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schnodo 03.10.2018 08:26

Ja, das Rückwärtskraulen lasse ich fürs Erste wohl mal bleiben. Nicht, dass die Bademeisterin ins Becken hüpft und mich retten will. :Cheese:

Ich beschäftige mich lieber noch ein wenig mit dem Catch-Timing. Ich habe mal geschaut, wie Lucy Charles es macht. Auch sie beginnt das Anstellen so wie Sheila Taormina es vorgibt: Die Streckung des vorderen Armes endet mit dem Finish der ziehenden Hand. Mit dem Herausnehmen der Hand aus dem Wasser beginnt übergangslos das Anstellen.

Da wird keine Zeit mit Arm stehen lassen und gleiten verschwendet. Sehr schön anzuschauen, die gute Lucy. :Lachen2:


Bildinhalt: Lucy Charles – Catch-Timing

PS: Wie elegant sie schwimmt, fällt besonders im direkten Vergleich mit einem Agegrouper auf, der das Pech hatte, mit im Bild zu sein...


Bildinhalt: Rückholphase Lucy Charles vs. Agegrouper

adaniya 03.10.2018 12:30

Zitat:

Zitat von mcbert (Beitrag 1409503)
Im übrigen ein Video mit vielen Erklärungen, aber vorallem sehr tollen Aufnahmen aus diversen Perspektiven, möchte ich euch nicht vorenthalten: swimming faster freestyle
Sind aber 34min!!!

Sehenswert. An der Rotation scheiden sich offensichtlich die Geister. Chloe Sutton (auf YouTube zu finden) und auch Lucy Charles vermeiden die starke Rotation, auch Dave Scott lehrt die Vermeidung der Überrotation. Ich selbst fühle mich auch nicht gut, wenn ich zu stark rotiere. Bin aber auch kein guter Schwimmer :-)

Matthias75 03.10.2018 13:02

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1409401)
Ich vermute, der Wunsch, den Arm den ganzen Zug über möglichst weit draußen zu halten, entsteht durch ein falsche Interpretation des Press-Out Drills. Ich habe es schon oft gesehen, dass dieser gerne als Beleg dafür genommen wird, dass man den Zug weit führen soll.

Was man dabei gerne vergisst, ist, dass man die Hände am Beckenrand nicht bewegen kann und deswegen keine Möglichkeit hat, in der späteren Phase des Abdrucks in eine bessere Position zu kommen. Im Wasser kann man das aber; deswegen gehen die Hände nach dem Anstellen in Richtung Körpermitte.

Mal ein Gedanke dazu, vielleicht kam der aber schon längst:

Ich hab‘ das Gefühl, dass bei der Form des Armzuges bzw. dem Weg von Vorne nach hinten häufig das Bezugssystem nicht klar ist, was zu Missverständnissen führt. Ob der Zug gerade oder geschwungen ist, hängt für mich davon ab, ob ich den Körper (der ja im Wasser mehr oder weniger stark um die Längsachse rotiert) oder das Becken als Bezugsystem nehme.

Grundsätzlich versuche ich den Arm gerade durch das Wasser zu ziehen, da seitlicher Druck keinen Vortrieb bringt, teilweise sogar zu Schlingerbewegungen führt. Klar, ganz vermeiden lässt sich das nicht, aber die überwiegende Zug-/Druckrichtung sollte nach hinten sein - Bezugssystem global/Wasser. Das führt aber aufgrund der Rotation um die Körperlängsachse dazu, dass der Arm - bezogen auf meine Körperlängsachse - eine S-förmige Bewegung nach hinten macht, wodurch der Arm bzw. die Hand zeitweise auch seitlich nach außen geht.

Besonders gut sieht man das z.B. bei dem von Mcbert geposteten Video bei der Schwimmübung ab 11:30 in der Frontansicht. Achte z.B. auch bei Phelps und co. mal darauf, wie die Handhaltung ist. Ich hab’ jetzt nicht alle Videos angeschaut, würde aber vermuten, dass Hand nicht zur Seite geht, sondern immer so geführt wird, dass der Druck nach hinten geht.

M.

schnodo 03.10.2018 13:51

Zitat:

Zitat von adaniya (Beitrag 1409602)
An der Rotation scheiden sich offensichtlich die Geister. Chloe Sutton (auf YouTube zu finden) und auch Lucy Charles vermeiden die starke Rotation, auch Dave Scott lehrt die Vermeidung der Überrotation.

Ich sehe nicht, dass Rada Owen nennenswert mehr rotiert als Chloe Sutton. Hier mal ein Vergleich zum Zeitpunkt maximaler Rotation bei den beiden.


Bildinhalt: Vergleich Rotation Rada Owen und Chloe Sutton

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1409605)
Achte z.B. auch bei Phelps und co. Mal darauf, wie die handhaltung ist. Ich hab’ jetzt nicht alle Videos angeschaut, würde aber vermuten, dass Handn icht zur Seite geht, sondern immer so geführt wird, dass der Druck nach hinten geht.

Ich nehme den Beckenboden als Bezugssystem. Meinst Du, dass die Hand nicht zur Seite geht (Widerspruch von mir) oder dass die Handfläche nicht zur Seite zeigt (Zustimmung)?

Ich orientiere mich an Sheila Taormina's Analyse: Sie sagt - ich paraphrasiere - dass durch das Anheben des Oberarms für den Catch, der Unterarm und die Hand sich von der Körpermitte entfernen. Danach geht der Zug in Richtung Hüfte, wobei die Bewegungsrichtung überwiegend aber nicht ausschließlich hinten ist.


Bildinhalt: Michael Phelps beim Catch

adaniya 03.10.2018 14:38

Ich sehs grad nur am Smartphone, aber das sind doch bestimmt 10-20° Unterschied in der Schulterrotation, oder hab ich Tomaten auf den Augen?:Gruebeln:

schnodo 03.10.2018 14:55

Zitat:

Zitat von adaniya (Beitrag 1409615)
Ich sehs grad nur am Smartphone, aber das sind doch bestimmt 10-20° Unterschied in der Schulterrotation, oder hab ich Tomaten auf den Augen?:Gruebeln:

Ich glaube eher nicht, dass der Unterschied so groß ist aber um das festzustellen ist weder die Qualität noch der Blickwinkel ideal. (Ich müsste mal schauen, ob ich die beiden in ganzer Lage von vorne vergleichen kann. Edit: Leider keine ganze Lage von Rada frontal gefunden.)

Eigentlich wollte ich nur darauf hinaus, dass sich die Bilder sehr ähneln und man bei keinem von beiden von Überrotation sprechen kann.

Von Lucy Charles habe ich leider keine entsprechende Video-Einstellung gefunden, ansonsten hätte ich die auch noch dazu gepackt.

adaniya 03.10.2018 15:45

Dass Rada überrotiert würde ich auch nicht unbedingt sagen :-) Im Video dazu werden viele Drills in kompletter Drehung durchgeführt, "da die Beine eh die meiste Zeit seitlich kicken". Ich weiß auch gar nicht, was richtig ist. Wollte nur einwerfen, dass es da zwei sehr unterschiedliche Meinungen gibt. Ich schau später mal bei Lucy Charles, in dem YouTube Video sieht sie sehr flach aus. Wahrscheinlich muss da jeder das für ihn optimale finden und ein richtig oder falsch gibt es gar nicht.

schnodo 03.10.2018 16:05

Zitat:

Zitat von adaniya (Beitrag 1409624)
Im Video dazu werden viele Drills in kompletter Drehung durchgeführt, "da die Beine eh die meiste Zeit seitlich kicken". Ich weiß auch gar nicht, was richtig ist.

Man muss da, glaube ich, schon klar zwischen Drills und ganzer Lage differenzieren. Und ich würde bei dem, was so erzählt wird, auch nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. ;)

Als um die Jahrtausendwende fishlike swimming der kommende Hype war, haben die meisten Coaches trotzdem erkannt, dass - obwohl Rotation wichtig ist - kein Schwimmer sich komplett auf die Seite legen sollte. Vorher gab es wohl auch Leute, die vorschlugen, sich vollständig flach aufs Wasser zu legen, ganz ohne Rotation, und damit einen hydroplaning-Effekt zu erzielen. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat sich das schnell als Unfug erwiesen.

Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit und es ist vermutlich das Beste, wenn man die Empfehlungen der extremsten Vertreter verschiedener Technikansätze mit etwas Vorsicht genießt und sich nur das rauspickt, was funktioniert. :)


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