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Hafu 10.03.2021 14:58

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1589465)
Vielleicht habe ich was übersehen: Wo wird offensichtlich, dass Stöcker ein fertiges Antigen einkauft?
Oder könntest Du da etwas missverstanden haben?

Das war eher eine Interpretation meinerseits, da Stöcker keinerlei berufliche Expertise im Umgang mit Viren und Zellkulturen hat und weil er in seiner veröffentlichten Rezeptur keinerlei Angaben macht, wie genau er das Spike-Virus-Protein eigentlich gewonnen hat.
Petra Falb hatte ja in ihrer Stellungnahme zu recht moniert, dass es keinerlei Angaben zur verwendeten Zellinie und zum genutzten Expressionssystem gibt.

Zitat:

Zitat von Mag. Petra Falb
...Proteinbasierte, rekombinant (also gentechnisch) hergestellte Antigene produziert man üblicherweise in einem Expressionssystem auf einer Zellinie. Die Kontrolle solcher Zellen und auch der betreffenden Expressionssysteme (meist handelt es sich hier um ein Virus) plus der bei diesem Vorgang verwendeten Materialien, die meist zum Teil aus Tieren gewonnen werden, stellen einen sehr kritischen und heiklen Punkt in der Impfstoffherstellung dar, da all dies mit Fremdviren oder Mykoplasmen kontaminiert sein kann bzw. es sehr wichtig ist, dass all dies gut charakterisiert und genetisch stabil ist. Dieses sogenannte „extraneous agents testing“ ist extrem strikt reguliert und wird hier nichtmal erwähnt – man weiß gar nicht WELCHE Zellen welcher Spezies überhaupt verwendet werden. ...

Um überhaupt an das Spike-Virus-Protein als Antigen ranzukommen müsste das Labor von Stöcker erstmal SARS-Cov-2- Viren in Zellkultur vermehren, also mit kompletten pathogenen Corona-Viren arbeiten, wofür man ein genehmigungs- und überwachungspflichtiges virologisches Labor einer definierten Sicherheitsstufe benötigt, wie man es z.b. an Universitäten findet.


Wenn er mit solchen Zellinien in der Lage gewesen wäre, zu arbeiten, dann hätte er das Serum der von ihm geimpften Mitarbeiter auch nicht zu Drosten nach Berlin schicken müssen, sondern hätte an den eigenen Zellinien testen können, ob die im Serum nach impfung vorhanden Antikörper einen neutralisierenden Effekt auf die infektionsfähigkeit von SARS-Cov-2 gegenüber Zellkulturen haben.

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1589465)
Er schreibt ja:
"Wir hoffen, bald einen Hersteller zu finden, der das Antigen öffentlich anbietet"
...

Ich denke in diesem Satz liegt die Betonung auf "öffentlich". Es gibt jetzt schon spezialisierte Hersteller, die das von Stöcker genutzte Antigen anbieten, wie man per Google leicht herausfindet. aber die verkaufen nur an Fachkreise (also Forschungsgruppen bzw. spezialisierte Ärzte). Stöcker würde sich wünschen dass diese das Antigen auch direkt an jeden verschicken würde, damit jeder sich zusammen mit Aluminiumhydroxid als Wirkverstärker/ Adjuvanz sich seinen Impfstoff (unter Umgehung der Zulassungsbeschränkung für das in-Verkehr-bringen fertiger Impfstoffe) zusammenmixen könnte. Das es IMHO zu diesem Szenario zweifellos nie kommen wird, ist hier hoffentlich überflüssig zu erwähnen.

Matthias75 10.03.2021 15:11

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1589631)
Ich denke in diesem Satz liegt die Betonung auf "öffentlich". Es gibt jetzt schon spezialisierte Hersteller, die das von Stöcker genutzte Antigen anbieten, wie man per Google leicht herausfindet. aber die verkaufen nur an Fachkreise (also Forschungsgruppen bzw. spezialisierte Ärzte). Stöcker würde sich wünschen dass diese das Antigen auch direkt an jeden verschicken würde, damit jeder sich zusammen mit Aluminiumhydroxid als Wirkverstärker/ Adjuvanz sich seinen Impfstoff (unter Umgehung der Zulassungsbeschränkung für das in-Verkehr-bringen fertiger Impfstoffe) zusammenmixen könnte. Das es IMHO zu diesem Szenario zweifellos nie kommen wird, ist hier hoffentlich überflüssig zu erwähnen.

Bei diesem rein theoretischen Szenario wäre allenfalls interessant, ob und wie das Spritzen dieses Stoffes als Impfung angesehen werden könnte.

Könnte also eine Person, die sich diesen Stoff spritzen lässt, sich dieses als Impfung im Impfpass eintragen lassen?

Wenn nicht (wovon ich ausgehe), wäre die Bereitschaft sicher sehr gering, sich einen ungeprüften Stofff spritzen zu lassen, der einem noch nicht mal die Privilegien einer Impfung ermöglicht. Damit wäre die Herstellung für viele Unternehmen allein schon aus wirtschaftlichen Gründen uninteressant.

M.

LidlRacer 10.03.2021 15:44

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1589631)
Das war eher eine Interpretation meinerseits, da Stöcker keinerlei berufliche Expertise im Umgang mit Viren und Zellkulturen hat und weil er in seiner veröffentlichten Rezeptur keinerlei Angaben macht, wie genau er das Spike-Virus-Protein eigentlich gewonnen hat.
Petra Falb hatte ja in ihrer Stellungnahme zu recht moniert, dass es keinerlei Angaben zur verwendeten Zellinie und zum genutzten Expressionssystem gibt.
...

Ich kann das nicht fachlich beurteilen, aber er behauptet sehr ausdrücklich, dass er das Antigen selbst hergestellt hat, z.B. hier:

"Basierend auf seiner umfassenden Erfahrung in der Reagenzien-Entwicklung zur Diagnostik neuer Viruskrankheiten hat Euroimmun schnell und zielsicher ein Antigenkonstrukt geschaffen und rekombinant hergestellt, mit dem sich Antikörper gegen SARS-CoV-2 zuverlässig nachweisen lassen. Es basiert auf der S1-Untereinheit des Spike-Proteins, mit dem sich der Virus an Rezeptoren der Zielzellen bindet.

Für mich lag es nahe, dass eine Immunisierung mit diesem Protein eine Schutzwirkung vor einer Infektion entfaltet. Um Zeit zu sparen, habe ich nicht lange um eine amtliche Genehmigung gebeten, sondern mir ein auf dem Euroimmun-Konstrukt basierendes rekombinantes Antigen hergestellt und mehrmals intramuskulär verimpft, zusammen mit Alumn als Adiuvans."
https://www.winfried-stoecker.de/blo...corona-virus-2


Der momentan aktuellste Kommentar darunter:
"Meine Frau und ich obwohl wir extreme impf Gegner sind haben wir ihren Bericht gesehen und wir würden uns mit ihrem Impfstoff imunisieren lassen denn ihre Aussage im RTL report hat uns bei Ihnen das Vertrauen geweckt und wir stehen hinter Ihnen."

Schönes Beispiel für das intellektuelle Niveau der (oder zumindest mancher) Impfgegner.

PS:
Etwas unklar ist mir seine aktuelle Beziehung zum Unternehmen Euroimmun, das er 1987 gründete und wohl 2018 verkaufte.

Bockwuchst 11.03.2021 09:11

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1589631)
Um überhaupt an das Spike-Virus-Protein als Antigen ranzukommen müsste das Labor von Stöcker erstmal SARS-Cov-2- Viren in Zellkultur vermehren, also mit kompletten pathogenen Corona-Viren arbeiten, wofür man ein genehmigungs- und überwachungspflichtiges virologisches Labor einer definierten Sicherheitsstufe benötigt, wie man es z.b. an Universitäten findet.

Da muss ich kurz reingrätschen, weil ich genau so was beruflich mache. Um ein Protein rekombinant herzustellen, muss man das Protein nicht in "original" aus ner Virenkultur aufreinigen oder so. Das Genom ist ja komplett sequenziert, in großen Teilen ist auch bekannt, welche Abschnitte welche Proteine codieren. Die entsprechende Sequenz schickt man elektronisch an nen Dienstleister, der daraus DNA synthtisiert, in nem von dir gewählten Vector (Plasmid) oder macht es selbst (oder Teile davon). Damit transfiziert man seine Host-Zelllinie, die Zellen exprimieren das Protein, dass man dann nur noch aufreinigen muss.
Ist jetzt sehr verkürzt, in Wirklichkeit ist es etwas komplizierter (Wahl des Vectors, der Zellnie, Produktqualität. Aufreinigung usw.), aber die rekombinante Herstellung von Proteinen ist Tagesgeschäft für sehr viele Firmen. Was das für ein Protein ist, ist erstmal egal, da ein Protein allein kein Krankheitserreger ist.

trina 11.03.2021 09:26

Mal ein kurzer Corona-Schwenk.
Ich bin am Sonntag Wahlhelfer bei der Kommunalwahl in Hessen. Gestern bekam ich von der Gemeinde 2 Spucktests zugeschickt, den man vorher und nachher verwenden kann (keine Pflicht).
Nun habe ich heute meine erste Dosis Astra Zeneca bekommen. Reagiert da evtl der Test drauf?

Terminvereinbarung und Durchführung im Impfzentrum lief übrigens problemlos und schnell.

Matthias75 11.03.2021 09:38

Stöcker war übrigens gestern zusammen mit Kekule und Lauterbach bei Stern-TV.

Lauterbach und Keule haben klargemacht, dass allein das Vorhandensein der Antikörper bei einer kleinen Stichprobe nicht als Nachweis für die Wirksamkeit der Impfung ausreicht, sondern dass dafür größere wissenschaftliche Studien mit Vergleichsgruppen erforderlich wären, bei der man - analog zu den bisher zugelassenen Impfstoffen - vergleichen kann, wieviele Personen sich (nicht) infizieren.

Beide haben auch klargemacht, dass, wenn man die Wirksamkeit in solchen Studien festgestellt hätte, durchaus eine Zulassung möglich gewesen wäre. Stöcker hätte sich rechtzeitig einen großen Partner suchen müssen, der in der Lage gewesen wäre, diese Studien durchzuführen.

Stöcker hat dann nochmal betont, dass er nach seiner Rechtsauffassung als Arzt das Recht hat, einem Patienten im Rahmen einer individuellen Behandlung/Therapie auch einen selbst zusammengemischten Stoff zu verabreichen. (Anmerkung: Auf seiner Homepage legt er sehr viel Wert darauf, von "Patienten" zu schreiben und nicht von "Probanden" oder "Testpersonen")

Dem hat Lauterbach widersprochen. Nach seiner Ansicht können gesunde Personen nicht als Patienten angesehen werden. Dementsprechend ist seine Rechtsauffassung, dass das Spritzen eines nicht zugelassenen Stoffes als Körperverletzung anzusehen ist.

Wer jetzt recht hat nd wie weit die Befugnisse eines Arztes gehen, mögen die Experten klären. Ich denke allerdings, dass unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Klage wenige Ärzte bereit sein werden, den Stoff ohne Zulassung zu spritzen.

M.

Kälteidiot 11.03.2021 09:46

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1589727)
Da muss ich kurz reingrätschen, weil ich genau so was beruflich mache. Um ein Protein rekombinant herzustellen, muss man das Protein nicht in "original" aus ner Virenkultur aufreinigen oder so. Das Genom ist ja komplett sequenziert, in großen Teilen ist auch bekannt, welche Abschnitte welche Proteine codieren. Die entsprechende Sequenz schickt man elektronisch an nen Dienstleister, der daraus DNA synthtisiert, in nem von dir gewählten Vector (Plasmid) oder macht es selbst (oder Teile davon). Damit transfiziert man seine Host-Zelllinie, die Zellen exprimieren das Protein, dass man dann nur noch aufreinigen muss.
Ist jetzt sehr verkürzt, in Wirklichkeit ist es etwas komplizierter (Wahl des Vectors, der Zellnie, Produktqualität. Aufreinigung usw.), aber die rekombinante Herstellung von Proteinen ist Tagesgeschäft für sehr viele Firmen. Was das für ein Protein ist, ist erstmal egal, da ein Protein allein kein Krankheitserreger ist.

danke und was bedeutet das für Laien ausgedrückt?

:)

Bockwuchst 11.03.2021 09:52

Zitat:

Zitat von Kälteidiot (Beitrag 1589737)
danke und was bedeutet das für Laien ausgedrückt?

:)

Dass man so n Spike Protein mal eben auf die schnelle rausrotzen kann wenn man das entsprechende Labor und Personal zur Verfügung hat. Das Feintuning ist dann die eigentlcihe Kunst.


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