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Antracis 06.05.2020 09:39

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1530195)
Genau wie ich es nicht vergesse, dass ich von Jebsen auch schon Worte gehört und gelesen habe, die in meinen Augen auf keinen Fall primitiv waren.

Das hat mich an diesen Artikel über Jebsen erinnert.

Der Artikel ist, zumindest wenn man die Kernaussagen des Abstracts zu Grunde legt, als Verteidigung von Jebsen gedacht. Ich will jetzt gar nicht auf die Verteidigung gegen den Vorwurf des Antisemitismus fokussieren, sondern die regelmäßige Verletzung journalistischer Standards.

Letztlich wird ausführlich erklärt, was da bei Jebsen das Problem ist und dann noch , kurz zum Schluss, warum man Ihn doch ernst nehmen sollte.

Für mich ist das quasi der Umkehrschluss zu den hier von einigen gescholtenen „Mainstreammedien“, neuerdings sagt man ja eher „Systempresse“. Da ist sowohl handwerklich als auch bezüglich der Unabhängigkeit nicht immer alles so wie es sein sollte. Das ist ein Ärgernis, aber prinzipiell für mich kein Anlass, das ganze Konstrukt in Frage zu stellen.

Jepsen hat nicht nur viel dafür getan, dass es relativ leicht sein mag, ihm Antisemitismus zu unterstellen, er hat auch mit viel Aufwand am Verlust seiner journalistischen Reputation gearbeitet. Was er aktuell zum „Corona“-Thema raushaut, ist genau dass, was in dem Artikel als vollkommen ungeeignete Vorgehensweise auf den Punkt gebracht wird:

Zitat:

Diese Meinung entspringt einem induktiven Schluss, die Beobachtung von Einzelfällen führt zur Annahme eines Gesetzes. Unwägbarkeiten und Unsicherheiten haben hier keinen Platz mehr, und das ist schlicht irrational.
Da nützt es nichts, wenn er „immer vorbereitet, immer interessiert“ ist und es ist auch egal, dass er ein vielleicht wirklich gutes Interview mit Michael Buback gemacht hat. Was er da zusammenträgt, ist schlicht in sich nicht schlüssig und aus meiner Sicht nicht ernst zu nehmen.

Es geht hier nicht um Dich als Person, sondern letztlich werden Meiungen ausgetauscht und diskutiert. Wenn Du Dich da jetzt indirekt angegriffen fühlst, weil Du zu Jebsen im Allgemeinen oder zu seinen „Corona“-Beiträgen im Speziellen eine andere Meinung hast, wird Dir das aus meiner Sicht niemand nehmen können.

Mir ging es nicht darum, jeden zum Idioten abzustempeln, der beispielsweise die Meinungen von Wolfgang Wodarg für bemerkenswert hält. Wenn man sich aber inhaltlich und formal damit auseinandersetzt, steht natürlich ein kritisierender Aspekt im Raum. Der bezieht sich aber nur auf diesen speziellen Aspekt, eine Wertung zum Beispiel der wissenschaftlichen Kompetenz oder der Person des betreffenden Users kann man ja gar nicht treffen, dafür gibt es schlicht viel zu wenig Informationen. Ganz abgesehen davon, dass man das prinzipiell in einer Diskussion nicht tun sollte.

Aber wenn Du Dich beispielsweise zur Bildzeitung bekennst, wirst Du aushalten müssen, wenn jemand sachlich die Bildzeitung in ihrer Intention und ihrer Arbeitsweise kritisiert. Du wirst auch aushalten müssen, wenn hier jemand die Bildzeitung moralisch bewertet und Du das indirekt auf Dich beziehst. Wenn Dich jemand persönlich unsachlich bewertet, weil Du die Bildzeitung liest, wirst Du Arne vermutlich zum Einschreiten bringen können.

Das ist ein bisschen, wie in der Schule an die Tafel gehen und sich da vorne offensichtlich zu verrechnen. In der Regel fühlt man sich nicht gut, allerdings findet die Wertung vor allem durch einen selber statt und in der Regel sagt das weder etwas über den Wert der gesamten Person, ja meist noch nichtmal etwas darüber aus, ob man ein guter oder schlechter Mathematiker ist.

Im Gegensatz zur Tafel in der Schule ist die Teilnahme hier übrigens vollkommen freiwillig. :)

(PS: Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Ich hab den Smilie jetzt dahinter gesetzt, weil die Botschaft nicht so rüber kommen soll, dass Du hier abhauen sollst, wenn es Dir nicht passt. Ich nehme Dich hier als jemanden wahr, der wirklich an anderen Meinungen interessiert ist, und sich damit auseinandersetzt, das ist etwas sehr positives. Aber, wie schon andere bemerkt haben, manchmal wirkt das auch sehr belastet und dann muss man das für sich vielleicht auch dosieren. :Blumen: )

Seyan 06.05.2020 09:50

Was ist daran neu?
Bei festgestellter Grippe wird dir jeder Mediziner verbieten, Sport zu treiben. Ja selbst bei einer normalen Erkältung davon abraten, Sport zu machen.

Aber die "Fans" machen da vermutlich wieder eine Heldensaga draus "Der krasse Typ hat trotz 42°C Fieber, Lungenentzündung und halb weghängendem Bein die 90 Minuten durchgespielt!"

Schwarzfahrer 06.05.2020 09:52

Zitat:

Zitat von Nepumuk (Beitrag 1530215)
Mittlerweile bestehen weder Zweifel am Klimawandel noch an der Wirksamkeit von Impfungen noch daran, dass die Erde eine Kugel ist. "Experten", die dagegen argumentieren sind eben keine zuverlässige Quelle und deren Meinung muss auch nicht weiter gewürdigt werden.

Zumindest bei Klimawandel und Impfungen geht es den meisten Kritikern nicht darum, ob die pauschale Aussage stimmt, sondern um Differenzierungen bzw. den zu ziehenden Schlüssen. Klimawandel gibt es, aber welche Maßnahmen dazu sind wirksam und sinnvoll - das sind keine Fakten, sondern Meinungen, die man mit Argumenten stützen oder widerlegen kann. Welche Impfungen sind von großem Nutzen, welche fragwürdig und für wen zu empfehlen oder nicht - das ist ein weites Feld für Meinungen, Abwägungen, Argumente. Nur wer jede Kritik als Leugung des Grundkonzeptes interpretiert, und mit den Flat-Earthern gleichsetzt, provoziert Spaltung durch ein schwarz-weisses Freund-Feind-Bild. Ich halte jeden Wunsch nach "einheitlicher" Meinung in der Gesellschaft für problematisch; man kann jede (vermeintlich oder tatsächlich falsche) Aussage widerlegen, ohne vorschnell die Person als Spinner, Idiot oder gar gefährlich zu qualifizieren.

Nobodyknows 06.05.2020 09:57

Zitat:

Zitat von Trillerpfeife (Beitrag 1530222)
...aber das im dritten Absatz hab ich schon erlebt. Man hört den begnadeten Sänger unbedingt raus... :)

Und wenn ich den begnadeten Sänger durch eine großartige Harfistin ersetze, die während ihres Spiel von einer übenden Guggemusik-Anfängergruppe umgeben ist? :Cheese:

Sorry für ot.
N. :Huhu:

Trillerpfeife 06.05.2020 10:02

Zitat:

Zitat von Nobodyknows (Beitrag 1530238)
Und wenn ich den begnadeten Sänger durch eine großartige Harfistin ersetze, die während ihres Spiel von einer übenden Guggemusik-Anfängergruppe umgeben ist? :Cheese:

Sorry für ot.
N. :Huhu:

:Maso: ;)

Antracis 06.05.2020 10:03

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1530237)
. Welche Impfungen sind von großem Nutzen, welche fragwürdig und für wen zu empfehlen oder nicht - das ist ein weites Feld für Meinungen, Abwägungen, Argumente.

Da haben wir beide wirklich eine fundamental andere Wahrnehmung der Thematik.

Genau diese Abwägungen und Argumente aus Deinem Zitat finde ich stellvertretend schon in den ersten Sätzen auf der Seite der STIKO.

Wenn ich dann mal auf die Seite des führenden deutschen Impfgegners

Schaue, finde ich genau das Gegenteil: Induktive Schlussfolgerungen, verallgemeinernd, einseitig, ohne Unsicherheiten und Zweifel.

Und ich finde schon, dass das repräsentative Stellungnahmen sind. Gegen die STIKO werden die meisten Impfbefürworter genauso wenig einzuwenden haben, wie die Impfgegner gegen Kron.

Schwarzfahrer 06.05.2020 10:10

Zitat:

Zitat von Nobodyknows (Beitrag 1530217)
Wenn ich das provokant interpretiere, dann sollen diejenigen, die gespaltet werden (sollen), Toleranz gegenüber den Spaltern aufbringen?

Wenn ich Dich provokant interpretiere, ist einer, der vom aktuell als Mehrheitsmeinung akzeptierter Ansicht und Wertung abweicht, und sich traut, ausgefallene und evtl. auch falsche Aussagen öffentlich auszusprechen, ein Spalter?
Zitat:

Zitat von Nobodyknows (Beitrag 1530217)
Jemand erzählte bisher permanent Quatsch und bei jeder neuen Äußerung von ihm soll ich überprüfen ob es diesmal kein Quatsch ist?

Ich verfolge niemanden ausreichend engmaschig, um so sicher zu wissen, ob er "permanent" nur Quatsch erzählt. Daher prüfe ich jede Aussage für sich auf Plausibilität, und suche eher mögliche nutzbare Ideen drin als die Fehler (die ich gerne ignoriere, da die nicht weiterführen). Motto: Blindes Huhn findet auch mal ein Korn.
Zitat:

Zitat von Nobodyknows (Beitrag 1530217)
Wie ist es denn, wenn z. B. ein begnadeter Sänger in einem Chor von unmusikalischen Anfängern steht? Hört man dann in einem Chorkonzert, dass er alles richtig macht und nimmt man ihn als großen Künstler wahr, oder denkt man sich, zu einem Konzert von diesem Chor gehe ich nicht mehr? Und was wäre der Job des Sängers um mehr Gehör zu finden? ;)

Ich als Zuhörer erfreue mich an dem Begnadeten, der aus dem Umfeld raussticht und achte dann weniger auf den Rest. Und schaue, daß ich ggf. den guten Sänger so oft wie möglich höre, egal in welchem Umfeld - auch wenn ich ihm einen passenderen Rahmen wünsche.

Nepumuk 06.05.2020 10:19

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1530237)
Zumindest bei Klimawandel und Impfungen geht es den meisten Kritikern nicht darum, ob die pauschale Aussage stimmt, sondern um Differenzierungen bzw. den zu ziehenden Schlüssen. Klimawandel gibt es, aber welche Maßnahmen dazu sind wirksam und sinnvoll - das sind keine Fakten, sondern Meinungen, die man mit Argumenten stützen oder widerlegen kann. Welche Impfungen sind von großem Nutzen, welche fragwürdig und für wen zu empfehlen oder nicht - das ist ein weites Feld für Meinungen, Abwägungen, Argumente. Nur wer jede Kritik als Leugung des Grundkonzeptes interpretiert, und mit den Flat-Earthern gleichsetzt, provoziert Spaltung durch ein schwarz-weisses Freund-Feind-Bild. Ich halte jeden Wunsch nach "einheitlicher" Meinung in der Gesellschaft für problematisch; man kann jede (vermeintlich oder tatsächlich falsche) Aussage widerlegen, ohne vorschnell die Person als Spinner, Idiot oder gar gefährlich zu qualifizieren.

Damit umschreibst du schön die Taktik, durch abstruse, immer wieder wiederholte "Argumente" bekannte und erwiesene Sachverhalte immer wieder sinnlos in Frage zu stellen, so dass die belegten Tatsachen trotz aller Beweise beschädigt werden. Nennt sich auch gerne "Zu-Tode-Diskutieren". Die Debatte wird so in eine Richtung gelenkt, dass sie möglichst wirkungslos bleibt und eben keine Maßnahmen ergriffen werden.

Schön zu beobachten bei der Klimadiskussion. Die wissenschaftlichen Ergebnisse und Beobachtung sind eindeutig. Daran ändert auch nichts, dass einzelne "Wissenschaftler" den Klimawandel leugnen. Trotzdem werden diese Leute mit vermeintlich abweichender Argumentation von Leute auf seriöses Level gehoben, so dass man selbst ein Argument hat, keine Maßnahmen zur CO2-Reduktion ergreifen zu müssen.

Die vermeintlich Spaltung wird ja genau von den Spaltern herbei geführt und zwar bewusst. Und natürlich sind solche Spalter keine vertrauenswürdigen Quellen und können daher ohne Erkenntnisverlust ignoriert werden.


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