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slo-down 14.03.2020 18:57

https://www.mallorcazeitung.es/lokal...uft/74868.html

Das war’s wohl ab Montag bis Ende März.

ThomasG 14.03.2020 19:17

Zitat:

Zitat von TakeItEasy (Beitrag 1516451)
Kurz mein Kenntnisstand zu diesem Punkt:



Es geht darum, die Ausbreitung des Virus derzeit zu verlangsamen! Das ist letztlich alles, was man erreichen kann. Die Experten bzw. die Politik sagt ja selbst, dass wir eine "Durchseuchung" von 60-70% der Bevölkerung in D erreichen werden, allerdings auf einen längeren Zeitraum.

Prof. Kekulé hat solche Prognosen als ein absolutes Horrorszenario und als sehr unwahrscheinlich bezeichnet.
Ich hoffe und glaube, dass er da richtig liegt.
Er hat sich in dem Inteview natürlich nicht an jeder Stelle sehr exakt ausdrücken können.
Da gab es einfach zeitlichen Druck und er hat wohl auch spontan geantwortet.

https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-m...orona-100.html

dr_big 14.03.2020 19:35

Zitat:

Zitat von Jörn (Beitrag 1516454)
Das verstehe ich nicht, könntest Du das etwas erläutern (sofern es nicht nur eine Nebensächlichkeit war)?
...
.

Ich verstehe das folgendermaßen und das deckt sich mit meiner Meinung:

Stell dir vor, es wird für 3 Wochen alles dicht gemacht. Die Zahl der Erkrankungen wird trotzdem weiter ansteigen. Mit welcher Begründung sollten jetzt plötzlich die Maßnahmen wieder gelockert werden? Man wird keinen Grund dafür finden. Also muss man an den Maßnahmen festhalten bis die Neuerkrankungen tatsächlich deutlich zurückgehen. Dann reden wir aber nicht mehr über 3 Wochen, sondern über 3-6 Monate. Das dürfte kein Land wirtschaftlich durchhalten.

Keksi2012 14.03.2020 19:44

Hürzeler rät nun übrigens von Reisen nach Spanien ab: https://www.huerzeler.com/de/corona

Hafu 14.03.2020 20:04

Zitat:

Zitat von Jörn (Beitrag 1516454)
Das verstehe ich nicht, könntest Du das etwas erläutern (sofern es nicht nur eine Nebensächlichkeit war)?

Ich stelle es mir nicht schwierig vor, zur Normalität zurückzukehren. Was soll daran schwierig sein? ...

Mit "schwieriger Rückkehr zu einer gewissen Normalität" meine ich, dass es für Entscheidungsträger schwierig ist, schlüssig zu begründen, warum man z.B. ein Schwimmbad oder eine öffentliche Bibliothek bei 3500 bekannten Infekten schließt und 4 Wochen später bei dann z.B. 40 000 Infekten verteilt auf ganz Deutschland und bis dahin vermutlich 200 Covid-19-bedingten Todesfällen wieder öffnet.

Die Zahlen sind jetzt etwas willkürlich gewählt, aber wenn wir in 4 Wochen bei "nur" so vielen bzw. so wenigen Infizierten liegen würden, dann hätten wir trotz der scheinbaren Verzehnfachung gegenüber dem aktuellen Zustand alles richtig gemacht, die Infekt-Kurve wäre verflacht und unser Gesundheitssystem könnte eine derartige Zahl noch gut handhaben.

Bei fast allem, was du oben geschrieben hast, stimme ich dir zu: natürlich muss man jetzt handeln und nicht erst in 4 Wochen. Aber die wichtigsten Maßnahmen (Versammlungsbeschränkungen, Absage/ Verbot von Großveranstaltungen, Schließen von hoch frequentierten Clubs, befristete Kita-Schließungen und Schulschließungen (mit Ausnahmeregeln für Kinder systemwichtiger Berufsgruppen) sind meiner Meinung nach jetzt auch schon ergriffen worden.

Viel mehr Verbote braucht es meiner Meinung nach erstmal nicht und was die jetzt beschlossenen, sinnvollen Maßnahmen bringen, werden wir frühestens in 10-14 Tagen erfahren.

Wenn der exponentielle Anstieg der Infektzahlen in den nächsten paar Tagen ungebremst weitergeht (und das wird er wahrwscheinlich tun), heißt das nicht, dass die in den letzten Tagen beschlossenen Maßnahmen wirkungslos sind, sondern es heißt erst mal nur, dass die zuletzt beschlossenen Maßnahmen zu spät in Kraft getreten sind, denn wir sehen in der Statistik überwiegend die Infekte die vor 10 bis 14 Tagen entstanden sind. Man hätte (ich wiederhole mich) schon vor 4 Wochen Faschingsveranstaltungen absagen können und müssen; man hätte schon damals die Bundesliga-Spiele ohne Publikum stattfinden lassen können.

Meine Befürchtung ist, dass jetzt in den nächsten Tagen jeder verantwortliche Politiker nervös auf die RKI-Zahlen schaut (so wie ich das schon seit 5 wochen mache) (und die Presse natürlich erst recht) und nach jedem vermeldeten Anstieg sich unter Handlungsdruck gesetzt fühlt, zusätzliche restriktive Maßnahmen zu verhängen ( wie z.B. Ausgangsverbote wie in Italien und neuerdings auch Spanien bzw. unnötige Betriebsschließungen), die mehr schaden als nutzen.

Man darf nicht vergessen: unsere Mortalitätsziffer ist vermutlich auch deshalb so niedrig, weil wir das reichste Land in Europa sind, mit dem teuersten, vermutlich aber auch bestem Gesundheitssystem. Damit wir uns dieses Gesunheitssystem auch weiterhin in der Krise leisten können und auch z.B. jedem Sozialhilfeempfänger den 250,- € teuren Coronavirus-Test finanzieren können und diesen auch für 3000,-€ pro Tag auf eine intensivstation legen können, wenn es medizinisch erforderlich ist (was in nahezu allen anderen Ländern undenkbar ist), brauchen wir auch weiterhin eine gesunde Wirtschaft.

Und diese gesunde Wirtschaft hängt nicht nur von den Großbetrieben wie VW, BMW, Mercedes, Bayer usw. ab, sondern eben auch maßgeblich vom Mittelstand und auch vom kleinen Friseurbetrieb, der Backstube um die Ecke.
Deshalb halte ich es für durchaus legitim, bei jeder Maßnahme vorher möglichst genau zu hinterfragen, welchen Nutzen sie in Bezug auf die Infekteindämmung hat (entsprechende Antworten sollten Epidemiologen und Virologen geben) und zusätzlich auch vorher zu erfragen, welchen (wirtschafltichen) Schaden man mit dieser Maßnahme anrichtet (auch diese Fragen kann kein Politiker selbst beantworten, sondern muss er eben andere Experten befragen).

Statt z.B. ein Cafe komplett zu schließen (wie es in Italien und Österreich verfügt wurde), könnte man auch die maximale Personenanszahl (relativ zur Quadratmeterzahl) limitieren, so dass z.B. jeder Gast an einem eigenen Tisch sitzt und damit vermutlich denselben Effekt (weniger Infekte durch direkten Kontakt) erreichen wie mit einer kompletten Schließung.

Jörn 14.03.2020 20:04

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1516470)
Ich verstehe das folgendermaßen und das deckt sich mit meiner Meinung:

Stell dir vor, es wird für 3 Wochen alles dicht gemacht. Die Zahl der Erkrankungen wird trotzdem weiter ansteigen. Mit welcher Begründung sollten jetzt plötzlich die Maßnahmen wieder gelockert werden? Man wird keinen Grund dafür finden. Also muss man an den Maßnahmen festhalten bis die Neuerkrankungen tatsächlich deutlich zurückgehen. Dann reden wir aber nicht mehr über 3 Wochen, sondern über 3-6 Monate. Das dürfte kein Land wirtschaftlich durchhalten.

Der Unterschied ist, dass drei Wochen vergangen sind. Diese drei Wochen nutzen wir für verschiedene Maßnahmen: Erhöhen von Kapazitäten, Erlangung von Routine, Strecken von plötzlichen Anstürmen bei Ärzten, Apotheken, Geschäften.

Es wird noch 1,5 bis 2 Jahre dauern. In dieser Zeit können wir nicht alles lahmlegen, das stimmt. Es geht nur darum, ein völlig unkontrolliertes Wachstum aufzuhalten und in halbwegs machbare Fallzahlen umzuwandeln.

Helmut S 14.03.2020 20:06

Da ich in Dingolfing lebe, also quasi auf dem BMW Gelände ;) und meine gesamte Verwandtschaft und im Prinzip die gesamte Region dort arbeitet - sind aktuell irgendwo zwischen 17000-20000 Mitarbeiter und Dingolfing hat 18000 Einwohner, habe ich einen sehr guten Einblick was da passiert.

Es gibt tatsächlich Bereiche, da ist ein sehr hoher Automatisierungsgrad.. Das ist im Lagerumfeld oder zB im Rohbau so. In der Endmontage sieht es völlig anders aus. Hier ist kaum etwas in dem Sinne automatisiert, dass da keiner mehr steht. Hier stehen Arbeiter am Band nebeneinander und arbeiten teilweise zu mehreren je Takt am Fahrzeug. Teilweise sind die zu zweit im Innenraum des Fahrzeuges tätig. Es gibt dann ja auch noch spanende Fertigung, hier werden Getriebekomponenten selbst gefertigt, es gibt noch die Härterei usw usw usw. Trotz vieler CNC Maschinen arbeiten hier viele Menschen zusammen, dann natürlich noch die Instandhaltung: Elektriker und Schlosser, die in Werkstätten und vor Ort zusammen arbeiten. Dann noch die Prüflabore, Chemielabore, Energieversorgung, Arbeitssicherheit und zich andere Aufgaben. Die 17.000-20.000 Mitarbeiter sind bei Leibe nicht lauter Büromenschen mit Möglichkeit zum HomeOffice. Die Stadt kollabiert nahezu 2x am Tag, wenn der BMW Verkehr mit Bussen die Schichtarbeiter für die Produktion abholen/hinbringen.

@Alteisen: Über die Bemerkung „mit Kurzarbeitergeld Dividende zu finanzieren“ ärgere ich mich als Unternehmer. Es is das einfachste die Leute zu kündigen. Sozialauswahl hin oder her. Arbeitsgericht hin oder her. Man muss nicht versuchen sie zu halten, verstehst du? Gerade die Automobilindustrie könnte ne Gelegenheit die Personaldecke mit einem Schlag auszudünnen gut gebrauchen. Man macht das aber halt „sozialverträglich“. Ich musste in meinem Unternehmen auch schon mal kurzarbeiten lassen. Schön ist das nicht. Sozialbeiträge bleiben ja eh auch noch beim AG hängen, soviel bringt das wieder nicht (soll beim Corona jetzt anders sein) Die besten MA kündigen uU auch, wenn du sie hart in Kurzarbeit schickst. Mit Kurzarbeit brauchst du auch eine Vorwärtsidee, denn irgendwann ist die vorbei. Leute kündigen kann jeder Volldepp. Eine Vorwärtsidee entwickeln nicht. :Blumen:

LidlRacer 14.03.2020 20:09

Zitat:

Zitat von -MAtRiX- (Beitrag 1516346)
https://m.youtube.com/watch?v=p_Ayuh...ature=youtu.be

Ein anderer Blickwinkel.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sehe ich aktuell mit größerer Sorge als das Virus selbst. Kann mir gut vorstellen, dass Deutschland ab April ähnlich wie China verfährt und eine Kehrtwende macht und das Virus ignoriert.

Der Herr scheint nicht unbedingt ernst zunehmen zu sein und steht in der Nähe von Verschwörungstheoretikern:
https://www.psiram.com/de/index.php/Wolfgang_Wodarg


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