreibt, sondern exemplarisch ein Problem für den Planeten und damit jeden betrifft, unabhängig wo er wohnt, hat er nicht kapiert und auch damit hat er vieles gemeinsam mit der Mehrzahl deutscher Senioren)

Natürlich fordere ich nicht ernsthaft, Senioren das Wahlrecht zu entziehen (genauso wenig wie Thomas W), aber man muss zumindest die aktuelle Lage analysieren, um sie zu begreifen.

In der zunehmend vergreisenden Bundesrepublik Deutschland entscheiden überwiegend Menschen über die Zukunft dieses Landes und im Falle von Klimaschutz eben auch über die Zukunft dieses Planeten, die selbst kaum noch Zukunft haben.

Das ist der Status Quo und eine Lösung, wie man innerhalb einer demokratischen Grundordnung ein System findet, dass langfristiger die wichtigsten Probleme angeht und nicht nur mit Blick auf die nächste Wahlperiode von vier Jahren, kann ich auch nicht bieten. Diskutiert wird (auch im Wahlprogramm der Grünen) eine Herabsetzung des Mindestalters zum Wählen auf 16 Jahre und auch eine stellvertretend von den Eltern wahrgenommenes Wahlrecht bei Minderjährigen könnte helfen, diese eklatante Schieflage zu korrigieren.

Achsoooooo...
Du meinst es nicht so wie du es sagst - na dann

Wir drehen so lange am Wahlsystem bis dir das erbnis passt.
Das dumme Wahlvolk auch immer mit seinen falschen Prioritäten.

Warum nicht gleich eine Diktatur der Wissenschaft? (ernste Frage)

El Stupido 07.09.2021 11:21

Passend dazu auch das (gefühlte) Alter unserer Volksvertreter*innen.
Amthor ist da eines von wenigen Beispielen oder auch Kühnert.
Kuban ist mit 34 Jahren Vorsitzender der JU.
Natürlich sollten die Länderparlamente und der Bundestag nicht nur mit Schulabgänger*innen gefüllt sein und die Parlamentarier*innen auch ein wenig Erfahrung und Ausbildung haben.
Aber gefühlt läuft es doch so, dass junge Menschen die sich in der Politik engagieren erst mal hingehalten werden unter dem Motto "hinten anstellen", den mühsamen Weg über Stadtrat, Kreistag usw. gehen müssen bevor sie mal auf einer Landesliste weit oben stehen oder Wahlkreiskandidat*in sind.
Mehr junges Blut in der Berufspolitik würde eine andere Perspektive in die Parlamente bringen.

pepusalt 07.09.2021 11:26

Zitat:

Zitat von Mo77 (Beitrag 1622147)
Achsoooooo...
Du meinst es nicht so wie du es sagst - na dann

Wir drehen so lange am Wahlsystem bis dir das erbnis passt.
Das dumme Wahlvolk auch immer mit seinen falschen Prioritäten.

Warum nicht gleich eine Diktatur der Wissenschaft? (ernste Frage)

Das ist jetzt einfache Polemik :dresche

Hafu's Frage ist durchaus erlaubt, dass Rentner 'ohne Zukunft' selbstverständlich (!) wählen dürfen; die, die's betrifft, aber nicht.
Herabsetzung des Wahlalters auf 16 und stellvertretendes Wahlrecht für Minderjährige durch die Eltern wären Lösung für ein objektives Gerechtigkeitsproblem, keine Wahlergebnisverdrehung.
Wieder sind die Grünen Vorreiter in die richtige Richtung hierzu.

Mo77 07.09.2021 11:27

Zitat:

Zitat von El Stupido (Beitrag 1622150)
Passend dazu auch das (gefühlte) Alter unserer Volksvertreter*innen.
Amthor ist da eines von wenigen Beispielen oder auch Kühnert.
Kuban ist mit 34 Jahren Vorsitzender der JU.
Natürlich sollten die Länderparlamente und der Bundestag nicht nur mit Schulabgänger*innen gefüllt sein und die Parlamentarier*innen auch ein wenig Erfahrung und Ausbildung haben.
Aber gefühlt läuft es doch so, dass junge Menschen die sich in der Politik engagieren erst mal hingehalten werden unter dem Motto "hinten anstellen", den mühsamen Weg über Stadtrat, Kreistag usw. gehen müssen bevor sie mal auf einer Landesliste weit oben stehen oder Wahlkreiskandidat*in sind.
Mehr junges Blut in der Berufspolitik würde eine andere Perspektive in die Parlamente bringen.

Ja genau, man sollte sie bestimmen können
und nicht durch innerparteiliches Wahlgeplänkel festlegen
Jugendquote jetzt!!

Mo77 07.09.2021 11:35

Zitat:

Zitat von pepusalt (Beitrag 1622155)
Das ist jetzt einfache Polemik :dresche

Hafu's Frage ist durchaus erlaubt, dass Rentner 'ohne Zukunft' selbstverständlich (!) wählen dürfen; die, die's betrifft, aber nicht.
Herabsetzung des Wahlalters auf 16 und stellvertretendes Wahlrecht für Minderjährige durch die Eltern wären Lösung für ein objektives Gerechtigkeitsproblem, keine Wahlergebnisverdrehung.
Wieder sind die Grünen Vorreiter in die richtige Richtung hierzu.

Wäre interessant gewesen wenn die Piraten sich nicht marginalisiert hätten und bei den 16-18 jährigen die Grünen abgehängt hätten.
Was glaubst wiedie Grünen abgestimmt hätten?

qbz 07.09.2021 11:38

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1622138)
.......
In der zunehmend vergreisenden Bundesrepublik Deutschland entscheiden überwiegend Menschen über die Zukunft dieses Landes und im Falle von Klimaschutz eben auch über die Zukunft dieses Planeten, die selbst kaum noch Zukunft haben.
......

Das ist, nimmt man den Satz wörtlich, einfach falsch. Nur jeder fünfte Wähler ist älter als 69, es handelt sich eindeutig um die Minderheit der Wahlberechtigten.
Ab wieviel Jahren hat ein Rentner heute kaum noch Zukunft? Ab 5, 10, 20, 30?

Zitat:

Jeder fünfte Wahlberechtigte ist bei der kommenden Bundestagswahl am 26. September 2021 älter als 69 Jahre. 12,8 Millionen der 60,4 Millionen Wahlberechtigten gehören dieser Altersgruppe an, wie der Bundeswahlleiter Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes, am Mittwoch, 17. Februar 2021, mitgeteilt hat.

Zweitstärkste Gruppe sind die 50- bis 59-Jährigen, zu denen rund 11,8 Millionen Wahlberechtigt zählen. Die 60- bis 69-Jährigen liegen mit 10,2 Millionen Wahlberechtigten auf Platz drei. Damit sind 57,8 Prozent aller Wahlberechtigten älter als 49 Jahre.
https://www.bundestag.de/parlament/b...atistik-822732

Die heutigen SeniorInnen haben auch mehrheitlich vor dem Seniorenalter eine Schmidt,-Kohl-, dann Schröder, dann Merkel Regierung gewählt, als es noch keine so grosse Parteiendifferenzierung gab und in der BRD vorwiegend ein 3-4-Parteiensystem bestand, welches sich jetzt quasi im Wahlverhalten bei diesen Gruppen im Alter teilweise fortsetzt (Stammwähler, die nicht zu Grün, AFD oder Linke (im Westen) wechselten), während die jüngeren in ein differenziertes Mehrparteiensystem hineingewachsen sind. Würde man z.B. die AFD zu der CDU zählen, ergäbe sich ein geringeres Ungleichgewicht bei der Altersgruppenverteilung bei der CDU.

In der Regel hilft das Ausspielen von Jung gegen Alt, von Arbeitslos gegen Beschäftigte, von Migranten gegen Einheimische, von Ostlern gegen Westlern, von Frauen gegen Männern usf., einfach von den wirklichen Gründen, weshalb ein Klima- und Umweltschutz bisher nicht gelungen ist, abzulenken.

Ein Wahlalter von 16 wäre natürlich, egal wie das Stimmverhalten ausfällt, IMHO sinnvoll.


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