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TTTom 27.07.2020 15:59

Ich fahr momentan einen Alhambra. Etwas in der Größenordnung kostet ohne weiteres 500 pro Woche in der Ferienzeit.
Corona bedingt sind die aktuellen Preise vielleicht nicht der Maßstab für alle Zeiten.

Momentan zahl ich Leasingrate 225 EUR im Monat für 10.000 im Jahr. Die meiste Zeit ist das kein Fahrzeug sondern ein Stehzeug.
Aber auch wenn ich in der Stadt wohne, hier funktioniert Carsharing noch nicht zufriedenstellend. Und zur nächsten Vermietstation brauch ich mind. 20 Min.
Carsharing in Berlin bspw. finde ich funktioniert super.

Mag ein Luxusproblem sein. Tatsächlich ist es mein Luxus, ist Auto zu steigen wenn ich es für erforderlich halte. Eigentlich nicht mehr Zeitgemäß

FinP 27.07.2020 16:44

Zitat:

Zitat von TTTom (Beitrag 1544340)
Aber auch wenn ich in der Stadt wohne, hier funktioniert Carsharing noch nicht zufriedenstellend. Und zur nächsten Vermietstation brauch ich mind. 20 [...] Eigentlich nicht mehr Zeitgemäß

Ist tatsächlich ein Problem von Henne und Ei.
Weil kein Angebot gibt es keine Nachfrage, darum gibt es kein Angebot.

Meiner Meinung nach sollte jede Kommune verpflichtet sein, pro Einwohnerzahl X ein Carsharing-Auto zur Verfügung zu stellen. Finanzieren könnte man das darüber, dass Fahrzeuge, die regelmäßig auf öffentlichen Grund stehen (vulgo: Laternenparker) stärker zur Kasse gebeten werden.
Ist echt ein Anachronismus, dass jedem erlaubt ist, 2 Tonnen Stahl einfach irgendwo in der Öffentlichkeit abzustellen.

Aber nun sind wir hier endgültig OT.

Daher die Kehrtwende zurück: Ich glaube nicht, dass an dem von mir beschriebenen Problem die Elektromobilität irgendetwas ändert. Dem Automobil - egal welcher Antrieb - wird in unserer Gesellschaft zu viel Ressourcen zugestanden. Daran ändert jegliche Antriebsart nichts.

Körbel 27.07.2020 16:46

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1544308)
Laut Bordcomputer oder nach bezahltem Strom und gefahrenen km?

Laut Bordcomputer und ich lade direkt von der PV-Anlage, da ist mir der Verlust ziemlich egal, zumal ich nur einphasig bei der PV-Anlage laden kann.

Zitat:

Zitat von Voldi (Beitrag 1544312)
Ich gehe mal davon aus, dass du hier einfach nur eine 0 vergessen hast? :Blumen: ;)

Stimmt!!!:Huhu:

220 km muss es lauten.

TobiBi 28.07.2020 08:18

Für uns wäre ein Mitsubishi Outlander Hybrid theoretisch als Auto super (aktuell sind war ja auf Grund eines Motorschadens nur noch mit einem Auto unterwegs, was seit April auch Großteils problemlos funktioniert). Wir könnten wahrscheinlich 70-80% vollelektrisch zurücklegen.

Wir haben eine PV Anlage mit 9,6 kWp und das Auto steht meist eh nur rum.
Der Outlander kann auch bidirektional geladen werden, die Autobatterie also theoretisch als mobiler Stromspeicher für das Haus herhalten. Wie das übrigens auch viele andere asiatischen E-Autos können, weil es dort auch in der Praxis möglich ist.

Nun aber die 2 Abers:
1. Trotz der ganzen Förderung kostet ein Neuwagen ab 27.000€ und das ist mir definitiv zu viel, vor allem mit zwei Kindern, die keine Rücksicht auf den Zustand des Autos nehmen
2. Bidirektionales Laden ist in Deutschland aktuell nicht erlaubt und wird es auf absehbare Zeit wohl auch nicht werden. Wobei dies auch eine Möglichkeit wäre, die Netzstabilität zu erhöhen. Wäre das auch erlaubt, dann könnten wir einen Großteil der rund 10.000 kWh, die wir im Jahr produzieren auch wirklich selbst nutzen und nicht nur 2.000 davon.

Schwarzfahrer 28.07.2020 09:33

Zitat:

Zitat von TobiBi (Beitrag 1544398)
Bidirektionales Laden ...dies auch eine Möglichkeit wäre, die Netzstabilität zu erhöhen.

Schnell überschlagen: aktuell ist die rein solare Leistungsschwankung ca. 25 GW am Tag, d.h. diese Spitzen müssten abgefedert werden (Windschwankungen mal aussen vor gelassen). Es gibt ca. 150.000 Elektroautos in Deutschland. D.h., wenn alle zur Spitzenzeit am Netz laden (sie stehen ja alle meist nur rum, heisst es), müsste jedes Auto im Schnitt mit 166 kW geladen werden - das geben die wenigsten Ladestellen her. Tatsächlich wird immer nur ein Bruchteil der Autos gerade an der Ladestelle hängen, weil die Mehrheit das Auto doch tagsüber nutzt. Mit den aktuellen Elektroauto-Zahlen ist die Pufferung der Solarstromschwankungen nicht zu stemmen. Dafür müssten einige Millionen Elektroautos gleichzeitig am Netz hängen, davor ist die Wirkung vernachlässigbar. Und die Windschwankungen sind noch viel größer. Netzstabilität braucht noch viel mehr, als diese Tröpfchen auf dem heißen Stein.
Zitat:

Zitat von TobiBi (Beitrag 1544398)
Wäre das auch erlaubt, dann könnten wir einen Großteil der rund 10.000 kWh, die wir im Jahr produzieren auch wirklich selbst nutzen und nicht nur 2.000 davon.

Einspeisen zur Netzstabilität ist keine Selbstnutzung, oder? Das wäre es nur, wenn du und deine Nachbarn den Solarstrom vom Sommer im Winter verbrauchen könnten (hoffentlich braucht aber Dein Haushalt keine 10.000 kWh/Jahr; wir haben ganze 2200 kWh Verbrauch mit großen Haus und 3 Leuten). Das wäre aber eine gewaltige Batteriestation, die durch die dezentrale Speicherung die Solarschwankung voll vom Netz nimmt. Das wäre ein Beitrag zur Netzstabilität (und zur autarken Versorgung unabhängig von Großkonzernen). Leider aktuell kaum wirtschaftlich darzustellen.

Matthias75 28.07.2020 11:46

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1544317)
Übrigens, weil der E-Mobilitätsthread gerade oben ist: seit ein paar Tagen gibt es erste praxisbezogene, unabhängige Tests des lange erwarteten und mehrfach verzögerten VW Id3.
Und auch wenn der Wagen, der auf der neuen Elektroplattform von VW basiert, aktuell noch ein paar softwaretechnische Macken z.B. beim Sprachassistenten hat (die Auslieferung an Endkunden wird im September beginnen), scheint das Konzept mehr als gelungen, wenn ich meine Eindrücke zusammenfassen würde nach zwei längeren YT-Videos gestern abend, die ich mir angesehen haben.

Angesichts der Marktmacht von VW dürfte der ID3 meiner Ansicht nach für die Eletromobilität ein Gamechanger werden und das erste Modell sein, das das Zeug dafür hat Tesla in relevantem Ausmaß Marktanteile streitig zu machen.

Da habe ich etwas Zweifel. Klar wird VW seine Marktmacht einsetzen. Aber wer ist denn die Zielgruppe? Als Prestigeauto ist der ID3 zu klein, als Zweitwagen zu groß.

Ich hab' mich letztes Jahr auf der IAA mal reingesetzt. Ich bin jetzt mit 1,83m nicht außergewöhnlich groß. Durch die Batterien im Boden hatte ich die Knie aber deutlich höher als in eine vergleichbaren Golf. Für Langstrecken für mich zu unangenehm. Zudem zu wenig Platz für 3-4 Personen im Kofferraum.

Als Kurzstreckenauto/Zweitwagen wäre er mit dann aber mit doch fast 30.000€ nach Abzug aller Prämien und Steuerermäßigungen zu teuer. Da müssten sie sich beeilen, den kleineren Akku möglichst schnell auf en Markt zu bekommen, damit man in preislich attraktive Regionen kommt. Aktuell würde ich die Alternativen von Peugeot (208/2008) oder Opel (Corsa) favorisieren, die zudem fast 10.000€ günstiger als der aktuell angebotene ID3 sind.

Als Familienfahrzeug würde ich aktuell noch zu einem Plugin-Hybrid tendieren, den ich im Kurzstreckenbetrieb rein elektrisch fahren kann und bei dem ich für die paar längeren Fahrten den Benziner dazuschalten kann, z.b. den Kuga von Ford. Da hat VW aber außer dem Passat nix zu bieten.

M.

Schwarzfahrer 28.07.2020 12:03

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1544449)
Zudem zu wenig Platz für 3-4 Personen im Kofferraum.

Also ich lasse die Leute meist eher auf dem Beifahrer- und Rücksitz mitfahren ....
(SCNR:Cheese: )

vherzo 28.07.2020 12:20

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1544449)
Da habe ich etwas Zweifel. Klar wird VW seine Marktmacht einsetzen. Aber wer ist denn die Zielgruppe? Als Prestigeauto ist der ID3 zu klein, als Zweitwagen zu groß. M.

Dennoch werden ja viele Golf und ähnliche Autos verkauft. In meinem Umfeld laufen viele Golf tatsächlich als Zweitwagen. Für mich hat VW in den letzten Jahren jede Glaubwürdigkeit verspielt.

Ich habe gerade einen Renault Zoe bestellt - ein wirklich tolles Auto, ich will damit unseren Photovoltaikstrom mehr selber nutzen. Beim Zoe sind gerade erhebliche Rabatte zusätzlich zur Förderung möglich, wenn man sich bei den einsschlägigen Internetadressen umsieht und den lokalen Händler damit konfrontiert.

Die Reichweite mit dem größeren Akku reicht auch im Winter weiter als ich Lust habe an einem Stück Auto zu fahren. Und wenn in einigen Jahren die Abnahme des Photovoltaikstroms zum Festpreis ausläuft werden hoffentlich private Stromspeicher ein deutliches Stück preiswerter sein als jetzt, sodaß ich dann fast nichts mehr einspeisen muss.


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