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noam 16.09.2021 14:56

Zitat:

Zitat von El Stupido (Beitrag 1623614)
... als wenn das CDU/CSU Wahlkampfteam ihren Kandidaten gut eingestellt habe. ....

Wenn Ziel der Übung war möglichst unkonkret und verschwurbelt auf einfache und klare Fragestellungen zu entgegnen (weil antworten kann man das wohl eher nicht nennen), dann haben sie ihn wirklich gut vorbereitet.

Ich hatte permanent den Eindruck, dass Laschet wirklich keiner Frage konkrete Pläne entgegenstellte, sondern jedesmal abschloss mit dem Fazit, ja darum müssen wir uns dann auch kümmern.

Eigentlich hatten alle seine Antworten absolut klare Muster.

1. Frage wird mit eigenen Worten wiederholt
2. Es wird der gestellten Frage eine Berechtigung zugesprochen (als wenn es das bräuchte)
3. Es wird auf seine Amtsausübung in NRW verwiesen
4. Es wird mit dem Finger auf andere gezeigt, die bislang das Thema auch nicht angegangen sind
5. Er kommt zu dem Schluss, dass es Aufgabe der Politik ist, sich um die Anliegen der Wähler*innen zu kümmern


Im Ernst? Da kam so gar nichts konkretes. Weder dass entsprechende Summen im Haushalt für den Themenbereich vorgesehen sind (was Scholz sehr häufig angeführt hat) oder entsprechende Verweise auf das eigene Wahlprogramm (auf das Baerbock häufig verwiesen hat). Scholz und Baerbock kamen in der Beantwortung der Anliegen immer zu dem Schluss mit "darum haben wir das und das vor oder stellen die und die Summe bereit". Bei Laschet kam ein joa, ist wohl wichtig, müssen wa uns drum kümmern.


Da hat man finde ich das größte Manko der CDU gesehen. Man hört sich die Probleme zwar an, aber man hat außer Weiterwurschteln und Flickschuterei keine Vision in der Tasche.

Nepumuk 16.09.2021 16:46

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1623707)
Eigentlich hatten alle seine Antworten absolut klare Muster.

1. Frage wird mit eigenen Worten wiederholt
2. Es wird der gestellten Frage eine Berechtigung zugesprochen (als wenn es das bräuchte)
3. Es wird auf seine Amtsausübung in NRW verwiesen
4. Es wird mit dem Finger auf andere gezeigt, die bislang das Thema auch nicht angegangen sind
5. Er kommt zu dem Schluss, dass es Aufgabe der Politik ist, sich um die Anliegen der Wähler*innen zu kümmern


Im Ernst?

Wohl schon. Das ist eine standardisierte Antworttechnik, mit der man vermeidet, "falsche" Antworten zu gehen. Sowas muss man natürlich nur anwenden, wenn man inhaltlich so schwach ist, dass man nicht adhoc zum Kern seinen Geschäftes antworten kann.
Wie so jemand eine führende Industrienation führen können will, ist mir allerdings schleierhaft.

Drop 16.09.2021 17:36

[quote=noam;1623707

Eigentlich hatten alle seine Antworten absolut klare Muster.

1. Frage wird mit eigenen Worten wiederholt
2. Es wird der gestellten Frage eine Berechtigung zugesprochen (als wenn es das bräuchte)
3. Es wird auf seine Amtsausübung in NRW verwiesen
4. Es wird mit dem Finger auf andere gezeigt, die bislang das Thema auch nicht angegangen sind
5. Er kommt zu dem Schluss, dass es Aufgabe der Politik ist, sich um die Anliegen der Wähler*innen zu kümmern[/QUOTE]

:Lachanfall:

Zu 2 würde ich noch hinzufügen wollen, dass er das Thema / die Frage durch eigene Erfahrungen anreichert indem er ausführlich berichtet, was ihm widerfahren ist. Immerhin wissen wir nun u.a., dass er mal eine Schülerzeitung gemacht hat.

Trimichi 16.09.2021 17:59

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1623651)
Kann man ja heutzutage problemlos machen:
Wahlarena - mit Armin Laschet

Aber ich will den Typ möglichst überhaupt nicht mehr sehen.

Musst du auch nicht. Geh der Thematik einfach aus dem Weg. Was wissen wir über Armin Laschet:

1. er nervt
2. er hat schon mal eine Schülerzeitung gemacht
3. Er will Bundeskanzlerin werden
4. er lächelt alles Weg

und ist, wie wir dank Körbel wissen auch auf dem falschen Weg. Wir wissen auch, dass die CDU/CSU Wähler_innen überwiegend ältere Damen und Herren sind. Diese Bevölkerungsgruppe hat einen Anspruch auf sichere Renten. Wir können uns a) keinen Kohlekanzler leisten wegen dem Umweltthema und b) keine Annalena wegen dem Walpurgisnacht und Waldorfpädagogik-Faktor (in den Termini der ewig Gestrigen: Rudolf Steiner regiert die Welt mit Hilfe der Technologie von vorvorgestern?). Musste just an Lance Armstrong denken, der wird ja am Sonntag 50 Jahre alt und ist mit dem T-Shirt "we won two world wars" auf seinem Youtube-Kanal zu sehen.

Lange Rede kurzer Sinn: Scholz kommt in schwarz-weis auf den Wahlplakaten gut rüber, Baerbock ist um 10 Jahre jünger gemacht in Farbe und

5. Laschet hat wohl ein gutes Team um sich herum. In Farbe auch. Zumindest in den Zeitungen. Armin ist auch ein schöner Vorname. Olaf klingt irgendwie hohl und Annalena nach Gendermainstream usw.

So bin ich beruhigt, da ich doch, als CSU'ler, die CDU auf Bundesebene wählen kann. Und so spiegelt sich mein diesbezügliches Ich doch in der Außenwelt - oder ist es anders herum? ;) :Lachen2:

Mo77 16.09.2021 22:03

Zitat:

Zitat von Jimmi (Beitrag 1623659)
Habe ich da was falsch verstanden? Die Fragende in der Wahlarena war doch kein Kind, sondern eine Schülerin? Deine Wortwahl ist sehr suggestiv.

Lässt du es mir hier durchgehen, dass ich von Kindern rede??

merz 16.09.2021 22:15

Ich hab heute 5 min von dem Pro7 Kinder fragen …. mit Armin Laschet gesehen und fand es suspekt und ärgerlich, soll sich der Sender mal äussern wie er 10jährige so „scriptet“.
(Andere Folgen habe ich nicht gesehen, gut vorstellbar, dass da die Situation besser verstanden wird)

m.

Hafu 16.09.2021 23:15

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1623769)
Ich hab heute 5 min von dem Pro7 Kinder fragen …. mit Armin Laschet gesehen und fand es suspekt und ärgerlich, soll sich der Sender mal äussern wie er 10jährige so „scriptet“.
(Andere Folgen habe ich nicht gesehen, gut vorstellbar, dass da die Situation besser verstanden wird)

m.

Ich habe erst Scholz, dann Laschet gesehen. Die Fragen bei Scholz waren genauso "unkindlich" und durchaus unbequem, aber Schulz war zwar langweilig, hatte sich aber bis zum Schluss im Griff. Keine unangebrachte latente Aggressivität.

Late Night Berlin ist nunmal keine Kindersendung und das gesamte Setting mit rosanem Zelt und scheinbar lieben und naiven Kindern ist bewusst ausgelegtes Glatteis.
Das muss jedem Gast von vornherein bewusst sein und es geht bei dem Format nicht primär um die Fragen, sondern darum, wie der Befragte antwortet und wie er sich im Griff hat.

Laschet hat ein weiteres mal auf ganzer Linie versagt und sein auch in vielen anderen Situationen bereits gezeigter Hang zum Jähzorn war in den letzten Minuten des Interviews wieder zu erkennen.

TRIPI 16.09.2021 23:39

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1623774)
Ich habe erst Scholz, dann Laschet gesehen. Die Fragen bei Scholz waren genauso "unkindlich" und durchaus unbequem, aber Schulz war zwar langweilig, hatte sich aber bis zum Schluss im Griff. Keine unangebrachte latente Aggressivität.

Late Night Berlin ist nunmal keine Kindersendung und das gesamte Setting mit rosanem Zelt und scheinbar lieben und naiven Kindern ist bewusst ausgelegtes Glatteis.
Das muss jedem Gast von vornherein bewusst sein und es geht bei dem Format nicht primär um die Fragen, sondern darum, wie der Befragte antwortet und wie er sich im Griff hat.

Laschet hat ein weiteres mal auf ganzer Linie versagt und sein auch in vielen anderen Situationen bereits gezeigter Hang zum Jähzorn war in den letzten Minuten des Interviews wieder zu erkennen.

Vor allem waren die Fragen an Laschet weniger "volatil". Einen zukünftigen Bundeskanzler fragen ob Putin ein Mörder ist, mit dem er dann vielleicht regelmäßig verkehren muss, ist schon heftig. Scholz hat das gut gelöst finde ich.


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