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Necon 01.04.2020 14:30

Zitat:

Zitat von eik van dijk (Beitrag 1521817)
Bin auch sehr interessiert wie das ablaufen soll, vor allem wie die ungleiche Aufteilung der bekannten Fälle in den Bundesländern berücksichtigt wird. In Tirol muss ja neben den bekannten Fällen auch die Dunkelziffer höher sein als Beispielsweise in Niederösterreich.
Danke für die Info Necon

Also wenn ich richtig gelesen haben, wird die Stichprobengröße an die Bevölkerungszahl pro Bundesland angepasst. Die Auswahl erfolgt willkürlich übers Telefonbuch und getestet wird aus dem ausgewählten Haushalt die Person die als letztes Geburtstag hatte, egal ob diese Person bereits getestet wurde und wie das Ergebnis des Tests war. (Anscheinend ist das ein anerkanntes Vorgehen für Statistiken)
Soweit mein Wissensstand. Ergebnis sollte bist zum Wochenende vorliegen!

tandem65 01.04.2020 14:32

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1521851)
Das mit dem "Erkältungsvirus" finde ich schon sehr speziell.
Ist das wirklich deine Einschätzung oder fehlt da ein :) ???

So Zusammenhänge sind nicht Dein Ding oder? ;)

Hafu 01.04.2020 15:13

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1521851)
Nicht nur Putin.
Da sind noch ganz andere Regierungschefs froh darüber.

Das mit dem "Erkältungsvirus" finde ich schon sehr speziell.
Ist das wirklich deine Einschätzung oder fehlt da ein :) ???

Das war schon ernst gemeint. SARS-COV-2 (auch genannt New Sars-Coronavirus) das das Covid-19-Krankheitsbild hervorruft, gehört zur Gruppe der Coronaviren und diese RNA-Viren wiederum werden den Erkältungsviren zugerechnet.

Natürlich ist SARS-Cov-2 im Vergleich zu den altbekannten Coronaviren etwas speziell, v.a. weil es neu ist und es unter den Menschen noch keine nennenswerte Immunität gibt und es sich deshalb leichter und schneller verbreitet als seine Verwandten, aber es ist definitiv kein "Killervirus" (wie z.B. Ebola, das eine rund 100fach höhere Mortalität hat als Covid-19), sondern ein ernst zu nehmender Erreger, den man bekämpfen sollte aber eben auch mit Augenmaß und nicht um jeden Preis und schon gar nicht auf Kosten sämtlicher Menschenrechte, wie es in Russland gerade versucht wird.

Hafu 01.04.2020 15:24

Zitat:

Zitat von eik van dijk (Beitrag 1521817)
Bin auch sehr interessiert wie das ablaufen soll, vor allem wie die ungleiche Aufteilung der bekannten Fälle in den Bundesländern berücksichtigt wird. In Tirol muss ja neben den bekannten Fällen auch die Dunkelziffer höher sein als Beispielsweise in Niederösterreich.
Danke für die Info Necon

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1521857)
Also wenn ich richtig gelesen haben, wird die Stichprobengröße an die Bevölkerungszahl pro Bundesland angepasst. Die Auswahl erfolgt willkürlich übers Telefonbuch und getestet wird aus dem ausgewählten Haushalt die Person die als letztes Geburtstag hatte, egal ob diese Person bereits getestet wurde und wie das Ergebnis des Tests war. (Anscheinend ist das ein anerkanntes Vorgehen für Statistiken)
Soweit mein Wissensstand. Ergebnis sollte bist zum Wochenende vorliegen!

Man muss sich bei der Analyse der geplanten repräsentativen Stichprobe aber im Klaren sein, dass mit dem aktuellen Covid-19-Test per Rachenabstrich nur die akut Infizierten erfasst werden, bei denen der Virus gerade im Rachenraum repliziert.
Nicht erfasst werden Personen, die schon in der zweiten oder dritten Woche der Infektion sind, wo der Virus entweder in den tieferen Luftwegen unterhalb des Kehlkopfes oder im Lungengewebe repliziert (diese infizierten könnte man nur mit einer aufwendigeren Probe des abgesaugten Lungensekret erfassen oder Personen. Nicht erfasst vom aktuellen PCR-Test für Sars.CoV-2 werden auch Personen, deren Immunsystem das Virus besiegt hat und bei denen eben Immunität vorliegt.

Ein zuverlässiger Antikörpertest für genau diese Gruppe, deren Größe ganz entscheidend für die Frage ist, wie schnell sich Sars-CoV-2 noch weiterverbreiten kann und wie sehr man die aktuellen Infekteindämmungsmaßnahmen nach Ostern lockern kann ist derzeit meines Wissens nach noch nicht verfügbar, wäre aber für eine aussagekräftige Querschnittsstudie dringend erforderlich.

qbz 01.04.2020 15:51

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1521867)
.......
Ein zuverlässiger Antikörpertest für genau diese Gruppe, deren Größe ganz entscheidend für die Frage ist, wie schnell sich Sars-CoV-2 noch weiterverbreiten kann und wie sehr man die aktuellen Infekteindämmungsmaßnahmen nach Ostern lockern kann ist derzeit meines Wissens nach noch nicht verfügbar, wäre aber für eine aussagekräftige Querschnittsstudie dringend erforderlich.

Die Verbreitung scheint ja in DE bisher unterschiedlich stark zu verlaufen, wenn man die getesteten Zahlen der Infizierten zumindest als Indikator annimmt, und zwar zwischen ca. 17000 in Bayern und ca. 400 in Mecklenburg-Vorpommern, aktuell, ca. pro Kopf 11mal mehr. Da stellt sich mir die Frage, ob eine Lockerung, wozu dann auch wieder mehr innerdeutsche Reise- und Besuchskontakte zählen, nicht ein stärkerer Anstieg der Infiziertenzahlen in Bundesländern mit weniger Fällen bewirkt oder ob es bei einer so ungleichen Verteilung bleibt.

Man hat auf jeden Fall in ein bis zwei Monaten mehr Kapazitäten im Gesundheitsbereich geschaffen, um an eine Lockerung zu denken. Auf der anderen Seite macht mir persönlich es ein sehr ungutes Gefühl, dass man die Menge und Strenge der anzuordnenden Schutzmassnahmen primär an die Kapazitäten des Gesundheitswesens bindet und weniger die Infektionensketten komplett isolieren, begrenzen will, bis es eine Impfung gibt. Insofern rechne ich leider eher pessimistisch damit, dass uns Menschen in Westeuropa bis es eine Impfung (hoffentlich) gibt, wegen Covid-19 weiter wegsterben werden.

Lucy89 01.04.2020 16:12

Zitat:

Zitat von Trillerpfeife (Beitrag 1521850)
Lucys ;) gibt mir zu denken.

also wenn ich so drüber nachdenke, die Neuinfektionen können ja auch nur getestete sein. Also sind in kw 12 23.820 Neuinfektionen aufgetreten.

Sorry für OT. Ich denke noch mal drüber nach.

Das ;) bezog sich nicht auf meine Aussage, mehr auf meine Berufsbezeichnung.

Naja, es sind 23820 erkannte Neuinfektionen aufgetreten. In Wirklichkeit sind es natürlich viel mehr, denn es werden ja nicht alle getestet.
Unabhängig von der Anzahl der Tests ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine zufällig ausgewählte Person COVID-19 positiv ist, in KW12 schon größer als in KW11, einfach durch die fortgeschrittene Verbreitung. Und das wird in diesen Aussagen halt nicht berücksichtigt bzw. erläutert. Würde ich also in beiden Wochen gleich viele Tests machen, hätte ich in KW12 schon eine höhere Quote an Infizierten.
In anderen Worten: Hier geht es nur um den bloßen Anteil derer, bei denen bei einem Test eine Infektion festgestellt wurde. Nicht aber um den Anteil der Erkrankten generell.

Trillerpfeife 01.04.2020 16:20

:)

danke dir.

trithos 01.04.2020 17:02

Ich hab leider derzeit nicht viel Zeit, diese Diskussion regelmäßig zu verfolgen, also falls ich mit meinem Posting zu spät bin, bitte ich um Entschuldigung. Ich wollte nur etwas zu den in Österreich jetzt laufenden "Dunkelziffertests" sagen.

Der eine Test ist eh schon diskutiert worden: 2.000 Menschen sollen getestet werden, ausgewählt von einem Meinungsforschungsinstitut als "Repräsentative Stichprobe". Das scheint mir grundsätzlich schon vernünftig. Und auch die Stichprobe ist relativ groß. Bei Wahlumfragen etwa gelten in meiner Redaktion Umfragen ab einer repräsentativen Stichprobe von 1.000 als gut genug, um darüber zu berichten. Die haben natürlich auch Schwankungsbreiten. Aber eine Wahlumfrage ist logischerweise auch etwas komplexer als ein simpler Test, bei dem Ja oder Nein rauskommt. Jedenfalls denke ich mir, zumindest als Teil einer Grundlagenforschung ist der Test interessant, auch wenn man dann vielleicht keine direkten Handlungsempfehlungen daraus ableiten kann.

Infos dazu z.B.: https://science.orf.at/stories/3200456/

Darüber hinaus gibt´s noch einen anderen Test. Die MedUni Innsbruck will in Ischgl einen Antikörper-Test an etwa 300 Menschen machen. Testziel ist herauszufinden, ob es in Ischgl, wo es ja sehr viele Fälle gibt, eventuell schon eine "Herdenimmunität" gibt.

Infos dazu z.B.: https://tirol.orf.at/stories/3041756/

Bei beiden Tests kann ich nicht sagen, wie sinnvoll sie sind. Ich denke mir aber (wie schon erwähnt), man kann und soll solche Tests ruhig mal machen. Auch aus gescheiterten Studien kann man was lernen.


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