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Hafu 26.03.2021 09:53

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1592887)
Frankreich hat meines Wissens Schulen und Kitas weitestgehend offen gelassen und ist auch stolz drauf. Dafür gibt es bis heute noch in Paris Ausgangssperre ab 19 Uhr.
Bei uns ist das ja eher umgekehrt.

Das ist richtig und das gilt im übrigen seit letzten Herbst. Das heißt Frankreich hat während der gesamten zweiten Welle das Bildungssystem im Land aufrecht erhalten zulasten privater, abendlicher Treffen, die in der deutschen Gesellschaft offensichtlich als wichtiger bewertet werden und auch zu Lasten von Teilen der Wirtschaft, die in Deutschland zu 85% komplett unreguliert geblieben ist.

Homeoffice wird in Frankreich nicht "empfohlen" wie in Deutschland, sondern ist für alle Büroarbeitsplätze verpflichtend. Hausärzte dürfen dort schon längst impfen, was in Deutschland immer noch nicht umgesetzt ist und frühestens Mitte April beginnt.

Hotels in Frankreich sind seit Monaten geöffnet (allerdings nur mit Room-Service, also ohne Gastronomie).


Frankreich ist sicher nicht das gelobte Land im Kampf gegen die Pandemie und kämpft ähnlich wie Deutschland mit der dritten Welle, aber man erkennt beim Ländervergleich die unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen und das manche der Infektbekämpfungsmaßnahmen, die uns von den Verantwortlichen gerne als alternativlos verkauft werden, durchaus nicht alternativlos sind.

Matthias75 26.03.2021 10:03

Zitat:

Zitat von mamoarmin (Beitrag 1592886)
Das Kinder sich nur eingeschränkt treffen halte ich für ein Märchen. Die Erfahrungen meiner Frau in der kita ist genau das Gegenteil. Leider halt auch in den entsprechenden Zielgruppen. Dort ist auch jetzt immer noch der Schulhof VOLL von spielenden Kindern nach dem Unterricht mittags um 4.

Meine Beobachtung ist eine komplett andere:

In meinem Bekanntenkreis sind viele Eltern, die sich - soweit es ihnen möglich ist - an die Regeln halten. Dementsprechend haben die Kinder außerhalb der Schule maximal einen oder zwei Kontakte, mit denen sie regelmäßig spielen können. In der schule wird streng auf die Einhaltung der Regeln geachtet, auch auf dem Schulhof ist z.B. Maskenpflicht.

Freizeitaktivitäten im Verein sind sowieso seit einem Jahr nicht möglich. Alles abgesagt. Als Eltern ist sowas nur schwer aufzufangen.


Grundsätzlich ist die Frage, was die Eltern vorleben. In unserem Umfeld halten sich die Eltern überwiegend an die Regeln und versuchen auch, dies ihren Kindern mitzugeben.

Zitat:

Zitat von mamoarmin (Beitrag 1592886)
Auch bei uns in der Nachbarschaft spielen alle Kinder munter wie immer weiter miteinander, die Skateparks sind ebenfalls immer voll das letzte Jahr über, vom Sommer müssen wir gar nicht reden.(weil ich immer von allen höre, 1 Jahr eingeschränkt...im sommer lief das Leben für die meisten doch normal, inkl. Urlaub)

Kann ich nicht bestätigen. Urlaube wurden in 2020 alle abgesagt, weil die Urlaubsregionen als Risikogebiet galten (übrigens mit niedrigeren Inzidenzen als jetzt, wo wir über Lockerungen und Osterurlaub diskutieren).

Dass ältere Kinder sich trotzdem getroffen haben, habe ich auch beobachtet. Aber gerade bei kleinere Kinder, dazu zähle ich Grundschule & Kita, war das nicht der Fall bzw. hing stark vom Verhaltne der Eltern ab.

Zitat:

Zitat von mamoarmin (Beitrag 1592886)
Den Fernunterrricht verkraften die gut, haben ja ein Riesendisplayhandy bekommen damit das passt...auch sonst kommunizieren diese Kinder gerne via Whatsapp, selbst wenn sie gemeinsam im Zimmer sitzen...

Wie schon geschrieben, mag das ab einem gewissen Alter funktionieren. Wenn die Kinder noch zu klein für ein eigenes Handy oder dessen Bedienung sind, ist die Kommunikation stark eingeschränkt. Legospielen oder auf den Spielplatz gehen, klappt eben nicht digital.

Zitat:

Zitat von mamoarmin (Beitrag 1592886)
Sicherlich gibt es kinder die unter der Situation leiden, aber das sind auch die die aufgrund Herkunft, Umfeld und sozialem Stand sonst auch die Arschkarte gezogen haben, mit dem Unterschied, dass es vor Corona keinen interessiert hat.

Die letzte Aussage halte ich für anmaßend und komplett falsch. Ob die Kinder darunter leiden ist nicht eine Frage des sozialen Umfeldes oder des sozialen Standes, sondern eine Frage, wie sehr sich die Eltern - und somit die Kinder - an die Regeln halten.

Einige Eltern mögen besser in der Lage sein, die Einschränkungen zumindest in Teilbereichen aufzufangen. Einen vollständigen Ersatz für die Kontakte mit Kindern und/oder im Verein können sie nicht bieten, egal wie sehr sie sich anstrengen. Auch diese Kinder leiden unter den Einschränkungen.

Dass aber nur Kinder aus bestimmten sozialen Verhältnissen darunter leiden, stimmt so auf keinen Fall.

M.

Matthias75 26.03.2021 10:08

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1592887)
Frankreich hat meines Wissens Schulen und Kitas weitestgehend offen gelassen und ist auch stolz drauf. Dafür gibt es bis heute noch in Paris Ausgangssperre ab 19 Uhr.
Bei uns ist das ja eher umgekehrt.

Vielleicht ist das falsch rübergekommen:

Es geht mir nicht um "Schule offen" oder "Schule zu".

Vielmehr sind doch Kita & Schule die ersten Einrichtungen, die wieder geschlossen oder eingeschränkt werden. Dem Oster-Urlauber, der einen Home-Office-Arbeitsplatz hat, kann es im Zweifel egal sein, ob es im Nachgang zu einem weiteren Anstieg der Inzidenzen kommt.

Im Zweifel trifft es "nur" die Kinder und Schüler, die noch länger auf einen geregelten Unterricht bzw. eine geregelte Betreuung warten müssen.

M.

DocTom 26.03.2021 10:13

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1592878)
Oder im Bus, im Zug, in der Bahn.

Nur zur Info: in Hamburg waren, als bundesweit (inkl. Hamburg) die Zahlen der infizierten Kinder angestiegen sind, die Schulen und Kitas noch geschlossen. (Quelle NDR).

Die Statistiker hier (und leider DT auch) haben früh gesagt, wer viel/mehr tested, findet auch viel/mehr.

:Blumen:

Kurze Frage an die Schwarmintelligenz: warum sinkt lt RKI der R-Wert (tagesschau 25.3.21, 0,88), während die Inzidenzen steigen?

El Stupido 26.03.2021 10:23

Zitat:

Zitat von DocTom (Beitrag 1592897)
(...)

Kurze Frage an die Schwarmintelligenz: warum sinkt lt RKI der R-Wert (tagesschau 25.3.21, 0,88), während die Inzidenzen steigen?

Malte Kreutzfeldt auf Twitter bzgl. aktuellem R-Wert laut RKI:

https://twitter.com/MKreutzfeldt/sta...43708422410243

merz 26.03.2021 10:28

der R-Wert "hüpft" immer etwas, Tendenz zählt hier

https://de.statista.com/statistik/da...n-deutschland/

Update: Post von El Studpido nicht vor dem Posten gelesen, hui, Datenfehler beim RKI?

m.

MattF 26.03.2021 10:35

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1592893)
Frankreich ist sicher nicht das gelobte Land im Kampf gegen die Pandemie und kämpft ähnlich wie Deutschland mit der dritten Welle, aber man erkennt beim Ländervergleich die unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen und das manche der Infektbekämpfungsmaßnahmen, die uns von den Verantwortlichen gerne als alternativlos verkauft werden, durchaus nicht alternativlos sind.

Werden die uns als alternativlos verkauft?

Man muss sich aber halt für irgendwas entscheiden.

Oberste Priorität in D hat die Wirtschaft! Ist halt so.

deralexxx 26.03.2021 10:53

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1592906)
Werden die uns als alternativlos verkauft?

Man muss sich aber halt für irgendwas entscheiden.

Oberste Priorität in D hat die Wirtschaft! Ist halt so.

Hab dazu einen sehr griffigen Satz gelesen, bei dem ich aber leider nicht die Originalquelle zur hand habe. Der ging sinngemäß so:
Zitat:

Der Fokus is Deutschland ist derzeit aus dem Lockdown raus zu kommen, nicht die Pandemie zu bekämpfen.


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