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aequitas 16.10.2020 09:24

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1558468)
Aber was ist die Alternative? Auf die „Eigenverantwortung“ von körbel, Schwarzfahrer und sub10 zu setzen?

Jain. Aber nachvollziehbare und durchsetzbare Maßnahmen wären ein Anfang. Die Beschränkung von privaten Feiern halte ich für "richtig". Ein kleiner Besuch zum Kaffee zählt da noch nicht dazu. Hinzu kommt eine gute und aufrichtige Kommunikation, die alle mitnimmt und Vertrauen in die Maßnahmen schafft. Und wie schon oft gesagt: kein Festhalten an sinnlosen Regeln wie dem Beherbungsverbot.

qbz 16.10.2020 09:26

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1558210)
Die Schlüsse, welche der Amtsarzt des Gesundheitsamtes Berlin-Neukölln aus dem Anstieg der dortigen Infektionen und der offensichtlichen Überforderung des Amtes bei der Kontaktverfolgung und der Kontrolle der Quarantäne zieht, widerspricht den Beschlüssen der Ministerpräsidenten diametral. Solche Stimmen werden mehr, je mehr die Zahlen und die Krisenregionen wachsen.
„Wir brauchen jetzt einen Strategiewechsel - sonst halten wir nicht durch“. Neukölln ist aktuell die Nummer 1 unter den Corona-Hotspots in Deutschland. Der zuständige Amtsarzt fordert einen radikalen Kurswechsel in der Corona-Politik.
......

Es scheint, dass die Mehrheit der Amtsärzte in Berlin eine ähnliche Richtung einschlagen wollen: "Berliner Amtsärzte fordern andere Corona-Strategie"

Auch der Amtsarzt, der gestern bei Illner interviewt wurde, meinte, sie könnten keine sog. Containement Strategie (Eindämmungsstrategie mithilfe der Identifikation und Eingrenzung der Infektionsorte / nester) mehr praktizieren, weil die Fälle in der Breite einfach zuviele wären.

Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft mit den jetzigen Hygiene-Massnahmen die Infektionszahlen in einigen Krisenregionen wieder auf den vorgegebenen Wert von unter 35/100000 bekommt.

Bockwuchst 16.10.2020 09:28

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1558466)
Ja, das ist klar und das ist auch nicht nebensächlich. Allerdings finde ich es schon bemerkenswert, wenn mir der Staat von heute auf morgen vorschreibt, wer bei mir daheim sein darf und ein führender Politiker sagt, er findet es gut, wenn Nachbarn das Ordnungsamt anrufen, falls ich dem nicht nachgehe. Was ist denn das?! Wir haben heute 7.000 Neuinfektionen. Ich vermute bald 10.000 safe. Und dann? Wir sind gerade mal im Oktober...

Ich befürchte das wird ein langer Winter. Wenn jetzt jeder sagt "Ich will mir nicht vom Staat vorschreiben lassen mit wem ich mich treffe" fliegt uns das sehr schnell um die Ohren und wir sitzen wieder im Lock Down. Je weiter die Lage fortgeschritten ist, desto schwerer kann man das doch wieder einfangen.

keko# 16.10.2020 09:33

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1558468)
Aber was ist die Alternative? Auf die „Eigenverantwortung“ von körbel, Schwarzfahrer und sub10 zu setzen?

Keine Ahnung. Ich finde auch nicht, dass ich eine Lösung haben muss. Dafür sollte es Spezialisten geben im Jahr 2020. Ich äußere lediglich meine Bedenken: ich halte mich an die Vorgaben, aber wenn es zu sehr ins Private geht, werde ich nachdenklich :Blumen:

keko# 16.10.2020 09:35

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1558473)
Ich befürchte das wird ein langer Winter. Wenn jetzt jeder sagt "Ich will mir nicht vom Staat vorschreiben lassen mit wem ich mich treffe" fliegt uns das sehr schnell um die Ohren und wir sitzen wieder im Lock Down. ...

Also ich sehe das so, dass wir gerade sowieso allmählich und soft auf einen "inoffziellen" Lockdown hinzusteuern.

Estebban 16.10.2020 09:40

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1558474)
Keine Ahnung. Ich finde auch nicht, dass ich eine Lösung haben muss. Dafür sollte es Spezialisten geben im Jahr 2020. Ich äußere lediglich meine Bedenken: ich halte mich an die Vorgaben, aber wenn es zu sehr ins Private geht, werde ich nachdenklich :Blumen:

Nur fair - es geht ja auch denke ich nicht um den Geburtstagskaffee sonntags mit Eltern und Schwiegereltern. Wenn allerdings mein Nachbar 50 Leute bei sich hat und offensichtliche Trinkgelage feiert - finde ich den Eingriff ins private durchaus ok

Schwarzfahrer 16.10.2020 09:47

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1558454)
Corona Maßnahmen schaden der Wirtschaft, nichts tun richtet aber noch mehr Schaden an.

Der Unterschied: die Folgen von pauschalen einschränkenden Maßnahmen auf breite Bevölkerungsschichten und Wirtschaft sind relativ klar vorhersehbar, da sie auf alle gleich wirken. Die möglichen Folgen von "nichts tun" liegen in einer breiten Spanne von nicht sicher vorhersagbaren Möglichkeiten, die schlimmer, aber auch weniger schlimm ausfallen können, als die Folgen von stark einschränkenden Maßnahmen (z.B. würde sogar bei einer Infizierung aller Menschen nicht jeder erkranken; eine Insolvenz bleibt aber eine Insolvenz für jeden, den es trifft. Was häufiger wäre, und die Gesellschaft schlimmer träfe, ist nicht bekannt.)

Aber: "Nichts tun" ist für keinen ernst zu nehmenden Diskutanten eine reale Option, somit also die falsche Alternative. Reale Option ist, etwas, angemessenes und verhältnismäßiges zu tun, nach einer besonnenen Abwägung von Risiken und Nutzen jeder Maßnahme. Wenn die Diskussion sich aber immer mehr auf die Extrem-Positionen "Leben retten, koste was es wolle" oder "nichts tun" konzentriert, dann führt das in beiden Fällen zu unnötig hohen Schäden, egal ob wirtschaftlich, menschlich, gesellschaftlich gesehen.

Bockwuchst 16.10.2020 09:47

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1558476)
Also ich sehe das so, dass wir gerade sowieso allmählich und soft auf einen "inoffziellen" Lockdown hinzusteuern.

Ich befürchte dass du Recht hast. Die aktuellen Maßnahmen sind ja eher so wischiwaschi und viele Leute nehmen das trotzdem nicht mehr so ernst. Das wird nicht reichen um die Entwicklung, die längst in Gang ist, aufzuhalten. Irgendwann wird man vor der Entscheidung stehen, es einfach seinen Gang nehmen zu lassen oder die Reißleine zu ziehen. Und dann wird vermutlich wieder ein Lockdown angeordnet werden, härter oder nicht so hart hängt davon ab ob man den Zeitpunkt schon verpasst hat, wenn so was wie im Frühling noch reicht.


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