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ThomasG 25.03.2020 08:30

Kekulé hat einige Aussage (u.a.) von Drosten indirekt mehrfach öffentlich breit zugänglich ziemlich hart kritisiert.
Das hat sogar so manchen Politikerprofi sichtlich erstaunt.
Ich weiß nicht warum Kekulé nicht eine andere Art der Kommunikation den Vorzug gegeben hat.
Man sollte anders miteinader umgehen, wenn es darum geht gemeinsam ein großes Problem zu bewältigen.
Die Art von Drosten sich zu geben ist mir rein menschlich sympathischer.

Jörn 25.03.2020 08:36

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1519857)
Wenn wir aber Impfen oder mit anderen Methoden die Verbreitung verhindern können

Ich bin mir nicht sicher, wie realistisch die Hoffnung auf einen frühzeitigen Impfstoff ist. Manchmal hört man Aussagen wie z.B. "ab Herbst", manchmal "frühestens Ende 2020, Anfang 2021". Der Punkt ist nicht die Entwicklung des Impfstoffs, sondern umfangreiche Tests, ob die Sicherheit gewährleistet ist.

Ich erinnere hier an das Contergan-Desaster, als ein harmlos wirkendes Beruhigungsmittel zu Fehlbildungen bei Neugeborenen führte. Ich will nicht behaupten, dass man die Substanzen vergleichen kann (noch haben wir ja keine Substanz). Sondern ich will nur illustrieren, warum man generell zögerlich ist, gesunden Menschen einen Impfstoff zu geben, der nicht ausreichend getestet wurde.

Vielleicht findet man zwischenzeitlich Medikamente, die zumindest die Symptome soweit lindern können, dass sie nicht lebensgefährlich sind.

Trimichi 25.03.2020 08:40

Zitat:

Zitat von Jörn (Beitrag 1519862)

Ich erinnere hier an das Contergan-Desaster, als ein harmlos wirkendes Beruhigungsmittel zu Fehlbildungen bei Neugeborenen führte. Ich will nicht behaupten, dass man die Substanzen vergleichen kann (noch haben wir ja keine Substanz). Sondern ich will nur illustrieren, warum man generell zögerlich ist, gesunden Menschen einen Impfstoff zu geben, der nicht ausreichend getestet wurde.

Danke. Keine ungenehmigten Experimente an Menschen. Der Impfstoff muss die Testreihen durchlaufen. Ein falscher oder vorzeitig verabreichter, nicht korrekt getesteter Impfstoff schädigt womöglich das Lungengewebe von Millionen !!!

abc1971 25.03.2020 08:49

Im gestrigen Podcast https://www.youtube.com/watch?v=nXEst3TFVm8
führt Droste aus, dass die erste Infektionswelle in Südkora wohl auf ein einziges Ereignis zurückging und dass sich dieser Effekt inzwischen überholt hat, da inzwischen immer mehr Infektionsketten entstanden sind.

Heißt für mich noch einmal: Es wird so lange es weder Medikament noch Impfung gibt, mit gutem Gewissen, keine Messen, Bundesligaspiele mit Publikum, Schützenfeste, Triathlon-Veranstaltungen und und und geben können.

Ich glaube, dass man trotzdem die Freigabe für solche Veranstaltungen bereits vorher geben wird. Es muss dann jeder für sich entscheiden, ob er so ein Risiko eingehen will.

Ic hahbe für mich entschieden, dass ich im Roth nicht starten werde, auch wenn die Veranstaltung im Juli stattfindet. Teilnehmer aus 50 Ländern, bei der Pasta-Party im Zelt, ist für mich eher ein Horror-Szenario in der derzeitigen Situation.

Jörn 25.03.2020 08:53

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1519856)
Ich traue aber New York (...) weitaus eher zu, das Covid-19-Problem in den Griff zu bekommen, aber natürlich nur zu dem erheblichen ökonomischen Preis, den auch Deutschland zur Umsetzung des essentiellen social distancing zahlen muss.

Ja, ich denke auch, dass für die Stadt New York alles nur mögliche in die Waagschale geworfen wird.

Auf der anderen Seite: Die Stadt ist extrem "verdichtet", d.h. die Leute leben dort teilweise in sehr kleinen Wohnungen, alles ist dicht an dicht. Gegessen wird sehr oft in Burger-Restaurants, selber kochen scheint die Ausnahme zu sein. In den Supermärkten gibt es praktisch keine Lebensmittel, die nicht viereckig sind. Man fährt Taxi und U-Bahn.

Das sind Faktoren, die es den New Yorkern schwer machen werden, die nötige Distanz zueinander zu wahren.

Das wiederum bedeutet, dass Maßnahmen (die Isolation) in New York ganz besonders rigoros ausfallen müssen. Es wird interessant sein, zu beobachten, wie die New Yorker dies organisieren.

Trimichi 25.03.2020 09:01

[quote=abc1971;1519866]Im gestrigen Podcast https://www.youtube.com/watch?v=nXEst3TFVm8
führt Droste aus, dass die erste Infektionswelle in Südkora wohl auf ein einziges Ereignis zurückging und dass sich dieser Effekt inzwischen überholt hat, da inzwischen immer mehr Infektionsketten entstanden sind.

Heißt für mich noch einmal: Es wird so lange es weder Medikament noch Impfung gibt, mit gutem Gewissen, keine Messen, Bundesligaspiele mit Publikum, Schützenfeste, Triathlon-Veranstaltungen und und und geben können.

Ich glaube, dass man trotzdem die Freigabe für solche Veranstaltungen bereits vorher geben wird. Es muss dann jeder für sich entscheiden, ob er so ein Risiko eingehen will.

Ic hahbe für mich entschieden, dass ich im Roth nicht starten werde, auch wenn die Veranstaltung im Juli stattfindet. Teilnehmer aus 50 Ländern, bei der Pasta-Party im Zelt, ist für mich eher ein Horror-Szenario in der derzeitigen Situation.[/QUOTE]

Du Weichei! ... :Huhu:

Du willst doch nur Deinen Startplatz für 1250 EUR gewinnbringend verhökern! ;)

Jörn 25.03.2020 09:05

Zitat:

Zitat von abc1971 (Beitrag 1519866)
Heißt für mich noch einmal: Es wird so lange es weder Medikament noch Impfung gibt, mit gutem Gewissen, keine Messen, Bundesligaspiele mit Publikum, Schützenfeste, Triathlon-Veranstaltungen und und und geben können.

Nicht unbedingt. Es gibt durchaus Chancen.

Die Verbreitung des Virus wird recht wahrscheinlich in Wellen verlaufen. Wir werden zuerst (im Moment) das öffentliche Leben reduzieren, dadurch könnte die Verbreitung verlangsamt werden. Aber entscheidend ist auch, dass sich in dieser Zeit viele Leute infizieren und anschließend wieder gesund werden. Dadurch sind sie immun.

Danach lockert man die Maßnahmen, und der Virus wird sich dann wieder etwas schneller verbreiten. Dies wäre also die zweite Welle. Aber jede Welle könnte schwächer werden als die vorherige, weil bereits einige Menschen immun geworden sind.

Ob das bis zum Sommer (für Roth) soweit sein wird, ist vermutlich unwahrscheinlich. Andererseits könnte sich das Virus in solchen Wellen totlaufen, bevor die ganze Welt geimpft werden konnte.

merz 25.03.2020 09:09

Mehr zum Problem der Meldezahlen in DE:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/...3-ff43e5e8abd6

m.

abc1971 25.03.2020 09:19

Mal wieder typisch NRW:
https://www.lokalkompass.de/muelheim...glich_a1332408

Unter diesen Voraussetzungen kann man die Kitas auch wieder komplett öffnen. Teilweise sind die jetzt schon bis zu 40% gefüllt.

iaux 25.03.2020 09:26

Zitat:

Zitat von Jörn (Beitrag 1519852)
Der entscheidende Punkt ist nicht die 60-70%, sondern wie schnell sie erreicht werden.

Dass wir diese Quote irgendwann erreichen, stets fest, sofern es keine Impfung gibt. Es kommt darauf an, dass es nicht ungebremst geschient, denn nur das wäre ein Horror-Szenario.

Wie schnell können die 60-70% erreicht werden?
Wenn ich ganz naiv rechne und annehme, dass 100000 Infizierte 1-2 Wochen brauchen um sich auszukurieren, unter der Annahme das 100.000 Infizierte das Höchstmaß ist, welches Deutschland verkraftet, dann benötigt man dafür 10 Jahre um auf so einen Wert zu kommen.
Wahrscheinlich übersehe ich irgendwas...

Trimichi 25.03.2020 09:34

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1519877)
Wie schnell können die 60-70% erreicht werden?
Wenn ich ganz naiv rechne und annehme, dass 100000 Infizierte 1-2 Wochen brauchen um sich auszukurieren, unter der Annahme das 100.000 Infizierte das Höchstmaß ist, welches Deutschland verkraftet, dann benötigt man dafür 10 Jahre um auf so einen Wert zu kommen.
Wahrscheinlich übersehe ich irgendwas...

Rechne mit 200.000 Infizierten, dann bist Du nahe an der allgemein gültigen Prognose und fünf Jahren, der Zeitraum auch bis wir das Virus ad acta legen können (stark vereinfacht, volksnahe und für BWLer berechnet).

merz 25.03.2020 09:34

Falschinformation über 60% - gelöscht, sry

m.

Jörn 25.03.2020 09:39

Es müssen ja nicht alle 82 Millionen Deutsche berücksichtigt werden.

Denn es könnte sein, dass wir zwischendrin die erneute Wiedervereinigung von "Modern Talking" erleben müssen, und dann gehen viele Leute gerne in den Freitod.


Trimichi 25.03.2020 09:40

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1519881)
Falschinformation über 60% - gelöscht, sry

m.

Habe ich noch gesehen. Eine Info konnte ich mir merken: Keyword = Alexander Kekule. Ist der eigentlich mit August Kekule verwandt? Oder ein "Trittbrettfahrer"?

M.

Trimichi 25.03.2020 09:43

Zitat:

Zitat von Jörn (Beitrag 1519883)
Es müssen ja nicht alle 82 Millionen Deutsche berücksichtigt werden.

Denn es könnte sein, dass wir zwischendrin die erneute Wiedervereinigung von "Modern Talking" erleben müssen, und dann gehen viele Leute gerne in den Freitod.


:Lachanfall:

p.s: allright ciao und tschüß für heute, muss ja radeln! :)

longtrousers 25.03.2020 09:47

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1519877)
Wie schnell können die 60-70% erreicht werden?
Wenn ich ganz naiv rechne und annehme, dass 100000 Infizierte 1-2 Wochen brauchen um sich auszukurieren, unter der Annahme das 100.000 Infizierte das Höchstmaß ist, welches Deutschland verkraftet, dann benötigt man dafür 10 Jahre um auf so einen Wert zu kommen.
Wahrscheinlich übersehe ich irgendwas...

Wenn 5% intensiv betreut werden müssen, sind das nur 5000 bei 100.000 infizierten. Ich glaube eher, dass D 25.000 intensiv betreuen könnte (widerspreche wenn ich falsch liege), das würde bedeuten 500.000 Infizierten und 2 Jahre bis 60-70%.

JeLü 25.03.2020 09:53

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1519856)
Dann müsste aber auch die Mortalität auf dem Niveau von Südkorea liegen und gemessen daran, dass die Infektwelle, die NewYork erreicht hat, erst 10 Tage alt ist, sind 200 Tote bei 15 000 Infizierten (Die Todeszahl hinkt normalerweise der Infektzahl ein bis zwei Wochen hinterher), zu groß.

Ich traue aber New York, das einen überdurchschnittlichen Bildunsstand hat, ebenso wie Wahington,das gute finanzielle Mittel und eine überdurchschnittliche medizinische Versorgung hat und das sich auch politisch wenig von Trump hineinreden lässt, weitaus eher zu, das Covid-19-Problem in den Griff zu bekommen, aber natürlich nur zu dem erheblichen ökonomischen Preis, den auch Deutschland zur Umsetzung des essentiellen social distancing zahlen muss.

Merz meint, dass die Anzahl der Tests in NY so hoch ist wie die in Südkorea. Nicht, dass die Anzahl der Fälle vergleichbar wäre.
Wer sich über den Verlauf in den USA informieren möchte, sollte hier vorbeischauen:
https://covidtracking.com/data/

Koschier_Marco 25.03.2020 09:54

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1519790)
Update zu New York, noch keine gute Quelle: die Falltahlen könnte sich sehr intensive Tests erklären, angeblich auf Niveau von Südkorea

m.

Kaum zu glauben, auf CNN wenn befragt können die Spitzenbeamten keine genauen Angaben machen über Masken, Tests, Ventilatoren usw völliges Chaos mit extrem hoher Dunkelziffer wegen fehlendem bezahlten Krankenstand und oder mangelnder KV.

Die ersten Berichte über Rechnungen für Covid Behandlungen im Bereich von 30-40.000 USD bei Unversicherten.

Das wird ein Supergau

Hafu 25.03.2020 10:17

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1519860)
Kekulé hat einige Aussage (u.a.) von Drosten indirekt mehrfach öffentlich breit zugänglich ziemlich hart kritisiert.
Das hat sogar so manchen Politikerprofi sichtlich erstaunt.
Ich weiß nicht warum Kekulé nicht eine andere Art der Kommunikation den Vorzug gegeben hat.
Man sollte anders miteinader umgehen, wenn es darum geht gemeinsam ein großes Problem zu bewältigen.
Die Art von Drosten sich zu geben ist mir rein menschlich sympathischer.

Wird zwar hier offtopic, aber die beiden haben eine extrem unterschiedliche Persönlichkeitsstruktur. Nichtsdestoweniger sind beide kompetent und vertrauen primär auf evidenzbasierte Ansätze, sind also in der Wissenschaft fest verankert.

Die Differenzen zwischen beiden resultieren daraus, dass diese Art der Pandemie derartig neu ist, dass für viele denkbare Maßnahmen eine wissenschaftliche Basis fehlt, so dass man in Teilbereichen Maßnahmen empfehlen muss, von denen man nur abschätzen kann, wie sie sich auswirken.

Kekulé hat auf Twitter und in Talkshows schon vor drei Wochen die Schließung von Kitas, Schulen und Unis gefordert (zu dem Zeitpunkt eher aus dem Bauch heraus). Drosten hat sich zu dem Zeitpunkt ziemlich klar dagegen ausgesprochen und ist erst vor 10 Tagen in seiner Meinung umgeschwenkt und hat erstmals zugegeben, dass Schulschließungen möglicherweise effektiv sind: prompt ist diese Maßnahme auch unmittelbar umgesetzt worden, weil Drosten der wichtigste wissenschaftliche Berater der Bundesregierung ist (und indirekt wohl auch die Bundesländer auf ihn hören).

Auf Kekulé hört die Politik nicht ansatzweise so aufmerksam, vielleicht auch, weil er viel dominanter auftritt, was die meisten Politiker wenig schätzen. Politiker wollen beraten werden, aber ihre Entscheidungen selbst treffen und diese Rolle füllt Drosten deutlich besser aus.

Man muss aber sagen, dass Kekulé angesichts der mittlerweile auch aus anderen Ländern vorliegenden Daten im Nachhinein recht behalten hat: befristete Schulschlißeungen sind effektiv (diese Meinung vertritt auch Drosten mittlerweile) und hätte schon, wie von ihm gefordert, früher in Deutschland beschlossen werden sollen. Auch deswegen ist Kekulé vermutlich immer noch ein Stück weit beleidigt.

dr_big 25.03.2020 10:19

Zitat:

Zitat von abc1971 (Beitrag 1519866)
...

Ic hahbe für mich entschieden, dass ich im Roth nicht starten werde, auch wenn die Veranstaltung im Juli stattfindet. Teilnehmer aus 50 Ländern, bei der Pasta-Party im Zelt, ist für mich eher ein Horror-Szenario in der derzeitigen Situation.

Als Sportler hätte ich da jetzt wenig Bedenken. Einfach Abstand halten, keine Pasta-Party. Solarer Berg könnte man das Publikum auf Distanz halten, im Zielbereich nicht lange aufhalten. Das Problem sind eher die Zuschauermassen.

dr_big 25.03.2020 10:23

Zitat:

Zitat von JeLü (Beitrag 1519888)
Merz meint, dass die Anzahl der Tests in NY so hoch ist wie die in Südkorea. Nicht, dass die Anzahl der Fälle vergleichbar wäre.
Wer sich über den Verlauf in den USA informieren möchte, sollte hier vorbeischauen:
https://covidtracking.com/data/

Sehr interessant, da auch Testzahlen mit angegeben sind. Erstaunlich, dass 10% der positiv getesteten in stationärer Behandlung sind.

fastrainer 25.03.2020 10:24

Zitat:

Zitat von Jörn (Beitrag 1519870)
Nicht unbedingt. Es gibt durchaus Chancen.

Die Verbreitung des Virus wird recht wahrscheinlich in Wellen verlaufen. Wir werden zuerst (im Moment) das öffentliche Leben reduzieren, dadurch könnte die Verbreitung verlangsamt werden. Aber entscheidend ist auch, dass sich in dieser Zeit viele Leute infizieren und anschließend wieder gesund werden. Dadurch sind sie immun.

Danach lockert man die Maßnahmen, und der Virus wird sich dann wieder etwas schneller verbreiten. Dies wäre also die zweite Welle. Aber jede Welle könnte schwächer werden als die vorherige, weil bereits einige Menschen immun geworden sind.

Ob das bis zum Sommer (für Roth) soweit sein wird, ist vermutlich unwahrscheinlich. Andererseits könnte sich das Virus in solchen Wellen totlaufen, bevor die ganze Welt geimpft werden konnte.

Ist es aber nicht so, dass ich nach meiner Immunisierung, ich bei einer erneuten Ansteckung zwar nicht selbst erkranke, den Virus aber trotzdem wieder verbreiten kann.

Nobodyknows 25.03.2020 10:29

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1519895)
Als Sportler hätte ich da jetzt wenig Bedenken. Einfach Abstand halten, keine Pasta-Party. Solarer Berg könnte man das Publikum auf Distanz halten, im Zielbereich nicht lange aufhalten...

Bei solchen Überlegungen werden gerne die Helfer und ihr Alter vergessen.

Gruß
N. :Huhu:

Jörn 25.03.2020 10:30

Zitat:

Zitat von fastrainer (Beitrag 1519899)
Ist es aber nicht so, dass ich nach meiner Immunisierung, ich bei einer erneuten Ansteckung zwar nicht selbst erkranke, den Virus aber trotzdem wieder verbreiten kann.

Immunität bedeutet, dass der Körper den Virus bekämpfen kann, sodass er sich nicht vermehren kann. Die Menge der Viren in einem solchen immunen Körper dürfte recht gering sein.

Natürlich kannst Du allein durch Türgriffe den Virus an andere Personen weitergeben.

Nur: Es ging ja nicht um einzelne immune Personen, sondern dass ein immer größer Teil der Bevölkerung immun wird. Also hat das Virus immer weniger Möglichkeiten, tatsächlich einen Wirt zu finden. Darauf kommt es an.

lifty 25.03.2020 10:31

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1519794)
Hast du das selbst gesehen ?
Oder nur gelesen ?

Solche Schlagzeilen dienen ja auch dazu, die Bereitschaft der Bevölkerung für restriktive Maßnahmen zu erhöhen ...

Nachweislich in Berlin so passiert (mehrfach).

fastrainer 25.03.2020 10:34

Macht Sinn, danke

Marsupilami 25.03.2020 10:53

Zitat:

Zitat von Nobodyknows (Beitrag 1519902)
Bei solchen Überlegungen werden gerne die Helfer und ihr Alter vergessen.

Gruß
N. :Huhu:

"Absage von Fußballspielen wegen Corona? Versteh ich nicht, aufm Platz gehts eigentlich..", sagte der Bundesligafußballer. :Cheese:

DocTom 25.03.2020 10:58

Zitat:

Zitat von Jörn (Beitrag 1519903)
Immunität bedeutet, dass der Körper den Virus bekämpfen kann, sodass er sich nicht vermehren kann. Die Menge der Viren in einem solchen immunen Körper dürfte recht gering sein.
... Also hat das Virus immer weniger Möglichkeiten, tatsächlich einen Wirt zu finden. Darauf kommt es an.

:Danke: , und Impfung beschleunigt halt die gewünschte Herdenimmunität, weshalb bei "harmlosen Viren" früher ja auch Lebendimpfstoffe wg der einfacheren und schnelleren Herstellung eingesetzt wurden oder einfach von (Kinder-)Ärzten eine "Ansteckungsparty" empfohlen wurden. In meiner Kindheit sogar noch für Mumps, Röteln und Scharlach-Erkrankungen!!!

Wegen der schlechten Steuerbarkeit und der Nebenwirkungen dieser Methoden werden heute aber DNA oder RNA Impfstoffe entwickelt, die sogar den Protein-Antigenimpfstoffen gegenüber noch Vorteile haben (müssten / sollen).
:Blumen:

Bei den echten Pocken gab es damals ja glücklicherweise die, eine identische Immunantwort produzierenden, Kuhpocken, die als Impfstoff wirksam waren und halfen, die Pocken (nahezu) komplett auszurotten!

merz 25.03.2020 11:06

Da heute morgen im TV (MoMA) Nida-Rümelin - ältere werden sich noch erinnern, er war mal Staatsminister unter Schröder, aber eigentlich ist er ein (akademisch recht angesehener) Philosoph - wieder mit den 25.000 Grippetoten angekommen ist -

hier mal mehr Material: RKI Bericht aus 2018, Seite 46 sq. erklärt und liefern Zahlen.

https://edoc.rki.de/bitstream/handle...=1&isAllowed=y


(der Philosoph meint dann auch: lass die Jungen mal machen, Alte und Risikopersonen werden dann einfach wegisoliert: https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-m...krise-100.html)

m.

BananeToWin 25.03.2020 11:11

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1519914)
hier mal mehr Material: RKI Bericht aus 2018, Seite 46 sq. erklärt und liefern Zahlen.

Was willst du damit aussagen?

merz 25.03.2020 11:18

da steht ein Beschreibung der Methodik wie man zu den Zahlen kommt und eine Zeitreihe über mehr als 10 Jahre

eine bessere Quelle dazu kenne ich nicht.

m.

Hafu 25.03.2020 11:29

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1519914)
Da heute morgen im TV (MoMA) Nida-Rümelin - ältere werden sich noch erinnern, er war mal Staatsminister unter Schröder, aber eigentlich ist er ein (akademisch recht angesehener) Philosoph - wieder mit den 25.000 Grippetoten angekommen ist -

hier mal mehr Material: RKI Bericht aus 2018, Seite 46 sq. erklärt und liefern Zahlen.

https://edoc.rki.de/bitstream/handle...=1&isAllowed=y


(der Philosoph meint dann auch: lass die Jungen mal machen, Alte und Risikopersonen werden dann einfach wegisoliert: https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-m...krise-100.html)

m.

Und schon wieder der Influenzavergleich...

Eine Covid-19-Erkrankung ist keine Influenzaerkrankung und deshalb kann man die bei der Influenza bekannten und bewährten Behandlungs- und Infekteindämmungsstrategien auch nicht 1:1 auf die jetzige Pandemie übertragen. Es gibt einfach zuviel Unterschiede zwischen den Erregern (Ausbreitungsrate, Mortalität).
"Alte und Risikopersonen wegisolieren" funktioniert bei Influenza sehr gut (und würde man bei einer Influenza-Pandemie als sog. Protection-Strategie auch machen (entsprechende Influenza-Pandemiepläne liegen bei WHO und RKI in der Schublade), aber es funktioniert bei Covid-19 bei weitem nicht so gut, v.a. wegen der Replizierung des SARS-COV-2-Virus in der Rachen- und Mundschleimhaut, was zur Folge hat, dass selbst Infizierte ohne oder mit nur minimalen Symptomen hoch ansteckend sein können.
Influenza ist meist erst dann wirklich ansteckend, wenn der erkrankte auch starke Symptome entwickelt hat, was die Detektierung von Erkrankte wesentlich erleichtert.

Alte und Risikopersonen werden in unserer Gesellschaft meist von Jüngeren betreut (in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Pflegediensten) und lassen sich deshalb nicht auf Dauer "wegisolieren" (es geht bei der jetzigen Pandemie ja nicht um zwei oder drei Wochen, sondern eher um Monate bis Jahre, je nachdem wann ein Impfstoff oder eine effektive Behandlungsmethode verfügbar ist).

Risikopersonen für Covid-19 sind z.B. auch über 50jährige Männer mit BMI von über 30. In unserer Gesellschaft stehen diese meist voll im Berufsleben und lassen sich dann erst recht kaum wegisolieren.

TriVet 25.03.2020 11:30

Zitat:

Zitat von DocTom (Beitrag 1519913)
Bei den echten Pocken gab es damals ja glücklicherweise die, eine identische Immunantwort produzierenden, Kuhpocken, die als Impfstoff wirksam waren und halfen, die Pocken (nahezu) komplett auszurotten!

Kleiner klugschiss dazu:
Das ganze war sogar namensgebenden für die https://de.m.wiktionary.org/wiki/Vakzine. ;)

merz 25.03.2020 11:55

Danke Hafu für die ausführlichen Erläuterungen - je länger die Maßnahmen andauern und je mehr die wirtschaftlichen Schäden sichtbar werden, je stärker wird der Druck mal wieder irgendwie auf normal zu gehen (*) ..... das wird ein Kampf


Wieler vom RKI war heute - fand ich - düster: „ Es ist noch völlig offen, wie es sich weiter entwickelt, wir haben gerade erst damit begonnen, Corona zu bekämpfen."
Meldeproblematik hat er auch nochmal erklärt
m.

P.S.: (*) hier verliert der OB von Düsseldorf fast die Nerven, „sind wir noch auf dem richtigen Weg...“: https://rp-online.de/panorama/corona...f_aid-49725663 , da kommt noch mehr und das schnell

Stefan 25.03.2020 12:14

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1519928)
Wieler vom RKI war heute - fand ich - düster: „ Es ist noch völlig offen, wie es sich weiter entwickelt, wir haben gerade erst damit begonnen, Corona zu bekämpfen."

Wieler heute: "Wir sind am Anfang der Epidemie!"

vs.

Nach der Empfehlung für eine verlängerte Aussetzung des Spielbetriebs in der 1. und 2. Bundesliga hofft die Deutsche Fussball Liga nach Informationen der "Bild"-Zeitung auf eine Wiederaufnahme Mitte Mai.

:confused:

Hafu 25.03.2020 12:16

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1519928)
Danke Hafu für die ausführlichen Erläuterungen - je länger die Maßnahmen andauern und je mehr die wirtschaftlichen Schäden sichtbar werden, je stärker wird der Druck mal wieder irgendwie auf normal zu gehen ..... das wird ein Kampf

Das wird sicher schwierig, aber es ist unausweichlich, dass die Maßnahmen ein Stück weit zurück gefahren werden (Spätestens ab Ostern). Im Augenblick haben wir (meiner Meinung nach) ein wenig über das Ziel hinausgeschossen und die Kontrolle über die Epidemie lässt sich vermutlich auch mit weniger restriktiven Maßnahmen behalten.
Statt Geschäfte, Cafes und Gaststätten komplett zu schließen, könnte man deren Betrieb auch unter Auflagen erlauben (z.B. nur eine bestimmte Anzahl von Kunden in Abhängigkeit der qm-Zahl gleichzeitig im Geschäft, Abstandsregelns usw.) So ähnlich wird es ja auch in manchen Lebensmittelgeschäften gehandhabt.

Auch Schulunterricht ist unter erweiterten Hygienerichtlinien denkbar (Begrenzung der Klassengröße, Verzicht auf gleichzeitige Schulpausen etc.).

Nach jedem Drehen an einzelnen Stellschrauben muss man halt 14 Tage später analysieren, wie sich die Infektzahlen verhalten und gegebenfalls nachjustieren.


Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1519928)
Wieler vom RKI war heute - fand ich - düster: „ Es ist noch völlig offen, wie es sich weiter entwickelt, wir haben gerade erst damit begonnen, Corona zu bekämpfen."
Meldeproblematik hat er auch nochmal erklärt
m.

Die Erklärung habe ich nicht gehört, da keine Zeit, aber mit den Zahlen beschäftige ich mich seit Wochen und der oben verlinkte Spiegelartikel hat das Problem heute ja auch beleuchtet.
Es ist ein Skandal, dass wir Woche für Woche jeweils am Wochenende in derartig ungenaue Meldezahlen hineinlaufen, angesichts der enormen Bedeutung, die die Meldezahlen für die gesammte Gesellschaft und insbesondere auch für Entscheidungsträger (=Politiker, beratende Experten) in Deutschland haben.
Das Problem wird man nicht sofort lösen können, weil es auch mit der Personalpolitik der Vergangenheit zusammenhängt und mit der Struktur des Meldewesens, aber ich finde es bemerkenswert, dass z.B. die Meldezahlen aus Bayern gemäß RKI kein "Wochenendloch" in den letzten drei Wochen gehabt haben, d.h. in sich konsistent sind und die jeweiligen infekttrends am Samstag und Sonntag jeweils weitergelaufen sind, während in den letzten drei Wochen die Meldezahlen aus NRW an jedem Samstag und Sonntag vom Trend abweichend nach unten gegangen sind und dann am darauffolgenden Montag dafür massiv nach oben gegangen sind durch Nachmeldungen.

Das unterstreicht, dass es wohl offensichtlich möglich ist, in Zusammenarbeit von Labors, Gesundheitsämtern und Gesundheitsministerium in manchen Bundesländern vernünftige Zahlen zu produzieren und in anderen Bundesländern gerade am Wochenende plötzlich Sand im Getriebe ist. So sehr ich jedem Beamten seine Wochenendruhe in den jetzigen stressigen Zeiten auch gönne. In der derzeitigen Situation darf es so eine Bundesland-bezogene Melderhythmik nicht geben!

Helios 25.03.2020 12:22

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1519935)
...
in Zusammenarbeit von Labors, Gesundheitsämtern und Gesundheitsministerium in manchen Bundesländern vernünftige Zahlen zu produzieren und in anderen Bundesländern gerade am Wochenende plötzlich Sand im Getriebe ist.
........

gestern wurde der Leiter eines "renomierten" Münchner Labors im Radio interviewt - man denkt an einen Hammer-Laden - er könne so 500 Beprobungen pro Tag auswerten, manchmal gehen aber nur 300, da schon mal Reagenzien fehlen......

:Maso: :Maso:

TriAdrenalin 25.03.2020 12:35

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1519919)
Und schon wieder der Influenzavergleich...

Mann kann nur noch fassungslos sein, dass diese unsinnigen Vergleiche nach wie vor angestellt werden...
:Maso:

DocTom 25.03.2020 12:38

Vieleicht kommt eine gute Meldung aus Oxford:
https://www.godmode-trader.de/artike...edacht,8234753

wäre uns allen ja zu wünschen!

Bleibt gesund und trainiert das Fell wieder dicker...:Blumen:

TriAdrenalin 25.03.2020 12:39

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1519935)
Das wird sicher schwierig, aber es ist unausweichlich, dass die Maßnahmen ein Stück weit zurück gefahren werden (Spätestens ab Ostern). Im Augenblick haben wir (meiner Meinung nach) ein wenig über das Ziel hinausgeschossen und die Kontrolle über die Epidemie lässt sich vermutlich auch mit weniger restriktiven Maßnahmen behalten.
Statt Geschäfte, Cafes und Gaststätten komplett zu schließen, könnte man deren Betrieb auch unter Auflagen erlauben (z.B. nur eine bestimmte Anzahl von Kunden in Abhängigkeit der qm-Zahl gleichzeitig im Geschäft, Abstandsregelns usw.) So ähnlich wird es ja auch in manchen Lebensmittelgeschäften gehandhabt.

Auch Schulunterricht ist unter erweiterten Hygienerichtlinien denkbar (Begrenzung der Klassengröße, Verzicht auf gleichzeitige Schulpausen etc.).

Nach jedem Drehen an einzelnen Stellschrauben muss man halt 14 Tage später analysieren, wie sich die Infektzahlen verhalten und gegebenfalls nachjustieren.




Die Erklärung habe ich nicht gehört, da keine Zeit, aber mit den Zahlen beschäftige ich mich seit Wochen und der oben verlinkte Spiegelartikel hat das Problem heute ja auch beleuchtet.
Es ist ein Skandal, dass wir Woche für Woche jeweils am Wochenende in derartig ungenaue Meldezahlen hineinlaufen, angesichts der enormen Bedeutung, die die Meldezahlen für die gesammte Gesellschaft und insbesondere auch für Entscheidungsträger (=Politiker, beratende Experten) in Deutschland haben.
Das Problem wird man nicht sofort lösen können, weil es auch mit der Personalpolitik der Vergangenheit zusammenhängt und mit der Struktur des Meldewesens, aber ich finde es bemerkenswert, dass z.B. die Meldezahlen aus Bayern gemäß RKI kein "Wochenendloch" in den letzten drei Wochen gehabt haben, d.h. in sich konsistent sind und die jeweiligen infekttrends am Samstag und Sonntag jeweils weitergelaufen sind, während in den letzten drei Wochen die Meldezahlen aus NRW an jedem Samstag und Sonntag vom Trend abweichend nach unten gegangen sind und dann am darauffolgenden Montag dafür massiv nach oben gegangen sind durch Nachmeldungen.

Das unterstreicht, dass es wohl offensichtlich möglich ist, in Zusammenarbeit von Labors, Gesundheitsämtern und Gesundheitsministerium in manchen Bundesländern vernünftige Zahlen zu produzieren und in anderen Bundesländern gerade am Wochenende plötzlich Sand im Getriebe ist. So sehr ich jedem Beamten seine Wochenendruhe in den jetzigen stressigen Zeiten auch gönne. In der derzeitigen Situation darf es so eine Bundesland-bezogene Melderhythmik nicht geben!

Nun ja, auch für die zuständigen Institutionen ist dies eine neue und herausfordernde Situation. Unsere föderale Struktur ist hierbei sicherlich auch nicht förderlich.

Wie hieß es früher so schön bei unseren Messtechnikern:
"Wer misst, misst Mist" und "Wer viel misst, misst viel Mist"


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