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mrtomo 11.08.2020 10:19

Hi.
Ich merke, dass die Zahlen doch etwas klein sind. Deshalb verlinke ich euch die Bilder zu den Läufen und den Watt und Laufzeiten hier einmal:

Wertach Run am Freitag mit 3.47

10k PB Run am Mittwoch danach

Viele Grüße
Tom

mrtomo 15.08.2020 08:34

Lagio 400 - Blog 1
 
Von kreativen Ideen in Zeiten der Corona Pandemie

Strava ist eine super Erfindung, um zu sehen, dass man doch nicht so ganz verrückt ist. Zumindest was die eigene digitale Blase angeht. Denn es gibt immer noch den einen oder die andere mit Höher, Weiter und Länger. Unter anderem gab es da diese Verrückten in meinem Freundeskreis, welche aus dem Allgäu mit dem Rad an den Gardasee gefahren sind.

Nachdem ich die verrückten durchaus gut kenne und weiß, dass schnell eine Idee geboren und umgesetzt werden kann, kam mein Vorschlag: Lass diese Gardasee Tour doch nochmal machen. Gesagt, getan. Und hier kommt jetzt die long Story long. Viel Spaß beim Lesen.



Nachdem die Woche der Wahrheit da war ging es auch bei mir ans packen. Zuhause habe ich zwei Rucksäcke gepackt. Den einen mit Klamotten für den See und die entspannten Tage nach dem Ritt. Diesen ersten Rucksack habe ich zu Support Crew Member Nummer 2 gebracht. Und das war meine Mum. Denn sie hat sich super spontan eine Woche vor der Reise bereit erklärt mit dem Auto nachzukommen und uns am Sonntag ein paar Plätze im Auto auf dem Rückweg zu geben. Heroische Tat Nummer 2, ohne die es wohl nie zu dieser Fahrradtour gekommen wäre.

Ich packe meinen Koffer

Was war im ersten Rucksack im Auto meiner Mum drin: Keine Laufkleidung, keine Schwimmsachen. Einfach nur Klamotten um 2 Tage am See zu liegen. Also eine Badehose und ein T Shirt.
Dafür waren im zweiten Rucksack mehr sportliche Sachen eingepackt. Denn für mich ging es am Donnerstagabend aus Augsburg ins Allgäu zu unserem Startpunkt. Dafür habe ich Gels, Radklamotten, Sitzcreme (viel davon), Radschuhe, Helm, Brille (also alles was ich so zum Radfahren brauche) eingepackt. Am Ende war der Rucksack doch ganz voll. Wie will man alleine ohne Begleitfahrzeug und mit möglichst wenig Gepäck diese Tour machen? Klar es geht, aber so war es deutlich entspannter.



Spontane Änderung der Route, weil ist "geiler"

Am Abend vor unserer Fahrt saßen wir zu sechst auf dem Balkon und haben die letzten Schritte besprochen. Da kam dann aus einer Ecke doch der Vorschlag, dass wir eigentlich auch 400km fahren könnten. 400 an einem Tag. Weil 370km hatten die Jungs ja schon einmal geschafft und dann wäre "nur" an den Gardasee fahren nichts besonderes. Meine längsten zwei Touren bisher waren das Everesting (226km auf der Rolle) und einmal 202km auf dem TT draußen im Mai. Well, well, well. Jetzt bin ich schon einmal hier und die Route hatte bereits 370 Kilometer. Also wurde kurzerhand der Laptop rausgeholt, ein Schlenker über Reute eingebaut und es standen 404km auf Komoot im Plan.

Mit diesem Gedanken, einem Bauch voller Pasta und einem richtig hohen Maß an Respekt ging es aufs Schlafsofa. Es waren noch 5 Stunden bis zum Wecker um kurz nach 2. Alles etwas extrem. Wer steht schon um kurz nach 2 freiwillig auf um ab 3 Uhr den ganzen Tag lang Rad zufahren. Vier andere und ich auch. Aber halt nur einmal und nur zu diesem besonderen Anlass.



Unser erstes großes Etappenziel hieß Hantennjoch. Denn es waren wirklich nur wir 5 die um 3 Uhr losgefahren sind. Der Support-Sven genoß zu der Zeit noch das Bett und wollte so starten, dass er uns am Fuß des Hantennjochs einholt und wir die erste Pause oben machen.

"Die Nacht vor der Dämmerung ist am dunkelsten."

Entsprechend waren für mich die ersten Kilometer zwischen Licht am Lenker, Radweg und Nebel sehr außergewöhnlich. Es war frisch um 3.17 in der früh. Um 3 Uhr 18 auch. Armlinge und Weste hatte ich mir noch angezogen, aber die Beinlinge und Überschuhe waren direkt im Auto geblieben. Nur die harten kommen an den Gardasee, oder so.

So sind wir losgefahren. An Immenstadt vorbei, durch Sonthofen hindurch und dann unsere erste kleine Herausforderung des Tages nach oben. Das Oberjoch grüßte uns noch im Dunkeln liegend. Der Ausblick auf dem Weg nach oben versprach aber einen unglaublich schönen Tag. Wir, ich, hatte wirklich Bock auf diese Tour und diesen Tag. Vor allem hatte ich eine große Herausforderung vor mir mit einem Ziel: Gemeinsam am Gardasee vor Sonnenuntergang anzukommen.

Los gehts. Und für mich heute auch. Ich freue mich schon darauf, dass ich in den kommenden Tagen den nächsten Teil der Tour bloggen darf. Bis dahin: Full Force, Immer großes Blatt und 8000 Watt Bock. Tom

Bleierpel 15.08.2020 09:03

Geil! MEHR BITTE, SCHNELL :-)

mrtomo 23.08.2020 14:51

Lagio 400 - Blog 2
 
Es hat eine Woche gedauert. Aber heute am Tag nach meinem ersten Rennen in 2020 habe ich Zeit ein wenig zu schreiben. Und ihr hoffentlich zum Lesen. Viel Spaß :)

Lagio 400 - Blog 2

Es ist Freitag Morgen. Kurz nach 5 Uhr in der früh. Langsam wacht die Welt in der Umgebung auf. Erste Frühaufsteher fahren mit dem Auto in die Arbeit. Vereinzelt hat ein Bäcker schon geöffnet. Der Gedanke daran heute ins Büro zu fahren ist aber schon weit weit im Hinterkopf verschwunden.

Denn langsam geht die Sonne über den Österreicher Alpen auf. Langsam nähern wir uns dem Tagesanbruch. Ein kurzer Blick über die linke Schulter nach hinten und die in diesem Moment kommt das Honig-Kuchen-Pferd Grinsen. Es wird ein geiler Tag werden.

Das erste Etappenziel​

Genau in diesen Momenten des Sonnenaufgangs muss an unserem Start unser Supporter aufgewacht sein. Knapp eine Stunde vor dem Hanntenjoch wollte unser Supportfahrer los, um uns am Fuß der Steigung einzuholen. Denn unser erstes Etappenziel für eine kleine, feine Frühstückspause war auf der Höhe oben.

Noch hatten wir unsere Lichter an den Rädern an, um im dämmernden Morgen die ersten wirklichen Kilometer in Österreich zu fahren. Es war wirklich ein wundervoller Morgen und wir genossen die Auffahrt im ersten Anstieg. Wir wechselten uns schön ab und konnten das geplante erste Ziel super fix erreichen. Sogar noch bevor Sven uns mit dem Auto eingeholt hatte. Die Stimmung war super. Langsam verzog sich auch die frische Luft und die Weste konnte aufgemacht werden. Ausziehen sollte aber noch keine Option sein, obwohl es auf dem Weg auf das Hanntenjoch durchaus warm wurde beim Treten mit einer 53/39 - 11/28 Übersetzung.



Stimmung: 8000 Watt​

Früher als erwartet ging es von der nun etwas belebteren Hauptstraße runter auf eine zunächst unscheinbare normale Straße links weg. Ich als blutiger Pass-Laie wusste ja nicht was auf mich zukommt. Aber schnell war mir klar: Wird sicherlich sportlich mit den fitten Jungs. Das Oberjoch ging ja superflott weg. Aber was das Hnntenjoch wohl bringen würde. Die nächste Stunde zeigte es.

Zunächst war auch hier super wenig Verkehr. Das Garmin Rücklicht meldete nur alle paar Minuten ein Auto von hinten, welchem wir am Rand Platz gemacht haben. Etwas quatschend, viel schnaufend und immer mit dem Ziel "Lagio 400" im Kopf ging es bergan.
Wir hatten unseren Livestandort an das Support Car geschickt und fragten uns langsam, wo es denn bleiben würde. Auf einmal blinkt der Wahoo auf, von hinten werden wir an gehupt und wundern uns jetzt was los ist. Aber klar: Das Support Car war da.

Der Support Sven, die Gruppe und ich haben eine Leidenschaft für den @8000Watt Account auf Instagram. Mit dieser Stimmung und der Musik von Gigi D'Agostino als 8000Watt Titelmusik war die erste Hürde super schnell gemeistert. Die Sonne ging auf. Der DJ war am Start und wir hatten die ersten 100 Kilometer und bereits fast 2/3 der Höhenmeter gemeistert. Und dazu kam noch folgender Morgengruß am Etappenziel Nummer 1:



Die Abfahrt muss man auch fahren!​

Oben auf dem Hanntenjoch bekamen wir gegen 6-7 (die genaue Zeit weiß ich gar nicht mehr) das erste mal unsere Flaschen und Gels aufgefüllt. Denn der Tag wird lang werden. Der Sonnenaufgang war nicht der einzige Wechsel zwischen Tag und Nacht. Aber zum Sonnenuntergang gibt es in einem weiteren Blog dann mehr.

Ich dachte mir: Wundervoll, erste Herausforderung geschafft. Weste offen, Lichter langsam ausgeschalten und der Tag bricht an. Falsch gedacht. Denn eine der unangenehmeren Challenges des Tages kam nach der kurzen Pause. Und zwar direkt danach: Die Abfahrt nach Imst.

Kaum war die Sonne auf der anderen Seite wieder verschwunden, waberte ein dünner, aber deutlich zu kalter Nebel um uns herum. Die Abfahrt war nur dann Spaß, wenn man auf kondensierendes Wasser am Lenker steht. Und auf klapperende Zähne und kalte Finder. Es war arsch kalt und sehr unangenehm. Abfahren ist eh nicht meine Spezialität, aber das einzige Ziel war schnell unten im Wärmeren anzukommen. Ein paar Serpentinen, eine wundervoll Fahrbare Abfahrt (bei Wärme) und schon ging es wieder Flach weiter. Nächstes Ziel Reschenpass.



Der Reschensee und der Reschenpass. Das nächste Etappenziel. Die ganze Tour in Etappen aufzubrechen war sicher smart. Einmal 100km hier. Dann weitere 85 Kilometer bis da; in unserem Fall eine kleine Ecke Schweiz, Österreich und Italien und dann waren es auch nur noch ein paar Meter bis zur Mittagspause. Und die Hälfte ist schon geschafft. Also einfach mal hochschalten, einfach mal Leben und um das Thema vom Anfang aufzugreifen: Einfach mal die Arbeit an einem Freitag sein lassen. Die nächsten Etappen kommen dann in Lagio 400 - Blog 3.

Einen schönen Sonntag euch. Liebe Grüße von einem hoch motivierten Tom am Hanntenjoch.


FMMT 23.08.2020 17:48

Schöner Bericht :Blumen:

aequitas 24.08.2020 11:30

Toller Bericht und tolle Fotos! Hattest du extra eine Kamera dabei oder sind die Fotos mit einem iPhone / anderem Smartphone entstanden?

Helmut S 24.08.2020 18:48

Saubere Story, saubere Tour. :Blumen:

Aber irgendwie greift diese 300+ Sache im Moment ganz schön um sich, oder? In meinem Umfeld auch. An den Gardasee, an den Isarursprung und all sowas, der tridinski grad erst mit nem fetten 300er im anderen Thread und jetzt ihr auch noch 400+. Leck o mio. Das wird ja inflationär, da habt ihr ne neue Kategorie aufgemacht. Gott sei Dank habt ihr wenigstens die Variante mit Support gewählt. :Cheese:

Anyways .... die große Frage: Muss ich das jetzt auch machen? :Gruebeln: Hoffentlich ist die Antwort „Nein“ :cool: :Cheese:

mrtomo 25.08.2020 06:28

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1548808)
Toller Bericht und tolle Fotos! Hattest du extra eine Kamera dabei oder sind die Fotos mit einem iPhone / anderem Smartphone entstanden?

Guten Morgen.
Vielen Dank :) Wir hatten eine GoPro dabei, aber die Bilder im Bericht habe ich mit dem Handy gemacht. Ich habe mir vor einiger Zeit ein Huawei P20 Pro auf Grund der guten Kamera gekauft ;)


Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 1548931)
Anyways .... die große Frage: Muss ich das jetzt auch machen? :Gruebeln: Hoffentlich ist die Antwort „Nein“ :cool: :Cheese:

Es eskalierte Zeitnah :D Ich denke, dass weder 200 noch 300 oder 400 gemacht werden müssen. Aber wenn man Spaß daran hat, dann auf jeden Fall einmal ein Muss :D


VG
Tom


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