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keko# 17.12.2021 09:49

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1638941)
Das wäre dann allenfalls ein langfristiger Plan.

Wenn man sich die Ausbildungs- und Fortbildungszeiten für das entsprechende Personal anschaut, würden man einen Effekt vermutlich erst in 3-4 Jahren feststellen.
Vorausgesetzt, man findet genug, die diese Ausbildung machen und später auch in diesem Beruf arbeiten wollen. Ich vermute, dass neben dem Geld auch die körperliche und psychische Belastung sowie die Arbeitsbedingungen eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Die Berichte über die aktuellen Zustände sind auch nicht unbedingt eine gute Werbung.

Aber wie geschrieben: das wäre allenfalls eine langfristige Option. Mir wäre es lieber, wenn es nicht nötig wäre, die Kapazitäten in den Kliniken aufzustocken. Das würde nämlich bedeuten, dass wir und damit abgefunden haben, dass wesentlich mehr Personen auf die Intensivstationen kommen und ein gewisser Prozentsatz davon dann auch dort verstirbt. Aus meiner Sicht keine erstrebenswerte Option.

M.

Ja, das ist eine langfristige Sache. Ich bin ein Boomer und werde mit vielen anderen in Rente gehen und alt werden (hoffentlich ;-). Mich betrifft das also schon. Es ist rechnerisch nicht von der Hand zu weisen, dass wir demnächst sowieso mehr Personal benötigen.

Neben der Bezahlung kann man auch die Arbeitsbedingungen generell verbessern. Bei meinen wenige Krankenhausaufenthalten hatte ich immer den Eindruck, dass das Personal und die Ärzte extrem durchgetaktet sind und zum Teil nur am Rennen sind. Solche Dinge sind keine Naturgesetze und man kann sie ändern.

Allerdings habe ich diesbezüglich wenig Hoffnung in die neue Regierung. So konnte ich z.B. lesen, dass sie die Führerscheinprüfung privatisieren will.

keko# 17.12.2021 09:55

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 1638946)
...
Ich wiederhole mich da gerne...zweifellos vorhandenes politisches Versagen entschuldigt kein persönliches Versagen.

BTW: Vorgestern sprach ich mit einem mir bekannten Frauenarzt über die Meinung mancher, dass man Impfgegner an den Kosten für einen Corona-Krankenhausaufenthalt beteiligen soll. Mein Gott, der gute Mann hat mich verbal fast zerrissen :Cheese:

Das würde die Versicherer sicher freuen, wenn man dieses Faß aufmacht.
Mein 2x geimpfter Nachbar liegt wegen Corona im Bett. Wäre ich fies, könnte ich ihn fragen, warum er nicht längst geboostert war, denn er hatte auch die obige Meinung ;)

Bockwuchst 17.12.2021 10:00

Zitat:

Zitat von Mo77 (Beitrag 1638944)
Natürlich darf man die heilige Ausbildungsordnung nicht ändern.

https://www.bibliomed-pflege.de/sp/a...ensivfachkraft

In der praktischen Ausbildung absolvieren die Schüler/innen 3.700 Stunden. Davon finden 300 Ausbildungsstunden in der Anästhesie und 800 Stunden in Externaten, wie der ambulanten Pflege, Rehabilitation und Psychiatrie, statt.
Streichen!

Anstatt die Ausbildung radikal zu kürzen und in einem Jahr auf das wesentliche zu reduzieren (Coronapfleger) lässt man die Betten unbetrieben.

Das Problem besteht doch laut dem link schon länger:
Der Fachkräftemangel in der Pflege ist in deutschen Kliniken deutlich spürbar. Besonders auf Intensivstationen wird es immer schwieriger, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Diese zunehmende Problematik ist seit einigen Jahren zu beobachten: Während 2009 22 Prozent der Kliniken offene Stellen im Intensivbereich nicht besetzen konnten, waren es 2013 bereits 40 Prozent (Krankenhaus-Barometer 2013). Aktuell sind bundesweit 3 150 Stellen in der Intensivpflege nicht besetzt (DKG 2017).

2017 waren es DREITAUSENEINHUNDERTFÜNFZIG Stellen!!

Und nun Oktober 2020 fehlen Grob geschätzt fehlten laut Janssens bundesweit 3500 bis 4000 Fachkräfte für die Intensivpflege.
https://www.kma-online.de/aktuelles/...rsonal-a-44188

Scheint also kein neues Problem zu sein. Und jetzt fällt Es ihnen auf die Füße.

Was konkret hat man denn 2017 gemacht um dem Fachkräftemangel zu beseitigen?
Die überbelastung ist schon ein Stück weit hausgemacht.
Ist jetzt natürlich einfach für Entscheidungsträger von damals alles abzuwälzen auf Ungeimpfte, politische Gegner, Zeitgeist, Sachzwänge und jetzt halt auch die lange Azsbildungsdauer.
Schämen sollten sich da einige...


Und wer soll das bitte sein, der da im Schnellverfahren zum Corona-Pfleger ausgebildet wird? Meinst du das ist für junge Schulabgänger interessant, sich in nem abgespeckten Verfahren so schnell wie möglich ausbilden zu lassen um dann die anstrengendste und belastendste Tätigkeit in der Pflege auszuüben? Oder werden dann Arbeitslose dazu verplichtet? Das ist doch kein Ansatz der Aussicht auf Erfolg hat.

Roini 17.12.2021 10:12

Das mag ja jetzt alles richtig und wichtig sein.

Ich stelle mir halt den Aufwand der einen Lösung gegen den Aufwand der anderen Lösung (Impfung) vor.

Wo ist denn da jetzt die oft propagierte Verhältnismäßigkeit :Blumen:

Mo77 17.12.2021 10:32

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 1638946)
Man darf auch nicht vergessen, dass D, trotz Bettenabbaus, gerade im Intensivbereich nach wie vor eine absolut führende Position Europa- und Weltweit einnimmt, was die Kapazitäten angeht. Die Frage ist eben AUCH, wie die deutsche Bevölkerung mit diesen Kapazitäten umgeht, bzw was ihr Beitrag zur Auslastung bzw Nichtauslastung ist.
Ich wiederhole mich da gerne...zweifellos vorhandenes politisches Versagen entschuldigt kein persönliches Versagen.

Das sehe ich auch so.
Das eine ersetzt das andere nicht.

keko# 17.12.2021 10:41

Zitat:

Zitat von Roini (Beitrag 1638951)
Das mag ja jetzt alles richtig und wichtig sein.

Ich stelle mir halt den Aufwand der einen Lösung gegen den Aufwand der anderen Lösung (Impfung) vor.

Wo ist denn da jetzt die oft propagierte Verhältnismäßigkeit :Blumen:

Meines Wissen will die EU die Gültigkeit des Zertifkats auf 9 Monate verkürzen, da die Wirkung der Impfstoffe nachlässt. Aus meiner Sicht hat man sich längst auf Impfung als dauerhafte Lösung entschieden. Ich sehe weit und breit nichts, dass man Personal aufbaut oder Krankenhausbetten.

welfe 17.12.2021 10:46

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1638948)
Ja, das ist eine langfristige Sache. Ich bin ein Boomer und werde mit vielen anderen in Rente gehen und alt werden (hoffentlich ;-). Mich betrifft das also schon. Es ist rechnerisch nicht von der Hand zu weisen, dass wir demnächst sowieso mehr Personal benötigen.

Neben der Bezahlung kann man auch die Arbeitsbedingungen generell verbessern. Bei meinen wenige Krankenhausaufenthalten hatte ich immer den Eindruck, dass das Personal und die Ärzte extrem durchgetaktet sind und zum Teil nur am Rennen sind. Solche Dinge sind keine Naturgesetze und man kann sie ändern.

Allerdings habe ich diesbezüglich wenig Hoffnung in die neue Regierung. So konnte ich z.B. lesen, dass sie die Führerscheinprüfung privatisieren will.

Und man könnte Hilfspersonal einstellen. Fürs Bettenschieben, Essen verteilen, Begleiten zum Röntgen, Papiere fertig machen, Namensschildes drucken braucht es u.U. kein ausgebildetes Pflegepersonal, das würde diejenigen schon mal entlasten. Es gab den Ansatz in der ersten Welle, dafür Freiwillige und Studenten heranzuziehen, warum nicht dauerhaft auf 450 Eur Basis? (Vorschlag zweier meiner Kinder, die in der Pflege arbeiten)

Mo77 17.12.2021 10:49

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1638947)
Keine Ahnung, ob es sinnvoll und machbar ist, Teile der Ausbildung zu verkürzen oder ganz zu streichen und wie sinnvoll es ist, reine "Corona-Pflegekräfte auf der Station zu haben. Ich stelle mir sowohl das Zusammenstreichen des Curriculums wie auch die Umsetzung in der täglichen Arbeit nicht so einfach vor. Und was macht man mit den Pflegekräften nach der Pandemie? In Ruhe die restliche Ausbildung nachholen lassen?

Unabhängig davon, dass es dringend erforderlich ist, gegen den Personalnotstand im Gesundheitsbereich vorzugehen, kann das aber nicht die Lösung für die Pandemie sein.

Ziel muss sein, dass die Krankenhäuser und Intensivstationen entlastet werden! Es wäre für mich auch kein hinnehmbarer Zustand, wenn wir genug Kapazitäten zur Aufnahme einer größeren Zahl Patienten hätten, aber dennoch täglich eine 3-4-stellige Anzahl dieser Patienten verstirbt!

Ziel muss aus meiner Sicht sein, schwere Erkrankungen so gut wie möglich zu vermeiden. Und genau dafür fehlen mir die Alternativen zur Impfung (außer Lockdown und co., was ich aber nicht als langfristige Alternative ansehe).

M.

Ich bin kein Gegner der Impfung, bin selber zum ersten Termin der es meiner Berufsgruppe ermöglichte selbstverständlich hingegangen.
Empfehle es auch jedem. Akzeptiere aber auch wenn jemand nicht will ohne ihn persönlich anzugehen.
Es sollte kein Entweder-Oder sein. Mehr ein sowohl - als auch.
Selbst mit einer höheren Impfquote werden wir vermutlich nicht um Kontaktbeschränkungen herumkommen.
Auch damit habe ich kein Problem. Ich sehe generelle Ausgangssperren als falsch an. Da wird automatisch unterstellt Kontakt zu anderen Menschen zu haben.
Ebenso finde ich eine allgemeine impfpflucht erst als letzte Möglichkeit.


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