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spanky2.0 29.06.2020 11:08

Ich war die letzten Tage in Österreich und war tatsächlich überrascht, dass man dort in Supermärkten schon keine Maske mehr braucht.
Ich war gewohnheitsmässig mit Maske in den Markt - damit hatte ich mich natürlich direkt als "Piefke" geoutet. :Cheese:

Necon 29.06.2020 11:23

Ja Masken sind bei uns tatsächlich nur noch dann vorgeschrieben wenn es unmöglich ist den Abstand einzuhalten, also Frisör, Physiotherapie und in der Gastronomie für den Kellner aber nicht für den Gast und natürlich öffentliche Verkehrsmittel.
Wir haben diese Regelungen seit nun gut 14 Tagen und langsam aber sicher steigen die Zahlen. Waren wir bereits bei 350 erkrankten sind wir nun wieder über 500. Ob das an den neuen Regelungen liegt, an diversen Demonstrationen oder schlicht und einfach Dummheit der Leute die leben als ob es kein Corona geben würde, ist aber schwer zu beurteilen für mich.

Ich finde spannend, dass vor allem die wirkliche Risikogruppe nur zwei Reaktionen zu kennen scheint, totales einsperren und quasi Panik oder absolutes negieren. Ein angebrachtes Verhalten dazwischen sieht man kaum bei der älteren Bevölkerung

El Stupido 29.06.2020 11:28

Das man keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen MUSS (Beispiel Österreich) heißt ja nicht, dass man es nicht aus eigenen Stücken weiter tut.
Verstehe das ehrlich gesagt nicht wirklich.

dasgehtschneller 29.06.2020 12:50

Zitat:

Zitat von El Stupido (Beitrag 1540006)
Das man keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen MUSS (Beispiel Österreich) heißt ja nicht, dass man es nicht aus eigenen Stücken weiter tut.
Verstehe das ehrlich gesagt nicht wirklich.

Ich denke grade beim Einkaufen, vor allem noch mit Personenbegrenzungen im Laden, sollte es im Normalfall auch gut möglich sein den Abstand zu wahren und sich nicht einer Risikosituation auszusetzen.
Wenn man mal schnell an jemandem vorbeihuschen muss weil da keine 1.5 Meter Platz sind, ist die Dauer auch zu kurz für eine Ansteckung.

Hier in der Schweiz hatten wir nie eine Maskenpflicht beim Einkaufen und haben die Zahlen trotzdem auf unter 10 Stück pro Tag runter gebracht. Auch nach breiter Öffnung aller Arten von Läden sind die Zahlen weiter gesunken

Allerdings steigen die Zahlen im Moment grade wieder besorgniserregend.
Aus meiner Sicht ist das aber eher auf die allgemeine Sorglosigkeit, und ggf. die mangelnde Maskenpflicht im ÖV zurückzuführen.
Im ÖV ist der Abstand nämlich tatsächlich oft nicht einzuhalten und kaum jemand trägt freiwillig eine Maske. Eigentlich hatten die Verantwortlichen wohl darauf spekuliert dass einen der Gruppendruck dann dazu bringt eine Maske zu tragen, wenn sie niemand trägt, hindert einen genau dieser Gruppendruck aber eher daran.

Ausserdem dürfen Veranstaltungen bis 300 Personen wieder stattfinden wenn sie entweder ein Schutzkonzept wie Maskenpflicht oder ContactTracing haben.
Dummerweise schützt das ContactTracing aber nicht vor Ansteckung und wenn in den Clubs weitergetanzt wird als hätte es Corona nie gegeben mehren sich die Superspreader Events wohl ziemlich rasch.

trithos 29.06.2020 14:38

Zitat:

Zitat von El Stupido (Beitrag 1540006)
Das man keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen MUSS (Beispiel Österreich) heißt ja nicht, dass man es nicht aus eigenen Stücken weiter tut.
Verstehe das ehrlich gesagt nicht wirklich.

Ich schon. Denn der Mundschutz schützt ja vor allem die anderen davor, dass ich sie ev. anstecke. Da frage ich mich, wieso soll ausgerechnet ich so sozial sein gegenüber Menschen, die diese Solidarität mir gegenüber total vermissen lassen? Und sich darüber hinaus oft auch noch darüber lustig machen, dass man Maske trägt?

Zitat:

Zitat von dasgehtschneller (Beitrag 1540017)
Ich denke grade beim Einkaufen, vor allem noch mit Personenbegrenzungen im Laden, sollte es im Normalfall auch gut möglich sein den Abstand zu wahren und sich nicht einer Risikosituation auszusetzen.

Da mache ich beim Einkaufen leider andere Erfahrungen. Mir passiert es regelmäßig, dass ich z.B. vor dem Käseregal stehe und sich jemand (inklusive Körperkontakt) vor mich drängt, um nur schnell mal was aus dem Regal "rauszufischen". Das war mir schon vor Corona unangenehm, jetzt noch mehr. Ich kann schon Abstand zu anderen halten, aber viele andere tun es leider mir gegenüber nicht.

Daher finde ich, dass es völlig unnötig war, die Maskenpflicht im Supermarkt aufzuheben. Die paar Minuten eine Maske zu tragen ist meiner Meinung nach keine unzumutbare Einschränkung. Man hatte sich auch schon dran gewöhnt. Aber die Wirtschaft drängt natürlich darauf, das "Einkaufserlebnis" zu fördern und hat gegen die Maskenpflicht lobbyiert. Wobei ich mich da ehrlich gesagt auch frage, welches "Einkaufserlebnis" ein Einkauf im Supermarkt sein soll?

Körbel 29.06.2020 15:05

Zitat:

Zitat von Itchybod (Beitrag 1539989)
Gut jetzt könnte man noch mit dem Henne, Ei Prinzip kommen. Würden so viele Leute so viel Fleisch essen, wenn es da nicht so billig gäbe, weil es ........ gibt?

.............. hunderte solcher Schlachthöfe gibt,
ich denke das ist kein "Tönnies-Problem".

Fakt ist, es wird soviel gefressen (anders kann ich es nicht sagen) weil Fleisch so billig ist, wie nie zuvor.
Wenn man bedenkt, das ein Schweinezüchter an einem Schwein gerade mal 6€ verdient, wundert mich garnichts mehr.

Ich zahle für einen gescheiten Hahn oder eine gescheite Henne schon mal 25€.
Sieht man mal, was für eine Schieflage.

"Der verbraucher ist daran Schuld"!

Schwarzfahrer 29.06.2020 15:30

Zitat:

Zitat von El Stupido (Beitrag 1540006)
Das man keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen MUSS (Beispiel Österreich) heißt ja nicht, dass man es nicht aus eigenen Stücken weiter tut.
Verstehe das ehrlich gesagt nicht wirklich.

Zitat:

Zitat von trithos (Beitrag 1540033)
Ich schon. Denn der Mundschutz schützt ja vor allem die anderen davor, dass ich sie ev. anstecke. Da frage ich mich, wieso soll ausgerechnet ich so sozial sein gegenüber Menschen, die diese Solidarität mir gegenüber total vermissen lassen? Und sich darüber hinaus oft auch noch darüber lustig machen, dass man Maske trägt?

Ausserdem gibt es auch diejenigen, die sich Wahrscheinlichkeiten überlegen: Bei Bundesweit weniger als einem Infizierten unter 12.000, bei sinkenden Zahlen in der Schweiz ohne Maskenpflicht erscheint das Risiko, jemanden im Supermarkt anzustecken sehr gering. (Sehe ich auch so, trage aber die Maske auf Rücksicht auf die Ängste der anderen, solange es Vorschrift ist.)
Zitat:

Zitat von trithos (Beitrag 1540033)
Mir passiert es regelmäßig, dass ich z.B. vor dem Käseregal stehe und sich jemand (inklusive Körperkontakt) vor mich drängt, um nur schnell mal was aus dem Regal "rauszufischen". Das war mir schon vor Corona unangenehm, jetzt noch mehr. Ich kann schon Abstand zu anderen halten, aber viele andere tun es leider mir gegenüber nicht.

Ja, das finde ich auch unmöglich, unabhängig von Corona. Es kostet doch nichts, mal kurz "darf ich bitte dran?" zu sagen. Das Infektionsrisiko in den 5 Sekunden von Nähe ist allerdings m.M.n. vernachlässigbar, da sich die wenigsten mit dem Gesicht zu mir durchdrängeln.
Zitat:

Zitat von trithos (Beitrag 1540033)
Die paar Minuten eine Maske zu tragen ist meiner Meinung nach keine unzumutbare Einschränkung. Man hatte sich auch schon dran gewöhnt.

Manche haben sich daran gewöhnt, andere werden es nie. Der Anteil derer, die die Maske auf Halbmast tragen, um sie zu ertragen, wächst stetig. Und bei Einschränkungen geht es nicht nur um "Zumutbarkeit", sondern auch um Sinnhaftigkeit, bzw. überzeugende Argumente dafür.
Zitat:

Zitat von trithos (Beitrag 1540033)
Aber die Wirtschaft drängt natürlich darauf, das "Einkaufserlebnis" zu fördern und hat gegen die Maskenpflicht lobbyiert. Wobei ich mich da ehrlich gesagt auch frage, welches "Einkaufserlebnis" ein Einkauf im Supermarkt sein soll?

Ein Einkauf ist für mich gar kein Erlebnis, es ist eine Notwendigkeit - sonst kann ich mit meiner Zeit besseres anfangen, als einzukaufen. Mit Maske wird es für viele ein unangenehmes Erlebnis, und man ist schnellstens draussen - und übersieht dabei leicht die "attraktiven Sonderangebote", die man eigentlich gar nicht braucht :Cheese:.

Hafu 29.06.2020 15:59

Zitat:

Zitat von spanky2.0 (Beitrag 1540003)
Ich war die letzten Tage in Österreich und war tatsächlich überrascht, dass man dort in Supermärkten schon keine Maske mehr braucht.
Ich war gewohnheitsmässig mit Maske in den Markt - damit hatte ich mich natürlich direkt als "Piefke" geoutet. :Cheese:

Selbe Situation gestern bei 'ner Radausfahrt in St. Johann: dort stand sogar noch auf einem großen Plakat, dass um das Tragen von Masken beim Bestellen/Abholen des Essens/ Umherlaufens im Lokal gebeten wird und natürlich habe ich das auch getan, da ich neuerdings stets Maske in Plastikbeutel ind der Trikottasche rumfahre- war aber der einzige Gast im Lokal, der einen Mundschutz nutzte.

Was nicht zwingend gesetzlich vorgeschrieben ist, wird in Österreich offensichtlich auch nicht gemacht (und wahrscheinlich wäre es bei uns in D ähnlich). Die Gepflogenheiten in Asien, wo Masken zum Straßenbild gehören und es auch als eine Art Höflichkeit anderen gegenüber interpretiert wird, wenn man eine Maske benutzt, ist mir da wesentlich sympathischer.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass mit den durch Covid-19 erlernten Verhaltensweisen wie social distancing aber eben auch der Nutzung von Masken auch die in ca. 4 Monaten wieder beginnende nächste Erkältungs- und Influenza-Welle (die ja auch durch Krankmeldungen erhebliche und messbare wirtschaftliche Schäden verursacht, selbst wenn die Mortalität wesentlich niedriger als bei Covid-19 liegt) wesentlich abgemildert werden könnte. Zumindest war die diesjährige Influenzawelle mit Beginn der Covid-19-Welle überraschend früh beendet, da die schon vor dem Lockdown veränderten Verhaltensweisen der Menschen und die reduzierte Mobilität hier zur Unterbechung der infektketten geführt haben.
Aber diese erhofften positiven Nebeneffekte für den kommenden Herbst können natürlich nur unter der hypothetischen Voraussetzung eintreten, dass man nicht bis dahin alle positiven Verhaltensänderungen rückabgewickelt hat.


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