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LidlRacer 18.10.2009 00:47

Zitat:

Zitat von alpenfex (Beitrag 290743)
Wert glaubt denn dem B. Kohl auch nur ein Wort? :confused:

Falls noch nicht geschehen, solltest Du mal dringend die Serie mit Kohl im Kurier lesen.

Klingt davon irgendwas erfunden?

Helmut S 21.10.2009 06:52

Ulle und die eMail:
http://www.sport1.de/de/radsport/artikel_164981.html

fitnesstom 21.10.2009 19:37

bestens herausgearbeitet:


Morgen könnte eine große Dame des deutschen Sports mit geballter Faust auf die Avenue de Beaumont in Lausanne hinaustreten. Claudia Pechstein. 37 Jahre alt, fünfmalige Olympiasiegerin, mutmaßliche Doperin. In der Avenue de Beaumont 2 wird darüber entschieden, ob “mutmaßlich” gestrichen werden kann oder nicht. Es ist ein bislang einzigartiger Indizien-Prozess gegen eine Weltklasse-Athletin und ein Blutwerte-Krimi.

Morgen könnte Pechstein in Lausanne das Court of Arbitration for Sports, kurz CAS, recht gegeben haben. Das vermuten wir mal an dieser Stelle. Und ärgern uns drüber. Das CAS ist als die internationale Sportgerichtsbarkeit die große letzte Instanz in einem besonderen Dopingfall, der nur auf Indizien beruht. Und Frau Pechstein ist wegen möglichen Blutdopings zwei Jahre gesperrt. Und weil sie das blöd findet, haben ihre Anwälte entdeckt, dass der Eislauf-Weltverband ISU beim Verhängen der Sperre Formfehler begangen hat. Und deshalb könnte das CAS jetzt Frau Pechsteins Klage stattgeben. So schön könnte es in der Sendung mit der Maus erklärt werden.

Pechsteins Werte schafften in den vergangenen Jahren spielend das, was der nun schon legendäre Ring-Racer am Nürburgring gerne möchte (aber vielleicht nie schaffen wird?): Achterbahn zu fahren. Die ISU führt seit 1999 Tagebuch über das Blut ihrer Athleten, seit dem Jahr 2000 liegen laut offiziellen Angaben 95 Blutwerte der Berlinerin vor. Und bei denen irritiert der sogenannte Reti-Wert die Experten. Der Anteil von Retikulozyten, sehr junger roter Blutkörperchen also, liegt bei Erwachsenen zwischen 0,5 und 2 Prozent. Natürlich schwanken die Werte etwas, weshalb der Grenzwert bei Dopingkontrollen auf 2,4 Prozent festgelegt wurde. Bei Claudia Pechstein gibt es Werte zwischen 1,0 und 3,75 Prozent, die Kurve sieht aus wie der Börsenkurs eines New-Economy-Unternehmens nach der Jahrtausendwende.

Experten – wie der Heidelberger Krebsforscher und Doping-Insider Werner Franke – glauben an Blutdoping. Auch der Weltverband ISU glaubte nicht an ”normale” Werte und sprach im Juli diesen Jahres eine Sperre von zwei Jahren gegen eine seiner besten und imageträchtigsten Athleten aus. Zu auffällig war unter anderem die Werte dieses Jahres, insbesondere jene zwischen dem 30. Januar und dem 18. Februar 2009.

Am 30./31. Januar 2009 bestritt Pechstein den Weltcup in Erfurt, zwei Tests ergaben dabei die Werte 2,40 und 2,20, so hoch waren sie beinahe drei Monate lang nicht gewesen. Am 6. Februar testete der Weltverband vor der tags darauf beginnenden WM in Hamar erneut: 3,49. Fachleute behaupten, ein solcher Wert könne nur mittels Blutdoping erzielt worden sein, Pechstein geht eher von natürlichen Ursachen, falscher Proben-Lagerung und Messfehlern aus. Der Weltverband unterdessen glaubte wohl seinen Messungen erstmal selbst nicht und prüfte am 7. Februar nochmal nach: 3,54. Ein Wert, der für Labormediziner bei Frauen kaum denkbar ist. Höchstens Babys und Kleinkinder können Werte von bis zu 6 Prozent aufweisen.

Aber eine Athletin, die gut ein Jahr zuvor nur 1,27 hatte? Selbst bei ihrem Weltrekord über 3000 Meter sieben Jahre zuvor erreichte Pechsteins Reti-Wert nur eine 2,00. Nun, die Indizien sprachen gegen die Berlinerin, zumal am 7. Februar noch eine dritte Probe in Hamar genommen wurde: 3,38. Sportlich lief die WM nicht besonders, es hieß, dass sie erkrankte.Pechstein spricht in diesem Zusammenhang von einem Deal, einem Kuhhandel, den die ISU herantragen ließ. Tenor: Sie solle sich nach diesen Messwerten krank von der WM abmelden. Was geschah, wissen nur die Beteiligten. Kaum zuhause angekommen, sackte der Wert jedenfalls enorm ab, am 18. Februar 2009 lag er nur noch bei 1,37.

Dazu sagt nicht nur Franke, dass bis dato keine Blutkrankheit bekannt ist, bei der solche Schwankungen vorkommen. Franke plädierte von Beginn an für eine Sperre, andere Fachleute erklärten, dass der Reti-Wert isoliert betrachtet nicht als Grund für eine Sperre dienen sollte. Wahrscheinlich, weil er juristisch als Indiz nicht belastbar genug ist. 14 Mal lagen bei Pechstein seit 2001 Reti-Werte über dem Grenzwert, es gab in der Vergangenheit laut dem Magazin “Spiegel” und der “Süddeutschen Zeitung” offenbar auch Ungereimtheiten bei den Hämoglobin-Werten. Aber erst 2009 handelte der Verband. Vielleicht, weil in den Jahren zuvor Stars wie Pechstein – mit fünf Olympiasiegen ausgezeichnet – als sakrosankt galten? Oder, weil der neue Anti-Doping-Code der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada Indizienprozesse dieser Art überhaupt erst seit dem 1. Januar 2009 ermöglicht?

Wie auch immer, Pechstein sah sich von Beginn an als Opfer, sie verweist auf ihre Hämoglobin- und Hämatokritwerte, die auf den ersten Blick nicht zu den Retis passen wollen. Auf die Sperre folgten Tränen, folgten Rechtfertigungen, folgten juristische Scharmützel. “Aufgeben wäre für viele ein Schuldeingeständnis gewesen”, sagt Pechstein. Ihre langjährige Rivalin Anni Friesinger spricht nach wie vor von Ungereimtheiten, mehr Fragen als Antworten und muss sich dafür von Pechstein anhören, dass sie “wieder drauflosgeplappert” habe “ohne nachzudenken”. Mag sein. Mag auch nicht sein.

Pechstein trainiert für ein Comeback, sie will in Vancouver 2010 unbedingt aufs Eis – und es allen zeigen. An der Bahn steht dabei wie früher: Joachim Franke, der sie von 1991 bis 2006 betreute, dann aber in Ruhestand ging. Pechstein fand einen neuen Coach, aber jener Peter Müller quittierte sofort seinen Dienst, als er von den Werten erfuhr. Franke sprang als “Retter in der Not” ein, und damit kamen auch wieder die alten Gerüchte zur Sprache, dass Franke in der ehemaligen DDR zur Forschungsgruppe “zusätzliche Leistungsreserven” gehört haben soll. Franke sagt, er habe mit Doping nie etwas zu tun gehabt. Pechstein sagt im Übrigen das Gleiche.

silbermond 21.10.2009 19:51

Zitat:

Zitat von fitnesstom (Beitrag 295177)
bestens herausgearbeitet:

Quelle?

schoppenhauer 21.10.2009 19:57

Zitat:

Zitat von silbermond (Beitrag 295180)
Quelle?

http://blog.rhein-zeitung.de/?p=3483

Tipp fürs nächste mal: Einfach zwei/drei Wörten rauskopieren, beim Googeln in Anführungszeichen setzten und schwupp ist alles klar.

fitnesstom 21.10.2009 19:57

sorry

http://blog.rhein-zeitung.de/?p=3483

huck 22.10.2009 17:07

weitere einzelfälle, wieder mal in spanien

Helmut S 23.10.2009 07:52

Franke und die Telekom:

http://www.zeit.de/sport/2009-10/ullrich-doping-klage

An sich nix Neues - bis auf den letzten Absatz (frü mich zumindest).

Der Franke bereitet einen Prozess gegen die Telekomiker vor, in dem er Nachweisen will, das die rosaroten Jungs doch was wußten. Das finde ich spannend :cool:


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