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qbz 15.10.2020 10:13

Gesundheitsamt überfordert
 
Die Schlüsse, welche der Amtsarzt des Gesundheitsamtes Berlin-Neukölln aus dem Anstieg der dortigen Infektionen und der offensichtlichen Überforderung des Amtes bei der Kontaktverfolgung und der Kontrolle der Quarantäne zieht, widerspricht den Beschlüssen der Ministerpräsidenten diametral. Solche Stimmen werden mehr, je mehr die Zahlen und die Krisenregionen wachsen.
„Wir brauchen jetzt einen Strategiewechsel - sonst halten wir nicht durch“. Neukölln ist aktuell die Nummer 1 unter den Corona-Hotspots in Deutschland. Der zuständige Amtsarzt fordert einen radikalen Kurswechsel in der Corona-Politik.

Dass ein Angestellter des öffentlichen Dienstes sich so konträr zu den Beschlüssen des Dienstherrn in der Zeitung äussern kann, verläuft auch nur unter RGR ohne Disziplinarverfahren ab, zumal an einem Tag, an dem gerade sein Arbeitgeber striktere Massnahmen verlangt. Und die Zeitung, der Tagesspiegel, bringt den Beitrag an erster Stelle und berichtet nicht, wie ich erwartet hätte, über die gestrigen Beschlüsse der Ministerpräsidenten und was das für die Berliner bedeutet. Interessante Entwicklung.

captain hook 15.10.2020 10:15

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1558205)
Es erinnert mich an das sprichwörtliche "totes Pferd weiter reiten", auch wenn dieses Pferd zwar nicht tot, aber offenbar ziemlich lahm ist. Richtig wäre es, ein besseres Pferd zu suchen, statt zu versuchen, das lahme zu prügeln. Darunter verstehe ich weniger "Gießkannen"-Maßnahmen und mehr konkrete, gezielte.Aber offenbar fällt so ein Schritt den Verantwortlichen schwer, da es ein Eingeständnis wäre, daß man weniger Einfluß auf die Pandmie hat, als man die ganze Zeit vermittelt hat.

Du bist also mit dem Ethikrat einer Meinung. :Blumen:

Zitat: https://www.ethikrat.org/fileadmin/P...k-augsberg.pdf

"Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die nicht nur aus den einschlägigen medizinischen Disziplinen stammen müssen und von denen die Öffentlichkeit nicht erwarten sollte, dass sie DIE eine wissenschaftliche Position vertreten – Wissenschaft ist die Suche nach der besseren Einsicht auf der Grundlage des State of the Art. Aber auch andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, beispielsweise aus den Gesundheits-, Sozialwissenschaften oder der Psychologie. Schließlich Vertreter und Vertreterinnen von Betroffenengruppen und schlicht: mitdenkende Bürgerinnen und Bürger.
Es muss einen Ideenwettbewerb um die besten Vorschläge geben. Einer weiterhin notwendigen entscheidungsstarken Politik schadet es nicht, zuzuhören, zu beteiligen und auch Grenzen der eigenen Kompetenz anzuerkennen. Das stärkt vielmehr ihre Autorität. Weil Politik auch in Zeiten der Krise eingebunden sein muss in die Zivilgesellschaft, beenden wir unsere Stellungnahme mit dem Satz: „Die Corona-Krise ist die Stunde der demokratisch legitimierten Politik.“ "

Lucy89 15.10.2020 10:15

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1558003)
Es tut mir leid, wenn Du wegen solcher Sorgen regelmäßig nicht schlafen kannst, ist das für mich an der Grenze zu einer Angststörung, die ein mögliches Ergebnis von medialer Angstpropaganda sein kann, aber auf keinen Fall der realen Bedrohung entspricht.

Nein, klar, die Klimakrise gibts ja gar nicht, hatte ich fast vergessen, ich Dummerchen!


Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1558009)
Quod erat demonstrandum. Menschen, denen nichts näher liegt als die eigene Bequemlichkeit, ein verquerer Begriff von Freiheit, der eigene Vorteil... für solche Menschen ist es derart unvorstellbar, dass es so etwas wie ein Gefühl für gesellschaftliche Verantwortung gibt; dass es eine pathologische Störung sein muss :Nee:
Lucy, geh mal zum Arzt mit deinem dümmlichen Weltverbesserer Syndrom :Holzhammer:
Danach solltest du dringend einen 8L Hubraum Sportwagen kaufen, ein bischen auf die Zukunft sch***sen, das heilt!

:Cheese: absolut. Und überhaupt, das schlimmste aktuell ist ja, dass ich nicht wie üblich meine 4 Kreuzfahrten im Jahr machen kann! :Maso:

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1558078)
Das ist nicht gut, denn deine Kinder spüren deine Angst und werden zu Angsthasen ;-) Es braucht mutige Kinder, die die Welt nach vorne bringen.
Dinge, die man selbst positiv beeinflussen kann, sollte man beeinflussen. Alles andere muss man geduldig hinnehmen. Am Ende wird sowieso alles gut werden. :Blumen:

Joa, ich geb mir Mühe, aber ganz so optimistisch wie du bin ich da nicht!

keko# 15.10.2020 10:18

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1558207)
In Deutschland fehlt aktuell kein Cent. Die letzten Jahre „schwarze Null“ - Doktrin haben hier geholfen. Der Schuldenstand steigt aktuell natürlich und es wird wohl darauf hinauslaufen, dass es nicht nur auf Jahre sondern auf Jahrzehnte keine Zinsen mehr geben wird. Mit entsprechender Inflation kommt man aus dem Tal in D relativ entspannt raus (Financial repression) - die Zeche zahlt halt der Sparer mit Fokus auf zinspapiere statt auf Sachwerte.

DE ist eine Exportnation. Auch wenn wir gut durchkommen, sind wir vom Export abhängig. Wenn es also um uns herum schlecht aussieht, trifft das auch uns.

keko# 15.10.2020 10:27

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1558207)
...

Gerade das Beispiel China zeigt für mich wieder, dass das Gedankenspiel eines schnellen echten lockdowns nicht einfach so weggewischt werden sollte. Rein volkswirtschaftlich glaube ich, dass bspw 6 Wochen harte Ausgangssperre inkl. geschlossener Grenzen, mit dann wieder Neueröffnung, nachdem alle Cluster ausgemerzt wurden, die effizientere Variante ist im Vergleich zu 5-6 Monaten halbgas. ...

Auch in den sog. Mainstreammedien gibt es hin und wieder interessante Aufsätze, die von der Theorie ausgehen, dass autoritäre Regime wie China und Russland liberale Demokratien wie Deutschland und die USA überholen werden. USA wird dann im negativen Fall als Beispiel einer "untergehenden" westlichen Demokratie vorgestellt. Im positiven als eine Nation, die Vorreiter ist und unsere liberale Demokratie nur eine Zwischenstation war.

Estebban 15.10.2020 10:36

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1558213)
DE ist eine Exportnation. Auch wenn wir gut durchkommen, sind wir vom Export abhängig. Wenn es also um uns herum schlecht aussieht, trifft das auch uns.

Absolut, ich will auch gar nicht sagen, dass ich hier die eierlegende wollmilchsau rausgezaubert habe. Aber der einfache Schritt - Lockdown bzw. erweiterte Maßnahmen macht die Wirtschaft kaputt ist mir auch zu kurz gedacht

Estebban 15.10.2020 10:39

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1558215)
Auch in den sog. Mainstreammedien gibt es hin und wieder interessante Aufsätze, die von der Theorie ausgehen, dass autoritäre Regime wie China und Russland liberale Demokratien wie Deutschland und die USA überholen werden. USA wird dann im negativen Fall als Beispiel einer "untergehenden" westlichen Demokratie vorgestellt. Im positiven als eine Nation, die Vorreiter ist und unsere liberale Demokratie nur eine Zwischenstation war.

Das wird - ganz unabhängig von Corona - ein wahrscheinlich viele Jahre dauernder politischer Konflikt werden.
Natürlich sind rein wirtschaftlich autoritäre Systeme ohne Rücksicht auf Individualitäten immer überlegen; man denke nur an den Flughafen Berlin vs Flughafenbau in China.
Aber wieweit wollen wir unsere Werte dem reinen finanziellen Vorteil opfern.

merz 15.10.2020 10:40

mich wundert aber ganz konkret wie wenig etwa China in der Diskussion über wirksame Corona-Strategien vorkommt.
Was man liest, ist, dass die Zahlen dort wohl sehr gut sind und die Wirtschaft wieder läuft (momentan, alles ist eine Momentaufnahme).
Das sollte es lessons learned geben, auch für westliche Demokratien.....
m.


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