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LidlRacer 17.11.2020 10:38

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1566473)
Nein - ich meine man könnte eine Gruppe von Menschen aus ganz Deutschland auswählen, die die gesamte Bevölkerung möglichst gut repräsentiert und diese Leute regelmäßig testen und zwar sowohl in Bezug auf Spuren einer überwundenen Infektion und Indizien auf eine vorliegende aktuelle Infektion.

Ich denke, das ist nicht vernünftig möglich. Wenn du nach ähnlichen Kriterien wie für Wahlen oder Verbraucherumfragen repräsentativ Leute auswählst, ist das dem Virus egal. Es wird sich in dieser Gruppe nicht repräsentativ sondern ungleichmäßig mal hier und mal da ausbreiten.

In Bezug auf das Virus gibt es gibt niemanden, der für eine Stadt repräsentativ ist.
Ebenso gibt es niemanden, der in dieser Beziehung für diesen oder jenen Beruf, dieses oder jenes Alter usw. repräsentativ ist.

Die besten Daten, die wir haben, sind die von allen entdeckten Neuinfektionen. Viel bessere wird man nicht generieren können.

aequitas 17.11.2020 10:38

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1566517)
Wieviel Klassenzimmer haben wir denn in Deutschland? Es gibt wohl etwa 8 Millionen Schüler, verteilt auf Klassen mit 30 Leuten wären das über 250.000 Klassenzimmer. Wer hätte denn jetzt bitte in jedem Klassenzimmer eine neue Lüftungsanlage installieren sollen? Ich vermute mal das auch keine Firma gerade 250.000 Lüftungen im Lager stehen hat die man angreifen kann. Und dann: Wer hätte das denn bezahlen sollen?

Man wird sich jetzt wohl beim Neubau von Schulen überlegen wie man die baut um für sowas wie Corona gerüstet zu sein. Jede alte Schule umbauen ist meiner Meinung nach nicht möglich gewesen.

Auch hier wieder: sind diese Luftfilteranlagen unsere einzige Lösung? Nein, mit Sicherheit nicht! Ja, davon werden viele gebraucht, aber Schulen lassen sich auch noch auf weiteren Wegen "bearbeiten". Nicht alle Stufen, nicht alle Klassen, nicht alle SuS, nicht alle Fächer müssen in Präsenz unterrichtet werden. Man hat fast neun Monate Zeit gehabt sich alternative Unterrichtskonzepte zu überlegen. Jetzt einfach zu behaupten - und das machen manche Politiker/Verbände/Funktionäre - es sei nicht genug Geld für Filteranlagen da, die Schulen seien marode oder oder oder, sind billige Ausreden.

keko# 17.11.2020 10:42

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1566521)
Der Einzelhandel ist schon länger im Umbruch. Bei vielen Geschäften beschleunigt Corona die Schliessung nur, ist aber nicht der eigentliche Grund. Es wird aber alles auf Corona geschoben....

Könnte sein, dass wir auf amerikanische Verhältnisse zusteuern: keine lebendige Innenstadt (bzw. kaum eine Innenstadt zu erkennen), stattdessen ein paar Tankstellen, ein paar Imbisse und am Stadtrand eine Mall. (Metropolen wie Chicago, New York usw. sind natürlich ausgenommen). Eingekauft wird nur noch über große Online-Plattformen. In ländlicheren Gegenden Deutschlands ist das schon oft so.

aequitas 17.11.2020 10:42

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1566530)
Ich denke, das ist nicht vernünftig möglich. Wenn du nach ähnlichen Kriterien wie für Wahlen oder Verbraucherumfragen repräsentativ Leute auswählst, ist das dem Virus egal. Es wird wird sich in dieser Gruppe nicht repräsentativ sondern ungleichmäßig mal hier und mal da ausbreiten.

In Bezug auf das Virus gibt es gibt niemanden, der für eine Stadt repräsentativ ist.
Ebenso gibt es niemanden, der in dieser Beziehung für diesen oder jenen Beruf, dieses oder jenes Alter usw. repräsentativ ist.

Die besten Daten, die wir haben, sind die von allen entdeckten Neuinfektionen. Viel bessere wird man nicht generieren können.

Naja, es gibt noch eine Menge weiterer Möglichkeiten Stichproben zu ziehen und damit Daten zu erheben. Und diese sind wahrscheinlich besser als die Zahl der Neuinfektionen. Denn diese sind wahrlich unsere schlechtesten (!) Daten.

LidlRacer 17.11.2020 10:47

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1566534)
Naja, es gibt noch eine Menge weiterer Möglichkeiten Stichproben zu ziehen und damit Daten zu erheben. Und diese sind wahrscheinlich besser als die Zahl der Neuinfektionen. Denn diese sind wahrlich unsere schlechtesten (!) Daten.

Nun ja, so dumm wird das nicht sein, wenn man alle Daten verwendet, die man hat, statt kleiner Stichproben, die eben niemals repräsentativ sein werden.

PS:
Ich rede natürlich nicht von der reinen Zahl der Neuinfizierten sondern von deren gesamten Daten.

PPS:
Aber auch in diesem Bereich denke ich, dass sich bereits genügend Leute kompetente Leute damit beschäftigen, denen wir nicht ihren Job erklären müssen.

Bockwuchst 17.11.2020 10:51

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1566528)
Panik
Lauterbach


Können wir dieses Gerede von Panik eigenltich nicht mal einfach sein lassen? Niemand verbreitet Panik.

Es ist übringens nicht nur der Lauterbach, der sich enttäuscht zeigt.

Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte im öffentlichen Gesundheitswesen, Ute Teichert, im WDR:
Zitat:

Sie könne einerseits nachvollziehen, "dass man versucht, mit Appellen weiterzukommen", sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte im öffentlichen Gesundheitswesen, Ute Teichert, im WDR. "Aber andererseits steht tatsächlich den Gesundheitsämtern das Wasser bis zum Hals."
Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery
Zitat:

Was wir dort erleben als Showdown von Eitelkeiten, hilft niemandem", sagte er im SWR. "Wir brauchen eine Einigkeit aller Demokraten und aller Menschen, die wirklich an der Gesundheit der Bevölkerung interessiert sind.
Ziel müsse es jetzt sein, auf das "wichtigste Pfund" zu setzen, nämlich die Bevölkerung mitzunehmen, forderte der Ärztefunktionär. "Was soll denn ein einfacher Bürger noch denken, wenn sich diese Damen und Herren streiten und sich auf nichts Vernünftiges einigen können.
Die Virologin Isabella Eckerle von der Universität Genf
Zitat:

Ein zögerliches Vorgehen beziehungsweise ein Abwarten in einer Pandemie ist meistens keine gute Idee", sagte Eckerle in den ARD-»Tagesthemen«. "Die Zahlen haben sich zwar verlangsamt, aber sie steigen immer noch an.
So lange die Entwicklung noch in die falsche Richtung gehe, sei klar, dass die Einschränkungen zumindest aufrechterhalten, wahrscheinlich aber verschärft werden müssten. "Wenn man die Infektionszahlen wirklich runter bekommen möchte, die Kliniken entlasten, in der Gesellschaft ein bisschen mehr Normalität haben möchte, dann wäre es besser gewesen, schon jetzt damit anzufangen.

deralexxx 17.11.2020 10:52

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1566528)
...

Danke!

aequitas 17.11.2020 10:57

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1566536)
Nun ja, so dumm wird das nicht sein, wenn man alle Daten verwendet, die man hat, statt kleiner Stichproben, die eben niemals repräsentativ sein werden.

PS:
Ich rede natürlich nicht von der reinen Zahl der Neuinfizierten sondern von deren gesamten Daten.

PPS:
Aber auch in diesem Bereich denke ich, dass sich bereits genügend Leute kompetente Leute damit beschäftigen, denen wir nicht ihren Job erklären müssen.

Wir brauchen auch keine repräsentativen Zahlen, sondern wir brauchen etwas über Verteilungen und außerdem kleinteiligere Daten.

Das Problem der Neuinfektionen ist eben die Qualtiät dieser Daten. Die sind für Statistiker von sehr geringer Qualität, da zwei Faktoren sehr stark reinspielen: Testanzahl und Teststrategie. Da es hier immer wieder Änderungen gibt, ist die reine Datenqualität sehr schlecht. Deshalb brauchen wir Stichproben, die uns mehr über Verteilungen in Altersgruppen, Quartieren etc. sagen. Und war Zufallsstichproben, die nicht von einer plötzlich geänderten Teststrategie beeinflusst werden. Falls du mal studiert haben solltest und dabei eine Statistikvorlesung besucht hast, dann kannst du dich wahrscheinlich noch daran erinnern. Das ist keine besonders hohe Statistik bzw. Methodenkenntnis, sondern sehr grundlegender Stoff.


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