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Matthias75 19.10.2020 17:00

Zitat:

Zitat von anlot (Beitrag 1559107)
Ich versuche es daher nochmal: wenn es der Bundesregierung gelänge der Bevölkerung das "drohende Unheil" in fassbaren Zahlen darzulegen, glaube ich, dass jeder sich damit besser indentifizieren könnte, was auch weniger Interpretationsspielraum böte und vielleicht sogar eine Motivation im Volk enstehen könnte, nach dem Motto " wir werden es schaffen unter dieser Anzahl an Toten zu bleiben"!

Ich glauben nicht, dass man eine solche konkrete Zahl seriös bestimmen kann und will. Eine solche Berechnung hängt von so vielen Faktoren ab, dass es, wenn überhaupt, nur möglich ist einen sehr groben Bereich festzulegen. Aufgrund der vielen Variablen würde eine solche Zahl oder ein solcher Bereich aber auch sofort von allen Seiten massiv angezweifelt werden.

Zum anderen halte ich eine solche Zahl nicht für geeignet, um eine Gefahr greifbarer zu machen. Man müsste dazu erstmal alle Faktoren kennen, von denen diese Zahl abhängig ist. Aus dem Zusammenhang gerissen ist eine einzelne Zahl wertlos. Zudem kann solche Zahl, abhängig davon, wie hoch sie ausfällt, entweder zur Verharmlosung verwendet oder als zusätzliche Panikmache bezeichnet werden.

Falls du mal eine Zahl brauchst: Ich habe heute morgen einen kurzes Ausschnitt aus dem Bild-Talk von gestern gesehen, in dem Karl Lauterbach die Zahl von 50.000 zusätzlichen Toten bis Jahresende in den Raum wirft, wenn das aktuelle Infektionsgeschehen mit einem R-Wert von ca. 1,3-1,4 unverändert weiter läuft. Hilft dir diese Zahl weiter?

M.

merz 19.10.2020 17:10

Es sind doch hier schon aktuelle professionelle Einschätzungen verlinkt worden:


"Aufgrund der explosiven Infektionsdynamik, die wir in allen Hotspots quer durch Europa feststellen, steht zu befürchten, dass ab einer bestimmten Schwelle auch in bisher unkritischen Regionen die Kontrolle über das Infektionsgeschehen verloren geht. Bei Überschreiten dieses Schwellenwerts sind die Nachverfolgung einzelner Ausbrüche und strikte Isolationsmaßnahmen nicht mehr realisierbar und eine unkontrollierte Ausbreitung in alle Bevölkerungsteile, einschließlich besonders vulnerabler Risikogruppen, nicht mehr adäquat zu verhindern.
Es steht zu erwarten, dass dies zu einer raschen Überlastung der Gesundheitssysteme führen würde, was zum Beispiel in Deutschland allein schon wegen des Mangels an Intensivpflegekräften bereits bei weit unter 20.000 Neuinfektionen pro Tag der Fall sein könnte. Hierunter wird nicht nur die Behandlung von COVID-19 Patienten, sondern die gesamte medizinische Versorgung leiden.<"

https://www.g-f-v.org/node/1358
19. Oktober 2020: Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie zu einem wissenschaftlich begründeten Vorgehen gegen die Covid-19 Pandemie

Die letzten Zahlen, außer dem Meldeverzug am Wochenende, waren für DE bei etwas unter 8.000.

Was dann weiter passiert, kann man leider in einigen europäischen Ländern beobachten ....

m.

qbz 19.10.2020 17:32

Zitat:

Zitat von anlot (Beitrag 1559107)
Und genau um eine solche "theoretische" Hoch-Rechnung ging es mir eben nicht. Aber danke für Deine Einschätzung meiner mathematischen Fähigkeiten (sofern es so gemeint war).

Natürlich müsste die Anzahl alle aktuellen Kenntnisse, Massnahmen, klinische Voraussetzungen, evtl. sogar Gesundheitszustand und Altersstruktur der Bevölkerung miteinbeziehen.

Mit dem Hinweis auf die "Grundrechenarten" wollte ich nur ausdrücken, dass man das in etwa aufgrund der Infektionssterblichkeit abschätzen kann, ohne jetzt, wie Du es formuliert hast, "sehr schlaue Köpfe" zu fragen. Schlaue Köpfe "müssten die Anzahl alle aktuellen Kenntnisse, Massnahmen, klinische Voraussetzungen, evtl. sogar Gesundheitszustand und Altersstruktur der Bevölkerung miteinbeziehen.", wie Du schreibst.

Mit Einbeziehung der Massnahmen und auch der Verhaltensweisen der Menschen entstehen komplexere Modellierungen z.B. mit der angenommenen Wirksamkeit einzelner Massnahmen, womit sich die Wissenschaftler weltweit und z.B. vom Helmholtzzentrum beschäftigen, deren Ergebnisse dann näher an dem realen Geschehen liegen sollten. Das spricht allerdings nicht dagegen, auch die Option sich anzuschauen, was passiert in DE, wenn die Hygieneschutzmassnahmen auf Null gesetzt sind, wie ich es tat.

In die Zahlen zur Infektionssterblichkeit von Covid gehen natürlich die Altersstruktur und Vorerkrankungen ein. Wir verfügen heute doch dank der umfassenden Medizinstatistik über alle Zahlen zur Sterblichkeit jeder Erkrankung, d.h. es handelt sich um alltägliches Brot für die medizinische Wissenschaft.

Was mich verwundert: Man nimmt z.B. die Letalität bei Krebsarten, Herzinfarkten etc. von der Medizinstatistik ohne Zweifel an, aber glaubt, es jetzt bei Covid-19 als Medizinlaie besser zu wissen als die Fachleute. Ich nannte mit Quelle Prof. Drosten für DE.

Helios 19.10.2020 18:18

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1559063)
Das hieße dann über 7 Jahre würden etwa 17 % aller Todesfälle Covid zugerechnet, oder bis zu 20 % zusätzliche). Die 2,5 % Sterblichkeit dieser Annahme steht allerdings im Widerspruch von der heute früh verlinkten WHO-Studie, wo im Mittel deutlich unter 1 % Sterblichkeit für die Gesamtbevölkerung rauskommt (ca. 0.23 im Mittel) - was das Szenario auf einstellige Prozentzahlen für Corona in der Sterbestatistik reduziert.

ich drück Dir und Lidl die Daumen, dass ihr richtig liegt.

Mich holt man, wenn was funzen muss, oder dass es sicher sein muss, oder ein kosten nutzen verhältnis stimmen muss.

In der Denke wende ich ein KISS an (kepp it simple system) und es MUSS stimmen im Sinne auf der sicheren Seite und für jeden jederzeit und überall nachvollziehbar sein (früher nannte man das Wissenschaftliches Arbeiten) - wenn mir die Zahlen von cnn so einfach geliefert werden und sie sowohl usa-, als auch weltweit und auch deutschlandweit im ähnlichen Verhältnis liegen, dann wäre es töricht sie anzuzweifeln, auch wenn sie mir nicht passen.

Bockwuchst 19.10.2020 18:46

Hier jetzt die Maßnahmen im Berchtesgadener Land
https://www.welt.de/politik/deutschl...chliessen.html

Entspricht ungefähr dem ersten bundesweiten Shutdown.

LidlRacer 19.10.2020 18:48

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1559120)
Mit Einbeziehung der Massnahmen und auch der Verhaltensweisen der Menschen, entstehen komplexere Modellierungen z.B. mit der angenommenen Wirksamkeit einzelner Massnahmen, womit sich die Wissenschaftler weltweit und z.B. vom Helmholtzzentrum beschäftigen, deren Ergebnisse dann näher an dem realen Geschehen liegen sollten.

Da passt gut dieser Artikel über den Prof. vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, der die Ministerpräsidenten beraten hat:
Michael Meyer-Hermann: Wer ist der Wissenschaftler, der Merkel die Sorgenfalten auf die Stirn trieb?
Seine Modellrechnungen sollten den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten beim Corona-Gipfel im Kanzeleramt die Augen öffnen – das Ziel hat er offenbar erreicht. Wer ist der Braunschweiger Immunologe Michael Meyer-Hermann?


Und noch ein Interview nach der Ministerpräsidentenrunde:
ZDF: Immunologe Meyer-Hermann war als Experte beim Corona-Gipfel von Bund und Ländern. Er sagt: Gegen einen Lockdown müssen wir alle zusammenhalten.

TRIPI 19.10.2020 19:13

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1559102)
Lauterbach macht auf diese Corona-Folgewirkung aufmerksam:

New York Times:
‘I Feel Like I Have Dementia’: Brain Fog Plagues Covid Survivors
The condition is affecting thousands of patients, impeding their ability to work and function in daily life.


Ist noch nicht ausreichend erforscht, aber scheint nicht selten zu sein und widerspricht dem oft behaupteten Gegensatz von Gesundheitsschutz und wirtschaftlichen Interessen.

Betroffen sind auch Leute, die körperlich nur mild erkrankt waren.

Klar, alles Panikmache.

Ich finde leider den Artikel nicht mehr, den ich hierzu posten wollte.
Sinngemäß stand darin, dass wohl unsere eigenen Antikörper für die meisten neurologischen Symptome verantwortlich sind. Also auch schon für den oft genannten Geschmacksverlust oder starke Kopfschmerzen.
Es hieß darin, die gegen Covid19 gebildeten Antikörper würden aus Langeweile Hirnzellen angreifen.
Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen bzw finden. Ist ja erschreckend.

Das scheint insgesamt ein besonderer Aspekt des Virus zu sein. Schon oft, zB. auch in Bezug auf die Lunge, hörte ich davon dass das eigene, überreagierende Immunsystem für die meisten Folgeschäden verantwortlich sei.

qbz 19.10.2020 19:20

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1559129)
Hier jetzt die Maßnahmen im Berchtesgadener Land
https://www.welt.de/politik/deutschl...chliessen.html

Entspricht ungefähr dem ersten bundesweiten Shutdown.

Bis jetzt habe ich keine plausible Erklärung gelesen, weshalb gerade eine ländliche, dünn besiedelte vor- und alpine Region mit einem geringen Ausländeranteil eine so hohe Infektionszahl hat. Die Gaststätten? Die alpinen Hüttenbesucher? Die Kirchenbesuche? Ein gemeinsames Jodeln wie im Kanton Schwyz? Hochzeiten? ;)


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