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Helmut S 24.04.2020 13:21

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1527487)
Das sehe ich genauso. Die Fehler wurden am Anfang gemacht, als es noch keine Strategie und kein Risikomanagement gab, sondern zu schnell und zu einschneidend gehandelt wurde.

Ich mag nicht beurteilen ab welchem Punkt es ein Risikomanagement gab. Mir scheint aber schon so, als wäre das jedenfalls VOR(!) allen Maßnahmen aufgesetzt gewesen. Is jetzt aber auch egal, denn das bringt uns nicht weiter. Die Situation is nun wie sie ist und wir müssen damit umgehen. Wir haben keine andere Gegenwart.

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1527487)
Aber deine aufgeführten Punkte widersprechen meinem Post ja nicht:

Nein, überhaupt nicht. Der Widerspruch ist nicht die Hauptmotivation für meine Posts. Ich bin schon so lange mit einer sehr intelligenten Frau verheiratet, da gewöhnt man sich daran falsche Dinge einfach stehen zu lassen und nicht recht zu haben :Cheese:

:Blumen:

Trillerpfeife 24.04.2020 13:24

Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 1527490)
...

Ich bin schon so lange mit einer sehr intelligenten Frau verheiratet, da gewöhnt man sich daran falsche Dinge einfach stehen zu lassen und nicht recht zu haben :Cheese:

:Blumen:

:o :Cheese:

kenne ich

qbz 24.04.2020 13:28

Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 1527484)
Völlige Zustimmung. Allerdings schließt sich hier noch der nächste Schritt an: Welche Entscheidungen trifft man aufgrund der Interpretation und warum? Bitte nicht vergessen: Die Wissenschaftler sind Entscheidungsvorbereiter und keine Entscheider. Siehe meinen vorherigen Beitrag.
.......

Die Virologen erklären heute, die Ereignisse in Italien und Spanien hätten auch in DE schon das Mobilitätsverhalten beeinflusst vor dem Lockdown, was sie aus den verfügbaren Mobilitätsdaten entnehmen (Rückgang um ca. 1/3), wodurch die Neuinfektionen vor dem Lockdown beeinflusst wurden. Damals wurde das weder von den Experten noch der Regierung so kommuniziert, weil man wahrscheinlich eine grosse Zustimmung zum Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes wollte. Diese Form der Manipulation muss man in einer Demokratie bestimmt kritisieren, verurteilen.

In Italien und Spanien erkannte man, was passiert, wenn das Gesundheitswesen zusammenbricht bzw. nicht vorbereitet ist. In DE wollte die Regierung durch den Lockdown einfach Zeit gewinnen, damit die Krankenhäuser und Ämter sich vorbereiten können, was in meinen Augen bei den Krankenhäusern gelungen ist, bei den Ämtern vielleicht teilweise. Man hat(te) ja nicht mal genug Schutzausrüstungen für die im Krankenhaus- und Pflegebereich Beschäftigten, abgesehen von der Umstellung der Intensivmedizin. Wer will verantworten, dass sich laufend Personal infiziert und neben Covid-19-Toten auch Beschäftigte sich infizieren und sterben?

Ps.
Ich wollte mir im Mai einen kleinen Waldbauernhof in Schweden ansehen. Der ältere Besitzer verschob die Reise, bis es eine Impfung für ihn gibt, egal jetzt ob man Reisen darf oder anschliessend in DE in Quarantäne muss. Die Pandemie ändert das Verhalten einiger Menschen, unabhängig vom Lockdown.

Schwarzfahrer 24.04.2020 14:38

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1527492)
Die Pandemie ändert das Verhalten einiger Menschen, unabhängig vom Lockdown.

Ohne Zweifel. Ich frage mich manchmal, ob nicht genau das den größten Effekt zum Abklingen beiträgt, im Vergleich zu den offiziellen drastischen Einschränkungen - und auch evtl. das die regional so stark schwankenden Ergebnisse und mangelnde Korrelation zu Lockdown-Maßnahmen erklärt. Am Ende ist doch jeder für sein Verhalten selbst verantwortlich, und diese kann und soll mir kein Politiker abnehmen.

Helmut S 24.04.2020 14:58

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1527506)
Am Ende ist doch jeder für sein Verhalten selbst verantwortlich, und diese kann und soll mir kein Politiker abnehmen.

Hier geht es doch nicht darum, dass dir deine Entscheidung abgenommen werden soll. Es geht letztlich um Utilitarismus, also um staatliches Handeln, dass den größtmöglichen Nutzen für alle erreicht. Dies hat zur Konsequenz, dass a) (weil es staatliches Handeln) ist, auf Basis des Grundgesetzes zu erfolgen hat und b) eine Rechtsgüterabwägung und c) eine Beurteilung von Verhältnismäßigkeit zu erfolgen hat.

Das Beschneiden deiner persönlichen Entscheidungsfreiheit ist mitnichten Ziel der politischen Entscheidung, sondern Konsequenz aus der Orientierung am Wertesystem unseres Grundgesetzes. Du kannst selbstverständlich die Abwägung der Rechtsgüter, die Prüfung der Verhältnismäßigkeit und dessen Ergebnis kritisieren. Natürlich. Zu argumentieren, dass es deine Entscheidung wäre und die dir kein Politiker abnehmen solle, geht allerdings am Problem vorbei. :Blumen:

Schwarzfahrer 24.04.2020 15:13

Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 1527509)
Zu argumentieren, dass es deine Entscheidung wäre und die dir kein Politiker abnehmen solle, geht allerdings am Problem vorbei. :Blumen:

Ich sprach nicht von der Entscheidung, sondern von der Verantwortung, die ich habe. Ich muß mich an Vorgaben halten. Aber es ist meine Verantwortung, wie ich mich mit oder ohne staatliche Vorgaben verhalte, und ich bin allein dafür verantwortlich, wenn ich jemanden anstecke oder jemand mich ansteckt auf Grund von einer bestimmten Verhaltensweise von mir. Ich kann, muß und will nicht darauf warten, daß der Staat mir sagt, was ich tun soll, wenn ich aus meiner Verantwortung heraus gewisse Maßnahmen treffe. Staatliche Vorgaben können helfen,nehmen aber keine Verantwortung ab. Und ich kann mich nicht darauf berufen, daß ich nichts dafür kann, weil bzw. wenn der Staat die falschen Vorgaben gemacht hat. Die Verantwortung bleibt bei mir, beim Einzelnen.

Ich sehe es ähnlich wie bei den Sicherheitsthemen in der Firma: ich halte es für hahnebüchenen Unsinn, daß für einen selbstverschuldeten Unfall in der Arbeit (z.B. säge mir in die Finger, stolpere über ein Kabel, das ich selbst liegenließ) formal mein Vorgesetzter zur Verantwortung gezogen wird. Auch wenn gewisse Sicherheitsvorschriften helfen, und sinnvoll sind, und der Vorgesetzte diese jährlich wiederholen muß: ich bin erwachsen, und hafte für meine Fehler selbst, kein anderer.

Körbel 24.04.2020 15:19

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1527318)
Corona ist leicht (?) exzentrisch:

In Frankreich versuchen sie eine Nikotinpflastertherapie

Vielleicht hilft ja auch Marihuana?:Cheese:
Ich kanns leider nicht ausprobieren, habe kein Corona, aber genügend weed!:cool:

Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 1527490)
Ich bin schon so lange mit einer sehr intelligenten Frau verheiratet, da gewöhnt man sich daran falsche Dinge einfach stehen zu lassen und nicht recht zu haben...

Intelligente Frauen kommen mit anderen Meinungen klar.
Zumindest ist das bei meiner Frau so.

Helmut S 24.04.2020 15:29

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1527513)
Ich sprach nicht von der Entscheidung, sondern von der Verantwortung, die ich habe.

Es sollte klar sein, dass Entscheidung unmittelbar aus Verantwortung resultiert. Ich stimme dir ja auch zu, dass jeder für sein eigenes Handeln verantwortlich ist. Hier werden wir breiten Konsens finden.

Nur einerseits ist der Umkehrschluss nicht zulässig, dass jeder in der Krise so Handeln kann wie er es aus seiner eigenen, subjektiven Verantwortung heraus entscheidet. Vor allem dann nicht, wenn es Rechtsgüter anderer verletzt.

Andererseits versuchst du mit der Argumentation aus der Ich-Perspektive und auf die Ich-Situation deine Kritik an den Handlungen des Staates in der Corona-Krise zu rechtfertigen. Aber die Verantwortung des Einzelnen ist nicht Kriterium für die Entscheidung des Staates in dieser Situation. Das Kriterium ist die Verantwortung des Staates für die Bevölkerung.

Wir sehen allerspätestens (aber wirklich allerspätestens) seit dem Amtsantritt von D. Trump, dass Demokratien in diesen Zeiten immer mehr in das Dilemma zwischen "Schutz (i.W.S.) des Bürgers" vs. "Freiheit des Bürgers" kommt. Das beginnt beim Datenschutz und zeigt sich jetzt auch in der Corona-Krise beim Gesundheitsschutz. :liebe053:


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