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LidlRacer 06.05.2020 00:10

JETZT im ZDF:

Leschs Kosmos - Wege aus der Krise

Oder hier:
https://www.zdf.de/wissen/leschs-kos...krise-100.html

ThomasG 06.05.2020 07:18

Zitat:

Zitat von Antracis (Beitrag 1530191)
Nimmst Du denn Wodarg wirklich als Wissenschaftler in einem relevanten Diskurs wahr ? Ich nicht, ich sehe nur jemanden, der auf seiner Website eine relativ wild fluktuierende Zusammenstellung aus selektiven wissenschaftlichen Fakten und gesellschaftspolitischen Ereignissen darbietet.

Sofern die verlinkten Artikel von der angeblich nicht existierenden Pandemie überholt wurden, da gab es einige Beispiele z.B. Zu Japan, werden die kommentarlos entfernt. Da ist für mich in keinster Weise irgendein Wille zur Auseinandersetzung mit anderen Meinungen zu erkennen, es geht schlicht um systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o. ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen. Sowas ist keine Wissenschaft, sondern Propaganda.

Wissenschaft funktioniert, indem man eine Hypothese aufstellt und dann beständig prüft, was dagegen sprechen könnte. Dazu ist man gezwungen, weil das einem sonst die Kollegen auf dem nächsten Kongress um die Ohren hauen.

Verschwörungstheorie ist einfacher, es reicht ein einziger Fakt, der einfach nur für die Hypothese sprechen könnte. Dann wird man zwar von echten Wissenschaftlern ausgelacht, aber hat eine Million Klicks auf Facebooks sicher.

Wenn man als Wissenschaftler nicht mehr publiziert, entzieht man sich auch prinzipiell einem fachlichen Diskurs. Klar, man kann immer noch gut sein und Recht haben, aber wer will das wie beurteilen ?

Letztlich stört mich das auch bei Püschel. Da findet die Publikation bisher, wie auch zunächst die Heinsbergstudie, in Talkshows statt. Das ist keine Grundlage für andere Experten, in eine sachliche Auseinandersetzung darüber einzutreten. Darauf bin ich aber angewiesen, wenn ich das von der Seitenlinie halbwegs verlässlich beurteilen will.

Und ich habe bisher ehrlich gesagt im internationalen Diskurs keine wirklich bedeutsame Stimme gegen die Existenz einer bedrohlichen Pandemiesituation wahrgenommen. Streeck hat sich da sehr differenziert geäußert, auch der Statistiker Ioannidis hat die Pandemie und die Erstmaßnahmen nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Prof. Mölling äußert sich mittlerweile ebenfalls deutlich differenzierter in Interviews.

Bleiben letztlich Bhakdi und Wodarg übrig, der eine lange aus dem Geschäft, der andere von sehr geringen akademischen Ruf. Und beide predigen mehr als dass sie argumentieren. Und dann Interviews mit Jepsen, Herrmann und Lovelock. Das ist nicht weit von Hildmann und Naidoo entfernt, die sich gerade zum nationalen Gespött machen.

Dagegen dann die Annahme zu stellen, dass sich die anderen 97% der Wissenschaftler auch irren könnten, ist mir persönlich zu einfach. Klar, Bill Gates könnte das ganze auch eingefädelt haben, um uns Chips einzupflanzen. Möglich ist alles. Natürlich findet man auch Indizien dafür, dass es so sein könnte und kann mögliche Gründe und Motive benennen.

Aber wissenschaftlich wäre es doch erstmal notwendig, die wesentlichen wissenschaftlichen Fakten der anderen 97 Prozent argumentativ zu entkräften.

Auch dieser Beitrag und auch die letzten von Schwarzfahrer haben mich zum Denken angeregt, trotz der unterschiedlichen Sichtweisen.
Ab und zu kam wurden in diesem Forum Vertreter ungewohnter Ansichten für meinen Geschmack so beschrieben, als würden sie bevorzugt sich so äußern, dass eigentlich jeder, der nicht völlig minderbemittelt ;-) ist oder sonst eine sehr eigene Persönlichkeit in sich trägt, sehr schnell bemerken müsste, dass sie ziemlich Dämliches von sich geben.
Das ist in meinen Augen auf keinen Fall immer so.
Da muss man schon unterscheiden.
Wenn man sie alle über einen Kamm schert, schadet man seinem eigentlichen Anliegen sehr oder kann ihm zumindest sehr schaden.
Man beleidigt nämlich indirekt so manchen.
Ausgrenzen ist auch sehr, sehr schlecht und zwar ganz grundsätzlich meiner Meinung nach, weil man dadurch randständige Leute zusammenbringt und dafür sorgt, dass deren Kontakte wesentlich weniger vielschichtig werden z.B..
Wenn mir jemand sagt, ich solle die Bildzeitung nicht lesen indirekt (um ein anderes Beispiel zu nennen) oder es kann zumindest auch so verstanden werden, dann empfinde ich das als Beleidfigung.
Solche Blätter habe ich in meinem ganzen Leben noch nie wertgeschätzt.
Eva Hermann ist rund um die Wissensmanufaktur ziemlich aktiv und hat da wohl starke Verbindungen.
Im Zusammenhang mit den Themenumfeldern Geldschöpfung und Zinseszinseffekt habe ich in dem Umfeld schon in meinen Augen einiges gehört und gesehen, worüber man durchaus mal sehr intensiv nachdenken sollte.
Das vergesse ich nicht.
Genau wie ich es nicht vergesse, dass ich von Jebsen auch schon Worte gehört und gelesen habe, die in meinen Augen auf keinen Fall primitiv waren.
Ich bin nicht dauernd in diesen Umfeldern unterwegs, aber ab und zu war ich es im Laufe der Jahre für bestimmte Perioden, weil es gelungen ist mein Interesse an ungewohnten Ansichten beispielsweise zu wecken.
Wie von anderen Leuten habe ich von solchen Menschen auch schon Worte gehört, die ich jetzt nicht so wahnsinnig stark fand und auch das bemerke ich dann in der Regel und merke es mir.
Auch sehr gebildete und intelligente Leute bestehen nicht nur aus ihrem Geist.
Ihre Psyche und ihre Emotionen leiten auch sie sehr stark.
So kann man manches auch erklären, was eigentlich nicht zu hoher Intelligenz und hoher Bildung passt.

Nobodyknows 06.05.2020 07:49

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1530195)
...
Genau wie ich es nicht vergesse, dass ich von Jebsen auch schon Worte gehört und gelesen habe, die in meinen Augen auf keinen Fall primitiv waren...

Och Menno, Thomas! :(
Haste Dir den Lesch angeschaut den Lidl verlinkt hat? Das wäre -wenn es schon "Corona" sein muss- meine Empfehlung. :bussi:

Und wenn Du dies getan hast, dann bemühe doch bitte im Hinblick auf Herrschaften wie Jebsen, Herman, Naidoo, Hildmann und anderen Knalltüten das gute alte Cui bono?

Gruß
N. :Huhu:

PS: Lebst Du eigentlich alleine oder gibt es in deinem Haushalt noch andere Personen?

ThomasG 06.05.2020 07:58

I`m lonely, lonely, lonely! -> https://www.youtube.com/watch?v=99f_P5YKnX8

Naja - der Lesch wirkt auf mich auch schon recht eitel, aber er hat mal was zum Thema Zinseszins und Geldschöpfung verlauten lassen und das sogar ziemlich öffentlichkeitswirksam.
Das hat mir gefallen :-).
Ob er aktuell gerne darauf angesprochen würde, weiß ich aber nicht so recht ;-).
Lesch äußert sich jetzt schon für meinen Geschmack ziemlich vielschichtig.
Er ist doch glaube ich Physiker - eigentlich.

Helmut S 06.05.2020 08:27

Zitat:

Zitat von Nobodyknows (Beitrag 1530197)
[...] das gute alte Cui bono?

Bitte nicht. Eine - im Besten Fall - Korrelation ist keine Kausalität. Und ein gutes und richtiges Argument ist ein gutes und richtiges Argument. Da spielt es keine Rolle von wem es kommt. Lieber den guten alten Faktencheck. ;) :Blumen:

ThomasG 06.05.2020 08:44

Vor vielleicht so 15 Jahren wusste ich nicht einmal was cui bono überesetzt heißt.
Aus dem Zusammenhang bzw. wahrscheinlich mit Hilfe von Wikipedia (Schande über mich ;-)!) habe ich mir dann einigermaßen (! ;-)) Sicherheit verschafft.
Ich frage mich ziemlich oft, wem, welche Verhaltensmuster warum nützen könnten, auch in Bezug auf die Coronakrise.
Rein menschlich schon ist es für mich nachvollziehbar und nicht unbedingt unsympathisch, dass man dazu neigt Leute, die man prinzipiell mag eher zu schonen und andere, die man nicht mag eher anzugreifen.
Im Leben gibt es oft Abhängigkeiten.
Viele wollen zumindest innerlich zu einer oder mehreren Gruppen dazugehören und wissen, dass es da schon ungeschriebene Regeln gibt, gegen die man zumindest nicht zu oft bzw. zu intensiv verstoßen sollte, wenn man nicht will, dass zumindest der Versuch des Ausschlusses von manchen Gruppenmitgliedern gestartet wird.
Mit Anerkennung und Geld kann man schon viele beeinflussen.

So genug gelabert für heute morgen ;-).

Wünsche Euch einen schönen Tag!

Schwarzfahrer 06.05.2020 09:24

Zitat:

Zitat von Antracis (Beitrag 1530191)
Nimmst Du denn Wodarg wirklich als Wissenschaftler in einem relevanten Diskurs wahr ?

Mir geht es darum, eine Aussage von wem auch immer nach dessen Inhalt zu beurteilen, in diesem Fall um danach, ob es Gedanken beinhaltet, die möglich sind und so zu einer Diskussion, zu Überlegungen beitragen können. Und mir geht es darum, nicht Aussagen auf Grund dessen zu verwerfen, wer sie getätigt hat. Das fördert genau die vielbeklagte "Spaltung" der Gesellschaft in "Richtig denkende" und "falsch Denkende". Dabei hat nie einer 100% Recht oder irrt sich zu 100%, jeder kann ein Quentchen beitragen, und diese nachdenkenswerten Anteile gilt es in jeder Meinung zu suchen und zu diskutieren, ohne alles wegen einer Zuordnung zu einem falschen Lager, oder wegen nachweisbarer Irrtümer in einzelnen Punkten zu verwerfen.

ThomasG drückt es anders aus, aber ich finde es recht treffend:
Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1530195)
Ab und zu wurden in diesem Forum Vertreter ungewohnter Ansichten für meinen Geschmack so beschrieben, als würden sie bevorzugt sich so äußern, dass eigentlich jeder, der nicht völlig minderbemittelt ;-) ist oder sonst eine sehr eigene Persönlichkeit in sich trägt, sehr schnell bemerken müsste, dass sie ziemlich Dämliches von sich geben.
Das ist in meinen Augen auf keinen Fall immer so.
Da muss man schon unterscheiden.
Wenn man sie alle über einen Kamm schert, schadet man seinem eigentlichen Anliegen sehr oder kann ihm zumindest sehr schaden.
Man beleidigt nämlich indirekt so manchen.
Ausgrenzen ist auch sehr, sehr schlecht und zwar ganz grundsätzlich meiner Meinung nach, weil man dadurch randständige Leute zusammenbringt und dafür sorgt, dass deren Kontakte wesentlich weniger vielschichtig werden z.B..

Zitat:

Zitat von Antracis (Beitrag 1530191)
Wissenschaft funktioniert, indem man eine Hypothese aufstellt und dann beständig prüft, was dagegen sprechen könnte. Dazu ist man gezwungen, weil das einem sonst die Kollegen auf dem nächsten Kongress um die Ohren hauen.

Das gilt aber für beide Seiten: auch die aktuelle "Mainstreammeinung" muß prüfen, was dagegen sprechen könnte - also die Hypothesen, nicht die Menschen, die diese aussprechen.
Zitat:

Zitat von Antracis (Beitrag 1530191)
Wenn man als Wissenschaftler nicht mehr publiziert, entzieht man sich auch prinzipiell einem fachlichen Diskurs. Klar, man kann immer noch gut sein und Recht haben, aber wer will das wie beurteilen ?

Man kann und sollte die Inhalte der einzelnen Aussage beurteilen, nicht den Menschen auf Grund der Historie. Wer viel publiziert ist möglicherweise erfolgreicher, hat die besser dotierten Jobs, wird dadurch nicht zum besseren Wissenschaftler. Das sind zwei grundverschiedene Fähigkeiten, mit nur mäßigem Zusammenhang.
Zitat:

Zitat von Antracis (Beitrag 1530191)
Und ich habe bisher ehrlich gesagt im internationalen Diskurs keine wirklich bedeutsame Stimme gegen die Existenz einer bedrohlichen Pandemiesituation wahrgenommen. Streeck hat sich da sehr differenziert geäußert, auch der Statistiker Ioannidis hat die Pandemie und die Erstmaßnahmen nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Prof. Mölling äußert sich mittlerweile ebenfalls deutlich differenzierter in Interviews.

Nicht jeder ist fähig oder gewillt, sich differenziert zu äußern. Trotzdem können Teile ihrer Aussagen stimmen. In diesem Fall gibt es auch viele "gemäßigte", die die Angst vor Corona und das Ausmaß von Maßnahmen für übertrieben halten. Das gibt es dann Abstufungen bis hin zur vermutlich übertriebenen Verharmlosung a la Wodarg (der vielleicht aus ähnlich propagandistischen Gründen übertreibt, wie manche Politiker, die glauben, mehr Angst machen als es nachvollziebar erscheint bringt die Leute zu vernünftigerem Verhalten).

Nepumuk 06.05.2020 10:11

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1530207)
Mir geht es darum, eine Aussage von wem auch immer nach dessen Inhalt zu beurteilen, in diesem Fall um danach, ob es Gedanken beinhaltet, die möglich sind und so zu einer Diskussion, zu Überlegungen beitragen können. Und mir geht es darum, nicht Aussagen auf Grund dessen zu verwerfen, wer sie getätigt hat. Das fördert genau die vielbeklagte "Spaltung" der Gesellschaft in "Richtig denkende" und "falsch Denkende". Dabei hat nie einer 100% Recht oder irrt sich zu 100%, jeder kann ein Quentchen beitragen, und diese nachdenkenswerten Anteile gilt es in jeder Meinung zu suchen und zu diskutieren, ohne alles wegen einer Zuordnung zu einem falschen Lager, oder wegen nachweisbarer Irrtümer in einzelnen Punkten zu verwerfen.

Klingt hübsch und sehr weitsichtig. Im Kern wird diese Argumentation angewendet, um jede noch so abstruse abweichende Einzelmeinung von irgendeinem selbsternannte Experten auf das gleiche Niveau zu heben und damit die erwiesene wissenschaftliche Tatsachen in Frage zu stellen. Schöne Beispiele sind die Klimawandel-Leugner, Impfgegner und die Jungs von "Flat-Earth".

Mittlerweile bestehen weder Zweifel am Klimawandel noch an der Wirksamkeit von Impfungen noch daran, dass die Erde eine Kugel ist. "Experten", die dagegen argumentieren sind eben keine zuverlässige Quelle und deren Meinung muss auch nicht weiter gewürdigt werden.

Die von Dir beklagte Spaltung wird ja gerade von den Leuten betrieben, die solche Sondermeinungen auf das gleiche Niveau heben wollen, wie seriöse wissenschaftliche Erkenntnisse. Meist werden damit die eigenen Partikularinteressen erfolgt, um für sich Vorteile wie z.B. Geld oder Aufmerksamkeit heraus zu holen.

Aber das weißt du sicher alles sehr gut.


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