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Klugschnacker 02.06.2021 11:18

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1604937)
Merkwürdige Logik: die Sichtweise einer Minderheit ist nichtexistent, weil die Mehrheit anders denkt? Ignorieren wir die Anfänge, auch wenn es zunimmt? Ich spreche ja von zunehmend, nicht von Mehrheit.

Du generalisierst – auch wenn Du von einer Minderheit sprichst, nicht von einer Mehrheit. Denn Du behauptest einen zunehmenden Vertrauensverlust dieser Minderheit "in die Medizin". Die Verallgemeinerung besteht darin, den angeblichen Vertrauensverlust auf die gesamte Medizin auszudehnen. Tatsächlich geht es aber nur um einzelne Aussagen der medizinischen Forschung.

Solche Verallgemeinerungen haben im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs meistens das Ziel, eine sachliche Diskussion zu unterminieren. Da schwurblerseits gegen wissenschaftliche Argument nicht anzukommen ist, wird kurzerhand versucht, Zweifel an der Wissenschaft insgesamt zu säen. Mit diesem Absatz meine ich nicht Dich persönlich.

Klugschnacker 02.06.2021 11:20

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1604937)
„Als sie Künstler nicht mehr auftreten ließen, schwieg ich. Auf YouTube gab es genug Auswahl.

Als sie die Museen schlossen, schwieg ich. Ich hatte ja Wikipedia.

Als sie die Gaststätten schlossen, schwieg ich. Es gab ja Lieferdienste.

Als sie den Einzelhandel schlossen, schwieg ich. Ich konnte ja bei Amazon bestellen.

Als sie die Kontakte beschränkten, schwieg ich. Ich hatte ja Facebook, Twitter und Instagram.

Als sie Ausgangssperren verhängten, schwieg ich. Ich hatte ja Netflix.

Als sie die Schulen schlossen, schwieg ich. Ich hatte keine schulpflichtigen Kinder.

Als sie Urlaubsreisen untersagten, schwieg ich. Ich hatte ja einen Garten.

Eines Tages ging ich raus auf die Straße. Es war niemand mehr da.“

Ergreifend.

Was hier fehlt, ist das Virus.

Schwarzfahrer 02.06.2021 11:31

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1604939)
Du generalisierst – auch wenn Du von einer Minderheit sprichst, nicht von einer Mehrheit. Denn Du behauptest einen zunehmenden Vertrauensverlust dieser Minderheit "in die Medizin". Die Verallgemeinerung besteht darin, den angeblichen Vertrauensverlust auf die gesamte Medizin auszudehnen. Tatsächlich geht es aber nur um einzelne Aussagen der medizinischen Forschung.

Zu dieser Verallgemeinerung stehe ich. Denn genau so ticken Menschen: die mangelnde Transparenz oder Fehler in einem Bereich wird auf die gesamte Branche projiziert; Fehlentscheidungen eines Spahn oder Söder werden gleich auf die Regierung, bzw. auf die ganze CDU bzw. CSU projiziert. Ist nicht gerecht, aber im öffentlichen Leben muß man damit rechnen und entsprechend handeln.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1604939)
Solche Verallgemeinerungen haben im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs meistens das Ziel, eine sachliche Diskussion zu unterminieren. Da schwurblerseits gegen wissenschaftliche Argument nicht anzukommen ist, wird kurzerhand versucht, Zweifel an der Wissenschaft insgesamt zu säen.

Diese Methode gibt es sicher auch - nicht nur auf der von Dir zitierten Seite, sondern auch sehr gerne von der anderen (s. Zuordnung alles Anti-Maßnahmen-Demonstranten zu militant-extremen Teilnehmer-Minderheiten, Kritiker von überzogenen Klima-Aktivitsten pauschal als "Klimaleugner" abtun, etc.). Finde ich schlechten Stil von allen Seiten, und nicht hilfreich. Aber (wiederum gegen Verallgemeinerung) es kommt eben auf den Einzelfall an, wer wie argumentiert. Deshalb können Verallgemeinerungen nicht verallgemeinert abgelehnt werden :). Zweifel an der Wissenschaft zu säen (ode genauer: begründete Zweifel wecken und detailliert zu diskutieren) ist übrigens inhärenter Teil der Wissenschaft und kein Angriff.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1604941)
Ergreifend.

Was hier fehlt, ist das Virus.

Nein, was gefehlt hat, war die Verhältnismäßigkeit.

Klugschnacker 02.06.2021 11:54

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1604942)
Nein, was gefehlt hat, war die Verhältnismäßigkeit.

Wenn man die Existenz der Bedrohung ausblendet, kommen einem natürlich alle Maßnahmen gegen diese Bedrohung ausschließlich als Entzug der Freiheit vor. Genau darauf zielt das kleine Gedicht: Es zelebriert die Einschränkungen in unserem Alltag, erwähnt aber mit keinem Wort deren Ursache.

Auf einer Intensivstation wird man sich solche Lyrik kaum ausdenken.

Klugschnacker 02.06.2021 12:03

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1604942)
Zu dieser Verallgemeinerung stehe ich. Denn genau so ticken Menschen: die mangelnde Transparenz oder Fehler in einem Bereich wird auf die gesamte Branche projiziert; Fehlentscheidungen eines Spahn oder Söder werden gleich auf die Regierung, bzw. auf die ganze CDU bzw. CSU projiziert. Ist nicht gerecht, aber im öffentlichen Leben muß man damit rechnen und entsprechend handeln.

Das bestreite ich. Einzelne Entscheidungen von Jens Spahn reichen nicht aus, um das Gesundheitssystem oder die wissenschaftliche Medizin als Ganze in Zweifel zu ziehen. Zumindest kenne ich niemanden, der so denkt.

Selbst erklärte Impfskeptiker und Coronaleugner lassen sich nach wie vor beim Zahnarzt eine Spritze geben, oder den Blinddarm entfernen, bevor sie an einer Entzündung abkratzen.

Es ist kein Zufall, dass sich jene Partei, welche unsere gewählten Regierungen delegitimieren will, unter den Corana-Skeptikern pudelwohl fühlt.

lyra82 02.06.2021 12:25

Myokarditis bei jüngeren Männern nach Biontech-Impfung:

https://www.n-tv.de/wissen/Israel-ve...e22591367.html

bisher 275 Fälle / 2 Tote
Alter 16 - 30

Adept 02.06.2021 12:33

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1604934)
Niemand wird als Schwurbler oder Egoist abgestempelt, wenn er über die möglichen Risiken einer Impfung spricht. Diese Risiken gehören zum wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs und sind seit vielen Monaten der Gegenstand zahlreicher Debatten. Es ist definitiv kein Thema von Außenseitern.

Doch, das ist hier reichlich der Fall. Siehe Impf-Thread.

Klugschnacker 02.06.2021 13:25

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1604953)
Doch, das ist hier reichlich der Fall. Siehe Impf-Thread.

Der Verweis auf einen ellenlangen Thread ist mir zu pauschal, was Du sicher verstehen wirst. Ich kann nicht wissen, was Du konkret meinst. Wenn Du es mit einem Zitat aus diesem Thread konkretisierst, äußere ich mich gerne dazu.
:Blumen:

Damit wir uns das nicht zu schwer machen, nehme ich vorweg: Wer in einer Sache aus egoistischen Motiven handelt, ist deswegen nicht als ganze Person ein Egoist. Ich denke, auf diese Unterscheidung zwischen einer als egoistisch bewerteten Handlung und einer pauschalen Bewertung seiner Person können wir uns einigen, oder?

Und weiter: Wenn ich in einer Sache egoistisch handle, verdiene ich dafür Kritik. Ich kann mich dieser Kritik nicht entziehen, indem ich der Gegenseite vorwerfe, sie würde mich pauschal zum Egoisten stempeln. Und dann selbst nur noch über diese vermeintliche Herabsetzung sprechen, ohne auf die mir gegenüber geäußerte Kritik einzugehen.

Das ist ein Trick, wie man einer sachlich geäußerten Kritik entgeht, indem am sich selbst in die Ecke der beleidigten Leberwurst begibt.

Mit letzterem meine ich nur das allgemeine Prinzip und nicht Dich persönlich.
:Blumen:

Hafu 02.06.2021 13:55

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1604937)
...
Irgendwie erinnert mich das an Niemöller, oder die aktuelle (zugegeben, überspitzte und frustrierte) Corona-Version davon:

„Als sie Künstler nicht mehr auftreten ließen, schwieg ich. Auf YouTube gab es genug Auswahl.

---
Eines Tages ging ich raus auf die Straße. Es war niemand mehr da.“

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1604941)
...
Was hier fehlt, ist das Virus.

Danke:Blumen:

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1604937)
...
Nein, was gefehlt hat, war die Verhältnismäßigkeit.

Nachdem hier die Diskussion ins Lyrische abgebogen ist, fällt mir gerade thematisch passend ein Zitat aus dem Jüdischen Talmud ein, das US-Außenminister Blinken zwar vor zwei Wochen im Zusammenhang mit den Konflikt zwischen Hamas und Israelis genutzt hat, das aber IMHO auch sehr gut in die Bewertung der Corona-Maßnahmen passt, denn bei fast allen nicht-medizinischen Pandemie-Interventionen, von denen zweifellos fast alle zu gewissen gesellschaftlichen Problemen und Schäden führen, geht es im Kern um die Frage, was uns Menschenleben wert sind.

Zitat:

Zitat von Talmud
Wer ein einziges Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt.


keko# 02.06.2021 14:33

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1604969)
... geht es im Kern um die Frage, was uns Menschenleben wert sind.

Und wie weit man das betrachtet. Bezogen auf DE? Europa? Weltweit?

Welthungerhilfe: "Neun von zehn der Befragten sind heute ärmer, vier von zehn haben durch die Coronakrise einen schlechteren Zugang zu Nahrung. Entwicklungserfolge der letzten Jahrzehnte sind in Gefahr."

Klugschnacker 02.06.2021 15:20

Kurz: Ohne Corona/Tsunamis/Dürreperioden/Hurricanes stünden wir weltweit besser da. Wofür soll das ein Argument sein?

deralexxx 02.06.2021 15:52

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1604984)
Kurz: Ohne Corona/Tsunamis/Dürreperioden/Hurricanes stünden wir weltweit besser da. Wofür soll das ein Argument sein?

Es ist wohl eher der Versuch, ein "was ist mit..." einzustreuen, womit man jede Maßnahme, Verhaltensweise irgendwie in Frage stellen kann.

JENS-KLEVE 02.06.2021 16:52

Das Problem ist doch der moralische Zeigefinger bei der Abwägung von Risiken. Wir kennen das vom Fahrradhelm.

Radrennen: 100% dafür
Radtraining: 99% dafür
Radtouren: Mehrheit
Fahrt zum Bäcker: viele
Auf der Leiter: keiner

Postet jemand ein Foto von einer Probefahrt um den Block ohne Helm wird er gnadenlos geschlachtet. „Wo nichts drin ist, muss nichts geschützt werden“ - „ich kenn jemand, der würd noch leben...“

Jetzt wieder. Jeder ist einverstanden, dass Großraumdiscotheken geschlossen wurden. Die Mehrheit ist einverstanden mit den Abstandsregeln und dem Einsatz von Masken in engen Räumen. Maske tragen im Wald morgens um 3 Uhr in der Eifel findet jeder unnötig. Aber wo ist die Grenze? Hier wird erbittert gekämpft und martialisch argumentiert.
Das Tausendfache Händewaschen hat sich als wenig wirksam herausgestellt und es häufen sich die Hautprobleme. Hier könnte man eine lange Liste mit ähnlichen Nebenwirkungen unserer Maßnahmen machen. Wie hoch ist die inzidenz bei Magersüchtigen, Fettleibigen, Depressionen, Angstörungen, Existenzängste, Alkoholmissbrauch, ... Wer hier bei den Hardlinern diskutieren will im Sinne einer Dialektik wird aber gnadenlos plattgewalzt. Mach ein Praktikum auf der Intensivstation, guck dir die Särge in Brasilien an...

Nach 18 Monaten Corona müsste man die Dosierung der Maßnahmen viel exakter hinkriegen als Notbremse, Lockdown, NoCovid ...

deralexxx 02.06.2021 17:35

Zitat:

Zitat von JENS-KLEVE (Beitrag 1604999)
Das Problem ist doch der moralische Zeigefinger bei der Abwägung von Risiken. Wir kennen das vom Fahrradhelm.

Radrennen: 100% dafür
Radtraining: 99% dafür
Radtouren: Mehrheit
Fahrt zum Bäcker: viele
Auf der Leiter: keiner

Postet jemand ein Foto von einer Probefahrt um den Block ohne Helm wird er gnadenlos geschlachtet. „Wo nichts drin ist, muss nichts geschützt werden“ - „ich kenn jemand, der würd noch leben...“

Jetzt wieder. Jeder ist einverstanden, dass Großraumdiscotheken geschlossen wurden. Die Mehrheit ist einverstanden mit den Abstandsregeln und dem Einsatz von Masken in engen Räumen. Maske tragen im Wald morgens um 3 Uhr in der Eifel findet jeder unnötig. Aber wo ist die Grenze? Hier wird erbittert gekämpft und martialisch argumentiert.
Das Tausendfache Händewaschen hat sich als wenig wirksam herausgestellt und es häufen sich die Hautprobleme. Hier könnte man eine lange Liste mit ähnlichen Nebenwirkungen unserer Maßnahmen machen. Wie hoch ist die inzidenz bei Magersüchtigen, Fettleibigen, Depressionen, Angstörungen, Existenzängste, Alkoholmissbrauch, ... Wer hier bei den Hardlinern diskutieren will im Sinne einer Dialektik wird aber gnadenlos plattgewalzt. Mach ein Praktikum auf der Intensivstation, guck dir die Särge in Brasilien an...

Nach 18 Monaten Corona müsste man die Dosierung der Maßnahmen viel exakter hinkriegen als Notbremse, Lockdown, NoCovid ...

Hm das wäre mir neu, habe gerade mal geschaut, der letzte Artikel auf der WHO Seite von November: https://www.who.int/southeastasia/ne...other-diseases

Zitat:

Ten months into the pandemic, handwashing with soap remains one of our best defenses against the virus, along with other public health measures such as maintaining physical distance, avoiding crowded places, practising cough etiquette and wearing a mask wherever recommended.
Zitat:

Nach 18 Monaten Corona müsste man die Dosierung der Maßnahmen viel exakter hinkriegen als Notbremse, Lockdown, NoCovid ...
In deinem Beitrag hast du ja selbst schon verschiedenste Dinge aufgeführt, die deutlich Dosierter sind als die Überbegriffe suggerieren:
Händewaschen, Schließen der Großraumdisco, Abstandsregeln, Masken.

Die Kombination der verschiedenen Maßnahmen wurde bald wöchentlich geändert, lokal angepasst sodass es ja schwer war auf Stand zu bleiben. Anfangs wurde auf die Selbstorganisation der Länder gesetzt zusammen mit den Landkreisen, dann gab es das Bundesgesetz. Klar kann man sich immer noch individuellere Maßnahmen und Empfehlungen wünschen, das geht / ging halt nicht in der aktuellen pandemischen Situation, bei der Gesundheitsämter wohl überlastet sind, bringt halt nix weil unmöglich umsetzbar ("wir machen einfach alles auf" mal ausgenommen). Die Regeln waren, sind und werden ein Kompromiss sein. Supertoll gefällt er keinem.

keko# 02.06.2021 17:38

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1604984)
Kurz: Ohne Corona/Tsunamis/Dürreperioden/Hurricanes stünden wir weltweit besser da. Wofür soll das ein Argument sein?

Je länger Corona-Maßnahmen eingesetzt werden, desto besser und klarer sieht man auch die Folgen, die diese evtl. haben. Daher mein Link zur Welthungerhilfe.
In meiner Tageszeitung konnte ich heute bspw. lesen, dass Experten damit rechnen, dass sich Privatinsolvenzen verdoppeln werden und auch Verbraucher mit mittleren Einkommen verstärkt betroffen sein werden. Diese Erfahrungen sollte man mMn bei der nächsten Welle verstärkt mit in Betracht ziehen. Anfangs hatte man dieses Wissen ja logischerweise nicht.

captain hook 02.06.2021 17:43

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1605008)
Je länger Corona-Maßnahmen eingesetzt werden, desto besser und klarer sieht man auch die Folgen, die diese evtl. haben. Daher mein Link zur Welthungerhilfe.
In meiner Tageszeitung konnte ich heute bspw. lesen, dass Experten damit rechnen, dass sich Privatinsolvenzen verdoppeln werden und auch Verbraucher mit mittleren Einkommen verstärkt betroffen sein werden. Diese Erfahrungen sollte man mMn bei der nächsten Welle verstärkt mit in Betracht ziehen. Anfangs hatte man dieses Wissen ja logischerweise nicht.

Weshalb man alles dafür tun sollte die Maßnahmen so schnell als möglich reduzieren zu können. Ich hab mal gehört, Impfen gilt da als wesentlicher Bestandteil.

Helios 02.06.2021 19:31

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1605008)
......
dass Experten damit rechnen, dass sich Privatinsolvenzen verdoppeln werden und auch Verbraucher mit mittleren Einkommen verstärkt betroffen sein werden.
........

hmm - das liegt daran, dass die Dauer von 7 auf 3 Jahre reduziert wurde, nach den neuen Insolvenzregelungen - alles Corona in die Schuhe schieben ist nicht fair.

edith: und natürlich sind jetzt 3 Jahre Wartedauer bis zur Entlassung aus den Schulden attraktiver als vorher, also wird der Weg jetzt vermutlich öfters gegangen

JENS-KLEVE 02.06.2021 21:32

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1605009)
Weshalb man alles dafür tun sollte die Maßnahmen so schnell als möglich reduzieren zu können. Ich hab mal gehört, Impfen gilt da als wesentlicher Bestandteil.

Kreis Kleve hat eine hohe impfbereitschaft. Die Folge: kein Impfstoff in den impfzentren vorhanden. Frustrierend für alle, die unbedingt wollen und in den Medien immer neue Aufrufe zu noch mehr impfbereitschaft sehen.

https://www.kreis-kleve.de/de/fachbe...n-impfzentrum/

keko# 02.06.2021 21:35

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1605021)
hmm - das liegt daran, dass die Dauer von 7 auf 3 Jahre reduziert wurde, nach den neuen Insolvenzregelungen - alles Corona in die Schuhe schieben ist nicht fair.

edith: und natürlich sind jetzt 3 Jahre Wartedauer bis zur Entlassung aus den Schulden attraktiver als vorher, also wird der Weg jetzt vermutlich öfters gegangen

Laut Zeitungsbericht 6 Jahre. Laut Zeitungsbericht haben die Experten das beachtet (deshalb sind es ja Experten ;-). Ebenso, dass wir 2019 schon Anzeichen einer Rezession hatten und dass im vergangenen Jahr Insvolvenzberatungsstellen wegen Corona geschlossen waren und so Anträge liegen blieben. Daher werden sich die echten Corona-bedingten Fälle vermutlich erst in der 2. Jahreshälfte tatsächlich herauskristallisieren.
Immerhin haben wir noch 2,6 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Fände ich sensationell, wenn sich die Vollbremsung in manchen Bereich nicht niederschlagen würde. Die Experten gehen laut Zeitungsbericht jedenfalls zeitverzögert davon aus.
Meiner persönlichen Meinung nach ist ein Grundeinkommen unausweichlich, da sich in den kommenden Jahren "die Digitalisierung" zusätzlich bemerkbar machen wird, neben dem strukturellen Umbau der Automobilbranche.
Spannend, spannend....
:Blumen:

JensR 03.06.2021 20:13

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1604969)
denn bei fast allen nicht-medizinischen Pandemie-Interventionen, von denen zweifellos fast alle zu gewissen gesellschaftlichen Problemen und Schäden führen, geht es im Kern um die Frage, was uns Menschenleben wert sind.

d'accord.. die Betrachtung ist nur sehr einseitig. Und ziemlich moralisierend. Wenn es wirklich ernst wäre, würden wir Tabak verbieten, Rennräder besser auch.. also für mich ist das einfach zu stark der Holzhammer in der Argumentation. Die Frage ist auf der anderen Seite ja auch, was kostet uns das vllt in späteren Jahren noch an Leben, aufgrund dessen was wir in den letzten 14 Monaten veranstaltet haben.

Anyway - ich bin beim Captain: Impfen führt hoffentlich zur Verkürzung all dessen. Weswegen ich mich, der sich sonst nur alle 10 Jahre mal ne Tetanus holt, auch bereits im Januar angemeldet hatte (in der Schweiz ging das) und mittlerweile einmal geimpft wurde.

MattF 04.06.2021 08:55

Zitat:

Zitat von JensR (Beitrag 1605142)
d'accord.. die Betrachtung ist nur sehr einseitig. Und ziemlich moralisierend. Wenn es wirklich ernst wäre, würden wir Tabak verbieten, Rennräder besser auch..

Der Unterschied von Corona zu Rauchen ist halt, ob ich rauche kann ich selber entscheiden, ob ich mit Corona angesteckt werde, wird von Aussen an mich herangetragen.

deralexxx 04.06.2021 09:15

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1605175)
Der Unterschied von Corona zu Rauchen ist halt, ob ich rauche kann ich selber entscheiden, ob ich mit Corona angesteckt werde, wird von Aussen an mich herangetragen.

Und es wurde ja gerade in den letzten 20 Jahren eine Menge für den Schutz der Nichtraucher getan. Flugzeuge, Züge, Kneipen, Clubs, Bahnhöfe (bis auf ausgewiesene Bereiche) --> alles Rauchfrei

HerrMan 04.06.2021 09:25

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1605039)
Meiner persönlichen Meinung nach ist ein Grundeinkommen unausweichlich, da sich in den kommenden Jahren "die Digitalisierung" zusätzlich bemerkbar machen wird, neben dem strukturellen Umbau der Automobilbranche.
Spannend, spannend....
:Blumen:

Menschen mit Lust an der düsteren Sicht auf Corona haben oben drauf krasse Prognosen zu den längerfristigen Effekten von long-covid-Kranken zur Hand...

Off topic: ein Bekannter bei VW hat mir die Tage erzählt, der Konzern will am Standort D bis 2025 70.000 Stellen abbauen. Hoffen wir mal, dass es sich dabei um eine gezielt gestreute Falschmeldung des Betriebsrats handelt.

JensR 04.06.2021 09:54

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1605175)
Der Unterschied von Corona zu Rauchen ist halt, ob ich rauche kann ich selber entscheiden, ob ich mit Corona angesteckt werde, wird von Aussen an mich herangetragen.

das Corona und Rauchen nicht das gleiche sind, sollte ja wohl jedem klar sein :confused:

Es sollte weiterhin klar sein, dass dies ein überspitzter Hinweis war, dass dieses Motto "jedes Menschenleben um jeden Preis retten" ziemlich differenziert betrachtet wird in der Gesellschaft.

Und vollkommen zurecht, denn das Risiko zu sterben, ist dem Leben inhärent. Der unterschiedliche Umgang mit der Tatsache spiegelt sich dann auch im Umgang mit Corona wieder. In der Schweiz kann ich als selbstbestimmt in den Exit gehen unter bestimmten Voraussetzungen. Hier wird nicht versucht, das Leben bis ins Unendliche zu verlängern, auch wenn es für den Betroffenen nur noch Leiden ist. In dem Kontext ist es auch nicht verwunderlich, dass die Risiken von Corona vs Schäden durch Lockdowns in den letzten 9 Monaten etwas differenzierter beurteilt wurden als in Deutschland

Der Vollständigkeit halber: ich habe in den letzten Monaten deutlich mehr unfreiwillig passiv geraucht, als ich Kontakt mit aktuell, zukünftig oder ehemalig Corona-Infizierten hatte.

Zitat:

So erhöht Passivrauchen das Risiko für Lungenkrebs und sehr wahrscheinlich auch für Brustkrebs bei jungen Frauen sowie Krebs der Nasenhöhle und der Nasennebenhöhlen. Zudem belastet es das Herz-Kreislaufsystem und erhöht das Schlaganfallrisiko um schätzungsweise 20 bis 30 Prozent.

sabine-g 04.06.2021 10:04

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1605175)
Der Unterschied von Corona zu Rauchen ist halt, ob ich rauche kann ich selber entscheiden, ob ich mit Corona angesteckt werde, wird von Aussen an mich herangetragen.

Rauchen ist - wie bereits erwähnt - allerdings völlig selbstbestimmt, auf der einen Seite.
Auf der anderen Seite ist Rauchen und die weltweiten Folgen eine der asozialsten Dinge die es gibt.
  • Schädigungen durch Passivrauchen
  • Umweltverschmutzung durch weggeworfene Kippen
  • Waldbrände durch Kippen
  • abgeholzte Wälder in Anbaugebieten
  • Luftverpestung
  • Belastung des Gesundheitssystems
  • etc

Corona ist nur dann asozial wenn man sich der Gefahr einer Infektion aussetzt und im Anschluss diese an andere weitergibt.

Ansonsten ist beides überhaupt gar nicht zu vergleichen.

dr_big 04.06.2021 10:39

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1605188)

Ansonsten ist beides überhaupt gar nicht zu vergleichen.

Einen wichtigen Unterschied hast du noch vergessen:
Corona wird vom Staat bekämpft, Tabakanbau wird subventioniert

LidlRacer 04.06.2021 10:52

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1605200)
Tabakanbau wird subventioniert

Wo?

"Seit dem Wegfall der Subventionen durch die EU im Jahr 2010 wurde der Anbau von luftgetrockneten Tabaksorten in Deutschland eingestellt."
https://de.wikipedia.org/wiki/Tabakanbau_in_Deutschland

Schlafschaf 04.06.2021 11:11

Ob man raucht entscheidet man auch nicht zu 100% selbst. Das ist eine Sucht und Millionen Raucher wären lieber Nichtraucher aber schaffen den Absprung nicht und bringen sich Tag für Tag um.
Würde man Rauchen verbieten würde man die Leute schon schützen. Da ist das Interesse halt nicht so groß wie bei Corona das man auch selbst bekommen kann…

dr_big 04.06.2021 11:12

Stimmt, da war ich nicht ganz up to date. Andererseits wurde die direkte EU Tabakanbau Subvention auch nur umgewandelt in „Förderung zur Entwicklung des ländlichen Raums“.

sabine-g 04.06.2021 11:50

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1605206)
Ob man raucht entscheidet man auch nicht zu 100% selbst.

Natürlich, man fängt ja damit irgendwann an.
Oder wird man gefesselt und kriegt ne Kippe in den Hals gesteckt?

Wasserbüffel 04.06.2021 12:01

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1605206)
Würde man Rauchen verbieten würde man die Leute schon schützen. Da ist das Interesse halt nicht so groß wie bei Corona das man auch selbst bekommen kann…

Warum sollte der Staat ein Interesse daran haben etwas grundsätzlich zu verbieten, von dem er steuerlich enorm profitiert (glaube ca. 75% des Schachtelpreises).

MattF 04.06.2021 12:10

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1605206)
Ob man raucht entscheidet man auch nicht zu 100% selbst. Das ist eine Sucht und Millionen Raucher wären lieber Nichtraucher aber schaffen den Absprung nicht und bringen sich Tag für Tag um.
Würde man Rauchen verbieten würde man die Leute schon schützen. Da ist das Interesse halt nicht so groß wie bei Corona das man auch selbst bekommen kann…

Und was ist mit Alkohol? Verbieten hat ja in den USA mal super geklappt.

Heroin ist auch verboten, trotzdem wird es konsumiert.....

Schlafschaf 04.06.2021 12:19

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1605217)
Natürlich, man fängt ja damit irgendwann an.
Oder wird man gefesselt und kriegt ne Kippe in den Hals gesteckt?

Okay, dann ist das ja kein Problem das Leute sterben, weil sie mit 14 aus Gruppenzwang angefangen haben zu rauchen. Sind sie ja selber schuld! Aber bei Corona wird dann gerufen „Jedes Leben zählt!“ :Lachanfall:

anlot 04.06.2021 12:25

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1605224)
Okay, dann ist das ja kein Problem das Leute sterben, weil sie mit 14 aus Gruppenzwang angefangen haben zu rauchen. Sind sie ja selber schuld! Aber bei Corona wird dann gerufen „Jedes Leben zählt!“ :Lachanfall:

Du triffst es auf den Punkt. Vor ein paar Tagen kam eine sehr spannende und sehenswerte Reportage auf ARTE zum Thema „Droge Alkohol“ mit Interviews aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. Angefangen vom ehemaligen Alkoholkranken, über Neurologen bis hin zum Konzerchef von Carlsberg.

Es sterben demnach ca. 3 Mio. Menschen weltweit am Alkohol.

Hier der Link:

https://www.arte.tv/de/videos/080991...lobale-rausch/

Trimichi 04.06.2021 12:28

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1605224)
Okay, dann ist das ja kein Problem das Leute sterben, weil sie mit 14 aus Gruppenzwang angefangen haben zu rauchen. Sind sie ja selber schuld! Aber bei Corona wird dann gerufen „Jedes Leben zählt!“ :Lachanfall:

Auch wenn wir zwei selten einer Meinung sind. Hier schon. Denn der Counter am Times Square in NYC ging also schon immer falsch, würde jedes Leben zählen. Lustig finde ich das nicht. Der wer sich das ausgedacht hat mit den diesen "Body Counts" muss nicht unbedingt der Hellste im Oberstübchen gewesen sein, soviel ist klar. :Blumen:

MattF 04.06.2021 13:42

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1605224)
Okay, dann ist das ja kein Problem das Leute sterben, weil sie mit 14 aus Gruppenzwang angefangen haben zu rauchen. Sind sie ja selber schuld! Aber bei Corona wird dann gerufen „Jedes Leben zählt!“ :Lachanfall:

Es zählt auch hier jedes Leben, es gibt z.b. Aufklärungskampagnen.

Dass jedes Leben zählt, heißt im übrigen nicht, dass bei Corona jedes Leben gerettet wird. Es gibt täglich viele Tote was hingenommen wird.

Trimichi 04.06.2021 13:59

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1605236)
Es zählt auch hier jedes Leben, es gibt z.b. Aufklärungskampagnen.

Dass jedes Leben zählt, heißt im übrigen nicht, dass bei Corona jedes Leben gerettet wird. Es gibt täglich viele Tote was hingenommen wird.

Ja, vor allem wenn man bedenkt, dass "jedes Leben retten" auch bedeutet, dass man Käfer und Ameisen vor ihrem Tod retten müsste, zumindest wenn es menschengemacht oder menschengemacht verschuldet ist.

Also bitte beim nächsten Waldlauf darauf achten weder auf Käfer noch auf Ameisen zu treten. Auf eine Blindschleiche treten geht gar nicht, da sind wir uns alle einig. :Huhu:

Mo77 04.06.2021 14:52

Leben
 
Jedes leben zählt!!!??

Jährlich 100.000 Abtreibungen...

Selbstbestimmungsrecht zählt hier anscheinend mehr.

TRIPI 04.06.2021 20:11

Das sind doch insofern Äpfel und Birnen, weil Querdenker fürs demonstrieren keine Steuern entrichten müssen, sondern immense Steuermengen kosten für Polizei usw. Der Raucher zahlt ja wenigstens in die Gemeinschaftskasse ein wenn man so will.

kupferle 04.06.2021 21:42

Zitat:

Zitat von TRIPI (Beitrag 1605271)
Das sind doch insofern Äpfel und Birnen, weil Querdenker fürs demonstrieren keine Steuern entrichten müssen, sondern immense Steuermengen kosten für Polizei usw. Der Raucher zahlt ja wenigstens in die Gemeinschaftskasse ein wenn man so will.

Was ist mit FFF oder auch die Spiele der Bundesliga. Beim Ironman stehen auch Polizisten am Rand, die der Steuerzahler berappen darf.


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