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iaux 24.04.2021 10:05

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1598418)
Welche zu wählende Alternative hätte da was konstruktiv realistisches anzubieten gehabt?

Alternativlos is der eingeschlagene Weg ja nicht...

Klugschnacker 24.04.2021 10:51

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1598372)
Du hältst es also für leichter, sich mit unterschiedlichen Inhalten zu befassen, statt gewisse Gedanken wegen der Person, die sie äußert, gleich gar nicht anzuhören?

Du Leute werden doch gehört. Sogar der Trainer des FC Bayern gibt vor einem Millionenpublikum seinen Senf zu Experten wie Karl Lauterbach ab, ohne rot zu werden.

Wie stellst Du Dir das vor, soll der Bundestag zusammenkommen und abstimmen über die Ansichten von Karl Lauterbach, der WHO und Hansi Flick?

Oder wenn Dir bei einer schweren Krankheit eine äußerst riskante Behandlung vorgeschlagen wird – vom Hausmeister der Uniklinik. Die Fachärzte raten Dir hingegen mehrheitlich davon ab. Du kannst mir doch nicht erzählen, dass Du dann nur das Argument bewertest, nicht aber die Expertise der Personen insgesamt? Das nehme ich Dir nicht ab. (No offense).
:Blumen:

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1598372)
[Ich] bin nicht so überzeugt, daß wir nur so wenige Optionen haben. Übrigens, wenn Deine zwei Optionen so klar und einzigartig wären, frage ich mich, warum so viele Existenzen und gesellschaftliche Strukturen nachhaltig beschädigt werden - Abstand halten und Impfen könnten wir auch so wie die Schweden.

Das tun wir im Wesentlichen auch so. Schweden und Deutschland setzen beide auf die gleichen Mittel, nämlich Abstand und Impfen. Die Unterschiede sind klein und vor allem der höheren Bevölkerungsdichte in und um Deutschland geschuldet.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1598372)
Sehe ich nicht so. Erstes Kriterium sollte Wirksamkeit sein, zweites Verhältnismäßigkeit. Konsens an sich ist kein Wert, nur eine Bequemlichkeit. […] Akzeptieren heißt für mich, sich darin erst mal fügen, aber nicht den eigenen Standpunkt aufgeben, oder Kritik zu unterdrücken. Demokratie heißt, daß jeder seinen Standpunkt behalten und vertreten darf (solange er die wesentlichen Regeln einhält), und nicht um des Konsenses Willen unterdrückt.

Wirksamkeit und Verhältnismäßigkeit sind natürlich Voraussetzungen für jede Maßnahme. Das versteht sich von selbst. Als weiteres Kriterium kommt nach meiner Meinung jedoch die Konsensfähigkeit hinzu. Beispielsweise hat sich der Vorschlag, die ganz alten Patienten einfach ersticken zu lassen, als nicht konsensfähig erwiesen.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1598372)
Meine Argumentation betrifft weniger das Thema Merheit oder Minderheit. Mir geht es darum, daß die Diskussion, die Argumente für verschiedene Standpunkte eben unabhängig von medialen Mehrheiten oder Minderheiten stetig weitergehen müssen, weil nur dann ein immer besserer Weg möglich ist. Argumente sind gut oder schlecht, unabhängig davon, ob eine Mehrheit oder Minderheit dahinter steht, ob Nazis oder Grüne dahinter stehen, es darf nur um die Inhalte gehen.

Ich stimme Dir zu, bis auf den letzten Satz.

Die Diskussion über den richtigen Weg wird jedoch bereits sehr intensiv geführt. In allen Medien geht es seit über einem Jahr um kaum etwas anderes. Minderheiten aller Couleur sind in dieser Debatte vertreten.

Dein letzter Satz ist aus meiner Sicht falsch. Beispiel: In manchen Ländern plädieren die Grünen für den Ausbau der Atomenergie. Dabei geht es ihnen um den Klimaschutz. Es ist nicht dasselbe, wenn ein antisemitischer, nationalistischer Politiker im Iran, der zudem den Geburtstag von Adolf Hilter zum Feiertag erklären möchte, den gleichen Vorschlag macht.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1598372)
Nein, bessere Argumente, Evidenz, Plausibilität sind die wichtigen Voraussetzungen, Konsens in allen Punkten ist eine Illusion, man kann nur mit mehr oder weniger Druck unangenehme oder unplausible Ideen unterdrücken; auch kann durch mediale Beeinflussung ein Konsens für schädliche Ideen zustande kommen. Aber jegliche grundsätzliche Zweifel an aktuellen "Mehrheitsmeinungen" gleich in den Topf mit Hildmann, AfD oder Nazis rücken ist nicht das, was ich unter einer demokratischen Kultur in diesem Land gelernt habe.

Das halte ich für eine weit übertriebene Darstellung. Wer "jegliche grundsätzliche Zweifel an aktuellen Mehrheitsmeinungen" äußert, würde in die Nähe von Nazis gerückt? Abweichende Meinungen würden mit mehr oder weniger Druck unterdrückt? Das scheint mir nicht den Tatsachen zu entsprechen. Ich respektiere Deinen Appell für eine rein sachliche, faktenbasierte Debatte. Die oben zitierte Formulierung ist Dir aber missraten, finde ich.

Deine Kritik an den aktuellen Maßnahmen mit Hinweis auf behinderte Menschen kann ich hingegen 100% nachvollziehen.

deralexxx 24.04.2021 11:12

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1598442)
Das halte ich für eine weit übertriebene Darstellung. Wer "jegliche grundsätzliche Zweifel an aktuellen Mehrheitsmeinungen" äußert, würde in die Nähe von Nazis gerückt? Abweichende Meinungen würden mit mehr oder weniger Druck unterdrückt? Das scheint mir nicht den Tatsachen zu entsprechen. Ich respektiere Deinen Appell für eine rein sachliche, faktenbasierte Debatte. Die oben zitierte Formulierung ist Dir aber missraten, finde ich.

Drosten und Lauterbach sind doch hierbei perfekte Beispiele, sie kritisieren die aktuellen Maßnahmen und mir wäre nicht bekannt, dass die in die rechte Ecke gestellt werden würden.

Klugschnacker 24.04.2021 11:18

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1598402)
Mir geht's gar nicht um die unterschiedlichen Wege die man einschlagen kann, sondern darum, dass man den gewählten reflektiert und die aktuellen Maßnahmen begründet und welches Ziel man damit genau verfolgt und warum man nicht einen anderen gewählt hat.

So unterschiedlich sind die Wahrnehmungen. Ich habe persönlich das Gefühl, dass ich die Antworten auf diese Fragen mittlerweile auswendig singen kann.

- kritische Reflexion der bisherigen Maßnahmen
- Begründung der aktuellen Maßnahmen
- Festlegung der Ziele (Inzidenzen, Intensivbetten etc.)
- Auseinandersetzung mit alternativen Wegen (Schweden, Tübingen etc.)

Allein bei Markus Lanz haben Vertreter verschiedener Anschauungen diese Fragen rauf und runter besprochen. In diesem Thread sprechen wir seit fast 3000 Seiten darüber. Wo siehst Du da einen Mangel an Reflexion und Begründungen? Allein über Karl Lauterbach kursiert der Witz, er sei häufiger bei Markus Lanz aufgetreten als Markus Lanz. Dazu kommen noch jede Menge anderer Experten und Kontrahenten.

Wie soll das Deiner Meinung nach noch entscheidend gesteigert werden?

iaux 24.04.2021 11:33

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1598450)
So unterschiedlich sind die Wahrnehmungen. Ich habe persönlich das Gefühl, dass ich die Antworten auf diese Fragen mittlerweile auswendig singen kann.

- kritische Reflexion der bisherigen Maßnahmen
- Begründung der aktuellen Maßnahmen
- Festlegung der Ziele (Inzidenzen, Intensivbetten etc.)
- Auseinandersetzung mit alternativen Wegen (Schweden, Tübingen etc.)

Allein bei Markus Lanz haben Vertreter verschiedener Anschauungen diese Fragen rauf und runter besprochen. In diesem Thread sprechen wir seit fast 3000 Seiten darüber. Wo siehst Du da einen Mangel an Reflexion und Begründungen? Allein über Karl Lauterbach kursiert der Witz, er sei häufiger bei Markus Lanz aufgetreten als Markus Lanz. Dazu kommen noch jede Menge anderer Experten und Kontrahenten.

Wie soll das Deiner Meinung nach noch entscheidend gesteigert werden?

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1598391)
Das Kommunikationversagen empfinde ich als mindestens genauso schlimm wie die Coronapolitik. Oder ich hab's verpasst, dass jemand in Regierungsverantwortung die eingeschlagene Strategie erläutert hat und dann auch Fehler zugegeben hat?
An Spahns 'Wir würden die Gastronomie nicht mehr schließen mit dem Wissen von heute' und Merkels Aussage vom Herbst 'Wir haben noch 2-3 harte Monate vor uns' hab ich noch im Kopf.
Das trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass man sich unweigerlich denkt: ja, macht ihr nur mal.

Ist mir anscheinend entgangen, dass auch Lanz und Lauterbauch mittlerweile der Bundesregierung angehören.

deralexxx 24.04.2021 11:44

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1598453)
Das Kommunikationversagen empfinde ich als mindestens genauso schlimm wie die Coronapolitik. Oder ich hab's verpasst, dass jemand in Regierungsverantwortung die eingeschlagene Strategie erläutert hat und dann auch Fehler zugegeben hat?

https://www.bundestag.de/dokumente/p...undesregierung

Dazu noch
Aktuelle Stunde: Öffnungsperspektiven durch Teststrategie

Beratung: (19/ 214), Seite 26930D bis 26943D
Vorgangsablauf im Dokumentations- und Informationssystem

http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/...14.pdf#P.26930

Dazu noch:
https://www.bundesregierung.de/breg-de
Da spricht auf der ersten Seite Angela Merkel, die erklärt wie die aktuelle Situation ist, warum die Notbremse aus ihrer Sicht nötig ist.

Wieviel mehr Erläuterung brauchst du?

iaux 24.04.2021 12:03

Zitat:

Zitat von deralexxx (Beitrag 1598461)
https://www.bundestag.de/dokumente/p...undesregierung

Dazu noch
Aktuelle Stunde: Öffnungsperspektiven durch Teststrategie

Beratung: (19/ 214), Seite 26930D bis 26943D
Vorgangsablauf im Dokumentations- und Informationssystem

http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/...14.pdf#P.26930

Dazu noch:
https://www.bundesregierung.de/breg-de
Da spricht auf der ersten Seite Angela Merkel, die erklärt wie die aktuelle Situation ist, warum die Notbremse aus ihrer Sicht nötig ist.

Wieviel mehr Erläuterung brauchst du?

Die Kanzler ist also 'überzeugt, dass die Maßnahme richtig ist. Und Sie hört 'Hilferufe' aus dem medizinischen Bereich. Alternativen - gibt es nicht.:Lachanfall:
Und damit will Sie die Welle brechen... die Maßnahmen gelten in Bayern schon in viel schärferer Form und deutlich länger und geholfen hat es nicht.

Und dass es kein Land geschafft hat die 3.Welle zu brechen ohne Ausgangssperren is so ja nicht ganz richtig... U.S.A. jetzt kann man diskutieren, ob man diesen Weg gehen will... aber die Aussage stimmt so einfach nicht.


Protokolle und Parlaments*materialien... Genau das meine ich mit fehlender Kommunikation. ;)

sabine-g 24.04.2021 12:04

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1598466)
Die Kanzler ist also 'überzeugt,

Laschet ist noch kein Kanzler

deralexxx 24.04.2021 12:18

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1598466)
Die Kanzler ist also 'überzeugt, dass die Maßnahme richtig ist. Und Sie hört 'Hilferufe' aus dem medizinischen Bereich. Alternativen - gibt es nicht.:Lachanfall:
Und damit will Sie die Welle brechen... die Maßnahmen gelten in Bayern schon in viel schärferer Form und deutlich länger und geholfen hat es nicht.

Und dass es kein Land geschafft hat die 3.Welle zu brechen ohne Ausgangssperren is so ja nicht ganz richtig... U.S.A. jetzt kann man diskutieren, ob man diesen Weg gehen will... aber die Aussage stimmt so einfach nicht.


Protokolle und Parlaments*materialien... Genau das meine ich mit fehlender Kommunikation. ;)

Naja was du gerne hättest ist eben die Quadradur des Kreises. Du willst, dass jemand mit Regierungsverantwortung die Strategie erläutert, die Kanzlerin scheint dir da nicht genug.

Was willst du denn statt Protokolle und Parlamentsmaterial? Mehr direkte Kommunikation als dort wo die Debatten stattfinden geht nicht. Mit Verwertung, Interpretation und Aufarbeitung von dieser Primärkommunikation werden wir doch nun in Deutschland und weltweit die letzten 12 Monate dauerbeschallt. Wenn dir das nicht genug ist?!? Man muss ja auch mal realistisch sein, die Regierung hat nicht die Zeit, sich an jeden Esstisch zu setzen und Hans und Hänschen 2 Stunden lang zu erklären, wie wo warum.

Pascal 24.04.2021 12:36

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1598466)
Und damit will Sie die Welle brechen... die Maßnahmen gelten in Bayern schon in viel schärferer Form und deutlich länger und geholfen hat es nicht.

#gaehn
Solche Aussagen sind so alt wie die Pandemie und sind und bleiben auch solange kurzsichtig und falsch, denn stets wird dabei vergessen, was gewesen wäre wenn es diese Maßnahmen überhaupt nicht gegeben hätte. Das wäre in Theorie die Kontrollgruppe.

Schlafschaf 24.04.2021 12:44

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1598442)
Oder wenn Dir bei einer schweren Krankheit eine äußerst riskante Behandlung vorgeschlagen wird – vom Hausmeister der Uniklinik. Die Fachärzte raten Dir hingegen mehrheitlich davon ab. Du kannst mir doch nicht erzählen, dass Du dann nur das Argument bewertest, nicht aber die Expertise der Personen insgesamt?

Super Vergleich! Das muss ich mir merken!


Zitat:

Zitat von Pascal (Beitrag 1598485)
#gaehn
Solche Aussagen sind so alt wie die Pandemie und sind und bleiben auch solange kurzsichtig und falsch, denn stets wird dabei vergessen, was gewesen wäre wenn es diese Maßnahmen überhaupt nicht gegeben hätte. Das wäre in Theorie die Kontrollgruppe.

Wenn es die Maßnahmen in Bayern gab und im Rest von Deutschland nicht, dann war doch theoretisch jedes andere Bundesland Kontrollgruppe. :Gruebeln:

Adept 24.04.2021 13:52

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1598419)
Ich dachte du bist gegen staatliche Machtausübung und Diktatur?

Bin ich auch. Aber am Anfang hätte man einen kurzen Komplett-Lockdown noch durch gekriegt. Jetzt kannst du es vergessen.

Vielleicht ist aber eine Kultur, die mehr staatliche Macht akzeptiert, bei solchen Pandemien einfach effektiver. Nur so sind wir nicht aufgewachsen und wollen auch so nicht leben, wie man sieht.

Schwarzfahrer 24.04.2021 14:30

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1598442)
Du Leute werden doch gehört. Sogar der Trainer des FC Bayern gibt vor einem Millionenpublikum seinen Senf zu Experten wie Karl Lauterbach ab, ohne rot zu werden.

Etwas sagen zu können, und gehört zu werden, sind zwei Paar Stiefel. Allein Dein Zusatz, "ohne rot zu werden" suggeriert, daß schon die Äußerung für Dich nicht in Ordnung ist.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1598442)
Wie stellst Du Dir das vor, soll der Bundestag zusammenkommen und abstimmen über die Ansichten von Karl Lauterbach, der WHO und Hansi Flick?

Diese überpolarisierte Darstellung ist genau das, was ich an der Debatte unmöglich finde. Als ob es nur die kompetente Meinung von Lauterbach und WHO gegen absolute Laien gäbe. Tatsächlich geht es darum, daß die echten Alternativen zu Lauterbach & Co unter den pragmatischen Fachleuten wie Schrappe, Ioannidis oder auch Palmer zu suchen sind; daß diese Alternativen auch u.U. ein Laie wie Flick gut findet, diskreditiert sie nicht. Und ja, der Bundestag und die Regierung müßten diese Abwägung nachvollziehbar durchführen - davon war bisher kaum was zu sehen.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1598442)
Oder wenn Dir bei einer schweren Krankheit eine äußerst riskante Behandlung vorgeschlagen wird – vom Hausmeister der Uniklinik. Die Fachärzte raten Dir hingegen mehrheitlich davon ab. Du kannst mir doch nicht erzählen, dass Du dann nur das Argument bewertest, nicht aber die Expertise der Personen insgesamt? Das nehme ich Dir nicht ab. (No offense).

Mußt Du nicht. Ich gehe aber davon aus, daß jeder (auch ein Laie) Kenntnis von etwas sinnvollem haben kann. Wenn er also etwas sagt, überprüfe ich den Inhalt, und verwerfe es nicht, weil er nur Hausmeister ist (bei der Prüfung ist die Zahl der Fachleut egal, die Inhalt zählen). Ich verwerfe es vielleicht, wenn der Stil zu agressiv, propagandistisch oder unreflektiert ist, aber nicht wegen der "Laienhaftigkeit" der Person an sich, auch nicht, weil er evtl. zu einer unliebsamen Partei oder den Hells Angels gehört.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1598442)
Das tun wir im Wesentlichen auch so. Schweden und Deutschland setzen beide auf die gleichen Mittel, nämlich Abstand und Impfen. Die Unterschiede sind klein und vor allem der höheren Bevölkerungsdichte in und um Deutschland geschuldet.

Ich nehme Dir wiederum nicht ab, daß Du den Unterschied nicht erkennst: Aufklärung und Empfehlung gegen Zwangsmaßnahmen und polizeilich durchgesetzte Einschränkungen weit über das hinaus, was Schweden je hatte; wer darin einen kleinen Unterschied sieht, braucht wohl eine Brille. Und 80 % der Schweden lebt unter ähnlicher Bevölkerungsdichte um Stockholm, Göteborg und Malmö, wie die deutschen Ballungsgebiete.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1598442)
Wirksamkeit und Verhältnismäßigkeit sind natürlich Voraussetzungen für jede Maßnahme. Das versteht sich von selbst. Als weiteres Kriterium kommt nach meiner Meinung jedoch die Konsensfähigkeit hinzu. Beispielsweise hat sich der Vorschlag, die ganz alten Patienten einfach ersticken zu lassen, als nicht konsensfähig erwiesen.

Weil es sich von selbst versteht wurde der Mann im Innenministerium, der dies angeregt hat, versetzt und abgemahnt. Logisch. Und vom Vorschlag, alte Patienten einfach ersticken zu lassen weiß ich nichts. Ich weiß nur, daß in Ungarn zur Zeit erkannt wird, daß dort die extrem hohe Sterblichkeit u.a. damit zu tun hat, daß dort undifferenziert (und aus ungarischer Sicht anders, als in den meisten europäischen Ländern) jeder hoffnungslose Fall an die Beatmungsgeräte kommt, so daß todgeweihte Ü85-Patienten die Intensivstationen (mit 95 % Sterblichkeit) verstopfen, so daß die Versorgung der jüngeren Patienten zu kurz kommt. Italien hat anfangs auch diesen Fehler gemacht. Und wir hatten zuletzt auch Spanien als Beispiel für unterschiedlichen Umgang mit schwerstkranken Patienten - Intensivstation ist eben nicht für jeden die humanste Option - das hat nichts mit "ersticken lassen" zu tun.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1598442)
Die Diskussion über den richtigen Weg wird jedoch bereits sehr intensiv geführt. In allen Medien geht es seit über einem Jahr um kaum etwas anderes. Minderheiten aller Couleur sind in dieser Debatte vertreten.

Und werden durch die Bank, wenn sie keine härtere Vorgehensweise fordern, sondern Verhältnismäßigkeit anmahnen, in die Nähe von Verschwörungstheoretikern, Covidioten, u.ä.m. gerückt.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1598442)
Dein letzter Satz ist aus meiner Sicht falsch. Beispiel: In manchen Ländern plädieren die Grünen für den Ausbau der Atomenergie. Dabei geht es ihnen um den Klimaschutz. Es ist nicht dasselbe, wenn ein antisemitischer, nationalistischer Politiker im Iran, der zudem den Geburtstag von Adolf Hilter zum Feiertag erklären möchte, den gleichen Vorschlag macht.

Wiederum sehe ich es anders. Die aussage, daß Atomkraftwerke dem Klimaschutz helfen können, ist richtig, völlig unabhängig von der Person (lassen wir mal die Details über zwingender Notwendigkeit hier weg). Wenn man dem Iran diesen Weg des Klimaschutzes nicht erlauben sollte, dann nur weil die Sicherung von Frieden wichtiger ist, als Klimaschutz. Aber die Aussage stimmt. Punkt.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1598442)
Das halte ich für eine weit übertriebene Darstellung. Wer "jegliche grundsätzliche Zweifel an aktuellen Mehrheitsmeinungen" äußert, würde in die Nähe von Nazis gerückt? Abweichende Meinungen würden mit mehr oder weniger Druck unterdrückt? Das scheint mir nicht den Tatsachen zu entsprechen. Ich respektiere Deinen Appell für eine rein sachliche, faktenbasierte Debatte. Die oben zitierte Formulierung ist Dir aber missraten, finde ich.

Bedauere, aber es entspricht meiner Beobachtung; es wird leider zunehmend akzeptabel, nach Berufsverbot oder Entlassungen zu rufen (und auch durchzuführen), nur weil jemand unliebsame Meinungen öffentlich vertritt (faszinierend, wenn man sich an die "weg mit den Berufsverboten"-Zeit erinnert). Der Druck ist nicht staatlich, aber medial und sozial zunehmend, und nicht harmloser, bloß weil es nicht vom Staat direkt ausgeht.
Offene Diskussion und Meinungsfreiheit sind nur etwas Wert, wenn sie nicht nach Idi Amin interpretiert werden: "There is freedom of speech, but I cannot guarantee freedom after speech."

Flow 24.04.2021 14:41

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1598487)
Super Vergleich! Das muss ich mir merken!

Der springende Punkt ist doch, inwiefern ich selbst die Möglichkeit / Fähigkeit habe, den Inhalt der Nachricht zu überprüfen / begreifen / einzuschätzen. Ist das gegeben, spielt der Überbringer keine Rolle. Ist es (in Teilen) nicht gegeben kommt bei der Annahme der Nachricht das Vertrauen gegenüber dem Überbringer ins Spiel.
Nachricheninhalte sowie Möglichkeiten und Fähigkeiten des Empfängers unterscheiden sich wie individuell eingeschätzte Vertrauenswürdigkeit des Überbringers.
Die Diskussion scheint mir müßig.

Grüße ... :Huhu:

Flow 24.04.2021 14:47

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1598493)
Bin ich auch. Aber am Anfang hätte man einen kurzen Komplett-Lockdown noch durch gekriegt. Jetzt kannst du es vergessen.

Wie sieht denn dein Anschlußkonzept aus nachdem man kurzfristig die heiligen Zahlen gedrückt hätte ?
Lückenlose "Kontaktnachverfolgung" durch Komplettüberwachung ?

Hafu 24.04.2021 14:50

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1598498)
...
Offene Diskussion und Meinungsfreiheit ..."[/url]

Destruktiver Zynismus ist IMHO keine "offene Diskussion", auch wenn es selbstverständlich von der Meinungsfreiheit und noch viel mehr von der Kunstfreiheit gedeckt ist.

Grundsätzlich haben gerade Bühnen-Künstler alles Recht der Welt, öffentlich ihren Unmut über eine in Teilen problematische Behandlung ihrer Branche durch die Politik zu beklagen. Aber es hängt eben stark davon ab, ob man diese Kritik in einem vernünftigen Rahmen präsentiert, so wie es zum Beispiel Sebastian Puffpaff in seiner Video-Kolumne sehr gut gelingt, ober ob man sich auf billiges Querdenker-Niveau hinabbegibt, wie es der Wendler vor einigen Wochen vorgemacht hat und wie es jetzt einige Schauspieler angefangen haben nachzumachen.

Sehr viele der Mitwirkenden in dem #allesdichtmachen"Video sind im übrigen von der Pandemie kaum stärker als wir alle hier im Forum betroffen, da es meist keine oder keine reinen Bühnenkünstler sind. Kino- und Fernseh-Filme und Tatort-Folgen werden ja mit Hygienekonzepten ganz normal weitergedreht und finanziell bedrohliche Situationen dürften bei den mitwirkenden Schauspielern nach einem Jahr Pandemie auch kaum bestehen.

Immerhin hat das Video bei allem Widerspruch ja auch ausrücklichen Zuspruch von prominenter Seite bekommen, nämlich von Kanzlerkandidat Laschet

Zitat:

Zitat von Laschet
...„Was ganz schlimm ist: Wenn jemand so was sagt, immer gleich sagen, das ist rechts. Von diesen 50 ist keiner AfD, ist keiner rechts.“

]

Gegen diese Aussage ist grundsätzlich nichts einzuwenden.

Allerdings hat derselbe Laschet sich vor einigen Monaten in scharfem Ton gegen eine (IMHO) gelungene Klima-Satire des NDR gewehrt, in dem ein Chor von Kindern das klimaschädliche Verhalten der Seniorengeneration ("Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad") aufs Korn genommen hat.

Zitat:

Zitat von Laschet
...Der WDR hat mit dem Lied „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“, das die Redaktion den Dortmunder Kinderchor singen ließ, Grenzen des Stil und des Respekts gegen über Älteren überschritten. Jung gegen Alt zu instrumentalisieren ist nicht akzeptabel.


Schwarzfahrer 24.04.2021 15:03

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1598502)
Destruktiver Zynismus ist IMHO keine "offene Diskussion", auch wenn es selbstverständlich von der Meinungsfreiheit und noch viel mehr von der Kunstfreiheit gedeckt ist.

Für den einen "Destruktiver Zynismus", für den anderen bittere Satire, die an die Realität grenzt, und die allgegenwärtigen absurden Übertreibungen aufs Korn nimmt (ich habe bisher nur ca. 10 davon angehört). Beides kein Grund, Berufsverbote oder öffentliche Entschuldigungen zu fordern oder zu liefern.
Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1598502)
Sehr viele der Mitwirkenden in dem #allesdichtmachen"Video sind im übrigen von der Pandemie kaum stärker als wir alle hier im Forum betroffen, da es meist keine oder keine reinen Bühnenkünstler sind.

Und? Wenn man sich nur um Mißstände kümmern darf, die einen selbst betreffen, dann müssten auch viele BLM oder FFF Demonstranten zu Hause bleiben. Abgesehen davon, daß sie vielleicht Geld verdienen, aber ihre Kunst mehr als unser aller Job vom menschlichen Kontakt und Interaktion lebt, die mit Maske und Abstand und Hygienekonzept zu 90 % kastriert und entkernt wird...
Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1598502)
Immerhin hat das Video bei allem Widerspruch ja auch ausrücklichen Zuspruch von prominenter Seite bekommen, nämlich von Kanzlerkandidat Laschet. ...
Allerdings hat derselbe Laschet sich vor einigen Monaten in scharfem Ton gegen eine (IMHO) gelungene Klima-Satire des NDR gewehrt, in dem ein Chor von Kindern das klimaschädliche Verhalten der Seniorengeneration ("Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad") aufs Korn genommen hat.

Beides zeigt mir, daß Laschet weniger "lasch" ist, als sein Name und die medialen Kampagnen gegen ihn zuletzt suggerierten, und m.M.n. eine gesunde Werteorientierung hat, die er nur gelegentlich dem Zeitgeist unterordnet, wenn es politisch opportun ist. Ich glaube nicht, daß ich ihn wählen würde, aber ich habe ihn in den letzten Monaten zunehmend zu achten gelernt. Deine Beispiele bestärken mich darin, und ich hoffe, daß er sich weiter behaupten kann.

Hafu 24.04.2021 15:28

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1598505)
... Beides kein Grund, Berufsverbote oder öffentliche Entschuldigungen zu fordern oder zu liefern.
...

Fordere ich auch nicht:Huhu:

Aber die Reaktionen im Web auf diese Video waren zu erwarten. Gerade die Twitterblase funktioniert nunmal so,

Heike Makatsch hat das einzig Richtige getan und sich (von wem auch immer beraten) schleunigst von der Kampagne distanziert und ihren Einspieler entfernen lassen. Jemand wie Liefers, der sich versucht zu rechtfertigen, wird dabei unweigerlich Schaden für seine Karriere davon tragen. Wenn ihm die transportierte Botschaft, die eigentlich niemand so richtig verstanden hat, das wert war, dann ist das eben so. Als Künstler und Medienkenner sollte er gewusst haben, auf was er sich einlässt.

Er erinnert mich da an den Geburtstags-Auftritt von Reinhold Beckmann beim in die rechte Ecke abgedrifteten Matthias Matussek. Beckmann hat seiner Karriere damit vor zwei Jahren einen empfindlichen Knick versetzt und ist niemehr richtig in die Gänge gekommen.

Adept 24.04.2021 16:07

Da sieht man mal, wie es um "Meinungsfreiheit" in Deutschland steht. :Huhu:

Ein grosser Teil der Schauspieler muss nur einen Tag später zurückrudern und das bestimmt nicht, weil sich innerhalb kürzester Zeit die Meinung geändert hat. Ich denke, der ausgeübte Druck über "Hass-Kommentaren bis hin zu Nazi-Vergleichen und sogar der Androhung von Job-Verbot!" ist dann wohl doch zu viel. Ex-Kommunikation kann schon sehr hart für einen Menschen sein.

Ueberspitzt wie bei Nawalny: Klar, kannst du uns deine Meinung öffentlich mitteilen...wenn du mit den Konsequenzen leben kannst. Das ist dann "Meinungsfreiheit"...

Adept 24.04.2021 16:10

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1598501)
Wie sieht denn dein Anschlußkonzept aus nachdem man kurzfristig die heiligen Zahlen gedrückt hätte ?
Lückenlose "Kontaktnachverfolgung" durch Komplettüberwachung ?

Ja, das ist ein guter Punkt, auch schon gedacht, ob es nicht kurze Zeit später nicht gleich wieder losgeht. Am Anfang wäre vielleicht noch die Chance gewesen, es kurz "auszuräuchern".

Vielleicht schaut man nochmal zu den asiatischen Ländern, wie sie das machen? Vielleicht sind aber unsere Verflechtungen mit anderen Ländern zu hoch in der EU und die Abstimmung so schwer, dass es einfach nicht geht. Muss man sich dann auch eingestehen.

El Niño 24.04.2021 16:17

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1598509)
Da sieht man mal, wie es um "Meinungsfreiheit" in Deutschland steht. :Huhu:

Ein grosser Teil der Schauspieler muss nur einen Tag später zurückrudern und das bestimmt nicht, weil sich innerhalb kürzester Zeit die Meinung geändert hat. Ich denke, der ausgeübte Druck über "Hass-Kommentaren bis hin zu Nazi-Vergleichen und sogar der Androhung von Job-Verbot!" ist dann wohl doch zu viel. Ex-Kommunikation kann schon sehr hart für einen Menschen sein.

Ueberspitzt wie bei Nawalny: Klar, kannst du uns deine Meinung öffentlich mitteilen...wenn du mit den Konsequenzen leben kannst.

Wo genau siehst du die Meinungsfreiheit in Deutschland eingeschränkt?
Oder meinst du vielleicht Widerspruchsfreiheit auf eine Meinung?

Meinungsfreiheit heißt nur, dass sie ihre Meinung äußern dürfen und das tun sie ja auch.
Meinungsfreiheit heißt nicht, dass die Schauspieler keinen Widerspruch und Kritik für ihre Aussagen bekommen dürfen.

Wenn ich der Meinung bin, dass die Aussagen der Schauspieler rechte Denkweisen bedienen, ist das Teil meiner Meinungsfreiheit.

Es ist faszinierend, wie viele Menschen in Deutschland über die Meinungsfreiheit wettern und MEINER MEINUNG aber nur keine Kritik hören wollen.

P.s In Russland hast du KEINE Meinungsfreiheit. Kritisiere Merkel oder Putin. Was passiert dann in Russland und was in Deutschland?:)

longo 24.04.2021 16:20

adept: "Ueberspitzt wie bei Nawalny: Klar, kannst du uns deine Meinung öffentlich mitteilen...wenn du mit den Konsequenzen leben kannst. Das ist dann "Meinungsfreiheit"..."

Wie bitte ?
Welcher Schauspieler wurde denn vergiftet, ins Gefängnis gesteckt, gefoltert, des Landes verwiesen?

Adept 24.04.2021 16:22

Zitat:

Zitat von El Niño (Beitrag 1598511)
Wo genau siehst du die Meinungsfreiheit in Deutschland eingeschränkt?
Oder meinst du vielleicht Widerspruchsfreiheit auf eine Meinung?

Meinungsfreiheit heißt nur, dass sie ihre Meinung äußern dürfen und das tun sie ja auch.
Meinungsfreiheit heißt nicht, dass die Schauspieler keinen Widerspruch und Kritik für ihre Aussagen bekommen dürfen.

Wenn ich der Meinung bin, dass die Aussagen der Schauspieler rechte Denkweisen bedienen, ist das Teil meiner Meinungsfreiheit.

Es ist faszinierend, wie viele Menschen in Deutschland über die Meinungsfreiheit wettern und MEINER MEINUNG aber nur keine Kritik hören wollen.

P.s In Russland hast du KEINE Meinungsfreiheit. Kritisiere Merkel oder Putin. Was passiert dann in Russland und was in Deutschland?:)

Naja, wenn ein Job-Verbot droht, ist das für mich ein unlauteres Druckmittel, das die Meinungsfreiheit einschränkt.

Man hört ja hier, dass es einige gibt, die ihre Freundesliste "aufgeräumt" haben abhängig davon, wie sie zu Corona stehen. Bei mir steht und fällt nicht ein Mensch, wie er zu Corona steht, denn der Mensch besteht aus noch mehr als nur dieser Meinung.

LidlRacer 24.04.2021 16:26

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1598509)
Da sieht man mal, wie es um "Meinungsfreiheit" in Deutschland steht. :Huhu:

Ein grosser Teil der Schauspieler muss nur einen Tag später zurückrudern und das bestimmt nicht, weil sich innerhalb kürzester Zeit die Meinung geändert hat. Ich denke, der ausgeübte Druck über "Hass-Kommentaren bis hin zu Nazi-Vergleichen und sogar der Androhung von Job-Verbot!" ist dann wohl doch zu viel. Ex-Kommunikation kann schon sehr hart für einen Menschen sein.

Ueberspitzt wie bei Nawalny: Klar, kannst du uns deine Meinung öffentlich mitteilen...wenn du mit den Konsequenzen leben kannst. Das ist dann "Meinungsfreiheit"...

Ich hatte bereits einen Artikel verlinkt, der zeigte, dass es bei vielen/einigen gar nicht (direkt) die eigene Meinung war sondern wohl von Tatortregisseur vorgefertigte Texte.
Das lässt natürlich offen, inwieweit sie damit übereinstimmten.

Liefers hat aber selbst getextet und sich auch früher schon häufig gegen Corona-Maßnahmen und für Öffnungen geäußert.
Das war nicht verwerflich und hatte bisher wohl wenig Echo. Neu ist (mir) aber sein Geraune über gleichgeschaltete Medien (nicht wörtlich, aber sinngemäß), was eindeutig dämlich und querdenkerisch ist.

PS:
"Job-Verbot" ist auch längst ausgeräumt.
Überschießende und zurückgeruderte Meinung eines einzelnen Rundfunkratmithlieds.

El Niño 24.04.2021 16:30

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1598513)
Naja, wenn ein Job-Verbot droht, ist das für mich ein unlauteres Druckmittel, das die Meinungsfreiheit einschränkt.

Man hört ja hier, dass es einige gibt, die ihre Freundesliste "aufgeräumt" haben abhängig davon, wie sie zu Corona stehen. Bei mir steht und fällt nicht ein Mensch, wie er zu Corona steht, denn der Mensch besteht aus noch mehr als nur dieser Meinung.

Wo genau droht ein Job-Verbot? Kannst du mir ein Beispiel geben?:Blumen:
Ich sehe am Beispiel Liefers, dass dieser, wie erwartet, jetzt in jede Talkshow geladen wird und in jeder Zeitung steht. Wo ist da die Meinungsfreiheit eingeschränkt?

Wenn bei dir die Meinung zu Corona kein Grund sein mag, muss das nicht heißen, dass das die anderen auch so machen sollten. Das ist deren gutes Recht, genauso wie deins, dass nicht gut zu finden auch selbst nicht zu tun. :Blumen:

Flow 24.04.2021 16:56

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1598510)
Ja, das ist ein guter Punkt, auch schon gedacht, ob es nicht kurze Zeit später nicht gleich wieder losgeht. Am Anfang wäre vielleicht noch die Chance gewesen, es kurz "auszuräuchern".

Den Punkt hatte ich vor gut einem Jahr schon angeführt, als Körbel "AUSGANGSSPERRE, AUSGANGSSPERRE, AUSGANGSSPERRE !!!" wetterte ... ;)

Meiner Meinung nach schraubt man damit womöglich den Status Quo wieder ein wenig zurück, steht danach aber nichtsdestoweniger vor derselben Problematik, solange keine ausreichende Immunität in der Bevölkerung besteht.

Da du nun auch in diese Richtung plädiertest, fragte ich nach deiner persönlichen Idee diesbezüglich.

Als Hauptargument diesen Weges nehme ich ansonsten, die "dann wieder mögliche" Kontaktnachverfolgung wahr.
Als Grundlage für solch eine scheint mir eine sehr strikte Überwachung jedes einzelnen Menschen im öffentlichen wie privaten Raum unumgänglich.

El Niño 24.04.2021 17:02

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1598518)
Den Punkt hatte ich vor gut einem Jahr schon angeführt, als Körbel "AUSGANGSSPERRE, AUSGANGSSPERRE, AUSGANGSSPERRE !!!" wetterte ... ;)

Meiner Meinung nach schraubt man damit womöglich den Status Quo wieder ein wenig zurück, steht danach aber nichtsdestoweniger vor derselben Problematik, solange keine ausreichende Immunität in der Bevölkerung besteht.

Da du nun auch in diese Richtung plädiertest, fragte ich nach deiner persönlichen Idee diesbezüglich.

Als Hauptargument diesen Weges nehme ich ansonsten, die "dann wieder mögliche" Kontaktnachverfolgung wahr.
Als Grundlage für solch eine scheint mir eine sehr strikte Überwachung jedes einzelnen Menschen im öffentlichen wie privaten Raum unumgänglich.

Möglichkeiten sind die Schnelltests und Modellprojekte, die bei niedriger Inzidenz sehr gut funktionieren könnten.
Oder Einchecken in Events mit QR-Code der Corona-App.
Oder ein Blick nach Portugal, Norwegen und Finnland und schauen, welche Möglichkeiten wir übernehmen könnten.

Flow 24.04.2021 17:15

Zitat:

Zitat von El Niño (Beitrag 1598519)
Möglichkeiten sind die Schnelltests und Modellprojekte, die bei niedriger Inzidenz sehr gut funktionieren könnten.

Schnelltests funktionieren meiner Meinung nach erstmal unabhängig von der Inzidenz.
(Umgekehrt steigt dafür womöglich die "erkannte" Inzidenz durch massenhafte Schnelltestung ... ;) )

Daß ich in "massenweisem" "anonymem" Testen ein effektives Werkzeug sehe, erkärte ich ja schon vor einiger Zeit.

"Modellprojekte" ist an der Stelle erstmal etwas abstrakt, klingt aber auch gut ... ;)
Zitat:

Oder Einchecken in Events mit QR-Code der Corona-App.
Ok, Überwachung, wie gehabt. Funktioniert per se aber wohl auch unabhängig von der Inzidenz.
Zitat:

Oder ein Blick nach Portugal, Norwegen und Finnland und schauen, welche Möglichkeiten wir übernehmen könnten.
Ich möchte gerne mal wieder ans Meer fahren ... :)


Grüße ... :Huhu:

Adept 24.04.2021 17:44

Zitat:

Zitat von El Niño (Beitrag 1598515)
Wo genau droht ein Job-Verbot? Kannst du mir ein Beispiel geben?:Blumen:
Ich sehe am Beispiel Liefers, dass dieser, wie erwartet, jetzt in jede Talkshow geladen wird und in jeder Zeitung steht. Wo ist da die Meinungsfreiheit eingeschränkt?

Wenn bei dir die Meinung zu Corona kein Grund sein mag, muss das nicht heißen, dass das die anderen auch so machen sollten. Das ist deren gutes Recht, genauso wie deins, dass nicht gut zu finden auch selbst nicht zu tun. :Blumen:

Es ist völlig ok, Meinung auch zu kritisieren, aber sachlich und neutral. In dem Fall oben werden aber Menschen entwertet und massiv unter Druck gesetzt.

Ich akzeptiere sowohl Corona-Leugner als auch die Panikmacher mit Ruf zu härteren Massnahmen, ich bin halt nur nicht deren Meinung und das sage ich auch höflich. Dann unterhalte ich mich über andere Themen.

deralexxx 24.04.2021 18:32

Hier mal ein (etwas längerer) Beitrag zum Thema verzerrte Darstellung:

https://www.journalist.de/startseite...te-darstellung

Zitat:

Die Debatte um eine "False Balance" im Journalismus reißt nicht ab. Wie bei der Berichterstattung über den Klimawandel zeigt sich auch in der Corona-Pandemie: Unbelegte Behauptungen werden zu oft gleichberechtigt neben wissenschaftlichen Erkenntnissen abgebildet.Text: Michael Kraske Illustration: Francesco Ciccolella

...

"Was soll Priorität haben: Ausgewogenheit oder Wahrhaftigkeit? Derzeit ist in der Branche heftig umstritten, wie viel Raum jenen zusteht, die ihre Meinungen nicht auf empirische Belege stützen oder gar eindeutig falsch liegen."


Ich hätte es wohl nicht 50 % so gut beschreiben können in welchem Zwiespalt sich die Medienlandschaft befindet. Das zeigt sich ja auch schon in der Diskussion hier. Wieviel % der Diskussion sollten die Extrempositionen einnehmen, wieviel der Diskurs?

deralexxx 24.04.2021 18:37

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1598525)
Es ist völlig ok, Meinung auch zu kritisieren, aber sachlich und neutral. In dem Fall oben werden aber Menschen entwertet und massiv unter Druck gesetzt.

Ich akzeptiere sowohl Corona-Leugner als auch die Panikmacher mit Ruf zu härteren Massnahmen, ich bin halt nur nicht deren Meinung und das sage ich auch höflich. Dann unterhalte ich mich über andere Themen.

Das mag für dich und mich als kleines Licht passen, wer aber bewusst seine große Bühne als Schauspieler / Gruppe von Schauspielern nutzt und die Aufmerksamkeit bewusst in Kauf nimmt, darf doch hinterher nicht jammern oder Mitleid erwarten, wenn er einen Shitstorm abbekommt. All die Schauspieler sind Medienprofis die wissen wie das funktioniert.

Ich folge deiner Argumentation wenn Hans Müller sich unbedarft auf eine Querdenker Bühne stellt und das dann viral geht, da muss man die Kirche im Dorf lassen, aber bei Vollprofis?

Ich hab auch Freunde, die mir unverständliche Positionen bei Corona und oder Klima vertreten, da sprech ich das Thema einfach nicht an wenn wir uns sehen, und gut ist.

Flow 24.04.2021 18:41

Zitat:

Zitat von deralexxx (Beitrag 1598530)
Wieviel % der Diskussion sollten die Extrempositionen einnehmen, wieviel der Diskurs?

Darf man das so verstehen, daß du "Extrempositionen" nicht als Teil des Diskurses siehst, bzw. diese vom Diskurs ausschließen willst ?

Ferner, wie definiert sich eine "Extremposition", bzw wann wird eine "Position" zu einer "Extremposition", ohne vorhergehenden Diskurs darüber ?

Grüße ... :Huhu:

deralexxx 24.04.2021 18:54

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1598534)
Darf man das so verstehen, daß du "Extrempositionen" nicht als Teil des Diskurses siehst, bzw. diese vom Diskurs ausschließen willst ?

Ferner, wie definiert sich eine "Extremposition", bzw wann wird eine "Position" zu einer "Extremposition", ohne vorhergehenden Diskurs darüber ?

Grüße ... :Huhu:

Ich denke du weißt was ich meine ohne das ich mich jetzt im Klein klein der Begriffserklärung verliere oder? Wenn nicht, aus dem Kontext des Artikels den ich gepostet habe, sollte es klar sein, was ich meine.

:Huhu:

Hafu 24.04.2021 19:42

Zitat:

Zitat von El Niño (Beitrag 1598511)
Wo genau siehst du die Meinungsfreiheit in Deutschland eingeschränkt?
Oder meinst du vielleicht Widerspruchsfreiheit auf eine Meinung?

Meinungsfreiheit heißt nur, dass sie ihre Meinung äußern dürfen und das tun sie ja auch.
Meinungsfreiheit heißt nicht, dass die Schauspieler keinen Widerspruch und Kritik für ihre Aussagen bekommen dürfen.

Wenn ich der Meinung bin, dass die Aussagen der Schauspieler rechte Denkweisen bedienen, ist das Teil meiner Meinungsfreiheit.

Es ist faszinierend, wie viele Menschen in Deutschland über die Meinungsfreiheit wettern und MEINER MEINUNG aber nur keine Kritik hören wollen.

P.s In Russland hast du KEINE Meinungsfreiheit. Kritisiere Merkel oder Putin. Was passiert dann in Russland und was in Deutschland?:)

Sehr schön auf den Punkt gebracht.:Blumen:

tandem65 24.04.2021 19:43

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1598453)
Ist mir anscheinend entgangen, dass auch Lanz und Lauterbauch mittlerweile der Bundesregierung angehören.

Also hast Du Muttis Entschuldigung für die Osterruhe verpasst und daß noch für eine Maßnahme die eigentlich sinnvoll war aber eben durch Buhrufe des geschätzten Publikums in der Versenkung verschwand.:Huhu:

tandem65 24.04.2021 19:48

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1598498)
Etwas sagen zu können, und gehört zu werden, sind zwei Paar Stiefel. Allein Dein Zusatz, "ohne rot zu werden" suggeriert, daß schon die Äußerung für Dich nicht in Ordnung ist.

Also ich fand seine Äusserungen jetzt auch nicht sooo pralle.
Was ist jetzt ungehörig daran daß Klugschnacker die Äusserungen nicht gut fand?

keko# 24.04.2021 20:00

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1598402)
Mir geht's gar nicht um die unterschiedlichen Wege die man einschlagen kann, sondern darum, dass man den gewählten reflektiert und die aktuellen Maßnahmen begründet und welches Ziel man damit genau verfolgt und warum man nicht einen anderen gewählt hat.

Also mir ist der Weg und die Maßnahmen trotz meines fortgeschrittenen Alters und dem einfachen Lesen meiner Tageszeitung, gelegentlichem Nachrichtenschauen im Fernseh und Anklicken von ein paar Webseiten, eigentlich klar und das schon seit vielen Wochen und fühle mich hinreichend informiert. Es hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten im letzten Jahr quasi eingependelt, so finde ich.
:Blumen:

iaux 24.04.2021 20:27

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1598549)
Also mir ist der Weg und die Maßnahmen trotz meines fortgeschrittenen Alters und dem einfachen Lesen meiner Tageszeitung, gelegentlichem Nachrichtenschauen im Fernseh und Anklicken von ein paar Webseiten, eigentlich klar und das schon seit vielen Wochen und fühle mich hinreichend informiert. Es hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten im letzten Jahr quasi eingependelt, so finde ich.
:Blumen:

Das ersetzt für mich nicht die Erklärung der Politik durch die Regierung.
(Auf dein fortgeschrittenes Alter gehe ich jetzt nicht ein, der Witz könnte sonst fehlinterpretiert und nicht als solcher erkannt werden ;) )

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1598545)
Also hast Du Muttis Entschuldigung für die Osterruhe verpasst und daß noch für eine Maßnahme die eigentlich sinnvoll war aber eben durch Buhrufe des geschätzten Publikums in der Versenkung verschwand.:Huhu:

Erst findet Sie die Osterruhe absolut notwendig, aber nicht auf die Kürze umsetzbar. Dann wird mehrere Wochen später ein Gesetz verabschiedet und darin sich nicht der kleinste Verweis auf diese sinnvolle Maßnahme...

Mag sein, dass ich da ein Sender-Empfänger-Problem habe, vielleicht kommts bei mir einfach nicht an. :Blumen: Ich sehe nicht, dass die Regierung, oder deren Vertreter sich regelmäßig erklären und erfolgreich kommunizieren.:Blumen:

Hafu 24.04.2021 21:10

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1598556)
... Ich sehe nicht, dass die Regierung, oder deren Vertreter sich regelmäßig erklären und erfolgreich kommunizieren.:Blumen:

Lanz oder Tagesschau erkennst du ja als Informationsquelle nicht an, z.B. weil Lauterbach ja nur einer von vielen Beratern der Regierung ist und die tagessschau ja auch nur über die Regierung berichtet und eben nicht die Regierung ist.

www.bundeskanzlerin.de kann man aber möglicherweise als regierungsnahe Informationsquelle gelten lassen?

Der aktuellste direkt von der Homepage abspielbare Video-Podcast von Angela Merkel geht um nichts anderes als die Erklärung des aktuellen "Notbremse-Gesetzes (=infektionsschutzgesetz).

Flow 24.04.2021 23:33

Zitat:

Zitat von deralexxx (Beitrag 1598536)
Ich denke du weißt was ich meine ohne das ich mich jetzt im Klein klein der Begriffserklärung verliere oder? Wenn nicht, aus dem Kontext des Artikels den ich gepostet habe, sollte es klar sein, was ich meine.

:Huhu:

Deine Antwort hätte mich zwar interessiert, so wichtig ist es aber auch wieder nicht ...

Harmlose Grüße auch ans Murmeltier ... :Huhu:


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