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deralexxx 12.09.2020 14:28

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1552344)
Eben und wenn man diese so sieht, dann frage ich mich:
Warum sollen Deutsche vor etwas geschützt werden, was im Grunde nicht tödlicher ist, als frühere Grippewellen?

Vllt weil selbst Donald Trump das sagt?

"And so that’s a very tricky one. That’s a very delicate one. It’s also more deadly than even your strenuous flus."

https://www.washingtonpost.com/polit...3d4_story.html

Hafu 12.09.2020 14:31

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1552344)
Eben und wenn man diese so sieht, dann frage ich mich:
Warum sollen Deutsche vor etwas geschützt werden, was im Grunde nicht tödlicher ist, als frühere Grippewellen?

Dass ich den Vergleich von SARS-CoV2 mit Influenza nicht mag, habe ich glaube ich hinreichend oft geschrieben und auch zu Beginn der Pandemie begründet.

Da aber ständig diese zwei Krankheiten gegeneinander aufgerechnet werden, sollte man sich vielleicht doch mal etwas ernsthaft mit der Influenza und ihren potenziell tödlichen Folgen befassen. Die Grippe, also die echte Influenza (und nicht der oft mit ihr verwechselte grippale Infekt) ist eine durchaus gefährliche Infektionserkrankung und seit Jahren der Hauptgrund, warum es in den meisten Industrieländern überhaupt Institutionen wie das RKI gibt, die mit hohem personellem Aufwand Influenzawellen beobachten und Jahr für Jahr analysieren welche Influenzastämme wie mutieren und wie zukünftige Impfstoffe ausschauen müssten, um die Bevölkerung zu schützen.

In den Jahren, in denen es gelingt eine wirksame Impfung gegen die saisonal vorherrschenden influenzaviren rechtzeitig zu kreieren und in ausreichender Zahl zu Verfügung zu stellen und die jeweilige Influenzavariante nicht weit überdurchschnittlich krankmachend ist, haben wir akzeptiert, dass es ein paar tausend Influenzatote gibt und gelernt damit zu leben.
Aber es hat schon mehrere Influenzawellen in den vergangenen hundert Jahren gegeben, in denen die angebotene Impfung kaum oder zu wenig wirksam waren, die Influenzavariante gefährlicher als normal war und das Gesundheitssystem (Arztpraxen, Krankenhäuser, Intensivstationen) komplett überfordert war, so dass viele Kranke nicht mehr die Behandlung bekommen haben, die sie eigentlich benötigten. Im Prinzip genau die Situation, die mit der Ausbreitung von Covid-19 im März befürchtet worden war.
Die Maßnahmen, die man am Anfang getroffen hatte beruhten überwiegend auf den längst in den Schubladen bereit liegenden Pandemie-Plänen gegen eine schwere influenza-Pandemie, mit der man stets gerechnet hat,

Ein Staat hat sehr wohl die Verpflichtung die Gesundheit seiner Bürger zu schützen.

Zitat:

Zitat von Grundgesetz Art.2 Abs.2
Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

Das gilt im Falle des Kampfes gegen Influenza genauso wie im Fall von Covid-19.

Körbel 12.09.2020 15:10

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1552348)
Stell die Frage doch mal mit Bezug auf Italien, Frankreich oder den USA? Vielleicht sind die Zahlen hier in D aufgrund der Massnahmen so niedrig.

Wir steuern übrigens trotz umfangreicher Massnahmen auf 10.000 Tote zu.

Gut dann frage ich dich:
Wie erklärst du dir, das trotz härtestem lockdown in der EU, in Spanien (8 Wochen total eingesperrt) dort 30000 Menschen starben und in Deutschland eben die genannten fast 10000 mit gelockertem lockdown?

Wir tragen hier seit Wochen einen MNS wenn wir auf die Strasse gehen, auch wenn man den Abstand von 2 mtr einhalten kann.
Sprich die Massnahmen waren wesentlich schärfer als in Deutschland und trotzdem schnellen die Zahlen so nach oben.
Gestern waren es glaube ich 10000 Neuinfizierte.
An was liegts???

Demos wie letztens in Berlin gibt und gab es keine.
Was ich sehe sind fast ausschliesslich disziplinierte Menschen, die sich weder die Hand geben, noch umarmen.
Die teilweise allein im Auto sitzen und Maske tragen etc.

Erklärs mir.

Helios 12.09.2020 15:16

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1552355)
.........
Erklärs mir.

Wie haltet ihr das mit der Warmwassertemperatur in Bezug auf Erzeugung, Speicherung und Verteilung unter Berücksichtigung der Verhinderung von Legionellen??

Triasven 12.09.2020 15:18

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1552351)
Aber es hat schon mehrere Influenzawellen in den vergangenen hundert Jahren gegeben, in denen die angebotene Impfung kaum oder zu wenig wirksam waren, die Influenzavariante gefährlicher als normal war und das Gesundheitssystem (Arztpraxen, Krankenhäuser, Intensivstationen) komplett überfordert war, so dass viele Kranke nicht mehr die Behandlung bekommen haben, die sie eigentlich benötigten. Im Prinzip genau die Situation, die mit der Ausbreitung von Covid-19 im März befürchtet worden war.
Die Maßnahmen, die man am Anfang getroffen hatte beruhten überwiegend auf den längst in den Schubladen bereit liegenden Pandemie-Plänen gegen eine schwere influenza-Pandemie, mit der man stets gerechnet hat,

Wenn das alles in Schubladen lag und man hinreichende Erkenntnisse hatte, stellt sich die Frage, weshalb man im März überstürzt den Ereignissen hinterher reagierte, anstatt im Januar und Februar angemessene überlegte Massnahmen einzuleiten.

So gesehen finde ich eine (juristische) Aufarbeitung enorm wichtig.
Wenn RKI ( und auch Drosten) von der möglichen Gefährlichkeit wussten, würde mich schon interessieren, wie sie Ihre Annahmen und Aussagen aus Mitte Februar begründen. Genauso interessiert es mich, warum ein Herr Söder erst den Herrn Kurz braucht, um harte Massnahmen anzuordnen.

Herr Trump wird immer vorgeworfen, auf Grund seiner laxen Einstellung wären zig tausende Menschen unnötiger Weise gestorben?

Wieviele Menschen hat das RKI, Herr Drosten und Herr Söder „auf dem Gewissen“ weil sie völlig falsche Annahmen und Empfehlungen im Februar abgaben?

Deine Aussage macht dieses Handeln aus Januar-Anfang März noch viel schlimmer, wenn dem RKI die Gefährlichkeit einer echten Grippe bekannt und bewusst war.

Stefan 12.09.2020 15:33

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1552355)
Wir tragen hier seit Wochen einen MNS wenn wir auf die Strasse gehen, auch wenn man den Abstand von 2 mtr einhalten kann.

Da frage ich mich weiterhin, ob das nicht reiner Aktionismus Eurer Politiker ist (aber ich bin auch kein Fachmann, sondern in den letzten Monaten nur eifriger Podcasthörer und Artikelleser).

Körbel 12.09.2020 15:58

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1552358)
Wie haltet ihr das mit der Warmwassertemperatur in Bezug auf Erzeugung, Speicherung und Verteilung unter Berücksichtigung der Verhinderung von Legionellen??

Ich verstehe jetzt nicht was diese Frage mit dem Covid zu tun hat?
Oder ist das nur eine Provokation?

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1552360)
Da frage ich mich weiterhin, ob das nicht reiner Aktionismus Eurer Politiker ist ......

Tja, wenn es denn so wäre, dann ist das doch der beste Beweis, das Maskentragen nichts bringt?
Warum knechtet man ein Volk mit solch einem Gesetz wenn es denn nutzlos erscheint?
Steckt am Ende doch was anderes dahinter?

Wie gesagt, wenns hilft trage ich so ein Ding, aber ich habe da berechtigte Zweifel.

Achja noch so ein irres Gesetz, was man im Moment tagtäglich sehen kann.
Raucher dürfen nicht gemeinsam rauchen, sie müssen im freien einen Absatnd von 2 mtr oder mehr zueinander einhalten.
Nun, das betrifft mich nicht, aber trotzdem irre.

Hafu 12.09.2020 15:59

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1552359)
...
Deine Aussage macht dieses Handeln aus Januar-Anfang März noch viel schlimmer, wenn dem RKI die Gefährlichkeit einer echten Grippe bekannt und bewusst war.

Covid-19 ist keine influenza. Ein für Influenza entwickelter Pandemieplan passt nicht einfach mal auf einen neuen Erreger. Aber wenn man nichts besseres hat, nimmt man halt was da ist und versucht das anzupassen.

Im Kampf gegen Influenza hat man mehr Zeit, da geht es um Wochen und Monate, weil die Krankheit nicht wie Covid-19 überwiegend von asymptomatischen Superspreadern bei Volksfesten, in Clubs übertragen wird, sondern eher über symptomatische Kranke (z.B. Mitarbeitern von Großraumbüros die trotz Erkältungs-Symptomen weiter arbeiten gehen).

Alles richtig gemacht wurde im März und April sicher auch in Deutschland nicht, aber die deutschen Infektzahlen und Mortalitätszahlen bezogen auf die Bevölkerungsdichte sind die besten in der gesamten westlichen Welt (Inseln wie Australien und Neuseeland außen vor gelassen). Also ergebnisorientiert betrachtet muss man sich glücklich schätzen, in Deutschland zu leben.

@Körbel: der entscheidende Unterschied zwischen Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland zu Beginn der Epidemie, dass bei uns in Deutschland schon im März in hoher Anzahl getestet wurde, so dass die Dunkelziffer deutlich kleiner war als in den zuerst genannten Ländern, in denen in dieser Zeit nahezu nur in den Krankenhäusern Covid-19-Tests vorgenommen wurden. Denselben Fehler hat auch die USA begangen, wo in der Frühphase der Epidemie ebenfalls viel zu wenig getestet wurde.

Durch die Mehrzahl an Tests hat man in Deutschland den Anstieg der infekte viel eher wahrgenommen (und konnte Maßnahmen ergreifen), während Italien, Frankreich, Spanien die Covid-19-Welle erst durch immer mehr Todesfälle in Pflegeheimen und Krankenhäuser wahrgenommen hat.
An dem Tag, an dem der erste Deutsche an Covid-19 verstorben ist, hat Bayern die ersten Kontakbeschärnkungsmaßnahmen verkündet und wenige Tage später zogen andere Bundesländer nach. Italien hatte am Anfang nur einige wenige Orte abgeriegelt und ansonsten das öffentliche Leben lange normal weiterlaufen lassen und erst als schon die Todeszahlen im hohen dreistelligen Bereich lagen, wurden flächendeckende Kontaktbeschränkungsmaßnahmen verfügt. In Spanien war es meines Wissens nach ähnlich.


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