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Klugschnacker 12.04.2021 08:24

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1595644)
Sowohl die Golfplätze als auch die Eisdielen habe ich noch nie in den 17 Jahren, die wir hier wohnen derartig voll/ frequentiert erlebt wie heute [… ]Die Menschen tragen im engen Gespräch keine Masken, es gibt von außen betrachtet nicht den geringsten Anschein, dass sich die Bevölkerung noch um Infektionsvermeidung bemüht.

Ich nehme das zweigeteilt wahr:

Ich stand am Samstag eine Weile vor einem Supermarkt in der Fußgängerzone von Freiburg. Im Laden tragen 100% der Kunden eine Maske. Auf den Straßen der Fußgängerzone sind es geschätzte 95%. Die 5% ohne Maske waren überwiegend junge Menschen, darunter, dem Anschein nach, überproportional viele Menschen mit Migrationshintergrund. In der Innenstadt von Freiburg gilt Maskenpflicht. Insgesamt wird dieser Anordnung also gut Folge geleistet.

Es gibt Hotspots im Freien, wo junge Menschen tagsüber, vor allem aber abends, beisammen sitzen. Dort türmen sich anderntags wahre Müllberge an Pizzaschachteln, Bierflaschen und Cocktailgläsern aus Plastik. Allein am Gärtnerplatz in München sitzen hunderte Menschen, eine Maske trägt dort niemand. Kneipenbesitzer verkaufen legal durch’s Fenster Unmengen Aperol Spritz; an allen Mülleimern der umliegenden Straßen stapeln sich die transparenten Cocktail-Plastikbecher, ergänzt um jede Menge Bierflaschen, McDonalds-Tüten und Pizzaschachteln. Abends wird in die nahegelegenen Hauseingänge und Lüftungsschächte (!) uriniert und defäkiert. Biergärten, wo das in geordneten Bahnen liefe, haben währenddessen geschlossen.

Ich bin unentschieden, wie ich das insgesamt bewerten soll. Die Frage ist für mich, ob diese Hotspots im Vergleich zum Büroalltag, wo Homeoffice nach wie vor die Ausnahme darstellt, eine große Rolle spielen. Alles, was sich draußen an der frischen Luft abspielt, kann man auch positiv im Sinne eines kleineren Übels sehen.

merz 12.04.2021 08:27

Mach ich jetzt irgendwie einen Denkfehler:

- Irgendwie Lockern ist bei steigenden Zahlen ausgeschlossen.
- Man kann jetzt - bei steigenden Zahlen - einfach so weiter machen, dass wird dann aber wahrscheinlich noch lange so weitergehen und kann richtig schmerzhaft werden.
- Man macht jetzt mal für 3-4 Wochen resolute neue Maßnahmen, in der Hoffnung (garantieren kann das keiner) diesen Dauerzustand zu beenden.

Na, kann man sich aussuchen.... ich habe da eine Tendenz.


m.

keko# 12.04.2021 08:30

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1595712)
...

Und viele, die nach Eigenwahrnehmung "1a" durchkommen, finden Verschärfungen gut, weil nicht sie selbst in Kurzarbeit gehen, nicht ihr Betrieb an den Staatstropf hängen oder aufgeben müssen, nicht ihre Kinder depressiv werden - und dann kann und darf es ja für andere auch kein Problem sein. Denen fällt es sicher leichter, nach Verschärfung zu rufen, als denen, die dadurch schwerer getroffen werden.....

Wäre ja leicht herauszufinden, indem man in etwa fragt:

Sind sie 1a durchgekommen ja/nein
oder auch
Sind sie von Kurzarbeit betroffen ja/nein
und dann
Sind sie für Verschärfungen ja/nein

Schwarzfahrer 12.04.2021 08:30

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1595711)
Update: einmal Google, erster Treffer, Who März 2020,im Bezug auf medizinische Kontexte:

https://www.who.int/news-room/commen...ecommendations

Hat jemand dazu auch etwas Neueres? Was hier drinsteht, belegt erst mal nur, daß symptomatische Covid-Patienten in speziellen Behandlunssituationen ein Infektionsrisiko über Aerosole darstellen. Die daraus resultierenden Schutzmaßnahmen sind in infektiologischen Abteilungen der Krankenhäuser schon immer selbstverständlich.
Zitat:

In the context of COVID-19, airborne transmission may be possible in specific circumstances and settings in which procedures or support treatments that generate aerosols are performed; i.e., endotracheal intubation, bronchoscopy, open suctioning, administration of nebulized treatment, manual ventilation before intubation, turning the patient to the prone position, disconnecting the patient from the ventilator, non-invasive positive-pressure ventilation, tracheostomy, and cardiopulmonary resuscitation.
Zur Aerosol-Übertragung von asymptomatischen Infizierten in Alltagsumgebungen (zu 99 % ohne Husten, Niesen, ...) steht da gar nichts. Nur der allgemeine Hinweis, daß Virennachweis in der Luft noch lange keine Infektionsgefahr darstellen muß, und weitere Untersuchungen erforderlich sind, um es zu verstehen:
Zitat:

It is important to note that the detection of RNA in environmental samples based on PCR-based assays is not indicative of viable virus that could be transmissible. Further studies are needed to determine whether it is possible to detect COVID-19 virus in air samples from patient rooms where no procedures or support treatments that generate aerosols are ongoing. As evidence emerges, it is important to know whether viable virus is found and what role it may play in transmission.

Klugschnacker 12.04.2021 08:32

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1595712)
Und viele, die nach Eigenwahrnehmung "1a" durchkommen, finden Verschärfungen gut, weil nicht sie selbst in Kurzarbeit gehen, nicht ihr Betrieb an den Staatstropf hängen oder aufgeben müssen, nicht ihre Kinder depressiv werden - und dann kann und darf es ja für andere auch kein Problem sein. Denen fällt es sicher leichter, nach Verschärfung zu rufen, als denen, die dadurch schwerer getroffen werden.

Viele sind von den Folgen der Pandemie direkt oder indirekt betroffen und wünschen sich genau deshalb eine Verschärfung der Maßnahmen.

:Blumen:

qbz 12.04.2021 08:32

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1595706)
Die Grünen werden dafür stimmen.

Okay, interessant. Die grüne Bundestagsfraktion hält die Hand des Bräutigams / der Braut kurz vor der geplanten Hochzeit.

Unter meinem Bekanntenkreis befinden sich, nicht überraschend, etliche grüne Wähler. Die sehen die Änderung kritisch bis ablehnend und ich bekam Mails mit Inhalten wie: "Ich bin entsetzt und hoffe, dass Merkel damit nicht durchkommt. Besonders dämlich finde ich diesen on/off Automatismus bei einer Inzidenz von 100. " D.h. sie wählen und bleiben vielleicht bei Grün, weil sie Verantwortung persönlich bei Merkel verorten, trotz der grünfraktionellen Zustimmung.

Und ein Link auf den Artikel des Exvorsitzenden des Deutschen Richterbundes (Richter) in der Berliner Zeitung wurde mir von Kritikerseite auch geschickt:
richter-zu-infektionsschutzgesetz-nichtachtung-der-justiz-und-dauerlockdown-li

Meine favorisierte Pandemie-Strategie, die No-Covid, steht so oder so nicht zur Debatte, weder im Gesetz noch bei den Ministerpräsidenten, von daher ist mir das relativ egal, wo und wer die falschen gesetzlichen Entscheidungen trifft.

(Und als Hundebesitzer trifft mich eine Ausgangssperre persönlich wenig. Bürgersteige frei für Hunde. ;) ).

crazy 12.04.2021 08:42

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1595721)
Hat jemand dazu auch etwas Neueres? Was hier drinsteht, belegt erst mal nur, daß symptomatische Covid-Patienten in speziellen Behandlunssituationen ein Infektionsrisiko über Aerosole darstellen. Die daraus resultierenden Schutzmaßnahmen sind in infektiologischen Abteilungen der Krankenhäuser schon immer selbstverständlich.

Zur Aerosol-Übertragung von asymptomatischen Infizierten in Alltagsumgebungen (zu 99 % ohne Husten, Niesen, ...) steht da gar nichts. Nur der allgemeine Hinweis, daß Virennachweis in der Luft noch lange keine Infektionsgefahr darstellen muß, und weitere Untersuchungen erforderlich sind, um es zu verstehen:

Hier, von Elsevier, zusammenfassender Review von 2021:

https://www.sciencedirect.com/scienc...95670121000074

Zitat:

Zitat von Der Abstract der Studie
The coronavirus disease 2019 (COVID-19) pandemic has caused untold disruption throughout the world. Understanding the mechanisms for transmission of severe acute respiratory syndrome coronavirus-2 (SARS-CoV-2) is key to preventing further spread, but there is confusion over the meaning of ‘airborne’ whenever transmission is discussed. Scientific ambivalence originates from evidence published many years ago which has generated mythological beliefs that obscure current thinking. This article collates and explores some of the most commonly held dogmas on airborne transmission in order to stimulate revision of the science in the light of current evidence. Six ‘myths’ are presented, explained and ultimately refuted on the basis of recently published papers and expert opinion from previous work related to similar viruses. There is little doubt that SARS-CoV-2 is transmitted via a range of airborne particle sizes subject to all the usual ventilation parameters and human behaviour. Experts from specialties encompassing aerosol studies, ventilation, engineering, physics, virology and clinical medicine have joined together to produce this review to consolidate the evidence for airborne transmission mechanisms, and offer justification for modern strategies for prevention and control of COVID-19 in health care and the community.

Zitat:

Zitat von Übersetzung von DeepL
Die Pandemie der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) hat auf der ganzen Welt unsägliches Unheil angerichtet. Das Verständnis der Mechanismen für die Übertragung des schweren akuten respiratorischen Syndroms Coronavirus-2 (SARS-CoV-2) ist der Schlüssel zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung, aber es herrscht Verwirrung über die Bedeutung von "Luftübertragung", wann immer von Übertragung die Rede ist. Die wissenschaftliche Ambivalenz hat ihren Ursprung in Beweisen, die vor vielen Jahren veröffentlicht wurden und die zu mythologischen Vorstellungen geführt haben, die das aktuelle Denken vernebeln. In diesem Artikel werden einige der am weitesten verbreiteten Dogmen über die Übertragung durch die Luft zusammengetragen und untersucht, um eine Revision der Wissenschaft im Lichte der aktuellen Erkenntnisse anzuregen. Sechs "Mythen" werden vorgestellt, erklärt und schließlich auf der Grundlage von kürzlich veröffentlichten Arbeiten und Expertenmeinungen aus früheren Arbeiten zu ähnlichen Viren widerlegt.
Es besteht wenig Zweifel daran, dass SARS-CoV-2 über eine Reihe von luftgetragenen Partikelgrößen übertragen wird, abhängig von allen üblichen Lüftungsparametern und menschlichem Verhalten. Experten aus den Bereichen Aerosolstudien, Belüftung, Ingenieurwesen, Physik, Virologie und klinische Medizin haben sich zusammengetan, um diese Übersichtsarbeit zu erstellen, um die Beweise für luftgetragene Übertragungsmechanismen zu konsolidieren und eine Begründung für moderne Strategien zur Vorbeugung und Kontrolle von COVID-19 im Gesundheitswesen und in der Bevölkerung zu liefern.


Schwarzfahrer 12.04.2021 08:46

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1595716)
...Die 5% ohne Maske waren überwiegend junge Menschen, darunter, dem Anschein nach, überproportional viele Menschen mit Migrationshintergrund.

Das passt zu der (bisher sehr wenig diskutierten) Tatsache, daß je nach Schätzung 50- 90 % der Patienten auf Intensivstationen "Patienten mit Kommunikationsbarriere" sind. Wenn man diesen Zahlen nachgeht, kommt man evtl. auf ganz andere Hotspots, als Rodelhügel oder Golfplätze oder Demonstrationen...
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1595716)
Die Frage ist für mich, ob diese Hotspots im Vergleich zum Büroalltag, wo Homeoffice nach wie vor die Ausnahme darstellt, eine große Rolle spielen. Alles, was sich draußen an der frischen Luft abspielt, kann man auch positiv im Sinne eines kleineren Übels sehen.

Ganz wichtige Frage, die es wissenschaftlich zu klären gilt, bevor medial Freizeitaktivitäten im Freien als Feindbild hochstilisiert werden.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1595722)
Viele sind von den Folgen der Pandemie direkt oder indirekt betroffen und wünschen sich genau deshalb eine Verschärfung der Maßnahmen.

Natürlich gibt es diese auch - wäre kaum verständlich, wenn es diese nicht gäbe. Und keiner kann sich vom Bann der täglichen Zahlenmeldungen (und dem jeweils vermittelnden Unterton) entziehen; daher spiegelt jede Umfrage nur subjektive Meinungen, und kein Faktenwissen. Aber die Art der Fragestellung ist bei allen Umfragen das Entscheidende, womit man das Ergebnis steuern kann.

Klugschnacker 12.04.2021 08:55

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1595729)
Und keiner kann sich vom Bann der täglichen Zahlenmeldungen (und dem jeweils vermittelnden Unterton) entziehen; daher spiegelt jede Umfrage nur subjektive Meinungen, und kein Faktenwissen.

Verstehe ich nicht. Wie meinst Du das? Steigende Inzidenzen sind doch Fakten, oder nicht?

Stefan 12.04.2021 09:05

Zu den Ansteckungen draussen ist mir gerade beim Besuch der Homepage meines Mailproviders nachfolgende Meldung aufgefallen:

https://www.gmx.ch/magazine/news/cor...ahmen-35710478

"......Wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen, müssen wir die Menschen sensibilisieren, dass DRINNEN die Gefahr lauert

In Innenräumen finde auch dann eine Ansteckung statt, wenn man sich nicht direkt mit jemandem trifft, sich aber ein Infektiöser vorher in einem schlecht belüfteten Raum aufgehalten hat, warnen sie. Debatten über das Flanieren auf Flusspromenaden, den Aufenthalt in Biergärten, das Joggen oder Radfahren seien hingegen kontraproduktiv.......

Ausgangsbeschränkungen......Die heimlichen Treffen in Innenräumen werden damit nicht verhindert, sondern lediglich die Motivation erhöht, sich den staatlichen Anordnungen noch mehr zu entziehen"

Schwarzfahrer 12.04.2021 09:08

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1595730)
Verstehe ich nicht. Wie meinst Du das? Steigende Inzidenzen sind doch Fakten, oder nicht?

Die Inzidenzen sind Fakten, ihre Bewertung (ob das "viel" oder "normal" ist, ob es "kritisch" ist oder "irrelevant") aber ist eine Meinung. Das gilt übrigens für viele andere "Nachrichten-Fakten" auch, die gerne mit einer Bewertung präsentiert werden, was ihre Wirkung in der Bevölkerung maßgeblich beeinflusst. Ich kann meinem Sohn entweder sagen: "hier hast Du ein großes Stück Pizza", oder "leider gab es nur dieses kleine Stück" - er wird sicher je nach meinem Satz nachher wegen Hunger klagen, oder einfach zufrieden sein, obwohl er in beiden Fällen das gleiche Stück bekommt.

Hafu 12.04.2021 09:13

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1595716)
Ich nehme das zweigeteilt wahr:

...
Ich bin unentschieden, wie ich das insgesamt bewerten soll. Die Frage ist für mich, ob diese Hotspots im Vergleich zum Büroalltag, wo Homeoffice nach wie vor die Ausnahme darstellt, eine große Rolle spielen. Alles, was sich draußen an der frischen Luft abspielt, kann man auch positiv im Sinne eines kleineren Übels sehen.

Ich habe das gestern ungefiltert geschrieben, so wie mir die Gedanken durch den Kopf schossen und erhebe selbstverständlich keinen Anspruch auf Empirie.

Draußen auf der Straße sieht man halt direkt das Verhalten eines begrenzten Anteils der Menschen. Diejenigen, die den Sonntag beim Spaziergang im Wald mit Haushaltsmitgliedern, auf dem Balkon oder im eigenen Garten verbringen, nimmt man in so einem Szenario nicht wahr.

Unser Landkreis ist wie schon erwähnt von einem starken Anstieg der Inzidenz auf zuletzt 225 betroffen und da macht man sich naturgemäß Gedanken. Die unzähligen Motorradfahrer gestern waren eigentlich nie alleine unterwegs und ich vermute, dass in den Gruppen nur im Ausnahmefall Haushaltsmitglieder mitfuhren. Dass dann in den Fahrpausen Abstände gehalten oder Masken getragen wurden, ist auch eher unrealistisch. Bei uns sieht man Masken generell nur bei sehr alten Leuten auf der Straße und ansonsten lediglich in Supermärkten.

Die meisten Übertragungen finden höchstwahrscheinlich weiter indoor statt (Büro -und Produktionsstandorte spielen da höchstwahrscheinlich eine relevante Rolle), aber wenn ich mal jemand draußen treffe und mich mit ihm unterhalte, achte ich selbst wesentlich mehr auf große Abstände als im Vorjahr im Bewusstsein der B1.1.7-Mutante, die uns über mehrere Wochen lang wirklich viele Probleme in der Klinik bereitet hatte, trotz erprobtem Hygienekonzept. Mittlerweile sind wir in unserer Fachklinik wieder infektfrei mit zweimal wöchentlichen (verpflichtenden) Reihentests des Personal sowie auch wöchentlichen Reihentests aller Patienten (zusätzlich zu den schon vorher angeordneten Eingangs-PCR-Tests). Man kann also auch die B1.1.7-Mutante in den Griff bekommen, aber der personelle und Test-Aufwand ist erheblich höher als beim Wildtypus.

Hafu 12.04.2021 09:17

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1595729)
Das passt zu der (bisher sehr wenig diskutierten) Tatsache, daß je nach Schätzung 50- 90 % der Patienten auf Intensivstationen "Patienten mit Kommunikationsbarriere" sind. ...

Das ist ein Mythos. Natürlich gibt es mehr Infekte bei sozial schwächeren, die in engeren Wohnungen leben und die einen Arbeitsplatz ausüben, bei dem man nicht auf Home-Office ausweichen kann (und in diesem Kollektiv gibt es naturgemäß mehr Menschen mit Migrationshintergrund) , aber die Zahl von 50-90% für Menschen mit Migrationshintergrund ist -selbst bei dem niedrigeren 50%-Wert-weit übertrieben.

Schwarzfahrer 12.04.2021 09:20

Zitat:

Zitat von crazy (Beitrag 1595727)
Hier, von Elsevier, zusammenfassender Review von 2021:

https://www.sciencedirect.com/scienc...95670121000074

Danke, das kenne ich, beantwortet aber nicht meine Fragen als Wissenschaftler. Was mir fehlt, sind eher konkrete Untersuchungen (keine Modellrechnungen!) zu folgenden Punkten:

- wie hoch ist die Viruslast (infektiöse, aktive Viren, kein RNA) in Aerosolen, die von asymptomatischen vs. symptomatischen Patienten ausgeatmet werden? (Also aktive Viren/Volumen ausgeatmeter Luft, ...)
- wie groß ist der Unterschied darin zwischen Reden, Schreien, Singen, Husten - quantitativ?
- welche Viruslast muß ich einatmen für ein relevantes Infektionsrisiko? (wie groß ist die Spanne, z.B. zwischen "immunstarken" und "immunschwächeren"? Unterschiede für verschiedene Viren, ...)

Ich frage mich, ob es solche Messungen gibt, (ob es überhaupt meßbar ist), und ob die schönen Modellrechnungen, wie viele sich in einem Raum infizieren, auf solche Meßdaten oder auf Annahmen basieren; im letzteren Fall: woher wurden die Annahmen abgeleitet?).

Schwarzfahrer 12.04.2021 09:26

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1595737)
Dass ist ein Mythos. Natürlich gibt es mehr Infekte bei sozial schwächeren, die in engeren Wohnungen leben und die einen Arbeitsplatz ausüben, bei dem man nicht auf Home-Office ausweichen kann, aber die Zahl von 50-90% für Menschen mit Migrationshintergrund ist -selbst bei dem niedrigeren 50%-Wert-weit übertrieben.

Das kannst Du belegen? Und wieso äußert Wieler dann diese Information, oder warum soll ich ihm andere Aussagen glauben, wenn diese so grundfalsch sein soll?

crazy 12.04.2021 09:40

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1595738)
- wie hoch ist die Viruslast (infektiöse, aktive Viren, kein RNA) in Aerosolen, die von asymptomatischen vs. symptomatischen Patienten ausgeatmet werden? (Also aktive Viren/Volumen ausgeatmeter Luft, ...)

https://thorax.bmj.com/content/76/1/61.abstract

Approximately one-fifth of the individuals without severe symptoms were asymptomatic, and their viral loads were comparable to those in symptomatic patients. A large proportion of mildly symptomatic patients with COVID-19 or asymptomatic individuals with SARS-CoV-2 showed persistent positive upper respiratory RT-PCR results at follow-up.

Ungefähr ein Fünftel der Personen ohne schwere Symptome waren asymptomatisch, und ihre Viruslasten waren mit denen der symptomatischen Patienten vergleichbar. Ein großer Anteil der leicht symptomatischen Patienten mit COVID-19 oder der asymptomatischen Personen mit SARS-CoV-2 zeigte bei der Nachuntersuchung anhaltend positive RT-PCR-Ergebnisse der oberen Atemwege.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1595738)
- wie groß ist der Unterschied darin zwischen Reden, Schreien, Singen, Husten - quantitativ?

https://journals.plos.org/plosone/ar...l.pone.0246819

In our data, the emission rates ranged from 16 P/s to 267 P/s for speaking, 141 P/s to 1240 P/s for singing, and 683 P/s to 4332 P/s for shouting.

In unseren Daten reichten die Emissionsraten von 16 P/s bis 267 P/s beim Sprechen, 141 P/s bis 1240 P/s beim Singen und 683 P/s bis 4332 P/s beim Schreien.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1595738)
- welche Viruslast muß ich einatmen für ein relevantes Infektionsrisiko? (wie groß ist die Spanne, z.B. zwischen "immunstarken" und "immunschwächeren"? Unterschiede für verschiedene Viren, ...)

(Preprint)

https://www.preprints.org/manuscript/202007.0613/v3

We propose the minimum infective dose of COVID-19 in humans, is higher than 100 particles, possibly slightly lower than the 700 particles estimated for H1N1 influenza. Despite variability in animal studies, there was some evidence that increased dose at exposure correlated with higher viral load clinically, and severer symptoms.

Wir schlagen vor, dass die minimale infektiöse Dosis von COVID-19 beim Menschen höher als 100 Partikel ist, möglicherweise etwas niedriger als die für die H1N1-Influenza geschätzten 700 Partikel. Trotz der Variabilität in Tierstudien gab es einige Hinweise darauf, dass eine höhere Dosis bei der Exposition mit einer höheren klinischen Viruslast und schwereren Symptomen korreliert.

(zu der Viruslast gibt's imho auch eine Studie mit Nerzen, die ich irgendwo als Zitat nutze, aber grad nicht wiederfinde)



Ich schätze Deine kritischen Beiträge sehr. :Blumen:

Hafu 12.04.2021 09:45

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1595739)
Das kannst Du belegen? Und wieso äußert Wieler dann diese Information, oder warum soll ich ihm andere Aussagen glauben, wenn diese so grundfalsch sein soll?

In Deutschland wird das Merkmal "Herkunft" oder "Sprache" nicht in der Covid-19-Statistik erfasst. Daher verfügt auch Herr Wieler nicht über diese Info mit belastbaren Zahlen. Ich kenne den Zusammenhang nicht, in dem er das gesagt hat, halte diesen aber für ziemlich wichtig zur korrekten Einordnung.

Es gibt eine Anfrage der AFD diesbezüglich an die Bundesregierung, die du dir leicht (inklusive Antort) herausgoogeln kannst. Du siehst auch, in welcher Gesellschaft du dich mit dieser Fragestellung befindest.

Gestern habe ich im Zusammenhang mit dem Ironman 70.3 mal die Inzidenzzahlen in Galveston herausgegoogelt und dabei nebenbei überraschend festgestellt dass dort mal eben Covid-19 auch "nach Rasse" aufgeschlüsselt wird. "positive Case by Race", was ausgesprochen befremdlich klingt, weil in unserer Gesellschaft der Rassebegriff im Zusammenhang mit Menschen wissenschaftlich höchst umstritten ist.


Man sieht aber in den Daten aus Texas (trotz der rassistischen Konnotation), dass die "weiße Rasse" vor der Hispanischen und den Farbigen dominiert, wobei Hispanics und Latinos ohnehin 38% der bevölkerung von Texas ausmachen. Die Verteilung nach Ethnien ist auf der ebene des gesamten Bundesstaates ähnlich.

crazy 12.04.2021 09:52

Interessante Links, merci dafür!

Klar, die USA schlüsseln erheblich mehr 'nach Rasse' auf, da deren Kriminalitätsregister auch gezielt nach black-white-latino-asian etc aufschlüsseln. So ist BLM ja überhaupt erst entstanden: Ohne die statistische Basis, dass Schwarze deutlich häufiger von Polizeigewalt betroffen sind, wäre da eher wenig passiert.
Die COVID-19 Fälle in das bestehende System einzupflegen ist da nur ein nächster Schritt.

edit: Gibt's auch aus GB
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMsa2011686

wobei das ein sehr spannendes Thema ist... die Vorerkrankungen, Adipositas etc, haben ja auch mit sozialem Status zu tun, welcher durch die Hautfarbe negativ beeinflusst werden kann.

"Von den 3481 Covid-19-positiven Patienten, die in unsere Analysen einbezogen wurden, waren 60,0 % weiblich, 70,4 % waren schwarzer Herkunft und 29,6 % waren weißer Herkunft. Schwarze Patienten hatten eine höhere Prävalenz von Fettleibigkeit, Diabetes, Bluthochdruck und chronischen Nierenerkrankungen als weiße Patienten. Insgesamt wurden 39,7% der Covid-19-positiven Patienten (1382 Patienten) hospitalisiert, 76,9% davon waren schwarz. In multivariablen Analysen waren die schwarze Rasse, das zunehmende Alter, ein höherer Wert auf dem Charlson Comorbidity Index (der eine größere Krankheitslast anzeigt), eine öffentliche Versicherung (Medicare oder Medicaid), der Wohnsitz in einem Gebiet mit niedrigem Einkommen und Fettleibigkeit mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung verbunden. Von den 326 Patienten, die an Covid-19 starben, waren 70,6 % schwarz.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)
"

merz 12.04.2021 09:53

noch mehr zum Virennebel:

Übersicht des Umweltbundesamts:

https://www.umweltbundesamt.de/theme...endete-quellen


einer von vielen Aerosol-Rechnern: dieser vom MPI (Forschung dazu dort verlinkt)

https://www.mpic.de/4747361/risk-calculator

m.

Trimichi 12.04.2021 09:54

Können Meinungen manipuliert werden?

In diesem Zusammenhang ändern sich auch Einstellungen, Werte und Verhalten. Wer die Massenmedien mit einer seriösen und wissenschaftlichen Quelle verwechselt, dem ist nicht mehr zu helfen. Oder wie war das damals im dritten Reich?

Nicht mehr zu helfen ist auch denjenigen unter den Experten, die das subjektive Fenster (eigene Wahrnehmung) als die Realität ansehen. In der seriösen Forschung müssen Beobachtungen intersubjektiv validiert werden von Beobachtern, die vorher trainiert wurden speziell. Hinzu kommt auch weiteres bias durch die eigene Interessen- und Motivationslage. Aber ich will hier keinen Vortrag über Beobachtertrainings halten (Theorie).

Zum Thema wie funktioniert staatsgelenkte Meinung zwei Beispiele (aus der Praxis) aus dem Alltag:

1. ein Mann fährt von der Corona-Impfung nach Hause, stoppt an einem Parkplatz und stirbt. Kann sich jeder selbst fragen was die Todesursache ist.

Unterm Strich muss bleiben (Konformismus):
Muss ein MI (Myocarditis Infarctus / Herzinfarkt) gewesen sein.

2. ein uralter Mann liegt wegen zahlreicher Gebrechen im KH im Sterben und hat dann auch das Virus, er stirbt. Kann sich jeder wieder selbst fragen was die Todesursache ist.

Unterm Strich muss bleiben (Konformismus):
Todesursache muss das Virus gewesen sein und nicht ein MI (Herzstillstand auf Grund von Lebensalter, natürlicher Tod).


Zumindest wäre eine Evaluation zu fordern. Wer schaut diesen neuen, selbst ernannten, wie auch den neuen, staatlich ernannten Statistikkkoryphänen, die in Windeseile eine Reputation erlangt haben, wozu im Normalfall kaum ein halbes Leben ausreicht, auf die Finger? :Gruebeln:

Fazit: auch ich glaube, dass eine Lenkung der Krise durch die Politik nicht mehr gelingen wird. Dazu bedürfte es präziser und belastbarer Zahlen. Und Einigkeit in der Politik.

P.S.: vote for Markus, if! ;)

Klugschnacker 12.04.2021 10:02

Zitat:

Zitat von Trimichi (Beitrag 1595747)
Können Meinungen manipulieret werden?

In diesem Zusammenhang ändern sich auch Einstellungen, Werte und Verhalten. Wer die Massenmedien mit einer seriösen und wissenschaftlichen Quelle verwechselt, dem ist nicht mehr zu helfen. Oder wie war das damals im dritten Reich?

Anders.

keko# 12.04.2021 10:05

Zitat:

Zitat von crazy (Beitrag 1595745)
...

wobei das ein sehr spannendes Thema ist... die Vorerkrankungen, Adipositas etc, haben ja auch mit sozialem Status zu tun, welcher durch die Hautfarbe negativ beeinflusst werden kann.

"Von den 3481 Covid-19-positiven Patienten, die in unsere Analysen einbezogen wurden, waren 60,0 % weiblich, 70,4 % waren schwarzer Herkunft und 29,6 % waren weißer Herkunft. Schwarze Patienten hatten eine höhere Prävalenz von Fettleibigkeit, Diabetes, Bluthochdruck und chronischen Nierenerkrankungen als weiße Patienten. Insgesamt wurden 39,7% der Covid-19-positiven Patienten (1382 Patienten) hospitalisiert, 76,9% davon waren schwarz. In multivariablen Analysen waren die schwarze Rasse, das zunehmende Alter, ein höherer Wert auf dem Charlson Comorbidity Index (der eine größere Krankheitslast anzeigt), eine öffentliche Versicherung (Medicare oder Medicaid), der Wohnsitz in einem Gebiet mit niedrigem Einkommen und Fettleibigkeit mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung verbunden. Von den 326 Patienten, die an Covid-19 starben, waren 70,6 % schwarz.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)
"

Kann mir schon vorstellen, dass Fettleibigkeit und auch Alter signifikant sind. Im Heimatland einer mir sehr nahestehende Person sind die meisten Menschen unterernhährt und die Population eher jung. Trotz praktisch keinererlei Gegenmaßnahmen ist Corona kein Thema dort, hat sich seit März 2020 quasi in der Bevölkerung "verlaufen".

sabine-g 12.04.2021 10:06

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1595748)
Anders.

ganz anders

captain hook 12.04.2021 10:11

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1595716)
Ich nehme das zweigeteilt wahr:

Ich stand am Samstag eine Weile vor einem Supermarkt in der Fußgängerzone von Freiburg. Im Laden tragen 100% der Kunden eine Maske. Auf den Straßen der Fußgängerzone sind es geschätzte 95%. Die 5% ohne Maske waren überwiegend junge Menschen, darunter, dem Anschein nach, überproportional viele Menschen mit Migrationshintergrund. In der Innenstadt von Freiburg gilt Maskenpflicht. Insgesamt wird dieser Anordnung also gut Folge geleistet.

Es gibt Hotspots im Freien, wo junge Menschen tagsüber, vor allem aber abends, beisammen sitzen. Dort türmen sich anderntags wahre Müllberge an Pizzaschachteln, Bierflaschen und Cocktailgläsern aus Plastik. Allein am Gärtnerplatz in München sitzen hunderte Menschen, eine Maske trägt dort niemand. Kneipenbesitzer verkaufen legal durch’s Fenster Unmengen Aperol Spritz; an allen Mülleimern der umliegenden Straßen stapeln sich die transparenten Cocktail-Plastikbecher, ergänzt um jede Menge Bierflaschen, McDonalds-Tüten und Pizzaschachteln. Abends wird in die nahegelegenen Hauseingänge und Lüftungsschächte (!) uriniert und defäkiert. Biergärten, wo das in geordneten Bahnen liefe, haben währenddessen geschlossen.

Ich bin unentschieden, wie ich das insgesamt bewerten soll. Die Frage ist für mich, ob diese Hotspots im Vergleich zum Büroalltag, wo Homeoffice nach wie vor die Ausnahme darstellt, eine große Rolle spielen. Alles, was sich draußen an der frischen Luft abspielt, kann man auch positiv im Sinne eines kleineren Übels sehen.

Bissl sportlich selbstkritisch...

Am Wochenende auf der Landstraße bei den ersten warmen Temperaturen kamen mir reihenweise Gruppen >10 Fahrer entgegen, die def. nicht zu einem oder 2 Haushalten gehören. In den sozialen Medien wird darum auch kein Geheimnis mehr gemacht. Bilder und Videos wie zu Vor-Corona-Zeiten.

In meiner Vorstellung fliegt da so einiges an Aerosolen und Tröpfchen durch so eine Gruppe. Offensichtlich bin ich da aber viel zu zimperlich.

MattF 12.04.2021 10:31

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1595752)
Bissl sportlich selbstkritisch...

Am Wochenende auf der Landstraße bei den ersten warmen Temperaturen kamen mir reihenweise Gruppen >10 Fahrer entgegen, die def. nicht zu einem oder 2 Haushalten gehören. In den sozialen Medien wird darum auch kein Geheimnis mehr gemacht. Bilder und Videos wie zu Vor-Corona-Zeiten.

In meiner Vorstellung fliegt da so einiges an Aerosolen und Tröpfchen durch so eine Gruppe. Offensichtlich bin ich da aber viel zu zimperlich.

Deutschlands führende Tageszeitung sieht das etwas anders:

https://www.faz.net/aktuell/aerosole...e=facebook.com

Zitat:

Ansteckungen finden drinnen statt, Abstand garantiert keine Sicherheit – und Kaffeekränzchen im Wohnzimmer sind gefährlicher als Restaurantterrassen: Experten für Aerosole fordern bessere Corona-Aufklärung.

Nur zur Info, was dann das Volk denkt. :Huhu:

Und der erste Satz bleibt halt hängen, auch wenn die Aussage vielleicht im Rest des Textes etwas relativiert wird.

tomerswayler 12.04.2021 10:31

Zum Impffortschritt: In den letzten sieben Tagen wurden 2,65 Mio Erstimpfungen verabreicht. Wenn das Tempo beibehalten werden kann, dann können bis zum 3. August 80% der über 16 Jährigen erstgeimpft sein.

MattF 12.04.2021 10:33

Zitat:

Zitat von tomerswayler (Beitrag 1595756)
Zum Impffortschritt: In den letzten sieben Tagen wurden 2,65 Mio Erstimpfungen verabreicht. Wenn das Tempo beibehalten werden kann, dann können bis zum 3. August 80% der über 16 Jährigen erstgeimpft sein.

OK am 10. wollte ich in Urlaub fahren :liebe053: :liebe053:

Schwarzfahrer 12.04.2021 10:39

Zitat:

Zitat von crazy (Beitrag 1595743)
https://thorax.bmj.com/content/76/1/61.abstract
...
Ungefähr ein Fünftel der Personen ohne schwere Symptome waren asymptomatisch, und ihre Viruslasten waren mit denen der symptomatischen Patienten vergleichbar. Ein großer Anteil der leicht symptomatischen Patienten mit COVID-19 oder der asymptomatischen Personen mit SARS-CoV-2 zeigte bei der Nachuntersuchung anhaltend positive RT-PCR-Ergebnisse der oberen Atemwege.

Danke, das ist aber die Viruslast im Rachen. Mich interessiert die Viruslast in der Luft, wo diese Leute atmen. Aber keine Ahnung, ob das sinnvoll gemessen werden kann.
Zitat:

Zitat von crazy (Beitrag 1595743)
https://journals.plos.org/plosone/ar...l.pone.0246819...
In unseren Daten reichten die Emissionsraten von 16 P/s bis 267 P/s beim Sprechen, 141 P/s bis 1240 P/s beim Singen und 683 P/s bis 4332 P/s beim Schreien.

Das sind schon mal gute Eckpunkte.
Zitat:

Zitat von crazy (Beitrag 1595743)
https://www.preprints.org/manuscript/202007.0613/v3
...
Wir schlagen vor, dass die minimale infektiöse Dosis von COVID-19 beim Menschen höher als 100 Partikel ist, möglicherweise etwas niedriger als die für die H1N1-Influenza geschätzten 700 Partikel. Trotz der Variabilität in Tierstudien gab es einige Hinweise darauf, dass eine höhere Dosis bei der Exposition mit einer höheren klinischen Viruslast und schwereren Symptomen korreliert.

Danke, das ist die Richtung, die ich sehr wichtig finde (auch wenn die Autoren meinen, diese Arbeit ist erst der Anfang). Ich würde am liebsten noch Messungen sehen, die die Viruslast in der Luft in verschiedenen Settings messen (Krankenzimmer Covid-Patient, Supermarkt, Kino, Tante-Emma-Laden, Rheinufer am sonnigen Sonntag, Straßenbahn voll/fast leer...). Dann könnte man wohl Maßnahmen und Einschränkungen wirklich zielgerichtet auf die wirklich hohen Risikoszenarien formulieren und den Menschen auch plausibel begründen, denke ich.
Zitat:

Zitat von crazy (Beitrag 1595743)
Ich schätze Deine kritischen Beiträge sehr. :Blumen:

Danke, und ich schätze konstruktive Informationen :Blumen:

captain hook 12.04.2021 10:46

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1595755)
Deutschlands führende Tageszeitung sieht das etwas anders:

https://www.faz.net/aktuell/aerosole...e=facebook.com




Nur zur Info, was dann das Volk denkt. :Huhu:

Und der erste Satz bleibt halt hängen, auch wenn die Aussage vielleicht im Rest des Textes etwas relativiert wird.

Ich bin leicht unsicher ob die eine Vorstellung dazu hatten wie Radfahren in einer Radsporttrainingsgruppe so abläuft. Ich hab da so eine Vermutung, dass die mit dem da genannten Radfahren was anderes meinen könnten.

MattF 12.04.2021 11:11

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1595762)
Ich bin leicht unsicher ob die eine Vorstellung dazu hatten wie Radfahren in einer Radsporttrainingsgruppe so abläuft. Ich hab da so eine Vermutung, dass die mit dem da genannten Radfahren was anderes meinen könnten.

Mir ging es auch nicht unbedingt nur um Radfahrere, sondern allgem Draussen.

Die Mainstreammeinung ist in meinen Augen: Draussen ist das Risiko sehr gering.

iaux 12.04.2021 11:26

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1595509)
was willst du denn mit dem Post ausdrücken? Portugal fährt derzeit eine Öffnungsstrategie, natürlich wird es da auch gelegentlich zu vermehrten Übertragungen kommen.

Aber Portugal hat, wie manch andere Länder bewiesen, dass man auch bei dominanter B1.1.7-Variante mit geeigneten Maßnahmen die Inzidenzzahlen auf ein Niveau senken kann, bei dem man der Bevölkerung eine realistische Öffnungsperspektive geben kann und bei der die Intensivstationen durchatmen können.

Diese Perspektive sehe ich für Deutschland in absehbarer Zeit nicht, solange nicht vergleichbare Maßnahmen wie in Portugal auch bei uns zeitlich befristet verfügt werden.
Die inzidenz in unserem Landkreis liegt jetzt bei 200 mit ungebremst steigender Tendenz.

gestern war die Inzidenz in Portugal bei 37, heute bei 40,8. Die sind auch schon wieder im exponentiellen Wachstum drin.
Was soll es genau bringen, einen ähnlichen Lockdown in Deutschland zu fordern, nur damit gleich im Anschluss die Zahlen wieder genauso steigen?

MattF 12.04.2021 11:30

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1595774)
Mir ging es auch nicht unbedingt nur um Radfahrere, sondern allgem Draussen.

Die Mainstreammeinung ist in meinen Augen: Draussen ist das Risiko sehr gering.

https://www.tagesschau.de/inland/cor...LWG_ixx12vGhfo

Zitat:


Aerosolforscher haben die beständigen Debatten über Treffen in Biergärten oder Joggen im Freien kritisiert. Damit setzten die Corona-Maßnahmen an der falschen Stelle an. Stattdessen müsse der Schutz in Innenräumen verstärkt werden.....
Die zentrale Aussage der Forscher lautet: "Die Übertragung der SARS-CoV-2 Viren findet fast ausnahmslos in Innenräumen statt.

deralexxx 12.04.2021 12:06

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1595776)
gestern war die Inzidenz in Portugal bei 37, heute bei 40,8. Die sind auch schon wieder im exponentiellen Wachstum drin.
Was soll es genau bringen, einen ähnlichen Lockdown in Deutschland zu fordern, nur damit gleich im Anschluss die Zahlen wieder genauso steigen?

Sagen wir du trainierst ein halbes Jahr auf eine Mitteldistanz. Du machst am Anfang einen FTP Test, 200 W. Nach drei Monaten machst du wieder einen Test 230 W. Vier Wochen später 240 W. Wieder 4 Wochen später 235 W.

Was soll es genau bringen überhaupt zu trainieren wenn die Leistung ja doch wieder sinkt?

Insbesondere sind die Zahlen an einem Montag immer im Kontext zu sehen. Wie war denn die Inzidenz letzten Montag?

iaux 12.04.2021 12:22

Zitat:

Zitat von deralexxx (Beitrag 1595787)
Sagen wir du trainierst ein halbes Jahr auf eine Mitteldistanz. Du machst am Anfang einen FTP Test, 200 W. Nach drei Monaten machst du wieder einen Test 230 W. Vier Wochen später 240 W. Wieder 4 Wochen später 235 W.

Was soll es genau bringen überhaupt zu trainieren wenn die Leistung ja doch wieder sinkt?

Insbesondere sind die Zahlen an einem Montag immer im Kontext zu sehen. Wie war denn die Inzidenz letzten Montag?

28,7

Es sind keine absoluten Fallzahlen, das ist die Inzidenz. Und diese ist nicht abhängig von den Wochentagen, wenn man annimmt, dass sich das Meldewesen nicht kurzfristig geändert hat.

Meine ftp hatte noch nie nen exponentiellen Anstieg;)

deralexxx 12.04.2021 12:31

Zitat:

Zitat von iaux (Beitrag 1595794)
28,7

Es sind keine absoluten Fallzahlen, das ist die Inzidenz. Und diese ist nicht abhängig von den Wochentagen, wenn man annimmt, dass sich das Meldewesen nicht kurzfristig geändert hat.

Meine ftp hatte noch nie nen exponentiellen Anstieg;)

Hm stimmt, mein Fehler, 7 Tage Inzidenz hat ja immer das Wochenende mit drin.

:Danke:

Edit: ich würde mich schon über linearen FTP Anstieg freuen ;)

Hafu 12.04.2021 12:52

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1595762)
Ich bin leicht unsicher ob die eine Vorstellung dazu hatten wie Radfahren in einer Radsporttrainingsgruppe so abläuft. Ich hab da so eine Vermutung, dass die mit dem da genannten Radfahren was anderes meinen könnten.

Dass würde ich auch so unterschreiben.:Blumen:

Das Prinzip des Radsporttrainings in der Gruppe ist ja, dass man maximal Kraft spart, in dem man sich möglichst eng in der Aerosol-Wolke des Vordermannes aufhält. Die wenig angenehme Erfahrung, dass wenn man versucht die Nasenlöcher freizupusten, ein erheblicher Anteil des Sekrets spürbar im Gesicht des Hintermannes landet, egal wie sehr sich der Vorausfahrend bemüht auf den Boden zu zielen, durfte wahrscheinlich auch fast jeder schon machen.

Und so eine sportliche Radausfahrt dauert ja selten nur eine halbe Stunde, sondern gerne mal mehrere Stunden, in denen sich kleine Aerosolspuren aufaddieren können (sofern ein präsymptomatischer Mitfahrer mit covid19 in der gruppe mitrollt).

Eine Außenterasse in der Gastronomie ist sicher ungefährlich hinsichtlich Aerosolen vom Nachbartisch. Sobald dort haushaltsfremde Personen sich gegenüber sitzen und gegebenenfall lebhaft miteinander reden, würde ich auch nicht ausschließen, dass es dort zu Übertragungen kommen kann.

Die Risikobewertung für B1.1.7 ist definitiv eine andere als man sie für den Wildtyp vornehmen muss und selbst wenn viele Daten zur Übertragbarkeit noch nicht komplett mit harten wissenschaftlichen Daten abgesichert sind, ist es einfach in der aktuellen Situation mit stark ansteigender Intensivpatientenbelegung im Zweifelsfall übervorsichtig zu sein, als das Nachsehen zu haben.

KevJames 12.04.2021 12:54

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1595748)
Anders.

Da mal eine Frage an Trimichi: Bewegst Du Dich da argumentativ im Bereich "Lügenpresse"?

KevJames 12.04.2021 12:56

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1595752)
In meiner Vorstellung fliegt da so einiges an Aerosolen und Tröpfchen durch so eine Gruppe. Offensichtlich bin ich da aber viel zu zimperlich.

Bist Du meiner Ansicht nach nicht - bin da ganz bei Dir.

rhoihesse 12.04.2021 13:53

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1595799)
Die Risikobewertung für B1.1.7 ist definitiv eine andere als man sie für den Wildtyp vornehmen muss und selbst wenn viele Daten zur Übertragbarkeit noch nicht komplett mit harten wissenschaftlichen Daten abgesichert sind, ist es einfach in der aktuellen Situation mit stark ansteigender Intensivpatientenbelegung im Zweifelsfall übervorsichtig zu sein, als das Nachsehen zu haben.

Ich hatte das Thema auch heute mit meiner Frau, nachdem ich den FAZ Artikel gelesen habe und sie die Aussagen im Radio gehört haben. Ich habe dann auch den Brief der Gesellschaft für Aerosolforschung gelesen und fand kein Hinweis auf B 1.1.7 oder andere Mutanten und frage mich wie das im Aussenbereich so ist..

LidlRacer 12.04.2021 14:27

Zitat:

Zitat von rhoihesse (Beitrag 1595811)
Ich habe dann auch den Brief der Gesellschaft für Aerosolforschung gelesen und fand kein Hinweis auf B 1.1.7 oder andere Mutanten und frage mich wie das im Aussenbereich so ist..

Hier der offene Brief, den ich für hochgradig unseriös halte:
http://docs.dpaq.de/17532-offener_br...nschaftler.pdf

Insbesondere die Aussage "... die wenigen Promille der Ansteckungen im Freien ..." ist unhaltbar, da in einem Großteil der Fälle die Infektionsquelle unbekannt ist.

Dieses Positionspapier der selben Gesellschaft ist mit dieser Aussage seriöser:
"Im Freien finden so gut wie keine Infektionen durch Aerosolpartikel statt. Allerdings können Tröpfcheninfektionen auftreten, insbesondere in Menschenansammlungen, wenn Mindestabstände nicht eingehalten und/oder keine Masken getragen werden"

und das Vorwort ordnet das etwas ein:
"Dabei wird die Thematik rein aus der Sicht der Aerosolforschung betrachtet und es werden keine medizinischen, epidemiologischen, virologischen oder infektiologischen Schlüsse gezogen. Zur Aufklärung der Übertragungswege ist aus unserer Sicht eine verstärkte Kooperation der verschiedenen Disziplinen notwendig, auch über die aktuelle Pandemie hinaus."

Aber das liest kaum einer und im Brief selbst klingt das ganz anders.

Das Paper (von Anfang Dezember 2020) kennt übrigens B.1.1.7 nicht.

Schon gestern schrieb ich vor Bekanntwerden des Briefs über einen der Unterzeichner:
Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1595647)
Leider lässt man immer wieder einen Aerosolforscher ins Fernsehen, der nicht müde wird, zu behaupten, draußen sei auch ohne Masken(!) alles sicher. Das scheinen viele gern gehört zu haben.



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