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chris.fall 19.03.2020 15:06

Moin,

Zitat:

Zitat von Drop (Beitrag 1518163)
Zur Ausgangssperre: könnte man es nicht erstmal mit einem Versammlungs- oder Gruppenverbot versuchen? Also alles größer 2 darf nicht auf die Strasse.

im Freien sind größere Ansammlungen nicht das Problem:

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1518013)

Letztlich kommt es epidemiologisch aber nicht in erster Linie darauf an, ob es Gruppen von Menschen gibt, die weniger als zwei Meter Abstand haben, sondern ob diese Menschen sich das Virus weitergeben. Und das wird (außerhalb von geschlossenen Räumen!) schon sehr unwahrscheinlich, wenn sich Leute auch nur 1m nahe kommen. Aerosolwolken verteilen und verdünnen sich im Freien weitaus schneller.

und gegen die Parties zuhause (die Eltern hängen noch auf Malle fest und man hat sturmfreie Bude...) hilft dann nur noch ein Ausgangsverbot(?).

Meinen ersten Reflex, wenn ich von solchen Parties lese oder die beim Spaziergang mit meiner Freundin im Park "bewundern" darf kann man ja etwas weiter oben nachlesen.

Ich versuche trotzdem auf die Stimme der Vernunft (Hafu) zu hören. Er hat in diesem Thread schon sehr früh gewarnt und wenn er jetzt gegen die reflexartigen Verhängung eines Ausgehverbots argumentiert, gibt mir das zu denken!

Dass man sich jetzt durch hartes Durchgreifen profilieren kann, ist klar. D.h. ob das Ausgehverbot kommt oder nicht, wird eine politische Entscheidung sein und keine vernünftige. Dabei sollte man aber bedenken, dass jetzt schon vielen Menschen der A**** richtig auf Grundeis geht. Ein selbstständiges Forumsmitglied hat hier vor kurzem mal berichtet, meine Schwester hat gestern am Telefon geheult, weil sie sich (wie ich finde mit Recht) große Sorgen sowohl um ihre berufliche Zukunft als auch um die Ihres Mannes machen muss.

All diesen Menschen dürfte es nur sehr schwer zu vermitteln sein, warum sie so leiden, aber angesichts von "Coronapartys" keine Ausgangsverbot verhängt wird.


Viele Grüße,

Christian

qbz 19.03.2020 15:23

Zitat:

Zitat von Faser (Beitrag 1518162)
Jetzt rufen viele nach der Ausgangssperre, aber in paar Wochen würde sich die Stimmung massiv ändern. Eine Woche ist das vielleicht ganz nett, aber spätestens nach einigen Wochen wird es grausam. Es kommt auch darauf an, ob man in einer engen Großstadtwohnung wohnt, oder auf dem Land in einem Haus mit Garten.
........

Es leben auch Familien unter uns, wo die innerfamiliären Beziehungen, sei es zwischen den Eltern oder Eltern-Kindern manchmal nicht gewaltfrei ablaufen. Vor allem jetzt, wo die Kita´s so lange geschlossen sind und beide Eltern eventuell ohne Arbeit sind, ergibt sich ein bedeutend grösseres Konflikt- und Stresspotential zuhause.

Die Jugendämter, Kinderschutzeinrichtungen, Heime und Familienberatungsstellen werden leider mehr zu tun bekommen, aber das IMHO mit dem wenigen Personal, das nach den vergangenen Sparrunden übrig blieb, nicht angemessen bewältigen. Ausserdem setzen sich die Mitarbeiter z.T. selber der Infektionsgefahr aus, z.B. bei Hausbesuchen oder bei Einladungen. Es gibt Orte, wo die Rathäuser schon für Besucher gesperrt sind. Wie da dann der Kinderschutz so organisiert wird, wie es notwendig wäre, frage ich mich schon?

Ich nehme an, dass die Jugendämter diese Aspekte vorbringen, aber meistens werden sie nach meinen Erfahrungen von den anderen Ressorts übergangen bzw. nachrangig behandelt.

Seyan 19.03.2020 15:28

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1518174)
Mein Schwiegervater hatte am Wochenende 81. Geburtstag in Lauf a.d.Pegnitz. Wir haben den üblichen Besuch dort zum gemeinsamen Essen mit Hinweis auf Coronavirus zu seinem Schutz abgesagt. Er hat es nicht verstanden und ist gleichwohl mit zwei seiner drei Enkeln (meine in Nürnberg lebenden Kids) Essen gegangen. Er ist auch jemand, dem Lebensqualität und derartige Jashreshighlights viel wichtiger sind, als maximale Risikovermeidung und Lebensverlängerung.

Ist ja nicht so, als würde es nur alte Menschen betreffen, die die Welt nicht mehr verstehen. Bzw. verstehen wäre übertrieben...

Aber ich habe z.B. einen 7,5 Monate alten Sohn daheim. In dem Alter ist Sozialisierung schon wichtig, er sollte andere Babys sehen, von deren Verhalten lernen, etc.pp. auch die Großeltern soll er doch ab und an sehen.

Glaubt einer, dass das den Kleinen gut tut in der Entwicklung?

tandem65 19.03.2020 15:30

Zitat:

Zitat von Seyan (Beitrag 1517993)
Man kann auch einfach das Handy daheim lassen, wenn man rausgeht :Cheese:

Um einen Grund dafür zu haben müsste man allerdings so oute Kanäle wie lineares TV sehen. ;)

Marsupilami 19.03.2020 15:31

Zitat:

Zitat von Seyan (Beitrag 1518178)
Aber ich habe z.B. einen 7,5 Monate alten Sohn daheim. In dem Alter ist Sozialisierung schon wichtig, er sollte andere Babys sehen, von deren Verhalten lernen, etc.pp.

Da gibt's nur eine Lösung: er braucht schnell ein Geschwisterchen! :Cheese:

Ausdauerjunkie 19.03.2020 15:31

Zitat:

Zitat von Kampfzwerg (Beitrag 1518173)
Was mir schon länger durch den Kopf geht und jetzt beim Laufen wieder aktuell war.
Beim Thema Ausgangssperre sollte man auch bedenken, dass für ein starkes Immunsystem unter anderem frische Luft, Sonne (Vitamin D), eine positive Grundstimmung und die Ernährung hilfreich sind.
Was passiert wenn man in Form einer Ausgangssperre 3 dieser 4 Punkte mal für 2-4 Wochen vernachlässigt?
Ist danach nicht das Immunsystem bei einem Großteil der Bürger im Keller und somit steht die große Explosion erst danach an, die Viren werden ja nicht zu 100 % weg sein. :confused:

Die Vitamin D Produktion ist bei uns aktuell noch gar nicht möglich! Sonnenstand, Breitengrad, Wintermonate...

Hafu 19.03.2020 15:33

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1518166)
...
So wie ich die Situation verstehe, haben wir in DE "gute" Chancen in große humanitäre Probleme zu laufen. Da bin ich persönlich der Meinung, lieber in Gefahr zu laufen, jetzt zu viel zu tun, als das Risiko auf sich zu nehmen, in diese Probleme zu laufen. 2 oder 3 Wochen Ausgangssperre haut kein Land um. Zum "Glück" haben alle großen Volkswirtschaften ähnliche Probleme.

Ich versuche mich so ziemlich aus allen seriösen Quellen zu informieren, die zur Zeit vernünftige Analysen, Daten und Einschätzungen liefern und mein Eindruck ist ein anderer.

Deutschland hat gute Chancen so ziemlich als einziges Land in ganz Europa, diese Epidemie ohne komplette Dekompensation des Gesundheitssystems zu überstehen. Es gibt zugegebenermaßen ein gewisses Restrisiko, dass es auch bei uns schlimmer wird, als erwartet, aber das ist nicht der allgemeine Expertenkonsens.
Wir haben auch 4 Wochen nach Ausbruch der Epidemie in Deutschland die mit Abstand niedrigste Mortalitätsrate. Erst 31 Tote bei 13 000 Infekten spricht erstens für ein funktionierendes Gesundheitssystem und zweitens für eine erträglich niedrige Dunkelziffer.

Zum Vergleich: Frankreich 243 Tote bei angeblich nur 9000 Infizierten
Italien 3000 Tote bei 35 000 Infizierten
Spanien 640 Tote bei 15 000 Infizierten

Wenn sich also ein Land in Europa ein besonnenes abgestuftes Vorgehen in der Pandemie leisten kann, weil die Situation noch nicht außer Kontrolle geraten ist, dann sind das wir.
Und wie schon mehrfach erwähnt: die oben wiedergegebenen Zahlen sind entstanden ohne dass es Versammlungsverbote, Schulschließungen und geschlossene Nachtclubs, Bars und Cafe gegeben hätte, denn diese Maßnahmen wurden ja erst vor weniger als einer Woche beschlossen und umgesetzt und werden erst in einer Woche sich auf die Infektzahlen auswirken.

Jeder Entscheidungsträger wusste, wie die Zahlen sich zunächst erstmal weiterentwickeln und dass das Maßnahmenpaket von letztem Freitag, das zum Teil erst ab Montag umgesetzt wurde eine gewisse Zeit braucht, um zu wirken.

Marsupilami 19.03.2020 15:38

Österreich steht von den nackten Zahlen her übrigens fast identisch gut da wie Deutschland. Und ja, wir haben hier das Problem um Ischgl, aber Deutschland hat dafür Heinsberg.


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