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Estebban 11.08.2020 19:07

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546809)
Wer ist deiner Meinung nach dafür verantwortlich, dass das gefühlte Risiko schwer an Corona zu erkranken so gravierend vom tatsächlichen Risiko abweicht, und was wäre nötig, damit beides (Gefühl/Realität) wieder halbwegs gleich ist?

Da die Frage ja auch an mich gerichtet war und sie mit Corona zu tun hat.. vielleicht liegt hier einfach der Hund begraben? Ich persönlich komme bei weitem nicht zu dem gleichen Schluss wie du?
Das Risiko wird durch die Maßnahmen, die in D getroffen wurden maßgeblich gesenkt.
Meine Erfahrung ist aber eher, dass die Leute darauf keinen Bock mehr haben, Masken tragen „beschränkt sie in ihrer Freiheit“, Schulen werden ohne Einschränkung aufgemacht, Dass der Ballermann zu ist nervt auch...
Mit Blick auf die USA, Brasilien, das Frühjahr in Italien etc, frage ich mich wo es herkommt, dass die Menschen ein so geringes Risikobewusstsein haben ;)

Triasven 11.08.2020 19:24

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1546811)
Mit Blick auf die USA, Brasilien, das Frühjahr in Italien etc, frage ich mich wo es herkommt, dass die Menschen ein so geringes Risikobewusstsein haben ;)

Der Spiegel Artikel sieht ein zu HOHES Risikobewusstsein, nicht ein zu GERINGES.

Dahingehend die Frage, weshalb die Menschen sich mehr fürchten, als objektiv angemessen.

Stefan 11.08.2020 19:35

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546812)
Dahingehend die Frage, weshalb die Menschen sich mehr fürchten, als objektiv angemessen.

"Objektiv angemessen" kann man beim aktuellen Stand der Forschung nicht definieren.

Triasven 11.08.2020 19:36

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1546813)
"Objektiv angemessen" kann man beim aktuellen Stand der Forschung nicht definieren.

Ja, das war bei weitem nicht der Tenor des Spiegel Artikels.
Vielleicht liest du ihn dir einfach mal in Ruhe durch.

Stefan 11.08.2020 19:40

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546814)
Vielleicht liest du ihn dir einfach mal in Ruhe durch.

Diese Hinweise kannst Du Dir zukünftig gerne sparen bzw. mir ersparen.

LidlRacer 11.08.2020 20:01

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546809)
Wer ist deiner Meinung nach dafür verantwortlich, dass das gefühlte Risiko schwer an Corona zu erkranken so gravierend vom tatsächlichen Risiko abweicht, und was wäre nötig, damit beides (Gefühl/Realität) wieder halbwegs gleich ist?

Auf den Punkt wollte ich auch noch kommen - ich glaube, dieser Spiegel-Artikel dazu wurde hier schon verlinkt:
Die Furcht vor Corona ist größer als das tatsächliche Risiko
In einer großen Befragung sollten Menschen beantworten, wie sie ihr persönliches Risiko einer schweren Covid-Erkrankung einschätzen. Das Ergebnis verblüfft auf den ersten Blick.


"Für wie groß halten Sie die Wahrscheinlichkeit, dass das neue Coronavirus bei Ihnen im Laufe der nächsten zwölf Monate eine lebensbedrohliche Erkrankung auslöst?"

"Rund 28 Prozent sahen ihr Risiko bei mehr als 50 Prozent."

Diese Zahl ist derart absurd hoch, dass es sich lohnt, darüber nachzudenken, wie sie entstanden sein könnte. Daher habe ich das eben getan.

Hier die Website zur Befragung:
https://www.soep-cov.de

Die Methodik:
https://www.soep-cov.de/Methodik

Hier die relevante Frage im Zusammenhang:
https://www.soep-cov.de/.cm4all/upro...corona2_de.pdf (Seite 6)

"12 Für wie groß halten Sie die Wahrscheinlichkeit, dass das neue Corona-Virus bei Ihnen im Laufe der nächsten 12 Monate eine lebensbedrohliche Erkrankung auslöst?

Bitte geben Sie einen Prozentwert zwischen 0 und 100 an. 0 bedeutet „überhaupt nicht wahrscheinlich“, 100 bedeutet „absolut wahrscheinlich“. Mit Prozentwerten dazwischen können Sie abstufen."


100 bedeutet "absolut wahrscheinlich"
ist schon mal komisch formuliert.
"Absolut wahrscheinlich" ist für mich etwas völlig anderes als 100%ige Wahrscheinlichkeit, was absolute Sicherheit wäre.
"Absolut wahrscheinlich" halte ich für absolut nicht quantifizierbar, manche mögen es mit "sehr gut möglich" gleichsetzen.

Dazu kommt:

- Es ist eine sehr umfangreiche Befragung.
- Sie fand telefonisch statt, die Befragten hatten die Frage also nicht vor Augen.
- Niemand wird sich minutenlang Zeit für eine einzelne Frage genommen haben.
- Insbesondere wird sich niemand die Zeit genommen haben, auszurechnen, was denn eine realistische Wahrscheinlichkeit sein könnte.

Vor diesem Hintergrund denke ich, ein großer Teil der Befragten wird die Frage so verstanden haben, dass es nur um die Wahrscheinlichkeit ging, sich zu infizieren, was dann auch die Möglichkeit beinhaltet, dass es lebensbedrohlich werden könnte, was aber natürlich viel unwahrscheinlicher ist.

Dabei spielt dann auch noch eine Rolle, dass der größte Teil der Befragung früh (ab dem 1. April, also noch in der Nähe des Höhepunktes der täglichen Neuinfektionen und etwa am Höhepunkt der täglichen Todeszahlen) stattfand. Da dürften vielen noch die Aussagen etlicher Experten präsent gewesen sein, dass es eine Durchseuchung des größten Teils der Bevölkerung geben wird, was man jetzt nicht mehr so hört.

Triasven 11.08.2020 20:10

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1546815)
Diese Hinweise kannst Du Dir zukünftig gerne sparen bzw. mir ersparen.

Sehr gerne.

Eine grosse Hilfe wäre dabei, wenn du (wie sonst immer) deine inhaltslosen kryptischen Oneliner , die nur darauf abzielen deinen Gegenüber (für den du meist einen gewissen Grad an Abneigung hegst und für dessen Meinung du i.d.R. nichts übrig hast) zu diskreditieren weglässt, und dich stattdessen zur Sache äusserst.

aequitas 11.08.2020 20:14

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1546818)
Vor diesem Hintergrund denke ich, ein großer Teil der Befragten wird die Frage so verstanden haben, dass es nur um die Wahrscheinlichkeit ging, sich zu infizieren, was dann auch die Möglichkeit beinhaltet, dass es lebensbedrohlich werden könnte, was aber natürlich viel unwahrscheinlicher ist.

Das SOEP ist eine vom DIW durcheführte Panelbefragung. Auch die machen sicherlich Fehler und eine Kritik der Methoden ist immer angebracht. Allerdings handelt es sich bei den Teilnehmenden um regelmäßige Befragte (Panelbefragung). Deshalb würde ich behaupten, dass die Befragten etwas geübter sind als der Durchschnitt hinsichtlich der Beantwortung von Fragebögen.

Das Ergebnis, dass das Risiko der Erkrankung oder auch schweren Erkrankung überschätzt wird, dürfte sicherlich der Realität entsprechen. Das sollte allerdings nicht dazu verleiten sich wieder "normal" zu verhalten, allerdings sollte man nicht ständig ängstlich durch die Gegend laufen. Ein Bier am See, Strand oder Fluss ist vor dem Hintergrund der bisherigen Erkennisse kein besonders hohes Risiko.

Die Diskussion hier finde ich dahingehend auch wichtig. Es klingt oft so als würde es immer schlimmer werden, obwohl das nicht der Fall ist. Das wird durch oft übertriebene Berichterstattung (Clickbait) begünstigt. Eine generelle "Medienschelte" ist natürlich Quatsch, aber eine kritische Auseinandersetzung ist wichtig. Diese kritische Auseinandersetzung sollte auch nicht den "Covidioten" überlassen werden, da das (meist) nicht ernstzunehmen ist.


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