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Canumarama 04.04.2020 14:39

Da wir Tiere haben, verfolge ich den Blog von Tierarzt Ralph Rückert schon länger. Er hat in den vergangenen Wochen viele nützliche Informationen für Tierhalter gegeben. Auch sonst schätze ich sein Wissen und seine Art in Bezug auf die Tiermedizin sehr.

In seinem heutigen Blogeintrag hat er seine persönliche Meinung zum Thema Pandemie, dem Vorgehen der Regierung und der derzeitigen (und zukünftigen?) Situation von Tier- und auch Allgemeinmediziner dargelegt.

Bei mir haben seine, nicht ganz frei von Emotionen, Worte Zustimmung gefunden. Insbesondere die zum Präsidenten des RKI, Hr. Wieler.

https://www.tierarzt-rueckert.de/blo...dul=3&ID=20926

trithos 04.04.2020 15:08

Zitat:

Zitat von Canumarama (Beitrag 1522597)
Da wir Tiere haben, verfolge ich den Blog von Tierarzt Ralph Rückert schon länger. Er hat in den vergangenen Wochen viele nützliche Informationen für Tierhalter gegeben. Auch sonst schätze ich sein Wissen und seine Art in Bezug auf die Tiermedizin sehr.

In seinem heutigen Blogeintrag hat er seine persönliche Meinung zum Thema Pandemie, dem Vorgehen der Regierung und der derzeitigen (und zukünftigen?) Situation von Tier- und auch Allgemeinmediziner dargelegt.

Bei mir haben seine, nicht ganz frei von Emotionen, Worte Zustimmung gefunden. Insbesondere die zum Präsidenten des RKI, Hr. Wieler.

https://www.tierarzt-rueckert.de/blo...dul=3&ID=20926

Ich finde, diese Meinung kann man schon haben und auch polemisch formulieren. Ich lese so etwas auch gerne, obwohl ich nicht ganz mit ihm übereinstimme.

Was aber gar nicht geht ist, als Beispiel für öffentliche Geldverschwendung den Bau von Radwegen anzuführen. Ein Vergleich mit den Kosten für Autobahnen wäre angemessener. Aber das ist jetzt natürlich eine Polemik von mir.
:Cheese:

Hafu 04.04.2020 15:09

Zitat:

Zitat von Canumarama (Beitrag 1522597)
...nicht ganz frei von Emotionen, Worte Zustimmung gefunden. Insbesondere die zum Präsidenten des RKI, Hr. Wieler.

https://www.tierarzt-rueckert.de/blo...dul=3&ID=20926

Nicht ganz frei von Emotionen?:Cheese:

Ich würde sagen lupenreine Wutrede im legendären Trappatoni-Stil.;)

Bei vielen Aussagen hat er natürlich auch recht und ich bin auch absolut auf der Linie, dass jede Maßnahme, die zur Einschränkung der persönlichen Freiheit und mit radikalem Einfluss auf die Wirtschaft verhängt wird grundsätzlich scharf zu prüfen ist, ob das Ziel der Maßnahme (infektionseindämmung) nicht mit weniger radikalen Ansätzen zu verwirklichen ist.

Den Mangel an Schutzausrüstung jetzt unserer Regierung anzulasten, weil sie auf einen uralten RKI-Bericht von 2012 nicht konsequent mit Lagerhaltung von Schutzkleidung reagiert hat, ist aber allzu billig und definitiv falsch. Und es wird noch falscher mit dem unsinnigen Vergleich, dass Deutschland sein Geld lieber in den Bau von Radwegen gesteckt hat, statt Schutzmasken zu horten.

Natürlich waren die Masken 2019 (vor Beginn der Epidemie) noch reichlich erhältlich und reine Cent-Artikel. Aber die Epidemie begann nicht vor 4 Wochen, sondern vor 4 Monaten und in dem Augenblick, in dem in der Multimillionen-Einwohner-Metropole Wuhan der Coronavirus tobte, waren Masken schlagartig in größerer Stückzahl nicht mehr zu bekommen, weil sie ja in China benötigt wurden und China weltweit den Großhandel an Masken leer kaufte.
Kein Land, egal welche Regierung (auch nicht die Mustervolkswirtschaften Südkorea, Taiwan und Singapur, die viel Erfahrung mit früheren Epidemien haben und auch nicht die reiche USA oder die in vielen Bereichen besonders sozial aufgestellten skandinavischen Volkswirtschaften), haben es geschafft ausreichend viele Masken zu bevorraten.
Und selbst wenn Deutschland auf einem gigantischen Maskenvorrat gesessen wäre: was hätten wir damit im Januar oder im Februar machen sollen, als erst China dringend Nachschub an Masken benötigte und anschließend italien? Hätten wir alle unsere Vorräte in Deutschland halten sollten, aus Sorge, dass die Epidemie uns genauso schlimm erwischt wie China (das war im Januar noch keineswegs klar)? Hätten wir unseren (hypothetischen)nMaskenvorrat auch unserem Nachbarland Italien vorenthalten sollen?

Das mit den Masken und dem gigantischen Bedarf an Schutzkleidung ist in so einer Pandemie einfach eine loose-loose-Situation, die kaum kurzfristig zu lösen ist.

Canumarama 04.04.2020 15:46

Zitat:

Zitat von trithos (Beitrag 1522605)
Was aber gar nicht geht ist, als Beispiel für öffentliche Geldverschwendung den Bau von Radwegen anzuführen. Ein Vergleich mit den Kosten für Autobahnen wäre angemessener. Aber das ist jetzt natürlich eine Polemik von mir.
:Cheese:

Er schreibt ja in Bezug auf die Sache mit den Radwegen vorab: „und um es mal so richtig zugespitzt zu formulieren“.
Diese Überspitzung ist natürlich absichtlich so gewählt worden. ;)

Canumarama 04.04.2020 16:05

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1522606)
Und selbst wenn Deutschland auf einem gigantischen Maskenvorrat gesessen wäre: was hätten wir damit im Januar oder im Februar machen sollen, als erst China dringend Nachschub an Masken benötigte und anschließend italien? Hätten wir alle unsere Vorräte in Deutschland halten sollten, aus Sorge, dass die Epidemie uns genauso schlimm erwischt wie China (das war im Januar noch keineswegs klar)? Hätten wir unseren (hypothetischen)nMaskenvorrat auch unserem Nachbarland Italien vorenthalten sollen?

Das mit den Masken und dem gigantischen Bedarf an Schutzkleidung ist in so einer Pandemie einfach eine loose-loose-Situation, die kaum kurzfristig zu lösen ist.

Danke für deine Einschätzung/Meinung.

Ich ganz persönlich könnte besser damit leben wir hätten einen (hypothetischen) Maskenvorrat an unsere Nachbarn verteilt und hätten dadurch kaum noch welche für uns vorrätig, als gar keinen Vorrat zu haben und nun das gleiche Problem zu haben.

TRIPI 04.04.2020 16:15

Zitat:

Zitat von Canumarama (Beitrag 1522608)
Er schreibt ja in Bezug auf die Sache mit den Radwegen vorab: „und um es mal so richtig zugespitzt zu formulieren“.
Diese Überspitzung ist natürlich absichtlich so gewählt worden. ;)

Hä? Als richtiger Rennradfahrer fährt man doch trotz Radweges auf mitten auf der Straße:Cheese:

Habe den verlinkten Artikel von Tierarzt Rückert an einige in meinem Bekanntenkreis weitergeleitet. Darunter mehrere Allgemeinmediziener, eine Frauenärztin und ein Biologe. Der Mittelwert des zurückkommendes O-Tones war in etwa: "Der Mann spricht mir aus der Seele."

Was mich ärgert: Der sympatische Professor, der bei Lanz(auch hier verlinkt ein paar Posts vorher) quasi bestätigt hat, dass Tröpfcheninfektion>Schmierinfektion ist bei Covid19, Schmierinfektion sogar sehr unwahrscheinlich sei, muss die ganze Zeit verbal darum herum turnen, es nicht aus Versehen auf den Punkt zu bringen wer es verbockt hat.
So viel zu Meinungsfreiheit, wenn die Wahrheit am Ende das ist, was zum Besten aller dafür verkauft wird. Man konnte regelrecht sehen wie er sich innerlich winden musste um nicht ein paar deutliche Worte zu verlieren.
Und nein, das soll kein Wasser auf die Mühlen der Verschwörungstheoretiker sein, die prinzipiell auf "Die da oben" schimpfen. Ich würde mir wünschen, der Wieler könnte sich ohne gelyncht zu werden hinstellen und zugeben dass die Lage falsch eingeschätzt wurde. Das ist nur menschlich.
Er kann es aber nicht, weil er zerrissen werden würde. Die Leute geben viel lieber irgendwem die Schuld, als ein wenig Eigenverantwortung zu übernehmen. Jetzt müsste ja am Ende jeder vor der eigenen Tür kehren, warum er für so eine Krise nicht vorgesorgt hat, warum er bisher keine Rücklagen gebildet hat und stattdessen lieber alles in den dicken Benz investiert hat, man lebt ja nur einmal. Oder warum er aus Bequemlichkeit oder Ignoranz die Abstands-/Kontaktregeln schon 85 Mal gebrochen hat.

Nachtrag: Der Mensch bei Lanz hieß Streeck

Hafu 04.04.2020 16:17

Zitat:

Zitat von Canumarama (Beitrag 1522608)
Er schreibt ja in Bezug auf die Sache mit den Radwegen vorab: „und um es mal so richtig zugespitzt zu formulieren“.
Diese Überspitzung ist natürlich absichtlich so gewählt worden. ;)

Solche Beispiele wählt angesichts der Milliarden, die jährlich in den Strasenbau gesteckt werden und der in Deutschland unbedeutenden und bei weitem zu geringen Investitionen,die in die Radwege- infrasfruktur gesteckt werden,nur jemand, der überzeugter Autofahrer ist und dem Radfahrer grundsätzlich suspekt sind.

Wenn er 2019 irgendwo gefordert hätte, dass sich Deutschland auf eine evt. Pandemie vorbereiten müsse und niemand damals auf ihn gehört hätte, dann wäre seine Kritik der deutschen Regierung berechtigt und er hätte auch allen Grund wütend zu sein.

Da er damals -wie alle Länderund Regierungen weltweit- die Gefahr nicht kommen sah, ist die "Überspitzung" einfach nur substanzlose heiße Luft.

Im Nachhinein ist man in so einer historisch einmaligen Situation immer schlauer.

Wenn ich mich in den europäischen Nachbarländern umsehe, in welchem Zustand dort das Gesundheitssaystem ist und welche zum Teil wesentlich radikaleren Maßnahmen.dort verhängt worden sind (und zu welchem Zeitpunkt dort z.T. die Regierungen erst angefangen haben, zu reagieren) fühle ich mich eigentlich ganz gut regiert.

merz 04.04.2020 16:26

Leider reisserische Überschrift: Singapur steuert wohl in den Massnahmen deutlich nach (hab das jetzt nicht an weiteren Quellen geprüft) und spricht von einem langen Kampf, Vietnam analog - das ist da lange noch nicht durch

https://www.latimes.com/world-nation...e-roaring-back

m.


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